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Archiv für März, 2009

Rabenmond – Der magische Bund

Erstellt von Detlef Hedderich am 31. März 2009

Jenni-Mai Nuyen
Rabenmond – Der magische Bund

cbt-Verlag, München, 9/2008
HC, Jugendbuch, Fantasy, 978-3-570-16000-9, 512/1895
Titelbildgestaltung von Hauptmann und Kompanie

www.cbj-verlag.de
www.cbt-jugendbuch.de
www.jenny-mai-nuyen.de/

Die inzwischen zwanzigjährige Jenny-Mai Nuyen ruht sich nach ihrem überraschend erfolgreichen Debütroman „Nijura – Das Erbe der Elfenkrone“ nicht auf ihren Lorbeeren aus, sondern verfasst neben ihrem Studium ein Buch nach dem anderen. Sie beweist dabei immer wieder ungewöhnlichen Einfallsreichtum. So auch in ihrem neusten Werk: „Rabenmond – Der magische Bund“.

So lange Mion denken kann, herrschen die ‚Drachen’ über die Menschen. Sie sind mächtige Gestaltwandler, die als unsterblich und unverwundbar gelten und verschiedene Tiergestalten annehmen können, die sie sich in einem geheimnisvollen Ritus aneignen. Sie behaupten, die einfachen Bewohner des Landes vor der Macht und Willkür der Adligen zu beschützen; in Wirklichkeit sind sie aber nicht weniger despotisch und tyrannisch als ihre Amtsbrüder und –schwestern aus den Ländern rundherum, gegen die sie immer wieder in den Krieg ziehen.

Mion kann nur staunend zu dieser privilegierten Kaste aufsehen. So spielt sie auch mit ihren Freunden Saffa und Kajan den ‚Ritus’ nach, für den man ein Tier töten muss. Als sie einen Fuchs mit Pfeil und Bogen anschießt, findet sie statt seiner einen bewusstlosen Jungen mit bernsteinfarbenen Augen. Nach und nach entwickelt sich eine Freundschaft zwischen den beiden, die auch nicht zerbricht, als Mion erkennt, wer der Knabe eigentlich ist: Lyrian, der Prinz von Wynter und Sohn des Kaiserpaares der Drachen.

Um der Strafe für den Angriff auf den Prinzen zu entgehen, die von den Erwachsenen vollstreckt werden könnte, geht sie in die Stadt und wird die Schülerin des Malers Jagu, der schon bald erkennt, dass sie neben ihrem Talent auch durch ihre Freundschaft zu Lyrian einen besonderen Wert besitzt. Durch sie könnte er, der schon lange eine Rebellion gegen die Drachen plant, Zugang in die Burg der Drachen erhalten.

So ermutigt er Mion, die Freundschaft zu erhalten und zu vertiefen. Nur Baltibb, eine Tierpflegerin, die den jungen Prinzen sehr gerne mag und in der Festung der Drachen lebt und arbeitet, bekommt schon bald eine Ahnung, was eigentlich hinter den Kulissen abläuft. Aber wird sie dazu bereit sein, das drohende Verhängnis aufzuhalten?

Wie schon in ihren anderen Büchern wählt Jenny-Mai Nuyen bewusst junge Protagonisten, die bereits mit zwölf Jahren unzufrieden mit ihrem Leben sind und etwas zu verändern suchen, ohne zu wissen, ob ihre Entscheidungen Gutes oder Schlechtes bringen. Vor allem der Gestalt wandelnde Prinz ist oft unzufrieden, sieht er doch, dass ihm seine Gaben und Fähigkeiten nicht unbedingt Freunde einbringen.

Er ist wesentlich feinfühliger und sanfter als seine Eltern oder andere Kinder seines Volkes, die sich bereits in jungen Jahren von der Macht haben korrumpieren lassen. Wie Mion ist er jedoch unfähig zu erkennen, welche Intrigen um ihn und das Mädchen gesponnen werden. Dementsprechend geheimnisvoll bleibt auch Jagu, der bis zuletzt den Grund für sein Handeln und seine Motive bewahrt. Gefühle und Leidenschaften kommen ohnehin immer wieder im Buch zum Tragen, selbst wenn sie nicht unbedingt ausgewalzt werden.

Die Autorin konzentriert sich in ihrem Buch sehr auf die Figuren und ihr immer komplexer werdendes Beziehungsgeflecht. Dabei kommen die Handlung und vor allem der Hintergrund etwas zu kurz.

Man erfährt weder viel über die zu Grunde liegende Magie des Gestaltwandelns noch über die Kulturen der Völker, die gestreift werden. Alles bleibt nebelhaft und wenig vorstellbar; man kann sich allenfalls mit Stereotypen behelfen. Allein der ‚Ritus’ wird ein wenig mehr erklärt, aber nur so weit, dass man dass Gefühl hat, er berausche die ehemaligen Menschen und jetzigen Drachen wie die Einnahme von Drogen.

Die Geschichte selbst ist zwar immer wieder mit überraschenden Ideen gespickt, folgt aber ansonsten ausgetretenen Pfaden. Das ist insgesamt nicht so schlimm, würde aber besser wirken, wenn das Setting etwas plastischer dargestellt wäre und wichtige Handlungselemente eine solidere Basis hätten.

„Rabenmond – Der magische Bund“ beeindruckt mit seinem Ideenreichtum und den vielfältigen Themen, verzichtet aber weiterhin darauf, die Charaktere der Figuren zu vertiefen und vor allem den Hintergrund etwas weiter und logischer heraus zu arbeiten.

So entsteht ein spannender und unterhaltsamer Abenteuerroman, der durch die Ausarbeitung an einigen Stellen noch mehr an Faszination gewonnen hätte. (CS)

Titel bei Amazon.de
Rabenmond – Der magische Bund

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Die Gewinner der Preisrätseltitel:
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1. Martina Brecht
2. Ludwig Müller
3. Marion Kunhenn
4. Inge Dielmann
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Tod und Verderben

Erstellt von Günther Lietz am 31. März 2009

Dan Abnett, Ian Edginton
Tod und Verderben

Warhammer 40.000 Band 2
PaniniComics Softcover
124 Seiten
ISBN 9783866075764

OT: Warhammer 40.000: Blood and Thunder
Zeichnungen: Daniel Lapham, Tony Parker; Rahsan Ekedal
Koloristen: Aeronik. Lads Helloven
Ü: Hartmut Klotzbücher
Verlag: PaniniComics, 2008

Skyva ist ein einfacher Ork, der seine Zeit am liebsten damit verbringt Feinde zu moschen, also zu erledigen. Durch einen glücklichen Zufall findet er während einem großen Gefecht einen vermeintlichen Grot. Skyva steckt den grünen Kerl in einen Käfig und schleppt ihn nun als Glücksbringer mit sich herum. Und tatsächlich, die Anwesenheit des Grots sorgt für Skyvas unvergleichlichen Aufstieg zu einem mächtigen Boss.

Das Problem an der Sache ist jedoch, dass es sich bei dem Grot keineswegs um ein orkisches Haustier handelt, sondern um Oberst Castillian. Der überlebte das Gefecht, wurde dabei in grünen Schlamm getaucht und versucht nun vergeblich aus der Gefangenschaft zu fliehen und den Orks den Todesstoß zu versetzen. Dabei ist aber genau er es, der Skyva zum Aufstieg verhilft. Nun, scheinbar ist er doch ein Glücksbringer, doch sollten die Orks bemerken, dass sie einen Menschen mit sich herumschleppen, dürfte es für Castillian gefährlich werden …

Ein neuer Comic aus dem „Warhammer 40.000“-Universum. Diesmal dreht sich alles um die Orks, jene grausamen Krieger und Mörder, die nur des Kampfes willen zu leben scheinen und schreckliche Gegner sind. Sie haben keine Ahnung von moderner Technologie, aber sie lieben jegliche Art von Technik. Sie haben keine Ahnung von Taktik, aber dennoch führen sie Krieg. Sie sind groß, stark, blutrünstig und – unheimlich blöde.

Die Orks sind in diesem düsteren Hintergrund tatsächlich ein sehr humorvolles Element. Alleine ihre Sprache und die benutzten Begrifflichkeiten sind ein wahrer Genuss. Übersetzer Hartmut Klotzbücher leistet hier gute Arbeit, denn orkisch ist eine schwere Sprache. Selbst beim lesen muss man über den ein oder anderen Begriff etwas nachdenken, um seine Bedeutung zu begreifen. Das ist keineswegs störend, sondern einfach nur witzig. Trotzdem fügen sich die Orks harmonisch in den düsteren Hintergrund ein und sind eine tödliche Gefahr.

Die abstruse Geschichte, mit einem imperialen Oberst als Glücksbringer, ist einfach nur spaßig. Das Script ist ausgeklügelt und pointiert, die Farben beklemmend düster. Manchmal wirken sie allerdings ein wenig zu schwammig, was aber kaum stört, sondern nur den dreckigen Charakter betont. Dadurch wirkt der Comic wie aus einem Guss.

Obwohl sich der Comic vorwiegend um die Orks dreht, kommen auch die Space-Marine-Freunde zum Schuss, denn nach der orkigen Hauptgeschichte, folgen einige Storys aus dem Bereich Space Marine. Die Kurzgeschichten sind ebenfalls ansprechend gestaltet, allerdings keine Glanzlichter. Sie runden den Comic aber gut ab.

„Tod und Verderben“ ist spaßig, trashig, brutal und gelungen. Freunde der Space Orks müssen unbedingt zugreifen, Freunde von „Warhammer 40.000“ sollten zugreifen und alle anderen dürfen getrost einen Blick riskieren.

(c) Copyright 2008 by Günther Lietz

Bei Amazon.de:
Warhammer 40.000, Bd. 2: Tod & Verderben

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1. Heiko Roth
2. Natalie Keller
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Bestiarium der Alten Welt

Erstellt von Günther Lietz am 31. März 2009

Chris Pramas, T. S. Luikart, Ian Sturrock
Bestiarium der Alten Welt
Ein Kompendium redlicher und garstiger Kreaturen

Warhammer – Fantasy – Rollenspiel
Feder & Schwert Hardcover (FS50001)
136 Seiten
ISBN 3937255540
Erscheinungstermin: 02. 2006
(sfbentry)

Dem ein oder anderen Erzähler mag es an Kreaturen mangeln, die er den Helden seiner Warhammer-Fantasy-Rollenspielgruppe auf den Hals hetzen kann, um Tod und Verderbnis über sie zu bringen – oder sie im heroischen Licht glänzen zu lassen. Um den Nachschub an Bestien und zu sichern, empfiehlt sich deswegen das „Bestiarium der Alten Welt“.

Das Buch wirkt mit seinen 136 vierfarbigen Hochglanzseiten auf den ersten Blich ein wenig dünn, doch dieser Eindruck täuscht über den fantastischen Inhalt hinweg. Zwischen den stabil gefertigten Hardcoverseiten des Bestiariums, verbirgt sich eine ausgewogene Mischung aus Hintergrundwissen und Spielwerten. Für den Warhammer-Fantasy-Rollenspieler wichtig, für Romanleser und Tabletop-Spieler sicherlich ebenso informativ.

Das Buch gliedert sich in zwei grundlegende Abschnitte. Der erste Abschnitt wurde aus der Sicht des Gelehrten Odric von Wurtsbad geschrieben. Diese fiktive Gestalt aus der Warhammer-Fantasy-Welt trug etliche Informationen zusammen, um die Kreaturen der Alten Welt möglichst genau zu beschreiben. Zu den beschriebenen Bestien zählen Wesen wie Orks, die Kinder der Gehörnten Ratte oder auch Oger und Drachen.

Odrics Beschreibungen selbst sind nochmals in zwei oder drei weitere Abschnitte geteilt. Zuerst wird dem Leser allgemeines Wissen vermittelt, wie es ein Bewohner der Welt haben würde. Natürlich handelt es sich dabei oftmals um Halbwahrheiten. Deswegen gibt es den zweiten Abschnitt, in dem Odric das Wissen von Gelehrten sammelte. Hier geht es ins Detail und bietet sich dem Spielleiter vor allem Hintergrundwissen.

Besitzt eine Kreatur etwas Grips und ist in der Lage sich zu Äußeren, wurde dem Eintrag sogar ein dritter Abschnitt spendiert, in dem die vorgestellten „Bestien“ selbst zu Wort kommen. Diese Zitate sind gut geschrieben – hier haben die Autoren echtes Gespür für die Warhammer-Fantasy-Welt gezeigt.

Das zweite große Kapitel des Buches, befasst sich nun mit Werten der vorgestellten Kreaturen. Immerhin sollen sie ja auch ins Spiel kommen und die Welt beleben. Der Erzähler bekommt nun alle grundlegenden Informationen und die schonungslose Wahrheit zu lesen. Die Autoren gehen dabei auch auf Besonderheiten oder bestimmte Formen der Magie oder Mutationen ein. Die Werte sind gut lesbar angeordnet und entsprechen im Aufbau dem Grundregelwerk. So findet man sich leicht zurecht. Um dem Erzähler die Auswahl einer passenden Herausforderung zu erleichtern, wurde übrigens ein Herausforderungsgrad eingeführt. Somit kann etwas leichter abgeschätzt werden, wie gefährlich die Begegnung mit einer Kreatur ist. Eine gelungene Sache.

Das „Bestiarium der Alten Welt“ schließt mit drei Anhängen ab. Der erste beschäftigt sich mit verschiedenen Reittieren, wie Chaosrössern, Elfenrössern oder auch Ponys. Im zweiten Anhang wird auf normale Tiere eingegangen, beinhaltet aber nur Beutetiere, kleine Raubvögel und Schlangen. Abschließend folgen optionale Trefferzonentabellen. Immerhin ist ein geflügelter Vierbeiner anders aufgebaut, als ein Zweibeiner oder ein humanoider Vierbeiner. Der Anhang beinhaltet auch eine Tabelle für kritische Effekte an Flügeln.

Die Innenillustrationen sind beinahe alle gelungen. Zeichnungen wie die der Dämonetten können nur als Ausrutscher bezeichnet werden, da sie dem düsteren Stil der meisten Illustrationen einfach widersprechen. Ansonsten ist das „Bestiarium der Alten Welt“ ein Augenschmaus.

Mit dem neu eingebrachten Herausforderungsgrad, neuen Monstertalenten, dem klaren und fluffigen Aufbau, die Gliederung in Spieler- und Erzählerbreich und der erstklassigen Aufmachung, ist das „Bestiarium der Alten Welt“ ein unverzichtbares Werk – vor allem für Erzähler und Erzählerinnen des Warhammer-Fantasy-Rollenspiels. Doch auch Liebhaber der Romane und Spieler des Tabletops sollten ein Auge auf das Buch werfen, da der Inhalt sehr viel Hintergrundwissen vermittelt und seine Leser noch tiefer in das Warhammer-Fantasy-Universum eintauchen lässt. Unter dem Strich gibt es somit eine klare Empfehlung!
(Günther Lietz)

Bei Amazon.de
Warhammer Fantasy Rollenspiel – Bestiarium der Alten Welt

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World War Hulk Prolog

Erstellt von Detlef Hedderich am 31. März 2009

world-war-hulk-prologPeter David, Alvaro Rio, Lee Weeks, Sean Phillips u. a.
World War Hulk Prolog

World War Hulk Prologue: World Breaker 1, Marvel, USA, 2007
Panini Comics, Marvel Deutschland, Stuttgart, 4/2008
Comic-Heft, Superhelden, SF, Fantasy, Action, 48/495
Aus dem Amerikanischen von  Reinhard Schweizer
Titelillustration von John Romita jr.

www.paninicomics.de
www.peterdavid.net
www.seanphillips.co.uk

Einige der Illuminati schickten den Hulk auf einen fernen Planeten, um auf diese Weise die Bedrohung zu bannen, die er immer wieder für die Menschheit darstellte. Er findet dort sein Glück, doch das Raumschiff explodiert und zerstört seine neue Heimat. Millionen Wesen sterben, auch seine Familie. Von Rachsucht getrieben, kehrt der Hulk auf die Erde zurück, um mit allen abzurechnen.

Nachdem She-Hulk vom Schicksal ihres Cousins erfahren hat, verlässt sie SHIELD, verliert jedoch ihre Kräfte, da Iron Man ihr blockierende Nanobots injizierte. Unverhofft taucht Dr. Samson bei ihr auf. Will er helfen – oder ist er doch nur ein Lakai von SHIELD?

Der Prolog zur Mini-Serie „World War Hulk“ stellt eine Art Bindeglied zu den vorherigen und den kommenden Ereignissen dar. Greift man das Heft zufällig aus dem Regal des Händlers, weil man nach einer spannenden Lektüre sucht, so hat man zunächst nur Fragezeichen über dem Kopf, denn die einzelnen Episoden bauen aufeinander auf, d. h., dieser Band eignet sich nur für treue Leser, die wissen, welche Umstände zur aktuellen Situation führten.

Thematisiert werden die Folgen übereilten Handelns. Die Illuminati lösen ein Problem auf rigorose Weise, ohne jedoch an die Konsequenzen für den Hulk oder jene Wesen zu denken, die auf ihn treffen würden. Es kommt zu einer Tragödie. Jetzt sollen die Verursacher zur Verantwortung gezogen werden – und nicht nur sie.

Auch Iron Man bleibt im Fokus. Er wurde zu einem Hardliner, der hinter den Kulissen mehr Fäden in der Hand hält, als seine Freunde ahnen. Um seine Ziele durchzusetzen, sind ihm auch fragwürdige Mittel recht, wie She-Hulk und andere erfahren müssen. Wer sich weigert, seinen Befehlen zu folgen, wird bestraft bzw. unschädlich gemacht.

Die Illustrationen sind detailreich und ansprechend, allerdings nur auf den Seiten, die einen Hulk in Aktion zeigen, der vielleicht nicht von ungefähr an „Conan“ erinnert. Die Qualität fällt etwas ab in den Szenen, die She-Hulk und Dr. Samson gewidmet sind. Man hat das Gefühl, als wären mehrere Zeichner am Werk gewesen.

Das Heft wird durch eine Story um die Mini-Marvels ergänzt, die im cartoonhaften Stil für ein wenig Humor sorgen. Hierfür standen offenbar die japanischen Chibis Pate. Die übrigen Seiten füllt ein ausführliches, illustriertes Interview mit Greg Park, der sich den Fragen zur neuen Mini-Serie stellt.

„World War Hulk Prolog“ ist ein Band, der sich an eingefleischte Fans und Comic-Sammler wendet. Gelegenheitsleser dürfen wenig mit dieser Episode, die aus einer laufenden Handlung heraus gegriffen wurde, anfangen können. Falls das Thema gefällt, sollte man einige der vorherigen Hefte und auf jeden Fall die nächsten Nummern lesen, um die Zusammenhänge besser verstehen zu können. (IS)

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1. Florian Becker
2. Carina Hübschner
3. Loubna Bashou
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Brave 10 – Band 01

Erstellt von Detlef Hedderich am 31. März 2009

Kairi Shimotsuki
Brave 10, Bd. 1, Japan, 2007

Panini Comics, Stuttgart, 8/2008
TB, Manga, Action, Fantasy, History, 978-3-7704-6661-0,182/795
Aus dem Japanischen von Dorothea Überall & Alexandra Klepper

www.paninicomics.de

Normalerweise neigen japanische Künstler eher dazu, die Edo-Zeit zu verherrlichen und die Machtergreifung des Shoguns Ieasu Tokugawas sowie die Entmachtung der regionalen Fürsten als eine für Japan sehr positive Entwicklung darzustellen, die Ordnung und Frieden ins Land brachte. Nur wenige Mangas tendieren dazu, genau das Gegenteil zum Aufhänger ihrer Story zu machen. So auch Kairi Shimotsuki in „Brave 10“.

Im Jahre 1599 widersetzt sich als einziger regionaler Herrscher nur noch Yukimura Sanada in Shinshuu Ieasu Tokugawa. Da der Daimyo als Meister der Kriegskunst bekannt ist, der in offener Feldschlacht nicht zu besiegen ist, beschließt der Shogun, ihn heimlich beseitigen zu lassen und beauftragt deshalb einige Ninjas mit dieser schmutzigen Arbeit.

Doch er rechnet nicht damit, dass sich um den Fürsten tapfere Streiter versammeln, die wie Drachen und Dämonen den Elementen trotzen, sie teilweise sogar beherrschen und nicht bereit sind, sich unterjochen zu lassen.

Und so beginnt ein Zeitalter des Krieges, das nicht nur mit Waffen geführt wird. Auch Saizou Kirigakure, ein Ninja aus Iga, und Sasuke Sarutobi, ein Ninja aus Kouga, werden  nach der Rettung der schönen – und überraschend hellhaarigen – Priesterin Isanami aus der Hand lüsterner Räuber in die daraus entstehenden Ereignisse verwickelt und erleben viele Abenteuer. Mehr als einmal wird dabei ihr Zusammenhalt auf die Probe gestellt.

Der historische Hintergrund ist nicht unbedingt so ernst zu nehmen und dient nur als Aufhänger für die üblichen actionreichen Ninja-Abenteuer, die man aus den Mangas für männliche Leser kennt.

In wilden Kämpfen zeigen die Helden, welche Kräfte und Künste sie beherrschen und zu was sie noch fähig sind. Die weibliche Hauptfigur bringt dazu noch ein wenig Erotik ein, da sie sehr gut gebaut ist und hin und wieder in unangenehme Situationen gerät, in denen ihre Gegner nicht nur mit ihr kämpfen wollen.

Abgespult wird dabei das übliche Repertoire an dynamischen Kampfsequenzen, markigen Sprüchen und schlüpfrigen Andeutungen. Die Zeichnungen sind zwar recht hübsch und klar, können die flache und etwas wirre Geschichte aber auch nicht besser machen.

So wendet sich „Brave 10“ an die Leser, die vor allem Samurai und Ninja in Action sehen wollen und für die eine ausgereifte Geschichte weniger wichtig ist. Wer mehr erwartet, sollte lieber zu klassischen Titeln wie „Basilisk“ oder „Lone Wolf and Cub“ greifen, die inhaltlich etwas mehr als nur provokante Reden und wilde Schlägereien bieten (CS)

Titel bei Amazon.de
Brave 10, Band 1: BD 1

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1. Herbert Schobner
2. Martin Pesch
3. Liane Günther
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Darker than Black 1

Erstellt von Detlef Hedderich am 30. März 2009

Studio Bones & Tensai Okamura (Story), Saika Hasumi/ArkLight (Szenario), Nokiya (Zeichnungen)
Darker than Black 1

Darker than Black: Kuro no Keiyakusha, Vol. 1, Japan, 2007
Panini Comics, Planet Manga, Stuttgart, 10/2008
TB, Manga, SF, Action, Mystery, 978-3-86607-676-1, 186/795
Aus dem Japanischen von Stefan Hofmeister

www.paninicomics.de
www.bones.co.jp
www.d-black.net/
www.mbs.jp/d-black/
www.animax.co.jp/feature/index.php?program=NN10000476
http://anime.nifty.com/d-black/

Ein merkwürdiges Phänomen erschreckt die Bürger Tokyos. Die Regierung weiß sich nicht anders zu helfen, als eine hohe Mauer um das so genannte ‚Hell’s Gate’ zu errichten, dessen Erscheinen einen Teil der Stadt verwüstet hat. Allerdings nutzt diese Maßnahme nicht viel, denn kurz darauf tauchen die ‚Contractors“ auf, Männer und Frauen mit besonderen Fähigkeiten, die für die neuen Gaben ihre Menschlichkeit opferten.

Die Oberschülerin Kana verliert ihren Vater bei einem blutigen Massaker. An die Dinge, die vor einem Jahr geschahen, kann sie sich nicht erinnern, und irgendwie mag sie immer noch nicht glauben, dass er wirklich tot ist. Zufällig erblickt sie auf der Straße einen Mann, der genau so aussieht wie ihr Vater. Er telefoniert, Kana schnappt die Worte ‚Wiegenlied’ und ‚Krang’ auf – dann ist er verschwunden.

Kana beginnt nachzuforschen und wird Zeugin einer Auseinandersetzung zwischen zwei jungen Männern. Erneut hört sie die rätselhaften Begriffe. Ist einer der beiden dieser Krang? Der andere, Hei, löscht ihre Erinnerung an diesen Moment, aber nicht gründlich genug. Kanas Recherchen beunruhigen einige Bekannte ihres Vaters, die daraufhin einen Killer auf sie ansetzen. Hei kann das verängstigte Mädchen retten, dessen kompletten Erinnerungen nach und nach zurückkehren.

Das ist jedoch erst der Anfang, denn plötzlich meldet sich Kanas Vater bei ihr und ihrer geistig verwirrten Mutter, und er soll das vollenden, was dem Killer nicht gelang…

Die 25 Episoden des Anime „Darker than Black“ und ein gleichnamiger OVA liefen sehr erfolgreich in Japan und zogen einen Manga nach sich, von dem bisher 7 Bände vorliegen. Wie genau er der Film-Vorlage folgt, kann natürlich nur beurteilen, wer diese kennt. Man benötigt keine Vorkenntnisse, um sich in der Handlung des Mangas zurechtzufinden.

Wieder einmal sind es Teenager, die in gefährliche Dinge verwickelt werden. Kanas Suche nach ihrem Vater hat fatale Folgen, und am Schluss bleibt ihr nur noch der dubiose Hei, der selber ein Contractor ist, ihr einerseits abweisend gegenüber steht, aber anscheinend doch einen Funken Menschlichkeit bewahrt hat, der ihn veranlasst, dem Mädchen zu helfen – auch ohne Befehl ‚von oben’. Ihm zur Seite steht die Katze Mao, ein Contractor, der seinen originalen Körper verloren hat und mehr als nur ein niedliches Maskottchen ist.

Die drei werden in die Auseinandersetzung zweier Gruppen hinein gezogen, von denen eine die ominöse Organisation ‚Wiegenlied’ ist, der auch Krang angehört. Weder wird verraten, welche Ziele die jeweiligen Parteien verfolgen, noch erfährt man, welche Motive Hei bewegen und welche Rolle er innehat. Anhand von Kanas Schicksal wird zunächst demonstriert, wie skrupellos die Contractors sind, und man weiß am Ende nicht mehr als das Mädchen. Will man erfahren, welche Geheimnisse die einzelnen Protagonisten hüten, muss man auch die nächsten Bände kaufen.

Die Illustrationen sind zart und gleichzeitig dynamisch, denn es gibt viele Kampfszenen. Der Künstler stellt die Protagonisten etwas überzeichnet dar, d. h., sie sind sehr schlank und langgliedrig, haben große Augen und wirken recht comichaft. Nicht immer stimmen die Proportionen und Perspektiven. Vor allem wenn die Figuren in geschlossenen Zimmern mit Mobiliar agieren, treten kleine Schwächen deutlich zu Tage.

Es empfiehlt sich, ein wenig in „Darker than Black“ zu blättern, bevor man sich für oder gegen den Kauf entscheidet. Die düstere SF-Story ist tragisch, spannend, geheimnisvoll und hat durchaus Potential, doch muss man leider einige Abstriche bei der Qualität der Illustrationen hinnehmen. Unangenehm fällt außerdem der Druck auf: Das Schwarz färbt gern die Finger. Die Mangas von Panini sind so ziemlich die teuersten, darum sollte das bei einem Preis von EUR 7.95 nicht passieren.

Der Titel dürfte vor allem Lesern von Serien wie „RahXephon“, „Macross“ oder „Bleach“ gefallen. Studio Bones produzierte überdies Animes wie „Fullmetal Alchemist“, „Wolf’s Rain“ und „Scrapped Princess“. (IS)

Titel bei Amazon.de
Darker than Black: Bd 1

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1. Diane Pest
2. Martina Koschnik
3. Bernd Zinkmann
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Doktor Proktors Zeitbadewanne

Erstellt von Wolfgang Wieser am 29. März 2009

Jo Nesbø
Doktor Proktors Zeitbadewanne

OT: Doktor Proktors tidsbadekar
aus dem Norwegischen von Hinrich Schmidt-Henkel, mit Illustrationen von Per Dybvig
Arena Verlag
Erscheinungsdatum: 1. Januar 2009
Hardcover
340 Seiten
ISBN-10: 3401063308

Lise und ihr kleingewachsener, rothaariger Freund Bulle wohnen noch immer in der Nähe ihres erwachsenen Freundes Doktor Proktor, des verrückten Erfinders (siehe auch „Doktor Proktors Pupspulver“). Eines Tages erreicht die beiden ein durchnässter Brief Proktors mit einer schwer zu entziffernden Geheimbotschaft. Der Doktor bittet die Kinder, ihm Zeitseifenpulver mit Hilfe seiner Zeitbadewanne in die Vergangenheit zu bringen, da er versuchen möchte, den Zeitablauf zu korrigieren. Hat er seine einstige Geliebte doch an einen mächtigen und intriganten Gegenspieler verloren, da Proktor und seine Freundin diesem im letzten Augenblick durch einen unglücklichen Zufall nicht entkommen konnten. So reisen die beiden Kinder flugs ins Frankreich der 60er Jahre und es beginnt eine wilde und völlig verrückte Zeitodyssee, in der nicht nur Napoleon, Eddy Merckx und Gustave Eiffel eine wichtige Rolle spielen, sondern auch Jeanne d´Arc vor dem Scheiterhaufen bewahrt wird, ohne dass die Welt es mitbekommt.

Der Humor des Autors ist dabei wahrhaft köstlich anarchisch. Um Zeitparadoxa kümmert er sich wenig, stattdessen findet Napoleons große Niederlage einfach nicht statt, Bulle überredet die Truppen Bonapartes einfach dazu, nach Hause zurückzukehren und aufzugeben, während die Sieger ob der ausgefallenen Schlacht verabreden, allen Menschen zu sagen, sie hätten gewonnen. So bleibt der historische Ablauf scheinbar gewahrt. Herrlich, mit welcher Entspanntheit der norwegische Krimibestsellerautor sein völlig durchgeknalltes Garn dabei spinnt! Es macht einfach großen Spaß, seinen durchgedrehten Ideen zu folgen und zu schauen, welche grandiosen Kapriolen die Handlung gerade wieder schlägt, wenn die beiden Kinder die Historie aufmischen. Die spleenigen Charaktere haben dabei schon fast die Qualität gut abgehangenen britischen Humors.

Lediglich das durch das von Verlag ausgewählte Hochglanzpapier bedingt hohe Gewicht des Hardcoverbuchs, welches das Lesen erschwert, und die zwar skurrilen, aber doch sehr stark gewöhnungsbedürftigen Illustrationen von Per Dybvig schmälern den rundum positiven Gesamteindruck etwas.

Ansonsten ist „Doktor Proktors Zeitbadewanne“ Unterhaltung vom Feinsten für Jung und Alt. Während sich die Kids über die Pupswitze, lustige Namen (die ehemalige Freundin des Professors heißt Juliette Margarine, ein Pension trägt den Namen Pomm Fritt usw.) und die schnoddrige Sprache der Kinder königlich amüsieren werden, lachen die Erwachsenen über die schrägen Situationen und den unkonventionellen Einsatz von so „ernsthaften“ Dingen wie funktionstüchtigen Zeitmaschinen (hier als „Zeitbadewanne“) und Übersetzungsgeräten (hier als Nasenklemmen). Wenn der Autor dann noch völlig verrückte Tierarten (alle aufgelistet in Bulles Buch „Tierarten, denen du nie begegnen möchtest“) wie den Tse-Tse-Elefanten erfindet, der an Narkolepsie leidet und beim Umfallen alles unter sich begräbt (inklusive gewisser „Bösewichte“), dann weiß man als humorvoller Leser, dass man mit den kurzweiligen Abenteuern von Lise, Bulle und Doktor Proktor genau die richtigen Lektüre für entspannte und genussvolle Stunden gewählt hat. (gb)

Doktor Proktors Zeitbadewanne

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Das Graveyard-Buch

Erstellt von Wolfgang Wieser am 29. März 2009

Neil Gaiman
Das Graveyard-Buch

OT: The Graveyard Book
aus dem Englischen von Reinhard Tiffert
Arena Verlag
Erscheinunsgdatum: 1. Januar 2009
Hardcover
310 Seiten
ISBN 978-3-401-06356-0

Wenn man sich bei Arena schon nicht dazu entscheiden konnte, dem wunderbaren Buch einen gänzlich deutschen Titel zu geben, dann wurde aber immerhin eine schmucke Blechschachtel als Behältnis ausgewählt, in dem das Buch aufbewahrt werden kann. Ein Sarg wäre zwar passender gewesen, aber immerhin, der Gimmick des Verlags ist zweifellos interessant.

Ablenken sollte dies aber nicht vom tollen Inhalt, denn dem britischen Autor gelingt ein wunderbar verschrobenes und doch warmherziges Buch über einen Jungen, der auf einem riesigen, traditionsreichen Londoner Friedhof aufwächst und dabei von den Geistern der Toten und auch einigen anderen, eher zwielichtigen Gestalten, groß gezogen wird.

Nobody Owens (auf diesen Namen wird der Junge von den Geistern seiner beiden verstorbenen Adoptiveltern getauft), der als krabbelndes Kleinkind auf den Friedhof kam und durch seine neugierige Flucht vor der Familie dem Mordanschlag entging, dem seine Eltern und die ältere Schwester zum Opfer fielen, wächst in einer für den Leser befremdlichen Umgebung auf. Egal ob er sich mit Ghoulen anlegt, mit den lange Verstorbenen über deren damalige Erlebnisse plaudert oder versucht, einer zu Unrecht verbrannten Hexe einen Grabstein zu besorgen, immer lauert eine latente Gefahr auf den Jungen, denn der Mörder seiner Familie ist noch immer auf der Suche nach ihm. Begabt mit übernatürlichen Fähigkeiten, sucht der Mörder ihn hartnäckig. Allerdings ist Nobody auf dem Friedhof erst einmal in Sicherheit. Als er jedoch älter wird, drängt es ihn, die Welt der Lebenden kennen zu lernen. Hier zeigt es sich, dass der Junge alles andere als hilflos ist, denn er hat von den Toten so einiges gelernt. Er kann sich unsichtbar machen und außerdem mit den urzeitlichen Kräften der Druiden Kontakt aufnehmen, denn unter dem großen Londoner Friedhof ruht ein Hünengrab, welches noch immer von einer übernatürlichen Macht bewacht wird. Doch reicht dies aus, um seinem Mörder zu entkommen? Und warum wurde seine Familie überhaupt so brutal ausgelöscht? Diese Fragen gilt es für den Jungen zu klären, will er jemals in Ruhe und Frieden leben können…

Gaiman erzählt diese ungewöhnliche Geschichte mit einer an Alltäglichkeit gemahnenden Seriosität und einer Vertrautheit, so dass der Leser aus dem Staunen gar nicht mehr herauskommt. Die phantastischen Einfälle des Autors sind superb, das Geschick, mit denen er ruhige Episoden einerseits und Gefahr und Aufregung andererseits mischt, ist nahezu perfekt. Hat einen diese Geschichte erst einmal in ihrer Gewalt, so lässt sie einen nicht mehr los.

Die wunderbaren Charaktere von Lebendigen, Toten, Untoten und sonstigen Lebewesen sind zwar nicht tief ausgeformt, aber doch gerade so präsent, dass sie die Farbenprächtigkeit, die Ideenvielfalt und den Abwechslungsreichtum der Geschichte untermauern.

Insgesamt ist Neil Gaiman ein hervorragendes Buch gelungen, das sicherlich nicht nur gruselbegeisterte Jugendliche ansprechen wird, sondern vor allem auch viele Erwachsene, die, auf der Suche nach anspruchs- und phantasievoller Lektüre im ansonsten so klischeelastigen und eintönigen Horrorgenre sind. Da der Name des Autors unter Kennern längst einen guten Klang hat, bleibt zu hoffen, dass erwachsene Leser sich nicht davon abschrecken lassen, dass der vorliegende Roman bei Arena als Jugendbuch erscheint. Denn „Das Graveyard-Buch“ ist trotz des kruden deutsch-britischen Titels eine ganz wunderbare und bedingungslos empfehlenswerte Geschichte. (gb)

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Das Graveyard-Buch

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Yeager

Erstellt von Detlef Hedderich am 29. März 2009

cherryh_yeagerC. J. Cherryh (d.i. Carolyn Janice Cherry, 1942- )
Yeager

München: Heyne Verlag 1991 411 S. (Heyne SF und Fantasy Nr. 4824)
Originaltitel: Rimrunner (1989) (sfbentry)
Aus dem Amerikanischen von Rosemarie Hundertmark

Geschildert wird die Geschichte einer jungen Raumsoldatin der – ehemals – terranischen Raumflotte die im Zuge des Krieges zwischen Union, Allianz und Erdkompanie hinter die feindlichen Linien, auf die mehr oder weniger bedeutungslose Thule-Station verschlagen wurde und sich nun ohne Arbeit, ohne Geld und Unterstützung Gleichgesinnter in einer feindlichen Umwelt durchschlagen muß, ohne dabei aber ihre tatsächliche Identität preiszugeben. Und da es ihr sehnlichster Wunsch ist, wieder zu ihrer Truppe, wieder auf ihr Schiff, zurückzukommen, daß aber wohl kaum jemals an die Außenhaut dieser Station andocken wird, sich in ganz anderen Gefilden bewegt, ist sie natürlich darauf aus, sich einen Job auf irgendeinem der Schiffe zu sichern, welche an die heruntergekommene Station anzudocken pflegen, damit sie überhaupt erst einmal von dort wegkommt. Bevor ihr dies aber gelingt, muß sie sich vor den Übergriffen der Männer, der Dockarbeiter und Kneipengänger, der Loser und Gelegenheitsmachos schützen, die in ihr ein leicht zu erlegendes Beutestück wittern, da sie ohne Essen, Schlafplatz und frischer Kleidung schon von ihrem Äußeren her wie eine Einladung wirkt.

Es gelingt ihr zu überleben, doch wird sie dabei zur zweifachen Mörderin, und nur die Intervention des Käptens der “Loki”, eines umgebauten bewaffneten Raumers zweifelhafter Herkunft mit einer seltsamen, bunt zusammengewürfelten Besatzung – nach dessen Andocken Yeager sofort anzuheuern versuchte -, kann sie nach Bekanntwerden ihrer Tat vor der Gerichtsbarkeit der Stationspolizei retten. Doch scheint Yeager vom Regen in die Traufe gekommen, denn schon kurz nach Ablegen des Schiffes von der Station in Richtung eines ihr unbekannten Zieles, erkennt sie, daß sie sich an Bord eines Geisterschiffes, eines “Rimrunners”, befindet, welches die Überreste der geschlagenen terranischen Flotte aufzuspüren und zu vernichten sucht: jene Schiffe, auf denen Yeager einstmals als Soldatin ihren Dienst verrichtete. 

An Bord der Loki ist sie zu Anfang noch für die niederen Dienste, wie Bodenreinigung und ähnliches zuständig, um sich nach und nach in der Hierarchie der Mannschaft einen Platz zu sichern, der ihr Gelegenheit gibt, ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten voll auszuschöpfen. Dabei lernt sie einen weiteren Außenseiter, Ramey, kennen, dem die junge Frau aus seiner depressiven Isolation verhilft und diesem wieder die Möglichkeiten der Kommunikation und des Zusammenleben mit Anderen ermöglicht, ohne die sich das Leben an Bord eines solchen Schiffes zu blankem Wahnsinn steigern kann. So findet schließlich auch Yeager im Laufe der Zeit ihren Platz, ihre Partner, ihre Freunde, aber auch ihre Feinde an Bord dieses Schiffes; legt Intrigen offen, die in ihrer Wirkung bis zur Führungsspitze des Schiffes reichen, für die sie dementsprechend gelobt und getadelt wird. Und ausgerechnet in dieser veränderten Situation, dieses ihr langsam vertraut werdenden Umfelds, kommt es zum feindlichen Kontakt mit einem ihrer früheren Schiffe, dessen Führung sie ja auch einmal Treue und Loyalität geschworen hatte.

Yeager ist ein weiterer Roman zu C. J. Cherryhs Future History um die Machtgeplänkel zwischen der Union, der Allianz, der Erdkompanie und mit diesen drei Mächten verbundenen Verbündeten oder erzwungenen Mitläufer. Was einmal mit Pells Stern und Kauffahrers Glück begonnen hatte, mit 40.000 in Gehenna fortgesetzt wurde, in losem Zusammenhang zu Der Engel mit dem Schwert steht und einen Blick aus der Sicht der anderen Seite mit der Cyteen-Trilogie erlaubte (und wohl auch irgendwann mit dem Chanur-Zyklus verbunden, wenn nicht gar mit allen anderen Romanen der Autorin in räumlicher oder/und zeitlicher Abhängigkeit miteinander verknüpft werden wird) findet mit dem vorliegenden Werk ein brillantes Zwischenspiel.

Cherryh plädiert in ihrem Roman für mehr Menschlichkeit, ohne dabei den Zeigfinger zu erheben, zeigt die Geschehnisse aus der Sicht einer einfachen Soldatin, die ebenfalls ihre Fehler hat, sich des öfteren von Stimmungsumschwüngen leiten läßt, dennoch aber nicht den Blick für den anderen Menschen verloren hat. Trotz eigenem harten Schicksal und oft erlebter Reinfälle, ist es ihr immer noch möglich, zu vertrauen, sich der Freundschaft anderer sicher zu sein. Die Welt des Raumschiffs mit ihren Intrigen, politischen Konflikten und gegenseitigen Feindschaften zwischen den Mannschaftsmitgliedern und Offizieren ist dabei nur ein kleineres Modell für das Leben draußen, außerhalb der stählernen, schützenden Hülle der Loki.

Yeager ist ein einfühlsames Buch über die Konflikte zwischen Menschen die auf engstem Raum miteinander auskommen müssen, eine fiktive Sozialstudie im Gewand eines Science Fiction-Romans mit Blick aufs Zwischenmenschliche.

(Detlef Hedderich/Thomas F. Roth)

Titel bei Amazon.de
Yeager. Ein Roman aus dem Pell- Zyklus.

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Im Bann der Bestie

Erstellt von Günther Lietz am 29. März 2009

Patricia Nigiani
Im Bann der Bestie

Sacred 2 – Der Schattenkrieger Teil 3
weirdoz*

1 CD, 19 Kapitel, ca. 80 Minuten
Sprecher unter anderem: Helmut Krauss, Thomas Fritsch, Annabelle Krieg, Nana Spier, Sandra Schwittau, Michael Pan
Titelsong: Blind Guardian

Um den letzten Wunsch seines alten Kameraden Goth zu erfüllen, macht sich Garlan auf die Suche nach der Großen Maschine. An der Seite des Schattenkriegers reist die hübsche Halbelfe Leandra. In einer Vollmondnacht in den Bergen, wird nun die unvorsichtige Leandra von einem Werwolf verletzt.

Garlan bringt seine Kameradin in ein nahes Dorf, wo die beiden herzlich aufgenommen werden. Hier freundet sich der Schattenkrieger mit dem Schmied Wieland und dessen Tochter an. Doch Garlan ahnt nicht, was für ein dunkles Geheimnis Wieland hütet …

Die nun mehr dritte Episode aus der Reihe „Sacred 2 – Der Schattenkrieger“ findet ihren Weg in die CD-Spieler. Erneut tritt der tapfere Schattenkrieger gegen die bösen Schergen an und sorgt dafür, das die Fantasywelt Ancaria ein wenig sicherer wird. Dabei geht es diesmal ein wenig ruhiger zu, etwas weniger actionbetont. In „Im Bann der Bestie“ ist es viel mehr der Horror, der die Geschichte beherrscht.

Natürlich ist der Werwolf ein klassisches Stilmittel, um Gänsehaut zu erzeugen. Man könnte beinahe sagen, das Thema ist ausgelutscht. Doch die Verbindung zweier klassischer Elemente – Fantasy und Horror – wirken belebend und sorgen für Spannung. Das liegt vor allem daran, dass der übermenschliche Garlan Probleme hat den Werwolf zu besiegen. Garlans Schwäche macht ihn somit wiederum menschlich und bringt die Figur näher an den Zuhörer. Diese kurze Distanz sorgt für entsprechende Spannung. Thomas Fritsch – der die Rolle des Garlan spricht – sorgt hier mit seinem darstellerischem Können für Unterhaltung auf hohem Niveau. Er beherrscht die Augenblicke der Stärke ebenso wie die Momente der Schwäche. Seine raue Stimme ist sehr passend und nun fest mit der Rolle des Garlan verknüpft.

Aber auch Annabelle Krieg beherrscht ihr Metier. Sie spricht die Leandra und steht dabei ihrem männlichen Kollegen in keinster Weise nach. Jugendlich und frisch, verletzlich und trotzdem Selbstbewusst, es macht einfach Spaß ihr zuzuhören. Das gilt auch für die anderen Hauptrollen und die vielen Nebenrollen. Die Sprecher verstehen ihr Handwerk und klingen zu jedem Zeitpunkt authentisch.

Die Musik und die Geräuschkulisse besitzen diesmal einen düsteren Stil, was hervorragend zum Horror-Thema passt. Alles sitzt punktgenau, unterstützt die Szenerie oder treibt die Spannung voran. In Kombination mit den Sprechern erwacht das Hörspiel zum Leben. Über Kopfhörer genossen explodieren zwischen den Ohren förmlich die Bilder.

Gemeinerweise endet „Im Bann der Bestie“ mit einem aufregenden Cliffhanger und macht Lust auf mehr dieser guten Unterhaltung. Spannend, ein gutes Drehbuch und eine ordentliche Umsetzung – sehr zu empfehlen.
(Günther Lietz)

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Sacred 2: Fallen Angel – Der Schattenkrieger Folge 3: Im Bann der Bestie

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