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Archiv für Januar, 2009

Die unsichtbaren Krallen des Dr. Mabuse

Erstellt von Günther Lietz am 31. Januar 2009

Norbert Jacques, Susa Gülzow
Die unsichtbaren Krallen des Dr. Mabuse

Dr. Mabuse-Filmhörspiele 3
Nach dem gleichnamigen Film „Die unsichtbaren Krallen des Dr. Mabuse“ von Harald Reinl, Deutschland, 1962
Eichborn-LIDO, Frankfurt/Nocturna Audio, Neu-Eichenberg, 9/2005
1 Audio-CD im Jewel-Case mit Pappschuber, Filmhörspiel, Thriller, 978-3-82185-397-0, Spieldauer: ca. 66 Min., EUR 16.95
Sprecher: Wolf Frass (Erzähler), Gert Günther Hoffmann, Karin Dor, Siegfried Lowitz, Werner Peters, Wolfgang Preiss u. a.
Titelfoto von Karl-May-Archiv, Göttingen
Fotos von Karl-May-Archiv, Göttingen, Artur-Brauner-Archiv, Frankfurt am Main
Original-Filmmusik von N. N.
12-seitiges Booklet
www.nocturna-audio.de
www.eichborn-lido.de/
www.susaguelzow.de/

Dies ist das dritte und vorerst letzte Hörbuch der „Dr. Mabuse“-Filmhörspiele, die Nocturna Audio produziert und die im Eichborn-Verlag erschienen sind:

Ein Kriminalbeamter, der eine Theateraufführung eines neuen Stückes mit der Tänzerin Liane Martin besucht hat, wird nach der Inszenierung grausam ermordet. FBI-Agent Joe Como wird erneut um Amtshilfe gebeten. Der findet schnell eine Spur zu Dr. Erasmus, der ein Verfahren entwickelt hat, Menschen und Gegenstände unsichtbar zu machen.

Auch das verbrecherische Genie Dr. Mabuse interessiert sich für diese Erfindung und entführt die Tänzerin Liane Martin, in die sich Frauenheld Como natürlich fix verliebt hat. Mit Hilfe der hypnotisierten Liane hofft Mabuse, sich endlich des anhänglichen FBI-Agenten entledigen zu können…

Was an dem Film, respektive dem Hörspiel, zuerst auffällt, ist die Abwesenheit von Gert Fröbe, der später noch einmal in dem Film „Das Testament des Dr. Mabuse“ die Rolle von Kommissar Lohmann übernahm. Dafür ist Lex Barker als Joe Como erneut mit von der Partie und darf an der Seite von Karin Dor spielen, mit der er bereits erfolgreich in zahlreichen Karl May-Filmen zusammenarbeitete. Während in der letzten Folge noch Horst Niendorf den amerikanischen Schauspieler synchronisierte, ist in dieser Fassung Gert Günther Hoffmann zu hören, dessen Stimmen man am ehesten mit Lex Barker in Verbindung bringt. Wem Hoffmanns Stimme darüber hinaus bekannt vorkommt, wird sich vielleicht an unzählige Filme mit Sean Connery erinner, oder auch an die Serie „Raumschiff Enterprise“, in welcher er Captain Kirk seine Stimme lieh. Als deutscher Kommissar Brahm ist Siegfried Lowitz zu hören, während Dr. Mabuse erneut von Wolfgang Preiss dargestellt wird.

Wieder wurde Wolf Frass als Erzähler gewonnen, der die Filmszenen souverän vorträgt. Dabei wurden die Zwischentexte perfekt in das Gesamtwerk integriert und sogar mit der originalen Filmmusik unterlegt. Den Aufnahmen ist ihr Alter natürlich anzuhören, was jedoch zu einem großen Teil auch den Charme dieser Produktion ausmacht. Die Regie führte beim Film, wie bereits bei dem Vorgänger „Im Stahlnetz des Dr. Mabuse“, Dr. Harald Reinl, während sich für die Hörspiel-Adaption Susa Gülzow verantwortlich zeigt. Letztere extrahierte die wichtigsten Szenen und schrieb auch die Zwischentexte als Überleitung.

Die Handlung des Filmes bzw. des Hörspiels ist im Gegensatz zu den Vorgängern schon deutlich abgehobener und entpuppt sich als trashiger Grusel-Krimi mit wenig Tiefgang, der lediglich gut unterhalten soll und dies auch hörbar tut.

Ein großes Manko sind die 7 Tracks, in welchen zirka 66 Minuten Spielzeit untergebracht wurden, was das anwählen einzelner Szenen unnötig erschwert.

Ein großes Lob gebührt wieder der exorbitanten Aufmachung. Das Jewel-Case steckt in einem kunstvollen Pappschuber, der ganz im Retro-Look daher kommt und das Original-Filmplakat zeigt, welches aus der Stiftung Deutsche Kinemathek stammt. Das 12-seitige Booklet enthält nicht nur die Fortsetzung des Artikels über Norbert Jacques und dessen Figur Dr. Mabuse, sondern auch umfangreiches Bildmaterial aus dem Film.

Wieder ist es dem Team um Sven Schreivogel gelungen ein historisches Tondokument des deutschen Films in ein spannendes und atmosphärisches Hörspiel mit hohem Unterhaltungswert umzuwandeln. Ein liebevoll gestaltetes Booklet tröstet ein wenig über die Tatsache hinweg, dass die Spielzeit von knapp 66 Minuten nur in 7 Tracks unterteilt wurde. (FH)

Titel bei Amazon.de
Die unsichtbaren Krallen des Dr. Mabuse – CD

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Das StirnhirnhinterZimmer

Erstellt von Günther Lietz am 31. Januar 2009

Boris Koch, Christian von Aster & Markolf Hoffmann
Das StirnhirnhinterZimmer

Medusenblut/Mida, Berlin, 8/2007
PB, Horror, Mystery, Surrealismus, 978-3-93590-113-0, 127/1000
Titelillustration von N. N.
www.medusenblut.de
www.stirnhinterzimmer.de
www.boriskoch.de
www.vonaster.de/
www.nebelriss.de

Wenn das StirnhirnhinterZimmer seine Pforten öffnet…
… übernehmen Pinguine über Nacht die Weltherrschaft,
tanzen untote Schlagerstars in den Straßen von Berlin,
verdoppeln sich Reliquien auf wundersame Weise,
schrumpfen Nashörner auf Westentaschengröße,
wird ein Pfefferkuchenmann zum Giftmörder,
geht ein Troll auf Frühstückssuche.

„Das StirnhirnhinterZimmer“ – eine Lesereihe von Markolf Hoffmann, Christian von Aster und Boris Koch.

Drei Stirnhirnforscher erkunden die Räume der Phantastik, und Günni wirft hinter ihnen die Tür zu.

Einmal die Woche treffen sich drei wortgewaltige Akteure in Berlin zu einer Lesung im „StirnhirnhinterZimmer“. Die Rede ist von den Multitalenten Boris Koch und Christian von Aster, nebst ihrem Mitstreiter und Erfolgsautor Markolf Hoffmann, die eigens für diese monatlichen Leseevents Kurzgeschichten verfassen.

Eine erste Auswahl dieser finden sich in dem vorliegenden Band – und gleich vorweg: „StirnhirnhinterZimmer“ weiß von der ersten bis zur letzten Seite zu überzeugen!

Den Opener bestreitet Christian von Aster mit „Das Sirnhirnhinterzimmer“, in dem er mit dem ihm eigenen satirischen Humor den Begriff Stirnhirnhinterzimmer anhand der Geschichte dreier Männer erläutert. Besonders amüsant ist der Teil über einen toten chinesischen Dichter, der nasal pro Tag mindestens ein bedeutendes Gedicht produziert, sozusagen posthume Poesie in seinem „Stirnhirnhinterzimmer“ erzeugt.

Hung Do, der ‚Dichter, der sich nicht darum schert, dass er eigentlich tot ist’ – das ist sprachlich ‚von Aster in Höchstform’, und auch seine geniale Ideenschmiede scheint wieder einmal Funken zu sprühen, so dass man schon nach den ersten Seiten an der ‚Nadel dieses Buches’ hängt, dessen Texte Suchtcharakter haben.

Denn eines sei vorweg verraten: Es bleibt für den Leser zu hoffen, dass er sich mindestens einmal im Jahr an einem solchen Titel erfreuen kann, denn das sind Texte, die leben, sie sind spritzig, witzig, frech und abgedreht und das auf einem gleich bleibend hohen Level. Somit heben sich die Texte wohltuend zwischen dem Gros der Einheitsliteratur ab, so dass man jedem der Autoren kräftig die Hand schütteln und ihnen entgegenschmettern möchte: Weiter so!

In „Berlin in Angst und Schrecken“ von Markolf Hoffmann geht es aberwitzig und abgedreht zu. Kommissar Broiler hat es mit einem sonderbaren Fall zu tun. Erst werden die Gräber Prominenter geschändet, dann verschwinden sogar ihre Leichen: Harald Juhnke, Heinrich Zille, die Gebrüder Grimm, Marlene Dietrich – um nur einige zu nennen.

Und diese proben den Aufstand und wollen sich Berlin untertan machen. Dabei gehen sie nicht grade zimperlich mit den ‚Lebenden’ um, so ‚verschnabulieren’ sie z. B. in den UFA-Studios die gesamte Darstellerriege der Serie „GZSZ“ – köstlich!

Boris Koch, der Dritte im Bunde, schafft mit „Das Märchen vom ersten Spielplatz“ eine düster-phantastische Atmosphäre. Sarah wächst in einer Welt auf, die durch ihren schreienden, von Existenzängsten geplagten Vater und ihrer immer häufiger weinenden Mutter bestimmt ist. So zieht sich das Mädchen zum Spielen in den Wald zurück – und erkrankt an Einhornherpes…

Die melancholischste Story dieses Kurzgeschichtenbandes, die darüber hinaus nachdenklich stimmt!

Wundervoll satirisch kommt die nächste Story von Christian von Aster daher. „Vier Füße für ein Halleluja“ spielt 1786 im Bistum zu Trier und zeigt auf schwarz-humorige Weise wie trügerisch ‚bedeutsame Reliquien’ sein können.

Weiter geht es mit einer spritzigen, abgehobenen Geschichte aus Markolf Hoffmanns Feder. „Lucy“ spielt am 19. August 1966 und ist eine Geschichte rund um die Beatles und wie es zu ihrem Song „Lucy in the Sky with Diamonds“ kam.

Man sieht sie während des Lesens förmlich vor sich, die sich mehr und mehr gegenseitig nervenden Pilzköpfe, die von der ‚moralischen Instanz’ entführt werden. Als es böse um sie und ihr Leben aussieht, hat John Lennon einen genialen ‚Songflash’.

In „Die Herrschaft der Pinguine“ fabuliert Boris Koch ebenso skurril-phantastisch weiter. Hüten Sie sich also, wenn eines Tages ein Pinguin mit rotem Cape auf ihrem Schreibtisch landet und die Weltherrschaft beansprucht.

Plottechnisch wieder mal ein phantastisches Sahnestückchen serviert das nächste Textgefüge von Christian von Aster: „Die Geschichte aus Rhododendron“, die wie ein Märchen anmutet, denn gar Wundersames kann passieren, wenn Sie einem Schneck in einen Rhododendron folgen.

Im „Trollfrühstück“ von Boris Koch holt im Dorf Wolkenfall angeblich jemand in mancher Sommernacht ungezogene Kinder, um sie zum Frühstück zu verspeisen. Doch wie immer ist alles ganz anders.

Die beste Geschichte – wenn man überhaupt davon sprechen kann – ist „Bittermandel…“ von Markolf Hoffmann, in der es um einen verliebten Pfefferkuchenmann geht, der sich nicht in sein Schicksal fügen will, verspeist zu werden, und von der Liebe zu einer Magd getäuscht wird.

Eine stilistisch wunderschön geschriebene Kurzgeschichte. Man spürt förmlich ‚wie dem Pfefferkuchenmann das Dattelherz zerreißt’, sieht wie er seine ‚Rosinenaugen rollt’.

In Christian von Asters „Knecht Ruprecht packt aus“ geht es um den Weihnachtsmann, dem das Trollvolk ein gehöriger Dorn im Auge ist – man kann es verstehen.

„Invasion“ von Markolf Hoffmann ist wieder eine der obskureren Storys, in der es um einen besonderen Zirkus und Nashörnern aus Liliput geht. Schräg!

In Boris Kochs „Der Keller“ fragt sich ein Zehnjähriger ob sich dort tatsächlich die Tür in das Totenreich befindet.

Christian von Aster erzählt in seiner makabren „Plumpaquatsch“-Story von einem abgehalfterten Clown, der die Erfahrung macht, dass es manchmal doch ‚gesünder’ ist, der billige Abklatsch eines Anderen zu sein.

Eindrucksvoll auch, wie sich in „Advent“ von Markolf Hoffmann ein kleiner Junge an seinem Vater rächt.

Ein zweiter Favorit in diesem Sammelband ist „Über den Rauswurf aus Eden“ von Boris Koch. Gott erzählt einem Wirt, warum er Adam und Eva wirklich aus dem Paradies geworfen hat. Köstlich z. B. auch, wie Gott die ‚Zigarette danach’ erschaffen hat. Das muss man gelesen haben!

Aber auch die letzten beiden Geschichten überzeugen:

„Der große Usambara-Schwindel“ von Christian von Aster, in der es um eine gutmütige Großmutter und ihren Enkel geht, und „Ideensuche“ von Boris Koch, über einen ideenlosen Schreiberling und seine Muse.

Und schon ist man am Ende des lebendigen Kurzgeschichtenbandes angelangt und verlässt das „StirnhirnhinterZimmer“ mit großem Bedauern und der Hoffnung, dass es bald mehr von diesem lebendigen Trio zu lesen gibt. Denn die Drei wissen zu schreiben, das sind keine blutleeren seelenlosen Texte, das swingt, das groovt, und der eher seitenarme Band bietet mehr ‚Inhalt’ als so mancher 800-Seiten-Schinken.

Jeder, der Kreativität, die einem förmlich aus den Seiten entgegen springt, erleben will, sollte bei diesem Band unbedingt zugreifen!

„StirnhinterZimmer“ bietet frische, freche, humorig-lebendige Texte von drei Wortkünstlern, die Spaß am Schreiben haben und ihre Leser daran teilhaben lassen. Mehr davon! (AB)

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StirnhirnhinterZimmer

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Welt der Adlaten

Erstellt von Günther Lietz am 31. Januar 2009

Irene Salzmann
Welt der Adlaten

Rettungskreuzer Ikarus 28
Atlantis Verlag, Stolberg, 12/2006
PB, SF, 978-3- 93674-268-8, 98/650
Titelillustration von Marco Cavet
www.atlantis-verlag.de
www.rettungskreuzer-ikarus.de
www.cavet.de/

Neue Verbündete sind manchmal eine neue Bürde: Diese Erfahrung macht die Crew der Ikarus, als das Volk der Adlaten um Hilfe bittet, eine Bitte, die man nach der Rettung der Allianz kaum abschlagen kann. Doch was der Ikarus-Crew auf der Welt der Adlaten begegnet, ist mehr als nur ein medizinisches Problem: Es ist die Folge eines Ringens von galaktischen Ausmaßen …

Während Jason Knight und Shilla im Nexoversum verschollen sind, muss sich das Ikarus-Team auf die Reise zu der Welt der Adlaten begeben, um das Aussterben dieses ungewöhnlichen Volkes zu verhindern. Mit dabei sind Junius Cornelius, der neue Septimus, einige blinde Passagiere und drei Wissenschaftler, die ein tödliches Geheimnis hüten. Als sich dann noch das Volk der Vizianer offenbart, dürfte jedem klar sein: Dies ist keine einfache Mission! Seltsame Vorkommnisse, ein tragischer Unfall und verschiedene innere Konflikte erschweren zusätzlich die schier unlösbare Aufgabe.

Der leichte Sprachfluss und Humor von Irene Salzmann trägt mühelos auch den „Ikarus“-fremden Leser durch die Geschichte. Komplex werden mehrere Handlungsstränge ineinander verwoben, wiederum aber stehen die Charaktere im Vordergrund. Ob es nun Chief DiMersis Schwangerschaftsallüren sind, Ehrgeiz und Wahn verschiedener Wissenschaftler, emotional überbetonte Fidehis, Schuldgefühle einer Mörderin wider Willen: Immer schafft es die Autorin, mehrschichtige Wesen zu erschaffen, die psychologisch dicht und genau gezeichnet sind.

Die Geschichte endet offen, es gibt einen zweiten Teil: „Tod den Unsterblichen“. Der Cliffhanger am Ende ist sehr gut gesetzt, es ist sowohl ein Punkt, an dem eine Pause nicht allzu sehr schmerzt, als auch ein Hinweis auf neue Entwicklungen, die man unbedingt erlesen möchte – gut gemacht!

Spannender – auch aus pseudowissenschaftlicher Sicht – Ausflug in ein anderes Universum, genau richtig für einen gemütlichen Leseabend. (alea)

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Rettungskreuzer Ikarus 28: Welt der Adlaten

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Nopileos

Erstellt von Günther Lietz am 31. Januar 2009

Helge T. Kautz
Nopileos

X2, Bd. 2
Panini Comics, Stuttgart, 11/2005
TB, SF, 978-3-8332-1041-9, 412/995
Titelbild von Egosoft
www.paninicomics.de
www.egosoft.de
www.helge.de

Schon in „Farnhams Legende“ bewies Helge T. Kautz, dass Romane zu Computerspielen nicht unbedingt von niedrigem Niveau sein müssen, sondern durchaus auch Abenteuer und Qualität miteinander verbinden können. Einer der Hauptcharaktere war damals der junge Teladi Nopileus. Er schied aus dem Roman aus, als sein Raumschiff auf einem Planeten abstürzte. Doch ist er wirklich dabei umgekommen?

In „Nopileus“ greift Helge T. Kauz diese Frage auf. Das Raumschiff ist tatsächlich nicht auf dem Planeten NifNakh abgestürzt, sondern konnte notlanden. Der junge Echsenkrieger hat sich rechtzeitig aus dem Schiff absetzen können und muss sich nun durch einen dichten Dschungel voller Gefahren kämpfen, um sein Schiff zu finden und von dort aus einen Notruf abzusetzen.

Doch der Weg ist voller Tücken. Nicht nur hungrige Rieseninsekten lauern auf ihn, auch andere scheinen es auf ihn abgesehen zu haben.

Derweil bekommen seine Freunde große Probleme, denn ihre neue Mission hat es in sich.

Die Paraniden ein Volk aus der Gemeinschaft der Planeten beschließen, den Xenon, einer aggressiven Rasse aus Maschinenwesen, den Garaus zu machen, da sie schon lange eine Gefahr sind. Ein solcher Genozid verstößt allerdings gegen die pazifistischen Statuten des Planetenbundes. Und so müssen Elena Kho und die anderen Gefährten alles dafür tun, dass es nicht dazu kommt.

Wieder einmal weiß der Roman durch eine dichte und komplex miteinander verwobene Handlung zu überzeugen. Dabei vergisst Helge T. Kauz aber auch nicht die Action und das Abenteuer. Doch man genießt es um so mehr, da die Charaktere gut ausgearbeitet, der Hintergrund vielschichtig und die Handlung immer wieder überraschend sind. Da verzeiht man ihm auch das eine oder andere Klischee. Zu einem weiteren Vorteil gereicht, dass man keine Vorkenntnisse haben muss, um die Geschichte zu verstehen.

Das macht auch „Nopileos“ zu einem spannenden und ungewöhnlichen SF-Abenteuer, das sich auch Leser, die sonst nicht zu Spiel-Romanen greifen, gönnen können. (CS)

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X2: Nopileos

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Jenseits der Dimensionen

Erstellt von Günther Lietz am 31. Januar 2009

Wilko Müller jr.
Jenseits der Dimensionen

Stronbart Har 3
Projekte-Verlag, Halle, 5/2007
PB, Fantasy, 978-3-86634-333-7, 221/1250
Titelbild von DaStafiZ
www.projekte-verlag.de
www.wilkomueller.de/
http://dastafiz.deviantart.com/
http://dastafiz.designnation.de/

In „Das Tor der Dunkelheit” brachten Brad Vanquis, Micra Ansig und Zach-aknum ihre Aufgabe, das Gleichgewicht zwischen den Welten Horam-Dorb und Horam-Schlat wieder herzustellen, zu einem guten Ende. Dabei waren sie allerdings auch noch gezwungen, die Tore zwischen den Welten erst einmal zu schließen, um die Risse zwischen den Dimensionen nicht größer werden zu lassen, und mussten so ganz nebenbei auch noch einen Chaos-Lord namens Caligo besiegen, der die Kräfte massiv in Unordnung brachte.

Auch wenn sie nun auf Horam Dorb den Lohn ihrer Mühen genießen, eine Königin, außerweltliche Magier und einen Kaiser zu Freunden gewannen, so können sie sich doch nicht auf ihren Lorbeeren ausruhen.

Denn noch ist nicht alle Arbeit getan. Trotz ihrer Bemühungen erweitern sich die Risse zwischen den Dimensionen, denn sie haben Caligo nicht vernichten, sondern nur vertreiben können. Und allein seine Anwesenheit in den Zwischendimensionen jenseits des Tores der Dunkelheit reicht aus, um die Wirklichkeit verschwimmen zu lassen. Zunächst sind es nur Visionen und Träume, die die Helden und andere Magiekundige quälen, aber sie wissen auch, dass diesen Wahrnehmungen bald stoffliche Wesen folgen werden: Dämonen und Monster ohne Gnade.

Deshalb gibt es nur einen Weg, um dem Einhalt zu gebieten. Sie müssen sich mit ihren Freunden selbst in die Zwischendimensionen begeben und Caligo dort vernichten. Deshalb machen sich Brad, Micra, Zach-aknum, Königin Durna und die Außenweltlerin Ve’Ra auf den Weg, um das „Tor der Dunkelheit” zu durchschreiten.

Ihre Reise hat mehrere Stationen, denn sie suchen unter anderem auch im Tempel des Horam, der von ihrer ehemaligen Mitstreiterin Solana geleitet wird, nach Wissen über Wesen wie Caligo. Doch erst ein Maschinengeist kann ihnen tiefer gehende Kenntnisse über den Chaos-Lord und seine Rasse bringen.

Die Helden durchschreiten schließlich das Tor und finden sich in einer seltsamen Dimension wieder, die ihnen noch manche Überraschung bereiten wird.

Immerhin muss man die vorhergehenden Bände nicht kennen, um die Geschichte zu verstehen, auch wenn natürlich einiges an Details fehlt. Aber die als Erinnerungen in die Handlung eingebettete Zusammenfassung reicht, um die Motivation der Helden zu verstehen und den Grund, warum sie gerade jetzt handeln müssen.

Immerhin hat der Autor dazu gelernt. „Jenseits der Dimensionen” liest sich wesentlich flüssiger als die Vorgängerbände, und die Handlung läuft zielstrebig auf den Höhepunkt zu. Diesmal gibt es keine Längen. Nur manchmal nimmt er mit zu weitschweifigen Erklärungen die Handlung ein wenig vorweg. Glücklicherweise kommt das selten genug vor, so dass die Spannung des Buchs nicht geschädigt wird.

Nur an der Verknüpfung zwischen Magie und Technik, Fantasy und SF sollte er etwas arbeiten, beides fließt noch nicht ganz so nahtlos ineinander, wie man es von der Science Fantasy her kennt, und die eine oder andere Erläuterung wird dadurch sehr plump und manchmal sogar unverständlich.

Immerhin wird man erneut darin bestätigt, dass hinter dem Verbund der Welten alles andere als göttliches Wirken steckt. Andeutungen lassen nun ganz sicher erkennen, dass die Helden sich auf den Trümmern eines Spielfelds hoch technisierter, interdimensionaler Wesen bewegen.

„Jenseits der Dimensionen” hat zwar auch noch seine Schwächen und vollzieht die Verbindung zwischen Fantasy und SF sehr holprig, ist aber bisher das lesbarste „Stronbart Har”-Buch. Der Autor hat dazugelernt, was die Gestaltung einer Handlung angeht und lässt hoffen, dass er sich in kommenden Bänden noch steigern wird. (CS)

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Jenseits der Dimensionen

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Die Söhne der Insel

Erstellt von Günther Lietz am 31. Januar 2009

Jean Johnson
Die Söhne der Insel

Söhne des Schicksals 1
The Sword. A Novel of the Sons of Destiny, USA, 2007
Penhaligon Verlag, München, 1. Auflage: 8/2008
HC mit Schutzumschlag, Fantasy, Romance, , 430/1895
Aus dem Amerikanischen von Nina Bade
Titelgestaltung von HildenDesign, München unter Verwendung eines Motivs von gettyimages/PPlush Studios
www.penhaligon.de
www.jeanjohnson.net/
www.hildendesign.de

Die allein stehende Kelly Doyle, die mit Gleichgesinnten mittelalterliche Bräuche erforscht und einen kleinen Laden betreibt, muss feststellen, dass die Anfeindungen, denen sie sich ausgesetzt sieht, immer schlimmer werden. Ihre engstirnigen, skrupellosen Nachbarn legen schließlich sogar ein Feuer, und Kelly wäre im Schlaf verbrannt, wenn nicht…

… wenn nicht der Magier Morganen sie nach Nightfall geholt hätte, damit sich das für ihn und seine sieben Brüder prophezeite Schicksal erfüllen kann. Es heißt, wenn sich der Älteste, Saber, verlieben würde, käme großes Unheil über die Bevölkerung von Katan. Aus diesem Grund hat man die Brüder auf einer Insel isoliert. Keine Frau darf ihren Fuß auf Nightfall setzen. Die jungen Männer haben ihr Los mehr oder minder akzeptiert und leben seither nur für ihre Magie. Kellys Auftauchen stellt nun alles auf den Kopf und weckt verdrängte Sehnsüchte.

Wie Morganen gehofft hatte, sind Kelly und Saber sogleich fasziniert voneinander, doch der Fluch veranlasst Saber, Distanz zu wahren. Wie lange kann er Kelly widerstehen – und welches Unheil wird über Nightfall hereinbrechen, wenn er seinen Gefühlen nachgibt?

Der erste (von acht?) Romanen über „Die Söhne des Schicksals“ schildert die Geschichte von Saber und Kelly. Eigentlich dürfte der junge Mann keine Frau lieben, will er seine Heimat nicht zum Untergang verdammen, doch natürlich kommt alles ganz anders. Morganen glaubt, dass sich das Schicksal nicht abwenden lässt und die einzige Chance darin besteht, dem Fluch vorbereitet zu begegnen. In Folge wird er zum Drahtzieher und Heiratsvermittler. Das Unheil pocht auch schon wenig später an die Tore von Nightfall, doch Kelly ist keineswegs die Ursache des Übels, vielmehr ist es ihr Wissen aus einer anderen, nicht-magischen Welt, das eine Invasion verhindert. Allerdings wird einer der Brüder entführt – Fortsetzung folgt.

Schnell wird deutlich, dass die vordergründige Gefahr nicht die wirkliche Bedrohung darstellt. Unbekannte entsenden immer wieder Spione und monströse Wesen, die den acht Brüdern das Leben schwer machen. Man darf spekulieren, dass der wahre Feind zu den Magiern von Katan gehört und einen Nutzen davon hat, dass den Grafen von Corbis ihr Erbe genommen und sie in die Verbannung geschickt wurden.

Kelly ist ein Fremdkörper in dieser Welt voller Magie, passt sich aber erstaunlich schnell an. Zu diesem Zweck verlieh die Autorin ihr den notwendigen Hintergrund: Kelly ist ein Mittelalter-Fan, sie kann Kung Fu und mit einem Revolver umgehen, sie verfügt über vielseitige zeitgenössische Kenntnisse, doch ihre wirkungsvollsten Waffen sind ihr Selbstbewusstsein, ihre Phantasie, ihre Beharrlichkeit und vor allem ihre große Klappe. Kein Wunder, dass selbst die acht wohl mächtigsten Magier kuschen…

Das ist auch die eigentliche Handlung des Buchs, das in erster Linie als Liebesroman konzipiert ist und sich der Fantasy-Elemente nur bedient, um das Zusammenkommen der sympathischen Protagonisten auszuschmücken und die Weichen für die Fortsetzung zu stellen. Erst sind Kelly und Saber wie Katz’ und Maus, dann ein Herz und eine Seele. Kelly kabbelt sich fast 300 Seiten lang mit den Männern, ausführlich wird beschrieben, wie sie die acht dazu bringt, Burg und Interieur auf Hochglanz zu polieren, welche Hochzeitsgeschenke ihr und Saber überreicht werden und, und, und…, bis dann tatsächlich der böse Feind auftaucht und im selben Stil ordentlich vorgeführt wird. Die Geschichte kommt mit sehr wenigen Protagonisten aus, die zudem auf gängigen Archetypen basieren.

Regelmäßig wird mit erotischen Einlagen gewürzt. Diese sind teils recht anschaulich, dann wieder etwas naiv, aber da auf deftige Ausdrücke verzichtet wurde und die entsprechenden Szenen im selben locker-witzigen Ton beschrieben werden wie die Wortgefechte bzw. Dominanzspiele, wirken sie nicht anstößig.

Diese Schwerpunkte machen den Roman zu einer unterhaltsamen Lektüre für Mädchen und junge Frauen zwischen 15 und 25 Jahren, die sich mit der resoluten Kelly identifizieren wollen und noch von der großen Liebe und einem Super-Lover träumen. Leserinnen von erotischer Phantastik, wie sie Lara Adrian, Katie MacAlister oder Mary Janice Davidson bieten, kommen hier voll auf ihre Kosten.

Das reifere Publikum und Hardcore-Fantasy-Fans dürften mit traditionelleren Titeln, in denen eine spannende Handlung und sich weiter entwickelnde Charaktere im Vordergrund stehen, besser beraten sein, da ein Liebesroman mit einer Prise Zauberei – Diana Gabaldon für Teenager – nicht unbedingt das ist, was sie sich wünschen. (IS)

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Die Söhne der Insel: Roman

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Dämliche Dämonen

Erstellt von Günther Lietz am 31. Januar 2009

Royce Buckingham
Dämliche Dämonen

Demonkeeper, USA, 2007
Penhaligon – Random House GmbH, München, 9/2008
HC mit Schutzumschlag, Horror, Comedy, 978-3-7645-3006-8, 222/1495
Aus dem Amerikanischen von Joannis Stefanidis
Titelillustration von Michael van den Bosch
Innenillustrationen (Daumenkino) von Carolin Nagler
www.penhaligon.de
www.roycebuckingham.com/
www.demonkeeper.com/
http://mvdb.cgsociety.org/gallery/

Nathan Grimlock hat von seinem Pflegevater eine undankbare Aufgabe geerbt: Er muss ein Haus voller Dämonen hüten und verhindern, dass seine nervtötenden Schützlinge überall Chaos verbreiten – vor allem das TIER, das tief unten im Keller haust, darf auf keinen Fall entkommen.

Eines Tage geschieht jedoch die Katastrophe: Das TIER bricht aus. Und es hat großen Hunger auf Menschenfleisch. Dann taucht auch noch der Dürre Mann auf. Und Sandy, eine angehende Bibliothekarin.

Die Dämonen sind nicht die Dämonen die man aus Horror-Romanen kennt und hier eventuell erwartet. Wie der nicht so ganz gut gelungene deutsche Titel nahe legt, handelt es sich bei diesen Dämonen zum Großteil nur um Nervensägen. Neben dem TIER kommen dann aber später doch noch andere, bösartigere Dämonen zum Einsatz.

Warum Grimlock in seinem Haus nur diese einfachen Dämonen hält, obwohl die Hüter vor ihm zum Teil große Männer ihrer Zunft gewesen sein sollen, ist nicht so ganz klar. Spielt für den Roman letztlich auch keine Rolle.

Die Geschichte ist die des Erwachsenwerdens. Die erste Freundin, das Übernehmen von Verantwortung und seiner Aufgabe gerecht werden, sich gegenüber anderen durchsetzen…

Störend wirkt der sich recht stark in den Vordergrund drängende ‚erhobene Zeigefinger’. Es sind stets die Ausreißer, Außenseiter (u. a. Raucher), junge Leute, die die sich gegen ihre Lehrer und Erzieher auflehnen, und einfach nach der gängigen Moralvorstellung nicht so ganz passende Personen, die vom Bösen getroffen werden.

Wie das bekannte Klischee in den frühen Horrorfilmen: Der Jugendliche, der zuerst Sex hat, stirbt auch zuerst. In diesem Fall bzw. Buch ist es schon der erste Kontakt mit einem weiblichen Wesen, der dazu führt, dass dem TIER Tür und Tor geöffnet werden. Aber zumindest darf der ‚Erstkontakt’ hier später vertieft werden, und das Ganze ist dann doch nicht so schlimm.

Nun laufen diese Moralvorstellungen hauptsächlich im Hintergrund ab und können dadurch eventuell auch als weniger störend oder auffällig empfunden werden. Im Vordergrund spielen der etwas tollpatschige Held und seine drei Dämonen einige witzige Slapstick-Szenen, und der Dürre Mann sorgt für die notwendige Spannung und den Grusel.

So wechseln sich witzige und humorvolle Beschreibungen mit einigen spannenden Szenen ab. Der einfache Stil sorgt für schnellen Lesespaß, und im Großen und Ganzen ist das alles eine nette, kleine (phantastische) Geschichte, die selbst für ein jüngeres Publikum geeignet ist, da die wenigen ‚heftigen’ Szenen sehr knapp und rational gehalten sind. (ft)

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Dämliche Dämonen

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Der Trichter und sein Henker

Erstellt von Günther Lietz am 31. Januar 2009

Matthias Kröner
Der Trichter und sein Henker

Wunderwald Verlag, Erlangen, 7/2008
1 CD, Hörbuch, Belletristik, Mystery, 978-3-940582-09-6, Laufzeit: ca. 46 Min., gesehen 9/2008 für EUR 14.90
Vorgetragen von Matthias Kröner
Titelbildgestaltung von Berit Koepke
www.wunderwaldverlag.de
www.mundpropaganda-online.de
www.fair-gefischt.de

Ein vergessene Dichter der altehrwürdigen Stadt Nürnberg und das langweilige, eintönige Leben eines Bankangestellten zwischen Devisen, Konten und Anlagen treffen in Matthias Kröners Erzählung „Der Trichter und sein Henker“ aufeinander und wirbeln das Leben seines Helden für einen kurzen Moment gründlich durcheinander. Der Wunderwald Verlag präsentiert die Geschichte nun als ca. 46 Min. langes Hörbuch, dass vom Autor selbst vorgetragen wird.

Ferdinand ist bisher mit seinem Leben eigentlich zufrieden gewesen. Durch seine Arbeit verdient er recht gut und kann sich einen bescheidenen Wohlstand leisten. Abenteuer erlebt er nur vor dem Fernseher, wenn er die entsprechenden DVDs in seinen Player einlegt und in die schöne Welt des Scheins eintaucht. Und wenn ihm nach Gesellschaft ist, so kann er sich mit seiner Freundin Mareike treffen.

Für die Wunder des Alltags und seiner Stadt hat er allerdings keinen Blick. Das ändert sich jedoch, als ihm ein abgerissen wirkender Gaukler im Barockgewand einen Trichter schenkt. Ferdinand weiß zunächst nichts mit dem Haushaltsgegenstand anzufangen. Er merkt erst, dass etwas Magisches an ihm haftet, als er beginnt, die Welt mit anderen Augen zu sehen und in Worte zu fassen – Sätze und Silben, die in ihm ein Hochgefühl wecken. Er fängt zu schreiben an. Prosa und Poesie fließt aus seinen Fingern über die Tastatur und den Stift auf das Papier. Es ist, als habe ihn eine lange vergessene Muse wach geküsst.

Und so steht sein Entschluss bald fest: Er wird seine Freundin verlassen und seine Arbeit kündigen, um sich ganz seiner schriftstellerischen Karriere zu widmen, nicht ahnend, was der geheimnisvolle Gaukler eigentlich im Schilde führt.

„Der Trichter und sein Henker“ ist nicht nur ‚Literatur für die Ohren’, sondern auch ein warmherzig-humorvoller Blick auf Nürnberg, einige seiner markanten (und teilweise auch weniger bekannten) Sehenswürdigkeiten und einen fast vergessenen Sohn der Stadt.

Kaum jemand erinnert sich heute noch an Georg Philipp Harsdörffer, dessen Todestag sich 2008 zum 350. Mal jährt, der aber zu seiner Zeit ein recht bekannter Dichter der Region gewesen ist. Einen Hauch von seiner Lyrik und Prosa lässt er in die fade und eintönige Welt des Bankangestellten Ferdinand gelangen und weckt in ihm scheinbar schlummernde Talente. Wie im 17. Jahrhundert so soll auch der Trichter heute zum Schmieden von poetischen Versen anregen.

Humorvoll, frech und pointiert erzählt Matthias Kröner seine Geschichte, die für mehr eigene Phantasie und die Befreiung vom reinen Konsum durch die Werke der Vergangenheit plädiert, ohne jedoch zu sehr mit dem erhobenen Zeigefinger zu winken. Die Geschichte ist weit davon entfernt knochentrocken zu wirken und weiß durch die lebendige Lesung des Autors von Anfang bis Ende zu unterhalten.

So beweist Matthias Kröner durch „Der Trichter und sein Henker“, das Literatur nicht langweilig sein muss, sondern auch spannend und unterhaltsam sein kann. Das Hörbuch selbst kann übrigens auch problemlos und versandkostenfrei beim Verlag bezogen werden. (CS)

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Der Trichter und sein Henker: Zum 350. Todestag von Georg Philipp Harsdörffer

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BÜCHERPREISRÄTSEL:
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www.buchrezicenter.de veranstaltete  in Zusammenarbeit mit dem obengenannten Verlag dieses Preisrätsel, bei dem wir drei Fragen zum Umfeld des Preistitels gestellt haben, die richtig beantwortet werden mussten.

Die jeweiligen Gewinne wurden anschliessend direkt an die angegebenen Adressen der Gewinner verschickt!

Wir danken dem obengenannten Verlag als Sponsor herzlich für die zur Verfügung gestellten Preisrätseltitel! Und bedanken uns auch bei unseren Mitspielern für Ihr reges Interesse!

Die Gewinner der Preisrätseltitel:

1. Corinna Schöpf
2. Petra Sommerfeld
3. Martin Brandt

Der Rechtsweg war wie immer ausgeschlossen!
* Telefongebühren des Anrufers gehen immer zu Lasten des Anrufers. Bitte informieren Sie sich über die ortsüblichen aktuellen Kosten bei Ihrem Telekommunikationsanbieter!
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Gutenberg und das Geheimnis der Schwarzen Kunst

Erstellt von Günther Lietz am 31. Januar 2009

Andreas Venzke
Gutenberg und das Geheimnis der Schwarzen Kunst

Arena Bibliothek des Wissens 14
Arena Verlag, Würzburg, 1. Auflage: 8/2008
TB mit Klappbroschur, Jugendbuch 6180, Sachbuch, Geschichte, 978-3-401-06180-1, 112/795
Titelillustration von Joachim Knappe
Innenillustrationen von Klaus Puth
www.arena-verlag.de
www.andreas-venzke.de
www.illustrationen-joachim-knappe.de/
www.klausputh.de

Als eine historische Persönlichkeit, deren Wirken die Geschichte nachhaltig beeinflusste, gilt Johannes Gutenberg, der Erfinder des Buchdrucks.

Er wurde um 1400 als Sohn eines Adligen geboren. Schon früh erweist er sich sowohl als Lebe- wie auch als kluger und risikofreudiger Geschäftsmann. Nachdem er aufgrund von Stände-Konflikten Mainz verlassen musste, zieht er nach Straßburg, wo er sich erstmals mit dem Gedanken der Massenvervielfältigung von Devotionalien, Ablassbriefen usw. beschäftigt. Um mit dem Buchdruck ein Vermögen verdienen zu können, muss jedoch etwas Besonderes, was jeder haben möchte, hergestellt werden: die Bibel, das meist gelesene Buch aller Zeiten. Zuvor kehrt Gutenberg jedoch zurück nach Mainz, denn marodierende Söldner bedrohen Straßburg. In seiner Heimatstadt realisiert Gutenberg sein Vorhaben, und weitere Bücher folgen, bis er 1468 stirbt.

Wenig ist bekannt über das 15. Jahrhundert und seine Menschen. Was man weiß, lässt sich nur aus Quellen rekonstruieren, in denen dritte über die Vorgänge berichten oder bereits ein bestimmtes Bild zu schaffen versuchen. Man geht davon aus, dass es jenen Gutenberg, den man zum moralisch tadellosen Visionär aufbaute, nie gegeben hat. Realistischer scheint, dass er ein Geschäftsmann war, der seine eigenen Interessen verfolgte und darauf bedacht war, genug Geld zu verdienen, um seine Existenz abzusichern und als Patrizier bzw. Angehöriger der Zünfte Status zu zeigen.

In Konsequenz entspringt dann die Erfindung des Buchdrucks keineswegs dem Wunsch, der Menschheit etwas Gutes zu tun: das Dokumentieren von Geschehnissen und die Verbreitung von Wissen. Stattdessen standen finanzielle Interessen im Vordergrund. Da es seinerzeit noch keine Patente gab, wurde das Prinzip zunächst von Gutenbergs Mitarbeitern, später von anderen parallel weiter geführt und immer wieder verbessert.

Der Buchdruck eroberte die ganze Welt und sorgte für radikale Änderungen: Lehrbücher konnten immer mehr Menschen zur Verfügung gestellt werden, so dass nicht länger bestimmte Schichten ein Exklusiv-Recht auf Bildung hatten, Nachrichten verbreiteten sich schneller, korrekt und legten den Grundstein für politische Reformen. Im Prinzip kann man den Buchdruck auch als ersten Schritt auf dem Weg zum modernen Computer und der Textverarbeitung betrachten.

Andreas Venzke bemühte sich, sich in das Leben und Denken Gutenbergs zu versetzen, das zweifellos ganz anders war als in der heutigen Zeit. Sein salopper Ton im Stil von „Die Sendung mit der Maus“ spricht junge Leser an und vermittelt auf unterhaltsame Weise Wissen. Ergänzt wird mit einem Glossar und einer Zeittafel, aufgelockert wird mit den lustigen Illustrationen von Klaus Puth. Kinder ab 10 Jahren, die sich für Geschichte interessieren, dürften vieles aus dieser Lektüre für sich herausziehen können. Sicher wäre der Band auch als Begleitmaterial für den Schulunterricht reizvoll. (IS)

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Gutenberg und das Geheimnis der schwarzen Kunst

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Urgum der Barbar

Erstellt von Günther Lietz am 31. Januar 2009

Kjartan Poskitt
Urgum der Barbar

Urgum the Axeman, GB, 2006
cbj-Verlag, München, 2/2008
HC, Jugendbuch, Fantasy, 978-570-13382-8, 432/1495
Aus dem Englischen von Vanessa Walder
Titelillustration und Innenillustrationen von Philip Reeve
www.cbj-verlag.de
www.kjartan.co.uk/
www.mortalengines.co.uk/

Was zeichnet eigentlich Barbaren aus? – Sie sind laute und stinkende Raufbolde, die in einer Höhle wohnen, keine anderen Herrscher über sich anerkennen als ihre Götter und auch vor denen nicht unbedingt immer Respekt haben. Ihr Lebenszweck ist das Herumreiten und Kämpfen, damit sie am Ende auch jedes Recht haben, an der Tafel der Götter zu sitzen und ein Heldenmahl zu verschlingen.

Zu dieser Gattung gehört auch Urgum, der zusammen mit seinen sieben Söhnen die Gegend unsicher macht. Mit dem Wahlspruch Haben wir Schiß? Nö! Kümmert’s uns? Nö! Wir sind völlig IRRE! ziehen sie durch die Lande und arbeiten daran, über die Klinge zu springen. Vor allem Urgum sucht den Tod. Er möchte endlich den verdienten Lohn einfordern.

Was er aber nicht ahnt, ist, dass seine Götter gar nicht so erbaut darüber sind, wieder jemanden aus seiner Familie in ihrer Mitte zu haben. Immerhin sind sie gerade erst seinen Vater losgeworden. Und so ersinnen Tangal und Tangor, die unzertrennlichen Zwillingsgötter, einen Plan.

So wie er sich jetzt benimmt, wollen sie Urgum sicher nicht bei sich haben. Er soll erst mal ein wenig Vernunft und Verantwortung lernen. Und wie sollte das besser gelingen als durch ein Mädchen. Denn immerhin neigen Väter dazu, wie eine Glucke über ihre Töchter zu wachen.

Und so erlebt Urgum eine Überraschung, als er nach Hause zurückkommt. Seine Frau ist nicht nur wütend, dass er zehn Jahre weg geblieben ist – sie präsentiert ihm auch seine Tochter, ein hübsches Mädchen namens Molly, dass sie all die Jahre so aufziehen konnte, wie sie wollte.

Der Barbar ist zutiefst verwirrt, denn die Kleine ist ganz anders als seine Söhne und doch um einiges interessanter. Ohne es zu wollen, beschäftigt er sich mehr mit ihr als mit seinen anderen Kindern. Und so scheint der Plan aufzugehen. Die Götter sehen mit Wohlwollen, dass ihm plötzlich andere Dinge wichtiger werden, auch wenn er im Herzen ein Barbar bleibt…

Die Geschichte um den wilden Barbaren und seine recht eigensinnige Familie wird mit einem frechen Augenzwinkern erzählt, das Kinder ab zehn Jahren höchst lustig finden werden und auch noch den einen oder anderen Erwachsenen zum Schmunzeln reizen dürfte.

Kjartan Poskitt stellt so manches Klischee auf den Kopf, das man aus der Heroic Fantasy kennt. Wenn auch etwas vereinfacht, so findet man doch all die uns lieb gewordenen Helden und Bösewichter wieder – angefangen mit dem kernigen Barbaren, seiner selbstbewussten, wenn auch etwas Kultur beflissenen Frau bis hin zu der intriganten, adligen Hofgesellschaft der nahen Stadt und ihren lästigen Soldaten und Steuereintreibern.

Nur die Abenteuer dazu sind natürlich kindgerecht aufbereitet und für ältere und erfahrene Leser schneller zu durchschauen. Dennoch wird einem das Lesen nicht langweilig, denn die unzähligen Illustrationen sind genauso schräg wie der Text. Das Buch wäre jedenfalls ohne die humorvoll überspitzten Bilder nur halb so interessant, da sie die Inhalte der Erzählung noch auf die Spitze treiben.

So kann Fantasy auch sein – sie muss sich selbst nicht ernst nehmen und von großen Schicksalen künden; sie kann auch mit frechen Ideen und verrückten Begebenheiten zum Lachen anregen.

Genau das macht „Urgum der Barbar“ zu einem abwechslungsreichen Abenteuer für alle jungen und jung gebliebenen Leser. (CS)

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Urgum der Barbar

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BÜCHERPREISRÄTSEL:
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www.buchrezicenter.de veranstaltete  in Zusammenarbeit mit dem obengenannten Verlag dieses Preisrätsel, bei dem wir drei Fragen zum Umfeld des Preistitels gestellt haben, die richtig beantwortet werden mussten.

Die jeweiligen Gewinne wurden anschliessend direkt an die angegebenen Adressen der Gewinner verschickt!

Wir danken dem obengenannten Verlag als Sponsor herzlich für die zur Verfügung gestellten Preisrätseltitel! Und bedanken uns auch bei unseren Mitspielern für Ihr reges Interesse!

Die Gewinner der Preisrätseltitel:

1. Annica Lasev
2. Nicole Beck
3. Jessica Krohn
4. Florian Merl
5. Jens Nolte-Kraul

Der Rechtsweg war wie immer ausgeschlossen!
* Telefongebühren des Anrufers gehen immer zu Lasten des Anrufers. Bitte informieren Sie sich über die ortsüblichen aktuellen Kosten bei Ihrem Telekommunikationsanbieter!
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