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neuauflage

Archiv für Juni, 2009

Dark Ladies 2

Erstellt von Detlef Hedderich am 26. Juni 2009

Alisha Bionda (Hrsg.)
Dark Ladies 2

Fabylon Verlag, Markt Rettenbach, 3/2009,
TB (Englische Broschur), Dark Fantasy, Horror, 978-3-927071-26-1, 237/3200
Titel- und Innenillustrationen von Gaby Hylla

www.fabylon-verlag.de/
www.alisha-bionda.net/index2.php
www.gabyhylla-3d.de/

Auch der zweite Band der neuen Dark-Fantasy-Anthologie von Alisha Bionda vereint 15 Kurzgeschichten von namhaften deutschen Autoren.

Fran Henz erzählt von intriganten, dämonischen Rudelkämpfen. „Was Lieder nicht verraten“ ist eine weitere Vampir-Story aus der Feder von Jennifer Schreiner. „…und führe mich nicht in Versuchung“ ist ein düster-morbider Beitrag von Rainer Innreiter, während „Der Schrecken der Stille“, von Barbara Büchner die schreckliche Kraft der Imagination thematisiert. Tanya Carpenters „Desmodia“ bildet eine faszinierende Variation des „Dracula“-Mythos, und Arthur Gordon Wolf lädt die Leser ein zum „Fest der Grauen Mondin“, bei dem ein besessener Computerspieler die Grenze zwischen Fiktion und Wahrheit nicht mehr erkennen kann. Monika Wunderlich erzählt von „Tabea“, einer jungen Frau mit teuflischen Absichten. Dave T. Morgans „Shadoir“ ist eine phantasievolle und originelle Geschichte, die den Leser zu überraschen versteht.

Linda Budinger webt „Die Schleier des Vergessens“ und verbindet Liebe und Tod auf formvollendete Weise.

In die nordischen Gefilde geht es bei Guido Krains „Geliebte des Winters“, bei der eine junge Frau einem sonderbar anmutenden Fest beiwohnt, das einen ungeahnten Ausgang nimmt. Eine weibliche Profikillerin ist die Protagonistin in Robin Gates’ „Schlangenblut“, während Fantasy-Bestsellerautor Christoph Marzi mit „Epiphany“ eine moderne Superheldengeschichte mit poetischer Kraft verfasste. Aino Laos schrieb die Story „Das Geschenk“, die von Christoph Marzi übersetzt wurde. Dort findet eine querschnittsgelähmte junge Frau einen magischen Kelch. Wahrhaft ghulisch geht es in der Geschichte von Desiree und Frank Hoese zu, in der ein Magier aus der Vergangenheit eine schar dämonischer Succubi jagt. Harald Braem schließt den Reigen mit „Nagual“, wo es um eine Expedition geht, welche die Forscher mit einer Welt jenseits der sichtbaren konfrontiert.

Bd. 2 der neuen Anthologie aus dem Fabylon Verlag präsentiert eine ebenso ausgewogene und abwechslungsreiche Mischung düsterer, erotischer Fantasy-Geschichten wie schon das erste Buch der „Dark Ladies“. Erstaunlich ist vor allem, wie viele talentierte und namhafte Autoren die Herausgeberin Alisha Bionda auch im zweiten Band für dieses Projekt gewinnen konnte.

Und was Barbara Büchner, Linda Budinger, Christoph Marzi, Dave T. Morgan und die vielen anderen Autoren schrieben, ist von allerhöchster Güte. Anspruchsvoll, melancholisch, gruselig oder einfach nur unterhaltsam gestalten sich die 15 Storys über die düsteren Damen.

Obwohl gerade einmal fünf Seiten lang, gehört Barbara Büchners Geschichte zu den eindringlichsten und besten der Sammlung. Allein die Beschreibung, wie sich die Wahrnehmung eines Menschen in absoluter Stille verändert, ist bewegend. Unterhaltsam und mit einem Hauch pseudowissenschaftlicher Authentizität gewürzt ist Tanya Carpenters „Desmodia“. Die Autorin besitzt einen unterhaltsamen, flüssigen Schreibstil der sehr erfrischend wirkt. „Schlangenblut“ von Robin Gates hält den Leser mit einer überraschenden Wendung in Atem. Christoph Marzis „Epiphany“ ist eine nachdenklich stimmende, glänzend erzählte Kurzgeschichte, in welcher Leser und Protagonistin über Realität und Traum im Ungewissen bleiben.

Ist die Story-Sammlung inhaltlich schon ein Volltreffer, so bildet die optische Aufmachung das Tüpfelchen auf dem I. Die Grafiken von Gaby Hylla sind kunstvolle, erotische Fantasy-Szenerien, die das Auge des Lesers verwöhnen. Nur ein, zwei Bilder wirken etwas grobschlächtig und hölzern, doch unter dem Strich sind alle Motive echte Blickfänger. Hinzu kommen verschnörkelter Szenentrenner, eine Hochglanzklappbroschur, sowie eine exzellente Papierqualität, die den Preis von EUR 13.- mehr als rechtfertigen.

Der zweite Teil der „Dark Ladies“ steht dem ersten in nichts nach. Talentierte Autoren schrieben abermals fünfzehn faszinierende Dark-Fantasy-Geschichten mit Niveau. Dank der tollen Grafiken von Gaby Hylla gehört die Anthologie zu den schönsten auf dem deutschen Buchmarkt. (FH)

Titel bei Amazon.de
Dark Ladies 2

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Tharador

Erstellt von Detlef Hedderich am 26. Juni 2009

Stephan R. Bellem
Tharador

Die Chroniken des Paladins 1
Otherworld Verlag, Graz (A), dt. Erstveröffentlichung: 6/2007
TB, Fantasy, 978-3-9502185-6-5, 356/995
Titelillustration von Jan Balaz
Karte von Pesch
Autorenfoto von N. N.

www.otherworld-verlag.com
www.srbellem.de
www.janbalaz.com

Der Kontinent Kanduras konnte einst von einer Schar Helden vor dem bösen Magier Karandras gerettet werden. Allerdings gelang es nicht, das Buch ‚Karand’, die Quelle allen Übels, zu vernichten. Stattdessen wurde es an einem geheimen Ort verborgen, mit einem Schutzbann versehen und sollte für alle Zeiten von den Zwergen gehütet werden.

Jahre später begibt sich der machtgierige Magier Tarvon Xandor auf die Suche nach dem verschollenen Buch. Er will sich die ganze Welt untertan machen und scheut vor keiner Untat zurück, um sein Ziel zu erreichen. So hetzt er die Orks zu einem Krieg gegen die Menschen auf und macht einen bislang unbescholtenen Soldaten zu seiner Kreatur. Daraufhin wendet sich Dergeron gegen seine alten Kameraden, insbesondere gegen Tharador.

Dieser wird seit einer geraumen Weile von merkwürdigen Träumen geplagt. Um dem Rätsel auf den Grund zu gehen, desertiert er zusammen mit seinem Freund Queldan.

Unterwegs schließt sich ihnen der Berserker-Zwerg Khalldeg an – und es kommt zu einer ersten Begegnung mit Dergeron und Xandor. Der finsteren Magie haben die tapferen Kämpfer wenig entgegenzusetzen.

Während für Queldan jegliche Hilfe zu spät kommt, rettet im letzten Moment ein Unbekannter Tharador und Khaldegg das Leben.

Tharador erfährt nun endlich von seiner Abstammung und seiner Aufgabe: Er ist der neue Paladin, der auserwählt wurde, Kanduras vor Xandor und der Macht des Buches ‚Karand’ zu schützen. Weitere Gefährten stoßen hinzu, darunter der Elf Faeron und die Diebin Calissa. In den Händen dieser zusammen gewürfelten Gruppe liegt nun das Schicksal der Welt…

Gerade die Fantasy ist sehr ausgeschöpft, und es fällt den Autoren immer schwerer, etwas Neues zu erfinden. Stephan R. Bellem ist es in „Tharador“ leider nicht gelungen, mit einigen überraschenden Einfällen aufzuwarten und eine spannende, abwechslungsreiche Handlung aufzubauen. Die Story entpuppt sich als eine Sammlung bekannter Versatzstücke, die Protagonisten entsprechen gängigen Archetypen, der Stil ist so pathetisch, dass sich das Buch fast schon wie eine Parodie liest.

Zum Paladin ernannt entwickelt sich Tharador schnell zum überlegenen Superhelden. Queldan als Heldenbegleiter wird früh durch andere Gefährten ersetzt, denn ein tragisches Opfer muss verdeutlichen, wie skrupellos die Widersacher sind. Mit Faeron, Khalldeg und Calissa kommen Standard-Völker und –Figuren wie Elfen, Zwerge und Diebinnen/Ex-Prostituierte ins Spiel. Der Magier Gordan muss im Hintergrund bleiben, sonst hätte es Tharador zu einfach. Die Bösen sind natürlich böse, allen voran der finstere Magier Xandor, sein Handlanger Dergeron, die Orks und die Goblins.

Der Autor hat damit praktisch jedes Volk abgehakt, das seit dem „Herrn der Ringe“ scheinbar in keinem heroischen Fantasy-Roman fehlen darf. Aber was bei Wolfgang Hohlbein, Markus Heitz, Alfred Bekker und einigen anderen funktionieren mag, klappt nicht in jedem Fall. Freilich kann man auch nicht den umgekehrten Pfad beschreiten und alles weglassen, was bereits in unzähligen Büchern durchgenudelt wurde, doch ein Mittelweg und mehr eigene Ideen wären sicherlich machbar gewesen.

Positiv fällt auf, dass der Orkkönig Ul’goth nachvollziehbare Motive hat, die ihn aus dem Einerlei an Bösewichtern herausheben. Nach der Eroberung der Stadt Suran möchte er sich dort mit seinem Volk niederlassen und es aus der Barbarei holen.

Schade, dass Stephan R. Bellem nicht öfter versucht hat, sich durch solche Details von den Genre-Klischees zu lösen.

Auch die übliche Reise, die die Helden durch die Lande führt und sie das eine oder andere Abenteuer erleben lässt, bevor es zum Showdown kommt, fehlt nicht. Das Buch endet, wie erwartet, und die Weichen werden sogleich für die Fortsetzung gestellt.

„Tharador“ möchte High Fantasy sein, ist aber eher Sword & Sorcery und weit von dem entfernt, was man beispielsweise durch Robert E. Howards „Conan“, Fritz Leibers „Fafhrd & Grey Mouser“ oder Michael Moorcocks „Elric von Melniboné“ mit dem Genre verbindet. Gerade dem lese-erfahrenen Publikum bietet der Auftakt-Band der „Paladin“-Trilogie nichts Neues.

Nur jüngere Leser, für die ein Fantasy-Roman eine Quest, den Kampf von eindimensional Guten gegen die ebenso eindimensional Bösen, Tolkiens Völker und Genre-Archetypen beinhalten muss, werden sich von der Lektüre gut unterhalten fühlen. (IS)

Titel bei Amazon.de
Tharador. Die Chroniken des Paladins 01.

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Drachenring

Erstellt von Detlef Hedderich am 26. Juni 2009

Alfred Bekker
Drachenring

Die DrachenErde-Saga 2
Egmont Lyx, Köln, 3/2009
PB, Fantasy, 978-3-8025-8164-9, 414/1295
Titelillustration von Jon Sullivan
Karte von David Ernle

www.egmont-lyx.de
www.alfredbekker.de
www.johnsullivanart.com/

Nach seiner „Elfen“-Saga, die Alfred Bekker im Kinderbuch-Sektor mit den Abenteuern der jüngsten Generation fortsetzt, verfasste der 1964 geborene Autor jetzt auch seine Debüt-Romane in der Fantasy-Reihe von LYX. „Die DrachenErde“-Saga zeigt, dass er sich nicht nur in klassischen High Fantasy-Gefilden bewegen sondern auch irdische Kulturen gekonnt miteinander verbinden kann.

In „Drachenfluch“ lernte Rajin seine Abstammung und Bestimmung kennen. Seine Kindheit und Jugend hatte er als „Bjonn Dunkelhaar“ unter den einfachen Menschen einer rauen Seefahrernation verbracht und war nahe daran gewesen, mit der schönen Nya eine Familie zu gründen. Nur eines hat er auch seinen Freunden nie verraten: Seit seiner Kindheit wurde er immer wieder von einer geheimnisvollen Stimme heimgesucht, die ihn unterwies, aber auch warnte.

Eines Tages, als die Samurai des despotischen Drachenkaisers Katagi über sein Volk herfallen, tritt der Besitzer der Stimme in Erscheinung. Der Weise und Zauberer Liisho rettet Rajin vor dem Zugriff der feindlichen Krieger und macht ihm klar, dass er sein Leben nicht sinnlos wegwerfen darf. Denn er ist einer der fünf Söhne des letzten wahren Drachenkaisers. Da seine Brüder inzwischen alle tot sind, liegt es allein an ihm, den Usurpator zu stürzen. Inzwischen geht es jedoch um mehr als nur das Schicksal einer Nation.

Katagi hat ein Unheil herauf beschworen, dass den Untergang der Welt bedeuten könnte. Da er die Drachenringe nicht so kontrollieren kann, wie er müsste, droht nun auch der Urdrache wieder zu erwachen. Und wenn das geschieht, wird das gottgleiche Wesen alle Drachen aus dem Bann der Menschen befreien. Da es zudem Gerüchte gibt, dass Katagi einen der Ringe verloren habe, scheint Rajins Stunde gekommen zu sein.

Der junge Mann ist aber nicht ganz bei der Sache, denn seine Geliebte Nya liegt mitsamt dem gemeinsamen ungeborenen Kind in einem gläsernen Sarg und ist zwischen Leben und Tod gefangen. Auch wenn Liisho deutlich macht, dass nicht einmal er etwas unternehmen kann, will der junge Mann die beiden nicht ihrem Schicksal überlassen.

Deshalb folgt er während der Jahre, in denen er unter dem Schutz des Fürsten vom Südfluss seine Armeen aufbaut und immer weitere Verbündete sucht, auch seinem Herzen. Der alte Weise beobachtet das mit großer Sorge, denn er spürt, das kein Quäntchen Zeit vergeudet werden darf, wenn sein Schützling Katagi und dessen Schergen schlagen soll. Denn über allem liegt noch ein weiterer düsterer Schatten als nur der des Urdrachens…

Wie bereits in der „Elben“-Trilogie tendiert Alfred Bekker auch in der „DrachenErde“-Saga dazu, sich auf die wichtigen Wendepunkte des Epos’ zu konzentrieren und alles andere im Zeitraffer zusammenzufassen. Normalerweise würde man erwarten, dass der junge Held diesmal schwere Rückschläge gegen den Tyrannen erleidet, aber dazu kommt es nicht. In dieser Hinsicht durchbricht der Autor die gängigen Klischees der High Fantasy. Nichtsdestoweniger spielt er weiter mit Klischees und Archetypen.

Heraus kommt dabei ein bunter und actionreicher Mix von verschiedenen kleinen Abenteuern, die am Ende in einer epischen Schlacht zwischen Gut und Böse, den Menschen und uralten Mächten gipfeln. Da aber letztendlich die Finsternis nicht vollständig besiegt ist und auch Rajin noch offene Sorgen hat, kann man ahnen, worauf der dritte Band hinaus laufen wird.

Wie auch schon der erste Band der „DrachenErde“-Saga bietet „Drachenring“ solide Unterhaltung und dürfte die Leser zufrieden stellen, die vor allem actionreiche Abenteuer vor einem exotischen Hintergrund schätzen und dabei problemlos auf weibliche Charaktere, dramatische Beziehungsgeschichten oder gar Romantik verzichten können. (CS)

Titel bei Amazon.de
Die Drachenerde Saga 02. Drachenring

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Leipziger Sagen und Legenden

Erstellt von Detlef Hedderich am 26. Juni 2009

Kristina & Katharina Hammann
Leipziger Sagen und Legenden

Michael John Media, Schwaig, 3/2009
1 CD im Plastik-Display in aufklappbarer, kartonierter Hülle, Hörbuch, Belletristik, Fantasy, 978-3-9811250-7-8, Laufzeit: ca. 77 Min., gesehen 4/09 für EUR 14.90
Sprecher: Heiner Giersberg
Musik: Michael John
Titelgestaltung und Fotos von N. N.
1 Booklet à 8 Seiten mit Informationen zu den Autorinnen, dem Sprecher und der Stadt Leipzig

www.john-verlag.de
www.smallpress.de/urheber/uid/652/
www.smallpress.de/urheber/uid/653/
www.smallpress.de/urheber/uid/654/

Sagen und Legenden lesen bzw. hören die meisten gern, unabhängig von Geschlecht und Alter. Vor allem wenn sie Bezüge zu Städten und Plätzen herstellen, die man kennt, die man besuchen kann, in denen Nähe man wohnt, üben diese Erzählungen einen großen Reiz aus. Es gibt wohl kaum eine Burg, einen Fluss, einen bizarren Felsen o. ä., um die sich keine spannende oder unheimliche Geschichte rankt.

Auch von der Stadt Leipzig erzählt der Volksmund viele Sagen. Kristina und Katharina Hammann haben einige davon gesammelt und niedergeschrieben, damit sie nicht in unserer schnell-lebigen Zeit in Vergessenheit geraten. Der John-Verlag produzierte die CD „Leipziger Sagen und Legenden“, gelesen von Heiner Giersberg, und offeriert außerdem, falls man nun auf den Geschmack gekommen ist, weitere Hörbücher mit Sagen und Legenden aus Berlin, Nürnberg, Hamburg usw.

Auf der vorliegenden CD finden sich zehn Tracks bzw. Erzählungen (eigentlich neun, rechnet man die kurze Einleitung nicht mit ein), z. B. die über den „Ritter von Harras“ und seine treue Gemahlin, ferner der bekannte „Fassritt in Auersbachs Keller“, der in Goethes „Faust“ verewigt wurde, „Die drei Goldstücke“, die eine Frau als Belohnung erhielt, da sie bei der Niederkunft einer Nixe dieser und dem Kind das Leben rettete, und auch die Legende vom heiligen Georg in „Wie Georg den Drachen besiegte“. Manche der Geschichten sind bekannt, andere weniger. Sie erzählen von Treue und Verrat, von Dank und Rache, von Glaube und Tapferkeit.

Ausnahmslos sind sie interessant, und man lauscht gern den gelungenen Vorträgen, die durch passende mittelalterlich anmutende Musikstücke voneinander getrennt sind.

Das Booklet ist zwar nicht sehr umfangreich, aber informativer als die Beilagen von so manch anderem Hörbuch, denn es bietet Informationen zu den Autorinnen und dem Sprecher sowie zur Stadt Leipzig, ergänzt durch schöne Fotos von den Sehenswürdigkeiten. Beim Anschauen bekommt man tatsächlich Lust, sich alles selber anzuschauen und die Orte kennen zu lernen, an denen sich die Geschehnisse, von denen die Sagen berichten, zugetragen haben.

„Leipziger Sagen und Legenden“ ist ein sehr schönes Hörbuch, das das alte Leipzig lebendig werden lässt und mit dem man Hörern aller Altersstufen, die solche Geschichten schätzen, eine große Freude bereiten kann. (IS)

Titel bei Amazon.de
Leipziger Sagen und Legenden. Geschichte und Stadtsagen Leipzig

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Das flandrische Siegel

Erstellt von Detlef Hedderich am 25. Juni 2009

Marie Cristen
Das flandrische Siegel

Die Flandern-Saga 3
Droemer/Knaur, München, 2/2009
HC mit Schutzumschlag, Belletristik, historischer Roman, 978-3-426-66220-5, 512/1695
Titelgestaltung von ZERO Werbeagentur, München unter Verwendung eines Fotos von AKG images

www.droemer-knaur.de
www.marie-cristen.de

In Marie Cristens dritten Buch aus der „Flandern“-Saga um die Familie Contarini dreht sich die Handlung um Christina und Lucas, den Enkeln von Aimée und Domenico Contarini, die in „Die Stunde des Venezianers“ die Hauptrollen spielten.

Christina ist eine recht eigensinnige und kluge junge Frau, die sich den Zwängen ihrer Zeit nicht beugen will. So lehnt sie, sehr zum Ärger ihrer Eltern, eine Heirat mit Hendrik van der Molen ab. Der ist darüber so erzürnt, dass er sogar Christinas Bruder Lucas erpresst, der unter unglücklichen Umständen in einen Mordfall verwickelt ist, außerdem eine Affäre mit einer hochadligen jungen Dame eingegangen war. Lucas soll sich, ähnlich wie seine Schwester, dem Willen des Vaters beugen und im Handelskontor arbeiten, statt sein großes Talent als Maler auszuleben.

Gemeinsam mit Christinas besten Freundin Hannah und ihrem jüdischen Geliebten Daniel beschließen sie zu fliehen, nach Venedig, wo alle Religionen frei nebeneinander bestehen dürfen, Lucas als Maler arbeiten könnte und sie zudem Verwandte besitzen.

Doch ein Sturm macht all diese Träume zunichte. Sie landen in London, einer brutalen Stadt voller Gefahren, auf die sie durch nichts vorbereitet waren.

Derweil sinnt Hendrik van den Molen auf Rache…

Sensibel werden alle Charaktere entwickelt, die Annäherung zwischen Hannah und Lucas ist ergreifend, das schicksalhafte Geschehen um Daniel und Christina berührt tief. Auch wie der erst so konservative Matthis, Christinas älterer Bruder, sich einer jungen Frau annähert, ist wunderschön beschrieben. Das politische Geschehen und die hervorragend recherchierten Ereignisse des beginnenden 15. Jh werden immer mit eingeflochten, trotzdem bleibt der Focus auf allem Menschlichen, d. h., den Charakteren.

Die verschiedenen Liebesgeschichten, die Überwindung von religiösen Trennlinien, aber auch Standesdenken, bleiben immer im Vordergrund und werden sprachgewaltig umgesetzt. Man muss die Vorgängerromane nicht kennen, um diese Geschichte genießen zu können, und ein Genuss ist es für jeden, der Romantik, menschliches Drama und glückliche Enden liebt.

Eben dieses glückliche Ende mag den kritischen Leser ein wenig irritieren; die Wandlung des gestrengen Vaters ist vielleicht doch ein wenig sehr beglückend. Diejenigen, die historische Romane in die Hand nehmen, um Porträts bekannter Persönlichkeiten und politische Entwicklungen zu verfolgen, sollten diesen Band dann eher im Regal stehen lassen. Allen Liebhabern romantischer Erzählungen hingegen sei er wärmstens empfohlen: Große Überraschungen sind hier nicht zu erwarten, dafür bewegende Emotionen und viel Lesespaß.

Das Cover ist dezent, die Bindungsqualität hervorragend. Der Stammbaum der Familie Contarini ist interessant für all jene, die schon die ersten beiden Bände gelesen haben.

Ein gelungener historischer Liebesroman, der sich leicht genug liest, um sowohl im Sommerurlaub am Strand als auch zur Abendlektüre dienlich zu sein! (alea)

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Das flandrische Siegel

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Ein Lehrer zum Knutschen

Erstellt von Detlef Hedderich am 25. Juni 2009

Katharina Volk
Ein Lehrer zum Knutschen

Sternzeichen Liebe: Jungfrau
Egmont Franz Schneider Verlag, München/Köln, 7/2008
PB mit Klappbroschur, Kinder-/Jugendbuch, Romance, 978-3-505-12509-6, 188/895
Titelgestaltung von Yvonne Skowronek, München unter Verwendung eines Motivs von Sandra Engelke
Vignetten und Autorenfoto von N. N.
Extra: 1 Lesezeichen im passenden Sternzeichen-Design

www.schneiderbuch.de
www.poesie-katharina-volk.de.lv/
www.sandra.engel-ke.de/index2.html

Die 14-jährige Vicky hat ein Geheimnis, in das nur eine eingeweiht ist, nämlich ihre beste Freundin Nadine: Vicky ist in den neuen Französisch-Lehrer verliebt. Herr Yannick Holtmann ist erst 27 Jahre alt und sieht einfach hinreißend aus. Aber wie macht man als Teenager einen Erwachsenen auf sich aufmerksam?

Vicky lässt nichts unversucht. Sie stylt sich, als wäre sie doppelt so alt, nachdem sie beobachten musste, dass ‚Yannick’ große Augen bekommt, sobald eine aufgetakelte Frau an ihm vorbei wackelt. Sogar das Rauchen probiert sie, wenngleich mit wenig Erfolg und umso peinlicheren Folgen.

Ihr Interesse an dem Lehrer bleibt nicht unbemerkt. Eigene Unvorsichtigkeit ist daran schuld, dass ein Löschblatt mit verliebten Kritzeleien ausgerechnet in die Finger der arroganten und zickigen Angelina fällt, die selber in den jungen Mann verknallt ist. Skrupellos blamiert sie Vicky in aller Öffentlichkeit, doch zum Glück ignoriert ‚Yannick’ die Gerüchte, und nicht alle Schüler schlagen sich auf die Seite der fiesen Rivalin.

Schließlich glaubt Vicky, ihre große Chance sei gekommen. ‚Yannick’ lädt die Klasse zum Pizza-Backen in seine Wohnung ein. Natürlich verläuft der Abend anders, als Vicky gehofft hat, aber nicht nur ihre peinlichen Missgeschicke sondern auch ‚Yannicks’ Verhalten liefern mehr als genug Anlass für eine riesige Enttäuschung.

Vielleicht wäre Vicky doch mit einem Jungen ihres Alters besser dran, aber ‚Dicki’, der Klassensprecher, der ihr einige Male aus der Patsche half, trifft sich plötzlich mit Angelina. Obendrein fühlt sich Vicky bei Nadine als fünftes Rad am Wagen, da die Freundin jetzt mit ihrem Traum-Typ Micha zusammen ist. Und sogar die Mutter besucht nach dem Auszug des Vaters Single-Partys und scheint mehr Glück in der Liebe zu haben als Vicky…

Katharina Volk greift ein beliebtes Thema auf, das wohl so manches junge Mädchen schon einmal beschäftigt hat: Wie bringt man einen jungen, netten und gut aussehenden Erwachsenen/Lehrer dazu, in einem mehr als nur das kleine Kind/die kleine Schülerin zu sehen? Natürlich sagt der Verstand, dass das nicht klappen wird, zumal sich schon von rechtlicher Seite her kein Lehrer/Ausbilder mit seinem Schüler einlassen darf, doch Vicky ist im ‚Schwärm-Alter’, in dem sich die erste Verliebtheit auf Sänger, Filmstars oder eben auch auf Lehrer richtet – bis ein realer Love-Interest auftaucht.

Für die unglücklich Verliebten ist das eine ernste Sache, und sie erwarten auch, dass man ihre Gefühle ernst nimmt, selbst wenn die Angelegenheit vom Umfeld nicht überbewertet werden darf. Die Autorin schildert die damit verbundenen Sorgen und Hoffnungen mit einer Mischung aus Einfühlsamkeit, Verständnis und vor allem Humor, der durch den flotten, etwas schnoddrigen Stil in Ich-Form gut transportiert wird. Leserinnen zwischen 12 und 16 Jahren können sich leicht mit Vicky identifizieren und an ihren Erlebnissen teilhaben.

Man ahnt schon früh, worauf die Geschichte hinauslaufen wird, denn die entsprechenden Hinweise werden regelmäßig eingestreut und entlarven den ‚ach so tollen Yannick’ als einen von sich eingenommenen Lehrer, der wenig Einfühlungsvermögen besitzt, auf Kosten seiner Schüler miese Witze reißt und die Jugendlichen richtig beleidigt. Früher musste man sich dieses Benehmen tatsächlich gefallen lassen – heute hätte ein solcher Lehrer gleich eine Klage am Hals. Man wundert sich nur, dass Vicky so lange braucht, um hinter die Fassade dieses Mannes zu blicken, denn selbst grenzenlose Verliebtheit kann nicht derart blind machen, zumal das richtige Glück die ganze Zeit vor ihrer Nase sitzt.

Einige Gags der Autorin sind wirklich köstlich: Beispielsweise werden Vicky und Natalie erwischt, wie sie ihr Erscheinungsbild kritisch in Augenschein nehmen, woraufhin Vickys Mutter und deren Freundin Gisela völlig falsche Vermutungen wälzen, aber beide zeigen großes Verständnis für diese ‚Neigung’. Die Entdeckungen in der Dessous-Abteilung überführen die ‚weiter entwickelten’ Mitschülerinnen als Blenderinnen, die der Natur ein bisschen oder ein bisschen mehr nachgeholfen haben. Die kleinen Fundstücke in ‚Yannicks’ Bad, die Vicky einsteckt, werden später von ihren jüngeren Brüdern als Wasserbomben zweckentfremdet, so dass sich ‚Dicki’ nur wundern kann, was bei dieser Familie abgeht.

Der astrologische Aspekt wirkt mühsam hineingeschrieben – die Story wäre auch ohne die gelegentlichen Bezüge ausgekommen. Tatsächlich stören die mitunter unangebrachten Fragen nach dem Sternzeichen und die Überlegungen, wie die Jungfrau mit Stieren und Skorpionen auskommt, sogar ein wenig.

Alles in allem ist „Ein Lehrer zum Knutschen“ eine vergnügliche Geschichte mit Happy End, die der Zielgruppe sicher viel Spaß bereiten wird. Die gefällige Gestaltung des Bandes entspricht dem der anderen Bücher dieser Reihe: Paperback mit Klappbroschur, ein beiliegendes Lesezeichen im Jungfrau-Design, Infos zum Sternbild. (IS)

Titel bei Amazon.de
Sternzeichen Liebe – Jungfrau. Ein Lehrer zum Knutschen

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Die Finanzkrise

Erstellt von Detlef Hedderich am 25. Juni 2009

Gerd Schneider & Christiane Toyka-Seid
Die Finanzkrise

Arena-Blbliothek des Wissens Aktuell – Sonderausgabe
Arena Verlag, Würzburg, 1/2009
TB, Jugendbuch, Sachbuch 06431, Geschichte, Wirtschaft, 978-3-492-06431-4, 64/500
Titelbild von Klaus Steffens
Innenillustrationen von Volker Fredrich

www.arena-verlag.de

2008 war das Jahr der globalen Finanzkrise, deren Auswirkungen wir erst jetzt zu spüren bekommen. Erstmals ist die Wirtschaft der gesamten Welt in Mitleidenschaft gezogen worden, eine Folge der internationalen Vernetzung in den letzten zehn Jahren. Da auch die so genannten ‚Kleinen Leute’ nicht verschont bleiben – vielen droht Arbeitsplatzverlust und Schlimmeres -, kommen auch Kinder mit den Problemen in Berührung.

Deshalb hat der Arena-Verlag aus aktuellem Anlass eine Sonderausgabe ihrer „Bibliothek des Wissens Aktuell“ herausgegeben. Gerd Schneider und Christiane Toyka-Seid erklären auch für Kinder ab zehn Jahren verständlich, was „die Finanzkrise“ ist und für jeden von uns bedeutet.

Angefangen hat alles mit amerikanischen Banken, die sich zu sehr auf die Immobilienspekulation verließen, allzu freizügig Kredite vergaben und deren Schulden dann von anderen Banken übernommen wurden. Als sich daraufhin viele der Kreditnehmer als nicht zahlungsfähig erwiesen und auch die Häuserpreise ins Bodenlose fielen, mussten nicht nur die direkt betroffenen Finanziers Insolvenz anmelden, auch ihre Gläubiger wurden mitgerissen.

Durch anschauliche Beispiele aus der Lebenswelt der Kinder erklären die Autoren die Verstrickungen, die die Globalisierung in den letzten zwei Jahrzehnten hat entstehen lassen, und welche Entwicklungen und Transaktionen der Banken schließlich zur weltweiten Finanzkrise geführt haben.

Waren früher allein die verantwortlichen Banken betroffen, die durch Misswirtschaft zahlungsunfähig geworden waren, so werden heute ganze Systeme in Mitleidenschaft gezogen, oft auch in den Nachbarländern und sogar auf anderen Kontinenten. Sie zeigen, welche Auswirkungen das auch auf die Wirtschaft und die Staatsfinanzen hat, die oft mit eigenen Krediten eingreifen mussten, um ihre angeschlagenen Banken zu retten.

Die Erklärungen mögen zwar nur eine Seite des ganzen Dilemmas wiedergeben, sind aber recht anschaulich und helfen Jugendlichen und auch Erwachsenen dabei, besser zu verstehen, was eigentlich in der Welt derzeit vor sich geht.

Alles in allem erweist sich „Die Finanzkrise“ als ebenso interessanter wie aktueller Beitrag zur „Arena Bibliothek des Wissens“, den man sich getrost auch als Erwachsener zulegen kann, um mehr zu verstehen. (CS)

Titel bei Amazon.de
Die Finanzkrise

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Die gestrandete Zeitmaschine

Erstellt von Detlef Hedderich am 25. Juni 2009

Mike Maurus & Ulrich Bader
Die gestrandete Zeitmaschine

Sharon Holmes 1
Egmont Franz Schneider Verlag, München/Köln, 3/2009
HC, Kinderbuch, Fantasy, Krimi, 978-3-50512592-8, 136/895
Titel- und Innenillustrationen von Mike Maurus

www.schneiderbuch.de

John Watsons Vater ist der Direktor des Sherlock Holmes-Museum. Obwohl es John bezweifelt sollen die Figuren des britischen Autors Sir Arthur Conan Doyle tatsächlich gelebt haben und er und sein Vater die Nachkommen des legendären Dr. Watson sein.

Eines Tages geschehen mehrere beunruhigende Dinge gleichzeitig: Ein Unbekannter schleicht um das Museum, und er sieht genauso aus wie die Wachspuppe von Professor Moriarty. Johns Vater verschwindet spurlos und hinterlässt nur einen Brief, der umso mehr Rätsel aufgibt. Dann taucht Sharon Holmes auf, die erzählt, dass sie die Nichte des ermordeten Detektivs ist und mittels einer Zeitmaschine versuchen wollte, den Tod des Onkels zu verhindern. Zusammen mit dem Dieb Rooney Wallace, der die Pläne der Zeitmaschine stehlen sollte, wurde sie von Moriarty entführt und landete im Jahr 2009.

John kann die abenteuerliche Geschichte kaum glauben, doch was alles passiert, lässt keine Zweifel an der Wahrheit. Gemeinsam mit seinem Mitschüler Daniel Christie, einem Computer-Freak, will er Sharon und Rooney helfen. So begeben sie sich zu viert in die Vergangenheit, um Moriarty das abgebrochene Teil der Zeitmaschine abzujagen, mit dem sich das Gerät steuern lässt. Rund 120 Jahre vor der Gegenwart bekommen sie es jedoch nicht nur mit dem gefährlichen Professor zu tun sondern auch mit Dieben und chinesischen Gesandten…

Die Geschichte ist aus der Sicht von John Watson erzählt und eigentlich mehr ein Jungenbuch, auch wenn der Serien-Titel „Sharon Holmes“ die neue Reihe für Leserinnen ab 10 Jahren gleichermaßen schmackhaft machen soll.

Drei Jungen und ein Quoten-Mädchen, alles Archetypen, erleben spannende Abenteuer nach bekanntem Muster. John ist der mutige und sportliche Anführer. Daniel verkörpert den typischen ‚Nerd’, der auf nahezu alles eine Antwort findet. Rooney hat die Rolle des etwas zwielichtigen Pragmatikers inne, der aushilft, wenn die ‚braven’ Kinder nicht mehr weiter wissen. Sharon als Titelheldin wurden tatsächlich die wenigsten und banalen Handlungsanteilen zugestanden. Sie ist diejenige, die immer wieder in die Gewalt des Gegners gerät. Die Widersacher sind eindimensional böse, und ihre Motive werden nicht näher beleuchtet.

Die Handlung hält sich nicht lange mit Details auf, sondern wird in einem rasanten Tempo abgespult und mit humorigen Einlagen gewürzt. Dabei ziehen die Autoren auch über die aktuellen Auswüchse der Teenie-Kultur her, beispielsweise die Piercings und Tattoos an den peinlichsten Stellen und Bands wie Tokyo Hotel. Auch wenn es stellenweise ziemlich hart her geht, nimmt die Story ein kindgerechtes Happy End – das gleich die Weichen für den nächsten Band stellt.

H. G. Wells Roman-Klassiker „Die Zeitmaschine“ wurde mehrfach verfilmt, wobei die Version von 1960 mit Rod Taylor und Yvette Mimeux in den Hauptrollen die populärste ist. 1979 kam unter dem Titel „Flucht in die Zukunft“ ein Film in die Kinos, in denen H. G. Wells als Erfinder der Zeitmaschine Jack the Ripper in die Gegenwart folgt, um zu verhindern, dass er dort seine Mordserie fortsetzt. An diese Fassung lehnt sich „Sharon Holmes“ an.

Junge Leser, die Spaß an phantastischen Abenteuern haben und die Handlung nicht auf Logik (Zeitparadoxa) hinterfragen, dürften gut unterhalten werden, da Stil und Inhalt den heutigen Ansprüchen angepasst wurden. Das Buch wurde außerdem liebevoll mit passenden Illustrationen versehen. (IS)

Titel bei Amazon.de
Sharon Holmes 01. Die gestrandete Zeitmaschine

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Stadt der Masken

Erstellt von Detlef Hedderich am 25. Juni 2009

Mary Hoffman
Stadt der Masken

Stravaganza 1
Stravaganza – City of Masks, GB, 2002
Arena Verlag, Würzburg, 1/2008
TB, Jugendbuch, Fantasy 02974, 978-3-492-02974-0, 353/795
Aus dem Englischen von Eva Riekert
Titelbildgestaltung von Jan Butterworth

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Die in West-Oxfordshire lebende Mary Hoffman ist eine erfolgreiche englische Autorin von Kinder- und Jugendbüchern, sowie Herausgeberin einer Zeitschrift für Jugendliteratur. Mit ihrer „Stravaganza“-Saga wurde sie ab 2003 auch in Ländern wie Deutschland bekannt und schrieb sich mit der Mischung aus historischem Roman und Zeitreisegeschichte in die Herzen ihrer Leser. Nach einer gebundenen und einer Paperback-Ausgabe erscheint nun auch eine preisgünstige Taschenbuchausgabe der ersten Romane.

Der elisabethanischer Alchimist William Dethridge entdeckt im 16. Jahrhundert die Fähigkeit der „Stravaganza”, d. h., die Gabe durch Zeit und Raum zu reisen. Er gelangt damit zunächst nur mit dem Geist in das ferne Land Talia, das unserem Italien der Renaissance gleicht. Später gelingt es ihm, auch körperlich dort hin zu reisen – allerdings mit einem Makel: Seine Gestalt wirft keinen Schatten. Dennoch findet er dort eine neue Heimat und Freunde. Der Bund der ‚Stravaganti’ entsteht und baut Verbindungen zur Erde auf.

Derweil sieht Lucien Mulholland seinem nahenden Tod entgegen. Ein bösartiger Tumor wächst unaufhaltsam in seinem Körper heran und ist nicht einmal mit einer harten Chemotherapie aufzuhalten. Seine Hoffnung kehrt an dem Tag zurück, an dem ihm ein seltsames Notizbuch geschenkt wird. Als er mit diesem in der Hand einschläft, findet er sich plötzlich in Belazza, einer Wasserstadt, die dem Venedig des 15. Jahrhunderts ähnelt, und mitten im bunten Treiben eines Maskenfestes wieder. Lucien ist vollkommen verwirrt. Wie ist er an diesen Ort gekommen, und warum ist er gesund?

Doch ehe er sich darüber weitere Gedanken machen kann, klärt ihn die neugierige und lebhafte Arianna über ‚Das Fest der Blumen’ und die damit verbundenen Gefahren auf, ohne zu ahnen, dass sie sich noch öfters über den Weg laufen werden. Wie das Schicksal es will, fällt Lucien überraschend Duchessa Silvia ins Auge, und sie holt ihn an ihren Hof. Wie nicht anders zu erwarten ist, wird der Junge schneller, als ihm lieb ist, in die Machenschaften des Botschafters Di Chimici verwickelt und droht, den politischen Wirren zum Opfer zu fallen.

Dass er am Leben bleibt, hat er ganz allein dem Signore Rodolfo zu verdanken. Und dieser Mann weiht Lucien schließlich auch in die Geheimnisse der Stravaganti ein und erklärt ihm, wie und warum er nach Belazza gekommen ist und was das für seine Existenz in unserer Welt bedeutet.

Garniert mit wenigen phantastischen Elementen wie der Zeitreisethematik zeichnet die Autorin ein recht akkurates Bild des Lebens während der italienischen Renaissance. Man merkt, dass sie sich gnadenlos der Geschichte Venedigs, Florenz und anderer Stadtstaaten aus dieser Epoche bedient hat, um den Menschen, ihrem wilden Treiben und den bösartigen Intrigen Leben einzuhauchen.

Dem historisch interessierten Leser kommt deshalb sicher manches Detail bekannt vor, was der Story allerdings keinen Abbruch tut, da die Geschichte der Stravaganti interessant und lebendig umgesetzt wurde. Allerdings sollte man nicht auf eine komplexe oder tiefgründige Handlung oder ausgearbeitete Charaktere hoffen, da es doch in erster Linie ein Jugendbuch ist.

„Stravaganza- Stadt der Masken“ wird damit interessant für alle Leser von zehn bis zwölf Jahren, die vor allem historische Geschichten mit einem ordentlichen Schuss Fantasy mögen. (CS)

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Stravaganza – Stadt der Masken

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Piraten – Jagd nach dem goldenen Tau

Erstellt von Detlef Hedderich am 25. Juni 2009

Julia Golding
Piraten – Jagd nach dem goldenen Tau

The ship between the Worlds, GB, 2007
cbj-Verlag, München, 2/2008
HC, Kinderbuch, Abenteuer, Fantasy, 978-3-570-13344-6, 224/1295
Aus dem Englischen von Anne Braun
Titelbild von Karl Müller-Bussdorf

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Bis sie sich dazu entschied, freie Autorin zu werden, arbeitete Julia Golding für das britische auswärtige Amt in Polen und später für die Hilfsorganisation Oxfam. Mit dem Zyklus um den „Bund der Vier“, den sie mit „Das Geheimnis der Sirenen“ begann, erlangte sie die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit. Heute lebt sie mit ihrer Familie in Oxford.

Auch „Piraten – Das goldene Tau“ wendet sich an Kinder auf der Schwelle zum Jugendalter. Sie spricht vor allem Jungen an, die sich wie der junge Held David noch für Flaschenschiffe begeistern können und von der abenteuerlichen Welt der Piraten träumen, weil ihr normales Leben nicht so viele Aufregungen bietet. Aber das seine ist nicht gerade einfach, da der Vater vor Jahren verschwunden ist und sich seine Mutter seither mit ihm und den Großeltern durchschlägt.

Als David wieder einmal mit dem kostbaren Schiff spielt, verschwimmt die Umgebung vor seinen Augen, und er findet sich mehr oder weniger freiwillig an Bord eines richtigen Schiffes und in der Vergangenheit wieder – und schon bald Auge in Auge mit der Furcht erregenden Piratenbande von Captain Fischer, der die Aufgabe übernommen hat, die auseinanderdriftenden Welten, die auf dem Zwischenmeer schwimmen, zusammen zu halten.

David hilft zunächst tatkräftig mit, doch man traut ihm nicht so recht, trägt er doch den gleichen Nachnamen wie Fischers Widersacher Kapitän Jones, der sich am Gold der Taue nur bereichern will und diese stiehlt, wo er kann. So bekommt der Junge schon bald alle Härten und Gefahren des Lebens auf See und unter Piraten in allen Details zu spüren, obwohl er ahnt, dass er der Einzige ist, der das sich anbahnende Unheil, das durch den Streit der Kapitäne verursacht wurde, verhindern kann…

Auch wenn die Geschichte in sich geschlossen ist, gibt es doch Möglichkeiten für die Autorin, sie weiter fortzusetzen. Sie variiert das durch „Fluch der Karibik“ beliebt gewordene Piraten-Thema immerhin auf sehr interessante Art und Weise, da sie es in einen Fantasy-Kontext bettet, der ihr genug Raum gibt, die skurrilsten Wesen auftauchen zu lassen – allerdings verliert die Geschichte zum Ende hin sehr an Fahrt.

Zum einen kann sie David nicht ganz so überzeugend schildern: Er redet und handelt oft, als sei er viel älter und dürfte deshalb den wenigsten Lesern wirklich als Identifikationsfigur dienen können. Zum anderen verliert sie am Schluss den Faden und verknüpft die einzelnen Stränge all zu nachlässig. Das Ende wirkt insgesamt recht unbefriedigend, da nur ein Bruchteil der Fragen beantwortet wird.

Alles in allem beginnt „Piraten – Jagd nach dem goldenen Tau“ recht lebendig und stimmungsvoll, lässt dann aber schlagartig nach, gerade weil man das Gefühl hat, nur eine Aneinanderreihung von abenteuerlichen Szenen ohne wirklichen Zusammenhang zu lesen. Schade eigentlich, denn das Setting hätte Besseres verdient. (CS)

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Piraten: Jagd nach dem goldenen Tau

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