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neuauflage

Archiv für Februar, 2009

Die Dämonenjäger

Erstellt von Detlef Hedderich am 27. Februar 2009

Eric Kripke, Ron Milbauer, Terri Hughes Burton, Sera Gamble, Raelle Tucker, Richard Hatem
Die Dämonenjäger

Supernatural 1
Pilot, Wendigo, Dead in the Water, Phantom Traveller, USA, 2007
Egmont vgs Verlagsgesellschaft, Köln, 9/2007
TB, Mystery, 978-3-8025-3625-0, 349/995
Aus dem Amerikanischen von N. N.
Titelbildgestaltung mit einem Promotionfoto der Serie von Ester Bachmann

www.vgs.de
www.prosieben.de/spielfilm_serie/supernatural/

Sam und Dean Winchester sind Brüder, die schon lange… ungewöhnlich leben.

Doch Sam will abspringen und seine Existenz anders gestalten. Also geht er zum College, sucht sich Freunde, verliebt sich in ein Mädchen und hat schließlich sogar die einmalige Chance, an eine angesehene Elite-Universität zu gehen und dort Jura zu studieren.

Und gerade in diesem Moment ist sein altes Leben plötzlich wieder da, als Dean unversehens in seinem Studentenwohnheim auftaucht – und mit ihm natürlich Ärger hoch drei…

„Supernatural“ schlägt nur vordergründig in die gleiche Kerbe wie seinerzeit etwa „Buffy“, ist allerdings bisher auch nicht so hochfliegend wie „Akte X“ oder beharrt auf der Plausibilität der gezeigten übersinnlichen Kräfte wie „PSI Factor“.

Tatsächlich behandelt die Serie viele moderne Mythen und schreibt auch schon einmal das eine oder andere um, wenn es denn sein muss. Dass das Ganze mit seiner gehörigen Portion Humor gewürzt ist und sich die Schauspieler teils selbst nicht so ganz ernst zu nehmen scheinen, ist zwar noch keine wirkliche Garantie, aber doch schon ein erstes Indiz dafür, dass selbst in den heutigen, magereren Zeiten dieses Format vielleicht etwas länger erhalten bleibt als beispielsweise Jericho.

Wenn eine Serie Erfolg hat, versuchen Studio und Macher natürlich alles, um mittels Merchandising so viel Gewinn wie möglich zu machen. Dass es Romane zu Serien gibt, gehört schon längst zum Konzept und wird auch gern weitergeführt, wobei es eigentlich meist immer noch als besonderes Privileg gilt, wenn für ein Manuskript das Drehbuch verwendet wurde als Hintergrund.

Doch entgegen einiger sehr guter Beispiele, wie man ein Drehbuch in Romanform gestalten kann und so dem Interessierten einen zusätzlichen Kick verschafft durch die Tatsache, dass man als Leser plötzlich in den Figuren steckt, die man im Fernsehen schon zu schätzen gelernt hat, haben die Autoren dieses Buches wirklich alles getan, um den Roman so langweilig und drehbuchgetreu wie möglich zu gestalten.

Charakterisierungen der Figuren oder gar tiefere Einblicke wird der Leser vergeblich suchen. Auch kommt der Schrecken der Weißen Frau oder eines Wendigos überhaupt nicht wirklich vor. Die Szenen sind dermaßen weit von der Handlung entfernt, dass man nur noch leise wimmert und sich nach der nächsten Wiederholung im TV oder gar der Staffelbox sehnt – da bekommt man zumindest noch etwas für sein Geld.

Dazu kommen einige wirklich grobe Schnitzer, die wirklich nicht hätten sein müssen. So ist, laut mehreren Passagen des letzten Romans, Jesus in Nazareth geboren – ein einfacher Griff zur Bibel oder auch nur ein Ohr zu Weihnachten dürften eigentlich selbst dem lesefaulsten Autor neben der nötigsten Allgemeinbildung sagen, wie falsch er eigentlich liegt.

Auch die Anordnung der einzelnen kurzen ‚Romane’ macht die Sache nicht sehr viel besser; eher führt sie beim Lesen noch zur Verwirrung. Nacherzählt werden die ersten vier Episoden der Serie, allerdings sind die einzelnen Erzählungen nirgends voneinander abgegrenzt oder sonst wie gekennzeichnet.

Die eine Handlung hört einfach auf, im nächsten Kapitel nimmt der Ärger dann seinen weiteren Lauf…

Alles in allem bleibt nicht einmal ein schales Lesevergnügen. Lieber sparen und die Staffelbox kaufen als diesen Roman! (RSch)

Titel bei Amazon.de
Supernatural. Die Dämonenjäger

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Blutspur

Erstellt von Detlef Hedderich am 27. Februar 2009

Tanya Huff
Blutspur

Blood Ties 2
Blood Trail, USA, 1992
Egmont LYX, Köln, 1. Auflage: 10/2008
TB, Horror, 978-3-8025-3649-6, 358/995
Aus dem Amerikanischen von Feder&Schwert GmbH/Claudia Wittemund
Titelgestaltung von Esther Bachmann unter Verwendung eines Fotos von 2104023 Ontario Inc. Und Bitten Productions Inc.

www.egmont-lyx.de
www.rtl2.de/20880.html
www.tanyahuff.net
www.feder-und-schwert.com/

Vicky Nelson musste wegen fortschreitender Erblindung den geliebten Beruf bei der Polizei Torontos aufgeben. Seither schlägt sie sich als Privatdetektivin durch. Dabei sind ihr die Verbindungen zu ehemaligen Kollegen immer wieder von großem Nutzen, und auch der Vampir Henry Fitzroy, den sie durch einen ihrer Fälle kennen lernte („Blutzoll“), erweist sich regelmäßig als zuverlässiger Helfer.

Diesmal ist er es, der Vicky neue Klienten vermittelt: Die Zwillinge Rose und Peter Heerkens geben sich als Werwölfe zu erkennen und bitten Vicky, die Person zu finden, die offenbar das Geheimnis kennt und bereits zwei ihrer Angehörigen ermordet hat. Vicky nimmt zusammen mit Henry die Ermittlungen auf.

Ihrem früheren Partner und Ex Mike Celluci gefällt das gar nicht. Er ist eifersüchtig auf den offensichtlichen Rivalen – aber da ist noch etwas, das er nicht wirklich zu erklären vermag und das seinen Argwohn gegenüber dem Autor von Liebesromanen geweckt hat. Tatsächlich kann er nichts finden, was seinen Verdacht, dass Henry nicht der ist, der er vorgibt zu sein, bestätigt, und das lässt sein Misstrauen umso mehr wachsen. Besorgt folgt er den beiden und wird dadurch in den gefährlichen Fall mit hinein gezogen…

Hatte man beim ersten in sich abgeschlossenen Band noch das Gefühl, eine Geschichte im Stil der TV-Serie „Nick Knight“ zu lesen, so wird man vom zweiten Buch positiv überrascht, denn Tanya Huff konnte sich von dem Vorbild befreien und deutlich steigern. Gewiss trug auch der Umstand seinen Teil dazu bei, dass die Leser die Hauptfiguren nun kennen und sich die Autorin auf die Handlung und die Weiterentwicklung der Beziehungen konzentrieren konnte. Dass die Story im Mittelpunkt steht und das Gezicke der Protagonisten weniger Raum einnimmt, wirkt sich ebenfalls vorteilhaft auf den Roman aus.

Man wird schnell in die Handlung hinein gezogen und folgt ihr gebannt bis ans Ende. Zusammen mit Vicky rätselt man, wer der Täter ist. Aufmerksame Leser kommen ihm zwar bald auf die Schliche, aber eine Überraschung bei der Auflösung gibt es trotzdem. Die Charaktere sind sympathisch und interessant. Mit den Beschreibungen der Hierarchie und den Traditionen der Werwölfe ist Tanya Huff eine überzeugende und erfrischend andere Darstellung gelungen, die nicht den üblichen Klischees folgt.

Natürlich wird mit einigen Prisen Romantik gewürzt, denn zwischen Vicky und Henry knistert es seit ihrer ersten Begegnung, und die Protagonistin pendelt seither zwischen ihm und Mike hin und her und muss sich wohl irgendwann für einen entscheiden. Darüber hinaus finden sich homoerotische (Henry x Tony) und vage inzestuöse (Peter x Rose) Andeutungen, die man in der TV-Serie, die sich an der Roman-Vorlage orientiert, ausgeklammert hat.

Alles in allem ist „Blutspur“ sehr unterhaltsames Lesefutter für die Freunde des zeitgenössischen soften Horrors. Man muss den ersten Band oder/und die TV-Serie nicht kennen, um Spaß an dem Roman zu haben. (IS)

Titel bei Amazon.de
Blood Ties 02. Blutspur

BEENDETES BÜCHERPREISRÄTSEL:
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www.buchrezicenter.de veranstaltete in Zusammenarbeit mit dem obengenannten Verlag dieses Preisrätsel, bei dem wir drei Fragen zum Umfeld des Preistitels am Telefon* gestellt haben, die richtig beantwortet werden mussten.
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Die jeweiligen Gewinne wurden anschliessend direkt an die angegebenen Adressen der Gewinner verschickt!
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Wir danken dem obengenannten Verlag als Sponsor herzlich für die zur Verfügung gestellten Preisrätseltitel! Und bedanken uns auch bei unseren Mitspielern für Ihr reges Interesse!
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Die Gewinner der Preisrätseltitel:
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1. Tina Schlosser
2. Marcus Müller
3. Frank Hoffmeister
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Der Rechtsweg war wie immer ausgeschlossen!
* Telefongebühren des Anrufers gehen immer zu Lasten des Anrufers. Bitte informieren Sie sich über die ortsüblichen aktuellen Kosten bei Ihrem Telekommunikationsanbieter!

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Der Vampyr

Erstellt von Detlef Hedderich am 27. Februar 2009

Wolfgang Hohlbein
Der Vampyr

Die Chronik der Unsterblichen 2
Egmont Lyx, Köln, 09/2007, Neuauflage des erstmals bei Egmont vgs erschienenen Hardcovers, Köln, 2000
PB, Mystery, Grusel, Fantasy, 978-3-8025-8133-5, 345/1495
Titelbild von Maximilian Meinzold

www.egmont-lyx.de
www.hohlbein.net

Wolfgang Hohlbein ist einer der Bestseller-Autoren, die ihren Erfolg dadurch festigen konnten, indem sie mit der Zeit gegangen sind und sich immer dem aktuellen Trend angepasst haben. So ist auch das Vampirthema nicht spurlos an ihm vorüber gegangen. Mit der Saga „Die Chronik der Unsterblichen“ hat er seinen eigenen Mythos um die Blutsauger verfasst und alte mit neuen Vorstellungen verbunden:

Held der Geschichte ist der Schwertkämpfer und Söldner Andrej Delãny, der nach langen Jahren nach Hause zurück kommt und dort nur Ruinen und Tote vorfindet. Der einzige Überlebende, ein junger Vetter namens Frederick, erzählt von denen, die dafür verantwortlich sind. Männer in goldenen Rüstungen haben viele getötet, die Häuser zerstört und den Rest der Dorfbewohner einfach verschleppt.

Um Rache zu nehmen, setzt sich Andrej mit dem Jungen auf die Fährte der Mörder, die ganz offensichtlich der Inquisition angehören, und muss erfahren, dass sie es ganz allein auf ihn abgesehen haben. Denn im Schloss des Grafen Bathory enthüllt sich ihm eine schreckliche Wahrheit über sich selbst.

Auch wenn Andrej schwer an der Schuld zu tragen hat, so will er doch nicht die überlebenden Dorfbewohner im Stich lassen, die inzwischen an den Piraten und Sklavenhändler Abu Dun verkauft wurden. Er und Frederick geraten ebenfalls in die Gewalt des Sarazenen und sehen einer ungewissen Zukunft entgegen, als plötzlich ein Unbekannter in Drachenrüstung auftaucht und ein grausames Gemetzel unter der Mannschaft und den Gefangenen anrichtet.

Nur wenige – unter ihnen Abu Dun und die beiden Helden – überleben das Massaker. Sie folgen der blutigen Spur des Unbekannten und finden heraus, dass sie es mit Vlad Tepesch, auch ‚Der Pfähler’ genannt, zu tun haben, der nicht nur im Kampf gegen die ungläubigen Feinde sondern auch gegenüber seinen eigenen Untertanen keine Gnade zeigt.

Als Vlad Tepesch herausfindet, von welcher Art Andrej Delãny ist, versucht er alles, um ebenfalls an das Geheimnis der Unsterblichkeit zu kommen – und müsste er dafür auch weiter über Leichen gehen. Es ist nun an dem jungen Krieger, sich für die richtige Seite zu entscheiden.

Wolfgang Hohlbein benutzt ganz bewusst den „Dracula“-Film von 1992 unter der Regie von Francis Ford Coppola und mit Gary Oldman in der Titelrolle als Vorlage für sein Setting. Kennt man den Film, hat man ganz deutlich die entsprechenden Bilder vor Augen, die ein sehr düsteres und blutiges Bild Osteuropas im 16. Jahrhundert zeichnen.

Dementsprechend scheut er sich auch nicht, in den entsprechenden Gewaltorgien zu schwelgen und seine Helden bis zum Äußersten zu treiben. Wieder müssen Andrej Delãny und sein junger Freund Folter und Grausamkeiten überleben und mit ansehen, wie ihre Freunde sterben.Allein die Tatsache, dass einer ihrer Gegner am Ende fällt, ist zumindest eine kleine Genugtuung. Beide sind am Ende des Buches wesentlich abgebrühter und kälter als am Anfang; sie verlieren tatsächlich immer mehr von ihrer Menschlichkeit. Allerdings sollte man keine Charakterstudien erwarten, denn der Autor hat dies auf ein Mindestmaß reduziert, genauso wie die Ausarbeitung der Nebenfiguren.

Im Vordergrund stehen weiterhin die actionreichen Abenteuer von Andrej und Frederick, garniert mit vielen plakativen Horroreinlagen und Schockeffekten – und das funktioniert ausnehmend gut.

Und so ist auch „Der Vampyr“ als zweiter Teil „Der Chronik der Unsterblichen“ in erster Linie kurzweilige und abenteuerliche Unterhaltung ohne weitere Hintergedanken. (CS)

Titel bei Amazon.de
Der Vampyr. Die Chronik der Unsterblichen 02.

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Süß wie Blut und teuflisch gut

Erstellt von Detlef Hedderich am 27. Februar 2009

Mary Janice Davidson
Süß wie Blut und teuflisch gut

Betsy Taylor 2
Undead and Unemployed, USA, 2004
Egmont LYX, Köln, 11/2007
TB mit Klappbroschur, Horror, Comedy, 978-3-8025-8124-3, 254/895
Aus dem Amerikanischen von Stefanie Zeller
Titelgestaltung von HildenDesign, München
Titelillustration von Anke Koopmann unter Verwendung eines Motivs von Shutterstock
Autorenfoto von Privat

www.egmont-lyx.de
www.maryjanicedavidson.net/
www.hildendesign.de
www.ankeabsolut.de/ Seite 22 von 51
www.shutterstock.com

Betsy Taylor verlor bei einem Autounfall ihr Leben – und wachte als Vampir wieder auf. Nachdem sie den Fiesling Nostro besiegen konnte, zur Königin der Vampire erhoben wurde und mit dem attraktiven und berechnenden Eric Sinclair einen Gemahl an die Seite gestellt bekam, den sie gar nicht haben wollte, versucht sie nun, ihr untotes Leben in den Griff zu bekommen. Dabei sind ihr alte und neue Freunde stets behilflich, aber Betsy möchte auf eigenen Füßen stehen.

Darum sucht sie sich einen Job und freut sich riesig, als man sie in einer Boutique als Schuhverkäuferin einstellt. Betsy liebt schicke Markenschuhe über alle Maßen, und nun sitzt sie an der Quelle und genießt auch noch einen Angestellten-Rabatt. Das passt Eric überhaupt nicht, denn er ist der Ansicht, dass seine Königin sich nicht zu solch niederen Tätigkeiten herablassen darf.

Viel Zeit zum Streiten bleibt den beiden jedoch nicht, denn plötzlich fangen Unbekannte an, Vampire zu ermorden. Auch Tina und Monique werden bedroht und können nur knapp entkommen. Obwohl sich Betsy das Amt der Königin nicht gewünscht hat, findet sie, dass es an der Zeit ist einzuschreiten und ihr Volk zu beschützen…

Obwohl die einzelnen Bücher in sich abgeschlossen sind, knüpft die Handlung nahtlos an den vorherigen Band an, so dass es sich empfiehlt, die Bücher der „Betsy Taylor“-Serie in der richtigen Reihenfolge zu lesen, denn nur dann weiß man genau, warum sich die Ereignisse in diese Richtung entwickeln konnten und in welcher Beziehung die Protagonisten zueinander stehen.

Die Geschehnisse werden aus der Sicht der Hauptfigur in einem schnoddrigen, jugendlichen Tonfall geschildert. Die Vorbilder der Autorin sind klar erkennbar, und sie scheut sich auch nicht, auf Serien wie „Buffy“ und „Charmed“ anzuspielen oder aus ihnen zu zitieren. Darauf setzt sie noch eine Portion Erotik, denn Eric ist ein extrem gut aussehender, unermüdlicher Lover – und eigentlich mögen sich Betsy und Eric trotz allem Gezicke und Gezanke.

Von Betsy, die als richtiger Super-Vampir präsentiert wird, einmal abgesehen bleiben die anderen Charaktere weitgehend im Hintergrund und haben fest definierte Rollen als Helfer, Mentoren, Störenfriede, Lover usw. inne. Sie sorgen regelmäßig für Parallelhandlungen mit kleinen Höhepunkten, denn freche Kommentare, Kabbeleien und erotische Phantasien allein reichen nicht, um eine Geschichte interessant zu gestalten. Darum muss sich Betsy gleichermaßen um ihr Privatleben, ein Geistermädchen, eine Gruppe Vampir-Jäger, die den Teenager-Superhelden-Teams à la „Power Rangers“ nachempfunden ist, den Drahtzieher, der hinter den Morden steckt, Schuhe und andere Probleme kümmern. Grundsätzlich steht der Humor an erster Stelle, und ein Gag folgt dem anderen.

Diese Mischung gefällt vor allem Leserinnen ab 15 Jahren, deren Vorstellung von Phantastik durch die genannten TV-Serien, mit denen sie aufwuchsen, geprägt wurde und die den flotten Stil mögen. Um Spaß an den „Betsy Taylor“-Bänden zu haben, muss man nicht zwangsläufig ein Genre-Fan, sondern kann durchaus den „Freche Mädchen – freche Bücher“-Titeln entwachsen sein und hier eine Anschlusslektüre suchen.

Wer ein Hardcore-Horror- oder/und –Vampir-Fan ist, dürfte mit traditionellen Romanen, die mehr auf seine Bedürfnisse zugeschnitten sind, besser beraten sein. (IS)

Titel bei Amazon.de
Süß wie Blut und teuflisch gut

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Feuerreiter über Bamberg

Erstellt von Detlef Hedderich am 27. Februar 2009

Gunter Arentzen
Feuerreiter über Bamberg

Christoph Schwarz 32: Feuerreiter über Bamberg/Mafia-Horror/Tod unter Tage
Romantruhe, Kerpen, 1/2008
PB, Mystery-Thriller, 247/1295
Titelillustration von Uwe Köhl

www.romantruhe.de
www.g-arentzen.de

Dieser Titel ist also der Erste der seitenstärkeren Bände, auf welche die Serie umstellt. Jedoch bietet sich dem Leser kein komplexer Roman, sondern drei Folgen in gewohnter Art und Größenordnung sind in einen dickeren Band zusammengefasst.

Besonderheit ist, dass jetzt Rafael Kramer die Erzählperspektive übernimmt. Ebenso neu ist, dass Conny Blank wieder eine Stelle im Bundesinnenministerium angeboten wird, die sie annimmt. Als ihre neue Partnerin fungiert die Ex-Prostituierte Suzanne Wild.

In „Feuerreiter über Bamberg“ dreht sich die Handlung um die Statue des Bamberger Reiters, der am Nordpfeiler des Doms steht und um den sich einige Legenden ranken. Niemand weiß so recht, wann sie in das Gotteshaus kam und wen genau sie darstellt. Der Reiter scheint zu morbidem Leben zu erwachen, als Softwareentwickler Markus Lenz mit Frau und Tochter das Standbild betrachten. Mehr noch: Markus Lenz erscheinen vier Feuerreiter.

Auch Polizei-Obermeister Bernd Henning sieht eben jene Feuerreiter, die aus dem Himmel Richtung Dom streben. Er folgt ihnen und wird Zeuge, wie sie vor seinen Augen Markus Lenz töten.

Christoph Schwarz kämpft derweil mit seiner Trauer über Carmens Tod. Aber auch Belinda leidet, da sie Sehnsucht nach der anderen Welt hat, aus der sie zurückgekehrt ist. Ihr fehlen die Amazonen und der ‚andere Christoph Schwarz’ (Band 28).

Bernd Henning bittet Christoph Schwarz, den Fall der „Feuerreiter von Bamberg“ zu übernehmen, und Christoph Schwarz und Belinda fliegen sofort nach Bamberg. Während des Fluges sichten auch sie die mysteriösen Feuerreiter am Himmel. Belindas Geist nimmt Kontakt mit ihnen auf. Die Reiter attackieren den Helikopter, so dass dieser abstürzt.

Christoph Schwarz wacht in einem Krankenhaus auf, in dem auch Belinda komatös liegt. Doch wie es sich für einen wahren Held gehört, ist er natürlich schnell wieder auf den Beinen.

Special Agent John Harvey von der CIA sucht Christoph Schwarz in seinem Hotel auf, ebenso Bernd Henning, und sie beschließen zusammenzuarbeiten. Letzterer sichtet zusammen mit Christoph Schwarz den Tatort im Dom und erklärt dem Detektiv, dass die Augen der Reiterstatue rot geleuchtet haben sollen, als sie Markus Lenz tötete.

Belindas Geist befindet sich jenseits des Todes und begegnet der Banshee (Totenfee). Von ihr erfährt sie, dass die vier Feuerreiter seit 666 Jahren warten, um ihre Aufgabe zu erfüllen. Ebenso hört sie, dass Christoph Schwarz ein Dunkelalb ist und sie (Belinda) an seiner Seite bleiben soll.

Brigitte Schröder, Putzfrau im Dom, wird das nächste ‚Opfer’ des sonderbaren steinernen Reiters, dessen Geist in ihren Körper wandert. So wird sie zu dessen Marionette und tötet eine Kollegin.

Nach und nach wird dem Leser durch einen Rückblick, der im Jahr 1333 angesiedelt ist, offenbart, dass die Geschichte des Magiers Cordelius eng mit der des steinernen Reiters und der vier Feuerreiter verknüpft ist.

Belinda kehrt aus dem Krankenhaus zurück und sie, Christoph Schwarz und Harvey stellen sich den Geschehnissen rund um den Bamberger Dom…

In der zweiten Episode „Mafia-Horror“ wird Conny Blank, mittlerweile Zivilfahnderin und Hauptkommissarin beim Bundesgrenzschutz (BGS), in einen Fall eingebunden, der im Milieu stattfindet – zwischen Prostitution, Drogenhandel und Schutzgelderpressung.

Iansa, eine mysteriöse Killerin, mordet einige Zuhälter und Mafiosi nieder, und es sieht nach einem Krieg im Rotlichtviertel von Frankfurt aus. Hauptkommissar Paul Paulsen und sein Assisent Frank Härting werden auf den Fall angesetzt Conny und ihre Partnerin Suzanne stoßen auf die Prostituierten Lydia Meisner und Angelika Wecker, die in einem ‚Laufhaus’ arbeiten. Auch dort erscheint die mysteriöse Killerin Iansa und tötet Lydia vor den Augen ihrer Kollegin, indem sie ihr ein Pulver ins Gesicht pustet – eine Voodoo-Methode, die auf Haiti praktiziert wird, um Menschen zu zombifizieren. Die ermordete Lydia entgeht der Autopsie, indem sie tatsächlich wieder aufsteht und als lebende Tote entschwindet.

Iansa taucht währenddessen auch im Gebäude des BGS auf, Conny begegnet ihr, Iansa spricht ihr gegenüber von Rache und dematerialisiert vor Connys Augen.

Suzanne sieht zeitgleich den Lydia-Zombie und folgt ihr. Iansa materialisiert in ihrer Nähe. Bei ihr scheinen alle Fäden zusammenzulaufen – und in dem Laufhaus und dessen 5.Etage, in der Brasilianerinnen ihre ‚Dienste’ anbieten – und ‚Macumba’ praktizieren. Und so sehen sich Conny und Suzanne Iansa, der Göttin des Krieges, gegenüber…

Den dritten Part bestreitet „Tod unter Tage“, der von den jugendlichen Punks eingeläutet wird: „Pink“, „Violett“ und „Green“ (Spitznamen nach ihren Haarfarben), die in die Stollen eines Bergwerks eindringen und auf Leichen stoßen, aber auch selbst ihr Leben verlieren – bis auf Violett. Und schon ist der Leser wieder mittendrin in der Arentzen-Erlebniswelt. Denn nicht irgendein irregeleiteter Mörder treibt dort sein Unwesen, sondern eine blutrünstige Bestie.

Die Polizeiobermeister Martin Hollerich und Frank Sauer nehmen sich des Falles an und folgen Violetts Aussagen, sprich, gehen auch ‚unter Tage’ und finden die Leichen, hören ein bedrohliches Knurren und begegnen schlussendlich einem monströsen Wesen, das wohl für die Morde verantwortlich ist.

Eduard Schmidt, Einsatzleiter des SEK, schickt seine Leute nach unten, die dort auf weitere niedergemetzelte Leichen stoßen und auf mit Äxten und Schwertern bewaffnete Kreaturen. Eine wird vom SEK nach oben gebracht, und man stellt fest, dass deren Blut nicht menschlich ist, sondern auch Chlorophyll enthält. Belinda stellt fest, dass es sich um Orks handelt. Die Frage stellt sich, wie kommen diese in den Stollen des Bergwerks, und wie kann man sie bekämpfen?

Die drei Episoden sind durch textliche ‚Zwischenspiele’ flüssig miteinander verwoben. Wie immer leben die Texte von Gunter Arentzen durch eine muntere Mixtur aus Mythologie, Crime und Lokalkolorit, wobei er zwar manchmal etwas dick aufträgt, aber das so unbekümmert, dass es beinahe schon wieder Charme besitzt.

Die Aufmachung, d. h., Papier, Satz und Bindung des Bandes sind gut, das Covermotiv passend – wenngleich das Artwork nicht so optimal erfolgte, aber das ist sicher auch Geschmacksache. Nur das Lektorat lässt nach wie vor leider zu wünschen übrig.

Alles in allem beschert der Band einige unterhaltsame Lesestunden und ist sicher besonders für Heftromanleser, die aber ein gebundenes Taschenbuch im Regal stehen haben wollen, die richtige Kost. – Munter erzählter, mystische Unterhaltungscocktail! (AB)

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Bordbuch Delta VII

Erstellt von Detlef Hedderich am 27. Februar 2009

Nikolai von Michalewsky
Bordbuch Delta VII

Mark Brandis – Weltraumpartisanen 1
Wurdack-Verlag, Nittendorf, 11/2008
TB, SF, 978-3-938065-39-6,190/1200
Titelbild von Frederick St. Arnaud

www.wurdackverlag.de
www.vonmichalewsky.de/
www.markbrandis.de/
http://markbrandis.blogspot.com
www.laberge.qc.ca/fred/

Erstaunlicherweise kann man die zweiterfolgreichste SF-Serie neben „Perry Rhodan“ nicht bei den Heftromanen finden – stattdessen bevölkerte sie über mehrere Jahrzehnte die Regale der Stadtbibliotheken und dürfte so manchem älteren Fan noch bekannt sein.

Bereits 1970 verfasste Nikolai von Michalewsky die Abenteuer von „Mark Brandis“, die am Ende 31 Bände umfassen sollte. In den Romanen, die meistens nicht mehr als 200 Seiten hatten, schilderte er nicht nur spannende Abenteuergeschichten, sondern behandelte auf verantwortungsvolle Weise auch sehr ernste politische Themen.

Vielleicht wirkt heute einiges vom Setting her etwas altmodisch, weil die Forschung die Fantasie längst überholt hat; die Reihe hat allerdings kulturell und gesellschaftlich kaum etwas von ihrer Aktualität und Brisanz verloren, wie man immer wieder am aktuellen politischen Tagesgeschehen merken kann.

Im 22. Jahrhundert dominieren zwei Machtblöcke die Erde. So haben sich u. a. Amerika, Europa und Afrika zu einer Union zusammengeschlossen. Ihnen gegenüber stehen die östlichen Republiken Asiens. Die Kolonien auf Mars und Venus versuchen zwar den Machtblöcken ihrer Gründer zu folgen, agieren aufgrund der Entfernung zum Mutterplaneten aber eher unabhängig. Auch wenn die Machthaber nicht in allem der gleichen Meinung sind und das Vorgehen der anderen argwöhnisch beäugen, so achtet man doch bewusst darauf, den Frieden zu bewahren.

Dann jedoch ändert sich alles, denn der texanische General Gordon B. Smith stürzt Samuel Hirschmann, den amtierenden Präsidenten der Union, und baut dank des lange vorbereiteten Putsches sein Terrorregime quasi über Nacht auf, da Gefolgsleute des Generals bereits wichtige Stellen besetzen.

Davon merkt die Besatzung der Delta VII zunächst nichts, da sie über zwei Monate keinen Kontakt mit der Erde hatte. Das mit dem Prototyp eines neuartigen und wesentlich schnelleren Antriebs ausgestattete Raumschiff kehrt erst jetzt von seinem Testflug nach Hause zurück.

Obwohl Captain Mark Brandis, der Pilot, durch eine verstümmelte Botschaft seiner Lebensgefährtin Ruth O‘Hara gewarnt wird, so trifft ihn die veränderte politische Lage doch genauso unvorbereitet wie Commander John Harris und den Rest der Crew. Zunächst bleibt ihnen nichts anderes, als den neuen Befehlen von der Erde zu gehorchen, auch wenn ihr Unternehmen eigentlich ziviler Natur war.

Dann aber erwacht in den Männern und vor allem in Mark der Widerwille. Können sie wirklich weiterhin einem Regime dienen, das gegen alle ethischen Grundsätze verstößt, die für sie selbstverständlich sind?

Obwohl fast vierzig Jahre seit dem ersten Erscheinen vergangen sind, geht die Erzählung von Nikolai von Michalewsky noch immer unter die Haut, denn auch wenn die Zeit des Kalten Krieges schon eine Generation hinter uns liegt, so gibt es auch heute noch totalitäre Systeme, und sie liegen manchmal näher, als man denkt.

Selbst in unserer scheinbar so demokratischen und freiheitlich ausgerichteten Kultur ist die Manipulation der Massen und Medien Gang und Gäbe. Die Einbeziehung von Wissenschaft oder Forschung in die politischen Ziele wird zwar gerne unter den Tisch gekehrt, kommt aber auch immer wieder zur Sprache. Und nicht zuletzt kann die totale Überwachung von Menschen von einem seichten Unterhaltungsformat sehr schnell in nüchterne Realität umschlagen.

Schon der erste Band der „Weltraumpartisanen“ geht weit über einen oberflächlichen Abenteuer-Roman heraus, was vor allem an der sehr menschlichen Schilderung der Charaktere liegt. Mark Brandis und Lt. Iwan Stroganow haben eine Familie zu verlieren und müssen deshalb abwägen, inwieweit sie ihrem Gewissen folgen können.

Der Autor lässt den Leser diese Konflikte förmlich spüren und regt immer wieder zum Nachdenken an. Wie würde man in einer ähnlichen Situation handeln? Hätte man die Bereitschaft, so viel Zivilcourage zu zeigen.

Michalewsky stellt selbst die komplexeren Zusammenhänge so überschaubar und lebendig dar, dass man beim Lesen niemals ins Stocken kommt. Er muss nicht erst weit ausholen, um ein spannendes Abenteuer mit einem gut vorstellbaren Hintergrund und glaubwürdigen Figuren zu erzählen, wie es heutige Autoren tun – man hat zu keiner Zeit das Gefühl etwas zu vermissen.

„Bordbuch Delta VII” gehört zu den zeitlosen Klassikern der deutschen SF. Umso mehr sollte man sich daher über die ansprechend gestaltete Neuauflage freuen, die sich im Stil ein wenig an die Erstauflage hält, ohne dadurch unmodern zu wirken. (CS)

Titel bei Amazon.de
Weltraumpartisanen 01. Bordbuch Delta VII

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Die Verschwörer

Erstellt von Detlef Hedderich am 27. Februar 2009

Irene Salzmann
Die Verschwörer

Rettungskreuzer Ikarus, 34
Atlantis Verlag, Stolberg, 5/2008
PB, SF, 978-3-936742-48-0, 132/690
Titelillustration von Ernst Wurdack

www.atlantis-verlag.de
www.rettungskreuzer-ikarus.de
www.wurdackverlag.de/

Die Invasion der Outsider steht bevor. Vortex Outpost wird nach und nach von Zivilisten geräumt, während weiterhin fieberhaft an der ultimativen Waffe gebaut wird. Captain Sentenza und seine Frau durchleben eine schwere Zeit – ihr ungeborener Sohn Freddy befindet sich in einem Stasisfeld; es ist ungewiss, ob sie ihn jemals in die Arme schließen können. Denn selbst, wenn die Bedrohung durch die Outsider abgewehrt werden kann, werden Sentenza und Sonja DiMersi vielleicht den Kampf nicht überleben.

Septimus Junius Cornelius befindet sich ebenfalls in einer Krise. Erstens gibt es nur noch pinkfarbene Haarbänder zu kaufen, und zweitens kommt Pakcheon nach Vortex Outpost. Er ist sich immer noch sehr unsicher in Bezug auf seine Gefühle für den Vizianer, fürchtet sich vor weiterem Klatsch…

Aber dennoch, er freut sich auf seinen Freund. Dann kommt jedoch die Ernüchterung: Pakcheon ist nicht nur distanziert, er reagiert regelrecht feindselig auf Cornelius, der von dieser Zurückweisung schwer getroffen ist. Der Telepath scheint ein vollkommen anderer Mann zu sein – hart, berechnend -, und umgibt sich ausgerechnet mit Cornelius’ politischen Gegnern.

Im Nexoversum kämpfen derweil Shilla und Jason Knight verzweifelt um ihr Überleben. Ihr Freund Taisho liegt nach wie vor im Koma, und das biologische Kampfschiff Celestine II erweist sich als schwierige Verbündete…

Gerade im Krieg sind Vertrauen und Freundschaft, Einigkeit und Frieden zwischen den Verbündeten elementar, doch natürlich sind dies die Werte, die als erstes verloren gehen. Die Botschafter aller vertretenen Welten der Allianz kämpfen nur für ihre eigenen Vorteile, und der Streit zwischen Pakcheon und Cornelius, der zu jeder anderen Zeit allenfalls ein amüsantes Gesprächsthema gewesen wäre, bedroht möglicherweise die Sicherheit aller. Es gibt Verräter, Verschwörer in den eigenen Reihen, und überall ist der lange Arm der Outsider spürbar.

Irene Salzmann schafft es ein weiteres Mal, Spannung, Emotionen, persönliches Drama und Humor so miteinander zu mischen, dass die Seiten sich ganz von allein drehen. Ihre brillanten Charaktere tragen die Geschichte, mit bildreicher Sprache erschafft sie dichte Szenerien. Man leidet mit den Helden, vor allem mit Cornelius, den es diesmal am härtesten trifft. Man watet mit Jason Knight und Shilla durch faulendes Gestrüpp. Man sucht, hofft und wartet auf die Lösung des Rätsels oder wenigstens Erlösung in irgendeiner Form.

Am Ende des Bandes weiß man zumindest ein wenig mehr, aber der Cliffhanger ist wirklich hart, die Geschichte endet offen, das Überleben einiger lieb gewonnener Charaktere hängt in der Schwebe. Fortsetzung und Erlösung gibt es dann in Band 35: „Kontakt“, ebenfalls von Irene Salzmann.

Fazit: Für jeden Anhänger des „Ikarus“-Universums ein Volltreffer! (alea)

Titel bei Amazon.de
Rettungskreuzer Ikarus 34: Die Verschwörer

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Todfeind

Erstellt von Detlef Hedderich am 27. Februar 2009

R. A. Salvatore
Todfeind

Das Zeitalter der Dämonenkriege 1
The Ancient, USA, 2008
Egmont LYX, Köln, 10/2008,
PB, Fantasy, 978-3-8025-8181-6, 414/1395
Aus dem Amerikanischen von Michael Kubiak
Titelillustration von Alan Lathwell

www.egmont-lyx.de
www.rasalvatore.com
www.sagaofthefirstking.com
http://alanlathwell.cgsociety.org/gallery/
http://alanlathwell.deviantart.com/

Durch seine Abenteuer um den Dunkelelfen Drizzt do’Urden ist R. A. Salvatore zu Bestsellerehren gekommen. Ansonsten gilt er als einer der Autoren, die die ,Schwert & Bogen’-Fantasy geschaffen haben. Das sind Geschichten, in denen, wie einst in der Sword & Sorcery, eine tapfere und mit verschieden Spezialisten ausgestattete Heldengruppe Abenteuer erlebt.
Angelehnt wurden die Figuren dabei aber mehr an die Archetypen des Rollenspiels als an die der früheren Romane.

Mit „Todfeind“ startet er nun seine vermutlich auf vier Bände angelegte Saga um „Das Zeitalter der Dämonenkriege“.

„Todfeind“ ist eine direkte Fortsetzung von „Der dunkle Mönch“ und spielt noch weit vor den anderen Romanen aus der Saga „Dämonendämmerung“. In oben genanntem Roman lernte der Leser Bransen Garibond, der als Mönch der abellikanischen Kirche aufwuchs, erstmals kennen. Damals machte er als Wegelager und Rebell von sich reden, da er vor allem den Adel und die Reichen durch seine Überfälle in Angst und Schrecken versetzte.

Nun ist einige Zeit vergangen. Bransen folgt mit seiner Frau Cadayle und seiner Schwiegermutter Callen den Spuren seines Vaters, der auf der Suche nach Wissen über den Golf von Corona bis in das wilde Land Vanguard gereist ist. Bransen hofft, trotz der Kriegswirren noch immer Hinweise zu finden, was gar nicht so einfach ist.

Der grausame Samhaist Badden hält von seiner Eisfestung aus das Land in brutalem Griff. Immer wieder versucht er, mit seinen Trollen die im Land lebenden Völker und ihr Gebiet zu erobern und zu unterjochen, doch noch leistet man ihm erbitterten Widerstand, wie zum Beispiel die kriegerische Lady Gwydre oder der barbarische Cormack. Wie immer mischt auch die abellikanische Kirche mit. Allerdings sind die einzelnen Gruppen sich noch ziemlich uneins und können so ihrem Feind nicht viel entgegensetzen.

Das könnte sich ändern, wenn Bransen sich auf ihre Seite stellt. Er allein besitzt Kräfte und Fähigkeiten, die gegen den finsteren Badden eine Chance haben. Aber er ist nicht gewillt, sich so einfach an die vorderste Frontlinie zu stellen.

Auch wenn „Der dunkle Mönch“ zu den schwächsten Romanen von Salvatore zählt, so sollte man doch zumindest dieses Buch gelesen haben, um ein Gefühl für das Setting von „Todfeind“ zu bekommen. Denn so ausführlich Salvatore die Figuren und die Ausgangssituation auf den ersten hundert Seiten vorstellt, so verwirrend ist der eigentliche Hintergrund. Allein durch das Lesen des Buchs erschließt sich einem das Setting auch nicht gerade, denn der Autor verzichtet darauf, eine kurze Einführung zu wichtigen Elementen wie etwa der abellikanischen Kirche zu geben, die fundamental für das Verständnis der Aktionen einiger Charaktere sind.

Dementsprechend verwirrend sind die ersten hundert Seiten, auf denen sich die Handlung tatsächlich etwas zäh liest, da diese zwar von einem Schauplatz zum anderen springt, aber nicht wirklich etwas passiert. Das ändert sich erst ab etwa der Hälfte des Buchs. Dann bietet der Autor das, was man von ihm kennt: actionreiche und dynamische Kampfbeschreibungen, garniert mit wirklich lebensbedrohlichen und ausweglosen Situationen, die nur durch grenzenlosen Mut zu überleben sind.

Die Figuren bleiben naturgemäß sehr oberflächlich. Salvatore charakterisiert sie gerade einmal so weit, dass man sie wieder erkennen kann. Gefühle, Motivation und Zweifel sind absolute Nebensachen. Vor allem mit den Frauen tut er sich schwer, da sie entweder nur vermännlichte Kriegermaiden wie Lady Gwydre oder ein auf ihren Gefährten fixiertes Weibchen wie die hübsche Cadayle sind.

Und sehr viel mehr Zeit bleibt ihm dann natürlich für die Schilderungen der abenteuerlichen Begebenheiten und der Schlachten, die die Helden unentwegt bestehen müssen. Magie selbst spielt eher eine untergeordnete Rolle als Werkzeug besonderer Heroen und des Bösewichts und ist kein eigenständiges Element der Handlung.

Schwertschwingende Krieger, ein Hauch von Mystizismus, blutgierige Monster und ein klar definierter Böser sind die Zutaten, die R. A. Salvatore in „Todfeind“, dem ersten Band seines neuen Zyklus’, gekonnt und routiniert zusammen mixt, um eine seiner typischen Geschichten zu erzählen.

Und so dürften sich vor allem jüngere, männliche Rollenspieler von dieser modernen und sehr actionreichen Form der Sword & Sorcery angesprochen fühlen, da genau deren Elemente auch die Essenz vieler Computergames sind. (CS)

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Das Zeitalter der Dämonenkriege 01. Todfeind

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Königsmacher

Erstellt von Detlef Hedderich am 27. Februar 2009

Karen Miller
Königsmacher

Der unschuldige Magier-Duologie 1
The Innocent Mage, Aus/USA, 2005
Penhaligon, München, 09/2008
PB, Fantasy, 978-3-7645-3003-7,604/1495
Aus dem Australischen von Michaela Link
Titelbild von N. N.
Karte von Karen Miller/Darren Holt

www.penhaligon.de
www.karenmiller.net/

Karen Miller ist in ihrem Leben schon weit herumgekommen. Die gebürtige Kanadierin wuchs in Australien auf und kehrte nach verschiedenen Arbeitsstellen, u. a. auch in England, wieder nach ‚Down Under’ zurück. Sie lebt heute in Sydney und widmet sich voll und ganz dem Schreiben. Ihre Debütromane um das Königreich Lur sind in Deutschland gleichzeitig erschienen.

Die Menschen in Lur, die einheimischen Olken wie die zugewanderten Doranen, die sich zur herrschenden Kaste aufgeschwungen haben, leben seit mehr als sechshundert Jahren sorglos in ihrem durch Magie und natürliche Barrieren abgeschotteten Reich, in dem selbst das Wetter der Kontrolle des Königs unterliegt.

Die Menschen führen ein Leben in Frieden und Wohlstand, auch wenn sie sich bestimmten Regen unterwerfen müssen, die die Zahl der Kinder und die Anwendung von Magie betreffen. Obwohl die Doranen sich zu den Herren des Landes aufgeschwungen haben und weitestgehend unter sich bleiben, so versuchen sie doch, eine friedliche Co-Existenz mit den eigentlichen Ureinwohnern des Landes zu halten: den Olken. Das obliegt vor allem dem Königshaus, das auch das Wetter kontrollieren und die magische Mauer aufrechterhalten muss. Denn den Legenden zufolge lauert hinter der Barriere immer noch das unsagbar Böse, vor dem sie einst in den Süden geflohen sind.

Das Schicksal fügt es nun, dass der Königssohn Gar, der als erster einer langen Linie ohne eine Spur von Magie geboren wurde, mit dem olkischen Fischersohn Asher zusammentrifft. Der jüngste Sohn einer großen Familie ist, von Abenteuerlust getrieben, in die Hauptstadt gekommen, um dort sein Glück zu machen und plant, nach einem Jahr wieder heim zu kehren. Da er offen ausspricht was er denkt und dabei nicht auf den Rang seines Gegenübers achtet, schätzt ihn der Prinz sehr und macht Asher trotz dessen anfänglichen Widerwillens zu seinem Berater. Je mehr sich die beiden streiten, desto mehr wachsen sie zusammen und werden schließlich sogar Freunde.

Der Fischersohn beginnt, das neue Leben zu schätzen, da er auch die hübsche Dathne kennen lernt. Allerdings ahnt er nicht, dass die junge Frau auch noch von etwas anderem in seine Nähe getrieben wird. Trotzdem will Asher an seinem Plan, nach Hause zurückzukehren, fest halten. Dann geschehen jedoch Dinge, die nicht nur sein Leben auf den Kopf stellen, sondern auch das Königreich und alle Menschen in ihm in Gefahr bringen.

Karen Miller erfindet in ihrer zweigeteilten Geschichte das Genre zwar nicht neu, liefert aber einen solide verfassten Fantasy-Roman ab, der gerade die jüngeren Gelegenheitsleser zufrieden stellen dürfte. Die Geschichte ist überschaubar, ebenso wie die Personenanzahl. Sie nimmt sich sehr viel Zeit, um das Setting und die Figuren aufzubauen, damit sie einem vertraut werden, und garniert die Handlung immer wieder mit der einen oder anderen dramatischen Szene, um gelegentliche Längen, die gerade im Mittelpunkt des Buches auftauchen, wenn sich das harmlose Geplänkel mit manchmal endlos scheinenden Dialogen abwechselt.

Bewusst verzichtet die Autorin dabei auf einen epischen Handlungsbogen und zentriert die Ereignisse lieber um die Helden – in erster Linie Asher und Gar, deren Schicksal bald untrennbar miteinander verwoben ist. Persönliche Entscheidungen wiegen viel mehr als Action. Magie dient hier nicht nur als Werkzeug, sondern ist untrennbares Detail der Kultur. Die Figuren zeigen ein angenehmes Eigenleben, das sie zu mehr als nur archetypischen Abziehbildern macht. Sie werden dem Leser sympathisch, weil sie sich schon einmal als sehr stur und unvernünftig erweisen und nur all zu menschliche Schwächen zeigen.

Das kaschiert darüber hinweg, dass gerade erfahrene Leser die Handlung in großen Teilen schnell durchschauen und auch der Gegenspieler nicht gerade überzeugend dargestellt wird, das ‚unsagbar Böse’ eher diffus und unglaubwürdig bleibt. Auch der Cliffhanger am Ende des Buches kann nur kurz schocken.

„Königsmacher“ ist der Auftakt zu einer Geschichte, die immerhin schon nach zwei Bänden abgeschlossen ist. Sie wendet sich vor allem an Fantasy-Leser, die generell nicht viel lesen und eher Charakter bezogene Geschichten bevorzugen, in denen Action eher eine untergeordnete Rolle spielt. (CS)

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Königsmacher

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Die Verschwörung der Druiden

Erstellt von Detlef Hedderich am 27. Februar 2009

Terry Brooks
Die Verschwörung der Druiden

Die Magier von Shannara 3
High Druid of Shannara Vol. 3: Straken, USA, 2005
Blanvalet, München, 8/2006,
PB, Fantasy, 978-3-442-24389-1/3-442-24389-0, 468/1200
Aus dem Amerikanischen von Andreas Helweg
Titelbild von Ferenc Regoes

www.blanvalet-verlag.de
www.terrybrooks.net/index.html

In Deutschland dürfte die „Shannara“-Saga im Bereich der Fantasy wohl den einsamen Rekord bei den Neuauflagen halten. Gerade die ersten Bände um „Das Schwert von Shannara“ sind seit der Mitte der 1970er Jahre unzählige Male im neuen Gewand erschienen, zumeist wenn Terry Brooks seinen Zyklus um neue Romane erweiterte. Inzwischen umfasst die Saga mehr als 25 Bände, nachdem er die Gefilde der High-Fantasy verlassen und sich der Vorgeschichte angenommen hat.

„Die Verschwörung der Druiden“ ist der dritte Band um „Die Magier von Shannara“. Grianne Ohmsford, einst als „Ilse-Hexe“ die Gegenspielerin ihrer eigenen Verwandten, ist schon seit Jahren geläutert und führt den neuen Druiden-Orden von Paranor an. Trotz ihrer Erfahrung konnte sie nicht erkennen, dass sich dämonische Kräfte und Verrat bei den Druiden breit machten. So vermochten die Abtrünnigen sie zu stürzen und in die Dämonenwelt zu verbannen, um freie Hand bei ihren persönlichen Machtspielchen zu haben.

Nur Grianne Ohmsfords Neffe Pen kann jetzt noch helfen. Der junge Mann ist im Besitz des Dunkelstabs aus dem Holz des Baumes Tanequil, der einzigen Waffe, die ein Tor zwischen den Welten öffnen und auch die Dämonen wieder in ihren Abgrund verbannen kann.

So beginnt eine Treibjagd auf den Ohmsford. Außer den Druiden hat es auch ein Dämon auf ihn abgesehen, der bei Griannes Verbannung freigesetzt wurde und nun andere seines Schlages in die wirkliche Welt locken will, um diese zu erobern und zu verheeren.

Doch auch der junge Ohmsford hat Verbündete. Sein Vater gebietet noch immer über einen Teil der besonderen Kräfte seiner Familie, mit denen er Grianne schon einmal gerettet hat, und eilt ihm zur Hilfe. Ebenso hält es die Elfenprinzessin Khyber, die sich in die Druidenfestung einschleicht.
Gemeinsam versuchen sie zu verhindern, dass die ‚Vier Länder’ wieder einmal am Rande der Vernichtung stehen.

Waren die ersten Romane um die Ohmsford/Shannara-Familie Einzelromane, so hat auch Terry Brooks in den 1980er Jahren die Zeichen der Zeit erkannt und Trilogien geschrieben. Das merkt man den Romanen seither an. Sie sind nicht mehr auf den Punkt geschrieben, sondern verlieren sich in Kleinigkeiten, ausufernden Dialogen und Beschreibungen, die nicht immer etwas mit der Handlung zu tun haben.

Die geradlinige und auch nur leidlich spannende Handlung wird damit nur noch mehr in die Länge gezogen. Da den Helden mittlerweile auch ein ganzes Arsenal an magischen Artefakten zur Verfügung steht, geraten sie nicht mehr wirklich in Gefahr, vor allem nicht, wenn sie zusammen arbeiten. Nicht nur der Dunkelstab, auch die „Elfensteine“ und das „Zauberlied“ werden von ihnen genutzt, um die Welt wieder einmal zu retten. Das passiert jedoch eher etwas unspektakulär neben dem üblichen persönlichen Geplänkel zwischen den Charakteren und ihren Feinden.

Und noch eines fällt unangenehm auf. Ob sie nun Grianne, Pen oder Khyber heißen – Brooks ist es immer noch nicht gelungen, seinen Figuren einen einprägsamen Charakter zu verleihen. Sowohl Pen als auch Khyber und Grianne entsprechen den Archetypen, die er mit seinen Romanen geschaffen hat: Der naive und unerfahrene Jungheld weiß sich auf seiner Mission kaum selbst zu verteidigen, die Elfenprinzessin überschätzt sich gerne und stellt sich ungeschickter an als sie müsste, und beiden stehen Mentoren zur Seite, die ein schweres Leben hinter sich haben. Das kennt man so schon aus den vorhergehenden Zyklen – und das macht die Saga auch nicht interessanter.

„Die Verschwörung der Druiden“ ist sicherlich ein Muss für die Fans, die die Saga bis jetzt verfolgt haben, damit sie das Ende dieses Handlungsbogens kennen lernen. Der Roman eignet sich allerdings nicht als (Wieder-) Einstieg in die Saga, da inzwischen bereits zu viel Wissen um frühere Ereignisse vorausgesetzt wird. (CS)

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Die Magier von Shannara 3. Die Verschwörung der Druiden

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