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neuauflage

Rimbaud und die Dinge des Herzens

Erstellt von Werner Karl am Freitag 27. Januar 2012

Samuel Benchetrit
Rimbaud und die Dinge des Herzens
Gelesen von Leonhard Hohm

Steinbach Sprechende Bücher
ISBN 978-3-86974-088-1
Hörbuch
Erschienen 2011
4 CDs, autorisierte Hörfassung
Hördauer: 287 Minuten

www.sprechendebuecher.de

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Der Autor:

Samuel Benchetrit (*1973) ist ein Multitalent: Schriftsteller, Drehbuchautor, Filmemacher, Theaterregisseur und Schauspieler. Er wurde für sein Werk bereits vielfach ausgezeichnet. So erhielt er 2008 den Preis für das beste Drehbuch beim Sundance Festival, und für den vorliegenden Roman bekam er 2009 den traditionsreichen Prix Populiste.

Der Sprecher:

Leonard Hohm (*1990) ist seit dem Abschluss seines Schauspielstudiums festes Ensemblemitglied am Staatstheater Mainz. Er war bereits in diversen Hörspielproduktionen des HR und von Deutschlandradio Kultur zu hören.

Die Geschichte:

Der 10-jährige Charles, genannt Charly, lebt in einem Pariser Vorort. Seine Eltern stammen aus Mali und Charles Vater ist bereits vor vielen Jahren in die Heimat zurückgekehrt und die Familie hat schon lange nichts mehr von ihm gehört. Charlys Mutter arbeitet bei einem älteren Ehepaar und führt dort den Haushalt. Sein großer Bruder Henry ist drogensüchtig und treibt sich meist irgendwo herum. Eigentlich ist Charly es gewohnt, dass die Polizei hin und wieder in seinem Wohnturm, dem Rimbaud Wohnturm, auftaucht. Manchmal suchen sie nach seinem Bruder oder sind wegen anderer Dinge dort, aber heute ist es anders. Die Polizei ist gekommen und nimmt seine Mutter mit, seine Maman, die ihm doch so viel bedeutet und Maman hat nicht mal ein Lächeln für ihn übrig.

Charly schwänzt an diesem Tag die Schule und macht sich auf die Suche nach seinem Bruder. Vielleicht weiß dieser warum die Polizei Mutter abgeholt hat und wo sie jetzt ist. Nur wo soll Charly seinen Bruder finden?

Die Geschichte wird in der Ich-Perspektive geschildert und man hat das Gefühl der Sprecher selbst, Leonard Hohm, ist der kleine verzweifelte Charles, der trotz der wechselnden Gefühle, die in ihm toben, an das Leben und die Menschen glaubt. Der Hörer begibt sich gemeinsam mit Charly auf den Weg durch die Vororte von Paris, auf die Suche nach der Wahrheit und er erfährt gemeinsam mit dem kleinen sympathischen Protagonisten etwas über die wichtigen Dinge im Leben und über die Dinge des Herzens. Nicht nur seine Mutter, sondern auch die kleine Mélanie ist für Charly eine wichtige Person, ein geliebter Mensch.

Charly versprüht Charme, zeigt Lebensfreude auch in Situationen in denen andere Menschen verzweifeln würden. Er ist begeisterungsfähig und offen.

Als Zuhörer möchte man ihm helfen seine Mutter zu finden, sein Leben wieder in normale Bahnen zu lenken.

Eine rührende Geschichte, deren sehr offenes Ende mich dann doch etwas überrascht hat. Charly wird seinen Weg im Leben vermutlich finden, aber ich persönlich hätte ihm mehr gewünscht als das. Seine Suche sollte nicht nur mir als Zuhörerin einen Blick auf seine Dinge des Herzens gewähren, sondern auch für ihn selbst mit Erfolg gekrönt sein. Das hat mich letztendlich etwas gestört.

Dennoch ist „Rimbaud und die Dinge des Herzens“ eine zauberhafte Geschichte, die hier durch den Sprecher Leonard Hohm überzeugend gelesen wird.

Copyright © 2012 by Iris Gasper

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Als Buch ist Rimbaud und die Dinge des Herzens im Aufbau Verlag erschienen. 

Titel erhältlich bei Buch24.de
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Max geht nicht mit Fremden mit – Max übernachtet bei Pauline

Erstellt von Werner Karl am Freitag 27. Januar 2012

Max geht nicht mit Fremden mit – Max übernachtet bei Pauline
Mein Freund Max
Folge 2

Universal Music Group
Karussell
CD EAN 0602527 849973
Hörspiel für Kinder
Gesamt-Spieldauer ca. 31 Minuten
Empfohlen ab 3 Jahren

www.karussell.de

Titel erhältlich bei amazon.de
Titel erhältlich bei libri.de

Wer leuchtet mit der Taschenlampe
in die letzte Ecke?
Wer lauert da als Indianer
in der Gartenhecke?
Wer denn? Ja, wer denn?

Das ist Max unser Freund
Ja, das ist unser Max.
Das ist Max unser Freund
Ja, das ist unser Max…

Mein Freund Max, das ist eine neue Hörspielreihe von Universal Music Family Entertainment/Karussell speziell für Jungs. In dieser 2. Folge hat Max zwei Abenteuer zu bestehen.

In der ersten Geschichte geht Max mit seiner Mutter einkaufen, aber da ihm langweilig ist und seine Mutter noch Dinge erledigen muss, beschließen die Beiden, dass Max auf dem Spielplatz warten soll und seine Mutter ihn nach dem Einkauf dort abholt. Nur leider dauert es so lange bis Mama wiederkommt. Dann beginnt es langsam zu regnen und alle Kinder werden abgeholt. Der Regen wird immer stärker. Soll Max nun mit dem fremden Mann gehen, der ihm anbietet ihn nach Hause zu bringen?

Auch eine Übernachtung ist ein richtiges Abenteuer und genau dieses steht Max in der zweiten Geschichte bevor. Er wird bei seiner Freundin Pauline übernachten. Da gibt es ganz schön viel im Vorfeld zu planen und auch wenn man vielleicht ein wenig ängstlich ist, so wird diese Übernachtung ganz sicher ein tolles Erlebnis werden.

Eine schöne Mischung an kindgerechten Geschichten bietet dieses Hörspiel, das auf den gleichnamigen Büchern aus dem Carlsen Verlag basiert. Bereits der Titelsong stimmt den Zuhörer fröhlich ein auf die kommenden Geschichten. Kinder sind schließlich voller Energie und Tatendrang und das wird hier sehr deutlich. Greift die erste Geschichte ein sehr ernstes Thema auf, mit dem sich Eltern und ihre Kinder auch immer wieder beschäftigen sollten, so ist die zweite Geschichte eher heiter und fröhlich auch wenn eine solche erste Übernachtung weg von zu Hause und in einer fremden Umgebung einem Kind schon so einiges an Überwindung abfordern mag.

Die Sprecher stellen sich hier wunderbar auf die jungen Zuhörer ein. Volker Hanisch als Erzähler, Philipp Draeger als Max, Jenny Böttcher als Mama, Feline Günther als Pauline, Tina Eschmann als Paulines Mama und viele weitere Sprecher erzeugen durch ihre offene, lockere und fröhliche Sprechleistung eine wirklich schöne und realistische Atmosphäre.

Man darf gespannt sein auf weitere Folgen aus der Reihe „Mein Freund Max“.

Copyright © 2012 by Iris Gasper

Titel erhältlich bei amazon.de
Titel erhältlich bei libri.de

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LUNA 1 antwortet nicht

Erstellt von Werner Karl am Donnerstag 26. Januar 2012

Lego City
Hörspiel Raumfahrt
LUNA 1 antwortet nicht
Folge 5

Universum Film
The Lego Group
CD EAN 0886979555327
Veröffentlicht: 28.10.2011
Hörspiel für Kinder
Gesamt-Spieldauer ca. 50 Minuten

www.universum-film.de

Titel erhältlich bei amazon.de
Titel erhältlich bei libri.de

Komm mit nach Lego City
hinein in unsere Abenteuerwelt,
bunt und groß.
Lego City, bau’ dir eine Welt, die dir gefällt.
In Lego City ist was los.

Das fünfte Lego City Hörspiel entführt den Hörer mit „Raumfahrt – Luna 1 antwortet nicht“ hinaus aus Lego City und hinein ins Weltall. Eddie Dix und Nachwuchsreporter Max absolvieren zunächst gemeinsam mit einem echten Raumfahrer ein Vorbereitungstraining. Dann geht es los Richtung Mond. Schon bald stellt sich heraus, dass nicht nur die drei ausgebildeten Personen an Bord der Rakete sind, sondern auch noch ein blinder Passagier, einer, den Eddie und Max sogar sehr gut kennen. Das birgt Probleme, denn die Reise wurde nur für drei Personen geplant. Ob das wohl gut geht?

Da sich fast das gesamte Hörspiel auf die Reise in der Rakete zum Mond und zurück beschränkt, ist die Handlungsmöglichkeit sehr eingeschränkt. Auf dem Mond selbst geschieht nicht viel und Spannung baut sich eigentlich erst richtig gegen Ende des Hörspiels auf. Daher ist dies im Gegensatz zu den vorangegangen Folgen der Reihe ein eher langweiliges Hörerlebnis ohne viel Abwechslung. Hier kommt es also besonders auf die Dialoge der wenigen handelnden Personen an. Bis auf einige kleine Streitigkeiten zwischen dem blinden Passagier und dem wichtigsten Astronauten an Bord kommt es hier aber nicht zu besonderen Wortwechseln.

Insgesamt ist die Idee von Lego City aus das Weltall zu erkunden aber klasse und sicherlich auch ein faszinierendes Thema für die junge Zuhörerschaft. Die gesamte Atmosphäre und die Hintergrundgeräusche passen wie immer perfekt zur Geschichte und auch die Sprecher glänzen hier erneut mit einer guten Leistung. Nur aus der Idee hätte man vielleicht etwas mehr machen können. Fremde Planeten und gerade auch der Mond laden ja förmlich zu einem Abenteuer ein.

Ein Hörspiel, das langsam startet und erst gegen Ende mit der erwarteten Spannung aufwartet, dennoch aber dem altbewährten Konzept folgt. Max jedenfalls beweist wieder einmal, dass man mit Legosteinen einfach alles bauen und reparieren kann. Also ran an die Steine ihr jungen Lego Baumeister.

Copyright © 2012 by Iris Gasper

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Parasiten

Erstellt von Werner Karl am Donnerstag 26. Januar 2012

Marina Heib
Parasiten

Piper Verlag
ISBN 978-3-492-27300-8
Thriller
Erschienen Dezember 2011
Umschlagkonzept: semper smile, München
Umschlagmotiv: Artwork Cornelia Niere
Umfang: 336 Seiten, kartoniert

www.piper-verlag.de
www.marinaheib.de

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei booklooker.de

Zur Autorin:

Marina Heib, geboren in St. Ingbert/ Saarland, lebt als Schriftstellerin und Drehbuchautorin in Hamburg. Nach ihren Kriminalromanen “Der Bestatter”, (vormals veröffentlicht unter dem Titel: “Weißes Licht”), “Eisblut” und “Tödliches Ritual” und “Puppenspiele” ist “Parasiten” der fünfte Fall für die Sonderermittler um Christian Beyer.

Zur Handlung:

Ein toter junger Volontär einer Zeitung, ein weiterer Ermordeter aus angesehenem Kreis, der nicht auffindbare homosexueller Pianist Danylo, dann seine ebenso verschwundene beste Freundin und Musikerin Sofia  … in welchem Zusammenhang steht dieses? Zudem wurden in die Wunden der Opfer kleine Insekten platziert, die ihre Beute systematisch annagen. Auf welches Täterprofil würde dies deuten?

Kommissar Beyer der Soko Bund ist in diesem Fall sehr viel auf der Suche. An verschiedenen Orten, nach verschiedenen Personen. Und nach einem Tatmotiv, da die Opfer aus unterschiedlichen Schichten stammen sowie nach Zeugen, die nach kurzer Zeit nicht mehr oder nur sporadisch auffindbar sind. Dies macht es einer Falllösung doch sehr schwer. Jedoch müssen sich Hinweise in der Musikbranche finden lassen, denn Danylo und Sophie sind junge Künstler im aufsteigenden Bereich, Danylo hatte eine Beziehung mit dem ermordeten Volontär und einiges deutet auf die elitäre Gruppe der “Norddeutschen Musikabende” hin. Denn hier scheint es insbesondere auch um wichtiges verschwundenes und belastendes Material zu gehen … 

Mein Fazit:

Gemäß dem Klappentext, der Beschreibung des Buches und insbesondere des Titels erwartet man bei dem Buch “Parasiten” die Jagd auf einen Serienkiller, der seine toten Opfer mit den kleinen Tieren wie Milben, Spinnen und ähnliches Getier versieht. Ebenso reizte mich der zwar etwas schauderhafte Prolog sehr, wo ein Mann vergiftet und Bekanntschaft mit diesen Insekten macht, sowie ein weiteres Opfer schon angefressen aufgefunden wird. Eine nette Idee für einen psychisch Kranken, der sein Unwesen treibt. Doch dem ist in der Hauptsache hier nicht so. Letztendlich driftet die Suche nach dem Täter in viele andere Bereiche ab, es geht sehr vordergründig um das Geschäft mit dem Frauenhandel, die schmutzigen Machenschaften der Mitglieder einer Elitegesellschaft sowie das skrupellosen Mafiamethoden im Ostblock.

Die Geschichte selbst wirkt stellenweise auf mich sehr konstruiert und weist Längen auf, die sich leider auch auf die ansonsten durchgängige Spannung auswirken. Die vielen wechselnden Schauplätze zwischen Deutschland und den angrenzenden östlichen Ländern beeinflussen den klaren Handlungsstrang ebenso, die unterschiedlichen Ebenen im Erzählfluss, die mir in den vorherigen Bänden sehr gut gefallen haben, wirken hier teilweise störend. Die Brutalität der Zwangsprostitution lässt mich als Leser schon sehr nachdenklich zurück, da man hier sicher realistische Züge finden kann.

Zusammengefasst bin ich bei diesem 5. Band von Marina Heib hin- und her gerissen. Für mich persönlich hat sich nicht ganz das erfüllt, was ich mir von der Inhaltsangabe versprochen habe. Zu erwähnen ist aber die interessante Aufteilung des Buches in verschiedene Abschnitte mit Überschriften, die ich man, wenn man sich im musikalischen Bereich auskennt, als Ausdrücke der Vortagsbezeichnungen erkennen kann und sich im Bezug zur Handlung und den Protagonisten wieder finden lassen.

Ich denke, als Fan von Kommissar Beyer ist auch das Buch Nr.5 ein Muss, doch es ist meines Erachtens leider nicht das Beste aus der Reihe.
   
Copyright © 2012 by Sandra Stockem

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Hinter jenem Vorhang

Erstellt von Michael Drewniok am Mittwoch 25. Januar 2012

Earl Derr Biggers
Hinter jenem Vorhang

Originaltitel: Behind That Curtain (Indianapolis : The Bobbs Merrill Company 1928)
Deutsche Erstausgabe: 1930 (Universitas-Verlag/Dreipunkt Bücher 4)
Übersetzung: Curt Thesing
255 S.
[keine ISBN]
Neuausgabe: 1949 (Magazin-Verlag/MV-Kriminalroman 1)
Übersetzung: Curt Thesing
212 S.
[keine ISBN]
Neuausgabe: 1953 (Amsel Verlag/Amsel Kriro 3)
Übersetzung: Curt Thesing
201 S.
[keine ISBN]
Neuausgabe: 1956 (Wilhelm Goldmann Verlag/Goldmanns Taschen-Krimi Nr. 84)
Übersetzung: Curt Thesing
184 S.
[keine ISBN]
Neuausgabe (unter dem Titel „Charlie Chan und die verschwundenen Damen“): 1983 (Wilhelm Heyne Verlag/Heyne Crime Classics Nr. 2020)
Übersetzung: Dietlind Bindheim
253 S.
ISBN-13: 978-3 453 10623 9

Titel bei Booklooker.de (Goldmann-Ausgabe)
Titel bei Amazon.de (Goldmann-Ausgabe)
Titel bei Amazon.de (Heyne-Ausgabe)

Das geschieht:

San Francisco in den „Roaring Twenties“ des 20. Jahrhunderts: Der junge Reporter Bill Rankin ist aufgeregt. Kapitales Wild ist ihm vor Block & Bleistift geraten: Sir Frederic Bruce, ehemaliger Chef der Kriminalabteilung von Scotland Yard, hält sich als Gast des Multimillionärs Barry Kirk in der Stadt auf. Der legendäre Ermittler ist eine Quelle fabelhafter „True-Crime“-Storys. Weil er an seinen Memoiren arbeitet und sich für ein wenig Eigenwerbung nicht zu schade ist, gewährt er Rankin eine Audienz. Dieser greift die Gelegenheit beim Schopfe. Um Bruce redseliger zu stimmen, schlägt er ihm eine Zusammenkunft mit einem berühmten Kollegen vor.

Charlie Chan von der Kriminalpolizei der Hawaii-Insel Honolulu steht eigentlich kurz vor der Heimreise; die Niederkunft seines elften Nachkömmlings steht bevor. Trotzdem freut sich er sich auf die Fachsimpelei mit Bruce. Auch Kirk ist von Chan angetan und lädt ihn auf eine kleine aber feine Abendgesellschaft ein. Dort herrscht ein großes Kommen und Gehen, was fatal ist, als Sir Frederic, der Ehrengast, mit einer Kugel im Schädel aufgefunden wird.

Alle Gäste sind verdächtig. Die Polizei ist ratlos. Eher widerwillig schaltet sich Chan in die Untersuchung ein. Bruce hatte ihm kurz vor seinem Ende erzählt, dass er sich nicht gänzlich zurückgezogen habe. Da gab es Fälle, die er nie klären konnte und um die er sich nach der Pensionierung kümmerte, um endlich „hinter jenen Vorhang zu schauen“, der das Rätsel verbarg. Aktuell beschäftigte ihn das rätselhafte Verschwinden der jungen Eva Durand in einer indischen Grenzstadt. Bruce war auf eine neue Spur gestoßen, wie er – Chan ist es nicht entgangen – angedeutet und damit eine Falle gestellt hatte.

Nun hat er sich selbst gefangen. Wer hat ihn ermordet? Was hat sein Tod mit einem Kriminalfall zu tun, der sich eine halbe Welt entfernt ereignete? Welche Rolle spielen die chinesischen Pantöffelchen, die dem toten Bruce gestohlen wurden? Charlie Chan kann nicht widerstehen. Er ‚berät‘ den überforderten Captain Franklin und kommt schließlich einer Frau mit vielen Namen und einer alten aber längst nicht abgeschlossenen Kriminaltragödie auf die Spur …

Rätsel und Hochspannung – stilvoll

Ein Mann mit einem Geheimnis wird umgebracht; es muss ein Mitglied der Gesellschaft gewesen sein, mit der er seine letzte Party gefeiert hat. Ein Mord im von innen geschlossenen Raum ist es außerdem und damit die klassische Ausgangssituation für einen „Whodunit“ aus der „Goldenen Ära“ des Detektivromans vor dem Zweiten Weltkrieg. Earl Derr Biggers holt aus den üblichen Elementen geradezu generalstabsmäßig heraus, was die Jagd nach dem Täter spannend verzögert.

Sir Fredric Bruce ist einem außerordentlich verwickelten Verbrechen auf der Spur gewesen. Je länger Charlie Chan und die Polizei ermitteln, desto verblüffter müssen sie feststellen, dass Bruce überall auf der Welt verschwundenen Frauen nachgeforscht hat. Die Gäste jener verhängnisvollen Party sind sämtlich in solche Fälle verwickelt.

Es kommt sogar noch besser: In den meisten Fällen scheinen die verschwundenen Damen identisch zu sein, und diese im buchstäblichen Sinn multiple Persönlichkeit ist ebenfalls am Ort der Untat aufgetaucht. Langer Rede kurzer Sinn: Biggers gelingt in „Hinter jenem Vorhang“ ein faszinierender Plot, dessen Auflösung man gespannt entgegensieht.

Diese ist selbstverständlich ebenfalls klassisch: Alle Verdächtigen werden von Charlie Chan an einem Ort versammelt. Dann konfrontiert er die Anwesenden mit dem minuziös rekonstruierten Tatablauf und den Hintergründen der Bluttat. Der Höhepunkt dieses großen Finales besteht in der Demaskierung des bisher vom Leser hoffentlich nie verdächtigten Mörders, der daraufhin gern eine Waffe zieht und die Gruppe bedroht, während er (oder sie) noch offene Fragen zur Tat beantwortet, um anschließend Selbstmord zu begehen oder überwältigt zu werden.

Cover der dt. Ausgabe von 1949

Klarer Blick durch schräge Augen

Charlie Chan ist eine im Detektivroman nicht unbedingt singuläre Gestalt: ein ‚exotischer‘ Ermittler, der nicht nur begabt, sondern von ungewöhnlicher Herkunft ist und der seinem Job auf sehr individuelle Art nachgeht. So etwas fesselt, wird es richtig gemacht, die Leser stärker an die Figur, weil diese sich leichter einprägt.

Chan ist Chinese (eigentlich US-Amerikanischer chinesischer Abstammung, aber diesen feinen Unterschied scheint nicht einmal er selbst wichtig zu finden), d. h. ‚typischer‘ Repräsentant des geheimnisvollen Orients mit seinen sehr auf ihr „Gesicht“ bedachten, in den Augen des Auslands undurchschaubaren Bewohnern.

Als naturalisierter Amerikaner steht Chan seinem Geburtsland China noch sehr nahe. Er spricht die ‚neue‘ Sprache gut, aber auf angeblich ‚chinesische‘ Art, was –  so will es das Klischee – den reichlichen Einsatz blumiger Aphorismen bedeutet. Seine unzähligen Sinnsprüche haben Charlie Chan mindestens ebenso berühmt gemacht wie seine kriminalistischen Fähigkeiten (oder seine stetig wachsende Kinderschar). Aber Autor Biggers lässt nie einen Zweifel daran, dass Chan mehr ist als ein maskenhaft lächelnder Asiate. Stattdessen schildert er einen Mann, der scharf beobachtet, nachdenkt, prüft und durchaus energisch seine Kollegen zu lenken weiß. Deshalb genießt er Ansehen, geht beim ‚weißen‘ Establishment ganz selbstverständlich ein und aus und bleibt verschont von rassistischen Anfeindungen. Wenn sich eine Figur über Chan, den „Chinesen“ mokiert, ist dies immer ein Schurke oder ein Dummkopf. Angesichts der Entstehungszeit der Charlie-Chan-Romane ist dies bemerkenswert.

Frauen klug und Polizisten hilflos

Dass Earl Biggers immer für eine Überraschung gut ist, verrät die Figur der Assistentin des Bezirksstaatsanwalts. Eine Frau in wichtiger Funktion, d. h. keine Tippse oder Kaffeekocherin, sondern eine gestandene Juristin: Das ist ganz und gar keine Selbstverständlichkeit in einem Kriminalroman des Jahres 1928. June Morrow arbeitet mit der Polizei und Charlie Chan aktiv an der Lösung des Mordfalls Bruce. Zwar wird ihre Tätigkeit mit dem Hinweis auf ihr Geschlecht gern und ausführlich in Zweifel gezogen (und durch die Heirat mit einem schmucken jungen Millionär im Finale durch die für eine Frau ziemlichere Mutterrolle ersetzt), aber Miss Morrow ist definitiv eine weibliche Hauptfigur.

Die Polizei kommt wie so oft im klassischen Detektivroman eher schlecht weg: Captain Franklin sieht in der Regel den Wald vor lauter Bäumen nicht; ihm bleibt auch verborgen, dass ihn Charlie Chan ständig durch hintergründige aber sehr sarkastische Aphorismen durch den Kakao zieht. Karikierend wirkt auch Franklins Obsession, jegliche Zeitgenossen, die sich irgendwie ‚verdächtig‘ machen, umgehend verhaften zu lassen.

Von dem aus allen geschilderten Elementen entstehenden Spiel konnte das Krimi-Publikum niemals genug bekommen. Nicht alle Charlie-Chan-Romane sind gelungen, aber mit diesem hat Earl Derr Biggers großartige Arbeit geleistet und das Genre dauerhaft bereichert.

Frühe US-Ausgabe mit den Hauptdarstellern des Films zum Buch

Autor

Geboren wurde Earl Derr Biggers 1884 in Warren, US-Staat Ohio. Einem Studium in Harvard folgte eine erfolgreiche Karriere als Humorist und Kritiker für den „Boston Traveler“. 1911 veröffentlichte Biggers seinen ersten Roman, heiratete, zog nach New York City, verfasste eine erste Theaterkomödie, setzte seine Karriere als Humorist fort und begann eine neue als gefeierter, überaus produktiver Bühnenautor. 1919 brach er auf zu neuen Ufern: Mr. Biggers ging nach Hollywood, wo man einen Mann mit seinen Talenten durchaus zu würdigen wusste.

Biggers wurde auf das Genre Kriminalroman aufmerksam und beschloss, auch hier sein Glück zu versuchen. 1919 hatte er während eines Urlaub in Honolulu über einen hier tätigen chinesischen Kriminalbeamten namens Chang Apana gelesen. Trotzdem dauerte es noch sechs Jahre, bis Biggers, durchaus direkt auf den Zeitgeist zielend, der exotische Helden schätzte, die Figur des Charlie Chan schuf, eines trügerisch sanften aber klugen bzw. mit der sprichwörtlichen Weisheit des Orients gesegneten Polizisten. Der Humorist Biggers scheint in den zahllosen Aphorismen durch, die dieser seinem Helden in den Mund legt; heute erscheinen sie freilich oft albern und abgeschmackt.

Was uns zur unschönen Frage trägt, ob denn die Charlie Chan-Romane aus politisch korrekter Sicht nicht als bodenloser Sumpf rassistischer Stereotypen zu verdammen sind. Hier muss man wiederum zwischen Film und Buch scheiden, denn den Schwarzen Peter behält Hollywood. Earl Derr Biggers hat sich im Rahmen des zeitgenössischen Weltbilds durchaus weit aus dem Fenster gelehnt. “Hinter jenem Vorhang” zeigt sehr deutlich einen Charlie Chan, der ungeachtet aller skurrilen Züge ganz sicher nicht als Menschen zweiter Klasse oder Vorzeige-Exoten abgewertet wird. Statt dessen streut Biggers immer wieder Momente ein, die Chan ist bei aller Zurückhaltung sehr wohl als selbstbewussten, von seinen Fähigkeiten eingenommenen Charakter zeigen, der als solcher von seinen denkenden Mitmenschen auch wahrgenommen und respektiert wird.

Zu Lebzeiten Earl Derr Biggers war den Charlie Chan-Romanen nur bescheidener Erfolg beschieden. Tragisch starb der Verfasser schon 1933 an einem Herzinfarkt. Zwischen 1931 und 1948 entstanden 47 Kinofilme mit Chan-Darstellern wie Warner Oland, Sidney Toler und Roland Winters, die sich noch heute trotz der billigen Machart (sowie diverser hässlicher Rassismen) mit großem Vergnügen anschauen lassen. („Behind That Curtain“ wurde bereits 1929 und schon als Tonfilm inszeniert; E. L. Park spielte Charlie Chan.) Mit dem ‚echten‘ Charlie Chan haben diese Streifen freilich nur wenig zu tun. Überhaupt gibt es nur sechs Original-Romane, die Earl Derr Biggers zwischen 1925 und 1932 verfasste.

Der chinesische Meisterdetektiv ist Objekt der Verehrung auf zahlreichen Websites. Zu den informationsreichsten und schönsten gehört zweifelsohne diese.

Titel bei Booklooker.de (Goldmann-Ausgabe)

Titel bei Amazon.de (Goldmann-Ausgabe)
Titel bei Amazon.de (Heyne-Ausgabe)

Die Charlie-Chan-Romane von Earl Derr Biggers:

(1925) Das Haus ohne Schlüssel (The House without a Key)
(1926) Der Chinesenpapagei/Charlie Chan und der chinesische Papagei/Der chinesische Papagei (The Chinese Parrot)
(1928) Hinter jenem Vorhang/Charlie Chan und die verschwundenen Damen (Behind That Curtain)
(1929) Charlie Chan und das schwarze Kamel (The Black Camel)
(1930) Charlie Chan macht weiter (Charlie Chan Carries on)
(1932) Der Hüter der Schlüssel/Charlie Chan vor verschlossenen Türen (Keeper of the Keys)

[md]

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Darth Maul – Der dunkle Jäger

Erstellt von Werner Karl am Mittwoch 25. Januar 2012

Windham, Ryder
Star Wars: Darth Maul – Der dunkle Jäger

(sfbentry)
Panini Books, 1.Auflage Januar 2012
ISBN 978-3-8332-2449-2
Roman, Science Fiction
Taschenbuch, 202 Seiten
Übersetzer: Doninik Kuhn
Lektorat: Carmen Jonas, Uwe Raum-Deinzer
Cover art: Mike Butkus

www.paninicomice.de
www.starwars.com

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Es gibt ja viele faszinierende Figuren in der fantastischen Literatur und es wäre müßig, sie hier alle aufzuzählen (übrigens ein tolles Thema für eine Dissertation oder gibt es diese Diss etwa schon?). Aus der jüngeren Filmgeschichte und Science-Fiction geht da natürlich kein Weg an dem Bösen schlechthin vorbei: an dem Sith-Lord Darth Maul aus der Reihe Star Wars.

Wie wir Fans – und sicher auch viele Andere mittlerweile wissen – herrscht im Star-Wars-Universum die allgegenwärtige Macht; sei es die helle/gute Seite verkörpert durch den Jedi-Orden oder seine Gegenspieler die Sith, personifiziert in jeweils einem Meister und einem Schüler. Bevor der Kanzler Palpatine – in Wahrheit Sith-Meister Darth Sidious, später der Imperator – seinen berühmteren Schüler Darth Vader (Annakin Skywalker) an seiner Seite hatte, hatte er schon einen anderen Schüler: eben o. g. Darth Maul.

In einem fulminanten Dreikampf erlebten wir diesen Darth Maul sein zweischneidiges Laserschwert gegen die Jedi-Ritter Qui-Gon Jin und Obi-Wan Kenobi schwingen … und ihn sterben. Wirklich? Er wurde mit einem Laserschwert von Obi-Wan Kenobi mitten durch die Hüfte geschnitten und stürzte in einen abgrundtiefen Schacht. Das kann kein Mensch überleben. Der Böse ist tot, die Guten haben überlebt.

Aber Darth Maul war kein Mensch und erst recht kein normaler Mensch. Er hatte die Macht der Dunklen Seite … und er benutzte sie, um zu überleben!

Mehr möchte ich hier zur Story nicht verraten, aber die Fans werden sich um diesen Titel reißen, da bin ich mir sicher. Wir erleben die früheste Kindheit, die Jugend und die gnadenlose Ausbildung des kleinen Jungen Maul. Wir erleben seinen Werdegang von einem gesunden Wesen zu einer mordlüsternen Bestie. Und am Ende mag es sogar Leser geben, die Mitleid in sich finden werden, für den dunklen Jäger. Schade nur, dass dieser Roman nur 200 Seiten hatte. Aber die Wege der Macht können vielseitig sein … und die der Dunklen Seite erst recht.

Copyright © 2012 by Werner Karl

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

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Der Schrei des Lipizzaners

Erstellt von Werner Karl am Mittwoch 25. Januar 2012

Isabella Trummer
Der Schrei des Lipizzaners
Inspektor Kammerlanders Vierter Fall

Molden Verlag
ISBN  978-3-85485-296-4
Krimi
Erscheinungsjahr: 2011
Umfang 312 Seiten
Hardcover

http://moldenverlag.styriabooks.at/
http://www.i-trummer.com/trummer/projekt01/index.php

Titel erhältlich bei buch24.de
Titel erhältlich bei booklooker.de

Zum Autor:

geb. 1958 in Maria Lankowitz. Ausbildung zur Hauptschullehrerin in Graz. Unterrichtet als Diplompädagogin Englisch und Bildnerische Erziehung. Ausbildung zur Bildungs- und Schülerbe­raterin. Lebt in der Weststeiermark. Inspektor-Kammerlander-Krimis: „Unter der Oberfläche“, 2004, „Das dunkle Ende des Traums“, 2006, „Das Grab“, 2008.
(Quelle: Verlag)

Zum Buch:

In der beschaulichen Steiermark geht der Pferderipper um und macht auch nicht vor dem traditionsreichen Lipizzaner-Edelgestüt halt, wo unter Anderem auch die berühmten Lipizzaner für die Spanische Hofreitschule gezüchtet werden. Pferden werden in der ganzen Gegend üble Verletzungen beigebracht. Und da es nun einmal in seinen Zuständigkeitsbereich fällt, bekommt Inspektor Kammerländer diesen Fall auch auf seinen Schreibtisch.

Doch dann wird eine Leiche gefunden, bzw. einer alten Dame wird von einer Katze, eigentlich eine Streunerin, die es sich bei der Rentnerin ab und zu gut gehen lässt und ihr dafür schon mal eine Maus “schenkt”, ein Finger vorgelegt. Die Leiche wird gefunden und es stellt sich heraus, dass es sich um einen aidskranken Fotografen und Werbegrafiker aus dem Ort handelt.

Und dieser hat unter Anderem auch für das Gestüt gearbeitet. Kammerlander lässt nicht locker und versucht, trotzdem die Gestütsbetreiber sich massiv dagegen wehren, eine Verbindung aufzudecken und es gelingt ihm. Auch wenn ein Schreiberling der lokalen Presse auf findigen, unehrenhaften Wegen sich Insiderwissen verschafft und so die Ermittlungen massiv erschwert.

Doch eine unscheinbare Fotografie führt auf die Spur der wahren Hintergründe…

Fazit:

Man mag glauben, ein österreichischer Krimi im Pferdemilieu, das ist nur was für Fans entweder des Landes oder der Materie. Weit gefehlt. Isabella Trummer versteht es, virtuos mit Worten eine so spannungsgeladene Athmosphäre zu schaffen, mit abrupten Schnitten den Leser von Klippen stürzen zu lassen, dass man teilweise wirklich vergisst zu atmen. Zumindest ist es mir so ergangen.

Es war eine Freude, mitzuraten, wer denn nun ein Interesse daran haben könnte, einen sowieso schon todkranken Mann umzubringen, es wurden einem ja auch genügt Verdächtige oder sich verdächtig benehmende präsentiert und dann auch das Interesse an dem Pferderipping.

Man fragt sich auch, wer der Briefeschreiber an seinen “Vater” sein mag. Die Briefe werden immer wieder eingestreut, es ist von 10 Tagen die Rede, die ab einem bestimmten Zeitpunkt laufen. Das trägt dann noch zur Spannungssteigerung bei.

Und dann ist da die wirklich sehr sympathische Figur des Inspektor Kammerlander. Ein wenig schrullig, liebenswert aus meiner Warte, aber überaus clever. Und er hat ein Team aus einfachen Gemütern und Frauenhelden, wie es sich gehört, ein Querschnitt durch die Gesellschaft quasi. Und diese ganz unterschiedlichen Charaktere funktionieren so gut miteinander, dass am Schluss der Leser verblüfft ist, über die Art und Weise der Lösung und den Täter.

Für mich macht dieses Buch ein echtes Krimihighlight aus und ich finde, man könnte Isabella Trummer ruhig mehr Beachtung schenken neben all den etablierten Krimiautoren. Mir hat sie mehrere schöne, spannende Lesestunden beschert mit etlichen Aha-Effekten und einem Haufen Spannung.

Copyright © 2012 by Sabine Kettschau

Titel erhältlich bei buch24.de
Titel erhältlich bei booklooker.de

Inspektor-Kammerlander-Krimis:
Unter der Oberfläche (2004)  978-3-701-17674-8
Das dunkle Ende des Traums (2006) 978-3-701-17541-3
Das Grab (2008) 978-3-701-17630-4

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Spider-Man: Ein besonderer Augenblick

Erstellt von Werner Karl am Dienstag 24. Januar 2012

Joe Quesada
Spider-Man: Ein besonderer Augenblick

Amazing Spider-Man 638 – 641, Marvel, USA, 2010
Panini Comics, Stuttgart, 08/2011
PB, Comic
Superhelden, SF, Mystery, Action
ISBN 978-3-86201-232-9
Aus dem Amerikanischen von Michael Strittmatter
Titelillustration von Paolo Rivera
Zeichnungen von Paolo Rivera, Joe Quesada, Danny Miki, Richard Isanove

www.paninicomics.de
www.joequesada.com/
www.paolorivera.com/
http://koimando.deviantart.com/
www.myspace.com/risanove

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Nach dem Tod von Gwen Stacy, der großen Liebe von Peter Parker alias Spider-Man, einigen vorübergehenden Beziehungen (u. a. mit Felicia Hardy alias Black Cat) und reichlichem Hin und Her wurde aus ihm und Mary Jane Watson ein Paar. Sie haben sogar geheiratet und bekamen ein Kind, das jedoch entführt wurde (Mayday Parker erhielt mit „Spider-Girl“ eine eigene Serie, die in einer alternativen Zukunft angesiedelt ist). Der vermeintliche Tod MJs und ihre überraschende Rückkehr änderten vieles für das junge Paar, das schließlich durch Peters Demaskierung und ein Attentat in eine noch größere Krise trudelte. Um das Leben von Tante May zu retten, beschlossen beide, auf ihre Liebe zu verzichten, und gingen einen Handel mit Mephisto ein.

Seither ist nichts mehr, wie es einmal war. Peter und MJ gehen getrennte Wege, die sie jedoch nach einer Weile wieder zusammenführten. Aber gibt es eine zweite Chance für ihre Liebe? Zumal ein Zauber die Bevölkerung jene verhängnisvolle Demaskierung vergessen ließ – MJ ausgenommen, was sich vielleicht als Fehler herausstellt. Joe Quesada fasst in „Spider-Man: Ein besonderer Augenblick“ in vier Teilen die wesentlichen Ereignisse der ganzen Tragödie zusammen und beantwortet einige offene Fragen. Eingebettet in eine Rahmenhandlung, in der sich Peter und MJ erinnern und aussprechen, sind Original-Zeichnungen aus den früheren Heften. Das verleiht der Erzählung einerseits einen ganz eigentümlichen Reiz, aber auf der anderen Seite wirkt die Story zu sehr zusammengesetzt und inhomogen.

Die Geschichte selber bietet eine Mischung aus Action, Drama und Romantik, konzentriert sich jedoch auf die Charaktere, ihre Motive und Gefühle. Wie so oft steht Spider-Man zwischen Peter und einer glücklichen Zukunft. Durch ihn geraten die Menschen, die ihm sehr viel bedeuten, in Gefahr. Darf er das riskieren? Und kann es MJ trotz des Wissens, wer Peters Alter Ego ist, an seiner Seite aushalten?

Nicht jede Entscheidung ist endgültig, schon gar nicht in einem Comic. Die aktuelle Entwicklung erlaubt es den Autoren und Zeichnern, neue Möglichkeiten auszuprobieren und den Leser zu überraschen. Für „Spider-Man“-Fans und Sammler ist das Paperback ein must have. Wer sich nur gelegentlich einzelne Bände herauspickt und bloß oberflächlich mit der komplexen Geschichte des Titelhelden vertraut ist, wird es bei dieser Lektüre schwer haben, da sie voller Anspielungen steckt, zahlreiche Figuren auftreten und ständig zwischen Gegenwart und Vergangenheit hin und her gesprungen wird. Will man als Neuling in die Serie einsteigen, ist das vorliegende Paperback, das Vergangenes aufarbeitet und quasi einen ‚Neustart„ in Aussicht stellt, jedoch gut geeignet.

Copyright © 2011 by Irene Salzmann (IS)

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Die Wiedergeburt der Kriegerin

Erstellt von Werner Karl am Dienstag 24. Januar 2012

Brian Reed
Die Wiedergeburt der Kriegerin
Red Sonja – Die Teufelin mit dem Schwert 7

Red Sonja – She Devil with a Sword 35 – 40, Dynamite Entertainment, USA, 2008
Nach den Erzählungen von R. E. Howard
Panini Comics, Stuttgart, 05/2011
PB mit Klappbroschur, vollfarbige Graphic Novel im Comicformat auf Kunstdruckpapier
Fantasy
ISBN 978-3-86201-058-5
Aus dem Amerikanischen von Bernd Kronsbein
Titelbild von Mel Ruby
Zeichnungen von Walter Geovani

www.paninicomics.de
www.redsonja.com/
www.savagebreakfast.com/
www.klebs.com.br/estudio/vinicios.htm
http://lambiek.net/artists/m/marcos_pablo.htm
www.paulrenad.com/

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Red Sonja opferte sich im Kampf gegen Kulan Gath und rettete so die Welt. Allerdings erlauben ihr die Götter nicht, tot zu bleiben. Als Sonja, die Gemahlin des Fürsten Daniel Dorn, wird sie wiedergeboren, besitzt jedoch keine Erinnerung an ihre Vergangenheit. Der Streit um Land mit dem Nachbarfürsten führt zu einer Tragödie: Gedungene Piraten ermorden Sonjas Liebsten und werfen die sterbende junge Frau über Bord. Erneut schlägt sie dem Schicksal ein Schnippchen und wird von Oisin, inzwischen ein alter Mann, der einst einen gefährlichen Pakt einging, gefunden und zur Kämpferin ausgebildet. Als sie die Gelegenheit erhält, Rache an den Mördern ihres Mannes und der Dorfbewohner zu nehmen, erwacht die Seele der Kriegerin …

Red Sonja ist gestorben, musste sich den Geistern jener, die durch ihre Hand fielen, stellen und wurde wiedergeboren. In ihrer Reinkarnation ist sie eine glücklich verheiratete Frau, die über das Anwesen ihres Mannes wacht, während dieser nach der mysteriösen Blutdynastie forscht. Sie muss erst schreckliches Leid erfahren, bevor sie zu der Kriegerin wird, die sie einst war. Oisin, dem sie mit einem gewissen Misstrauen begegnet, weiß mehr, als er ihr verrät, doch sie selber ahnt zunehmend, was ihre Bestimmung ist.

In sechs Episoden wird von kurzem Glück und einer Tragödie erzählt, von einem Konflikt, der weit tiefer reicht und nicht nur ein Stück Land betrifft, von Verrat und Rache – und der Rückkehr von Red Sonja. Ein neuer Feind wird eingeführt und durch die Suche nach der Blutdynastie, die die Titelheldin vor ihrem Widersacher finden will, eine neue Queste eingeleitet. Dabei steht Red Sonja ihr alter Freund Oisin, der offenbar ein großes Geheimnis hütet, als Mentor zur Seite. Die Erweckung der Heldin und das Glück, das sie bei der Realisierung ihrer Pläne hat, mag manchmal etwas konstruiert wirken, aber so leicht ist es nun mal auch in einem Comic nicht, Verstorbene auf glaubwürdige Weise zurückzuholen. Man wird sich über diesen Punkt jedoch nicht weiter Gedanken machen, sobald das neue Abenteuer läuft und Red Sonja wieder ganz die alte ist. Die Geschichte wurde sehr gefällig von Newcomer Walter Geovani gezeichnet. Eine Cover-Galerie mit ansprechenden Pin-Ups rundet gelungen ab.

Hat man ein Faible für schöne Frauen und Fantasy, kommt man an „Red Sonja“ nicht vorbei. Die Serie bietet alles, was man sich wünscht: spannende und tragische Abenteuer in einer phantastischen Welt, geheimnisvolle Krieger, finstere Gegner und vor allem farbenfrohe, realistisch-idealistische Illustrationen.

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Sommer der Nacht

Erstellt von Michael Drewniok am Montag 23. Januar 2012

Dan Simmons
Sommer der Nacht

(sfbentry)
Originaltitel: Summer of Night (New York : Putnam 1991)
Übersetzung: Joachim Körber
Deutsche Erstausgabe: 1992 (Wilhelm Heyne Verlag/Heyne Jumbo 41/36)
562 S.
ISBN-10: 3-453-05338-9
Als Taschenbuch: 1996 (Wilhelm Heyne Verlag/Allgemeine Reihe 01/9798)
766 S.
ISBN-10: 3-453-10825-6
Neuausgabe: Juli 2006 (Wilhelm Heyne Verlag/TB Nr. 56505)
797 S.
ISBN-13: 978-3-453-56505-0

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Das geschieht:

Elm Haven ist ein Städtchen im ländlichen US-Staat Illinois und die Welt noch in Ordnung in diesem Sommer des Jahres 1960; Sorgen macht sich der Durchschnitts-Amerikaner höchstens wegen der ruchlosen Kommunisten, doch Präsident Eisenhower wird sie schon in Schach und im fernen Russland halten. Ansonsten herrscht Ruhe im Land, Arbeit gibt es für jedermann, die Zukunft sieht  rosig aus, und die Schwarzen verharren bescheiden auf dem Platz, den ihnen der HERR, das Schicksal und der Ku-Klux-Klan zugewiesen haben.

Die Kinder von Elm Haven warten auf die Sommerferien. Die „Old Central School“ ist ein ungemütlicher und recht unheimlicher Ort, über den der seelenlose Rektor Roon, die alte Mrs. Doubbets und der halb verrückte Hausmeister Van Syke herrschen. Glücklicherweise wird die Schule nun geschlossen und soll bald abgerissen werden. Als ein Schüler spurlos in den Korridoren des Gebäudes verschwindet, wird der Vorfall vertuscht. Dieser Vorfall ist Auslöser einer langen Kette mysteriöser Ereignisse, die ausschließlich der „Fahrradpatrouille“, fünf verschworenen und aufmerksamen Freunden um den Sechstklässler Dale Stewart, aufzufallen scheinen. Zu ihnen gesellt sich Duane McBride, ein Genie im Körper eines Bauerntölpels, dem die „Patrouille“ wertvolles Hintergrundwissen über das Grauen verdankt, das sich hinter den Kulissen der Stadt zu verdichten beginnt.

Ausgerechnet Elm Haven ist die Brutstätte eines Bundes, der sechs Jahrhunderte zuvor im Rom der berüchtigten Borgia-Päpste seinen Anfang nahm und seinerseits nur die Fortsetzung eines Kultes ist, der den altägyptischen Totengott Osiris verehrt. Die Prominenz von Elm Haven gehört zu den Götzendienern, und die „Old Central School“ ist geheimes Hauptquartier und Tempel zugleich, an dem Osiris seit Jahrzehnten grausame Menschenopfer gebracht werden. Schlimmer noch: Nach vielen Jahren der Beschwörung steht die Rückkehr des Totengottes in diese Welt unmittelbar bevor!

Elm Haven ist der ideale Ort für dieses Ereignis, denn wer würde solchen Horror ausgerechnet hier für möglich halten? So stehen die Kinder allein in ihrem Kampf, der zunehmend verbissener wird, als die Osiris-Jünger bemerken, dass man ihnen auf die Schliche gekommen ist. Unter die menschlichen Handlanger mischen sich Zombies und andere Schreckensgestalten, die über die schockierten Einwohner herzufallen beginnen …

Perfektes Grauen, betrachtet durch Kinderaugen

Was klingt wie ein Opus aus der Feder des unermüdlichen Stephen King, ist tatsächlich dem Hirn seines nicht minder fleißigen Schriftsteller-Kollegen Dan Simmons entsprungen. Dieser gehört zu den interessantesten Gestaltern der modernen Unterhaltungsliteratur, denn es gibt kaum einen Autoren, der vielseitiger ist und sein Publikum mit immer neuen Geniestreichen zu überraschen weiß. Horror, Science Fiction, Historienkrimi, Thriller: Simmons springt nach Belieben und mit mit traumwandlerischer Sicherheit  zwischen den Genres.

„Sommer der Nacht“ gehört zu seinen herausragenden Werken. Es bietet sich an und ist richtig, ihn als den besten Stephen-King-Roman zu bezeichnen, den der Meister aus Maine nicht selbst geschrieben hat. Die Parallelen zu „It“ (1986, dt. „Es“) sind augenfällig, und geradezu dreist wildert Simmons in Kings ureigenem Revier, in dem der Horror bevorzugt US-amerikanische Bilderbuch-Kleinstädte heimsucht.

Als wirklich alles möglich schien

Simmons siedelt „Sommer der Nacht“ in jener Epoche zwischen II. Weltkrieg und Vietnam an, da sich die Welt denen, die am richtigen Fleck geboren waren, als wunderbarer, geordneter Ort voller Möglichkeiten darstellte, die Automobile mit jedem Modelljahr größer wurden, der Rock’n‘Roll den Gipfel jugendlicher Rebellion markierte und jeder Tellerwäscher zum Millionär werden konnte, wenn er sich nur ins System integrierte und ansonsten tüchtig, gottesfürchtig und weiß war.

Der Verfasser verwandelt Elm Haven in eine geradezu aggressiv heile Welt, wie sie der Maler Norman Rockwell (1894-1978) in seinen kitschigen, aber unerhört beliebten Gemälden in Szene setzte. Doch nachdem Simmons seinem Publikum beinahe schmerzhaft süßlich ein Amerika im Stande der Unschuld vor Augen geführt hat, beginnt er seinen heimeligen Mikrokosmos gekonnt zu demontieren.

Es ist fast gar nichts Gold, was glänzt

Lange bevor der übernatürliche Horror Elm Haven heimzusuchen beginnt, legt der Verfasser wie nebenbei und dadurch umso drastischer offen, wo es kracht im Getriebe der Kleinstadt-Idylle. Korruption, schlecht verhohlene Vorurteile und Rassismus, Selbst- und Ungerechtigkeit, verdrängte Not, borniertes Kastenwesen, Duckmäuserei, Schubladendenken; die Liste der großen und kleinen Bosheiten, die das Leben finster machen, will kein Ende nehmen.

Nicht einmal das höchste Heiligtum selbst ernannter Tugendwächter und -bolde wird geschont: Tatsächlich entpuppt sich die (amerikanische) Familie immer wieder als wahrer Hort des Horrors, mit dem selbst die untoten Horden des Osiris nicht mithalten können.

Mit entlarvender Leichtigkeit entwirft Simmons ein atmosphärisch unerhört dichtes Stimmungs- und Sittenbild einer Zeit, die eben doch nicht so golden war wie sie nachträglich gern verklärt wird. Auch ohne Tanz der Vampire ist dies unerhört spannend zu lesen. Tatsächlich wirkt die Mär vom finsteren Urzeit-Kult lange Zeit beinahe störend in der Geschichte dieses Sommers von 1960.

Horror ohne Wenn & Aber

Als es dann ernsthaft zu spuken beginnt, flicht Simmons das Übernatürliche allerdings meisterhaft in die Handlung ein. Ganz verhalten beginnt sich das Böse einzuschleichen, umkreist und umzingelt die „Fahrradpatrouille“ wie den Leser gleichermaßen, verstört durch Andeutungen und grausames Geschehen zwischen den Zeilen, gewinnt zunehmend an Tempo und schlägt schließlich in eine wahrlich ungeheuerliche Tour de force um. An drastischen Effekten wird jedenfalls nicht gespart; gesplattert nach Herzenslust, und das Jenseits spart nicht an grotesken Besuchern mit abstoßenden Angewohnheiten.

An diesem Punkt beginnen Simmons freilich die Zügel seiner Geschichte zu entgleiten. Nachdem das Böse seine Maske endlich fallen ließ, muss es bekämpft und ausgerottet werden. Hier kann der Verfasser seine Herkunft nicht länger verleugnen: Das Grauen wird US-typisch mit brachialer Gewalt und großkalibrigen Waffen angegangen. Weil die Protagonisten nach wie vor Kinder im Alter von etwa 11 Jahren sind, wirkt die Verwandlung in Miniatur-Rambos reichlich unrealistisch. Das ist schade, weil Simmons bis zu diesem Zeitpunkt seinen jugendlichen Figuren mit traumwandlerischer Sicherheit Profil und echtes Leben zu verleihen wusste. Diese Sünde bleibt jedoch lässlich; den nachhaltig positiven Eindruck der ersten 500 oder 600 Seiten kann die große Schlussabrechnung – mehr Spektakel als Finale – nicht wirklich zu Nichte machen.

Die Übersetzung übernahm Joachim Körber, der lange Jahre Stephen Kings Romane eindeutschte und dafür einige Kritikerschelte auf sich zog. Auch „Sommer der Nacht“ liest sich an einigen Stellen etwas seltsam: Zum Beispiel verliert ein „Ensign“ namens Pulver viel von seiner Rätselhaftigkeit, würde man ihn korrekt mit „Fähnrich Pulver“ (= Titel und Figur des Films „Mr. Roberts“ von 1955 – dt. „Keine Zeit für Heldentum“) übersetzen, und ein „Kick“ ist und bleibt ein schlichter Tritt. Trotzdem leistet Körber einmal mehr bessere Arbeit, als ihm gemeinhin zugebilligt wurde.

Simmons hat seine „Fahrradpatrouille“ übrigens im Blickfeld behalten. Nach dreißig Jahren kehren die Überlebenden nach Elm Haven zurück („A Winter Haunting“, 2002; dt. „Im Auge des Winters“), um dort zu entdecken, dass sie 1960 nicht so gründlich mit dem Grauen aufgeräumt haben wie gedacht.

Autor

Dan Simmons wurde 1948 in Peoria, Illinois, geboren. Er studierte Englisch und wurde 1971 Lehrer; diesen Beruf übte er 18 Jahre aus. In diesem Rahmen leitete er eine Schreibschule; noch heute ist er gern gesehener Gastdozent auf einschlägigen Workshops für Jugendliche und Erwachsene.

Als Schriftsteller ist Simmons seit 1982 tätig. Fünf Jahre später wurde er vom Amateur zum Profi – und zum zuverlässigen Lieferanten unterhaltsamer Pageturner. Simmons ist vielseitig, lässt sich in keine Schublade stecken, versucht sich immer wieder in neuen Genres, gewinnt dem Bekannten ungewöhnliche Seiten ab.

Über Leben und Werk von Dan Simmons informiert diese schön gestaltete Website.

[md]

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