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Archiv für Juli, 2009

Don Harris Psycho-Cop 02 – Der Club der Höllensöhne

Erstellt von Günther Lietz am 31. Juli 2009

Oliver Döring, Jason Dark
Der Club der Höllensöhne

Don Harris: Psycho-Cop Folge 2
Folgenreich (www.folgenreich.de) / Universal
Buch und Regie: Oliver Döring
Autor: Jason Dark
Gesamtspielzeit: ca. 54 Minuten
Erzähler: Douglas Welbat, Don Harris: Dietmar Wunder, Elektra: Claudia Urbschat-Mingues, Terry Sheridan: Gerrit Schmidt-Foß, Mac “Silver” Sterling: Frank Glaubrecht, Gilles: Rainer Fritzsche, Donald: David Nathan, Mike: Björn Schalla, Killer: Tilo Schmitz, In weiteren Rollen: Lutz Mackensy, Martin May, Udo Schenk, Pe Simon

(sfbentry)

Nachdem Don Harris in „Das dritte Auge“ den Auftragskiller zur Strecke brachte, kehrt er in sein Geburtshaus zurück. In seinem Leben sind viele einschneidende Dinge geschehen. Unter anderem hat Don die verführerische Elektra kennengelernt und weiß, dass der Club der Höllensöhne hinter ihm her ist. Und der Feind ist im näher, als Don glaubt …

Zugegeben, in „Der Club der Höllensöhne“ steckt recht wenig Handlung. Das liegt aber daran, dass Don Harris (gesprochen von Dietmar Wunder) nun erst einmal seine Fähigkeiten entwickelt. An seiner Seite die schöne und mysteriöse Elektra (gesprochen von Claudia Urbschat-Mingues), mit der er auch gleich eine heftige Nummer schiebt. Und die hat es mehr als in sich.

Zum Einen bekommt die Zuhörerschaft Sex präsentiert (teilweise glaubt man sich in einem Erotikfilm), zum Anderen wirkt die Situation an sich auch sehr humorvoll, da die beiden Liebenden jeden Augenblick ertappt werden können. Da kommt es allerdings zu einer Überraschung und die Situation wird ganz anders aufgelöst, als bis dahin vermutet. Und von da an zieht das Tempo richtig an. Immerhin ist Don ziemlich ahnungslos, während der Hörer weiß wo der Hase langläuft. Leider kommt die Auflösung für unseren Helden zu früh. Nur zu gerne hätte man ihn noch ein wenig länger im eigenen Saft schmoren hören.

Die Sprechrollen sind mal wieder vom Feinsten besetzt. Neben den Hauptrollen mit ihren Stammsprechern, wissen auch die Nebenrollen zu überzeugen. Hier gibt sich alles was Rang und Namen hat die Klinke in die Hand. Das ist  Ohrenkino auf höchstem Niveau. Vor allem Douglas Welbat als Erzähler und Dietmar Wunder, sowie Claudia Urbschat-Mingues, wissen auf ganzer Linie zu überzeugen.

Die Regie von Oliver Döring ist ebenfalls überzeugend. Seine Auswahl an Effekten und Musikstücken ist immer passend. Es gelingt ihm auch hervorragend die Actionszenen hörbar umzusetzen und für Spannung zu sorgen. Der Gruselfaktor ist allerdings etwas gering. Man glaubt sich viel mehr in einem spannenden Thriller – trotz der ein oder anderen übernatürlichen Einspielung.

Die ganze Geschichte um Don Harris basiert auf den Geschichten aus der Feder von Jason Dark, der mit der Heftromanreihe „Geisterjäger John Sinclair“ in Deutschland sehr bekannt wurde. Leider gelingt es ihm nur bedingt sich von dieser Vorlage zu lösen. Es gibt einfach zu viele Aspekte, die auch in „Don Haris: Psycho-Cop“ auftauchen. Schade, dass Jason Dark dermaßen festgefahren ist. Es sind zwar nur Kleinigkeiten, aber einem Sinclair-Kenner fallen diese einfach auf. Wer mit „John Sinclair“ allerdings nichts anfangen kann, auf den wartet hier unentdecktes und gelungenes Neuland.

„Mit der Club der Höllensöhne“ steigert sich die Reihe nach einem etwas schwachen Start eindeutig. Vor allem die überraschende  Liebesszene hat es in sich und auch der leichte Humor, der in der Serie mitspielt. Eine feine Sache.

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02: Der Club der Höllensöhne

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Don Harris Psycho-Cop 01 – Das dritte Auge

Erstellt von Günther Lietz am 31. Juli 2009

Oliver Döring, Jason Dark
Das dritte Auge

Don Harris: Psycho-Cop Folge 1
Folgenreich (www.folgenreich.de) / Universal
Buch und Regie: Oliver Döring
Autor: Jason Dark
Format: 1 CD (16 Tracks)
Gesamtspielzeit: ca. 50 Minuten
Erzähler: Douglas Welbat, Don Harris: Dietmar Wunder, Terry Sheridan: Gerrit Schmidt-Foß, Mac “Silver” Sterling: Frank Glaubrecht, Elektra: Claudia Urbschat-Mingues, James Fox: Rainer Doering, Elaine Harris: Susanna Bonaséwicz,  Krankenschwester: Judith Brandt, Dr. Ashton: Oliver Rohrbeck, Dr. Brody: Thomas Lang, Junger Don Harris: Davide Brizzi,
Junger Terry Sheridan: Max Unützer, Mr. Dermitt: Peter Groeger, Mr. Taylor: Martin Kessler, Lucy Taylor: Annabel Wolf, Sloane: Jörg Doering, Pfarrer: Martin May
In weiteren Rollen: Fred Bogner, Stephan Busch, Manja Doering, Rita Engelmann, Rainer Fritzsche, Bianca Krahl, Lutz Mackensy, Ralph Möske, Timmo Niesner, Franziska Pigulla, Eberhard Prüter, Marianne Rogée, Udo Schenk, Pe Simon, Boris Tessmann, Berenice Weichert sowie Roswitha und Helmut Rellergerd als wütende Autofahrer.

(sfbentry)

Don Harris ist Agent beim europäischen Geheimdienst ESI und verfügt eine besondere Gabe: Manchmal hat er eine Vision der Zukunft. Dadurch konnte er bereits in seiner Jugend ein Kind vor dem Ertrinken retten und setzt seine Möglichkeiten auch heute in seinem Beruf ein. Doch plötzlich ändert sich alles.

Eine Bekannte von Don wird erschossen und mit ihrem Blut seine Telefonnummer an die Wand geschrieben. Dons alter Schulfreund Freund Terry gehört zu den Ermittlern und die beiden Freunde machen sich natürlich daran, in der Sache zu ermitteln. Und genau da trifft Halbwaise Don der nächste Schlag, denn sein Vater ist plötzlich verstorben und scheinbar rankt sich ein altes Geheimnis um die Familie Harris. Auf der Jagd nach dem Mörder und getrieben von neuen Visionen steuert Don Harris einem neuen, aufregenden Abschnitt seines Lebens entgegen …

„Don Harris“ stammt aus der Feder von Jason Dark, der beim Verlag Bastei Lübbe durch seine Serie „Geisterjäger John Sinclair“ bekannt wurde und sich als Gruselautor einen guten Namen machte. Nach all den Jahrzehnten wechselt Dark keinesfalls das Genre, aber versucht sich an einem neuen Serienhelden. Dabei keinen Aufguss eines altbekannten Charakters zu präsentieren fällt Jason Dark eindeutig schwer. So gibt es etliche Parallelen zu Sinclair.

Unter anderem gehören beide einer staatlichen Organisation an, haben gute Freunde, übernatürliche Fähigkeiten und auch den gleichen Illustrationsstil für Cover. Was für John Sinclair sein Kreuz ist, dass macht Don Harris mit seinem dritten Auge wett. Auch die Namen sind kurz und einprägsam, einige Verhaltensweisen ähneln sich ebenso ein wenig. Allerdings schafft Dark trotzdem genug Freiraum, um für eine ordentliche Portion Eigenständigkeit zu sorgen. So ist Don Harris eindeutig erwachsener als John Sinclair – doch beide Männer sind auch Engländer. Dark bleibt also erst einmal bei einer bewährten Basis.

Die Geschichte beginnt bei Dons Geburt und dem Tod seiner Mutter, dann gibt es einen Ausschnitt aus seiner Jugend und schlussendlich landen wir in seinem Büro und Dons Tick, zu wissen wann ein Anruf kommt. Anfangs noch witzig, nervt dieser Tick irgendwann. Vielleicht hätte Dark einfach mal das Land und den Beruf seines Helden wechseln sollen, dann wäre die Abhebung von Sinclair deutlicher gewesen. So sind es – erst einmal – nur Feinheiten die anders sind.

Trotz allen Parallelen in der Figur, hebt sich die Geschichte etwas von Darks gewohntem Stil ab. Harris hinterfragt die Begebenheiten, hat es schwer seine Visionen zu akzeptieren und ist – trotz seines Berufes – ein wenig naiv. Oder sein Schöpfer hat nur wenig Ahnung davon wie ein Geheimdienst arbeitet oder wie man sich moderne Geheimdienstarbeit vorstellt. Don Harris steckt in den Startlöchern und kommt da nur schwer raus.

Die Umsetzung der Story als Hörspiel stammt aus den fähigen Händen von Oliver Döring, der bereits „John Sinclair“-Hörspiele mit Jason Dark produzierte. Döring ist ein Könner auf seinem Gebiet und handwerklich gibt es keine Meckereien. Der Mann versteht seine Arbeit und weiß, wie Musik, Effekte und Sprecher miteinander harmonieren. Hier sitzt alles perfekt. Vor allem die sterbende Nancy Goldman ist schaurig gut in Szene gesetzt. Dafür sorgt alleine Douglas Welbat als Erzähler, dessen eindringliche Stimme hervorragend zu visualisieren weiß.

Überhaupt sind die Sprecher erstklassig. Hier wurde alles aufgeboten, was Rang und Namen im Synchrongewerbe hat. So wird die Hauptrolle von Daniel Craigs deutscher Stimme Dietmar Wunder gesprochen, der einfach glänzte und sehr überzeugend agiert. Gerrit Schmidt-Foss gibt dagegen Freund Terry zum Besten und ist aus anderen erstklassigen Produktionen gut bekannt (Beispielsweise „Point Whitmark“).

Erwähnenswert für Sammler und Fans dürfte übrigens sein, dass die ersten Folgen von Random House Audio produziert wurden. Dann stellte man die Serie dort ein und die Produktion wanderte an Universal, um unter dem Label Folgenreich „neu“ auf den Markt zu kommen. Dabei wurden erst einmal die bei Randomhouse produzierten Folgen veröffentlicht – wobei hier wiederum Folge 1 und 2 nach den Folgen 3 und 4 bei Folgenreich erschienen. Leicht verwirrend, aber kein Problem, da nun alle Folgen bei Folgenreich zu bekommen sind.

Die Aufmachung der CD ist ordentlich, obwohl das Booklet keine besonderen Informationen enthält und die Illustration eher langweilig wirkt. Es wirkt beinahe etwas bieder. Die CD in einem Player abzuspielen macht keine Probleme und gängige Mediaplayer wandeln die Tracks anstandslos in MP3s um, so dass man seine CD ruhig im Regal lassen und den MP3-Player bestücken kann. Ein netter Zug, den man entsprechend honorieren sollte.

Unter dem Strich ist „Das dritte Auge“ ein schwacher Start für Don Harris, aber der Mann besitzt Potenzial und kann noch einiges aus sich machen. Von der Geschichte her also eher Durchschnitt, die Produktion selbst erstklassig – macht also einen guten Durchschnitt aus. Durchaus empfehlenswert.

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01: Das dritte Auge

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Die Diener der Pest

Erstellt von Günther Lietz am 31. Juli 2009

Volker Sassenberg, Bob Lexington
Die Diener der Pest

Point Whitmark Episode 26
Folgenreich / Universal Music
Nach einer Erzählung von Bob Lexington
Gesamtspielzeit: ca. 54 Minuten
Idee & Konzeption: Volker Sassenberg
Drehbuch: Andreas Gloge & Decision Products
Musik: Matthias Günthert, Volker Sassenberg, Markus Segschneider & Manuel Rösler · „Saltarello/Ductia/Trotto” Interpret und Komponist: Corvus Corax (Originalversion vom Album „Inter Deum Et Diabolum Semper Musica Est” Pica Records 1993) www.corvuscorax.de
Ton & Schnitt: Volker Sassenberg & Marc Sander
Illustration: Ingo Masjoshusmann
Regie: Volker Sassenberg
Produktion: Volker Sassenberg
Aufgenommen und gemischt unter Finians Regenbogen
Verlegt durch ROBIL BOR Music
Sprecher: Erzähler: Jürg Löw. Jay Lawrence: Sven Plate, Tom Cole: Kim Hasper, Derek Ashby: Gerrit Schmidt-Foss, Mildred: Heike Weber, Walter: Engelbert von Nordhausen, Fergus Thornton: Klaus-Peter Beyer, Victoria Thornton: Sonja Spuhl, Castus Rabensang: Olaf Reichmann, Tritonus der Teufel: Marius Götze-Claren, Brandanio: Dierk Prawdzik, Sir Wilfred: Gerald Paradies, Sir Melroy: Wolfgang Wagner, Bischof Molari: Rüdiger Evers, Lady Valkya: Karin Buchholz, Duncan: Till Endemann
Gaststars: CORVUS CORAX
(sfbentry)

Die Freunde Jay, Tom und Derek betreiben in Point Whitmark einen gleichnamigen Radiosender. Außerdem haben die drei Teenager das Talent, in spannende Situationen zu schlittern. S auch diesmal, als Derek versucht mit seinem Schwarm Victoria anzubandeln. Ein altertümlicher Spielmann drückt ihr nämlich eine Karte in die Hand, auf der ihr verstorbener Onkel zu sehen ist. Dazu gibt es noch einen mysteriösen Hinweis und schon sind die drei Jungs und Victoria gemeinsam unterwegs nach Amberville.

In diesem kleinen Städtchen haben die Einwohner der Moderne abgeschworen und leben so, wie sie sich das Mittelalter vorstellen. Waffenknechte, Gaukler, mittelalterliche Musik und vieles mehr warten nur darauf entdeckt zu werden. Aber es gibt auch Meuchelmörder, einen geheimnisvollen Mann mit Pestmaske und schlussendlich stehen Jay, Tom und Derek sogar am Pranger von Amberville …

Erneut holt Produzent und Regisseur Volker Sassenberg das Maximum aus der Geschichte heraus. Er schickt die jugendlichen Helden in der Zeit zurück, ohne dabei in die Fantasy oder Science Fiction abzugleiten. Ein feiner Kniff, den Herr Sassenberg hier anwendet, um für ein entsprechend fantastisches Setting zu sorgen – und ganz ohne Zeitreise. Das macht gerade den Kick der Serie aus – das scheinbar Mysteriöse und trotzdem offensichtlich Bodenständige. Vor allem für jüngere Zuhörer richtiggehend genial, denn so können sie sich gut mit den Hauptfiguren identifizieren und mitfühlen. Aber auch ältere Semester werden die Geschichten aus „Point Whitmark“ mögen, da es in der Thematik auch immer ein wenig ernsthaft zugeht und keineswegs kindisch.

In „Die Diener der Pest“ löst sich also alles weltlich und logisch auf. Doch der Weg bis dahin ist äußerst spannend und mit – teilweise – skurrilen Ideen gepflastert. Alleine die Szene am Pranger ist herrlich oder das Mordwerkzeug des Attentäters – wunderbar! Das liegt daran, dass selbst die Nebendarsteller sehr gut besetzt sind und alle ihre Rollen perfekt verkörpern. Vor allem Bischof Molari (Rüdiger Evers) und Lady Valkya (Karin Buchholz) sind herausragende Nebenrollen. Zusätzlich ist die Band Corvus Corax als Gaststar dabei, die sich selbst und ihre Musik beisteuert. Ein gelungener Coup.

Volker Sassenbergs größte Stärke ist allerdings der hörbare Aufbau einer Szene und die damit verbundene Stimmung. Das ist auch hier wieder einmal der Fall. Gezielt – und mit der richtigen Auswahl an Musik und Geräuschen – verwöhnt er die Gehörgänge der Zuhörer und sorgt für eine filmreife Kulisse. Ehrlich gesagt ist der Sound diesmal dermaßen gut, dass er den Sprechern manchmal ein wenig den Rang abläuft. Aber nur manchmal.

Natürlich sind Sven Plate, Kim Hasper und Gerrit Schmidt-Foss in ihren Rollen als Jay, Tom und Derek unschlagbar und das Herz der Produktion. Mit hörbarer Spielfreude und stets den richtigen Nerv treffend, erleben sie dieses spannende Abenteuer. Besonders schön ist dabei Gerrit Schmidt-Foss’ Spiel, da er diesmal ein wenig schüchtern um die – für ihn – wunderschöne Victoria Thornton wirbt. Diese wird von Sonja Spuhl gesprochen, die damit nun einen weiteren Auftritt hat. Wird sie das Trio zukünftig ein wenig verstärken? Hoffentlich, denn ihre Rolle macht großen Spaß und Sonja Spuhl hat eine passende Stimme, der man gerne lauscht. Das gilt übrigens auch für Jürg Löw, der als Erzähler fungiert und mit seiner markanten Stimme durch die Geschichte leitet. Das macht einfach großen Spaß.

„Die Diener der Pest“ ist mal wieder erstklassige Ohrenunterhaltung. Spannend, humorvoll und gelungen abgemischt. Durch den Gastauftritt wird die Sache zu etwas Besonderem und auch die Aufmachung der Hülle und CD wissen zu überzeugen. Der typische Stil der „Point Whitmark“-Reihe eben, der im Regal einfach schick aussieht und das Sammlerherz zufriedenstellt. Auch Folge 26 ist mal wieder eine gute Empfehlung!

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26: Die Diener der Pest

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Auf eigene Faust

Erstellt von Michael Drewniok am 27. Juli 2009

gunn-faust-cover-19991Victor Gunn
Auf eigene Faust

Originaltitel: Ironside’s Lone Hand (London : Collins 1941)
Übersetzung: Olga Otto
Deutsche Erstausgabe: 1957 (Wilhelm Goldmann Verlag/Goldmanns große Kriminal Romane K 129)
175 S.
[keine ISBN]
Diese Sonderausgabe: 1999 (Orbis Verlag)
160 S.
ISBN-10: 3-572-01053-5
www.randomhouse.de/goldmann
(sfbentry)

Das geschieht:

Dr. Peter Cameron ist ein junger aber schon brillanter Gehirnchirurg, der völlig in seiner Arbeit aufgeht. Mit seiner Tante Susan Smalley, die ihm die früh verstorbene Mutter vertritt, lebt er zurückgezogen in einem einsam gelegenen Häuschen im Grünen. Das begünstigt jenen Mörder, der eines Nachts Camerons Schlafzimmer betritt, wo er den Hausherr im Bett zu erdolchen gedenkt. Dort liegt indes ausnahmsweise die Tante, denn Peter operiert einen Notfall im Krankenhaus.

Scotland Yard schickt einen seiner besten Männer: Chefinspektor Bill Cromwell, den man auch “Old Iron” nennt. Mit seinem Assistenten Johnny Lister sichtet er die wenigen Indizien, zu denen der Dolch gehört, der Susan Smalleys Leben beendete – ein Mordinstrument kroatischer Herkunft, wie Cromwell fachkundig erkennt. Das weist auf den “Dämonischen Kroaten” Karkoff hin, der just sein Gastspiel als Messerwerfer in einem Zirkus gibt. Von Cromwell und Lister in die Zange genommen, will Karkoff gerade auspacken, als auch ihn ein Dolchstoß aus der Dunkelheit fällt.

So bleiben nur Susan Smalleys letzte Worte, im Todeskampf gerufen und vom Hausmädchen gehört: “Geh nach Strettam!” Dort liegt der Landsitz Strettam Priory in Südengland, wie Cromwell recherchiert, sowie Lord Strettam, der Hausherr, aufgrund einer seltsamen Gehirnkrankheit im Koma; mit seinem baldigen Ableben ist zu rechnen.

Cromwell bringt Bewegung in die Affäre, indem er mit Cameron nach Strettam Priory fährt. Das wird den Mörder aktiv werden lassen, wobei Cromwell sehr vorsichtig sein muss: Er handelt auf eigene Faust, denn seine Vorgesetzten im Yard konnte er mit seinem Verdacht nicht überzeugen. Das weiß auch der Mörder …

Krimi mit Schauer-Effekten

Ein einsames Haus im Wald, eine tote Tante, gemeuchelt von einem wilden Kroaten; ein abgelegener Landsitz, ein hirnlahmer Lord, als Hausgast ein verrückter Astronom, der in einer mittelalterlichen Miniaturburg mit Geheimgängen haust, dazu drei allzu vertrauenswürdige Erben: Man kann nicht behaupten, dass Victor Gunn 1941 den kriminologischen Alltag im Sinn hatte, als er “Auf eigene Faust” schrieb. Stattdessen setzte er ohne Skrupel ein, was den Freunden des klassischen Krimis seit jeher mehr Freude bereitete als die Widerspiegelung der schnöden Wirklichkeit, und mischte Geheimnisvolles großzügig mit Elementen des Schauerlichen.

Der Fan des “hard-boiled”-Krimis dürfte sich mit Grausen abwenden, aber der Reiz des Gunnschen Mord-Märchens lässt sich nicht leugnen, wenn man sich nur auf seine eigenen Regeln einlässt. Spannung ist alles, und so lange die Naturgesetze nicht allzu offensichtlich außer Kraft gesetzt werden, darf alles eingesetzt werden, mit dem sie geschürt werden kann. Das sind die weiter oben geschilderten Obskuritäten, die der Verfasser im Detail noch um einige Seltsamkeiten (u. a. Mordattacken mit vergifteten Grammophon-Nadeln!) zu bereichern weiß.

Hinter diesem Blendwerk steckt jedoch ein solide geplottetes Verbrechen samt seiner Aufklärung. Gunn war ein Unterhaltungs-Profi, der sehr genau wusste, wie er sein Publikum zu fassen hatte. Das mag nach modernen Geschmack oft ein wenig zu offensichtlich sein, was aber das Funktionieren auch altmodischer Einfälle nicht unbedingt beeinträchtigt.

Zwei Männer am Beginn einer Krimi-Karriere

Mehr als 40 Fälle lösten “Old Iron” Cromwell und Johnny Lister zwischen 1939 und 1965. (Die letzten Romane der Serie erschienen postum.) “Auf eigene Faust” ist erst der vierte, und das macht sich bemerkbar. Noch ist die Ermittlung des Duos nicht zum Ritual erstarrt, und auch die Figurenzeichnung unterscheidet sich stark von dem, was Gunn später buchstäblich aus dem Ärmel seiner Schreibhand schüttelte.

Bill Cromwell ist hier eine weitaus aktivere Gestalt als in späteren Jahren, wo er die Ermittlungs- bzw. Laufarbeit weitgehend seinem Assistenten überlässt und sich auf die Rolle des genialen Detektivs zurückzieht, der die Indizien mustert und ihnen Erkenntnisse abzwingt, die seinen Mitstreitern verborgen bleiben, um im großen Finale für Aufklärung zu sorgen. Johnny Lister, sonst stets in der Nähe, damit er in Vertretung des Lesers Fragen an Cromwell stellen und falsche Schlüsse ziehen kann, bleibt meist außen vor und verschwindet zeitweise gänzlich aus der Handlung.

Stattdessen begibt Cromwell sich selbst in die Höhle des Löwen – ein Vergleich, der hier angemessen klingt, da den Inspektor schon nach dem ersten, scheinbar unverfänglichen Besuch in Strettam Priory fast eine tödliche Kugel trifft. Dass der wirrköpfige Ex-Professor Rath dahintersteckt, glauben weder Cromwell noch die Leser. Hier geht Mysteriöses vor, und der Inspektor muss sich ihm ohne Rückhalt stellen.

Denn dieses Mal kann Cromwell sich nicht auf den Rückhalt des mächtigen Scotland Yard verlassen. Wir sehen ihn in einer deutlich früheren Phase seiner Laufbahn, als er sich die später genüsslich zelebrierten Eigentouren mit stillschweigender Duldung und Unterstützung seiner Vorgesetzten noch nicht gestatten kann. Stattdessen wandelt er auf den Spuren von Sherlock Holmes, wenn er sich kunstvoll verkleidet oder als Camerons Schutzengel unsichtbar in der Wildnis um Strettam Priory postiert, das hier offensichtlich Baskerville Hall ersetzt; zwar schleicht bei Gunn kein Geisterhund durch ein Moor, aber ein Mörder mit Würgeschlinge ist auch kein Zeitgenosse, den man des Nachts gern im Nacken wüsste.

Die üblichen Verdächtigen?

Ebenfalls anders ist der Verzicht auf die später obligatorische Liebesgeschichte. Mit June Fremont ist eine hübsche junge Frau (im zeitgenössischen Sprachgebrauch ein “Mädchen”) im Spiel, die aber nicht die übliche Maid in Not mimen muss. (Selbstverständlich verguckt sie sich später in den schmucken jungen Doktor – und umgekehrt.) Gunn konzentriert sich stärker auf die eigentliche Handlung, die kompakter als üblich voranschreitet und im letzten Drittel vom “Whodunit” zur spannend getimten Verfolgungsjagd mit dem entlarvten aber nicht festgesetzten Täter mutiert, während das ahnungslose nächste Opfer mit einer hochkomplizierten Gehirnoperation beschäftigt und entsprechend abgelenkt ist.

Für angenehmes Gruseln sorgen kuriose Gestalten wie der “Dämonische Kroate”, der politisch unkorrekt aber effektvoll für südosteuropäisch undurchsichtige Bedrohlichkeit sorgt, oder der “mad scientist” Rath, der sich so bilderbuchhaft verrückt aufführt, dass es die reine (= naive) Freude ist. Ein eingeborener Köhler, der eigentlich Wilddieb ist, und sein ebenso dralles wie dreistes Weib sorgen für einschlägiges Lokalkolorit, denn Strettam Priory liegt wahrlich jenseits jeder modernen Zivilisation und gleicht einer Exklave des Mittelalters; Gunn treibt den Isolationismus des englischen Landhauskrimis auf die Spitze.

Ohnehin vermeidet der Verfasser sorgfältig eine Datierung des Geschehens. Die erwähnten Ballon-Experimente von Auguste Piccard fanden ab 1931 statt. “Auf eigene Faust” erschien 1941, doch der II. Weltkrieg wird mit keinem Wort erwähnt. Die Handlung muss daher zwischen 1931 und 1939 und somit noch in der “guten, alten Zeit” des klassischen “Whodunit” spielen, in die sich nicht nur die Leser der kriegsgeschüttelten britischen Insel gern zurückversetzen ließen; auch nach 1945 sorgten Gunns Cromwell/Lister-Krimis für eine ablenkende Lektüre, die Hektik und Probleme der Gegenwart nur als diffusen Lärm aus der Ferne berücksichtigten. Das macht den eigentlichen Reiz dieser schlichten aber sauber gestrickten Kriminalgeschichten aus.

Autor

Der Engländer Victor Gunn (1889-1965), dessen richtiger Name Edwy Searles Brooks lautete, war als Unterhaltungs-Schriftsteller ein Vollprofi. Er verfasste für Zeitschriften und Magazine über 800 (!) Romane und unzählige Kurzgeschichten – genaue Zahlen werden sich vermutlich nie ermitteln lassen – unterschiedlichster Genres, wobei er sich diverser Pseudonyme bediente. Der nome de plume “Victor Gunn” blieb jenen 43 Romanen und Story-Sammlungen vorbehalten, die Brooks zwischen 1939 und 1965 um den knurrig-genialen Inspektor William Cromwell und seinen lebenslustigen Assistenten Johnny Lister verfasste.

In Deutschland ist Gunn vom Buchmarkt verschwunden. Dabei ließ sich sein Erfolg einmal durchaus mit dem seines Schriftsteller-Kollegen Edgar Wallace messen. Eine stolze Auflage von 1,6 Millionen meldete der Goldmann-Verlag, der Brooks als Victor Gunn hierzulande exklusiv verlegte, schon 1964 – eine Zahl, die sich in den folgenden Jahren noch beträchtlich erhöht haben dürfte, bis ab 1990 die Flut der ständigen Neuauflagen verebbte.

[md]

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Auf eigene Faust

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Vampyricon 1 – Priester des Blutes

Erstellt von Michael Drewniok am 25. Juli 2009

Douglas Clegg
Vampyricon 1 – Priester des Blutes

Originaltitel: The Priest of Blood – The Vampyricon 1 (New York : Ace Books 2005)
Übersetzung: Jutta Swietlinski
Deutsche Erstausgabe: Juni 2009 (Blanvalet Verlag/TB Nr. 24442)
416 S.
ISBN-13: 978-3-442-24442-3
www.blanvalet.de

Das geschieht:

In der später “Bretagne” genannten Region Frankreichs wird er irgendwann im 12. Jahrhundert geboren: Aleric Atheffelde, Sohn einer Hure und eines unbekannten Vaters. Der Großvater lehrt ihn die Familiengeschichte; angeblich entstammt Aleric einem vornehmen und vormals mächtigen Geschlecht. Doch die Realität sieht anders aus. Aleric wächst in einer elenden Hütte auf, bis er in die Dienste des Barons Trevor de Whithors treten kann. Dessen Jagdmeister nimmt ihn unter seine Fittiche. Als Falkner kann Aleric sein Geschick im Umgang mit den Vögeln des Waldes ausspielen.

Unermüdlich lernt und müht er sich – und zieht sich die Todfeindschaft seines Halbbruders Corentin zu, der ebenfalls am Hofe des Barons lebt. Das wird sich rächen, denn eines Tages verliebt sich Aleric in Alienora, die schöne Tochter des Barons; ein Sakrileg, zumal diese Liebe erwidert wird. Corentin schwärzt seinen Bruder an. Aleric wird gefangen gesetzt und in die Sklaverei verkauft. Als Soldat muss er im Heiligen Land an vorderster Front gegen die Sarazenen kämpfen.

Wider Erwarten schlägt sich Aleric buchstäblich gut als Krieger. Doch als er die frommen Worte von der ‘Befreiung’ Palästinas als blutige Lüge erkennt, macht er sich davon. Tief in der Wüste gerät er an einen verwunschenen Ort, der von Vampiren und Ghulen bewohnt wird. Hier lockt ihn die uralte Vampyr-Priesterin Pythia in ihren Bann und verwandelt ihn in einen Blutsauger.

Die scheinbare Unsterblichkeit bedeutet indes keineswegs Unverwundbarkeit. Über Aleric schwebt zudem der Fluch einer uralten Prophezeiung, die ihn als düsteren Messias der Vampyre ankündigt – ein Schicksal, dem sich Aleric von nun an ebenso eifrig wie verzweifelt stellt …

Vampire (endlich) einmal (etwas) anders

Das frühe 21. Jahrhundert steckt zumindest in den Bereichen Unterhaltungsliteratur und Film fest zwischen den Fangzähnen der Vampire. Was die Freunde der Phantastik eigentlich erfreuen sollte, relativiert sich bei näherer Hinsicht: Tatsächlich dominiert vor allem das untote Weichei mit Beißhemmung, dessen ‘erotische’ Wirkung sich darauf beschränkt, den Träumen pubertierender Jungmädchen vage Gestalt zu verleihen. Darüber hinaus springen die Fabrikanten schmalztriefender Liebesromane auf den Zug der Zeit auf und ersetzen den blankbrüstigen Piraten, den schwarzlockigen Clanskrieger oder den tiefäugigen Prinzen flugs durch den blankbrüstigen, schwarzlockigen und tiefäugigen Vampir-Fürsten. Für die nicht auf diesen Leim kriechenden Leserinnen gibt es darüber hinaus die pseudo-emanzipierte Vampirfrau, der zwischen Nachtshopping und der auch durch den Tod nicht unterbrochene Suche nach Mr. Right gerade die Zeit bleibt, ihr Publikum mit den komischen Seiten der Nachzehrer-Existenz zu entzücken.

Auf der Strecke bleibt in dieser Schleimlawine des allzu Trivialen der Vampir als Nachtschattengeschöpf der uneingeschränkt fremden und eher menschenfeindlichen Art. Dieser Vampir beschränkt sich nicht auf die Offenbarung erotischer i. S. verbotener Freuden, sondern stellt eine alternative Lebensform neben dem Homo sapiens dar. (Vielleicht nennt Clegg sie auch deshalb “Vampyr”, um sie von den Larifari-Edwards der Moderne abzugrenzen.)

Diesen Kreaturen widmet Douglas Clegg seine “Vampyricon”-Trilogie. Sie schildert nicht nur den verschlungenen ‘Lebensweg’ des Vampyrs Aleric, sondern enthüllt auch die geheime Geschichte seiner Artgenossen, die in einer nur mehr mythischen Vorzeit die wahren Herrscher auf Erden waren, bis sie entthront und in die Verdammnis gestürzt wurden.

Horror-Historienroman der gelungenen Art

Aleric wird in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts geboren. Bis Pythia ihn in einen Vampyr verwandelt, vergehen beinahe zwei Jahrzehnte. Eine mysteriöse, erst im Verlauf der Handlung enthüllte Verbindung zu den Vampyren existiert von Geburt an; sie bleibt lange Andeutung, denn Autor Clegg nimmt sich viel Zeit, nicht nur seine Hauptfigur, sondern auch die Welt, in der sie lebt, mit Leben zu erfüllen.

“Priester des Todes” bietet vor allem in dieser ersten Hälfte einen düsteren und recht realistischen Blick auf das Mittelalter. Clegg thematisiert die aus heutiger Sicht grausamen Verhältnisse, das Fehlen jedes sozialen Netzes, die brutale hierarchische Ordnung der Gesellschaft, die Gnadenlosigkeit der Gesetzgebung, die Allgegenwärtigkeit von Hunger, Krankheit, Kälte und Tod, verkneift sich aber die moralisierende Wertung, die allzu viele Historienromane ungenießbar macht. Clegg möchte deutlich machen, dass diese Welt ist, wie sie ist, und hat Recht damit: Die Maßstäbe der Gegenwart lassen sich auf die Vergangenheit nicht anwenden.

Immer wieder stellt Clegg den Bluttaten der Vampyre die Grausamkeit der Menschen gegenüber. Alle Untoten ihrer Epoche sind nicht annähernd so blutrünstig wie die Kreuzzügler, die ihren “heiligen” Krieg im “heiligen” Land führen. Im Namen Gottes werden unsägliche Gräuel verübt, die Clegg ebenso nüchtern wie wirkungsvoll beschreibt.

Eine Welt neben der Realität

Dabei schleicht sich nach und nach ein mystischer Unterton ein. Clegg geht in seinem Weltentwurf von einer weitgehend parallelen aber nicht deckungsgleichen Evolution bzw. Historie aus. Die Menschheit ist deutlich älter als ihre Überlieferungen. Der Autor nutzt dies, um eine gemeinsame Frühgeschichte von Menschen und Vampyren zu konstruieren, wobei diese in einer noch früheren, endgültig im Dunkel der Mythologie versunkenen Ära ihren Anfang nahm.

Clegg geht von der Prämisse aus, dass die Relikte der alten Vampyr-Macht in der Wüstenei des Nahen Ostens verborgen liegen. Dies ist uraltes Kulturland, über das sie einstmals herrschten. Sie teilten und teilen es mit weiteren sagenhaften “Dämonen”  wie den leichenfressenden Ghulen oder gar nicht zauberhaften Meerjungfrauen. Längst hat eine schleichende Degeneration eingesetzt; die stolzen Kreaturen der Nacht haben sich in unstete und kulturlose Wegelagerer verwandelt, die im Schutz der Dunkelheit ihre Opfer reißen. Wie es sich für einen düsteren Helden ziemt, unterliegt Aleric nicht diesem Fluch. Für ihn sieht das Schicksal eine besondere Rolle vor.

Bereits aufgrund seiner Geburt sind Aleric die Augen geöffnet. Schon bevor er zum Vampyr wird, erkennt er, dass die Vergangenheit auch in seiner bretonischen Heimat keineswegs tot ist. Aleric wird am Rande eines riesigen Waldes geboren, in dem die Welt der Alten – die Clegg in die Gestalten keltischer Geistwesen kleidet – immerhin schattenhaft erhalten blieb. Sie steht auf der Kippe, denn die von einer diffusen aber letztlich durchaus konkreten Urangst erfüllten Menschen setzen zu ihrer endgültigen Vernichtung an. Noch sind sie nicht siegreich, denn selbst die Christenkirche, die dem “Heidentum” mit Feuer und Schwert entgegentritt, ist in sich uneins: So duldet sie später als Häretiker verfolgte geistliche Orden mit oft wunderlichen Regeln.

Ist nicht neu, liest sich aber gut

Vor allem in den ersten beiden Dritteln gelingt Clegg die Kombination aus Realismus und ‘echter’ Phantastik inhaltlich wie formal. Zwar ist die Geschichte nicht neu, aber sie wird gut entwickelt und mit dem notwendigen Schwung erzählt. Clegg gelingen starke Situationsbeschreibungen und Charakterbilder. Sie kommen selten über einschlägige (Fantasy-) Klischees hinaus, funktionieren jedoch im Rahmen dieser Handlung gut. Erst im letzten Drittel übertreibt es der Verfasser, wenn in den Ruinen der Totenstadt Alkemara Rätsel und Visionen einander förmlich jagen. Jetzt verfällt Clegg in jenen weihevoll-schwülstigen Ton, der die ‘großartigen’ Enthüllungen an den Rand der Lächerlichkeit und manchmal darüber hinaus bringt.

Positiv anzumerken ist der Bruch mit anderen ausgelaugten Motiven. Die Liebe zur schönen Alienora spielt zwar eine wichtige Rolle, doch lässt Clegg sie nie zur erwarteten Lovestory ausarten. Sie nimmt eine unerwartete Richtung (und wird zweifellos im weiteren Verlauf der Handlung eine wichtige und düstere Rolle spielen).

Auch Alerics Verbindung mit der Vampyrin Pythia ist nicht klischee- aber kitschfrei. Clegg schafft es, die ihr innewohnende Erotik als etwas Fremdartiges und Bedrohliches sowie letztlich Geschlechtsneutrales zu definieren – als Instrument des Vampyrs, den sicherlich keine Liebe mit den Menschen verbindet. Unter diesem Vorzeichen verwundert es nicht, dass sich auch Aleric und sein Vampyr-Gefährte Ewen sehr nahe kommen; der homosexuelle Clegg thematisiert Homosexualität seit jeher in seinem Werk, ohne darin eine Berufung zu sehen oder seine Leser ausdrücklich missionieren zu wollen – als interessant entwickelter Aspekt geht es in die Handlung ein und bereichert sie.

Als “Priester des Blutes” ausklingt, harrt eine große Geschichte ihrer Fortsetzung. Auf die freuen sich zumindest diejenigen Leser, die “Geschichte” nicht als kunterbunte Folie und “Vampire” nicht als Projektionsgestalten ihrer schmachtvollen Träume betrachten bzw. missachten. Mit der Einführung einer dritten, noch schattenhaften Macht neben den Vampyren sind die Weichen für die Fortsetzung gestellt, auf man gespannt sein darf und ist.

Autor

Douglas Clegg wurde am 1. April 1958 in Alexandria im US-Staat Virginia geboren. Schon früh interessierte er sich für phantastische Literatur, wobei er nach eigener Auskunft durch Edgar Allan Poe, die Bibelgeschichten des Alten Testaments und das TV-Programm inspiriert wurde: ein Cocktail aus sehr unterschiedlichen Ingredienzien, der sein Werk nachhaltig formte.

Clegg studierte Englische Literatur in Washington. Dort arbeitete er nach seinem Abschluss als Lehrer, wurde später für den Verlag Ziff-Davis tätig und zog 1986 nach Los Angeles, wo er von einem Nachrichtensender angestellt wurde. Nebenbei schrieb Clegg Rezensionen und Artikel. 1987 entstand “Goat Dance” (dt. “Bockstanz”), sein Romandebut, für das der Verfasser von der “Horror Writers Association” ausgezeichnet wurde.

Der frühe Douglas Clegg hatte mit Veröffentlichungsproblemen zu kämpfen. Lange erschienen seine Romane ausschließlich als Taschenbücher. Dass “The Infinite” 2001 (!) als erstes Hardcover erscheinen konnte, verdankte Clegg zu einem Großteil der Findigkeit, mit der er das Internet als Medium nutzte, um auf sein Werk aufmerksam zu machen. “Naomi” gilt als erster Roman überhaupt, der (ab Mai 1999 in wöchentlichen Fortsetzungen und mit großem Erfolg) online gestellt wurde.

Clegg ist ein fleißiger Autor, der jährlich mindestens einen neuen Roman vorlegt und sich dabei auf die Genres Horror und Dark Fantasy konzentriert. Unter dem Pseudonym “Andrew Harper” schrieb Clegg zwischen 1997 und 2004 drei Thriller mit Mystery- und Splatter-Elementen. “Bad Karma” wurde 2002 verfilmt.

Über seine Arbeit informiert Douglas Clegg auf seiner vorbildlichen Website:
www.douglasclegg.com

Außerdem führt er ein “live journal”:
http://douglas-clegg.livejournal.com

Ein aufschlussreiches Interview gab Clegg dem Internet-Magazin ChiZine:
www.chizine.com/douglas_clegg_interview.htm

[md]


Titel bei Amazon.de:
Vampyricon 1: Priester des Blutes

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hobbythek: Gesunder Rücken

Erstellt von Detlef Hedderich am 24. Juli 2009

Jean Pütz, Sabine Fricke, Horst Minge & Götz Meißner
hobbythek: Gesunder Rücken

vgs-Verlag, Köln, 1. Auflage: 12/2002
HC, Sachbuch, Gesundheit, Therapie, Handarbeiten & Werken, Essen & Trinken, 978-3-8025-6229-1, 94/1590
Titelgestaltung von Alexander Ziegler, Köln unter Verwendung eines Fotos von Mauritius – Die Bildagentur
Fotos und Abbildungen im Innenteil aus verschiedenen Quellen

www.vgs.de
www.ard.de/
www.wdr.de/
www.jean-puetz.net/

Die Hobbythek hatte in all den Jahren, die sie im Fernsehen lief, viele Freunde finden können, denn die Infotainment-Sendung wartete immer mit Wissenswertem, interessanten Anleitungen und Rezepten auf, die zum Ausprobieren und Nachmachen einluden. Schade, dass sich noch immer keine Nachfolge-Sendung gefunden hat. Geblieben sind die Bücher, doch leider verschwinden auch diese, da es nicht von jedem Titel eine Nachauflage gibt.

Noch erhältlich ist das Buch „Gesunder Rücken“, das sich mit einer ‚Volkskrankheit’ befasst, die auf dem Vormarsch ist: Rückenbeschwerden. Ursachen hierfür gibt es viele, angefangen bei falschem Schuhwerk über das – falsche – Tragen von hohen Gewichten bis hin zum zu langen Stehen und Sitzen in ungesunder Haltung.

Betroffen sind bereits Kinder bzw. Schüler, die zu kleine und zu enge Billig-Schuhe und zu schwere Schultaschen über eine Schulter gehängt tragen, auf zu niedrigen oder zu hohen Stühlen an ungünstig eingestellten Tischen Stunden lang sitzen müssen, zu Hause dasselbe am PC wiederholen und zu wenig Ausgleichssport treiben. Später setzt sich das im Beruf fort, z. B. in Verlade-Zentren, in denen die Arbeiter zu schwere Pakte im Akkord aus- und einladen müssen, für Kraftfahrer und Büroangestellte, die in unbequemen Sitzen lange Zeiten auszuharren haben und denen nach Feierabend die Lust auf sportliche Betätigung fehlt bzw. die den falschen Sport ausüben.

Früher oder später führt das bei den Meisten zu Verspannungen im Nackenbereich, Rückenschmerzen, Bandscheibenvorfall – und anderen Beschwerden bzw. Spätfolgen. Dabei kann man selber das Eine oder andere dagegen tun, sogar prophylaktisch: Richtiges Schuhwerk, Trolleys statt schwerer Taschen, bewusstes Gehen, Stehen und Heben, regelmäßige Entspannungsübungen, Ausgleichssport, gesunde Ernährung und ergonomisch geformte Möbel sind nur einige Beispiele.

Das Buch erklärt nicht nur verständlich Ursache und Folge, sondern gibt außerdem praktische Anleitung zum Bau von nützlichen Möbeln und Sportgeräten, nennt Bezugsquellen für eigens entwickelte „Hobbythek“-Produkte, beschreibt Entspannungsübungen inklusive Bäder und nennt passende Sportarten, berücksichtigt eine für den Knochenaufbau gesunde Ernährung inklusive leckerer Rezepte u. v. m.
Bei den Rezepten ist diesmal das Schöne, dass man die meisten Zutaten auf dem Markt oder im Discounter, in einigen Fällen auch im Reformhaus bekommt, denn Läden, die „Hobbythek“-Artikel vertreiben, gibt es i. d. R. bloß in größeren Ortschaften. Auch ist damit zu rechnen, dass sie weniger werden, da die Werbung durch das Fernsehen fehlt und somit neue Kunden ausbleiben, so dass auch die Versandadressen leider nicht mehr aktuell sind.

Alles in allem ist auch das „Hobbythek“-Buch „Gesunder Rücken“ eine unterhaltsame und informative Lektüre, die viele praktische Anleitungen gibt – und gerade das gefällt. Man kann viele Tipps sofort in die Tat umsetzen, ohne dass Geräte, Anleitung durch einen Trainer o. ä. erforderlich sind. Wer gesundheitsbewusst leben möchte, sollte diese Reihe nicht aus den Augen verlieren. (IS)

Titel bei Amazon.de
Hobbythek. Gesunder Rücken

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Hypnotische Phantasiereisen

Erstellt von Detlef Hedderich am 24. Juli 2009

Thomas Niklas Panholzer
Hypnotische Phantasiereisen

Südwest Verlag, München, 9/2008
PB mit Klappbroschur, Sachbuch, Meditation, Therapie, Wellness, Esoterik, 978-3-517-08415-2, 178/1995
Titelgestaltung von R. M. E. Eschlbeck/Kreuzer/Botzenhardt
Fotos im Innenteil von H. P. Hoff Fotografie
Extra: 1 Audio-CD mit fünf Tracks „Hypnotischen Traumreisen“, gesprochen von Frank Muth, audio media verlag GmbH, München mit einem Foto von Flickr.com (Michael Brys), Laufzeit: ca. 76 Min.
Autoren-/Sprecherfoto von Thomas Niklas Panholzer und Max Conrad, Berlin

www.suedwest-verlag.de
www.hyprnotische-fantasiereisen.com
www.hphoff.de

Die Anforderungen, die Familie, Beruf und Schule an den Einzelnen stellen, werden immer größer. Auch Unsicherheit und Zukunftsangst nehmen zu angesichts der aktuellen politischen, wirtschaftlichen und sozialen Entwicklungen. Statt sich in kleine und große Sorgen hineinzusteigern und sich auf diese Weise systematisch in die Depression zu treiben, raten viele Psychologen, das genaue Gegenteil zu tun – nämlich: positiv zu denken. Natürlich passieren keine Wunder, aber man kann sich selber antrainieren, mit dem, was man hat, zufrieden zu sein, einen schönen Augenblick – das Jetzt – zu genießen, mehr Selbstbewusstsein aufzubauen und das, was kommen mag, mit Gelassenheit zu nehmen.

Das empfiehlt auch Thomas Niklas Panholzer, der sich seit Jahren mit Psychologie, Phantasiereisen und den verschiedenen Formen der Hypnose befasst.

Zunächst stellt er die Phantasiereise vor, auf die sich jeder irgendwann einmal eingelassen hat und es jederzeit wieder tun kann. Bereits die „Gute Nacht“-Geschichten, die man Kindern vorliest, oder die schönen Dinge, die man morgen unternehmen möchte und die man sich gedanklich ausmalt, gehören zu den Phantasiereisen. Man darf aber auch gezielt an angenehme Bilder denken, um sich zu entspannen und einen schlechten Tag hinter sich zu lassen. Dabei sollte man sich immer Mut zusprechen und die positiven Eindrücke betonen.

Fließend ist der Übergang zur Hypnose, denn das regelmäßige Vorsagen positiver und positiv formulierter Aussagen ist bereits eine Form der Selbsthypnose. In der Therapie wird der Patient durch Hypnose z. B. an einen früheren Zeitpunkt seines Lebens oder vor seiner Geburt zurückgeführt (Suche nach der Ursache eines Konflikts) oder an ein wahrscheinliches Erlebnis in der Zukunft (Angst vor dem Unbekannten) herangeführt. Durch die Erinnerung werden Probleme leichter erkannt und akzeptiert, durch die Imaginationskraft wird eine Situation vorsichtig durchlebt und die Angst davor reduziert. Damit ist ein erster Schritt zur Lösung der Probleme gemacht worden.

In konkreten Beispielen geht es um Personen, die glauben, dass sie Liebe nur als Belohnung für Leistung erhalten, die an Schlaflosigkeit und Übergewicht leiden, die Prüfungsängste und Beziehungskrisen durchmachen, die nicht wissen, wie sie mit schwierigen Kindern und Trauer umgehen sollen u. v. m. Thomas Niklas Panholzer lädt die Menschen, die ihn um Unterstützung bitten, zu Phantasiereisen ein, die auf die jeweiligen Probleme abgestimmt sind, entspannen und beruhigen, zur Akzeptanz von sich und seinem Umfeld verhelfen, sowie das Selbstwertgefühl steigern sollen.

Das geht freilich nicht von heute auf morgen, und im Falle von ernsthaften Erkrankungen (z. B. Depressionen) wird man den Arzt, bei konkreten Problemen (z. B. Mobbing am Arbeitsplatz) zusätzliche Hilfe in Anspruch nehmen müssen. Phantasiereisen, Hypnose, Autogenes Training, Meditation, Yoga usw. sind kein Allheilmittel sondern eine Möglichkeit, zur Ruhe zu kommen, Kraft zu schöpfen, die Einstellung zum Leben neu zu definieren, eigene Fehler einzugestehen und sich selber zu verzeihen, die tatsächlichen Probleme zu erkennen – und dann nach einer Lösung zu suchen.

Der Autor stellt mehrere Phantasiereisen vor, die man selber lesen – oder besser: von jemandem vorlesen lassen kann. Es wird empfohlen, dafür einen stillen, gemütlichen Ort aufzusuchen, an dem man nicht gestört wird und sich entspannen darf, um das, was man hört, in sich aufzunehmen. Die beiliegende CD ist eine erste Kostprobe. Frank Muth liest vier Texte, die auch im Buch zu finden sind, und seine dunkle, deutliche Stimme nimmt einen sogleich mit auf die Phantasiereisen.

Interessiert man sich für Psychologie, Meditation und verwandte Themen, ist „Hypnotische Phantasiereisen“ sicher ein interessantes Buch, das einen mit verschiedenen Aspekten dieses weitgesteckten Gebiets vertraut macht.

Ist man unzufrieden mit sich selbst und seinem Leben, leidet man an Schlaflosigkeit und Ängsten, sucht man nach neuen Impulsen – vielleicht vermögen die Anregungen, die der Autor gibt, Wege aufzuzeigen, um mehr Selbstvertrauen, Zufriedenheit und Ausgeglichenheit zu gewinnen. (IS)

Titel bei Amazon.de
Hypnotische Phantasiereisen: Auf den Pfaden des Unterbewusstseins zu tiefer Entspannung und Selbsterkenntnis

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Brigitte Yoga – Das Beste für Körper und Seele

Erstellt von Detlef Hedderich am 24. Juli 2009

Martina Behm & Christiane Jaschiniok
Brigitte Yoga – Das Beste für Körper und Seele

Diana Verlag, München, 10/2007
PB mit Klappbroschur, Sachbuch, Gesundheit, Wellness, Therapie, Meditation, 978-3-453-28512-5, 158/1695
Titelgestaltung von Eisele Grafik-Design, München
Fotos von Werner Wallington, Model: Katja Brand
Autorenfotos von Lars Matzen und Stefan Jordan

www.diana-verlag.de
www.brigitte.de/
www.frischetexte.de/

Gesund und fit sein, eine gute Figur haben, konzentriert und ausgeglichen sein bis ins hohe Alter – davon träumt jeder. Manchmal liefern auch nur Schwierigkeiten beim Einschlafen, der Wunsch nach einer komplikationslosen Schwangerschaft oder vorbeugenden Maßnahmen gegen Rückenbeschwerden u. ä. einen Grund, dass man nach einer Möglichkeit sucht, etwas für sich und seinen Körper zu tun – und vielleicht entdeckt man dann das Yoga.

Mittlerweile gibt es zahlreiche Anleitungsbücher, manchmal mit DVD, die es erlauben, zu Hause und ohne Trainer bzw. teures Fitness-Studio die Hintergründe des Yoga und erste Übungen kennen zu lernen. Eines davon ist „Brigitte Yoga“ – denn auch die bekannte Illustrierte „Brigitte“ greift gern Themen auf, für die sich zahlreiche Leserinnen interessieren, und publizierte schon so manches Buch, das vorliegende in Koproduktion mit dem Diana Verlag/Randomhouse.

Zunächst erläutern die Autorinnen, woher Yoga stammt und welche Schulen man unterscheidet, in welchen Bereichen Yoga sinnvoll eingesetzt werden kann und wann der Gang zum Arzt trotzdem notwendig ist – denn als Allheilmittel sind die Übungen nicht zu verstehen. Vorgestellt werden auch nur solche, die jeder probieren kann, ohne dabei seine Grenzen zu überschreiten.

Es geht schließlich nicht um einen Wettstreit mit anderen Turnern sondern ausschließlich um die eigene Gesundheit, das eigene Wohlbefinden, den eigenen Körper – und jeder sollte nur die Übungen machen und so lange üben, wie es für ihn persönlich angenehm ist. Fortgeschrittene dürfen sich natürlich etwas mehr zumuten. Erfreulicherweise gibt das Buch zu jeder Übung entsprechende Hinweise und berät, ob bei bestimmten Beschwerden die jeweilige Übung besser zu unterlassen sei.

Jedes Asana hat einen bildhaften Namen, z. B. „der Baum“, „das Krokodil“, „die Heldin“ usw. Stets wird erklärt, auf welche Körperteile die Übung besonders und in welcher Weise wirkt. Dann folgt eine Schritt für Schritt-Beschreibung – „So geht’s“ -, wie man Beine und Arme, den Kopf und den Körper bewegt und dazu atmet. Die meisten dieser Figuren kennen „Varianten“, die gleichfalls kurz genannt werden. Zu „Vorsicht“ wird geraten, wenn man unter wenigstens einer der genannten Beschwerden leidet. Ein bis drei große und kleine Farbfotos veranschaulichen die Übung.

Nachdem „die 25 wichtigsten Yoga-Übungen“ im Einzelnen erklärt wurden, folgen „14 Yoga-Programme“, in denen Figuren-Folgen vorgestellt werden, die man zum Aufwärmen vor sportlicheren Betätigungen ausführen kann, die helfen, innere Balance oder mehr Energie zu gewinnen, die für eine gute Figur und bessere Konzentrationsfähigkeit sorgen usw. Für die Zeiten der Schwangerschaft und nach der Geburt gibt es ebenfalls spezielle Übungen. Querverweise mit Seitenangaben helfen, Übungen zu finden, auf die aufgebaut wird, die aber nicht eigens noch mal ausführlich beschrieben werden.

Vielleicht ist es ganz hilfreich, in der Anfangszeit zusätzlich praktische Unterstützung zu erhalten, denn selbst ausführliche und anschauliche Beschreibungen und Fotos lassen Neulinge mit der Frage allein, ob sie wirklich alles richtig machen. Hat man sich genügend Anregungen geholt und zählt sich zu den Fortgeschrittenen, kann man sein eigenes Programm zusammenstellen.

Sicher sollte man angesichts der vielen Bücher, die zum Thema ‚Yoga’ erschienen sind, ein wenig in verschiedenen Titeln blättern und sich dann den aussuchen, der einem am meisten zusagt.

Für „Brigitte Yoga“ spricht, dass jede Übung präzise in einzelnen Schritten erklärt wird, Varianten genannt werden und – sehr wichtig! – auch Hinweise nicht fehlen, in welchen Fällen man von einer Übung absehen sollte, weil sie mehr schadet als nützt. Das dürfte vor allem Leserinnen und Lesern entgegenkommen, die z. B. unter Kopfschmerzen, Knie- und Wirbelsäulenproblemen oder hohem Übergewicht leiden, denn oft werden solche Punkte in den eher allgemein gehaltenen Anleitungen nicht berücksichtigt.

Darum sollte man „Brigitte Yoga“ bei der Suche nach dem passenden Buch in die engere Wahl ziehen. (IS)

Titel bei Amazon.de
BRIGITTE YOGA: Das Beste für Körper und Seele. Die wichtigsten Übungen Plus: 14 individuelle Programme für mehr Energie, einen starken Rücken und eine tolle Figur

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Die Welt der Hetären – Berühmte Frauen zwischen Legende und Wirklichkeit

Erstellt von Detlef Hedderich am 24. Juli 2009

Wolfgang Schuller
Die Welt der Hetären – Berühmte Frauen zwischen Legende und Wirklichkeit

Klett-Cotta, Stuttgart, 3/2008
HC mit Schutzumschlag, Sachbuch, Kulturgeschichte, 978-3-608-96001-3, 304/2490
Titelgestaltung von Philippa Walz, Stuttgart unter Verwendung eines Fotos von akg-images/Werner Forman
16 Seiten mit Abbildungen aus verschiedenen Quellen
Autorenfoto von N. N.

www.klett-cotta.de

www.uni-konstanz.de/geschichte/altegeschichte

Hetären, Kurtisanen und Geishas – gebildete Frauen, die am Rande der Gesellschaft eine Ausnahmestellung innehatten und in allen Zeiten bewundert, aber gleichzeitig auch verachtet wurden, bewegten von jeher die Phantasie der Menschen. Wer waren sie? Wie waren sie wirklich? Wie lebten sie?

Was ist Wahrheit, was Mythos? – Diesen Fragen geht der Altertumswissenschaftler Wolfgang Schuller anhand von historischen Quellen in seinem Buch „Die Welt der Hetären“ nach.

Zunächst beschreibt er die Probleme, die sich ihm stellten: Von keiner Hetäre gibt es unmittelbare Überlieferungen wie Schriftstücke sondern nur Gedichte und Lieder von Freunden und Kritikern, die die Schönheit und Klugheit dieser Frauen preisen oder sie verspotten, sowie bruchstückhafte Berichte aus zweiter und dritter Hand, die aus denselben Gründen mit Vorsicht zu genießen sind. Oft bleibt unklar, ob die Schilderung einer realen oder fiktiven Persönlichkeit gilt bzw. ob es mehrere Frauen dieses Namens gegeben hat. Forschungsergebnisse wurden bislang nur von männlichen Altertumswissenschaftlern zusammengetragen, was das Bild der Hetäre nicht unerheblich mit beeinflusst hat.

Dann wendet sich der Autor den Hetären selbst zu und nennt einige der bekanntesten Frauen der archaischen Zeit, des Klassik, der hellenistischen Epoche, des römischen Reichs bis zum Ende der Spätantike. Da es zu weit führen würde, auch die Kurtisanen der Renaissance, die Mätressen absolutistischer Herrscher und die Musen vieler Künstler aus der ‚Demi-Monde’ des 19. Jahrhunderts oder ihre Pendants aus anderen Kulturkreisen zu berücksichtigen, verbleibt der Schwerpunkt der Abhandlung auf den griechischen und römischen Hetären.

Man geht davon aus, dass sich ihr Stand aus den Begleiterinnen entwickelte, die während eines Symposions bei Tisch aufwarteten, für schongeistige Unterhaltung und durchaus auch für erotische Spiele sorgten. Oft handelte es sich um Sklavinnen, um Freigelassene, seltener um Bürgerinnen. Wurde der Wert einer Sklavin erkannt, sorgte ihr Besitzer für eine umfassende Bildung und genoss Dank seiner klugen Begleiterin Ansehen bzw. mehrte durch sie sein Vermögen. Die kostbaren Geschenke ihrer Bewunderer erlaubten es der Hetäre, sich schließlich freizukaufen, in Wohlstand zu leben und sich die Männer auszusuchen, denen sie ihre Gunst schenkte.

Darin unterscheidet sich die Hetäre von der einfachen Prostituierten, die nur ihren Körper an Männer verkaufen konnte und bei den Freiern keine Wahl hatte. Zwar war es nicht ungewöhnlich, dass eine Hetäre eine Liebesbeziehung einging und unter Umständen zur Ehefrau erhoben wurde, doch wurden klare Grenzen gezogen: Die Gemahlin war zuständig für einen geordneten Haushalt und das Aufziehen legitimer Kinder (Bürger), wodurch sie der Polis von Nutzen war. Die Konkubine/Prostituierte bot sexuelle Vergnügungen.

Die Hetäre erfüllte die geistigen Ansprüche. Der junge Protegé wurde als zuverlässiger Gefährte und eventueller Nachfolger erzogen, wobei die ‚Knabenliebe’ vom Älteren auf den Jüngeren – nicht umgekehrt – projiziert wurde und entgegen vieler Meinungen das Zusammensein nie über ‚Schenkelverkehr’ hinaus ging.

Der Niedergang der Hetären wird ihrem sinkenden Ansehen – mehr Schein als Sein – in römischer Zeit und dem Erstarken des Christentums, das Sinnesfreuden durch eine neue Prüderie ersetzte, zugeschrieben.

Zweifellos hat es keine Ära gegeben, in denen die Hetären wirkliche Achtung genossen. Vordergründig wurden sie von ihren Verehrern gerühmt, einige Frauen konnten sogar politischen Einfluss nehmen und es zu einem beträchtlichen Vermögen bringen, doch die Mehrheit sah sich allgemeiner Verachtung ausgesetzt, und nicht selten wurden sie noch posthum von Dichtern und Geschichtsschreibern getadelt und angeklagt.

Interessiert man sich für (griechische und römische) Kulturgeschichte, und möchte man mehr über das Leben der Hetären erfahren, sollte man zu seriösen und wissenschaftlich fundierten Sachbüchern wie „Die Welt der Hetären“ greifen – und nicht zu oberflächlichen Abhandlungen der Regenbogenpresse, die bloß die deftigen Details medienwirksam aufbereitet. Fakten mögen zwar nicht so unterhaltsam zu lesen sein wie verkappte Liebesromane, doch wer echte Wissbegierde mitbringt, wird von den Zitaten und Auszügen aus Liedern und Gedichten fasziniert sein und sich über die Quellenangaben freuen, die es ermöglichen, sich weitere Kenntnisse zu dem Thema anzueignen. (IS)

Titel bei Amazon.de
Die Welt der Hetären: Berühmte Frauen zwischen Legende und Wirklichkeit

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Die bleiche Hand des Schicksals

Erstellt von Detlef Hedderich am 24. Juli 2009

Julia Spencer-Fleming
Die bleiche Hand des Schicksals

Russ Van Alstyne und Clare Fergusson-Reihe 3
Out of the DeepICry, USA, 2006
Knauer Verlag, München: 7/2008
TB, Krimi, 978-3426635377, 480/895
Aus dem Amerikanischen von Frauke Czwikla
Titelbildgestaltung von: ZERO Werbeagentur, unter Verwendung einer Abbildung von Mauritius Images

www.droemer-knaur.de
www.juliaspencerfleming.com

Der Winter will dieses Jahr aber auch gar kein Ende nehmen hoch im Norden des Bundesstaates New York. Clare Fergussen, ihres Zeichens Geistliche der kleinen Gemeinde Millers Kill, zieht allerdings wieder einmal den Ärger magisch an: In ihrer Kirche ist das Dach undicht, und eine wahre Sintflut droht, sobald Eis und Schnee schmelzen. Der Gemeinderat muss helfen – und zumindest ein Mitglied desselben tut dieses auch.

Eine Stiftung wird aufgelöst – besser gesagt: die Stiftung, die bisher für die Armenklinik der Stadt gedacht gewesen ist und von der Gründerin ins Leben gerufen wurde. Clare fühlt sich nicht so recht wohl dabei, kann die alte Dame, die das Vermögen verwaltet, allerdings auch nicht umstimmen.

Und so wird Clare einmal mehr in ein gefährliches Abenteuer gezogen, denn da stimmt einiges nicht. Und was hat der Kinderfriedhof oben am Stausee mit dem ganzen zu tun?

Es gibt Romane, auf deren Einband steht ‚Kriminalroman’, und sie geben sich auch als solche aus – zumindest bis man beginnt zu lesen. Was dann aber kommt, ist Beziehungskitsch allerübelster Sorte. Die Krimihandlung, sofern überhaupt noch vorhanden, rückt in die hinterste Ecke und wird lapidar nebenher abgehandelt.

Leider fällt auch der vorliegende Roman der amerikanischen Autorin Julia Spencer-Fleming unter die Kategorie. Was da hoch lobend angepriesen wird als ‚mitreißende Spannung’, nötigt eher zu einem müden Gähnen ab, die ‚Kaminfeuer-Atmosphäre’ lässt eher danach sehnen, dieses Buch in demselben zu entsorgen. Nun ja…

Was weite Teile des Romans einnimmt, ist die ‚Beziehung’ zwischen Clare und dem Sheriff des Ortes, Russ Van Alstyne. Dummerweise ist Letzterer verheiratet, zufällig mit der noch lebenden Ausgabe von Marilyn Monroe (O-Ton der Autorin), einer Seele von Frau, die natürlich absolut keine Ahnung hat, was da hinter ihrem Rücken vor sich geht. Und knistern tut es wohl zwischen Clare und Russ gewaltig… Die gute Ehefrau scheint absolut blind und auch taub zu sein, bieten die beiden doch wohl immer wieder reichlich Raum für Klatsch und Tratsch in der Gemeinde.

Beziehungskiste Nummer 2 nehmen die arme Mutter Debba Clow und der Chefarzt der Armenklinik Dr. Allan Rouse ein. Clow bezichtigt den Arzt, durch falsch verabreichte Impfseren Autismus bei ihrem Sohn ausgelöst zu haben, Dr. Rouse streitet dieses natürlich ab – und verschwindet nach einem Streit mit der Mutter. Merkwürdig ist nur, Debbas Sohn zeigt an für sich recht wenig autistische Symptome, als er denn endlich einmal in der Handlung auftaucht. Gut zeichnen können auch andere Kinder. Er spricht, er spielt, vielleicht etwas still, aber unter ‚dramatische Verschlechterung seines Zustandes’ sollte man doch etwas anderes verstehen.

Das Verschwinden des Arztes bietet den ersten dramatischen (und kriminalistischen) Höhepunkt des Romans – sollte man denken. Tatsächlich hat die Autorin das Ganze aber dermaßen durchsichtig angelegt, dass von vornherein klar ist, dass Dr. Rouse vielleicht nicht ganz das ist, was er nach außen zu sein vorgibt.

Dafür tut sich denn – endlich!!! – die Tür in die Vergangenheit auf, und der wahre Kriminalfall kommt ans Licht: Die Stifterfamilie Ketchem lebte in einer dramatischen Zeit voller widriger Umstände. Dann verschwindet auch noch der Ehemann Jonathan auf Nimmer-Wiedersehen, lässt Frau und einzig überlebende Tochter allein und, wie es aussieht, mittellos zurück. Merkwürdig nur, dass seine Frau nie einen Handstreich arbeiten muss in ihrem doch noch recht langen Leben, seine Tochter studieren kann – und sogar noch genug Geld da ist, um die Armenklinik jedes Jahr mit rund zehntausend Dollar zu versorgen.

Da hat man doch endlich etwas, womit sich etwas anfangen lässt, jubelt der Leser – und wird wieder von der Kunst der Autorin an der Nase herumgeführt. Was geschehen ist, ist wieder dermaßen durchsichtig und klärt sich fast schon auf den ersten Seiten, so dass nichts als pure Enttäuschung bleibt. Selbst die Herkunft des Geldes ist spätestens nach der Erwähnung der Prohibition geklärt – also nichts wirklich Neues im ganzen Roman.

Bliebe da noch ein kleiner Absatz zum Thema der Hauptfigur Clare Fergussen. Deren Vergangenheit dürfte nämlich viele beim ersten Hinsehen zum Kauf dieses Romans animieren. Allerdings scheint von der bewegten Pilotenvergangenheit des Captain Clare Fergussen wenig bis gar nichts – einmal abgesehen von ‚klugen Sprüchen’ ihres Ausbilders – übrig geblieben zu sein. Spätestens bei der Kellerszene, in der Clare endlich ihrem Russ näher kommen darf, wird klar, zu mehr als zur Schreibstube scheint es bei ihr nicht gereicht zu haben.

Alles in allem ein überaus schwacher Roman, der seine Leser hohl und leer zurücklässt. Nichts wirklich Neues aus Ami-Land. Schade um das Papier und die vertane Zeit… (RSch)

Titel bei Amazon.de
Die bleiche Hand des Schicksals

BEENDETES BÜCHERPREISRÄTSEL:
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www.buchrezicenter.de veranstaltete in Zusammenarbeit mit dem obengenannten Verlag dieses Preisrätsel, bei dem wir drei Fragen zum Umfeld des Preistitels am Telefon* gestellt haben, die richtig beantwortet werden mussten.
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Die jeweiligen Gewinne wurden anschliessend direkt an die angegebenen Adressen der Gewinner verschickt!
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Wir danken dem obengenannten Verlag als Sponsor herzlich für die zur Verfügung gestellten Preisrätseltitel! Und bedanken uns auch bei unseren Mitspielern für Ihr reges Interesse!
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Die Gewinner der Preisrätseltitel:
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1. Gerhard von Wittich
2. Friedrich Haertter
3. Annelene Leimkühler
4. Reinhard Sudau
5. Hans-Heinrich Grützbach
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Der Rechtsweg war wie immer ausgeschlossen!
* Telefongebühren des Anrufers gehen immer zu Lasten des Anrufers. Bitte informieren Sie sich über die ortsüblichen aktuellen Kosten bei Ihrem Telekommunikationsanbieter!

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