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Archiv für Oktober, 2009

Hexenvolk

Erstellt von Michael Drewniok am 31. Oktober 2009

Fritz Leiber
Hexenvolk


leiber-hexenvolk-coverOriginaltitel: Conjure Wife (1943 zuerst erschienen als Fortsetzungsroman im Magazin “Unknown Worlds”; als Buch New York : Lion Books 1953)
Dt. Erstausgabe (gekürzt u. unter dem Titel „Spielball der Hexen“): 1976 (Erich Pabel Verlag/Vampir TB 41)
Übersetzung: Christiane Nogly
145 S.
[keine ISBN]
Diese (ungekürzte) Neuausgabe: November 2008 (Edition Phantasia/Phantasia Paperback Horror 3009)
Übersetzung: Joachim Körber
251 S.
ISBN-13: 978-3-937897-31-8

Das geschieht:

Norman Saylor, Professor für Soziologie am Hampnell College, ist mit seinem Leben zufrieden. Verheiratet ist er mit der schönen Tansy, und in dem Piranha-Becken aus Missgunst und Eifersucht, der das alltägliche Universitätsdasein darstellt, weiß er sich gut zu behaupten; aktuell sieht es sogar so aus, als werde Norman zum Dekan seines Fachbereichs ernannt.

Deshalb fällt der ehrbare Wissenschaftler aus allen Wolken, als er eines Tages unter den Habseligkeiten seiner Frau auf eine imposante Sammlung eindeutiger Glücks- und Schutzzauber-Utensilien stößt. Auch im Haus findet Norman überall Talismane. Empört stellt er Tansy zur Rede, die zugeben muss, sich schon seit längerer Zeit als Amateur-Hexe zu betätigen, um ihren Norman gegen die Attacken missgünstiger Kollegen zu schützen.

Um sie aus ihrem abergläubischen Wahn zu reißen, zwingt Norman Tansy, sämtliches Zauberzeug zu verbrennen. Damit setzt eine Kette seltsamer Missgeschicke und Unfälle ein. Norman wird des wissenschaftlichen Plagiats verdächtigt. Eine Studentin will von ihm belästigt worden sein. Ein durchgefallener Examenskandidat will ihn erschießen. Der Betondrache vor dem Bürofenster wird lebendig verfolgt ihn. In seinem Kopf ertönt eine Stimme, die einen grausamen Tod ankündigt.

Lange kämpft Norman um eine rationale Erklärung, bis er sich der Erkenntnis stellen muss, dass Tansys Magie nicht nur funktioniert hat, sondern er und sie sich nunmehr schutzlos den Tücken der Welt stellen müssen. Schlimmer ist jedoch die Gewissheit, mit einem tödlichen Fluch belegt zu sein. Eine unsichtbare Macht belauert das Paar, denn auch Tansy weiß längst, was vorgeht. Als sie Norman überlistet und den Fluch heimlich auf sich nimmt, ist der Zeitpunkt gekommen, sich dem hinterlistigen Hexenvolk von Hampnell offen zu stellen …

Alle Frauen sind Hexen!

Bevor Hardcore-Feministinnen und Gutmenschen ob dieser Überschrift in kollektives Protestgeheul ausbrechen, sei ihnen und den anderen Lesern versichert, dass a) diese Aussage um der ihr innewohnenden Provokation vom Rezensenten dreist aus dem Zusammenhang gerissen wurde, um Aufmerksamkeit für diese Zeilen zu erregen, und b) Autor Fritz Leiber zwar tatsächlich meint, was er schreibt, ohne die Hexerei, wie er sie definiert, und jene, die sich ihrer bedienen, abzuwerten.

„Hexenvolk“ markiert, wie Christian Endres in einem informativen Nachwort ausführt, neben wenigen anderen Werken den Beginn des ‚modernen‘ Horror-Romans. Mit allem ihm zur Verfügung stehenden Talent – und das war beträchtlich – bemühte Leiber sich, das Genre von Friedhofsstaub, Spinnweben, alten Flüchen und anderen Elementen eines allzu ‚klassisch‘ gewordenen Horrors zu befreien und ins 20. Jahrhundert zu holen. Gleichzeitig verließ er die üblichen, d. h. abgelegenen Spukstätten und siedelte die Handlung inmitten der modernen Stadt an: Der „urban horror“ war geboren! (Dass er heute zur Schnittmenge zwischen Glitzer-Grusel und Liebesschmalz heruntergekommen ist, darf nicht Leiber angelastet werden, der die Meyers, Adrians oder Davidsons dieser Buchwelt nicht mehr erleben musste.)

Mit einigem Aufwand macht er sich daran, die Magie mit der Wissenschaft zu vermählen. Im Krieg mit den drei bösen Hexen aus Hampnell wird der Skeptiker Saylor zum echten Gegner, als es ihm gelingt, die Faktoren des heftig wogenden Zauberkampfes in eine mathematische Formel zu fassen, die sich berechnen lässt: Magie ist keine Wahnvorstellung, sondern eine Grauzone der Wissenschaft und – noch wichtiger – letztlich auch den Naturgesetzen untergeordnet.

Frauen haben intuitiv Zugang zu diesem Zwischenreich. Sie könnten die Welt regieren, so Leiber, wenn sie nur wollten – aber sie wollen nicht. Auf der anderen Seite können auch Männer sich durchaus magischer Praktiken bedienen, aber sie sind zu rational, was nach Leiber einen Tunnelblick beinhaltet, der nur das Offensichtliche fokussiert und den hexenden Frauen ihren Freiraum lässt.

Ein Mann muss umdenken

Wie mühsam der Umdenkprozess ist, verdeutlicht der Autor am Beispiel des Soziologen Norman Saylor. Er ist Herr Jedermann, zudem tief und selbstzufrieden in seinem Fachwissen geerdet. An die Realität von Magie mag er anfänglich nicht einmal theoretisch denken. Mit einem Faktenschwall und beruhigender Stimme ‚überzeugt‘ er Gattin Tansy, sich ihrer Amulette und anderer Hexenmittel zu entledigen. Damit raubt er nicht nur ihr den Schutz, sondern stört ahnungslos die Balance einer Welt, deren Alltag zumindest in Hampnell aktuell auf Magie basiert. Nicht einmal die daraus resultierenden Verwerfungen können Saylor anfänglich eines Besseren belehren, bis ihn die jenseitige Welt in Gestalt eines steinernen Drachen buchstäblich in den Hintern zu beißen droht. Als Saylor die Magie akzeptiert, ist dies ein widerwilliger Prozess. Immer wieder ruft er sich selbst zur Ordnung: Er ist doch ein ‚vernünftiger‘ Mensch und Wissenschaftler! Jedesmal trifft ihn in solchen Phasen des Zweifels die Wucht einer auch magischen Realität.

Magie ist nur ein Name

Den Anstoß, Horrorgeschichten über und für eine moderne Welt zu schreiben, bekam Leiber laut Endres durch die Bekanntschaft mit dem legendären Howard Phillips Lovecraft (1890-1937). Fünf kostbare Monate – Lovecrafts letzte – im Jahre 1937 korrespondierte Leiber intensiv mit dem zwar verehrten aber nie kopierten Meister. Auch Lovecraft experimentierte mit dem Genre. Sein „Cthulhu“-Zyklus ist oft eher Science Fiction als Horror, und das Grauen, das die „Großen Alten“ mit sich bringen, tragen sie in die Gegenwart.

Wie Lovecraft interpretiert auch Leiber die alten, buchstäblich genommen längst lächerlich gewordenen Mittel der Zauberei – Knoten, Metalle, exotische Präparate – als Symbole, die in der magischen Zwischenwelt eine völlig andere Bedeutung annehmen. Wie es dort ‚drüben‘ aussieht, schildert Leiber sparsam dosiert. In „Hexenvolk“ sind spektakuläre Raufereien mit Dämonen und anderen überirdischen Unholden weder vorgesehen noch notwendig. Das Grauen wird ansatzweise sichtbar und wirkt – zumal durch den Wortkünstler Leiber heraufbeschworen – umso eindringlicher.

Der Ton bestimmt die Musik

Dass „Hexenvolk“ als Buch bereits 1953 erschien, wird dem Leser höchstens nebenbei bewusst. Es gibt in der Handlung weder Fernsehen noch Computer oder Handy, und das Geld ist deutlich mehr wert als heute. Die Geschichte selbst ist dagegen taufrisch geblieben. Leiber weiß, was er erzählen will und wie er die erwünschten Effekte erzielt. Gar nicht zeittypisch stellt er Norman und Tansy Saylor als gleichberechtigte Partner dar – auch dies ein Punkt, in dem „Hexenvolk“ unerwartet modern bzw. seiner Entstehungszeit voraus war.

Wieder ist es Endres, der in seinem Nachwort darauf hinweist, dass Fritz Leiber auch deshalb so ein ausgezeichneter Schriftsteller war, weil er die Erfahrungen seines turbulenten Lebens in seine Werke einfließen ließ. Die Liste der „Leiberismen“ ist in „Hexenvolk“ lang; erwähnt sei nur die Anspielung auf die drei Hexen aus „Macbeth“: Fritz Leiber Senior (1882-1949), der Vater, war ein Theater- und Filmschauspieler, der mehr als drei Jahrzehnte in Stücken von William Shakespeare auftrat und seinem Sohn die Liebe zum englischen Dichter vererbte.

Geburt & Genese eines Klassikers

Schon auf das zeitgenössische Publikum übte „Hexenvolk“ große Anziehungskraft aus. Eine erste Version des Romans erschien 1943 in zwei Fortsetzungen im Magazin „Unknown Worlds“. Hollywood wurde aufmerksam und „Hexenvolk“ bereits 1944 als „Weird Woman“ unter der Regie von Reginald Le Borg mit Lon Chaney jr. und Anne Gwynne in den Hauptrollen verfilmt, wobei die Drehbuchautoren W. Scott Darling und Brenda Weisberg die ‚feministischen‘ Tendenzen selbstverständlich unterschlugen.

Remakes von „Hexenvolk“ kamen 1962 („Night of the Eagle“ bzw. „Burn, Witch, Burn!“, dt. „Hypno“) und 1980 (“Witches‘ Brew”) auf die Kinoleinwand; in der kurzlebigen TV-Serie „Moment of Fear“ (1960) wurde der Roman für die zweite Episode adaptiert. Für 2010 hat das Hollywood-Studio United Artists eine Neuverfilmung angekündigt.

„Conjure Wife“, der Roman, erschien in deutscher Sprache erstmals 1976 als „Spielball der Hexen“ in der Taschenbuch-Reihe „Vampir-Horror“ des Erich Pabel Verlags. Diese Ausgabe war vor allem in den ‚unwichtigen‘ Non-Grusel-Passagen stark gekürzt und ließ wenig von der eigentlichen Kraft des Originals durchscheinen. Erst 2008 erfuhr „Conjure Wife“ als „Hexenvolk“ seine erste vollständige und adäquate Übersetzung.

Autor

Fritz Reuter Leiber jr. wurde am Heiligen Abend des Jahres 1910 als Sohn eines bekannten Shakespeare-Schauspielers geboren. Nach einem Besuch der Universität von Chicago – er studierte Psychologie – trat er selbst kurze Zeit als Schauspieler auf. Seine wahre Liebe galt indes der Schriftstellerei. Bereits in den frühen 1930er Jahren verfasste Leiber einige Texte für kirchliche Zeitschriften. Doch in der zweiten Hälfte des Jahrzehnts schwenkte er auf Horror-, SF- und Fantasygeschichten um. Zu seiner ersten Veröffentlichung wurde 1938 “Two Sought Adventure”, eine Geschichte aus der Welt Nehwon, die sich Leiber mit seinem Freund Harry Fischer ausgedacht hatte. Fafhrd und der Graue Mausling, die Hauptfiguren, wurden Leibers erfolgreichste Schöpfung und begleiteten ihn während seiner gesamten Karriere.

Seinen ersten Roman veröffentlichte Leiber 1943. „Conjure Wife“ (dt. „Spielball der Hexen“), ein moderner Horror-Roman, erwies sich als erfolgreiches Werk und wurde bereits im folgenden Jahr verfilmt. Weitere Kurzgeschichten und Novellen folgten, wobei Leiber noch bis 1956 hauptberuflich für das Theater und im Verlagswesen tätig blieb. Erst dann wurde er Vollzeit-Schriftsteller. Nunmehr stellte sich auch der Erfolg bei der Literaturkritik ein. In den nächsten Jahrzehnten heimste Leiber praktisch alle bedeutenden Preise ein, die in der phantastischen Literatur vergeben werden. Für die grandiose Lovecraft-Neuinterpretation “Our Lady of Darkness” (dt. “Herrin der Dunkelheit”) wurde ihm 1978 der “World Fantasy Award” verliehen.

Leibers Privatleben wurde immer wieder von Phasen exzessiven Alkoholmissbrauchs geprägt. Auch seine erste Ehefrau Jonquil trank und war medikamentenabhängig. Als sie 1969 nach einer Überdosis starb, begab sich Leiber in eine mehrjährige Therapie, die ihm endlich half. 1992 heiratete Leiber ein zweites Mal. Er schrieb kontinuierlich weiter und begab er sich auf eine lange Reihe von Zugreisen durch die USA, denen er nicht mehr gewachsen war. Am 5. September 1992 ist Leiber nur Wochen vor seinem 82. Geburtstag gestorben. “Thrice the Brinded Cat”, eine erst kurz zuvor entstandene Kurzgeschichte, wurde sein Abschiedsgeschenk.

[md] (3xPRT)

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BEENDETES BÜCHERPREISRÄTSEL:
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www.buchrezicenter.de veranstaltete in Zusammenarbeit mit dem obengenannten Verlag dieses Preisrätsel, bei dem wir drei Fragen zum Umfeld des Preistitels am Telefon* gestellt haben, die richtig beantwortet werden mussten.
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1. Jasmin Henning
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Resistance 01 – Ein Sturm zieht auf

Erstellt von Werner Karl am 31. Oktober 2009

ein-sturm-zieht-auf2Dietz, William C.
Resistance 01 – Ein Sturm zieht auf

Panini Books (2009)
ISBN: 9783833219344
Umfang: 363 Seiten
Originaltitel: Resistance: A Gathering Storm (2009)
Übersetzer: Cora Hartwig
Genre: Military-Science-Fiction

www.paninicomics.de

Vorwort:

Ein Cross-over quer durch alle Medien gehört heutzutage schon zum guten Ton; schließlich will jede Chance auf einen wirtschaftlichen Erfolg durch Synergie-Effekt genutzt werden. Dass ein Film durch seinen Titelsong – gerne auch umgekehrt – aufgewertet und gepuscht werden kann, ist dabei schon die älteste Methode. Zuerst das Buch, dann der Film – oder auch hier eben andersherum – ist Tagesgeschäft. Durch die weltweite Verbreitung von Computern und Spielekonsolen samt entsprechenden Spielen sind auch hier lukrative Geschäfte mittlerweile völlig normal. Dass dies jedoch auch für frühere Randgenres gilt und vor allem der Weg: Zuerst PC-Spiel, dann Buch, gefolgt von Kinofilmen (kennen wir z.B. auch von Resident Evil, USA, 2002, mit Milla Jovovich in der Hauptrolle) ist aber immer noch ein wenig erstaunlich, für Fans selbstredend erfreulich. Resistance – ein knallharter Military/SF/Horror-Mix stellt da nur eines der aktuellsten Beispiele dieser Entwicklung dar.

Zur Geschichte:

Die Handlung spielt – für einen Science-Fiction(Horror)-Roman ungewöhnlich – in unserer Vergangenheit. 1949 hatte sich überraschend die Sowjetunion vom Rest der Welt abgeschottet. Niemand ahnte den wahren Grund; interne Machtkämpfe, möglicherweise eine erneute Revolution wurden vermutet. Doch tatsächlich waren es Außerirdische, welche vom Rest der Menschheit unbemerkt, auf dem riesigen Kontinent gelandet waren und dort sofort begannen, die Bevölkerung anzugreifen und das ganze Land zu überrennen. Rasch folgten darauf europäische Staaten und schließlich auch Großbritannien. Der Ort für die erste Invasion war nicht willkürlich gewählt. Die außerirdischen Chimera lieben die Kälte, Eis und Schnee. In Russland haben sie es nicht nötig, sich die Erde ihren gewohnten Umweltbedingungen anzupassen. Das haben sie sich für den Rest der Welt aufgespart. Doch von Anfang an verbreiten die Chimera auch ein hoch ansteckendes Virus, das fast alle Befallenen in Bestien verwandeln kann. Ein guter Teil der besiegten Menschen dient ihnen jedoch vorzugsweise als Nahrung, der andere Teil wird sozusagen in Verbündete verwandelt.

US-Ranger Lieutenant Nathan Hale ist ein Sentinel und immun gegen das Alien-Virus. Er und seine Elitetruppe werden zu allerlei höchst gefährlichen Einsätzen abkommandiert, für die reguläre Truppen wenig Aussicht auf Erfolg hätten. Doch die fast immer als Himmelfahrtskommando einzuordnenden Aufgaben kosten ihn reihenweise Mitglieder seines Teams und er selbst überlebt ansonsten tödliche Verletzungen häufig genug nur aufgrund seiner Sentinel-Eigenschaften.

Dass die Chimera dabei überlegene Waffensysteme einsetzen, liegt auf der Hand, schließlich befinden wir uns bei „Resistance – Ein Sturm zieht auf“ zeitlich gesehen an der Schwelle zum Atomzeitalter. Es wird kein Wort über den 2.Weltkrieg verloren, die USA und die UdSSR scheinen also in dieser Alternativwelt noch keinen Grund gehabt zu haben, Atombomben zu entwickeln. Überhaupt ist der zeitliche Rahmen geschickt gewählt, denn es gibt keine NATO, keinen Warschauer Pakt, oder die später entstandene Europäische Union. Keine Raumsonden, Spionagesatelliten, Raumstationen wie z.B. die ISS oder eine von Atomwaffen starrende Welt. Nichts von all dem ist in Resistance existent; die Aliens haben also scheinbar leichtes Spiel. Wenn, ja wenn da nicht Lieutenant Nathan Hale wäre…

Fazit:

Die Verquickung von Science-Fiction-Horror mit einem (aus realer heutiger Sicht) zurückliegendem Zeitraum hat für mich den Hauptreiz an Resistance ausgemacht. Es ist einfach amüsant, die Schwierigkeiten überholter Waffentechnologie versus Alien-High-Tech-Equipment mitzuerleben. Ständig ist man versucht, den Protagonisten zuzurufen: „Dann nimm doch endlich die Atomgranate und puste die Mistkerle weg!“ Wobei dies das ganze Amüsement ist. Der Roman ist knallhart, brutal, eklig, frustrierend in der Darstellung der Kriegsszenen gegen einen überlegenen Gegner. Gleichzeitig denkt man immer: „Gott sei Dank leben wir im Jahr 2009.“

Der Autor William C. Dietz beherrscht dieses im Grunde bekannte Landser-Milieu, leider fehlt ihm ein wenig die Fähigkeit, wirklich Spannung oder gar Überraschung zu erzeugen. Auch erinnern die Szenen noch sehr an steigende Schwierigkeitsgrade der Spiel-Levels, eine dünne Rahmenhandlung ist zwar vorhanden, aber die große Geschichte ist es nicht. Solide gemacht, handwerklich sauber, für Military-Fans ohne Zweifel unterhaltend. Die Horror-Elemente überwiegen, sicherlich beabsichtigt die spärlichen SF-Elemente. Allein das Titelbild ist genial ausgewählt, schön das man hier nicht auf die Bilder aus der Playstation zurückgegriffen hat.

Titel bei Amazon.de:
Resistance 01 – Ein Sturm zieht auf

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Die einsamste Stunde

Erstellt von Michael Drewniok am 27. Oktober 2009

pearson-einsamste-stunde-coverRidley Pearson
Die einsamste Stunde

Originaltitel: Cut and Run (New York : Hyperion Books 2005)
Übersetzung: Rolf Tatje
Deutsche Erstausgabe: September 2007 (Bastei-Lübbe-Verlag/TB Nr. 15735)
444 S.
ISBN-13: 978-3-404-15735-8

Das geschieht:

Sechs Jahre ist es her, dass Roland Larson, zu diesem Zeitpunkt noch US-Marshal im Dienst des Zeugenschutzprogramms der Staatsanwaltschaft, die Zeugin Hope Stevens bewachte – und sich in sie verliebte. Die junge Frau arbeitete als Beraterin bei einer Untersuchung betrügerischer Versicherungspraktiken im Pflegewesen und hatte festgestellt, dass diese von der Mafia-Familie Romero gesteuert wurden. Auch Auftragsmorde waren im Angebot, wie Hope aufdecken konnte. Die dünne Indizienlage erforderte ihre Aussage vor Gericht, was die Romeros sehr wohl wussten. Sie schickten Paolo, ihren besten Killer, der mit seinem geliebten Rasiermesser ein Blutbad unter Hopes Beschützern anrichtete, von Larson aber vertrieben werden konnte, bevor er sein Opfer erwischte.

Heute arbeitet Larson als Deputy Marshal für die eine Sondereinheit, die überall in den USA nach flüchtigen Kriminellen fahndet. ‘Nebenbei’ sucht Larson verzweifelt nach Hope, die ins Zeugenschutzprogramm gegangen und später untergetaucht ist, ohne je ihre Aussage zu machen. Sein aktueller Fall führt ihn zurück in die Vergangenheit: Das Justizministerium fordert ihn an, nachdem der Computerspezialist Leopold Markowitz entführt und sein Assistent ermordet zurückgelassen wurde. An dessen Hals finden sich die typischen Rasiermesserwunden des Romero-Killers. Markowitz ist der Autor einer geheimen Datenbank, in der die Hauptzeugen gelistet sind, denen das Justizministerium eine neue Identität verschaffte. Offenbar soll Markowitz diese Datenbank entschlüsseln, für die das organisierte Verbrechen viel Geld zahlen würde.

Auch Hope Stevens steht auf dieser Liste, und tatsächlich ist ihr Paolo schon wieder auf den Fersen. Bisher hat Hope ihre Spuren gut verwischen können. Ihre Achillesferse ist Penny, die fünfjährige Tochter, die Paolo findet und entführt. Das Wiedersehen zwischen Larson und Hope geht daher nahtlos in ein Psychoduell zwischen dem Marshall, der Mutter und dem Mörder über. Wie kann Larson Penny retten, ohne dafür Hope zu opfern …?

Action mit leichtem Anspruch

Psychoduelle und wilde Verfolgungsjagden, sauber recherchierte und anschaulich dargestellte Methoden der modernen Verbrechensbekämpfung, Kompetenzrangeleien und Einsatzschwierigkeiten aufgrund gesetzlicher Einschränkungen, im Kontrast dazu das selbstsichere Auftreten des organisierten Verbrechens, das wie ein globalisierter Großkonzern agiert, dazwischen der normale Bürger, der lernen muss, wie dünn die Barriere zwischen Alltag und Chaos ist: Nicht nur Ridley Pearson bedient sich dieser für den Thriller zum Standard gewordenen Elemente, aber er gehört zu den wenigen Autoren, die aus Stroh Gold zu spinnen verstehen.

Auch “Die einsamste Stunde” – was soll uns der völlig sinnfreie deutsche Titel bloß sagen? – ist die Variation des üblichen Pearson-Garns und dennoch ein Pageturner der durchweg gelungenen Art. Der Verfasser startet sofort durch und wirft uns in ein Geschehen, das rasant und brutal ist, ohne sich mit detailfreudig beschriebenen Scheußlichkeiten aufzuhalten. Schon zu diesem frühen Zeitpunkt fällt ein Faktor ins Gewicht, der die Handlung noch oft in unerwartete Richtungen treiben wird: Murphy‘s Law ist integraler Bestandteil des Alltags. Jeder Plan kann und wird scheitern, denn die Tücke des Objekts entzieht sich auch dem Profi – und das gilt für Kriminale und Kriminelle gleichermaßen.

Diese Abwesenheit von Perfektion sorgt für ein besonderes Element der Spannung. Stets darf sich der Leser auf eine Überraschung freuen. Helden und Schurken sind ständig zur Improvisation gezwungen, was die Schere zwischen Theorie und Praxis natürlich noch weiter auseinanderklaffen lässt – nicht selten mit spektakulären Folgen.

Um wenigstens den Anschein von Originalität zu erwecken, sind dieses Mal nicht die üblichen Kriminalpolizisten oder FBIler auf Gangsterjagd. Der Titel “Deputy Marshal” hat seinen Klang aus der Zeit des Wilden Westens in die Neuzeit gerettet. Es gibt dieses Amt in der Tat noch, und Pearson sorgt dafür, dass die Assoziationen noch deutlicher werden, indem er Larson und seine Leute wie einst durch die Lande reiten bzw. reisen lässt, bis das ins Auge gefasste ‘Wild’ gefunden und gestellt ist.

Die üblichen (aber spannenden) Verdächtigen

Deputy Marshal Roland Larson ist der ideale Held für einen Highspeed-Thriller der hier zelebrierten Art. Er wirkt als harter, den professionellen Umgang mit dem Verbrechen gewohnter Mann ebenso überzeugend wie als unglücklich Liebender und zu allem entschlossener Vater. Zwischen diesen drei Zuständen lässt ihn der Autor ausgiebig pendeln, was für ebenso für Spannung wie für seifenoperliche Menschlichkeit sorgt, wobei Pearson Profi genug ist, für den notwendigen Ausgleich zwischen den Ebenen zu sorgen.

Natürlich muss er mit dem üblichen Problem kämpfen: Wie junge Hunde reißen Kinder die Aufmerksamkeit des Lesers unwillkürlich an sich. Sogar unter Pearsons kundiger Feder macht sich Penny selbstständig und sorgt für zunehmendes Stirnrunzeln, wenn sie dem angeblich perfekten, gefühlskalten, unbarmherzigen Killer Paolo immer wieder Paroli bietet. Letztlich wirkt Penny wie ein Instrument – das “Kind in Not”, mit dem die Spannung billig zusätzlich gesteigert werden soll.

Für Hope Stevens bleibt die undankbare Rolle des meist Tränen überströmten Muttertiers, das unbeirrt die Rettung der verschleppten Tochter vorantreibt und dafür zu allen Schandtaten bereit ist. Mehrfach hat sie Paolo fast schon am Schlafittchen, aber dann wirft sich wieder ein treuer Kumpel von Marshal Larson in die Schusslinie (bzw. in die Bahn seines sausenden Rasiermessers), und die Jagd kann weitergehen. Zwischendurch darf Hope ihr Computer-Fachwissen ausmotten, was Larson auf die Spur der grauen Schurken-Eminenz im Hintergrund bringt, denn Paolo ist längst nicht der einzige Unhold, der sich auf Hopes Spur gesetzt hat.

Der schmale Grat zwischen “böse” und “blöde”

Paolo, der Profi-Killer mit dem Rasiermesser, gehört zu den kunstvoll aber völlig unrealistischen Mordgestalten, die eigentlich nur in Hollywood und im Thriller ihr Unwesen treiben, während sie in der Realität aufgrund ihres theatralischen Auftretens und ihrer alltagsuntauglichen Angewohnheiten rasch Schiffbruch erleiden würden. Einerseits ist Paolo ein wahrer Übermensch, der sich nach Belieben durch die Maschen des Gesetzes windet, ohne dass ihm dessen Vertreter Einhalt gebieten können. Andererseits hat er einen gewaltigen Riss in der Hirnwaffel, pflegt ein ungesund intimes Verhältnis zu seiner bevorzugtem Mordwaffe – dem Rasiermesser -, mit dem er nicht nur seine Opfer umbringt, sondern sich auch selbst verstümmelt. Das eine passt nicht zum anderen, aber es macht Paolo zu einer Figur, die unberechenbar bleibt, Schrecken verbreitet und den Helden mit einem (scheinbar) ebenbürtigen Gegner konfrontiert.

Die wie gestanzt wirkende Figurenzeichnung erinnert uns daran, dass Ridley Pearson mit allem ihm zur Verfügung stehenden Talent und allen Mitteln primär den Zweck verfolgt, uns, seine Leser, zu unterhalten. Dabei geht er ökonomisch vor, d. h. er gibt niemals vor, das Rad neu zu erfinden, sondern bedient sich der bekannten Plots und Figuren des Thrillers. Sein Geschick besteht darin, das eigentlich Bekannte so gut = spannend zu variieren, dass wir ihm, dessen Tricks wir durchaus durchschauen, dennoch freiwillig und gern auf den Leim gehen. Silber vergeht, Leder besteht – Ridley Pearson stellt abermals auf höchst unterhaltsame Art klar, wie wahr dieses alte Sprichwort ist.

Autor

Ridley Pearson (geb. 1953 und aufgewachsen in Riverside, US-Staat Connecticut) gehört zur nicht gerade kopfstarken Gruppe der Kriminal-Schriftsteller, die den Zuspruch des Publikums ebenso wie das Wohlwollen der Kritik für sich in Anspruch nehmen können. Im Vordergrund steht die Krimiserie um das Polizistenduo Lou Boldt und Daphne Matthews, die seit vielen Jahren ihr hohes Niveau halten kann.

Dabei hat Pearson eigentlich recht lärmend mit rasanten Spionage- (“Never Look Back”, 1985, “Blood of the Albatross”, 1986) und Katastrophen-Thrillern wie “The Seizing of Yankee Green Mall” (1987, dt. “Ultimatum”) begonnen. Bereits zu diesem Zeitpunkt wurden seine Fähigkeiten auf dem Gebiet des Unterhaltungsromans deutlich: Gründliche Recherche, Ideenreichtum und glaubhafte Figuren verbinden sich bei ihm mit einem schnellen, spannenden, ‘filmisch’ anmutenden Handlungsablauf zu selten origineller aber stets kurzweiliger Unterhaltung.

Das wurde sogar im fernen England zur Kenntnis genommen, wo Pearson 1991 als erster US-Amerikaner überhaupt ein “Raymond Chandler Fulbright”-Stipendium an der Universität zu Oxford erhielt; zwei Lou Boldt/Daphne Matthews-Romane entstanden hier.

Pearson ist ein talentierter Musiker, dessen Repertoire von Folk Rock bis Filmmusik reicht. Bekannt ist er als Bassgitarrist der “Rock Bottom Remainders”, in der hauptsächlich Schriftsteller spielen, darunter Stephen King, Dave Barry, Amy Tan und Mitch Albom.

[md]

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Sunadokei 01 – Die Sanduhr

Erstellt von Werner Karl am 27. Oktober 2009

sunadokei-01-die-sanduhr1Hinako Ashihara
Sunadokei 01 – Die Sanduhr

Panini Comics, Stuttgart, 2/2006
TB, Planet Manga, Romance, Drama
ISBN 9783866071339
Aus dem Japanischen von Burkhard Höfler

www.paninicomics.de

Ann Uekusa steht kurz vor ihrer Hochzeit. Beim Packen findet sie eine Sanduhr wieder. Diese löst einen Strom von Erinnerungen in Ihr aus. Nach der Scheidung Ihrer Eltern zog sie mit Ihrer Mutter ins Bergdorf der Großeltern. Hier hatte sie es nicht einfach, sich von der Großstadt ins dörfliche Milieu einzuleben. Sie lernt Daigo Kitumara beim Hasenfangen kennen. Beide sind 12 Jahre alt und verstehen sich ganz gut. Leider will Daigo den Hasen fürs Abendessen fangen, und schon streiten sich die beiden. Daigos Mutter ist die allerbeste Freundin von Anns Mutter, und so sehen sie sich recht häufig.

Als Anns Mutter bei der Arbeit zusammenbricht, besorgt Daigo dem Mädchen eine Arbeit bei der wohlhabenden Familie Tsukishima. Deren Sohn Fuji ist ein arroganter Schnösel, und Daigo kann Ihn nicht ausstehen. Aber Ann schafft es, Fujis Interesse zu wecken…

Hinako Ashihara entführt ihre Leser in dörfliche Regionen. Die Zeichnungen sind mit viel Liebe zum Detail entstanden. Wunderschön! Ihre leicht esoterisch angehauchte Geschichte macht Lust auf Band 2. (PW)

Titel bei Amazon.de:
Sunadokei 01 – Die Sanduhr

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Schlimme Finger

Erstellt von Werner Karl am 27. Oktober 2009

schlimme-fingerRie Honjoh
Schlimme Finger

Yubisaki wa Koi no Aji, Japan, 2008
Tokyopop, Hamburg, 5/2009
TB, Manga, Boys Love, Erotik
ISBN 9783867196604
Aus dem Japanischen von Josef Shanel & Matthias Wisnet
Leseempfehlung: ab 18 Jahre!

www.tokyopop.de

Sie sind seit ihrer Sandkastenzeit unzertrennliche Gefährten gewesen. Nun aber, wo der Bart sprießt und die Hormone verrückt spielen, entdecken die Jungen, dass sie auch noch etwas anderes füreinander empfinden als nur Freundschaft. Das ist ein Thema, das immer wieder gerne von Mangaka aufgegriffen und umgesetzt wird, so auch von Rie Honjoh. Hajime und Eji sind schon seit dem Kindergarten die besten Kumpels und können einfach nicht ohne den anderen sein. Deshalb haben sch beide bemüht, auf die gleiche Highschool zu gehen und sich natürlich auch noch ein Zimmer im Wohnheim zu teilen. Gegenüber den anderen Schülern verheimlichen sie ihre innige – aber noch unschuldige – Freundschaft nicht.

Doch langsam aber stetig verändert sich etwas zwischen ihnen. Das spürt vor allem Eiji, der die Gefühle als Erster in Worte packt. Er gesteht Hajime schließlich seine Liebe. Der ist über das Bekenntnis zunächst wie vor den Kopf gestoßen und weiß nicht, was er davon halten soll. Deshalb stößt er den alten Freund zurück und will erst einmal nichts mehr von ihm wissen. Eiji ist am Boden zerstört, denn mit dieser Reaktion hat er nicht gerechnet. Und so traut er sich auch nicht mehr an Hajime heran. Verzweifelt und ziellos trudeln beide durch die kommenden Wochen und weichen einander aus. Doch kann das ewig so weiter gehen?

Auch andere Schulkameraden haben ihre Probleme, doch sie leben sie weitaus leidenschaftlicher und direkter aus, so wie Nakamura und Jinguji. Doch ist das der bessere Weg? Während sich die Beziehung zwischen Hajime und Eiji eher auf die Gefühle der beiden Jungen konzentriert, die sich erst einmal ihres Coming-Out bewusst werden müssen, ehe sie weiter gehen können, sorgen Nakamura und Jinguji für die bedeutenderen erotischen Szenen des Bandes und rechtfertigen so die Leseempfehlung ab 18.

Ansonsten ist leider alles beim Alten. Die Figuren arbeiten die gängigen Verhaltensmuster ab: Beide Partner empfinden zwar etwas füreinander, aber während der eine sie ausleben möchte, muss der andere erst durch Beharrlichkeit oder Gewalt zu seinem Glück gezwungen werden. Auch wenn die Geschichte lebendig erzählt wird und gut gezeichnet ist, so hat man doch das Gefühl, den Inhalt bereits zu kennen, was das Lesevergnügen etwas mindert.

Alles in allem richtet sich „Schlimme Finger“ an alle Fans der Boys Love, die es gerne etwas erotischer und expliziter mögen und vor allem von Geschichten zwischen Schülern noch nicht genug haben. Bei wem der Sättigungsgrad bereits erreicht ist, der sollte sich den Band vor dem Kauf lieber genauer ansehen. (CS)

Titel bei Amazon.de:
Schlimme Finger

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Rosario + Vampire 2

Erstellt von Werner Karl am 27. Oktober 2009

rosario-vampire-2Akihisa Ikeda
Rosario + Vampire 2

Rosario to Vampire Vol. 2, Japan, 2004
Tokyopop, Hamburg, 7/2009
TB, Manga, Mystery, Comedy
ISBN 9783867196628
Aus dem Japanischen von Caroline Schöpf

www.tokyopop.de

Tsukuno Aono ist durch die Aufnahmeprüfungen sämtlicher Schulen gefallen. Deshalb greifen seine Eltern nach dem letzten Strohhalm, der ihnen bleibt. Sie nehmen ein Angebot der Gakuen Yokai High School an, die ganz offensichtlich keine Eingangstests verlangt. Schon bald findet der Junge heraus, warum dem so ist, und das Internat am Ende der Welt zu liegen scheint: Die Schule wimmelt nicht ohne Grund vor Werwölfen, Vampiren und anderen magischen Wesen. Hier sollen sie lernen, wie Menschen zu denken und ihre menschliche Hülle auch über einen längeren Zeitraum zu halten.

Schon bald freundet er sich mit dem Vampirmädchen Moka an, das ihn zum Anbeißen süß findet. Sie ist bereit, sein Geheimnis zu wahren, wenn er sie ab und zu von sich trinken lässt. Tsukuno stimmt widerwillig zu, aber schon bald erkennt er die Vorteile dieses Bündnisses, denn sie beschützt ihn vor allen, die ihm Übles wollen, wie etwa gefräßigen Nixen. Aber sie kann auch eifersüchtig werden, wie zu sehen ist, als sich die hübsche kleine Hexe Yukari Sendo an ihn heran macht. Das Wunderkind hat zwar mehrere Klassen übersprungen und ist auch jetzt noch die Beste bei den Halbjahresprüfungen, aber von Freundschaft und Liebe hat sie keine Ahnung, was sie ziemlich unglücklich macht und auch entsprechend handeln lässt. Sie stört immer wieder das traute Beisammensein zwischen Tsukuno und Moka.

Doch dann lässt sie die Bombe platzen: Ihre Zuneigung gehört nicht dem Jungen sondern eigentlich dem Vampirmädchen. Und die weiß nun gar nicht, was sie davon halten soll. Kaum ist diese Krise überstanden, fragt sich der Menschenjunge, wie sein diesjähriger Geburtstag wohl verlaufen wird und ob überhaupt jemand von den Yokai daran denkt. Zudem hat Moka kaum noch Zeit für ihn, da sie ständig mit einer Kunstlehrerin zusammen hängt. Und es scheint sie gar nicht zu stören, dass schon mehrere Mädchen spurlos verschwunden sind, die mit dieser zu tun hatten.

Auch im zweiten Band bestehen die Erlebnisse des Menschenjungen noch in kleinen und nur locker zusammen hängenden Episoden, auch wenn langsam ein roter Faden zu erkennen ist. Figuren tauchen immer wieder auf, zurückliegende Ereignisse werden erwähnt, und langsam aber sicher kommen auch andere darauf, dass mit Tsukuno etwas nicht stimmt. Die Geschichte wird mit einem frechen Augenzwinkern gegenüber den gängigen japanischen Schulritualen erzählt. Zwar wiederholen sich einige der Gags, aber alles in allem macht es Spaß, das Chaos zu begleiten, in dem sich der Menschenjunge und seine Freunde wieder finden und an dem sie teilweise sogar selbst schuld sind.

Die Zeichnungen sind für Jungen wie Mädchen ansprechend, die Erzählweise der Geschichte ist zwar überwiegend auf die Oberflächlichkeit und den Actionreichtum vieler Shonen-Mangas ausgerichtet, sie benutzt viele Gags, die man daraus kennt, dann wieder gibt es auch romantische Augenblicke wie in den Shojo-Mangas. Diese verfliegen jedoch schnell wieder, vor allem wenn die Mädchen öfters einmal Haut und Höschen zeigen dürfen. So muss man für sich selbst entscheiden, ob man die Geschichte mögen kann oder nicht
„Rosario + Vampire“ ist ein humorvoller Manga, der das Thema Schule frech auf den Kopf stellt und es mit viel Action, einem Hauch Erotik und augenzwinkernder Mystery garniert. Im zweiten Band lässt sich erstmals ein roter Faden erkennen, der auf die mögliche Richtung der Geschichte hinweist. (CS)

Titel bei Amazon.de:
Rosario + Vampire 2

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Elfen Lied 2

Erstellt von Werner Karl am 27. Oktober 2009

elfen-lied-21Lynn Okamoto
Elfen Lied 2

Elfen Lied, Vol. 3 + 4, Japan, 2002
Tokyopop, Hamburg, 5/2009
PB, Manga, Drama, Action, Mystery, Splatter
ISBN 9783867196550
Aus dem Japanischen von Michael Ecke
2 Farbseiten
Leseempfehlung: ab 18 Jahre!

www.tokyopop.de
www.okamoto.tv/

Während die 13-teilige Animeserie „Elfen Lied“ bereits seit längerem in Deutschland erhältlich ist, erscheint nun erst der dazugehörige Manga. Tokyopop fasst jeweils zwei Bände der Originalausgabe in einem großformatigen Reader zusammen. Schon seit vielen Jahren hütet die Regierung in einer unterirdischen Forschungseinrichtung ein düsteres Geheimnis. Dort werden die so genannten Diclonius festgehalten. Diese sehen aus wie Menschen, wenn man einmal von den Hörnern absieht, die ihnen seitlich aus dem Kopf wachsen. In Wirklichkeit aber sind sie Mutanten mit unermesslichen Kräften, die unberechenbaren Launen unterworfen und geistig nicht immer unbedingt stabil sind. Lucy ist die Stärkste von ihnen. Es gelingt ihr allerdings, eines Tages auszubrechen und an die Oberfläche zu fliehen. Als sie sich dort den Kopf stößt, verwandelt sie sich in die harmlose und friedliche, ja, fast scheue Nyu, die auch nicht mehr als dieses Wort sagen kann.

Die Studenten Kota und Yuka nehmen sie bei sich auf und kümmern sich um sie, nicht ahnend, was für eine tickende Zeitbombe sie bei sich haben. Das bekommen eher die Häscher zu spüren, die Lucy verfolgen, vor allem der Kopfgeldjäger Bando, der den Gegenangriff der Diclonius zwar überlebt, aber von ihr infiziert wird. Er reagiert gar nicht begeistert darauf, dass er nun entmannt werden soll, weil sein Samen die Gene der Mutanten trägt und er die Gene nicht weiter tragen soll – denn seine Kinder werden sich ohne jeden Zweifel in Diclonius verwandeln…

Derweil nehmen Kota und Yuka einen weiteren Gast bei sich auf, die obdachlose Mayu, die sie um Brot anbettelt. Allerdings beginnt es auch zwischen den Studenten zu kriseln, denn zum einen rückt Nyu, die ja nun doch nicht ganz reizlos ist, Kota immer wieder auf die Pelle, zum anderen scheint er dem auch nicht ganz abgeneigt zu sein. Um auf andere Gedanken zu kommen, nehmen sie die Kleine mit zu einer ihrer Vorlesungen. Allerdings können sie nicht verhindern, dass der Professor Nyu gleich dabehält und deutlich macht, dass er weiß wer sie ist und wo sie hingehört. Die beiden Studenten gehorchen, weil sie keine andere Wahl haben, aber ein ungutes Gefühl bleibt zurück. Sie sollen recht behalten, denn Professor Kurama ist in seiner anderen Identität der Leiter der Forschungseinrichtung, in der Lucy war, und er hat sie ohne Probleme in Nyu wieder erkannt. So verschleppt er sie in sein Privatlabor und enthüllt seine Pläne, rechnet aber nicht damit, dass die unkontrollierbare Lucy in dem unscheinbaren Mädchen wieder erwacht und ihre dunklen Seiten zeigt.

„Elfen Lied“ ist ein Manga, der sich auf mehreren Ebenen bewegt. Zwar stehen die Ereignisse in der Jetztzeit im Vordergrund aber es gibt immer wieder längere Rückblenden, die die wahre Natur von Lucy und ihre besondere Verbindung zu Kota enthüllen. Denn der junge Mann ist ihr als Kind schon einmal begegnet, nur dass er sich heute nicht mehr richtig daran erinnern kann und seine Gefühle zu Nya nicht wirklich versteht. Während der skrupellose Kurama, der ohnehin mehr als alle anderen über die Diclonius zu wissen scheint, seine Ränke spinnt, möchte der Kopfgeldjäger Bando nur Rache, und so verweben sich beider Intrigen zusätzlich zu einer dichten Geschichte, die mehr als nur Action und Splatter bietet.

Der Manga wechselt immer wieder zwischen zwei Extremen. Auf der einen Seite wird das friedliche und eher harmlose Leben der Studenten und ihrer Freunde geschildert, die zwar mit ihren Gefühlen zu kämpfen haben, aber niemanden wirklich bedrohen, es kommt sogar zu der einen oder anderen humorvollen bzw. erotischen Szene – aber genau dass steht in krassem Gegensatz zu den Augenblicken, in denen die wahre Macht und Gefährlichkeit der Diclonius Lucy enthüllt wird und sie ohne Bedenken Kinder tötet, die sie ärgern, oder die Bewohner eines Hauses, in dem sie sich einnistet.

Aufgrund dieser doch sehr brutal dargestellten Szenen spricht der Verlag vermutlich die Leseempfehlung ab 18 Jahren aus. Denn die Diskrepanz zwischen der Niedlichkeit der Hauptfiguren und ihrer Grausamkeit ist für jüngere Leser nicht unbedingt leicht zu verstehen oder gar zu differenzieren. Alles in allem verläuft die Geschichte aber in klassischen Bahnen, denn Nyu-Lucy ist nicht die erste unschuldig wirkende Figur, der gefährliche Kräfte innewohnen und die nach ihrer Flucht aus dem Forschungslabor die Welt unsicher macht.

Wer Geschichten mag, in denen hübsche Mutantenmädchen sich zwar einerseits ihrer Haut wehren und brutal sein können, auf der anderen Seite aber auch eine süße und unschuldige Seite haben, wird an „Elfen Lied“ seinen Spaß haben, da der Manga doch ein wenig mehr als nur Action bietet. Zudem sollte man sich auch an dem recht niedlichen Zeichenstil und den eher harmlosen Alltagsszenen nicht stören, der im krassen Gegensatz zu Inhalt stehen. Aber gerade diese Mischung hebt die Geschichte etwas aus dem Dunstkreis ähnlicher Mangas heraus. (CS)

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Elfen Lied 2

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Dramacon

Erstellt von Werner Karl am 27. Oktober 2009

dramaconSvetlana Chmakova
Dramacon, Band 1

Tokyopop, Hamburg, 7/2006
TB, US-Manga, Romance, Drama
ISBN 9783865803269
Aus dem Amerikanischen von Monika Reichert

www.tokyopop.de
www.svetlania.com/

Um Ihren selbst produzierten Manga vorzustellen, nehmen Christie und Ihr Freund Derek zum ersten Mal an einer Manga-Convention teil. Derek flirtet mit allem, was einen Rock anhat, und Christie ist stinksauer. Sie stellt Ihn zur Rede, aber er meint nur, das wäre eben Kundenwerbung. Christie trifft auf einem Rundgang Matt. Sie rennt Ihn förmlich um. Er reagiert sehr nett, und sofort knistert es zwischen den beiden. Er zeigt ihr die Stände auf der Convention. Derek sieht Matt mit Christie, und nun ist er eifersüchtig.

Christie lernt die bekannte Manga-Autorin Lida kennen und holt sich von Ihr ein paar Tipps. Aber wieso kennt diese Matt, und warum hofft Christie, dass er noch keine Freundin hat? Immerhin liebt sie doch Derek – oder etwa doch nicht? In dieser Geschichte geht es um das Karussell der Liebe, das sich unablässig dreht: die großen und kleinen Gefühle, um Eifersucht und Verlustängste. Daraus macht die Autorin eine knisternde, spannungsgeladene Lovestory. Die Zeichnungen wirken sehr lebendig, und die Figuren werden zu echten Personen. Man freut sich schon auf den zweiten Band. (PW)

Titel bei Amazon.de:
Dramacon, Band 1

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Chocolate Cosmos 2

Erstellt von Werner Karl am 27. Oktober 2009

chocolate-cosmos-2Nana Haruta
Chocolate Cosmos 2

Chocolate Cosmos Vol 2, Japan, 2007
Tokyopop, Hamburg, 5/2009
TB, Manga, Drama, Action, Mystery
ISBN 9783867196802
Aus dem Japanischen von Kenichi Kusano und Radek Matuzsak

www.tokyopop.de
http://comics-news.shueisha.co.jp/common/haruta_nana/

„Chocolate Cosmos“ von Nana Haruta erzählt von den Problemen und Sorgen der jungen Sayuki, die aufgrund ihres Aussehens unter gleichaltrigen Klassenkameraden nicht wirklich einen Freund findet. In den Sommerferien lernt sie am Strand einen Jungen kennen, der sie nicht von vornherein ablehnt, aber es stellt sich schon bald heraus, dass er einer der neuen Lehrer ihrer Schule ist – der Hauswirtschaftslehrer Katsuya Hagiwara. Auch wenn dieser nicht leugnen kann, dass er etwas für das Mädchen empfindet, so wahrt er doch die Distanz zu seiner Schutzbefohlenen. Sayuki, die eine Weile braucht, um sich von dem Schock zu erholen, beschließt aber, nicht so schnell aufzugeben. Mit Freunden gründet sie einen Club und bittet Hagiwara, diesem als Lehrer-Tutor vorzustehen.

Allerdings verhindert die Lehrerkonferenz, dass dies so einfach klappt. Vor allem eine Lehrerin hält den jungen Mann noch nicht für fähig, die Schüler, die ja nur wenige Jahre jünger sind als er, wirklich zu betreuen. Erst als sie selbst zum zusätzlichen Tutor des ‚Baseball, Koch- und Essclubs’ wird, gelingt das Vorhaben. Doch wirklich näher kommt Sayuki ihrem geliebten Lehrer nicht, da während der Clubsitzungen immer wieder viele Gäste hinzu stoßen und seine Aufmerksamkeit rauben. Als Hagiwara kurze Zeit später krank wird, besucht sie ihn einfach. Und dort scheint ihre Stunde gekommen, denn sie küssen sich. Allerdings kann sich der Lehrer am nächsten Tag, als sein Fieber gesunken ist, an nichts mehr erinnern. Sayuki ist am Boden zerstört, doch ein Ski-Ausflug verspricht eine neue Chance, um herauszufinden, ob ihre Beziehung Zukunft hat.

Auch im zweiten Band behandelt die Künstlerin das Thema mit großer Sorgfalt und versucht, es realistisch umzusetzen. Auf der anderen Seite kommt sie aber auch den Lesern entgegen und baut zwei Rivalen ein, die dem jungen Pärchen zu schaffen machen. Denn es ist ganz offensichtlich, dass die Lehrerin durchaus ein Auge auf ihren hübschen jüngeren Kollegen geworfen hat, und auch einer von Sayukis Kumpeln beginnt, mehr für das Mädchen zu fühlen als nur einfache Freundschaft. Dementsprechend turbulent geht es zu, da die verschiedenen Parteien versuchen, die beiden auseinander zu bringen und den Auserwählten für sich zu gewinnen. Das ist zwar konventionell, aber doch sehr überzeugend erzählt.
So kann die Fortsetzung von „Chocolate Cosmos“ den guten Eindruck auch weiter bewahren. Dennoch werden sich vermutlich vor allem diejenigen angesprochen fühlen, denen Geschichten über romantische Liebe und all ihre Irrungen und Wirrungen besonders gut gefallen. (CS)

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Chocolate Cosmos 2

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Thomas der Trommler

Erstellt von Werner Karl am 27. Oktober 2009

thomas-der-trommlerPeter Wiechmann
Thomas der Trommler

Deutschland, 1978/79
Cross Cult, Asperg, 4/2008
HC, Comic, Abenteuer
ISBN 9783941248274
Titelillustration und Zeichnungen von Josep Gual und Juan Sarompas

www.cross-cult.de
www.peter-wiechmann.de
www.josepgual.com/
http://lambiek.net/artists/s/sarompas_juan.htm

Peter Wiechmann, einigen vielleicht auch schon durch „Hombre“ oder „Andrax“ bekannt, schuf in den späten 1970er Jahren zusammen mit den spanischen Zeichnern Josep Gual und Juan Sarompas die Serie „Thomas der Trommler“. Die Episoden erschien in dem Comic-Magazin „YPS“, das vor allem durch seine legendären Gimmicks in den Zeitschriftenläden auffiel, denn die Spielzeug-Zugaben, die heute bei den Magazinen und Comic-Heften für Kinder gang und gäbe sind, waren damals noch so gut wie unbekannt; den Heften war zuvor allenfalls einmal ein Poster oder einige Sticker beigeheftet worden.

„Thomas der Trommler“ führt in eine der düstersten Epochen der deutschen Geschichte zurück. Mitteleuropa ist der Schauplatz des ‚30-jährigen Krieges’, in dem nicht nur die beiden unterschiedlichen christlichen Glaubensrichtungen aufeinander stießen, sondern auch ganz bewusst machtpolitische Kämpfe ausgefochten wurden. Nur durch die Gnade eines Söldners, der sich an seinen eigenen Sohn erinnert fühlt, überlebt Thomas den Angriff einer Gruppe aus Tillys Heer auf das Gut seiner Eltern. Die Gebäude brennen nieder, und alle, die er kennt, sterben. Der Junge wird in das feindliche Lager verschleppt und nach einigen Schwierigkeiten schließlich Trommler. Doch schon bald erweist sich, dass in dem Jungen ein wacher Verstand und listenreiches Denken steckt. Da ihm zuwider ist, dass ständig so viele Menschen sterben müssen, versucht er, wo er kann, das Leid zu verhindern. Er unterstützt auch den Feldscher mit seinen Kenntnissen über die Wundbehandlung und wird nach der Eroberung eines strategisch wichtigen Turms am Rande eines Schlachtfelds schließlich Anführer einer Gruppe von Freischärlern, die anders als das normale Heer operieren.

Zusammen mit drei Männern, die selbst Außenseiter sind, wie der Bogenschütze Dschingis, der aus den weiten Steppen Asiens kommt, ebnet er Wege, indem er verhandelt. Er erkundet das Land und unterstützt auch die einfache Bevölkerung beim Überlebenskampf. Er ist vielleicht nicht immer so erfolgreich, wie er möchte, aber er rettet unzählige Leben – bis zu dem Tag, an dem er sich gegen seinen eigenen Feldherrn stellen muss. Auch wenn vieles natürlich sehr jugendgerecht dargestellt und damit verharmlost wird, verschweigt der Autor zusammen mit den Zeichnern dennoch nicht die Schrecken und Grausamkeiten dieses Krieges, unter dem vor allem die Zivilbevölkerung zu leiden hatte, wenn ihre Region zum Schauplatz von Schlachten wurde. So ist es nicht verwunderlich, dass die junge Identifikationsfigur Thomas zu einem klassischen Helden wird, der sowohl moralisch, als auch von der Bildung her vielen Erwachsenen etwas voraushat. Zusammen mit seinen kampfstarken Begleitern verhindert er Grausamkeiten, wo er kann, bleibt dabei aber weitestgehend auch im heutigen Sinne moralisch gerecht.

Die Geschichten sind zwar etwas einfach und oft nach dem gleichen Schema gestrickt, aber spannend und abwechslungsreich erzählt, selbst wenn man vom Stil her das Alter des Comics merkt: Er ist doch noch ein wenig belehrender als moderne Geschichtsinterpretationen. Die Erzählungen besitzen zudem eine intensive Atmosphäre, die viel Einblick in das Leben zu dieser Zeit gibt. Interessant sind auch die historischen Exkurse, die näher auf das Leben der Leute in den Heeren und die Landsknechte eingehen, aber auch Hintergrundwissen über die Zeit zwischen 1618 und 1649 vermitteln. Durch den Verzicht auf Farbe kommen auch die detailreichen Zeichnungen besser zur Geltung. Sie wirken auch so plastisch und lebendig, erinnern ein wenig an die frühen Zeichnungen von Hal Foster zu „Prinz Eisenherz“.

Alles in allem ist die Serie „Thomas der Trommler“ ein spannender historischer Comic, der all denen gefallen dürfte, die klassisch erzählte Fantasy- und Geschichtsabenteuer mögen, in dem eine vergangene Epoche plastisch beleuchtet wird. Inhaltlich ist die Saga immer noch aktuell, auch wenn man ihr schon stellenweise das Alter anmerkt, da heutzutage nicht mehr ganz so belehrend erzählt wird. (CS) (3xPRT)

Titel bei Amazon.de:
Thomas der Trommler

BEENDETES BÜCHERPREISRÄTSEL:
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www.buchrezicenter.de veranstaltete in Zusammenarbeit mit dem obengenannten Verlag dieses Preisrätsel, bei dem wir drei Fragen zum Umfeld des Preistitels am Telefon* gestellt haben, die richtig beantwortet werden mussten.
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Die jeweiligen Gewinne wurden anschliessend direkt an die angegebenen Adressen der Gewinner verschickt!
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Wir danken dem obengenannten Verlag als Sponsor herzlich für die zur Verfügung gestellten Preisrätseltitel! Und bedanken uns auch bei unseren Mitspielern für Ihr reges Interesse!
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Die Gewinner der Preisrätseltitel:
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1. Tommy Münch
2. Helge Fenner
3. Karl Wohlgemuth
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Der Rechtsweg war wie immer ausgeschlossen!
* Telefongebühren des Anrufers gehen immer zu Lasten des Anrufers. Bitte informieren Sie sich über die ortsüblichen aktuellen Kosten bei Ihrem Telekommunikationsanbieter!

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