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Archiv für Juli, 2009

Fünf Miss Marple Krimis: Mord im Pfarrhaus

Erstellt von Detlef Hedderich am 24. Juli 2009

Agatha Christie
Fünf Miss Marple Krimis: Mord im Pfarrhaus

(gekürzte Lesung) The Murder at the Vicarage, GB, 1930, aus dem Englischen von Antoinette Gittinger, gelesen von Hans Kremer, 978-3-89940-792-1, Laufzeit: ca. 189 Min.
16 Uhr 50 ab Paddington, 4.50 from Paddington, GB, 1957, aus dem Englischen von Dinka Mrkowatschki, gelesen von Beate Himmelstoß, 978-3-89940-794-5, Laufzeit: ca. 168 Min.
Bertrams Hotel, At Bertram’s Hotel, GB, 1965, aus dem Englischen von Tanja Handels, gelesen von Beate Himmelstoß, 3-89940-709-1, Laufzeit: ca. 218 Min.
Die Tote in der Bibliothek, The Body in the Library, GB,
1942, aus dem Englischen von Tanja Handels, gelesen von Traudel Sperber, 978-3-89940-786-0, Laufzeit: ca. 218 Min.
Fata Morgana, They Do It with Mirrors, GB, 1952, aus dem Englischen von Susanna Daum, gelesen von Katja Brügger, 978-3-89940-788-1, Laufzeit: ca. 191 Min.
Der Hörverlag, München, 5/2008
15 CDs, je 3 pro Jewel-Case, mit Papp-Banderole, Krimi-Hörbuch, 978-3-80717-169-1, Laufzeit: ca. 975 Min., gesehen 5/09 für ca. EUR 28.99
Hörspielfassung von Sarah Kilgarett, Keith Darvill, Michelene Wandor
Titelfoto auf der Banderole: Margaret Rutherford als Miss Marple in „Mörder Ahoi“ von Cinetext
Titelgestaltung der CDs und der jeweils 4-seitigen Booklets von TÜMMERSdESIGN

www.hoerverlag.de
http://agathachristie.com/
www.tuemmersdesign.de

Die britische Autorin Agatha Christie (1890 – 1976) schrieb zahlreiche Krimis und schuf so originelle Figuren wie Hercule Poirot und Miss Marple, die Dank des Fernsehens ein Gesicht erhielten, wurden sie doch von so großartigen Schauspielern wie Peter Ustinov und Margaret Rutherford glänzend in Szene gesetzt. In Folge sind weder Agatha Christie noch ihre Charaktere in Vergessenheit geraten und erfreuen weiterhin Jung und Alt mit ihren spannenden Fällen.

Der Hörverlag hat nun die zunächst einzeln erschienenen Hörbücher als Box aufgelegt, so dass man zum kleinen Preis von ca. EUR 30.- in den Genuss von gleich fünf Titeln kommt. Es handelt sich hierbei um gekürzte Lesungen, die in unterschiedlicher Lebhaftigkeit und Lautstärke vorgetragen werden. Nur „Mord im Pfarrhaus“ wird von einem Mann gesprochen; alle anderen Hörbücher haben weibliche Vortragende, die man von anderen Hörproduktionen, aus Rundfunk und TV kennt.

Hat man nur die Filme gesehen, nicht aber die Buchvorlage gelesen, dann wird man überrascht: Die Rolle der Miss Marple ist im Buch bzw. Hörbuch verhältnismäßig klein. Sie mischt sich zwar überall ein, ist aber überwiegend eine heimliche Beobachterin und Lauscherin, die sich selber nicht in Gefahr begibt.

Stattdessen findet sie den einen oder anderen Helfer und Zuträger, dessen Aktionen im Film auf die Titelfigur übertragen wurden. Dadurch stehen die Nebencharaktere stärker im Fokus, was der Handlung jedoch nicht zum Nachteil gereicht.

Die Autorin lässt die Protagonisten so agieren, denken und sprechen, wie es seinerzeit und in den jeweiligen Schichten üblich war. Mit einem Funke Selbstironie wird dabei auch die Dünkelhaftigkeit der upper classes auf die Schippe genommen, die einen Mensch nach Herkunft und Äußerlichkeiten, nicht aber nach seiner Intelligenz und seinen Leistungen beurteilt(e).

Mord im Pfarrhaus: Oberst Protheroe ist ein unangenehmer Zeitgenosse, und es gibt mehrere Personen, die ihn gern tot sehen würden. Als er dann tatsächlich ermordet in der Pfarrei aufgefunden wird, kommen eine Menge persönlicher Dramen ans Licht, bis der Täter überführt werden kann.

16 Uhr 50 ab Paddington: Eine Freundin von Miss Marple glaubt, in einem vorbeifahrenden Zug einen Mord beobachtet zu haben, doch niemand wird vermisst, und es scheint auch keine Leiche zu geben. Miss Marple entdeckt den einzigen Ort, an dem die Tote heimlich hätte aus dem Zug geschafft werden können.
Eine junge Bekannte von ihr lässt sich dort als Bedienstete anstellen und beginnt herumzustöbern.

Bertrams Hotel: Das geschichtsträchtige Londoner Etablissement hat sich den Flair der guten, alten Zeit bewahrt, sehr zur Freude einheimischer Gäste, die in Erinnerungen schwelgen, und der Touristen, die sich England und die Engländer genau so vorgestellt haben. Die Polizei glaubt jedoch, guten Grund dafür zu haben, das Hotel im Auge zu behalten, und einige Beobachtungen der aufmerksamen Miss Marple liefern wichtige Hinweise.

Die Tote in der Bibliothek: Ein junges Mädchen wird ermordet in der Bibliothek der Bantrys entdeckt. Miss Marple findet heraus, dass Mr. Jefferson, ein älterer Witwer, Ruby hatte adoptieren wollen. Hat er sich ihrer entledigt, nachdem er erfahren hatte, dass es bereits einen Mann in ihrem Leben gab? Sind es die Verwandten, die sich sorgten, dass ihr erhofftes Erbe geringer ausfallen würde? Oder hatte noch jemand ein Motiv?

Fata Morgana: Miss Marple besucht eine alte Freundin. Es scheint, als versuche jemand, diese zu vergiften. Dann geschieht ein Mord nach dem anderen. Wer und vor allem was steckt dahinter?

Alle Krimis sind spannend, sorgfältig aufgebaut und atmosphärisch dicht. Bis zum Schluss kann man nur spekulieren, sich irren und erneut raten, wer der Mörder und was sein Motiv ist. Zwar hat Miss Marple keine Glanzauftritte wie in den Filmen, aber sie gibt regelmäßig wichtige Hinweise, weil sie als alte Dame übersehen und unterschätzt wird und darum vieles sieht und hört, was andere verbergen wollen. Durch Nachdenken und Dank ihres Erfahrungsschatzes zieht sie aus allen Informationen die richtigen Schlussfolgerungen. Ihr kommt die Rolle des Deus ex Machina zu, aber trotzdem hat man nie den Eindruck, als würde die Handlung ohne Miss Marple in einer Sackgasse stecken bleiben.

Mag man Krimis ‚von früher’, die mehr auf Charme und Subtilität als auf Action setzen, wird man viel Freude an den Hörbüchern haben. Fehlt es an Zeit oder Lust zum Lesen, dann sind die „Fünf Miss Marple Krimis“ des Hörverlags ein idealer Begleiter z. B. während der Hausarbeit, in der U-Bahn oder im Auto. Der kleine Preis für die Box erfreut außerdem. (IS)

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Fünf Miss Marple Krimis

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Phantastischer Oberrhein

Erstellt von Detlef Hedderich am 24. Juli 2009

Jörg Weigand (Hrsg.)
Phantastischer Oberrhein

Schillinger Verlag, Freiburg, 1 Auflage: 9/2008
HC, Mystery, Fantasy, SF, 978-3-89155-339-8, 166/1880
Titelgestaltung von Rainer Schorm

www.schillingerverlag.de

In „Phantastischer Oberrhein“ präsentiert Herausgeber Jörg Weigand Geschichten zu einer Idee, die auf den Grafiker Rainer Schorm, der hier ebenfalls als Autor und Illustrator vertreten ist, zurückgeht: Warum nicht eine Anthologie zusammenstellen, die der Region um Freiburg gewidmet ist?

Und so erzählen elf einheimische oder mit der Gegend verbundene Autoren in fünfzehn Kurzgeschichten von wunderlichen, unheimlichen und phantastischen Begebenheiten. Das Ehepaar Karla und Jörg Weigand, Initiator Rainer Schorm und Redakteur Markus Kastenholz sind mit jeweils zwei Beiträgen vertreten.

Ein junger Mann kommt einem grausigen Geheimnis des Freiburger Münsters auf die Spur. Trotz alle Warnungen will er ein Rätsel lösen, das weit in die Vergangenheit reicht. Das Unheil ist nicht aufzuhalten, und etwas stillt seinen „Hunger“.

Auf der Suche nach Informationen stößt ein Hacker auf „Die Rhein-Linie“ und wird durch die totale Vernetzung in etwas hinein gezogen, das ihm beinahe zum Verhängnis wird.

In „Simon oder: Eine andere Art von Unsterblichkeit“ schließt die todkranke Titelfigur Freundschaft mit einem ungewöhnlichen Besucher, der ihm schließlich einen überraschenden Vorschlag macht.

Zwei Reisende lernen sich zufällig kennen und haben ein unheimliches und zugleich wunderbares Erlebnis, während „Der andere Zug“ und seine Passagiere sich dem Schicksal nicht entziehen können.

„Celphia“ ist eine Nymphe. Ihre Art stirbt aus, denn niemand glaubt mehr an ihre Existenz – und dass jemand ‚weiß’, genügt offenbar nicht.

Für viele Autofahrer bedeuten freie Fahrt und Gasgeben ein wichtiges Stückchen persönlicher Freiheit. Die oft damit verbundene Skrupellosigkeit hat so manche Tragödie zur Folge und führt bei dem Protagonisten letztlich zur „Fahrt in die innere Freiheit“.

Das sind nur ein paar Beispiele für die abwechslungsreichen Erzählungen, die den Leser erwarten. Man findet keine Nachdrucke von bekannten Werken sondern ausschließlich neue Kurzgeschichten, die eigens für dieses Projekt geschrieben wurden. Sie decken praktisch alle phantastischen Sub-Genres ab – Cyberpunk, SF, Horror, Mystery, Fantasy -, so dass für jeden Geschmack etwas dabei ist.

Dieser Aspekt der Anthologie tritt weitaus stärker hervor als das Lokalkolorit. In einigen Fällen hat man den Eindruck, als wären die Bezüge zu Freiburg und der Region Oberrhein mühsam hineingeschrieben worden oder der Autor wäre der Ansicht gewesen, schon durch die Erwähnung von ein, zwei Orten und vagen Beschreibungen dieser Anforderung Genüge getan zu haben. Viele der Geschichten hätten durchaus auch in einer anderen oder in einer fiktiven Stadt spielen können.

Von daher wendet sich der Band mehr an die Phantastik-Freunde allgemein als an die Bewohner der Region, die auf ein Wiedererkennen mit Aha-Effekt hoffen. Wer dem Titel eine Chance gibt, erhält ein dünnes, aber ansprechend gestaltetes Hardcover mit einer bunten Mischung unterhaltsamer Storys aus allen phantastischen Genres. (IS)

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Phantastischer Oberrhein: Erzählungen

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Dan Shocker’s Burg Frankenstein Folge 3: Die Horrorbraut

Erstellt von Detlef Hedderich am 24. Juli 2009

Dan Shocker’s Burg Frankenstein
Folge 3: Die Horrorbraut

Dreamland Productions, Rüsselsheim, 2/2009
1 CD, Grusel-/Mystery-Hörspiel, 978-3-939066-02-6, Laufzeit: ca. 78 Min., gesehen 3/09 für ca. EUR 10.00
Sprecher: Christian Rhode, Rainer Schmidt, Andreas von der Meden, Gabriele Wienand, Gisela Trowe, Bert Stevens, Carsten Bohn u. a.
Vorlage: Dan Shocker (Jürgen Grasmück)
Dialogbuch: Alexander Kath & Thomas Birker
Cover von R. S. Lonati, Wendecover von Daniel Theilen
Musik: Tom Steinbrecher und Mario Cuneo

www.TS-Dreamland.de
www.rs-lonati.de/main/Home.html
www.tom-steinbrecher.de
www.myspace.com/mariocuneo

Zu den beliebtesten Horror-Romanheft Autoren der 1960er und 1970er Jahren gehörte Jürgen Grasmück (1940 – 2007), dessen bekanntestes Pseudonym Dan Shocker zum Synonym für den zwar trashigen, aber unterhaltsamen Grusel dieser Zeit wurde. So verfasste er u. a. auch für den Zauberkreis-Verlag die Heftserie „Burg Frankenstein“ in dem sich viele Monster und Klischees des Genres die Hand gaben.

Der Dreamland-Verlag hat nun einige dieser Hefte in eine Hörspielserie umgesetzt. „Die Horrorbraut“ ist der Abschluss der Geschichte um den Reporter des Übersinnlichen. Robert Nordan glaubt, dass er alles ausgestanden hat und Frankensteins Monster bis auf einen Arm zu Asche verbrannt ist.

Dennoch kommt er nicht zur Ruhe, denn ein anonymer Anrufer macht deutlich, dass vielleicht ein Wesen tot ist, aber das Grauen, das Frankenstein einst über die Welt brachte, noch immer vorhanden ist. Er erschreckt ihn mit dem Arm des Monsters, der eigentlich sicher im Leichenschauhaus verwahrt werden sollte.

Zusammen mit Kommissar Bergmann versucht Nordan herauszufinden, was das alles zu bedeuten hat. Die Spur führt schließlich zurück nach Burg Frankenstein, in der den Journalisten als nächstes eine blutleere Leiche erwartet.

Und das ist nur der Anfang eines lebensbedrohlichen Abenteuers, in dem sich Nordan schließlich nicht nur einer teuflischen Sekte sondern auch der ehemaligen Geliebten von Viktor Frankenstein gegenübersieht, der unsterblich gewordenen Charlotte von Bargont, die keine andere als „Die Horror-Braut ist.

Trashig, klischeehaft aber nichtsdestoweniger schräg kommt die Geschichte daher, die von ihren Übertreibungen lebt Nicht nur die Story schlägt Kapriolen, auch die Sprecher neigen dazu, ihre Rollen besonders intensiv auszuleben, gerade wenn sie die Bösen sind. Man fühlt sich dabei geradewegs in die klassischen Gruselfilme zurückversetzt, in denen die Grenzen zwischen Gut und Böse klar erkennbar waren und jeder seine archetypische Rolle ausfüllte.

So sollte man auch keine moderne und zeitgemäße Umsetzung der Geschichte erwarten, sondern altbekannte Rollenmuster und Geschehnisse, wilde Übertreibungen und nicht zuletzt eine Prise des Holzhammer-Humors, der die Horror-Hefte dieser Zeit so ausgezeichnet hat.

Heraus kommt ein Hörspiel, das an die der Jugend erinnert, aber doch nicht für Kinder gemacht ist, da einige Szenen harter Tobak sind, die erst für Jugendliche ab 12 Jahren wirklich zu verdauen sind.
Damit ist „Die Horror-Braut“ aus der Reihe „Burg Frankenstein“ vor allem für die Fans des klassischen Grusels interessant, die auch schon Spaß an den entsprechenden Heftromanen und Filmen hatten und sich gerne an die Zeit zurückerinnern, in der altbackene Klischees noch hemmungslos ausgelebt werden konnten. (CS)

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Band 3: die Horrorbraut Von Burg Frankenstein

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Die Wiederkehr

Erstellt von Detlef Hedderich am 24. Juli 2009

Wolfgang Hohlbein
Die Wiederkehr

Die Chronik der Unsterblichen 5
Egmont Lyx, Köln, Neuauflage des erstmals bei Egmont vgs erschienenen Hardcovers (Köln, 2003): 3/2008
PB, Mystery, Grusel, Fantasy, 978-3-8025-8144-1, 392/1495
Titelillustration von Maximilian Meinzold

www.egmont-lyx.de
www.hohlbein.net

Andrej Delãny ist nicht mehr alleine verflucht, auch Abu Dun hat den Kuss des Vampyrs empfangen und ist zu einem Wesen der Nacht geworden. Gemeinsam versuchen beide immer noch, mehr über die Unsterblichen heraus zu finden, nachdem sie bei einer Zigeunersippe und der alten Puri Dan nur noch mehr die Überzeugung gewannen, dass die meisten anderen von ihrem Schlag nicht mit, sondern gegen die Menschen arbeiten und sie entweder als Futter oder Knechte betrachten.

Inzwischen sind sie in Wien angelangt, wo sie hoffen, bei dem Gelehrten Franz von Breiteneck mehr über die Vampyre und das Geheimnis ihrer Erschaffung zu erfahren. Allerdings sitzen sie schon bald dort fest, denn Sultan Soliman ist bis vor die Tore der österreichischen Hauptstadt vorgerückt und hat sie in einem Belagerungsring eingeschlossen.

Den beiden Männern bleibt nichts anderes übrig, als sich an den Kampfhandlungen zu beteiligen. Doch schon bald fallen sie Graf Niklas von Salm auf, da sie wesentlich besser kämpfen können als die meisten Söldner und auch unverwundbar zu sein scheinen. Als Feldherr stört ihn das nicht all zu sehr, aber es gibt andere Ereignisse, die ein düsteres Licht auf Andrej und Abu Dun werfen. Denn gleichzeitig werden in der Stadt immer wieder wie von einem Tier zerfetzte und blutleere Leichen gefunden, die gerade die einfache Bevölkerung in Angst und Schrecken versetzen.

Schließlich setzt er die beiden fest, um mehr über ihre wirkliche Natur heraus zu finden, nicht ahnend, dass der wahre Feind noch immer frei sein Unwesen in der Stadt treibt und Hand in Hand mit Wesen arbeitet, die wirklich den Gräbern entstiegen sind. Und selbst Andrej Delãny ist entsetzt, als er den Mann schließlich stellt, der ihn so in Misskredit gebracht hat, denn dieser ist ihm nicht unbekannt.

Noch immer sind Andrej Delãny und sein Freund dem Geheimnis um die Unsterblichen nicht wirklich näher gekommen. Dafür begegnen sie vor historischer Kulisse wieder einmal anderen Ausprägungen ihrer dunklen Natur und sehen einen alten Bekannten wieder, der gerade dem jungen Schwertkämpfer einen schweren Schlag versetzt. Somit wirft der Autor eigentlich noch mehr Fragen auf, als er überhaupt in diesem Band beantwortet, was der Geschichte einiges von ihrem Reiz nimmt. Garniert mit ein paar Folter- und einer Reihe von horrorlastigen Kampfszenen, präsentiert Hohlbein hier wieder seine gewohnte Mischung aus Action, Abenteuer, ein wenig Geschichte und Phantastik. Wie immer sollte man keine komplexe Handlung mit ausgefeilten Charakteren erwarten sondern nur kurzweilige Lektüre ohne Tiefgang.

„Die Wiederkehr“ ist ein typisches Abenteuer aus der „Chronik der Unsterblichen“ – solide geschrieben und unterhaltsam, aber nicht wirklich einer der Schlüsselromane des Zyklus’, in dem endlich einmal Geheimnisse enthüllt werden. (CS)

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Die Chronik der Unsterblichen 05. Die Wiederkehr

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Der schwarze Vorhang

Erstellt von Michael Drewniok am 20. Juli 2009

Joseph Sheridan Le Fanu
Der schwarze Vorhang
Unheimliche Kriminalfälle aus dem alten Irland

Originalzusammenstellung
Übersetzung: Alexander Pechmann
Deutsche Erstausgabe: Januar 2009 (Achilla Presse )
120 S.
ISBN-13: 978-3-940350-09-1
www.achilla-presse.de

Drei bisher in Deutschland nicht veröffentlichte unheimliche Geschichten des Schriftsteller Le Fanu (1814-1873) erzählen von Unrecht und Leidenschaften in einer Intensität, der selbst der Tod kein Ende setzen kann. Irische Heimatfolklore, Phantastik und früher Krimi gehen eine heutzutage seltsam anmutende aber weiterhin spannende Verbindung ein: eine rundum erfreuliche Veröffentlichung!

Inhalt

- Der schwarze Vorhang. Ein Kapitel aus der Geschichte einer Familie aus Tyrone (“A Chapter in the History of a Tyrone Family”, 1839), S. 7-56: Wie es in dieser vergangenen Zeit üblich ist, wird eine junge Frau mit einem älteren Lord zwangsverheiratet. Der hütet nicht nur das Geheimnis finanzieller Nöte, die durch die Mitgift der Ehefrau gelindert werden könnten, sondern auch die Existenz einer quicklebendigen Erstgattin, die ihren Status als Herrin des Hauses mit dem Dolch zu wahren gedenkt …

- Aus den geheimen Aufzeichnungen einer irischen Gräfin (“A Passage in the Secret History of an Irish Countess”, 1839/“The Murdered Cousin”, 1851), S. 57-100: Als der Vater stirbt, wird sein Bruder, ein ruinierter Spieler und (allerdings nie verurteilter) Mörder, zum Vormund der einzigen Tochter und Erbin. Als diese sich weigert, ihren Cousin, einen Wüstling, zu ehelichen, lässt der Onkel die Maske fallen; nun soll ein zweiter perfekter Mord ihn in den Besitz des brüderlichen Vermögens bringen …

- Abenteuer eines Totengräbers (“The Sexton’s Adventure”, 1851), S. 101-109: Nachdem sich Saufkumpan Slaney ruiniert eine Kugel in den Schädel jagte, ist Totengräber Martin schlagartig abstinent geworden. Eines Nacht muss er feststellen, dass Slaney ihn für sein Ende verantwortlich macht und zu sich in die Hölle nehmen will, in die ihn sein Selbstmord gebracht hat …

- Nachwort von Alexander Pechmann: Joseph Sheridan Le Fanu – Der unsichtbare Prinz, S. 111-119

Das Böse ist stärker als der Tod

Joseph Sheridan Le Fanu ist der frühe Meister gleich mehrerer Literaturgenres. Er schrieb Gruselgeschichten, die sich der irischen Folklore ebenso kundig bedienten wie der profunden Kenntnis jener dunklen Seiten der menschlichen Psyche, die eher noch unheimlicher als Gespenster, Kobolde oder andere Nachtmahre wirken können. Auch die Kriminalliteratur darf Le Fanu zu ihren Ahnen zählen, denn entkleidet man Erzählungen wie “Aus den geheimen Aufzeichnungen einer irischen Gräfin” ihrer übernatürlichen Elemente, bleibt ein lupenreines “Locked Room Mystery” zurück: Der scheinbar unmögliche Mord im von innen verschlossenen Raum ist beileibe keine Schöpfung von Arthur Conan Doyle & Co.! Le Fanu war ihnen um Jahrzehnte voraus, und er wusste bereits, worauf es ankam: Zwar mag es im Haus des bösen Onkels spuken, doch was das präparierte Mordzimmer betrifft, gestattet Le Fanu keine übernatürlichen Tricks! Wie der ‘perfekte’ Mord gelingen konnte, wird offen und logisch enthüllt, und als besonders perfiden aber die Spannungsschraube ordentlich anziehenden Einfall lässt der Verfasser die unglückliche Gräfin die Vorbereitungen zur eigenen Ermordung machtlos beobachten.

“A damsel in distress”

Nicht nur in dieser Hinsicht wirken Le Fanus Geschichten bemerkenswert modern. Sowohl in “Der schwarze Vorhang” als auch in den “Aufzeichnungen einer irischen Gräfin” steht eine weibliche Figur im Mittelpunkt der Ereignisse. Es handelt sich zwar vordergründig um die klassische “Jungfrau in Nöten”, doch weitet Le Fanu dieses Klischee zum – durchaus anklagend eingesetzten – Movens einer Handlung, die nur durch die gesellschaftliche Realität des 19. Jahrhunderts möglich wird: Die Frau ist keine selbstständige Person, sondern erstens Tochter und zweiten Ehefrau und Mutter. Le Fanu arbeitet das daraus entstehende Elend in seine Erzählungen ein. Wenn die junge Frau aus “Der schwarze Vorhang” erst von den eigenen Eltern und dann von einem ihr ausgesuchten Gatten dominiert wird, entspricht das realen Verhältnissen. Le Fanu thematisiert das persönliche Elend der hilflosen und zur Ehe gepressten Tochter, das auf seine Weise mindestens ebenso unheimlich wirkt wie der spätere Auftritt einer geistesgestörten Furie oder der Spuk des titelgebenden Vorhangs.

Auch die “irische Gräfin” der zweiten Erzählung mag zwar von Adel und vermögend sein, doch das nützt ihr gar nichts in einer strikt maskulinen Welt. Im Gegenteil macht ihr Status sie zum idealen Opfer: Der Vater hat sie dem Onkel als Mündel unterstellt, obwohl er von dessen üblem Ruf wusste; er vertraute diesem seine Tochter auf Gedeih und Verderb an, um zu zeigen, dass er an die Unschuld des Bruders glaubte. Die Wahrheit klammerte er dabei aus. Nun ist die Tochter dem Onkel ausgeliefert: Wird sie den eigenen Cousin nicht heiraten, wodurch ihr Vermögen juristisch in seine Verfügungsgewalt übergeht, will der Onkel sie ermorden und danach beerben. Die eigene Cousine kann der jungen Gräfin nicht helfen, denn dem Vater und Vormund ist es gestattet, die beiden jungen Frauen “zu ihrem Besten” daheim einzusperren.

Die Hölle kann warten

Irdische Gerechtigkeit ist ein Faktor, an den Le Fanu nicht glauben mag. Es gibt zwar eine Justiz, doch die ist parteiisch. Wenn jemand hängt in den hier gesammelten Geschichten, so höchstens ein Pechvogel, dessen Wort vor Gericht nichts gilt. Ein angesehener Adliger kann der übelste Unhold sein, doch seine Privilegien sichern ihm beinahe unbeschränkte Immunität. Ein Meineid ist da noch das geringste Vergehen.

Wenn es die Schurken schließlich doch erwischt, wirkt dies nicht selten wie eine Pflichtübung. In “Der schwarze Vorhang” ist es der gute, alte Wahnsinn, der dem Schuldigen ein bitteres Ende beschert. (Freilich nimmt er seine Geheimnisse mit ins Grab; Le Fanu verweigert seinen Lesern eine Aufklärung der rätselhaften Ereignisse, die sie sich selbst zusammenreimen müssen.) In “Aus den geheimen Aufzeichnungen …” munkelt die Erzählerin von einem grausigen Tod, den der mörderische Vater und sein Sohn auf der Flucht erlitten, ohne Details zu nennen; das Schicksal hat sie gerichtet. Und in “Abenteuer eines Totengräbers” ist es das Opfer persönlich, das demjenigen, der sein Ende verschuldete, hinterherjagt: Irgendwann, so Le Fanu, erwischt es den Bösewicht, und wo irdische Gerichte versagen, nehmen sich höhere Mächte letztlich der Sache an. Dass es so kommen wird, deuten oft dunkle und zunächst unerklärliche Vorzeichen an.

Ein Geschenk an die (deutschen) Leser

J. S. Le Fanu gehört zu den Autoren, dessen Werke zumindest hierzulande nur einem recht kleinen Leserkreis bekannt sind. Selten erschienen seine Romane und Erzählungen, wobei letztere meist über unzählige Sammlungen verstreut wurden. Die kleine Achilla Presse bringt mit “Der schwarze Vorhang” nunmehr den zweiten Le-Fanu-Band heraus. Der monumentalen Ausgabe des Romans “Checkmate” (1871, dt. “Schachmatt”) folgt dieses Bändchen mit drei zuvor unveröffentlichten Geschichten.

Als willkommene Zugabe folgt ihnen ein Nachwort des Übersetzers und Herausgebers Alexander Pechmann, der über Le Fanus Leben und Werk informiert und die drei Erzählungen dort verortet. Da der Verfasser als Schriftsteller ein ökonomisch denkender Profi war, griff er eigene Ideen immer wieder neu auf, arbeitete sie um oder in spätere Werke ein.

Als Buch ist “Der schwarze Vorhang” ein kleines aber feines Schmuckstück. Nicht nur fest, sondern auch sauber gebunden, in einem schmucken Schriftfont gedruckt und mit einem Lesebändchen versehen, wird es zweifellos ganze Lesergenerationen überdauern – und das hat es auch verdient!

Autor

Joseph Thomas Sheridan Le Fanu wurde am 18. August 1814 in der irischen Stadt Dublin geboren. Von 1833 bis 1837 studierte er Jura am Trinity College zu Dublin. 1838 erschien im “Dublin University Magazin” Le Fanus erste Kurzgeschichte. 1845 veröffentlichte der Autor mit “The Cock and Anchor” einen ersten (Historien-) Roman, der deutlich den Einfluss des Schriftstellers Walter Scott (1771-1832) verrät, den Le Fanu sehr verehrte.

Als Jurist war Le Fanu nie tätig. Stattdessen wurde er Journalist. Ab 1837 war er Eigentümer oder Miteigentümer mehrerer Zeitschriften. Die damit verbundenen Pflichten schränkten seine schriftstellerische Tätigkeit stark ein. Erst nachdem er 1861 Besitzer und Eigentümer des “Dublin University Magazine” geworden war, schrieb Le Fanu wieder selbst.

1844 heiratete Le Fanu Susanna Bennett. Als sie 1858 starb, fiel Witwer Joseph in eine tiefe Depression, die er nie überwand. Er zog sich völlig aus der Öffentlichkeit zurück und vergrub sich in seinem Haus am Merrion Square. In Dublin nannte man ihn den “unsichtbaren Prinzen”. Seine Produktivität wurde von diesem Lebensstil nicht beeinflusst. In den Jahren nach 1858 veröffentlichte Le Fanu ein bis zwei Romane pro Jahr sowie diverse Kurzgeschichten und Novellen. Er schrieb Historienromane, Krimis und immer wieder Geistergeschichten. 1872 schuf Le Fanu mit “Carmilla” nicht nur eine frühe Vampir-Figur. Carmilla alias Mircalla Karnstein war zudem lesbisch, was Le Fanu zwar zeitgenössisch zurückhaltend aber doch eindeutig thematisierte. Knapp ein Vierteljahrhundert später veröffentlichte Bram Stoker (1847-1912), der Le Fanu sehr schätzte, “Dracula”. Der Vampir wechselte das Geschlecht, doch das Element der ‘verbotenen’ erotischen Ausstrahlung übernahm und steigerte Stoker.

Der “unsichtbare Prinz” starb am 7. Februar 1873 in seiner Heimatstadt Dublin. Er wurde auf dem Friedhof von Mount Jerome bestattet. Sein Werk fiel zunächst der Vergessenheit anheim, doch seine schriftstellerischen Qualitäten blieben auch den Nachgeborenen nicht verborgen. 1923 ließ Montague Rhodes James, seines Zeichens Historiker, Literaturwissenschaftler und selbst einer der größten Verfasser von Geistergeschichten, Le Fanus verstörende Spukgeschöpfe in der Sammlung “Madame Crowl’s Ghost and Other Tales of Mystery” wieder aufleben. Heute genießt Le Fanu den literarischen Ruhm, der ihm zusteht.

[md]

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Der schwarze Vorhang

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Ritualmord

Erstellt von Michael Drewniok am 18. Juli 2009

Mo Hayder
Ritualmord

Originaltitel: Ritual (London : Bantam Books 2008)
Übersetzung: Rainer Schmidt
Deutsche Erstausgabe (geb.): September 2008 (Wilhelm Goldmann Verlag)
411 S.
ISBN-13: 978-3-442-31129-3
www.goldmann-verlag.de

Als Hörbuch:
September 2008 (Random House Audio)
6 CDs, gelesen von Dietmar Bär
ca. 420 min. (bearbeitete Fassung)
ISBN 978-3-86604-913-0
www.randomhouse.de/randomhouseaudio

Das geschieht:

Vor zwei Monaten hat sich Detective Inspector Jack Caffery aus London zur Major Crime Investigation Unit der südwestenglischen Stadt Bristol versetzen lassen, wo er es sowohl beruflich als auch privat ruhiger angehen lassen möchte. Aktuell bearbeitet er einen mysteriösen Fall: Im Hafenbecken schwamm eine Männerhand; die intensive Nachsuche fördert ihr Gegenstück unter der Türschwelle eines afrikanischen Restaurants zutage. Die Untersuchung nimmt Fahrt auf, als der Gerichtsmediziner feststellt, dass beide Hände ihrem Besitzer lebendigen Leibes abgesägt wurden.

Die Polizeitaucherin Phoebe “Flea” Marley beschäftigt der Fund sehr. Sie kann sich einen Strafmord im Drogenmilieu nicht vorstellen. Unter den Büchern ihres verstorbenen Vaters, eines bekannten Anthropologen, findet sie ein Werk, das über Magie in Afrika Auskunft gibt. Marley liest, dass dort noch immer menschlichen Körperteilen große Zauberkraft zugesprochen wird. Caffery, der darüber von Marley informiert wird, erfährt über eine ehemalige Kollegin, dass sogar ein schwunghafter Schwarzhandel mit Knochen, Häuten oder eben Händen existiert.

Schrecklicherweise gilt vor allem dasjenige Körperteil als besonders mächtiger Fetisch, das vom noch lebenden Opfer stammt. In den letzten Jahren stieg die Zahl entsprechender Taten. Das Wissen darum wird als politisch brisant unterdrückt: Kein Politiker mag in den Ruch rassistischer Vorurteile kommen. Caffery und Marley müssen unauffällig ermitteln. Eile ist geboten, denn mindestens ein weiterer Pechvogel wurde gekidnappt und soll bald ausgeschlachtet werden …

Rückkehr in einen sicheren Hafen

Lange mussten Krimifreunde auf einen neuen Fall des ebenso charismatischen wie seelisch angeknacksten Ermittlers Jack Caffery warten. Mit einem doppelten Donnerschlag hatte er die Szene betreten. “Birdman” (1999, dt. “Der Vogelmann”) und “The Treatment” (2001, dt. “Die Behandlung”) fesselten und verstörten durch ihre perfekte Mischung aus Spannung und explizit geschilderter Grausamkeit. Mo Hayder wurde zum neuen Star am Krimi-Himmel – und geriet unter Erfolgsdruck: Wie stark konnte sie noch an der Schock-Schraube drehen?

Caffery ließ sie erst einmal ruhen und lotete mit “Tokyo” (dt. “Tokio”) und “Pig Island” (dt. “Die Sekte”) neue Untiefen der menschlichen Seele aus. Doch der Erfolg der Caffery-Romane blieb aus, denn die raffinierte Verknüpfung von Faszination und Grauen gelang Hayder nicht mehr. Der Schauder wurde allzu plakativ, und damit verlor er seinen eigentlichen Schrecken.

Ihre Erfolgsfigur blieb Hayder als Reserve. Bis sie mit diesem Pfund wucherte, Caffery zurückbrachte und dabei das Risiko einging, die hoch gelegte Latte erst recht zu verfehlen, vergingen sieben Jahre. Um den Relaunch möglichst ballastfrei zu gestalten, setzte Hayder einen glatten Schnitt. Caffery verlässt nicht nur London, sondern auch die Menschen, mit denen er dort im Guten wie im Bösen umging. Wieso Hayder ihn nach Bristol schickte, ist freilich nicht wirklich verständlich, denn auch dort gerät Caffery umgehend in dasselbe Horror-Milieu, dem er eigentlich entfliehen wollte.

Von Magie und faulem Zauber

Womöglich ist dies das grundsätzliche Problem: Einerseits versucht Hayder neue Wege, andererseits biegt sie zaghaft zurück auf die Schiene des Spektakulären. Die Rechnung geht nicht auf, denn es fehlt jene Intensität, die das Verbrechen in den beiden ersten Bänden auf eine beinahe mythische Ebene hob.

Dabei bemüht Hayder sich in “Ritualmord” redlich um eine ähnlich makabre Atmosphäre. Die Welt der archaischen und modernen Magie liefert dafür allerdings nicht die nötige Substanz, obwohl die Autorin mit einschlägigen Gruseleffekten nie geizt. Also konstruiert sie zwei Subplots: Phoebe Marleys Eltern versanken beim Extremtauchen in einem bodenlosen südafrikanischen Tümpel – Hayder arbeitet den realen Unterwassertod einer Freundin auf – und spuken seitdem als Geister durch das Hirn ihrer Tochter, die dem durch die Einnahme obskurer Drogen Vorschub leistet. Jack Caffery befindet sich auf einem Todes-Trip und sucht psychologische Hilfe ausgerechnet bei einem begnadigten Foltermörder, der als “Wandering Man” – auch er entsprang einem realen Vorbild – pausenlos durch die Weiten der Grafschaften Gloucestershire und Somerset tippelt.

Vor allem zwischen dem Marley-Strang und dem eigentlichen Geschehen existieren kaum Verbindungen. Hayder drischt Grusel-Stroh, um das erwartete Quantum Reality Horror in ihre Geschichte zu p(f)us(c)hen. Notdürftig bastelt sie eine Brücke in Gestalt des undurchsichtigen Kaiser Nduka, der ebenfalls in dieser Handlung nicht wirklich etwas zu suchen hat.

Quo vadis, Jack Caffery?

Wie der alte ist auch der neue Caffery ein gehetzter Mann. Der erwähnte Schnitt trennt ihn nicht von dem alten Trauma, seinen Bruder Ewan einst im Stich gelassen zu haben. Das sah am Ende von “Die Behandlung” anders aus; dort hatte Hayder den Ewan-Plot zu einem logischen Ende und auch Caffery an einen Punkt geführt, der ihn als Figur zur Ruhe kommen ließ. (Sie thematisiert dies selbst in einem Nachwort zur englischsprachigen Ausgabe von “Ritualmord”, das unter dem Titel “The Problem mit Caffery” im Internet nachlesbar ist: www.mohayder.net/downloads/problem-with-caffery.pdf) Nun öffnet sie die Mottenkiste und verpasst Caffery eine Schub quasi nachträglicher Komplexe (Schuldgefühle, Todestrieb, Gewaltausbrüche, und regelmäßig geht es auf den Straßenstrich von Bristol), die allesamt ziemlich aufgesetzt wirken.

Fatal ist Hayders Entscheidung, ihren männlichen Helden an der Seite eines ähnlich verwirrten weiblichen Gegenstück ermitteln zu lassen. Traumatische Seelenpein zum Quadrat hat eine konterkarierende Wirkung. Was beeindrucken und erschrecken soll, ermüdet stattdessen, zumal Flea Marley zur eigentlichen Fahndung kaum beiträgt. Sie taucht ein wenig zu zufällig stets dort auf, wohin sich Cafferys Nachforschungen gerade bewegen. Ihre verkorksten Familienverhältnisse interessieren wenig. Stirnrunzeln erzeugen Fleas körperliche Veränderungen: Sie entwickelt also Schwimmflossen zwischen ihren Zehen. Was ist die Ursache? Hayder schweigt sich aus. An anderer Stelle müht sie sich, (vergleichsweise lächerlich) das spukhafte Erscheinen eines afrikanischen Wasser- und Rachegeistes rational aufzuklären.

Müssen wir die Wiederkehr von Flea Flossenfuß fürchten? Oh ja: In “Skin”, dem bereits erschienenen vierten Caffery-Band, ist sie wieder an seiner Seite. Die Vorfreude hält sich in Grenzen. Vielleicht ist das ohnehin die richtige Einstellung: Der Erwartungsdruck ist verflogen, jetzt geht Mo Hayder mit Caffery ernsthaft in Serie. Ein Ausnahme-Ermittler verwandelt sich in eine fortsetzungstaugliche Figur. Wir sollten sie vom Caffery der ersten beiden Bände trennen und abwarten, wie sie sich entwickelt – und mit Flea Marley finden wir uns erst einmal ab …

Autorin

Mo Hayder (geb. 1962) hat als Schriftstellerin den besten Leumund zu bieten: einen kunterbunten Lebenslauf. Demnach hat sie die Schule mit 15 Jahren verlassen und sich u. a. als Barmädchen, Wachschutzfrau, Filmemacherin, Hostess und Englischlehrerin durchgeschlagen, wobei sie einige Jahre im asiatischen Ausland verbrachte. Zwischendurch hat sie an der American University in Washington DC Film und Kreatives Schreiben an der englischen Bath Spa University studiert.

Sie hat offensichtlich gut aufgepasst, denn schon mit ihrem Romandebüt (“Birdman”, dt. “Der Vogelmann”) schaffte sie den Durchbruch. Diverse Buchpreise folgten, der Ekelfaktor stieg und erreichte 2004 in “Tokio” seinen Höhepunkt. 2006 folgte mit “Pig Island” (dt. “Die Sekte”) ein von der Kritik und den Lesern nicht mehr so enthusiastisch begrüßtes aber ungeachtet seiner Qualitäten von der Werbung gepushtes Werk.

Privat lebt Mo Hayder mit ihrem Lebensgefährten und einer gemeinsamen Tochter im englischen Bath. Über ihr Werk informiert die Website www.mohayder.net

[md]

Titel bei Amazon.de:
Ritualmord: Thriller
Ritualmord
(Hörbuch)

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Hinreißend untot

Erstellt von Detlef Hedderich am 17. Juli 2009

Karen Chance
Hinreißend untot

Cassie Palmer 2
Claimed by Dark, USA, 2007
Piper Verlag, München, dt. Erstausgabe: 5/2009
TB, Paranormal Romance, Urban Fantasy, Horror, 978-3-492-29185-9, 432/895
Aus dem Amerikanischen von Andreas Brandhorst
Titelgestaltung HildenDesign, München unter Verwendung eines Motivs von Larry Rostant

www.piper.de
www.karenchance.com
www.hildendesign.de
www.rostant.com

Seit die Macht der Pythia auf Cassie Palmer überging, jagt man sie mehr denn je: Der schwarze und der weiße magische Zirkel wollen diese Kraft ebenso für ihre Zwecke nutzen wie der Vampir-Senat. Fügt sie sich nicht, soll sie sterben. Den Tod wünscht ihr auch Myra, die ursprünglich als Erbin der Pythia vorgesehen war und sich noch immer von den Verletzungen erholt, die sie im letzten Kampf davongetragen hat.

Cassie nutzt die kurze Verschnaufpause, um nach dem Versteck des Vampirs Tony zu forschen. Er tötete ihre Eltern und hält die Seele ihres Vaters gefangen, der Cassie die Freiheit geben möchte. Sie erfährt, dass Tony ins Feenland geflohen ist – wo Magie nicht funktioniert. Schon das ist ein Grund, der Cassie zwingt, sich ausgerechnet mit dem Kriegsmagier John Pritkin zu verbünden, der stets zu ihren erbitterten Häschern zählte.

Es geht jedoch um sehr viel mehr als um Cassies Rache. Myra könnte die Vergangenheit manipulieren, um zu verhindern, dass Cassie die neue Pythia wird. Es sieht ganz danach aus, als wäre der Vampir Mircea in Gefahr, denn über Jahre hinweg wachte er über Cassie, wenn auch nicht aus rein altruistischen Gründen. Allerdings mischt noch jemand mit, mit der niemand gerechnet hat, da sie eigentlich tot sein sollte…

„Hinreißend untot“ beginnt etwas schleppend, steigert sich jedoch nach den ersten Seiten zu einem witzigen Lesespaß. Es empfiehlt sich, „Untot mit Biss“ gelesen zu haben, denn der zweite Band der bislang vierteiligen „Cassie Palmer“-Serie baut auf den vorherigen Geschehnissen auf, nimmt immer wieder Bezug auf zurückliegende Ereignisse und setzt die Figuren als bekannt voraus. Zwar erklärt sich alles aus der laufenden Handlung, doch macht die Lektüre einfach mehr Vergnügen, wenn man weiß, wovon die Rede ist bzw. wie es zu dieser Situation hatte kommen können. Einen leichteren Einstieg in die Story hat man dann außerdem, denn der Plot ist sehr komplex.

Aus diesem Grund wird auch immer wieder ausführlich erklärt, wie die Magie funktioniert, welche Eigenarten die Wesen haben, mit denen es Cassie zu tun bekommt, und auch ihre Beziehung zu anderen Personen wird mit einigen Worten erläutert. Das ist manchmal schon recht langatmig und lässt die Handlung nur zögerlich voranschreiten. Hinzu kommt, dass sich Cassie nicht mit drei, vier Problemen herumschlagen muss, während sie ihr Ziel verfolgt, sondern das praktisch für jedes Hindernis, das sie beseitigt, zwei neue entstehen und andere Dinge ihre Aufmerksamkeit auf sich ziehen, so dass sie ihr eigentliches Vorhaben aus den Augen verliert:

Beispielsweise wird entdeckt, dass ein ‚Geis’ auf ihr liegt, der nur ausgesuchten Männern erlaubt, sich ihr zu nähern, doch um auf die ganze Macht der Pythia Zugriff zu haben, muss Cassie das Ritual vollenden und ihre Jungfräulichkeit verlieren. Der Vampir Tomas, ein Freund und Beschützer, der sie verriet, um sich von seinem Herrn zu lösen, befindet sich in Gefangenschaft und soll hingerichtet werden. Obwohl er sie getäuscht hat, gab es auch gute Zeiten, und Cassie möchte ihn retten. Und natürlich will sie Mircea vor Myras Attacken bewahren und die Gegenspielerin unschädlich machen.

Nicht einfach zu unterscheiden sind Freund und Feind, denn jeder wechselt nach Belieben die Seiten, um des eigenen Vorteils – oder des nackten Lebens – willen. Selbst jenen, die Cassie helfen, darf nicht absolut vertraut werden, da sie anderen ebenfalls verpflichtet sind oder aufgrund der Umstände die Lage neu beurteilen. Infolge weiß vor allem Pritkin Cassie zu überraschen.

Für amouröse Abenteuer bleibt allerdings nur wenig Zeit. Mircea, in den Cassie schon als kleines Mädchen verknallt war, hat nur wenige Auftritte und zieht sie immer noch in den Bann. An seine Stelle als Beschützer und potentiellen Love-Interest tritt – Überraschung! – Pritkin, der in diesem Band zeigt, dass er mehr ist als nur ein blutrünstiger, sturer und nahezu unverwüstlicher Kriegsmagier. Allerdings sind da immer noch der ‚Geis’, die Frage welcher Magier wann Cassie damit belegte und wie der Zauber, der sie an Mircea bindet, zu entfernen ist. Denjenigen, mit dem Cassie das Ritual letztlich vollzieht, hätte man gewiss am wenigsten erwartet.

Leider bleibt das sagenumwobene Feenland eine sehr blasse Kulisse. Man hätte gern ein wenig mehr von ihm und seinen Bewohnern erfahren. So jedoch werden hier in erster Linie die Weichen für den nächsten Roman gestellt.

„Hinreißend untot“ ist amüsant zu lesen, aber man muss sich auf einiges Geschwafel einstellen: ohne hätte sich die Geschichte sehr viel flüssiger abgespult. Stellenweise hat man das Gefühl, die Autorin habe den roten Faden verloren, da sie sich zu sehr in Nebenhandlungen ergeht, doch mit einem kurzen Satz ruft sie das eigentliche Anliegen immer wieder ins Gedächtnis zurück. Viele Personen, die stets für Überraschungen gut sind, tragen dazu bei, dass nichts so abläuft, wie man es erwartet hätte.

Die Story wird aus der Sicht der Hauptfigur in einem sehr legeren Ton erzählt, doch gleitet die Wortwahl nie in den Fäkalienbereich ab, und auch die würzenden erotischen Szenen kommen ohne deftige Schilderungen aus. Trotz ihrer Macken und Unwissenheit ist Cassie Palmer eine selbstbewusste Frau, die ihren Weg geht und vor allem Leserinnen ab 15 Jahren zur Identifikation einlädt.

Doch auch das aufgeschlossene männliche Publikum dürfte Spaß an den Romanen haben, da der Romance-Anteil nicht so viel Raum einnimmt wie in vielen anderen Büchern des Genres (von Lara Adrian, Katie McAlister, Kresley Cole u. a.) und wirklich eine Menge passiert. Daher wendet sich der Titel mehr an die Fans von Reihen wie „Vampire Academy“, „Dhampir“ und „Dante Valentine“, in denen ein nachvollziehbarer Plot an erster Stelle steht, es Action und Phantastik gibt und die Erotik als schmückendes Beiwerk (und nicht als wichtigstes Element) einfließt. (IS)

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Hinreißend untot

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Das Albtraumreich des Edward Moon

Erstellt von Detlef Hedderich am 17. Juli 2009

Jonathan Barnes
Das Albtraumreich des Edward Moon

The Somnambulist, GB, 2007
Piper Verlag, München, dt. Erstausgabe: 8/2008
HC, Steampunk, Mystery-Thriller, 978-3-492-70157-0, 400/1990
Aus dem Englischen von Biggy Winter
Titelillustration von Christophe Madura

www.piper.de

„Das Alptraumreich des Edward Moon“ ist das Debüt des englischen Autors Jonathan Barnes. Der Roman spielt in London kurz nach dem Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts. Edward Moon ist ein an Popularität verlierender Zauberkünstler und ein erfahrener Hobbydetektiv. Er wird von Scotland Yard zur Hilfe bei der Aufklärung von einem Mord an einem drittklassigen Schauspieler hinzugezogen, dem bald ein zweiter folgt.

Moon gelingt es, den Täter aufzuspüren, der sich vor seiner Festnahme tötet. Es wird Moon klar, dass sich hinter den Morden ein größerer Plan verbergen muss.

Was zunächst wie ein Krimi im (Nach-) Viktorianischen Zeitalter Englands anmutet, weist schnell phantastische und auch morbide Handlungselemente auf. Da ist zunächst der Partner Moons, der Schlafwandler (der wohl der Originalausgabe des Romans den Titel gab), ein hoch gewachsener, stummer und unverwundbarer Mann. Oder der Mörder, den Moon auf einem Jahrmarkt stellt, einen Fliegenmenschen. Im Laufe der Handlung wird Barnes auch noch das „Frankenstein“-Motiv verwenden.

Thomas Cribb gar könnte einem Roman von Philip K. Dick entlehnt sein, da er sich in der Zeit rückwärts bewegt. Dagegen erscheint es geradezu harmlos, dass Moon die Dienste von bärtigen Prostituierten in Anspruch nimmt und als Mitglied des (geheimen) Direktoriums einem Versehrtenclub angehört.

Es überrascht nicht, dass London von einer Verschwörung bedroht wird. Wohl aber, dass sie auf einer Utopie des englischen Dichters Coleridge, eines Vertreters der Romantik, beruht – einer missbrauchten natürlich. „Das Alptraumreich des Edward Moon“ bleibt düster: Gingen die Protagonisten bereits vor dem Endkampf nicht besonders freundlich miteinander um, so fordert letzterer mehrere hundert Tote.

Dabei strapaziert der Autor mehr als bei den übrigen phantastischen Elementen die ‚willentliche Aussetzung der Ungläubigkeit des Lesers’. Dies ist eine Theorie Coleridges, die heute mehr Bedeutung als zu seinen Lebzeiten hat, da sie die Bereitschaft des Lesers bezeichnet, u. a. phantastische Sujets zu akzeptieren. In diesem Fall sind es zwei gedrungene Mörder, die nach der Ausführung ihres ursprünglichen Auftrags die Kontrahenten niedermetzeln. Das passt zwar noch in den Handlungsrahmen hinein, aber es wäre nicht nötig gewesen, ihnen die Fähigkeit zu geben, sich nach Belieben durch Zeit und Raum zu bewegen.

„Das Alptraumreich des Edward Moon“ ist eine gelungene Hommage. Zunächst natürlich an das Viktorianische Zeitalter, vor allem aber an die Romantik, die sich der Realität nicht verpflichtet sah. Damit löst „Das Alptraumreich des Edward Moon“ die vermeintlichen Widersprüche zwischen Realität und Phantastik auf und wird zu mehr als zu einem bloßen Kriminalroman. Wer sich auf das Konzept des Romans einzulassen vermag, wird mit einer reizvollen Lektüre belohnt werden.

Die deutsche Titelgebung verwirrt natürlich. Denn es ist natürlich nicht „Das Alptraumreich des Edward Moon“, das über London kommen soll, sondern das seines Widersachers. Der Originaltitel gibt aber auch Rätsel auf: Ist der Begleiter Moons gemeint, dessen Wesen nicht enthüllt wird?! Dagegen spricht, dass der Schlafwandler nicht die Hauptfigur des Romans ist. Oder der (in dem Roman) schlafende Coleridge selbst?! Oder ist „The Somnambulist“ ein Hinweis auf ein Motiv der Romantik…?!

„Das Alptraumreich des Edward Moon“ wird im Sommer 2009 als preisgünstigere Taschenbuch-Ausgabe erscheinen (Piper TB 6693). (armö)

Titel bei Amazon.de
Das Albtraumreich des Edward Moon

BEENDETES BÜCHERPREISRÄTSEL:
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www.buchrezicenter.de veranstaltete in Zusammenarbeit mit dem obengenannten Verlag dieses Preisrätsel, bei dem wir drei Fragen zum Umfeld des Preistitels am Telefon* gestellt haben, die richtig beantwortet werden mussten.
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Die jeweiligen Gewinne wurden anschliessend direkt an die angegebenen Adressen der Gewinner verschickt!
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Wir danken dem obengenannten Verlag als Sponsor herzlich für die zur Verfügung gestellten Preisrätseltitel! Und bedanken uns auch bei unseren Mitspielern für Ihr reges Interesse!
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Die Gewinner der Preisrätseltitel:
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1. Armen Laube
2. Werner Mowsisjan
3. Katharina Götze
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Der Rechtsweg war wie immer ausgeschlossen!
* Telefongebühren des Anrufers gehen immer zu Lasten des Anrufers. Bitte informieren Sie sich über die ortsüblichen aktuellen Kosten bei Ihrem Telekommunikationsanbieter!

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Die Schatzjägerin 06 – Der Schatz des Königs

Erstellt von Detlef Hedderich am 17. Juli 2009

Gunter Arentzen
Die Schatzjägerin 06 – Der Schatz des Königs

Romantruhe, Kerpen, 6/2007
TB, Mystery, Fantasy, Action, Adventure, 978-3-937435-30-6, 166/995
Titelillustration von Ugurcan Yüce

www.romantruhe.de
www.geister-schocker.de
www.g-arentzen.de/
www.ugurcanyuce.net/

Gunter Arentzens „Schatzjägerin” Jaqueline Berger wirkt wie eine Mischung aus „Indiana Jones“ und „Lara Croft“, geht aber durchaus ihre eigenen Wege, da sich der Autor einiges einfallen lässt, um ihre Erlebnisse sowohl realistisch wie dramatisch zu schildern.

Noch immer ist sie auf der Suche nach einem ganz besonderen Schatz, der sie und ihre Freunde schon viel gekostet hat, da auch noch andere hinter ihm her sind. Zuletzt war sie durch einen Flugzeugabsturz auf eine einsame Insel verschlagen worden. Doch auch nachdem sie von dieser gerettet wurde, ruht sie sich nicht lange aus.

Einen Hinweis folgend reist sie zusammen mit ihrer Kollegin und Freundin Patricia Cameron in die Karibik.

Dort könnte im Meer ein weiterer Fingerzeig auf den Aufenthaltsort des Schatzes ruhen, und so unternimmt sie mehrere Tauchgänge. Diese bleiben allerdings nicht ganz unbeobachtet, denn die Söldner, die ihr schon einmal das Leben schwer gemacht haben, sind auch schon wieder zur Stelle. Schließlich erkennt sie noch rechtzeitig, dass sie an der falschen Stelle sucht. Eine alte Legende führt sie nach Haiti und damit direkt in die dunklen Abgründe des Voodoo.

Wieder bedient sich „Die Schatzjägerin” einer ganzen Menge von Abenteuerklischees, die man bereits aus Pulp-Romanen kennt, und stellt auch den Voodoo eher plakativ als realistisch dar, dennoch merkt man auch hier, dass der Autor recherchiert hat und sich ein wenig von all zu billigen Erzählungen abheben will. Im Gegensatz dazu ist die Heldin diesmal nicht ganz so verletzlich wie in den anderen Bänden, sondern entspricht eher den Archetypen, an die sie angelehnt ist. Zwar sollte man die vorangegangenen Bände kennen, um überhaupt zu wissen, was sie sucht, aber auch wenn das nicht gegeben ist, kommt man problemlos in die Handlung hinein, da sie noch genügend unabhängiges Abenteuer bietet.

So ist „Der Schatz des Königs“ letztendlich spannende und unterhaltsame Lektüre für alle Abenteuer-Fans, die handfeste Action und gut recherchierte Mystery mögen. (CS)

Titel bei Amazon.de
Der Schatz des Königs

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Testakte Kolibri

Erstellt von Detlef Hedderich am 17. Juli 2009

Nikolai von Michalewsky
Testakte Kolibri

Mark Brandis-Weltraumpartisanen 7
Wurdack-Verlag, 11/2008
Broschiert, SF, 978-3-938065-40-2,160/1200
Titelbild von Ernst Wurdack

www.wurdackverlag.de
www.markbrandis.de
http://forum.markbrandis.de
http://markbrandis.blogspot.com

Nikolai von Michaelwski begann um 1970 die Abenteuer von „Mark Brandis“ zu erzählen, die am Ende 31 Bände umfassen sollten. In den Romanen, die meistens nicht mehr als 200 Seiten hatten, beschäftigte er sich genauso mit politischen wie mit wissenschaftlichen Themen, vergaß aber darüber auch nicht, spannende Abenteuergeschichten zu konzipieren.

Zwar mag das Setting teilweise etwas altmodisch wirken, weil die Forschung die Fantasie längst überholt hat; die Reihe hat allerdings kaum etwas von ihrer Aktualität und Brisanz verloren, weil sie sich hauptsächlich mit den Menschen beschäftigt.

Nachdem das Schreckensregime des Generals Smith Geschichte ist, hat Mark Brandis seine Freundin Ruth O’Hara geheiratet und ist in die private Forschung zurückgekehrt. Er beschäftigt sich zusammen mit anderen mit der Entwicklung eines Fahrzeugs, das sich sowohl im Wasser als auch in der Luft und im Weltraum fortbewegen kann. Die Fabrikationsreihe mit dem Namen ‚Kolibri’ soll die Raumfahrt revolutionieren.

Doch noch ist die Technik voller Schwierigkeiten und Tücken: Immer wieder passieren Unfälle und lichten die Reihen der Testpiloten, zu denen ständig neue Männer stoßen. Besonders angetan ist Mark Brandis von Grischa Romen, der ganz offensichtlich Zigeuner-Vorfahren hat.

Dessen Freundlichkeit und Herzlichkeit muntern ihn bei all seinen Sorgen immer noch auf.

Doch schließlich ist nicht mehr zu leugnen, dass die Kolibri-Testreihe zum Scheitern verurteilt ist. Wie Mark schon bald schmerzlich herausfindet, ist Einiges mehr dafür verantwortlich, als er vermutet hat…

Auch heute wagen Menschen immer noch eine Menge, wenn sie neue Fahrzeuge und Maschinen ausprobieren. Von ihren Ängsten und Sorgen erzählt Nikolai von Michalewsky durch seinen Helden, der zwar schon so einige Erfahrungen und entsprechende Erlebnisse gemacht hat, der aber bei all dem Mensch geblieben ist.

Man merkt Mark Brandis niemals Gleichgültigkeit gegenüber dem Tod von Kameraden an, und er versucht, aktiv Schlimmeres zu verhindern. Das sind Dinge, die immer aktuell bleiben werden, egal wie sehr sich die Technik weiterentwickelt und verändert. Und sie erweitern den Charakter von der Hauptfigur um neue Aspekte, die man früher noch nicht an ihm entdeckt hatte. Zudem lernt man neue Figuren kennen, die einem auch gleich ans Herz wachsen, so wie Grischa Romen.

Der Autor beweist mit diesem Band, dass er sich damit auch auf dem Parkett der Forschung sicher bewegt und mehr als nur politische Abenteuer schreiben kann. Gerade die Vielzahl an Themen macht die Serie so lebendig und abwechslungsreich, denn sie zeigt immer wieder aufs Neue, wie unterschiedlich Science Fiction sein kann.

Deshalb zählt die Reihe „Mark Brandis“ nicht grundlos zu den zeitlosen Klassikern. Umso mehr sollte man sich daher über die ansprechend gestaltete Neuauflage freuen. (CS)

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Weltraumpartisanen 07. Testakte Kolibri

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