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Archiv für Januar 31st, 2009

Fremder in einem fremden Land

Erstellt von Günther Lietz am 31. Januar 2009

Walter Simonson, Sandra Hope, Ludo Lullabi
Fremder in einem fremden Land

World of Warcraft Sonderband Band 1
PaniniComics Paperback
176 Seiten
ISBN 9783866076549
Erschienen: 11/2008

Eines der wohl bekanntesten Fantasyspiele ist das MMORPG (auch Onlinerollenspiel genannt) „World of Warcraft“. Für die Softwareschmiede Blizzard ist das Spiel wie eine Lizenz zum Gelddrucken. Und das Merchandise fürs Spiel umfasst alles, was das Spielerherz begehrt. Unter anderem auch Comics.

Bei PaniniComics erscheint alle zwei Monate die deutsche Ausgabe des „World of Warcraft“-Comics. In „Fremder in einem fremden Land“ wird der Auftakt der Reihe in einem Sammelband zusammengefasst.

Die Geschichte beginnt mit dem Gladiatorentrainer Rehgar. Einer seiner Schützlinge wird heimtückisch ermordet und nun ist der Ork Rehgar auf der Suche nach einem Ersatz für seine Mannschaft. Den findet er in einem Menschen, der er Krokifutter nennt. Krokifutter hat sein Gedächtnis verloren und so ist der Name passend. Wichtiger ist allerdings, dass der Mensch zwar keine Erinnerungen besitzt, aber unglaubliche Kampffähigkeiten besitzt.

Zusammen mit dem Nachtelfendruiden Broll Bärenpelz und der Blutelfin Valeera Sanguinar bildet Krokifutter eine neue Mannschaft. Schon bald erweist er sich als Held der Arena und wird von den Zuschauern Lo’Gosh – der Geisterwolf – getauft. Langsam kehren auch Krokifutters Erinnerungen zurück. Während Valeera verkauft und somit von ihren Kameraden getrennt wird, fliehen Broll und Krokifutter. Gemeinsam wollen sie die Rätsel ihrer Herkunft lösen. Beide haben keine Ahnung davon, dass ihnen ein Meuchelmörder auf den Fersen ist …

Die Geschichte ist fester Bestandteil des „Warcraft“-Universums. Bereits im Echtzeitstrategiespiel „Warcraft“ wurde der Hauptcharakter eingeführt und war für Jahre verschwunden. Für „World of Warcraft“ holen ihn die Designer aus dem Dunkel der Vergangenheit und bauen ihn im Rahmen des Add-ons „Wraith of the Lich King“ ins Spiel ein. Was nun genau zwischen den beiden Spielen geschah, was es mit dem Charakter auf sich hatte, genau darum dreht sich der Comic.

Dabei wird ordentlich geklotzt. Gestandene Kerle, wunderschöne Frauen, gefährliche Monster und hinterhältige Bösewichter sind Bestandteil der Geschichte. Auf fast jeder Seite wird gekämpft. Dabei werden die Helden schon mal angekratzt, bleiben aber stets siegreich. Sozusagen ein wahrer Heldencomic in Tradition der Spiele – in denen ist der Spieler ja auch stets der Held.

Ebenso wie die Handlug aus der Feder von Walter Simonson, folgen auch die Zeichnungen von Ludo Lullabi dem Stil „World of Warcraft“s. Es handelt sich dabei um einen bunten Comicstil, wie ihn auch gerne Superheldencomics benutzen. Dabei werden Proportionen auch mal überzeichnet. Das ist nun keineswegs schlecht.Im Gegenteil, das ist sehr gefällig. Denn mal ehrlich: Wo „World of Warcraft“ drauf steht, hat auch „World of Warcraft“ drin zu sein. Und das ist hier der Fall. Der Fan bekommt genau das Erwartete geboten. Die Farben können sich jedenfalls sehen lassen. Bunt und satt transportieren sie genau das richtige Gefühl mit den Bildern. Sehr wichtig ist vor allem die Tatsache, dass Szenarien und Orte aus „World of Warcraft“ vorkommen und für einen hohen Wiedererkennungswert sorgen.

Jedes der sieben im Sammelband enthaltenen Kapitel wird übrigens von zwei US-Covern verschiedener Künstler eingeläutet. Die Illustrationen sind zwar etwas klein geraten, aber dennoch ein Augenschmaus. Wer hinter die Kulissen blicken möchte, wird an den Interviews mit Simonson und Lullabi große Freude haben. Die Interviews machen sehr deutlich, wie unterschiedlich beide Männer an den Stoff herangegangen sind und ihre Arbeit an den Comics auffassen.

„Fremder in einem fremden Land“ ist spannende und gute gezeichnete Unterhaltung. Geradlinig wird ein Stück Geschichte aus dem „Warcraft“-Universum erzählt und gleichzeitig eine wichtige Lücke in der Spielhistorie gefüllt. Das macht richtig Laune. Dabei ist der Sammelband keineswegs eine Sache rein für Fans, sondern allgemein für Comicleser und Fantasyliebhaber ein gute Wahl. Vor allem die deutsche Übersetzung von Mick Schnelle – die sich vor allem an der deutschen Version des Computerspiels orientiert – kann sich sehen lassen. Eine runde Sache. (GL)

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World of Warcraft COMIC, Bd. 1: Fremder in einem fremden Land

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Kochen für Leib und Leben – 200 Rezepte gegen den Krebs

Erstellt von Günther Lietz am 31. Januar 2009

Louise Rivard
Kochen für Leib und Leben – 200 Rezepte gegen den Krebs

200 recettes anti-cancer, Kanada, 2006
vgs Verlag, Köln, dt. Erstausgabe: 8/2008
HC, Sachbuch, Essen & Trinken, Gesundheit, 978-3-8025-1764-8, 266/1995
Aus dem Französischen von Susanne Lück
Mit einem Vorwort von Prof. Hademar Bankhofer
Titelgestaltung von HildenDesign, München
Fotos von N. N.
www.vgs.de
www.louiserivard.com/
www.gesundheitswelten.com/bankhofer.asp
www.bankhofer-gesundheitstipps.de/
www.hildendesign.de

In den Medien häufen sich die Meldungen von Schadstoffen in den Lebensmitteln, von kranken Tieren und Gammelfleisch – was kann man eigentlich noch bedenkenlos essen? Und vor allem, was kann oder sollte man essen, um den Umweltgiften entgegenzuwirken und um Krankheiten wie Krebs vorzubeugen?

Basierend auf modernen Forschungsergebnissen stellte Louise Rivard ein Gesundheits-Kochbuch zusammen. Dabei geht es um Zutaten, die erwiesenermaßen Wirkstoffe beinhalten, die sich positiv auf das Befinden auswirken. Natürlich ersetzten ‚gesunde Speisen’ nicht den Gang zum Arzt und Medikamente, wenn man an etwas erkrankt ist, doch kann man durchaus etwas für sich selber tun, wenn man sich bewusster ernährt.

In der Einleitung werden verschiedene Gemüse, Früchte, Gewürze etc. und ihre Wirkung beschrieben – und im umfangreichen Rezeptteil kommen sie zur Anwendung in schmackhaften Gerichten.

Der Inhalt ist übersichtlich gegliedert in „Vorspeisen und Beilagen“, „Suppen“, „Salate“, „Geflügel“, „Fisch und Meeresfrüchte“, „Fleisch“, „Pasta und Quiches“, „Desserts“ und „Verschiedenes“.

In den einzelnen Rubriken findet man vertraute und weniger bekannte Rezepte. Viele Anregungen stammen aus der asiatischen Küche:

„Gefüllte Champignons“, „Blumenkohl mit Schweizer-Käse-Sauce“, „Lauchcreme-Suppe“, „Leichte Suppe mit Garnelen und Shiitake“, „Schichtsalat mit Zitrusfrüchten“, „Marinierter Tofu mit Rotkohl-Paprika-Salat“, „Maishähnchen mit Himbeersauce“, „Putenrouladen mit Gemüse und Thaisauce“, „Lachsfilet neumexikanische Art“, „Japanische Garnelen im Teigmantel“, „Wildfilet mit Cranberry-Tuiles“, „Geschmorte Schweinshaxe mit Mango“, „Linguini mit gefülltem Kalbsschnitzel“, „Basilikum-Quiche mit Schweizer Käse“, „Wellness-Sandwich mediterran“, „Frühlingsrollen mit Gemüse und Forellen“, „Rotwein-Birne mit Ricotta-Creme“, „Ahornsirup-Baiser mit Vanilleeis u. v. m.

Für jedes Rezept gibt es eine Zutatenliste, in der die gesunden Bestandteile besonders hervorgehoben wurden. Hinzu kommen eine nachvollziehbare Anleitung und zu fast allen Gerichten auch eine farbige kleine oder ganzseitige Abbildung. Ergänzt wird mit Produktinformationen und Extra-Tipps. Auch weniger geübte Köche werden keine Schwierigkeiten mit den Rezepten haben.

Besonders lecker ist der „Parmesan-Quiche mit getrockneten Tomaten“ für 4 – 5 Personen:

250 g Weizenvollkornmehl, 200 g Butter, ½ TL Salz und 75 ml Eiswasser zu einem Teig verkneten, in eine Quiche-Form geben und bei 175°C ca. 10 – 12 min vorbacken. Für den Belag 40 g klein geschnittene, getrocknete Tomaten 30 min in Wasser einweichen. 2 Knoblauchzehen in Scheiben schneiden und in etwas Öl leicht anrösten. 2 große Eier mit 250 ml Milch verquirlen. 50 g geriebenen Parmesankäse, Knoblauch und Tomaten unterheben, würzen mit Salz, Pfeffer und 1 Pr. Kurkuma. Mischung auf den Teig geben und bei 175°C den Quiche 30 – 35 min backen, bis die Masse gestockt ist. Dekorieren kann man den fertigen Quiche mit einigen Tomatenscheiben.

Anhand der Beispiele sieht man, dass die Rezepte nicht zu kompliziert oder übertrieben exotisch sind und jeder etwas nach seinem Geschmack finden kann. Wenn die eine oder andere Zutat schwer zu bekommen ist oder eher ungern gegessen wird, so kann man sie i. d. R. durch etwas Ähnliches ersetzen.

Sicher lassen sich viele von den Anregungen auch zu eigenen Kreationen inspirieren, zumal die gesunden Zutaten – Tomaten, rote Beeren, Zitrusfrüchte, Soja, Schokolade, grüner Tee usw. – vielseitig sind und sich beliebig kombinieren lassen.

„Kochen für Leib und Leben“ ist ein informatives Buch voller schmackhafter Rezeptideen, die man gerne nachkocht. (IS)

Bei Amazon.de
Kochen für Leib und Leben: 200 Rezepte gegen den Krebs. Mit einer Einführung von Prof. Hademar Bankhofer

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BEENDETES BÜCHERPREISRÄTSEL:
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www.buchrezicenter.de veranstaltete  in Zusammenarbeit mit dem obengenannten Verlag dieses Preisrätsel, bei dem wir drei Fragen zum Umfeld des Preistitels gestellt haben, die richtig beantwortet werden mussten.

Die jeweiligen Gewinne wurden anschliessend direkt an die angegebenen Adressen der Gewinner verschickt!

Wir danken dem obengenannten Verlag als Sponsor herzlich für die zur Verfügung gestellten Preisrätseltitel! Und bedanken uns auch bei unseren Mitspielern für Ihr reges Interesse!

Die Gewinner der Preisrätseltitel:

1. Sabine Köhn
2. Martin Kratz
3. Michael Heinrichs

Der Rechtsweg war wie immer ausgeschlossen!
* Telefongebühren des Anrufers gehen immer zu Lasten des Anrufers. Bitte informieren Sie sich über die ortsüblichen aktuellen Kosten bei Ihrem Telekommunikationsanbieter!
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Arme-Leute-Essen – heute Delikatessen

Erstellt von Günther Lietz am 31. Januar 2009

Annette Kalcher-Dähn & Herbert K. Kalcher
Arme-Leute-Essen – heute Delikatessen

Verlag J. Neumann-Neudamm, Melsungen, 2. Auflage: 2007, Originalauflage: 5/2006
HC, Sachbuch, Essen & Trinken, 978-3-7888-1069-6, 98/1495
Titelgestaltung von N. N.
Farbfotos von Paavo Blafield
Food, Zubereitung, Styling von Marcello Fabbri, Marco Herz/Frucht Express TS GmbH, Kindischleuba
Fotolocation: Hotel Elephant, Weimar
www.neumann-neudamm.de

Schon immer mussten die Hausfrauen in Notzeiten, um ihre Familien durchzubringen, auf das zurückgreifen, was ihnen die Natur in Hülle und Fülle bot oder was relativ preiswert eingekauft werden konnte. Nichts durfte verschwendet, möglichst alles musste verwertet und am besten noch gestreckt werden. Das war in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg nicht anders als in früheren Jahren. Als es den Menschen langsam wieder besser ging, verschwanden die Gerichte, denen das ‚Arme-Leute-Image’ anhaftete, und auch das Wissen um die Nutzung verschiedener Gemüse und anderer Zutaten ging verloren.

Jahrzehnte später hat man die verpönten Speisen wieder entdeckt. Zum einen schmeckten sie doch nicht so schlecht, und so mancher würde gern wieder essen, was einst von Mutter und Großmutter gekocht worden war. Zum anderen suchen die Köche nach neuen Gaumenfreuden, um die Gäste abwechslungsreich zu verwöhnen. Nicht vergessen sollte man einen dritten Aspekt: Durch die hohe Teuerungsrate gerade im Bereich der Lebensmittel wächst das Interesse an preiswerten Rezepten, die gleichzeitig schmackhaft und gesund sind.

Sehr interessant sind die Anmerkung der Autoren zu dieser Entwicklung, die eine Gegenüberstellung von Lohn/Preis in den Jahren 1950 und 1990 einschließen, und die Produktinformationen. Wer hätte gedacht, dass Fisch im Gegensatz zu Fleisch sogar erheblich teurer geworden ist in vierzig, nun bald sechzig Jahren?

Annette Kalcher-Dähn und Herbert K. Kalcher, die Autoren des vorliegenden Bandes, von denen bereits verschiedene Kochbücher erschienen sind, haben sich bemüht, viele ‚vergessene Gerichte’ von damals zu finden und in einer Form zu präsentieren, durch die sie im Rahmen den heutigen Begebenheiten leicht nachkochbar sind. Wünschenswert wären in diesem Zusammenhang mehr Hinweise gewesen, welche vorbereiteten Teile oder Convenience-Produkte alternativ verwendbar wären, wenn man nicht selber z. B. einen Fisch schuppen und ausnehmen oder Knochen auskochen möchte.

Der Rezept-Teil ist alphabetisch geordnet, wobei die Hauptgemüse und –zutaten, die Verwendung finden, besonders hervorgehoben wurden. Man kennt sie, manche erst wieder seit kurzem, andere schon lange, ohne dass man jedoch so recht wusste, was man mit ihnen anstellen soll: Bärlauch, Bohnen, Grünkohl, Mangold, Rote Bete, Rotkohl, Schwarzwurzel, Sellerie, Steckrüben, Stielmus, Weinbergschnecken, Wirsing, Zwiebel.

Was man für jedes Gericht benötigt, ist als Zutatenliste aufgeführt – man bekommt alles problemlos auf dem Markt oder in der Gemüseabteilung der gut sortierten Discounter. Hat man einen Garten, kann man auch versuchen, manches selbst zu ziehen. Es fällt auf, dass nur Zutaten verwendet werden, die man als ‚deutsch’ kennt. Exotische Gemüse und Gewürze oder sonstiger Schickschnack fehlen. Die Rezepte sind ursprünglich und einfach. Ergänzt wird mit einer nachvollziehbaren Koch- bzw. Backanleitung, oft auch mit einer Anmerkung zum Gericht oder einen Extra-Tipp und in den meisten Fällen mit einem farbigen Foto des fertigen Essens.

„Arme Ritter“, „Bohnensalat“, „Falscher Hase“, „Graupensuppe“, „Heringsstipp“, „Kalte Schnauze“, „Pumpernickel Quarkspeise“, „Rote Grütze“, „Schellfisch in Senfsoße“, „Schwarzwurzeln in Schinkensoße“, „Steckrübenbratlinge“, „Stielmus rustikal mit dicker Rippe“ sind nur einige Beispiele für Rezepte, die bei vielen gewiss Erinnerungen wecken oder die man gar nicht ‚vergessen’ hat – wie den heute noch immer beliebten „Zwiebelkuchen“, den man besonders gern zu Federweißer oder einem jungen Wein reicht:

Aus 250 g Mehl, 50 g Butter, 1/8 l Milch, 1 Ei und 1 P. Backpulver bereitet man einen Mürbeteig, den man auf ein rundes, gefettetes Backblech gibt. Für den Belag 150 g durchwachsenen Räucherspeck in Würfel schneiden, in 1 TL Butter kurz anbraten und aus der Pfanne nehmen. 1,5 kg Gemüsezwiebeln in Ringe schneiden, im Fett kurz dünsten und abkühlen lassen. ¼ l saure Sahne, 2 Eier, Salz, weißer Pfeffer und 1 TL Kümmel verrühren, zusammen mit dem Speck zu den Zwiebeln geben und alles auf dem Teig verteilen. Im vorgeheizten Ofen bei 200°C ca. eine Stunde ausbacken.

Anhand der Beispiele kann man erkennen, dass das „Arme-Leute-Essen“ durchaus abwechslungsreich und schmackhaft war und auch heute den Speisezettel wieder bereichern kann. Vor allem jene, die die gutbürgerliche Küche schätzen und sich nicht mit den Gerichten aus den Urlaubsländern oder den ‚gewollt anderen’ Rezepten aus der experimentellen Küche anfreunden können, werden hier viel finden, was ihnen zusagt.

Das Buch ist überdies liebevoll gestaltet mit einem Cover im Retro-Look, einem übersichtlichen, ansprechenden Layout und zahlreichen Farbfotos. Sucht man nach einem hübschen Geschenk und entscheidet sich für das „Arme-Leute-Essen“, sollte man am besten gleich zwei Exemplare des Buchs kaufen, denn eines möchte man bestimmt für sich selbst behalten. (IS)

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Arme-Leute-Essen – heute Delikatessen: Traditionelle Hausmannskost wird zur Delikatesse

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Wir danken dem obengenannten Verlag als Sponsor herzlich für die zur Verfügung gestellten Preisrätseltitel! Und bedanken uns auch bei unseren Mitspielern für Ihr reges Interesse!

Die Gewinner der Preisrätseltitel:

1. Tobias Schoormann
2. Annette Havemann
3. Thomas Roberts

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Das ganz normale Schulchaos – ein Elternratgeber

Erstellt von Günther Lietz am 31. Januar 2009

Ute Ruf
Das ganz normale Schulchaos – ein Elternratgeber

Haupt Verlag, Bern/CH, 1. Auflage: 8/2008
PB im Kleinformat, Sachbuch, Ratgeber, Pädagogik, , 208/1490
Umschlag- und inhaltliche Gestaltung von René Tschirren
Titelillustration von Regine Balmer
www.haupt.ch
www.autillus.ch/plattforms/Ruf_Ute.html

Vor allem Eltern, die zum ersten Mal der Einschulung eines Kindes entgegen sehen, sind oft besorgt, ob wohl alles klappen wird und die nächsten Jahre ohne große Probleme über die Bühne gehen werden. Wie viel darf oder soll man bei den Hausaufgaben und vor Klassenarbeiten helfen? Was tun, wenn ein Diktat mit ‚Ungenügend’ bewertet wird oder es Strafarbeiten gibt? Wie kann man eine gute Kommunikation mit den Lehrkräften aufbauen?

Auf diese und viele weitere Fragen will die Autorin Antworten geben – alphabetisch geordnet nach entsprechenden Stichworten, z. B. „Drogen“, „Elternabend“, Fremdsprachen“, „Problemkind“, „Zeugnis“. Dabei greift sie auf ihre Erfahrungen zurück, mehr auf die als Lehrerin, weniger auf jene als Mutter.

Ob die Erläuterungen hilfreich sind, das wird vermutlich jeder unterschiedlich bewerten. Gänzlich unerfahrene Eltern dürften dankbar für jeden Tipp sein und die Aussagen kaum hinterfragen; wer hingegen alles schon ein- oder mehrmals erlebte und das System durchschaut hat, sieht die Schule mit anderen Augen: Für den richtigen Umgang mit Kindern und Lehrern gibt es kein Patentrezept! Schüler und Pädagogen sind Individuen; was bei einem funktioniert, missfällt dem anderen.

Die Schule bestimmt das Familienleben, denn immer gibt es – im günstigen Fall – etwas zu erzählen, über Geschehnisse – im weniger günstigen Fall – zu klagen, den Tagesablauf und die Freizeitplanung – grundsätzlich – an schulischen Ereignissen auszurichten.

Das vorliegende Buch beschreibt die Schulsituation einseitig aus der Sicht der Lehrer. Die Autorin betrachtet sich weniger als Mutter denn als Lehrerin und ergreift Partei für ihre Kollegen. Das geht soweit, dass den Eltern untersagt wird, Kritik zu üben, während umgekehrt Eltern und Kinder alles klaglos zu schlucken haben. Es wird sogar gejammert über die ‚bösen Eltern’, die es wagen aufzumucken. Die unterschwellige Drohung, dass der Lehrer letztlich am längeren Hebel sitzt, schwingt mit.

Nebenbei werden zahlreiche Anekdoten erzählt – die Autorin schreibt auch Glossen für diverse Zeitungen -, bei denen peinliche Stilblüten aus Kindermund und kuriose Begebenheiten wiedergegeben werden. So empfindlich wie die Lehrer selber sind, gegenüber den Kindern, wenn diese in Fettnäpfchen tappen, wird kein Feingefühl gezeigt.

Das Buch hat Unterhaltungswert, wenn man den Humor von Sendungen wie „Versteckte Kamera“ mag, aber sachliche Informationen kann man ihm nicht entnehmen. Es wirbt für Verständnis für den Standpunkt der Lehrer und ihre Probleme – die Belange der Kinder scheinen zweitrangig. Man erfährt viel mehr aus Gesprächen mit anderen Eltern und aus Ratgebern, die um Neutralität bemüht sind. Die eigenen Erfahrungen bleiben einem dennoch nicht erspart.

Egal, wie viele Bücher dieser Art man gelesen hat oder wie viele Kinder man schon einschulte, mit jedem Schüler und jedem neuen Lehrer geht für Eltern das Sammeln von Erfahrungen wieder von vorne los… (IS)

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Das ganz normale Schulchaos: Ein Elternratgeber

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Die jeweiligen Gewinne wurden anschliessend direkt an die angegebenen Adressen der Gewinner verschickt!

Wir danken dem obengenannten Verlag als Sponsor herzlich für die zur Verfügung gestellten Preisrätseltitel! Und bedanken uns auch bei unseren Mitspielern für Ihr reges Interesse!

Die Gewinner der Preisrätseltitel:

1. Martina Höpfner
2. Manfred Gollmann
3. Louisa Beck

Der Rechtsweg war wie immer ausgeschlossen!
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Des Todes bleiche Kinder

Erstellt von Detlef Hedderich am 31. Januar 2009

verschiedene Autoren
Des Todes bleiche Kinder

Abendstern (37707)
208 Seiten
ISBN 3936377073

Nun endlich das erste Buch aus dem Parchimer Neu-Verlag, der sich dem phantastischen Metier widmet. Das ist ja keine Pflicht, und die anderen Bücher, die dort bisher erschienen, sind allemal interessant genug, aber nicht das, was der Leser erwartet.

Die Anthologie sprengt auch gleich den Rahmen, den der Verlag mit seinen anderen Publikationen vorgab: Das Buch ist umfangreicher, seitenstärker, und dann noch nicht mal so teuer.

Was zunächst auffällt, ist die große Anzahl der enthaltenen Stories: 43 sind’s, von 39 Autorinnen und Autoren. Klar, dass da einige Geschichten ziemlich knapp ausgefallen sind, den Rekord hält Torsten Rybka mit einer halben Seite für eine seiner beiden Stories.

Zum anderen fällt die große Anzahl (mir) unbekannter Namen auf, es scheinen tatsächlich sehr viele Neulinge hier ein Podium gefunden zu haben. Obwohl die unabhängige Small Press bei uns mittlerweile festen Fuß gefasst und den Rahmen der kopierten Fanzines seit langem gesprengt hat, so sind es aber immer wieder dieselben Namen, die auftauchen. Es schien fast, dass auch dieses Medium in eingefahrenen Gleisen fährt.

Daher möchte ich es dem Abendstern-Verlag sehr zu Gute halten, dass tatsächlich auch neuen Autoren eine Chance gegeben wird. Ein paar “alte Hasen” sind dennoch dabei…

Thema der Anthologie sind unheimliche Zeitgenossen, Leichenfresser, Zombies, Untote, Vampire, Geister. Die meisten Texte leben durch ihre Stimmung, zeichnen sich durch schwarze Romantik und die Sympathie für Randgruppen, -erscheinungen und Menschen jenseits des “Normalen” aus. Es gibt aber auch handfesten Horror.

Nicht alle Stories sind gut, kann man bei einer so großen Auswahl sicher auch nicht erwarten. Bei einigen, wie zum Beispiel von Tobias Bachmann, von dem bereits ein ganzer Band mit Erzählungen bei Abendstern angekündigt ist, erscheinen sie irgendwie gekürzt, lesen sich wie Exposés für längere Texte oder Romane. Im konkreten Fall wechselt der Autor während dieser kurzen Story die Erzählperspektive und schlägt ohnehin einen großen Bogen; es geht am Ende um die Rache eines verschrobenen Millionenerbens an den Kindern eines Dorfes.

Andere Stories sind gar keine, eher wirklich “nur” Stimmungsbilder. Wenn man sich darauf einlässt, kann man sie mit Gewinn lesen! Das für mich herausragende Beispiel stammt von Michael Borlik und ist betitelt mit “Der Garten der Toten”. Hier verunsichert eine schwarz umhüllte Gestalt den Protagonisten, der dann nicht mehr im Stande ist, zwischen Realität und Traum zu unterscheiden, am Ende aber erkennen muss, immer genau das Falsche gedacht zu haben.

Der Titel der Anthologie ist auch einer solchen Story entnommen: “Kybele” von Alisha Bionda, die mir recht gut gefallen hat. Frauen verfallen einer Mondsucht, einer urweltlichen Göttin, die sich immer wieder in parasitärer Weise einen neuen Wirtskörper sucht, am Ende gar den einer Polizistin, die mit der Aufklärung der rituellen Morde betraut war.

Ein wenig SF ist auch dabei: Kerstin Dirks: “Königin der Amazonen”. Ein Astronaut gerät auf eine fremde Welt und sieht sich angesichts paarungswilliger Amazonen zunächst in seinem Männlichkeits-Wahn und Macho-Gehabe bestätigt, muss dann aber erkennen, wer hier die wahren Herr(inn)en sind.

Ganz hervorragend gefallen hat mir wieder mal der Beitrag von Andreas Gruber. “Bourbon Street 23.00 Uhr” glänzt zunächst durch Originalität der Idee, weist dann aber auch einen (für meine Begriffe) sehr fein gezeichneten Background und gute Hintergrundrecherche auf und ist einfach großartig erzählt.

Ein lebensmüder Vampir heuert eine Truppe an, die ihn vom Dasein erlösen soll, so richtig mit Holzpflock und Silberkugeln. Der Vampir ist im Süden der USA alt geworden und hat so seine Probleme mit der schwarzen Bevölkerung. Dummerweise ist es gerade eine Schwarze, die in der Kneipe, wohin er sich seine Mörder bestellt hat, die durch ihre erotische Ausstrahlung ihn dazu bringt, doch lieber noch ein Weilchen auf Erden zu wandeln. Natürlich ist da ein Haken dabei, den ich nicht verraten will.

So richtige Ausfälle gab’s nur wenige, am meisten störte noch, dass einige Texte schlecht oder gar nicht korrekturgelesen wurden, was sie aber gebraucht hätten. Richtig aufgefallen ist es mir bei “Schattenwelt” von Ingrid B. Berlet. Hier stimmt die Grammatik einfach nicht, die Fälle wurden vertauscht, was beim Lesen regelrecht weh tat. Das hätte vermieden werden können. Dabei war die Geschichte nicht mal uninteressant; sie gehört zu der Rubrik “Stimmungsbilder” (wenn ich das mal so katalogisieren darf) und erzählt vom Fluch der Unsterblichkeit und Clanzwängen bei den Untoten.

Insgesamt bietet der Band sehr erfrischende und interessante Eindrücke in die schwarzen Gedankenwelten einer wohl doch recht umfangreichen jungen Autorengilde, die sich dem Unheimlichen und Makabren, der Weird Fiction verschrieben hat (sicher nicht ausschließlich).

In Zukunft sind weitere Anthologien im Abendstern-Verlag angekündigt; natürlich geht’s wieder in die Schwarzen Bereiche, demnächst wird z.B. ein Band dem Vampir-Mythos gewidmet, die Sammlung ist wohl abgeschlossen, jetzt geht’s an die Auswahl. (Thomas Hofmann)

Titel bei Amazon.de
Des Todes bleiche Kinder

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Galgenbett mit Arno Schmidt

Erstellt von Detlef Hedderich am 31. Januar 2009

Ernst Petz
Galgenbett mit Arno Schmidt

Aarachne (55048)
60 Seiten
ISBN 3852550483

Im Untertitel seines Buches stapelt Ernst Petz tief, denn hier drängelt sich nicht einfach eine Horde von Assoziationen – statt dessen erwarten den Leser eine Erzählung und sechs hervorragend geschriebene Essays: fünf zu Arno Schmidt bzw. dessen literarischen (Wieder-) Entdeckungen, einer zu Philipp K. Dick. Der Fan, der sich nun in sein SF-Ghetto einzuigeln gewohnt ist (und bisweilen – mit Recht, zu Unrecht – meint, die anderen ließen ihn da ja auch gar nicht raus), wird ein solches Buch wahrscheinlich zu ignorieren geneigt sein: auch 60 Seiten über Dick locken wohl kaum, denn Dick? wer liest schon Dick? Man erinnert sich eventuell an “Das Orakel vom Berge” und verweist vielleicht im Gespräch mit SF-Verächtern von der Mainstream-Seite lässig auf literarische Qualitäten (“Lies erst mal das, dann können wir weiter diskutieren!”) – aber ansonsten?? Menschen, die bewußt lesen, sind schon selten, dann existiert innerhalb dieser kleinen Gruppe die verschwindende Untergruppe derer, die das spezifische – und mit vielen auch unbegründeten Vorurteilen behaftete Genre Science Fiction interessiert… Schon die Zahl der möglichen Adressaten ist relativ klein, und auch da verweigern sich viele – kein leicht zu tragendes Schicksal für einen Autor, der mit seinem Werk etwas bewirken wollte: Nichts weniger als Nachdenklichkeit, Veränderung im persönlichen Kleinen als Vorstufe zu einer besseren Welt.

Anliegen und Qualität der Ideen und Weltentwürfe Dicks würden sich ein möglichst großes Publikum verdienen, aber für dieses vorhandene Massenpublikum existiert der Autor nur versteckt im Nachspann: Dem Zeitgeist entsprechend wurden genretypische Gesichter und der muskelbepackte Corpus, wurden die darstellerischen Zugpferde zum Kassenmagneten – nicht die schöpferische Gabe, nicht das phantastische Vermögen des Autors:

Harrison Ford als “Bladerunner”, Arnold Schwarzenegger als Douglas Quail in der “Totalen Erinnerung” sind Begriff geworden. Wer von den – von den großartig gemachten Filmen zurecht angetanen – Kinogängern kennt die Originale?

Danke für dieses Zitat, Ernst Petz (alles ab “Menschen, die…”). Ich habe es bewusst hier angeführt, um zu zeigen, worum es in diesem Essay und in diesem Buch auch geht: Der Autor denkt nach über das Verhältnis der Leser zur Literatur. Dabei erwarten einen spannende – ja! – Überlegungen zur Science Fiction, ihren Möglichkeiten, ihrer Wirkung; auch andere Autoren als Dick werden angesprochen. Der kleinen Minderheit in der Minderheit empfehle ich schon wegen dieser 60 Seiten das Buch bedenkenlos.

Doch ebenso geht es um die Verhältnisse der Autoren zu ihren Werken und den Werken anderer, und natürlich um Arno Schmidt (wer hat schon mal etwas von ihm gelesen?). Beeindruckend zu erleben, wie Petz Beziehungen zwischen den beiden Autoren herstellt, das SF-Element in Schmidts Werk hervorhebt und Lanze um Lanze für zwei Geistes- und Wirkungsgleiche bricht (wer innerhalb der Mainstream-Konsumenten liest schon Schmidt? Eine verschwindend kleine Minderheit in einer Minderheit …). Man merkt dem Autor Feuer, Begeisterung für seine Themen an – und er legt garantiert keinen Wert auf political correctness. Ernst Petz erweist sich hier – wieder einmal – als höchst politischer Autor, der von Elfenbeintürmen nichts, aber auch gar nichts hält (es sei denn, er mag die “Unendliche Geschichte”). Er geht – getreu Schmidt und Dick – mit Institutionen wie repräsentativer Demokratie, freier Marktwirtschaft, Kirche (zumal katholischer) hart und bissig ins Gericht; man lese nur seinen “Vorschlag zu einer Wahlrechtsreform” auf S. 64, der das “Problem” der Nichtwähler löst und meine Frau und mich in seltener politischer Einmütigkeit zurückließ (was in den letzten zehn Jahren eine fast vernachlässigbar geringe Zahl politischer Texte bewirkt konnte).

Na ja, und dann: Arno Schmidt. Ich will es einmal auf zwei Sätze bringen. Mein Verhältnis zu Schmidts Werk ist durchaus gespalten. Punkt. Aber ich habe jetzt wieder richtig Lust bekommen, ihn zu lesen! Ausrufezeichen. Da bleibt mir wohl auch noch einiges nachzuholen, denn so üppig gesegnet waren die Buchläden meiner Jugend mit Schmidt nicht (die reclam Leipzig-Edition kursierte unterm Ladentisch und als Geheimtipp, ich hörte erst mit neunzehn von einem unwahrscheinlich belesenen Freund, dass ein Arno Schmidt existiere und sogar ein ausgezeichneter, ja der beste deutsche Schriftsteller sei; ich habe nie einen Deutschlehrer nach ihm fragen können wie der (1954) 16-jährige Jörg Drews, der dem Band ein ebenso deftiges wie vergnügliches Nachwort hinzufügte. Was – ich meine den Deutschlehrer zu fragen – allerdings nicht unbedingt ein Verlust sein muss – siehe eben dieses Nachwort.

Bliebe zu erwähnen der erste Text, die Titelgeschichte: darin erweist sich Ernst Petz auch als einer, der Schmidts Stil einiges abgewinnen kann, ohne ihn zu kopieren, und beeindruckt – wie im ganzen Buch – durch seine Fähigkeit zum Sprachspiel, wenngleich diese in den Essays etwas an der Kette liegt, was Gegenstand und Darstellungsart geschuldet ist. Alles in allem habe ich gern im Galgenbett mit Arno Schmidt geles/gen und hatte sicherlich, da – bis auf einen heftigen Schnupfen – schmerzfrei, noch mehr Spaß an der Sache als der Patient-Erzähler, der den Reigen, nein, die Breitseite / das Feuerwerk eröffnet. (Ich hoffe nur, E. P. plauderte hier nicht vom eignen Krankenlager, da wüsste ich andere Leute, denen dies eher zu gönnen wäre, wenn überhaupt jemandem).

Also war das hier, die Rezension eines Aarachne-Buches nämlich, wieder einmal keine Pflichtaufgabe: sondern ein Vergnügen (und wenn ich Thomas Hofmann und Arnold Reisner richtig einschätze, müssten sie dieses Buch ebenfalls mögen, so dass eventuell eine gewisse Wirkung… na ja, erwarten wir mal nicht zu viel!). (Peter Schünemann)

Bei Amazon.de
Galgenbett mit Arno Schmidt

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Die Expedition der “Space Beagle”

Erstellt von Detlef Hedderich am 31. Januar 2009

Albert Elton van Vogt
Die Expedition der “Space Beagle”

Heyne / Bibliothek der SF Literatur Taschenbuch (83)
331 Seiten
ISBN 3453050258
Originaltitel: Voyage of the “Space Beagle” (1950)
Erschienen: 1992
Übersetzer: Rainer Eisfeld
Titelbild: Karel Thole
Illustrationen: Johann Peterka

Die Ausstattung in der Reihe “Bibliothek der SF” ist wie immer gediegen, aber an irgendeiner Stelle fragt sich der SF-Leser doch, ob nicht gerade hier des Guten ein wenig zu viel getan wurde, und zwar aus folgenden Gründen: Zunächst betragen Vor- und Nachwort stattliche vierzig Seiten (ungefähr). In oder auf diesen wird dem Leser von Herrn Rainer Eisfeld, Kennern der Szene sicher nicht ganz unbekannt, ausführlichst erläutert, wo van Vogt welche Parallelen gesehen hat, welche Philosophie ihn zu manchmal recht abstrusen Ideen inspiriert hat, oder welche weltpolitische Strömung sich in den einzelnen Erzählungen, aus denen sich der Roman zusammensetzt, gerade niederschlägt. Alles in allem für eine Doktorarbeit etwas dürftig, für den Durchschnittsleser aber zu gründlich zusammengestellt; zumindest mir geht es manchmal so, dass ein Zuviel an Wissen das Vergnügen an einem Werk ganz schön trüben kann.

Des Weiteren zeigt van Vogts “Space Beagle” in der Romanform gewisse Ähnlichkeiten mit Asimovs “Foundation-Trilogie”. Nein, nicht im Inhalt, aber in der Entstehungsgeschichte; beide Werke erschienen erst als einzelne Erzählungen, bevor sie als Roman herausgebracht wurden. Warum das den Heyne-Verlag ins Schleudern gebracht hat, weiß ich nicht, aber trotzdem ist in vorliegendem Werk ein ganz ungewöhnlicher Kompromiss gefunden worden: Obwohl das Buch als Roman veröffentlicht wurde, also einem Ding, wo man eigentlich eine durchgehende Handlung erwarten sollte (außer vielleicht bei gewissen Werken Brunners), hat man sich dazu entschlossen, die einzelnen Texte van Vogts in ihrer Erzählungsfassung aneinanderzureihen und geänderte Sinninhalte der Romanfassung in umfangreichen Fußnoten wiederzugeben. Ganze Romanabschnitte, die den Erzählungen logischerweise fehlten, wurden kursiv in den laufenden Text eingefügt, was zum Ergebnis hat, dass der Leser des Öfteren mit Überlegungen und Handlungen eines Helden, der eigentlich nur in der letzten der vier Erzählungen den Konflikt löst, bekannt gemacht wird, was ganz sicher bei denen für Verwirrung sorgt, die lästiges Beiwerk wie gerade Vor- und Nachworte einfach zu überspringen pflegen.

Sollte sich ein hoch dotierter Literaturforscher ausgerechnet für SF interessieren, und würde ihm dann die vorliegende Ausgabe in die Hände fallen – er hätte sicher seine helle Freude daran. Sehr gelungen finde ich hingegen die Beifügung alter “Astounding”-Titelseiten und Illustrationen van Vogtscher Veröffentlichungen, wie man sie beispielsweise auch im “Isher”-Zyklus, vom Heyne-Verlag ebenfalls vor einiger Zeit in der “Bibliothek” herausgegeben, finden kann. Das macht gerade das Werk van Vogts zu einem Novum, denn andere Werke, deren erstes Erscheinen ebenfalls bis in das “Golden Age” zurückreicht, genießen diesen Vorzug leider nicht. Vielleicht wird, wenn auch aus mir unbekannten Gründen, beim Heyne-Verlag gerade die van-Vogt-Forschung ganz groß geschrieben, so dass ähnliche Hintergrundinformationen für den Insider über z.B. Aldiss oder Herbert oder… einfach unter den Tisch fallen müssen?

Aber nun noch ein paar Worte zur Handlung. In jeder der vier Erzählungen trifft die Mannschaft der “Space Beagle” auf eine ihr zunächst unverständliche galaktische Lebensform, deren Verhalten vom menschlichen Standpunkt aus durchaus als feindselig interpretiert werden kann. Natürlich muss man sich seiner Haut wehren, was bei jeder Episode besser gelingt, und zwar mit Hilfe des einzigen Experten für “Nexialismus”. Dieses ist eine von van Vogt erfundene Wissenschaft, die ihre Überlegenheit gegenüber herkömmlichen Wissenschaften hauptsächlich durch interdisziplinäres Denken bezieht, wobei natürlich die so genannten “Fachidioten” zunächst den nicht spezialisierten Elliott Grosvenor, seines Zeichens Nexialist, weidlich ignorieren und seine Lösungsvorschläge müde belächeln.

Trotzdem – das Ganze liest sich auch heute noch ungeheuer spannend. Und – wer es noch nicht weiß, Ixtl, das Wesen, auf das die “Space Beagle” in der Erzählung (oder Episode) “Misston in Scharlach” trifft, ist die Ursache für den Rechtsstreit, den van Vogt mit den Machern des Filmes “Alien” führte und den er bekanntlich gewann. (Norbert Danziger)

Titel bei Amazon.de
Die Expedition der ‘ Space Beagle’. Roman in 4 Erzählungen.

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Der Kohlfuchs

Erstellt von Günther Lietz am 31. Januar 2009

Christian Oehlschläger
Der Kohlfuchs

Mendelski & Schnur 2
Verlag J. Neumann-Neudamm, Melsungen, 2. korrigierte Auflage: 2007, Originalausgabe: 11/2006
HC, Krimi, 978-3-7888-1093-1, 282/1495
Titelgestaltung von neue formen Werbeagentur, Kassel
www.neumann-neudamm.de
www.christian-oehlschlaeger.de

Nach Löscharbeiten in einem Wäldchen wird eine verkohlte Leiche gefunden. Pikanterweise trägt der Tote Handschellen, wie man sie in jedem Sex-Shop bekommen kann. Schnell wird die Identität des Mannes geklärt. Jens Wingenfelder, ein passionierter Jäger, hinterlässt Frau und zwei Kinder. Niemand kann sich einen Grund vorstellen, warum jemand Wingenfelder hätte töten wollen.

Allerdings haben Robert Mendelski und Maike Schnur, die ermittelnden Beamten, den Eindruck, als würde die Familie etwas verschweigen. Die Spuren führen zu Clemens Berger, einem Jagd-Freund des Toten. Tatsächlich besitzt dieser einen Jeep, wie ihn Zeugen in der Nähe des Tatorts gesehen haben wollen, doch ohne beschädigtes Rücklicht. Die Polizisten vermuten, dass der Wagen in der Zwischenzeit repariert und gewaschen wurde. Auch spricht für Berger als Verdächtigen, dass es zwischen den Männern ein merkwürdiges Zerwürfnis gegeben hatte.

Dann wird Berger Blut überströmt in seiner Wohnung aufgefunden, was alle bisherigen Theorien umwirft. Wer steckt wirklich hinter dem Mord und diesem neuerlichen Anschlag? Was hat Kersten, der Sohn des Toten, zu verbergen? Was wollen die Wingenfelder geheim halten?

Mit „Der Kohlfuchs“ legt Christian Oehlschläger seinen zweiten Krimi mit dem Ermittlerpaar Robert Mendelski und Maike Schnur vor. Als Setting wählte der Autor erneut die Region Hannover/Celle und das Jäger-Milieu, ohne jedoch einen wirklichen Jagd-Krimi zu verfassen. Es ist ein ganz normaler Fall, wie er sich überall und auch in anderen Kreisen hätte abspielen können. Daher muss man kein ‚Jägerlatein’ beherrschen, aber ein Glossar am Ende des Buchs erklärt die wenigen Fachbegriffe, die eingeflossen sind.

Viele Protagonisten treten auf und liefern mehr oder minder wichtige Puzzlestücke für das Gesamtbild. Es wird viel mit Zeugenbefragung und Theorie, weniger mit forensischen Methoden gearbeitet. Was die Polizei schließlich aufdeckt, mögen eingefleischte Krimi-Fans vielleicht geahnt haben, zumindest teilweise, denn am Schluss ist doch alles ein bisschen anders, und der glückliche Zufall, der auch den Titel gibt, hilft bei der restlosen Aufklärung.

Die Geschichte weist einige Längen auf wie beispielsweise die Szene im Fußball-Stadion, die keinerlei Einfluss auf die Handlung hat. Zwar nimmt der Autor immer wieder kurz Bezug auf das Thema, um mehr Lokalkolorit und vermutlich auch ein persönliches Anliegen einzubauen, aber das hemmt mehr, als es nützt. Auch wie leicht die Witwe und ein Journalist immer wieder den Beamten ein Schnippchen schlagen, um sich dem Tatort nähern zu können, überrascht und lässt die Polizisten wie Stümper erscheinen. An solchen Stellen wünscht man sich mehr Straffung und Realismus.

Abgesehen von solchen Kleinigkeiten bekommt man jedoch einen flüssig geschriebenen, unterhaltsamen, nicht zu grausamen Krimi geboten, der vor allem vom Lokalkolorit lebt. (IS)

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Der Kohlfuchs

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Das Ende der Schwere

Erstellt von Detlef Hedderich am 31. Januar 2009

Georg Alec Effinger
Das Ende der Schwere

Heyne / Science Fiction & Fantasy Taschenbuch (4842)
367 Seiten
ISBN 3453053672
Originaltitel: When gravity fails (1987)
Erschienen: 1991
Übersetzer: Isabella Bruckmaier
Titelbild: Michael Hasted

Man verlege im menschlichen Körper beliebige Mengen Draht, man injiziere elektronische Mikrobausteine, man montiere an einer beliebigen Stelle des Bodys ein Interface, man denke sich alle nur möglichen Arten von exotischen Suchtmitteln aus, sowie abartige Methoden, einem Organismus diese Drogen zuzuführen, vielleicht sollte man als Zugabe noch eine möglichst herunter gelotterte und abgehalfterte Umwelt konstruieren und diese mit den fiesesten Typen bevölkern, die sich eine ausgeprägte Vorstellungskraft nur auszudenken vermag – zu diesen Zutaten gebe man noch ein bisschen Handlung (es muss nicht unbedingt viel sein), wenn man dann noch den Mut hat, das alles schriftlich zu fixieren und veröffentlichen zu lassen, dann könnte es sein, dass ein wohlwollender Kritiker nach längerem Überlegen zu dem Schluss kommt, dass sich das Ergebnis als Cyberpunk bezeichnen ließe.

Klar, das ist nicht besonders enthusiastisch geurteilt, aber ich kann Leuten, die sich z.B. durch die Anthologien “Spiegelschatten” und “Atomic Avenue” gekämpft haben (wie weit ist eine andere Frage), eine solche Meinung nicht übel nehmen. Eventuell sollte man darauf hinweisen, dass die Ursprünge des Cyberpunk nicht genau lokalisierbar sind, aber mit einem Mal war der Begriff da und heutzutage wird der Cyberpunk als “die postmoderne Science Fiction der achtziger Jahre” bezeichnet. Dabei hat es schon bedeutend eher zumindest Andeutungen zum Thema gegeben. Ich erinnere mich da an eine Geschichte von Niven, “Flash Crowd” (Menschenauflauf), erschienen 1973, in der u.a. dafür demonstriert wird, “Gehirnsonden”, die auf elektronischem Wege neue Wahrnehmungsebenen erschließen können, zu legalisieren.

Aber genug der Einleitung; als erstes ein paar Textzitate:
“… klopfte an die Tür, die daraufhin von einem ungeschlachten Kerl geöffnet wurde, der wie ein großer Sandstein aussah, der sich bewegen konnte. Ich erwartete nicht, dass er sprechen oder denken konnte, als er es dann doch tat, war ich überrascht… “Rein.” sagte er. Seine Stimme klang wie ein Sandstein, der sprechen konnte…”
“… und schätzten sich glücklich, wenn sie (Anm.: die Rede ist von allzu neugierigen Touristen) wieder im Hotel angekommen waren. Ein paar weniger Glückliche blieben auf dem Friedhof zurück. Wie gesagt, der Friedhof lag ideal, das sparte uns Zeit und Ärger…”
Letztes Zitat ist aus einem Monolog des Haupthelden des Buches, um das es hier geht, herausgeschnitten. Und er, seines Zeichens Privatdetektiv chandlerscher Prägung, auch wenn er in einem nordafrikanischen Nutten- und Ganovenbezirk des 21. Jahrhunderts agiert, hat noch viel mehr dieser zynischen Bosheiten drauf.

Das ist selbstverständlich das Verdienst G.A. Effingers, dessen Cyberpunkroman “Ende der Schwere” kürzlich beim Heyne-Verlag erschienen ist. Ich bin ganz durch Zufall an dieses Buch geraten, aber mangelnder Lesestoff und ein dem Text vorangestelltes Chandler-Zitat ließen mich doch meine Abneigung gegen Cyberpunk überwinden. Und das war nicht mal schlecht, denn nun kenne ich auch eine Schwarte, die man zwar nicht unbedingt Chandler-Fans aufnötigen sollte, aber dafür ruhigen Gewissens Leuten empfehlen kann, die neben Hightech noch Wert auf eine gut zu verfolgende, wenn auch nicht unkomplizierte Handlung legen. Sicher, im Text sind ein paar Holprigkeiten enthalten, z.B. wird das Wort “können” in seiner Vergangenheitsform ganz schön strapaziert, aber da ich den englischen Originaltext nicht kenne, weiß ich somit nicht, ob sich die Übersetzerin nur streng an die Vorlage gehalten hat, oder noch ein klein wenig an ihrem Ausdruck feilen muss. Ansonsten ist es ihr nämlich hervorragend gelungen, ebenso wie dem Verfasser, den Stil der amerikanischen “hard boiled story” in eine Zukunftsgeschichte zu übertragen.

Die elektronischen Zutaten, die Effinger verwendet, sind leicht aufgezählt: Moddies und Daddies, die sich die so genannten “Drahtköpfe” in ein in den Kopf implantiertes Interface einschieben können. Ein Moddy ist ein Speichermodul mit einer integrierten Persönlichkeit, d.h. bei Benutzung eines Moddys überlagern die Charakterzüge der gespeicherten Figur die eigenen. Bei den Daddies handelt es sich um kleinere Chips, mit deren Hilfe man sein Wissen erweitern (Fremdsprache) oder unerwünschte körperliche Zustände (Müdigkeit) überblenden kann, so genannte Additive.

Marid Audran, der Privatdetektiv, um den es in der Hauptsache geht, schlägt sich mehr schlecht als recht in einer Kasbah der Zukunft durchs drogenvernebelte Leben. Er ist stolz darauf, noch nicht seinen Grips verdrahtet zu haben, dopt diesen dafür allerdings mit jeder Menge an Rauschgiften aller Art. Als unter seinen Bekannten eine Art unfreiwilliges, weil gewalttätiges und jede Menge blutiges Sterben einsetzt, findet er immerhin heraus, dass gewissenlose Schwarzhersteller unter der Hand Moddies von solch liebenswerten Typen wie Jack the Ripper, Marquiz de Sade oder Kongo-Müller verhökern. Und dann klemmt’s. Dem Obermacher der ortsansässigen Unterwelt, der sich ebenfalls bedroht fühlt, einem väterlichen Uraltganoven namens Friedlander Bey (er erinnert verdammt an den aus vielen Teilen der Krimiserie “Magnum” bekannten “Icepick”), gelingt es, Audran dazu zu zwingen, sein Gehirn zwecks Erweiterung des logischen Denkvermögens ebenfalls elektronisch erweitern zu lassen.

Unter diesen Voraussetzungen gelingt es Effinger perfekt, die Vertreter der “harten Kriminalgeschichte” zu persiflieren. Unter anderem lässt er Audran sich ein Nero-Wolfe-Moddy organisieren, samt dem von Archie Goodwin natürlich, da ja Wolfe sein Haus so gut wie nie verlassen hat, aber die Benutzung führt mitnichten zu neuen Erkenntnissen über den oder die Killer, sondern zu einer Schlägerei unter seinen Freunden. Der Kumpel, der Goodwin ersetzen sollte, nimmt es nämlich sehr ungehalten auf, dass Archie bloß Milch trinkt – ganz zu schweigen von Audrans physischen Zustand als Wolfe, da er mit dessen deduktiven Fähigkeiten leider auch das zugehörige Gewicht vorgespiegelt bekommt. Nach rund dreihundertfünfzig Seiten geht die Geschichte insofern gut aus, dass es Audran gelingt, diverse Morde aufzuklären sowie die Verantwortlichen dafür kaltzumachen. Ein Happy End gibt’s trotzdem nicht, denn mittlerweile ist er zu Friedlander Beys Mann geworden, mit Hilfe eines ferngesteuerten Schmerzresonators, der auf seine Veranlassung bei der Verdrahtung von Audrans Schädel heimlich mit eingesetzt wurde. Dieser letzte Gag ist aber nun wirklich so neu nicht mehr.

Die Schwächen des vorliegenden Buches liegen, wie so oft, nicht in ihm, sondern in seiner Fortsetzung, die ich ungefähr einen Monat später erwarb, obwohl in “Ende der Schwere” eine Fortsetzung mit keiner Silbe erwähnt wird. Aber in irgendeiner Buchhandlung kam mir die Titelillustration so bekannt vor. Dieser neue Effinger-Reißer heißt “Ein Feuer in der Sonne” und droht im Klappentext eine “Marid Audran Trilogie” an. Allein den zweiten Teil lesen zu wollen, bereitete ein recht gemischtes Vergnügen. Originalität, Handlung und – am schlimmsten – Stil haben gegenüber dem ersten doch erheblich gelitten. Und das kann nicht an der Übersetzung liegen, denn die Übersetzerin Isabella Bruckmaier hat beide Bände in der Mache gehabt. Sollte ich ein Resümee über Cyberpunk insgesamt ziehen sollen, dann bestimmt dieses: gerade beim Cyberpunk scheinen sich die gelungenen Sachen unter einem großen Haufen Punk um des Punkes willen zu verstecken. (Norbert Danziger)

Titel bei Amazon.de
Das Ende der Schwere. Roman.

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Das Grab im Deich

Erstellt von Günther Lietz am 31. Januar 2009

Kari Köster-Lösche
Das Grab im Deich

Sönke Hansen 3
Knaur, München, 4/2008,
TB, Krimi, 978-3-426-63639-8, 384/895
Titelgestaltung von ZERO Werbeagentur, München unter Verwendung einer Illustration von Mauritius Images/FinePic, München
www.knaur.de

Und wieder schlittert Sönke Hansen auf sympathische Weise in den nächsten ‚Fall’, und die Leser dürfen ihn begleiten:

In dem im Bau befindlichen Deich der Hallig Langeness wird die Leiche eines Neugeborenen, eingewickelt in ein blutiges Tuch, gefunden. Das kleine Mädchen wurde vermutlich erstickt. Seine Leiche wird nach Föhr transportiert und Sönke Hansen von seinem Vorgesetzten Cornelius Petersen offiziell beauftragt, der Sache nachzugehen. So begibt auch er sich nach Föhr und dort in die Kinderheilstätte in Wyk zu Dr. Lorenzen, einem bärbeißigen, älteren Arzt, der Kinder und seine Arbeit liebt und die Obduktion vornimmt.

Als Erstes trifft Sönke Hansen auf Paul Dürrschnabel, einen schleswig-holsteinischen Abgeordneten, und dessen laute, dominante Frau Dorothea. Dürrschnabel ist Hansen sofort unsympathisch und fällt durch sein Verhalten – im negativen Sinne – auf.

Sönke Hansen beginnt seine Nachforschungen in Redlefsen’s Hotel, dessen Portier nicht besonders Auskunft freudig ist und in dem sich das Hausmädchen Göntje Brarens merklich nervös verhält. Dort erfährt er jedoch von einer Gruppe, die ein englisches Picknick auf der Hallig Langeness veranstaltet hat und vermutet sofort, dass sich die Kindsmutter und –mörderin in dieser Gruppe befunden haben muss.

Dann schließt er Bekanntschaft mit dem aus Frankfurt stammenden und häufig auf Föhr weilenden Arzt Dr. Molitor. Kurz nachdem dieser Hansen Einiges über die Teilnehmer des Picknicks erzählt hat, wird er erschossen.

Was an dem Roman fasziniert, ist die Tatsache, dass man schon recht schnell zu wissen meint, wo es hinführen wird und wer der Täter ist – und die Autorin, es dann doch immer wieder versteht, Zweifel zu erwecken und weitere Tatverdächtige zu präsentieren.

Da ist der schwierige Maler Otto Jakobs, auch einer der Teilnehmer des Picknicks. Und Göntje Brarens, die Magd, die schon bald unter Verdacht steht, die Kindesmutter zu sein, weil Hansen sie auf einem der Bilder, die Otto Jakobs während des Picknicks fertigte, auf dem Deich, wo die Babyleiche gefunden wurde, stehen sieht. Göntje ist Hansen gegenüber auch bald geständig, sie vertraut ihm an, dass der Vater des Kindes ihr Gewalt angetan hat. Aus Angst will sie aber seinen Namen nicht preisgeben.

Isabella Molitor, Tochter des erschossenen Arztes, kommt zur Beerdigung ihres Vaters auf die Insel Föhr. Zusammen mit ihr forscht Sönke Hansen weiter und findet heraus, dass Dr. Molitor im Herbst des vergangenen Jahres schon auf Göntje aufmerksam wurde; er erfährt nur nicht den Grund. Isabella und Hansen beschließen, gemeinsam dem mysteriösen Tod ihres Vaters auf die Spur zu kommen und machen erstaunliche Entdeckungen…

Auch die Handlung dieses Romans lebt nicht von willkürlich zusammengesetzten Krimi-Versatzstücken sondern durch die Charaktere, von denen jeder Einzelne bis in die Tiefe ausgearbeitet und dem Leser näher gebracht wird. Ebenso bietet Kari Köster-Lösche erneut ein deutliches Spiegelbild der Gesellschaft im 19. Jahrhundert mit allen Vorurteilen, Dünkel und Ressentiments.

Im Anschluss an den Romantext gibt es wieder eine ausführliche Auflistung der Personen – wieder in der Reihenfolge, wie sie in der Handlung erscheinen – und ein kleines Wortverzeichnis (Glossar) und darüber hinaus ein Rezept „Pfeifenten nach Halligart”, das den Lesern diesen Landstrich auch kulinarisch näher bringt.

Auch die Aufmachung des Krimis weiß erneut zu überzeugen, da das Papier erstklassig und das Covermotiv stimmungsvoll und dankenswerterweise keinen Deut reißerisch ist. Der Betrachter fühlt sich eher so, als schaue er von dem Balkon eines Ferienhauses auf das Meer und die umliegenden Häuser – und fühlt sich eingeladen.

„Das Grab im Deich“ ist ein sehr menschlicher Krimi, der deutlich macht, dass es nicht nur Schwarz und Weiß sondern auch eine Grauzone in uns Menschen gibt, und durch ein hohes erzählerisches Niveau glänzt. (AB)

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Das Grab im Deich

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BÜCHERPREISRÄTSEL:
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www.buchrezicenter.de veranstaltete  in Zusammenarbeit mit dem obengenannten Verlag dieses Preisrätsel, bei dem wir drei Fragen zum Umfeld des Preistitels gestellt haben, die richtig beantwortet werden mussten.

Die jeweiligen Gewinne wurden anschliessend direkt an die angegebenen Adressen der Gewinner verschickt!

Wir danken dem obengenannten Verlag als Sponsor herzlich für die 5 zur Verfügung gestellten Preisrätseltitel! Und bedanken uns auch bei unseren Mitspielern für Ihr reges Interesse!

Die Gewinner der Preisrätseltitel:

1. Helmuth Krohn
2. Marion Diehlmann
3. Petra Hoffmann
4. Dieter Specht
5. Dagmar Schöpf-Brenner

Der Rechtsweg war wie immer ausgeschlossen!
* Telefongebühren des Anrufers gehen immer zu Lasten des Anrufers. Bitte informieren Sie sich über die ortsüblichen aktuellen Kosten bei Ihrem Telekommunikationsanbieter!
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