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Archiv für Oktober, 2009

Star Wars Sonderband 50 – Vector 2: Plage der Vergangenheit

Erstellt von Werner Karl am 27. Oktober 2009

plage-der-vergangenheit1Rob Williams, Jan Duursema & John Ostrander
Star Wars Sonderband 50 – Vector 2: Plage der Vergangenheit

Star Wars Rebellion 15 + 16, Star Wars: Legacy 28 – 31, Dark Horse, USA, 2008
Panini Comics, Stuttgart, 6/2009
PB, vollfarbige Graphic Novel im Comicformat, SF
ISBN 9783866077997
Aus dem Amerikanischen von Michael Nagula
Titelillustration von Dann Scott, Travis Charest, Dustin Weaver & Omar Francia
Zeichnungen von Jan Duursema, Dustin Weaver & Dan Parsons

www.paninicomics.de
www.starwars.com
www.janduursema.com/
www.comicscommunity.com/boards/ostrander/
www.dannscottart.com/
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www.omarfrancia.com
www.danparsonsart.com/

„Vector“ war ein von Dark Horse im Jahr 2008 groß angelegtes Crossover zwischen den verschiedenen laufenden „Star-Wars“-Serien. Alles begann in „Knights of the Old Republik“. Dort geriet die Jedi-Meisterin Celeste Morn unter den Bann des uralten Muur-Talismans, dem immer noch die Seele des gleichnamigen Sith Lords innewohnt. Durch sie wollte er einen würdigeren Körper finden und damit der dunklen Seite erneut zur Macht verhelfen. Zayne Carrick, der ihr mehr oder weniger zufällig begegnete, konnte sie trotz seiner besonderen Gaben nicht von dem Talisman befreien. Deshalb schloss er sie mit ihrem Einverständnis in eine Stasiskammer und versprach, nach Hilfe zu suchen. Doch erst nach viertausend Jahren fand sich jemand auf dem verlassenen Mond ein, auf dem die schlafende Jedi-Ritterin ruhte. Doch in den Anfangstagen des Imperiums, beschrieben in der Serie „Empire“, war Darth Vader zu schwach, um Celeste Morn und den Muur-Talisman unter seine Kontrolle zu bringen. Er ließ die nun wache Frau auf der Welt zurück, wo sie gegen ihren Willen eine düstere Armee schuf.

Zwanzig Jahre später hat Darth Vader den Zwischenfall weitestgehend verdrängt und erinnert sich nur noch dunkel an das Geheimnis. In den Abenteuern der Heftserie „Rebellion“ beschließt er, es gegen die Rebellen einzusetzen. Er nutzt einen Spion, um ihnen die Informationen über den Mond zuzuspielen, wohl wissend, dass mit Sicherheit einer dem Ruf folgen wird: der junge Mann mit den Jedi-Kräften, der den Todesstern zerstört hat. Die Falle schnappt tatsächlich zu. In der Hoffnung auf dem verlassenen Mond etwas zu finden, das ihm und der Rebellion nutzen kann, landet Luke Skywalker zusammen mit seinen Freunden dort. Tatsächlich kann er Celeste Morn aufspüren, doch die Hoffnung trügt in doppelter Hinsicht. Der Muur-Talisman will ihn übernehmen, und Sternenzerstörer des Imperiums tauchen auf, um die Aufständischen gefangen zu nehmen.

Über hundert Jahre später, während der „Legacy“-Ära, entdecken auch Cade Skywalker und seine Freunde den Ort des Geschehens und werden wie magisch von ihm angezogen. Denn alles, was sie im Kampf gegen den Sith-Lord und Imperator Krayt unterstützen könnte, ist gut. In den Trümmern eines alten Sternenzerstörers stöbert er die noch immer lebende Celeste Morn auf, die inzwischen noch verbitterter geworden ist. Die Jedi-Ritterin spürt, dass er vielleicht die Antwort auf ihre Gebete ist, denn genau wie Zayne Carrick strebt er nicht nach der Macht in der Macht – und er ist weitaus stärker. Allerdings haben auch Krayt und seine Sith Wind von dem Fund bekommen – und der Imperator beschließt, den Muur-Talisman an sich zu bringen. Denn vielleicht kann ihm die Verbindung mit dem alten Sith-Meister endlich die gewünschte Heilung bringen…

Mit „Vector II: Plage der Vergangenheit“ findet die zusammenhängende Saga ihren Abschluss. Gelungen werden hier die Zeitebenen verknüpft, und man sieht auch viele bekannte Gesichter aus den Serien wieder. Allerdings fällt schon auf, das die Abenteuer von Luke und Leia mit der Überlebenden aus der Vergangenheit weitaus weniger ausgearbeitet sind, als der Abschluss der Saga – vermutlich weil diese beiden als Filmfiguren weitaus weniger Spielraum für eigene Ideen lassen als die Figuren des Expanded Universe. Daher konzentriert man sich in diesen Teilen eher auf die Action, während in den Ereignissen aus der „Legacy-Ära“ alle Fäden zusammengeführt werden.

Wieder zeigt sich die Ambivalenz der Figuren und ihrer Taten. Gerade weil Cade ein Grenzgänger zwischen Gut und Böse ist, besitzt er die Macht und den Willen, der Schlüssel für Celeste Morns Rettung zu sein. Die Jedi Ritterin ist längst zu einer tragischen Figur geworden – aber auch sie tut noch ihren Teil dazu, um der Geschichte eine unerwartete Wendung zu geben. Immerhin kommt man durch die vielen Rückbezüge und die Zusammenfassung am Anfang gut in die Geschichte hinein, auch wenn es schon länger her ist, dass man die anderen Teile gelesen hat, bzw. sie vielleicht gar nicht kennt.

„Vector“ bietet wieder feinste Space-Opera und verbindet die aktuellen Comic-Serien des „Star Wars“-Universums umso mehr. Dabei zeigt sich, dass nicht nur die Zeichnungen herausragend sind, sondern auch der Inhalt kann durch die ausgefeilte Handlung mit vielen Anspielungen und die hintergründigen Figuren überzeugen und überraschen. Man kann den Sonderband jedenfalls nicht so schnell aus den Händen legen. (CS)

Titel bei Amazon.de:
Star Wars Sonderband 50 – Vector 2: Plage der VergangenheitFables 09 – Wölfe

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Fables 09 – Wölfe

Erstellt von Werner Karl am 27. Oktober 2009

fables-09-wolfeBill Willingham
Fables 09 – Wölfe

Fables 48 – 51, Vertigo/DC, USA, 2006
Panini Comics, Stuttgart, 5/2009
PB mit Klappbroschur, vollfarbige Graphic Novel im Comicformat, Fantasy, Mystery
ISBN 9783866077706
Aus dem Amerikanischen von Gerlinde Althoff
Titelillustration von James Jean
Zeichnungen von Mark Buckingham, Shawn McManus, Steve Leialoha, Andrew Pepoy, Farbe von Daniel Vozzo und Lee Loughridge

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http://lambiek.net/artists/l/leialoha_steve.htm
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Inzwischen ist schon der neunte Band der Reihe „Fables“ von Bill Willingham erschienen. Dort sind die Figuren aus Märchen, Fabeln und Sagen von einem so geheimnisvollen wie übermächtigen Feind aus ihren Reichen vertrieben worden und haben sich in eine Enklave am Rande von New York und auf einer abgeschiedenen Farm in der nahe gelegenen ländlichen Region zurückgezogen. Doch auch hier bekamen sie schon zu spüren, dass sie nicht ganz sicher sind, da der Angriff der Holzsoldaten große Lücken in ihre Reihen schlug. Aber Prince Charming möchte dem Feind zeigen, dass sich die Fables nicht alles gefallen lassen und plant mit seinen Vertrauten eine geheime Aktion. Bloß der Mann, der sie ausführen könnte, fehlt noch – aber der hat sich schon vor einigen Jahren in die Wildnis zurückgezogen und ist unauffindbar: Bigby Wolf. Nur er besitzt die Fähigkeit, sich mitten in das Herz des Imperiums zu schleichen und dort die Hütte des Schnitzers Gepetto aufzuspüren, der das ganze Unheil erst in die Welt gesetzt hat. Der Weg dorthin ist auch schon mit den bisher noch neutralen Wolkenreichen abgeklärt.

So schickt Prinz Charming denjenigen los, der ihn von allen Fables am leichtesten finden kann, auch wenn man diese Person erst unter Druck setzen muss. Man ist bereit, dem Panther Bagheera die Freiheit zu geben, wenn Mowgli, der ebenfalls ein Bruder der Wölfe ist, nach Bigby sucht und ihn wieder zurück bringt, auch wenn er eigentlich verbannt ist. So macht sich der Menschenjunge, den viele aus dem „Dschungelbuch“ kennen, auf die lange Reise. Es dauert nicht lange, da findet er eine Spur in Russland. Erst nachdem er eine Weile hin und her gereist ist, weil ihm verschiedene Menschen immer etwas anderes erzählt haben, erkennt er, dass er doch besser die Richtigen fragen sollte: die vierbeinigen Jäger der undurchdringlichen weiten Wälder. Doch diese halten nicht unbedingt viel von Menschen, und so fordert Mowgli den Anführer heraus, zu einem Kampf auf Leben und Tod… Doch wird ihn die Antwort wirklich zufrieden stellen können?

Von all dem ahnt Snow White nichts, da sie alle Hände voll hat, um ihre Rasselbande im Zaum zu halten. Die lebhaften Kinder beginnen, sich auf der Farm zu langweilen, doch bevor sie diese wirklich verlassen dürfen, müssen sie erst beweisen, dass sie es schaffen, einen Monat ohne Fliegen oder Verwandlung in Wölfe auszukommen – denn nur wenn sie über ihre Fähigkeiten Kontrolle haben, können sie sich wirklich unter Menschen bewegen…

Der Band „Wölfe“ schlägt ein neues Kapitel in der Geschichte der Fables auf, denn zum einen beweist Prince Charming, dass er nicht nur gut aussieht und sich einschmeicheln kann, sondern dass er durchaus auch ein kluger Stratege ist, wie sich an der geheimen Mission von Bigby Wolf im Herzen der feindlichen Macht zeigt. Die Wolkenreiche sind auch ein weiteres Thema des Bandes, der beweist, dass es noch viel mehr magische Reiche gibt, die man bisher nicht kannte.

Eher liebenswert sind die Entwicklungen um Snow White und ihre lebhaften Kinder, die ganz offensichtlich mehr von ihrem Großvater und ihrer Tante als den eigenen Eltern geerbt haben. Und der Leser erfährt, dass es eigentlich nicht nur sechs sondern sieben Kinder sind und das letzte die ganze Zeit bei seinem Vater weilte. Neben den diesmal besonders phantasievollen und spannenden Abenteuern gibt es also auch einmal etwas Romantik, denn man kann sich einer Sache sicher sein – der Feind wird sich die Demütigung, die ihm widerfahren ist, nicht lange gefallen lassen. Und zu erfahren, wie er zurückschlägt macht Lust darauf, mehr zu lesen. Auch diesmal lebt die Graphic Novel vor allem von den bezaubernden Geschichten innerhalb der eigentlichen Handlung.

In „Wölfe“ geht es gleich auf mehreren Ebenen spannend mit den Fables weiter. Die Saga hält dabei zeichnerisch wie inhaltlich das hohe Niveau seiner Vorgänger und macht Lust auf mehr. Als besonderen Bonus gibt es diesmal Karten von den Enklaven der Fables in und nahe von New York, so dass man sich endlich einmal die Lage der einzelnen Örtlichkeiten zueinander vorstellen kann, was den Band umso interessanter macht. (CS)

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Fables 09 – Wölfe

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Die Legenden der Drachenlanze 01 – Die Brüder

Erstellt von Werner Karl am 27. Oktober 2009

die-legenden-der-drachenlanze-01-die-bruderMargaret Weis, Tracy Hickman & Andrew Dabb
Die Legenden der Drachenlanze 01 – Die Brüder

Dragonlance Legends, Vol. 1: Time of the Twins, USA, 2008
Panini Comics, Stuttgart, 6/2009
PB mit Klappbroschur, vollfarbige Graphic Novel im Comicformat, Fantasy
ISBN 9783866077393
Titelbild und Zeichnungen von David Cole, Farben von Adam Chong
Aus dem Amerikanischen von Oliver Hofmann und Astrid Mosler

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www.dragonlance.com/
www.margaretweis.com/news.php
www.trhickman.com/

Die amerikanischen Autoren begründeten in den frühen 1980er Jahren mit der „Drachenlanze“-Saga ein neues Genre in der Fantasy, das es in dieser Form noch nicht gegeben hatte: den Rollenspiel-Roman. Sie erzählten die Abenteuer ihrer Rollenspielgruppe nach und machten aus der reinen Zusammenfassung eine spannende Geschichte. Das begeisterte viele Leser, die selbst in die Rollen von magischen oder kriegerischen Helden schlüpften, und so erschienen schon bald Fortsetzungen, welche die Abenteuer, der Helden weiter zu spinnen versuchten, wenn auch diesmal in mehr literarischer Form. In den „Legenden der Drachenlanze“ widmeten sich Weiß und Hickman ihren Lieblingsfiguren, den Zwillingsbrüdern Raistlin und Caramon Majere. Gut zwanzig Jahre nach den Romanen gibt es nun erstmals auch eine Comic-Umsetzung der Saga, für die der erfahrene Szenarist Andrew Dabb wieder einmal das Skript verfasste.

Zwei Jahre sind nach der schweren Niederlage von Takhisis vergangen, das Vordringen der dunklen Göttin konnte aufgehalten werden. Doch ihre Vasallen, die Drachenfürsten, sind noch immer nicht besiegt und haben sich mittlerweile ihre eigenen kleinen Reiche geschaffen und beginnen, diese auszuweiten. Einige von ihnen hoffen auch auf einen zweiten Versuch, ihrer Herrin den Weg nach Krynn zu ebnen.

Die überlebenden Helden der Drachenlanze haben sich mittlerweile in alle Winde zerstreut. Tanis und Laurana haben wichtige Aufgaben übernommen, während sich Caramon und Tika nach Solace zurückgezogen und das ‚Wirtshaus zur letzten Bleibe’ übernommen haben und dort versuchen, eine Familie zu sein. Raistlin hingegen macht auf andere Weise von sich reden. Auch wenn er nun die Schwarzen Roben trägt, so bleibt er weiterhin ein Renegat und geht seinen eigenen Weg, ohne sich um die Regeln und Einschränkungen seines Ordens zu scheren. Er erweitert seine Macht, und der Dunkelelf Dalamar, der ihn eigentlich überwachen sollte, ist mehr und mehr von ihm fasziniert. Die Magiergilde beobachtet das mit Sorge, denn es ist nicht zu übersehen, dass er selbst dabei Grenzen überschreitet, die Krynn aufs Neue gefährden könnten. Derweil ist Crysania, eine Klerikerin des Gottes Paladin, voller Sorgen und Ängsten, denn sie hat immer wieder Träume und Visionen, in denen ihr Schicksal mit dem von Raistlin verknüpfen zu sein scheint. Als sie den Magier persönlich kennen lernt, ist sie auch von ihm als Mann fasziniert und kann ihn nicht mehr vergessen. Doch darf sie sich die Liebe zu ihm überhaupt erlauben?

Eines Tages ist Raistlin verschwunden. Auf der Suche nach ihm stößt sie in Solace auf Caramon, den die Untätigkeit nach den Kriegen und die Zurückweisung seines Bruders gebrochen und zum Trinker gemacht haben. Dass er sie auf Geheiß seiner Frau Tika zum Turm der Magier in Wayreth begleitet, ist ihr zunächst eher unangenehm, doch dann erweist sich, dass es genau das Richtige war. Wie sie nun erfahren müssen, ist Raistlin in die Vergangenheit zurück gereist, um auf den mächtigen Erzmagier Fistandantilus zu treffen. Wenn das geschieht, kann sich vielleicht die Geschichte verändern. Es gibt nur noch einen Weg, ihn aufzuhalten. Der Comic folgt sehr genau den dramatischen Ereignissen des Romans, und es kommt auch der Graphic-Novel sehr zugute, dass die Anzahl der Helden und Schauplätze etwas reduziert wurden und ein genauer Blick auf das Verhalten und die Entscheidungen der Brüder geworfen wird. Auch ohne in die Tiefe zu gehen, setzt die Geschichte nicht mehr auf epische Schlachten sondern das Schicksal einzelner. Denn so bewusst und zielstrebig, wie Raistlin seine Entscheidungen trifft, versuchen die anderen – die noch an das Gute in ihm glauben -, ihn genau davon abzuhalten. Dazu kommen die üblichen Ingredienzien klassischen Fantasy-Abenteuers, inklusive einer magischen Zeitreise.

Die zeichnerische Qualität ist dagegen nicht sonderlich herausragend und eher Mittelmaß. David Cole prägt den seit Jahren auch durch Abbildungen vertrauten Figuren seinen eigenen Stempel auf, so dass sie teilweise nur noch durch Haar und Augenfarbe oder typische Kleidung zu erkennen sind und nicht mehr viel mit den Gestalten auf den Buchcovern von Larry Elmore zu tun haben. Raistlin sieht aus wie ein alter Mann, obwohl er gerade erst auf die Dreißig zugehen dürfte. Caramon bekommt, als er sich zusammenreißt und trainiert, geradezu cartoonhaft hervor gehobene Muskelpakete. Auch Crysania hat mehr von einer Superheldin als einer zarten und zerbrechlichen Priesterin. Zudem scheint der Künstler nur begrenzt die Mimik von Menschen zu beherrschen, denn die Unterschiede sind recht gering, passen nicht immer zu den Geschehnissen und verkommen oft genug zu seltsamen Grimassen.

„Die Brüder“, der erste Teil der „Legenden der Drachenlanze“, ist inhaltlich solide umgesetzt, nur zeichnerisch bleibt die Geschichte auf einem schwachen Mittelmaß, da dem Künstler noch einiges an Ausdruckskraft fehlt. (CS)

Titel bei Amazon.de:
Die Legenden der Drachenlanze 01 – Die Brüder

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Tony Hill & Carol Jordan 01 – Das Lied der Sirenen

Erstellt von Werner Karl am 27. Oktober 2009

tony-hill-carol-jordan-01-das-lied-der-sirenenVal McDermid
Tony Hill & Carol Jordan 01 – Das Lied der Sirenen

Nach dem Roman „Das Lied der Sirenen”, Kraur, München, 1997
The Mermaids Singing, GB, 1993
Der Hörverlag, München, 2/2009
2 CDs auf Displays in aufklappbarer Pappbox, Krimi-Hörspiel
ISBN
9783867172615
Laufzeit: ca. 129 Min.
Aus dem Englischen von Manes H. Grünwald
Hörspielbearbeitung von Sven Stricker
Sprecher: Heikko Deutschmann, Leslie Malton, Boris Alinovic, Florentine Lahme, Felix Manteuffel u. a.
Musik von Jan-Peter Pflug
Titelgestaltung von Alexandra Dohse unter Verwendung eines Fotos von Ilona Wellmann/Trevillion Images
Fotos im Innenteil von Claudia Frickemeier
In der Box befestigtes, 6-seitiges Booklet

www.hoerverlag.de
www.valmcdermid.com
www.val-mcdermid.de
www.grafikkiosk.de
www.myspace.com/tonzimmer

Der Tod von vier jungen Männern schockiert die Bevölkerung und sogar hart gesottene Polizisten: Jedes der Opfer war ledig, angeblich homosexuell, wurde gefoltert und grauenhaft verstümmelt. An keinem Tatort gibt es Hinweise auf den Mörder. Alles ist sorgfältig inszeniert, fast schon wie ein Kunstwerk. Als eine der Leichen als Kollege identifiziert wird, ist klar, dass der Täter die Beamten herausfordern will. Da diese lange auf der Stelle treten, wird ihnen der Profiler Tony Hill zugeteilt. Mit Ausnahme von Carol Jordan, die das Team leitet, ist niemand sonderlich begeistert darüber, dass ein Psychologe ihre Arbeit unterstützen soll. Tony und Carol kommen sich während der Recherchen zögerlich näher, doch ab einem bestimmten Punkt scheint es eine Barriere zu geben, die Tony nicht überwinden kann. Tatsächlich geht er in seiner Arbeit auf, denkt sich in den Mörder hinein, hält mit ihm geistige Zwiesprache und findet auf diese Weise auch Dinge über sich selbst heraus, die ihm nicht gefallen. Aber es kommt noch schlimmer für Tony: Der Täter wird auf ihn aufmerksam…

Aufgeschlossenen Krimi-Freunden dürfte Val McDermid keine Unbekannte sein. Beispielsweise im Argument Verlag erschienen ihre „Lindsay Gordon“- und „Kate Brannigan“-Serien, in denen jeweils eine lesbische Journalistin bzw. Privatdetektivin ihre Nase in gefährliche Angelegenheiten steckt. In die spannenden Storys eingebaut ist stets die Kritik an einer Gesellschaft, die Homosexualität ablehnt, Bekennende ausgrenzt und nicht selten sogar terrorisiert. Auch die Gleichberechtigung der Frau, die weitgehend nur auf dem Papier existiert, wird thematisiert. Viele Männer und erschreckenderweise auch Geschlechtsgenossinnen reagieren negativ auf eine selbstbewusste, intelligente Frau in leitender Position und würden sie am liebsten zurück zu den ‚drei Ks’ (Küche, Kinder, Kirche) verbannen.

Diese Motive spielen im vorliegenden Psycho-Thriller ebenfalls eine wichtige Rolle. Der Täter wird als ‚Schwulenmörder’ bezeichnet, so mancher Beamte outet sich als ‚Schwulenhasser’ und Chauvinist, selbst der Profiler hat Probleme mit seiner eigenen Sexualität. Es gibt immer wieder Seitenhiebe, die sich gegen die Intoleranz, Verlogenheit und Sensationsgier der Menschen richten. Im Vordergrund steht jedoch der spannende Fall, in dem ein grundverschiedenes Ermittlerpaar versucht, einen perversen Psychopathen aufzuspüren. Anhand der vagen Hinweise erstellt Tony Hill ein Täterprofil und kommt dem Mörder gefährlich nahe, so dass dieser nun nach dem Leben des Psychologen trachtet.

Die Autorin bedient sich einer gepflegten Sprache, schockiert aber immer wieder mit drastischen Beschreibungen und Ausdrücken, wenn sich der Fokus auf den Täter und seine Grausamkeiten richtet. Dies wird auch in der Hörspiel-Version des Titels gekonnt umgesetzt und schreckt den Zuhörer regelmäßig auf, der gebannt die Geschehnisse verfolgt. Die Besetzung der Rollen vermag zu überzeugen. Fast bildlich kann man sich die ehrgeizige Carol Jordan, den innerlich zerrissenen Tony Hill und all die anderen vorstellen. Die düstere Hintergrundmusik von Jan-Peter Pflug und die realistische Geräuschkulisse tragen gleichfalls dazu bei, dass man sich von der unheilvollen Atmosphäre einfangen lässt.
Wer den Roman „Das Lied der Sirenen“ gelesen hat, kann unmittelbar vergleichen, ob die Hörspielfassung gelungen ist. Geht man unbedarft an den Titel heran, bekommt man einen spannend inszenierten Psycho-Thriller geboten, der sich um interessante Charaktere rankt und Lust auf mehr macht. Mittlerweile umfasst die Serie sechs Bücher; von daher darf man sich gewiss auf weitere faszinierende „Tony Hill & Carol Jordan“-Hörspiele freuen. (IS)

Titel bei Amazon.de:
Tony Hill & Carol Jordan 01 – Das Lied der Sirenen

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Marie Kermeur 02 – Killmore – Was niemand wissen darf

Erstellt von Werner Karl am 27. Oktober 2009

marie-kermeur-02-killmore-e28093-was-niemand-wissen-darfNicole Jamet & Marie-Anne Le Pezennec
Marie Kermeur 02 – Killmore – Was niemand wissen darf

Les oubliés de Killmore, Frankreich, 2007
Knaur Verlag, München, 6/2008
HC mit Schutzumschlag und Lesebändchen, Thriller
ISBN 9783426663028
Aus dem Französischen von Susanne Schmitz
Titelgestaltung von ZERO Werbeagentur, München unter Verwendung eines Fotos von FinePic, München

www.knaur.de

Marie Kermeur, eine der Erben der Sullivans, die es durch Pferdezucht und Whiskeybrennerei auf der irischen Insel Killmore zu Ansehen und Vermögen gebracht haben, kam als Säugling durch ein tragisches Unglück, das ihrer Mutter Mary widerfuhr und deren Leben beendete, zu Adoptiveltern und verbrachte eine glückliche Kindheit. Erst als erwachsene Frau kehrt sie aufgrund der Bemühungen ihrer Großmutter Louise in den Schoß der Sullivans, ihre leibliche Familie, zurück. Um dort den Bund des Lebens zu schließen, folgt sie der Einladung der Familie, die ihre Ankunft jedoch eher mit Ablehnung und unterschwelligem Hass begegnet, der unterschiedliche Ursachen hat, vor allem auf Hab- und Eifersucht beruht. Nur ihre Großmutter Louise und ihr Onkel Edward empfangen Marie herzlich. Mit dem Tag, an dem die junge Polizistin und Lucas Fersen, ihr Kollege und künftiger Mann, den Boden des Sullivan-Anwesens betreten, gerät ihr Leben aus den Fugen. Die Vergangenheit – und vor allem die Schuld, die ihre beiden Familien, deren Geschichte seltsamerweise miteinander verquickt ist – holt sie immer mehr ein.

Mit tödlichen Folgen: Marie sieht direkt bei ihrer Ankunft im zweiten Stock des Familienanwesens, den ihre verstorbene Mutter bewohnt hat, eine geisterhafte Frau, erfährt aber auf ihre Nachfrage, dass die Zimmer angeblich seit dreißig Jahren unbewohnt seien. Aber Marie weiß, dass sie die Erscheinung gesehen hat! Fortan häufen sich die ‚Zwischenfälle’; Marie und Lucas werden immer mehr in die intriganten Familiengeflechte gezogen – und es bleibt nicht nur bei einem Mord. Frank Sullivan verspürt Hass gegen seine Cousine Marie, die ihn durch ihre Rückkehr einen Teil seines Erbes kostet, und er hegt finstere Pläne, um sie loszuwerden. Damit ist er jedoch nicht allein. Alice, seine Schwester, ist ebenso von Hass zerfressen, wenn sie an Marie denkt, jedoch aus einem völlig anderen Grund: Sie verspürt nagende Eifersucht, wenn sie sieht, auf welche Weise ihr Vater Edward ihre Cousine Marie ansieht – ihr Vater, der Alice immer nur mit Gleichgültigkeit oder Ungeduld begegnet ist. Und wegen dem sie sogar in die Heirat mit einem ungeliebten Mann einwilligte, von dem sie ihre pubertierende Tochter Jill hat. Doch auch die von ihrem Vater vermittelte Heirat, die einen unglücklichen Verlauf nahm, brachte Alice dem Vater nicht näher.

Als Marie Schritte im zweiten Stock hört und nach oben geht, stößt sie in dem ehemaligen Zimmer ihrer Mutter auf eine lebensechte Wachspuppe (Abbild ihrer Mutter), deren Gesicht auch das von Marie sein könnte. Die Puppe trägt ein scharlachrotes Kleid, das alle Frauen der Sullivans bei ihrer Hochzeit trugen. Marie findet in dem Zimmer auch ein Buch über die ‚Scharlachrote Königin’, das Aufschluss über die Geschichte der Titelfigur und ihres mörderischen Sohnes Drest gibt. Es wird immer mysteriöser, und die nächsten Charaktere betreten den Boden von „Killmore“. Zu der Hochzeitsfeierlichkeit erscheinen auch Maries Adoptiveltern und Lucas’ Eltern – seine Mutter leidet an Alzheimer – und Maries Onkel (Bruder ihres Vaters Ryan) Pierre-Marie. Somit laufen alle familiären Fäden anlässlich des bevorstehenden Festes zusammen. Von da an ist nichts mehr in Maries Leben wie zuvor. Ein Notar taucht auf, bei dessen Vater Maries verstorbene Mutter Mary einen Brief für ihre Tochter hinterlegt hat. Dann bricht Feuer im zweiten Stock des Anwesens aus, und die ‚Mary-Wachspuppe’ geht in Flammen auf. In der Hektik, die sich naturgegeben ausbreitet, verschwindet der mysteriöse Brief – natürlich bevor Marie ihn gelesen hat.

Am Tag ihrer Hochzeit warnt eine Botschaft Marie: Sag nein. Du weißt nicht, wer Lucas Fersen ist. Aber Marie ist sich des Mannes an ihrer Seite und ihrer gegenseitigen Liebe sicher – und Lucas und sie werden Mann und Frau. Maries Ex-Geliebter Christian kann das nicht akzeptieren, will lieber sie und Lucas tot sehen und bringt das deutlich rüber. Aber damit nicht genug: Auch Alice liefert Marie aus Eifersucht auf der Hochzeitsfeier eine Szene und droht ihr: Ich werde dich schon noch los. Somit läuft an dem Tag, der Maries schönster werden sollte, einiges gewaltig aus dem Ruder. Maries Onkel Pierre-Marie scheint ebenfalls Geheimnisse zu haben und eigene Pläne zu verfolgen. Auch sein Auftreten mutet nur wie eine bigotte Fassade an. Die Dramatik nimmt immer mehr Gestalt an, als Alice ums Leben kommt und man ihr das Siegel der Scharlachroten Königin (das Zeichen der Unerwünschten) ins Dekolleté gebrannt hat. Doch schon bald wird mehr als wahrscheinlich, dass eigentlich Marie getötet werden sollte.

Marie und Lucas beschließen nun, dem Mord, aber auch den anderen Ungereimtheiten und mysteriösen Geschehnissen nachzugehen. Sie begeben sich mit Polizeitauchern in jenen See auf der Insel der Schimären, auf dessen Grund ein überflutetes Dorf steht, dessen Glockenturm der Kirche noch aufrecht steht und manchmal aus dem See ragt (Covermotiv). Irgendetwas scheint sich in dem See zu verbergen, in dem immer wieder Menschen verschwinden. Danach besuchen Marie und Lucas mit Angus, ihrem irischen Ermittlerkollegen, das Kloster auf der Insel der Schimären, treffen dort auf die Oberin Mutter Clementina und ahnen sehr bald, dass es dort ebenfalls ein Geheimnis zu geben scheint, das die Nonnen hüten. Pierre-Marie verspürt ungute Gefühle gegen seinen verstorbenen Bruder Ryan, der von ihrem Vater immer bevorzugt wurde (eines der zentralen Themen dieses abwechslungsreichen und intelligenten Thrillers sind die Familienbande, ob gestörte oder innige). Pierre-Marie glaubt sogar, dass Ryan seinen Selbstmord nur vorgetäuscht hat und noch lebt, und somit in Maries Nähe auftauchen wird.

Marie fragt sich schon bald, als sie auf immer mehr dunkle Punkte in ihrer und Lucas` Familienvergangenheiten stößt, wie weit sie gehen sollen, um die Wahrheit zu erfahren – und ob es nicht besser wäre, diese ruhen zu lassen. Was noch viel schlimmer ist: Lucas wird ihr immer fremder, und sie stellt sich die Frage, wer der Mann wirklich ist, den sie geheiratet hat. Doch dann gerät Maries Welt gewaltig aus den Fugen, als man Lucas` Leiche findet – doch natürlich ist alles ganz anders, als der Leser denkt…

„Killmore“ überzeugt besonders durch den Ideenreichtum der beiden Autorinnen und die gut strukturierten und profilierten Charaktere. Aber damit längst nicht genug: Auch die Nebencharaktere erhalten ihre Geschichte und ihren Platz in der Familiensaga, die sich immer mehr vor den Augen des Lesers abspult: Da ist die Haushälterin Dora und ihre Tochter Kelly, die Ähnlichkeit mit den Sullivans aufweist; Christian Brèhats, Maries Ex-Verlobter, der sie immer noch liebt und mit seinen ambivalenten Gefühlen ringt; Jill, Alices Tochter, aber auch die Oberin des Klosters – um nur einige wenige zu nennen. Bis zum Schluss zaubern die Autorinnen immer wieder neue, überraschende Details aus dem Ärmel. So muss ein Thriller sein: Jede Seite steigert unbemerkt die Spannung – was bedeuten die an jeder Leiche zurückgelassenen Oghamzeichen, welche eine weitere Verbindung zu der Legende um die Scharlachrote Königin darstellen, die ihre fünf Stiefsöhne töten ließ um ihrem leiblichen Sohn das Erbe zu sichern, und gibt es den sagenumwobenen Goldschatz wirklich? Das sind nur zwei von vielen Fragen, die sich dem Leser stellen. Nicole Jamet und Marie-Anne Le Pezennec verquicken bei der Beantwortung derer geschickt mehrere Liebesgeschichten aus der Gegenwart und Vergangenheit. Das Schicksal jedes Einzelnen wird dabei sorgfältig durchleuchtet.

Eingebettet in die mysteriöse Geschichte von Dana, der ersten keltischen Königin, auch die Scharlachrote Königin genannt, sind eindrucksvolle Landschaftsschilderungen der Insel der Schimären, auf der das Kloster steht, in dem nicht alles mit rechten Dingen zugeht und das immer mehr offenbart, dass sich an manch ‚religiösem’ Ort weitaus mehr als Gebete und fromme Taten verbergen. „Killmore“ ist ein Pageturner der besonderen Klasse und zieht den Leser von der ersten Seite an sofort in die Handlung, die in immer mehr Strängen verläuft, ohne zu zerfasern. Das ist die eigentliche Größe dieses Romans, der so viele einzelne Elemente beinhaltet und eine Fülle von Ideen und geschickten Wendungen und Verzahnungen zu bieten hat. Was darüber hinaus besticht, ist die Tatsache, dass die beiden Autorinnen so harmonisch und Stil sicher vorgegangen sind, dass man keinerlei Umbrüche feststellt. Alles wirkt wie aus einem Guss, nichts stört den Lesefluss und die Spannung.

Der Roman hat alles, was Thrill ausmacht: eine alte Legende, ein zentrales Liebespaar, das darin verstrickt wird, alte Familiengeschichten, die immer mehr miteinander verquickt werden, ein Kloster mitsamt Geheimnissen, mysteriöse Morde, die im Zusammenhang mit der Legende zu stehen scheinen, ein ominöser Goldschatz, zwei skrupellose französische Humangenetiker, ein ermordeter Journalist – immer mehr Mosaiksteine ergeben zum Schluss ein imposantes Bild. Und „Killmore“ hat noch erheblich mehr zu bieten, als diese Rezension verraten möchte: Das Netz, in das alle Beteiligte der Handlung verwoben sind, wird immer dichter und zeigt mehr und mehr, dass die Ursachen allen Übels in der Vergangenheit liegen und ihrer aller gemeinsame Wurzeln sind, die sich teils sehr unselig miteinander verbunden haben.

Was psychologisch fasziniert: Beinahe keiner der Beteiligten ist der, der er vorgibt zu sein; es ist nichts so, wie es scheint, und so werden nacheinander immer mehr ‚Masken’ heruntergerissen, wahre Gesichter – und die damit verbundenen Geschichten – entblößt und offenbart. Spannender geht es nicht! Auch die Aufmachung ist, wie immer bei den Knaur-Hardcovern, erstklassig, nur der Satz und das Lektorat sind nicht völlig fehlerfrei; das mindert den Lesegenuss aber nicht. „Killmore“ und auch sein Vorgängerband „Dolmen“, sollten in keiner Krimi-Sammlung fehlen: Es sind spannende, psychologisch raffinierte und mystische Thriller, der von der ersten bis zur letzten Seite fesselt. (AB)

Titel bei Amazon.de:
Marie Kermeur 02 – Killmore – Was niemand wissen darf

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Unter dunklen Schwingen

Erstellt von Werner Karl am 27. Oktober 2009

unter-dunklen-schwingenAlisha Bionda (Hrsg.)
Unter dunklen Schwingen

Otherworld Verlag, Graz/A, Originalausgabe: 5/2009
PB, Horror, Dark Fantasy
ISBN 9783902607164
Titel- und Innenillustration von Mark Freier
(sfbentry)

www.otherworld-verlag.com
www.alisha-bionda.net/
www.freierstein.de

Die elf phantastischen Storys in dem Band stehen unter dem Motto „Unter dunklen Schwingen“, die einzige Vorgabe der Herausgeberin an ihre Autorinnen und Autoren. Neben dem Cover fertigte Mark Freier auch kongeniale und brillante (Eingangs-) Illustrationen zu den Storys an. Geflügelte Wesen in der Phantastik sind u. a. Vampire und Engel. „Unter dunklen Schwingen – geht der Tod auf die Jagd“ von Christoph Hardebusch pirscht sich die letzte Vampirin an ihr Opfer heran, um eine Überraschung zu erleben. „Geht der Tod auf die Jagd“ ist prägnant verfasst.

Einen größeren Handlungsfaden spinnt Barbara Büchner in „Unter dunklen Schwingen – zieht dich die Blutgräfin in ihren Bann“. Es ist nicht nur die umfangreichste Geschichte in dem Band, sondern auch die konventionellste. Jene Blutgräfin ist eine Vampirin, die vor Jahrhunderten besiegt wurde und nun wiederkehrt. Der klassische Vampirjäger darf ebenso wenig fehlen wie andere Sujets und Handlungselemente von Vampirromanen. Damit wird „Zieht dich die Blutgräfin in ihren Bann“ zu dem uninteressantesten Beitrag der Anthologie. Um nichts weniger als um die Existenz der menschlichen Welt geht es in „Unter dunklen Schwingen – entscheidet der Feuerengel über die Geschicke der Welt“ von Arcana Moon. Alisha Bionda gibt sich in „Unter dunklen Schwingen – trifft dich Ischariots Kuss“ mit weniger zufrieden: Wer beherrscht die Welt?! Zwölf dunkle Jünger, die im Passauer Dom hausen?! Das ist schon etwas origineller als „Entscheidet der Feuerengel über die Geschicke der Welt“!

In „Unter dunklen Schwingen – wächst manch Aberglaube“ von Uschi Zietsch verspielt ein Volk durch Kurzsichtigkeit seine Zukunft. Eine drastische Stellungnahme gegen Intoleranz gegenüber Andersartigen. Schön erzählte, um mehr oder minder alltäglichere Ereignisse kreisende (in verschiedenen Epochen) Kurzgeschichten verfassten Andreas Gruber, Aino Laos, Marc-Alastor E. E., Dominik Irtenkauf und Tanya Carpenter und Mark Staats. In „Unter dunklen Schwingen – nimmt der Wahnsinn seinen Lauf“ von Andreas Gruber gerät der Schulfreund des Protagonisten, später er selbst, unter den verhängnisvollen Einfluss eines – Puzzlespiels. Ein Gasthaus spielt in „Unter dunklen Schwingen – gesteht ein jeder seine Schuld“ von Aino Laos die Hauptrolle. Das Gebäude entlässt seine Gäste nur, wenn sie ihre Morde gestehen – und das Wirtshausehepaar erlebt eine Überraschung.

Marc-Alastor E. E. und Dominik Irtenkauf siedelten ihre Kurzgeschichten in der Vergangenheit an. Die atmosphärisch dichte Story „Unter dunklen Schwingen – gehen Wunder ihren Gang“ von Marc-Alastor E. E. spielt im Viktorianischen (?!) London und schildert die Geschichte des jugendlichen Waisen und Kohleträgers Firminus Becket zwischen Verfolgung, Krankheit, einem Kindermörder und dem Schicksal seiner Pflegemutter. „Unter dunklen Schwingen – kauert Gottes Kind“ von Dominik Irtenkauf spielt irgendwo zwischen Marnurg und Limburg. Ein Mädchen verwandelt sich, zieht sich stetig von ihrem Vormund zurück und offenbart ihr Geheimnis – dem Leser, nicht ihrem Onkel.

Tanya Carpenter und Mark Staats lassen in „Unter dunklen Schwingen – zerbricht die Unsterblichkeit“ ihren verfluchten, unsterblichen Protagonisten durch die Jahrhunderte reisen, auf der Suche nach seiner Erlösung, nach der Reinkarnation seiner Geliebten. Eine Story, die tragisch endet. Einer gewissen Tragik entbehrt auch „Unter dunklen Schwingen – ist kein rechter Bund zu schließen“ von Mark Freier nicht. Der Protagonist wird von jenem Dämon heimgesucht, an den ihn (seine inzwischen verstorbene) Mutter seinerzeit verpfändete. Welche „Gegenleistung“ sie erhielt, geht aus der Story aber nicht hervor.

„Unter dunklen Schwingen“ bietet eine Reihe von thematisch breit gefächerten, interessanten und lesenswerten phantastischen Kurzgeschichten an. Selbst wenn man manche Plots erfahrenen Lesern bekannt erscheinen mögen, so ist in fast allen Beiträge ein Engagement der Autorinnen und Autoren spürbar, das einer Reihe ihrer arrivierten Kolleginnen und Kollegen inzwischen völlig abgeht. (armö)

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Unter dunklen Schwingen

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Atlan X/Kreta-Zyklus 01 – Lotse im Sandmeer

Erstellt von Werner Karl am 27. Oktober 2009

lotse-im-sandmeerHans Kneifel
Atlan X/Kreta-Zyklus 01 – Lotse im Sandmeer

„Perry Rhodan“ und „Atlan“ sind Eigentum von Pabel-Moewig-Verlag, Rastatt
FanPro, Erkrath, 6/2009
TB, SF 71019
ISBN
9783890641881
Titelillustration und Karte von Arndt Drechsler
Autorenfoto von N. N.

www.fanpro.de
www.atlan.de
www.perrypedia.proc.org/Hans_Kneifel
www.perrypedia.proc.org/index.php/Arndt_Drechsler

Vor rund 10.000 Jahren verliert Atlan sein Schiff und seine Crew und ist seither auf der Erde gestrandet. Nach dem Untergang von Atlantis zieht er sich in seine Tiefseekuppel zurück, wo er unter der Obhut des Roboters Rico schläft. Nur wenn der Erde Gefahr droht – sich ein Raumschiff nähert -, weckt die Positronik den Arkoniden. Er handelt als Beschützer, aber auch als Lehrer, der die Entwicklung der Menschheit lenkt, denn er benötigt ein Schiff, um seine Heimat wieder sehen zu können.

Auch um 2000 v. Chr. greift Atlan ein, als sich eine Bedrohung für die Erde abzeichnet. Danach zieht er sich mit seiner Gefährtin Asyrta-Maraye nach Südengland zurück und verbringt mit ihr einige ruhige Tage – zu ruhig für seinen Geschmack, so dass ihm der Auftrag des Pharaos Amenemhet sehr gelegen kommt: Als reicher Kaufmann und Schiffsbauer Ahiram-Acran getarnt, soll Atlan neue Handelswege erforschen und herausfinden, wo sich die nomadisierenden Schmuggler, die die Einkünfte der Ägypter beträchtlich schmälern, verbergen. Während Atlan sein Unternehmen plant, glaubt er, eine Warnung von ES zu erhalten. Was wird Atlan und seine Begleiter erwarten, je weiter sie in die Sahara vordringen? Um die Antwort vorwegzunehmen: nichts oder nicht viel. Natürlich hat man hohe Erwartungen, wenn man zu einem Buch von Hanns Kneifel greift, die der Autor – gemessen an seinen eigenen Standards – nicht immer erfüllen kann. Leider trifft das auch auf diesen Roman zu, hinter dem eine lange Geschichte steht.

Ursprünglich sollte „Lotse im Sandmeer“ als HC unter dem Moewig Fantastic-Label erscheinen. Die Reihe wurde jedoch kurzfristig eingestellt, so dass das Manuskript als E-Book umgesetzt wurde. Nach einer neuerlichen Überarbeitung wurde es nun als TB bei FanPro veröffentlicht, um Auftaktband der neuen „Atlan X“-Reihe zu sein, die den Zeitabenteuern der Titelfigur gewidmet ist, während die andere FanPro-Serie den USO-Missionen vorbehalten bleibt. „Lotse im Sandmeer“ ist außerdem der erste Band der „Kreta“-Trilogie, der die chronologische Lücke zwischen den „PR“-Planetenromanen 173 und 177 schließen wird.

Wer die ‚alten’ „Atlan-Zeitabenteuer“ las und liebte, erwartet zweifellos vergleichbare Konflikte: Atlan erfährt von der Landung mehr oder minder bekannter Invasoren und versucht, diese aufzuspüren. Zum einen will er verhindern, dass die ungeschützte Erde zur Kolonie skrupelloser Mächte wird, zum anderen hofft er, ein Schiff zu kapern, das ihn nach Arkon bringt. Gleichzeitig wird ein Stück belegter Geschichte auf phantastische Weise aufbereitet. Atlan ist Ratgeber von Fürsten, Heerführer in Schlachten, Lehrmeister von Forschern und vieles mehr. Diese Mischung aus wohl dosierten SF-Elementen und Geschichte war stets eines der Highlights innerhalb der „PR“-Serie.

Was die Ursache ist, dass der zündende Funke bei „Lotse im Sandmeer“ nicht überspringen mag, muss jeder für sich selbst entscheiden. Vielleicht liegt es daran, dass das Buch mehr historischer Roman als SF ist. Man könnte meinen, der Autor habe ein vages Manuskript, das zum historischen Roman hatte ausgebaut werden sollen (verschiedene Titel erschienen bei Schneekluth, Goldmann u. a.), zu einem „Atlan“-Abenteuer umgeschrieben und die Action, die sonst in einem Buch für Spannung sorgte, auf drei Bände ausgedehnt. In Folge vermisst man eine fesselnde Handlung, da die Geschehnisse monoton vor sich hin plätschern und zum Ende hin kein nennenswerter Höhepunkt herausgearbeitet wird. Selbst wenn man den Titel unter dem Aspekt des historischen Romans betrachtet und die Sachkenntnis des Autors würdigt – „Erklärungen“ und ein „Glossar“ erläutern alte und Eigennamen bzw. den geschichtlichen Hintergrund -, fehlen spannende und überraschende Entwicklungen.

Auch die Personen wollen dem Leser nicht ans Herz wachsen, sondern bleiben schablonenhaft und austauschbar. Die Dialoge wirken gestelzt und entbehren des Sarkasmus’, durch den sich Kneifel-Charaktere immer auszeichneten (Joak Cascal, Claudia Chabrol, Vivier Bontainer, Oomph Amber usw.). Ihre Motivation ist durch Langeweile sehr simpel erklärt, und die meiste Zeit scheinen sie sich auf einer Sightseeing-Tour und nicht auf einer gefahrvollen Mission zu befinden.

Alles in allem möchte man „Lotse im Sandmeer“ lieber dem Genre ‚historischer Roman’ als der ‚SF’ zuordnen. Da die Charaktere an der Oberfläche bleiben und der Story eine wirklich spannende Handlung fehlt, wird das in sich abgeschlossene Buch nur eingefleischten Fans und Sammlern zusagen. Wer sich mehr erhofft, dürfte nach der Lektüre enttäuscht sein, denn der Band vermag nicht an die Glanzzeiten der Zeitabenteuer anzuknüpfen. Aber vielleicht steigert sich der Mini-Zyklus mit dem nächsten Teil… (IS)

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Atlan X/Kreta-Zyklus 01 – Lotse im Sandmeer

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Star Trek – Der Roman zum Film

Erstellt von Werner Karl am 27. Oktober 2009

star-trek-e28093-der-roman-zum-filmAlan Dean Foster
Star Trek – Der Roman zum Film

Star Trek. Film Tie-In, USA, 2009
Cross Cult, Ludwigsburg, 5/2009
TB, Movie-Tie-In, SF
ISBN 9783941248052
Aus dem Amerikanischen von Susanne Döpke
Titelbild (Logo) von Paramount Pictures Corporation

www.cross-cult.de
www.startrekromane.de
www.alandeanfoster.com/

Die Geschichte von „Star Trek“ beginnt mit einem Zeitparadoxon. Ein Raumschiff aus der Zukunft kommt in die Vergangenheit und vernichtet das Schiff, auf dem James Tiberius Kirk geboren wird. Die Zukunft wird weitgehend verändert, da Kirks Vater das zerstörte Schiff in einem Akt der Selbstaufopferung in das feindliche Schiff rasen lässt. Nur so kann er seine Frau und seinen neugeborenen Sohn retten. Dadurch verändert sich der Lauf in diesem Universum unwiederbringlich, und ein neuer Zeitstrang entsteht. Kirks Kindheit ändert sich rapide. Er wird ein Rebell, der mit einem Bein im Knast steht. Bei einer Kneipenschlägerei in dem er die reizende Uhura kennen lernt, wird er von Captain Pike vor eine neue Möglichkeit gestellt: sein Wissen und seinen Intellekt dahingehend einzubringen, sich in die Sternenakademie bei der Star Fleet einzuschreiben. Pike kannte Kirks Vater und ist von dem Potenzial seines Proteges überzeugt. Kirk entscheidet sich für die Sternenflotte.

Der Kobayashi Maru-Test ist für Kirk keine Option, da das Szenario beinhaltet, dass man verliert. Also mogelt er und gewinnt das Spiel. Ausgerechnet Spock, der das Programm schrieb, wird sein ärgster Widersacher, und so kommt es zum Gerichtsverfahren. Doch da trifft die Nachricht ein, dass Vulkan, Spocks Heimatwelt, in großer Gefahr schwebt. Nun müssen Spock und Kirk einen Weg finden, ihre Diskrepanzen zu beseitigen und an einem Strang zu ziehen.

Dieser Roman ist nicht nur für Trekkies sondern für alle geschrieben worden, die actiongeladene Abenteuer lieben. Der Autor hat die Originalstory weitestgehend erhalten und nur wenige, aber wesentliche Änderungen vorgenommen. Die altbekannten Charaktere sind alle vorhanden: Chekov, McCoy, Scotty, Sulu, Uhura, Spock und Kirk – liebgewordene Freunde im neuen Gewand. Als Gene Roddenberry damals das „Star Trek“-Universum erschuf, war er wohl selber erstaunt, welchen Hype er damit auslöste. Bis heute ist dieses Universum einzigartig; oft kopiert und nie erreicht. Dieses Buch wird dem legendären Schöpfer mehr als gerecht. Die Geschichte wurde entstaubt, modernisiert, und die Charaktere erreichen Tiefe, so dass sie uns menschlich näher stehen.

Allen Trekkies der ersten Stunde, die mit dieser Fassung nicht einverstanden sind, bleibt der Trost, dass es viele alternative Universen gibt, so dass der Urcharakter von „Star Trek“ nicht beeinträchtigt wird. Man denke an das ‚UMUK-Prinzip’: Unendliche Möglichkeiten in unendlicher Kombination. Lesenswert und absolut überzeugend. (PW)

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Star Trek – Der Roman zum Film

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Bewahrer des Chaos

Erstellt von Werner Karl am 27. Oktober 2009

bewahrer-des-chaos1Wladimir Wassiljew
Bewahrer des Chaos

Piper Verlag, München, 4/2009
PB mit Klappbroschur, Fantasy
ISBN 9783492701778
Aus dem Russischen von Christiane Pöhlmann
Titelgestaltung von HildenDesign, München unter Verwendung eines Motivs von Shutterstock

www.piper-fantasy.de
www.hildendesign.de
www.shutterstock.com

Anders als viele frühere Veröffentlichungen aus dem russischen Sprachraum waren die „Wächter“-Romane von Sergej Lukjanenko Bücher nicht nur für eine kleine Elite interessant, die den ungewohnten Blickwinkel schätzten, sondern erreichten auch eine breitere Öffentlichkeit. Sie kamen hierzulande sogar zu Bestseller-Ehren, vor allem weil die Verfilmung des ersten Bandes sogar in den Kinos lief. Vermutlich sprach die interessante Mischung aus russischer Schwermut und Dramatik mit Thriller-Elementen aus amerikanischen Romanen viel mehr Leute an, als erwartet. „Wächter des Tages“, den zweiten Roman, verfasste der Autor zusammen mit Wladimir Wassiljew. Der 1967 geborene Science Fiction- und Cyberpunk-Fan präsentiert mit „Bewahrer des Chaos“ sein erstes eigenständiges Abenteuer aus der „Wächter“-Welt.

Tag- und Nachtwache achten schon seit Jahrhunderten den Vertrag, der die Grenzen zwischen der irdischen und der Anderswelt schützt. Sie haben die Aufgabe übernommen, auch andere daran zu erinnern. Damit sie selbst nicht über die Stränge schlagen, werden sie von der so genannten Inquisition überwacht. Allerdings verhärten sich die Indizien, dass in St. Petersburg Kräfte und Personen am Werk sind, die nicht daran denken, sich an dieses eherne Gesetz zu halten. Schon mehrfach haben dunkle ‚Andere’, Renegaten und Wilde den Vertrag gebrochen und scheinen gewillt zu sein, damit fort zu fahren.

Aus diesem Grund werden einige Wächter aus Moskau und Kiew in die Stadt geschickt, um für Ordnung zu sorgen, unter anderem auch der junge Magier Arik. Dabei stellt sich heraus, dass sie ihre Feinde besser nicht unterschätzen sollten, denn sie fügen den Wächtern, ehe diese wissen, was um sie herum geschieht, schwere Verluste zu. Auch Arik wird auf eine harte Probe gestellt, denn er entdeckt unter den Gegenspielern seine Geliebte. Was soll er nur tun? Auf der einen Seite will er durchaus Rache für die Kameraden nehmen und den Status Quo wiederherstellen, auf der anderen möchte er die junge Frau auch nicht verlieren.

Wladimir Wassiljew beherrscht den Umgang mit der Welt der „Wächter“. Er spinnt in „Bewahrer des Chaos“ die Saga unter etwas anderen Vorzeichen weiter, denn seine Helden stammen vor allem aus der Tagwache, in der nicht ganz menschliche Wesen tätig sind, die ein Auge auf die Menschen haben, die in den anderen Romanen eher untergegangen sind. Obwohl es viele Anspielungen gibt, so kommen doch kaum wirkliche Verbindungen zu den anderen Romanen zum Tragen. Dennoch ist es für diejenigen, die bisher noch keinen Roman des Zyklus’ gelesen haben, schwer, das Buch zu verstehen, da viele Begriffe und Magien, wie z. B. das ‚Zwielicht’, als bekannt vorausgesetzt werden.

Aber auch Fans werden enttäuscht sein, denn die Handlung kommt leider nur sehr langsam in die Gänge und ist recht unausgewogen. Während sich der Anfang sehr zäh liest, da der Autor erst einmal ausführlich die Figuren und ihr alltägliches Umfeld vorstellt, überstürzen sich am Ende die Ereignisse, so dass man gar nicht richtig mitbekommen, was eigentlich jetzt Sinn der ganzen Aktionen war. Das schmälert die Lesefreude, denn nach dem behäbigen Start hat man sich doch mehr Spannung und Dramatik erwartet.

„Bewahrer des Chaos“ kommt inhaltlich und formal leider nicht an die Werke von Sergej Lukjanenko heran. Zudem ist der Roman in erster Linie nur für die Fans interessant ist, weil zu viel an elementarem Vorwissen verlangt wird. (CS)

Titel bei Amazon.de:
Bewahrer des Chaos

BEENDETES BÜCHERPREISRÄTSEL:
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www.buchrezicenter.de veranstaltete in Zusammenarbeit mit dem obengenannten Verlag dieses Preisrätsel, bei dem wir drei Fragen zum Umfeld des Preistitels am Telefon* gestellt haben, die richtig beantwortet werden mussten.
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Die jeweiligen Gewinne wurden anschliessend direkt an die angegebenen Adressen der Gewinner verschickt!
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Wir danken dem obengenannten Verlag als Sponsor herzlich für die zur Verfügung gestellten Preisrätseltitel! Und bedanken uns auch bei unseren Mitspielern für Ihr reges Interesse!
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Die Gewinner der Preisrätseltitel:
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1. Sven Tichlers
2. Dirk kratzer
3. Sandra Avacumov
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Der Rechtsweg war wie immer ausgeschlossen!
* Telefongebühren des Anrufers gehen immer zu Lasten des Anrufers. Bitte informieren Sie sich über die ortsüblichen aktuellen Kosten bei Ihrem Telekommunikationsanbieter!

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Sacred – Der Schattenkrieger 04 – Das verbotene Wissen

Erstellt von Werner Karl am 27. Oktober 2009

sacred-e28093-der-schattenkrieger-04-das-verbotene-wissenThomas Plischke und Ole Christiansen
Sacred – Der Schattenkrieger 04 – Das verbotene Wissen

Frei nach den Schattenkrieger-Romanen von A. D. Portland, erschienen bei Panini-Books
Basierend auf dem Computergame SACRED 2 von Ascaron Entertainment
Weirdoz-Games zum Hören, Düsseldorf, 4/2009
1 CD, Fantasy-Hörspiel
EAN 4042564086515
Laufzeit: ca. 80 Min.
Sprecher: Helmut Krauss, Thomas Fritsch, Annabelle Krieg, Nana Spier, Michael Pan,
Heinz Ostermann, Erla Prollius, Sandra Schwittau, Volker Wolf, Hans Bayer u v. a.
Musik: Blind Guardian
Cover und Illustration von Ascaron Entertainment

www.weirdoz.de
www.ascaron.com
www.sacred2.de
www.blind-guardian.com

Bereits in die vierte Runde geht die Umsetzung der beiden Romane, die den Übergang zwischen dem Computerspiel „Sacred“ und seinem Nachfolger „Sacred 2“ beschreiben. Noch immer ist Garlan auf der Suche nach der ‚Großen Maschine’, die die so genannte T-Energie auf der Welt produziert. Wenn sie in die falschen Hände gerät, dann ist ganz Ancaria verloren. Das weiß er aus eigener Erfahrung nur zu gut. Denn schon einmal ist er in einer Schlacht gefallen. Doch ein verschlagener Nekromant und Großinquisitor hat ihn aus dem Schattenreich zurückgeholt. Nur er kann Garlan wieder den Frieden des ewigen Schlafes geben. Inzwischen hat der Krieger aus der Vergangenheit aber erkannt, dass sein eigenes Wohl wenig gegen das der Welt zählt, und so geht er seine eigenen Wege. Er ahnt zwar, dass man ihn nicht aus den Augen lässt, aber er hofft dennoch, die ‚Große Maschine’ vor seinen Feinden zu erreichen und dann zu zerstören. Weitere Informationen über den Ort, wo sie sich inzwischen befinden könnte, glaubt er, in einer von Mythen umgebenen Burg in den Bergen zu finden.

Zudem empfindet er immer mehr für seine Begleiterin, die Halbelfe Leandra, die zwar zuerst als Spitzel des Elfenadels auf ihn angesetzt worden war, sich aber dann doch auf seine Seite schlug. Deshalb lässt er sie auch nicht zum Sterben zurück, als sie durch den Angriff einer schattenhaften Bestie schwer verletzt wird. Nur die alte Kräuterheilerin Mende aus einem abgelegenen Dorf kann ihr Leben retten. Während das Mädchen langsam wieder zu sich kommt und an Kraft gewinnt, beschließt Garlan, etwas gegen die Bestie zu unternehmen, die auch die Siedlung in ihrer Gewalt zu haben scheint. Er stellt der Kreatur, die sich als Werwolf entpuppt, eine Falle, nicht ahnend, dass er schon längst selbst in eine getappt ist. Denn nicht alle Menschen im Dorf sind das, was sie behaupten zu sein… Und auch nachdem er die Bestie besiegt hat, ist das Böse nicht ganz verschwunden. Wird er so jemals den geheimnisvollen Chronisten erreichen, der angeblich alles aufzeichnet, was jemals auf Ancaria passiert ist?

Derweil spinnen auch der Großinquisitor, der Elfenadel und die einer dunklen Göttin verfallenen Kultisten ihre Ränke, da sie eigene Vorstellungen von der Gestaltung Ancarias haben. Endlich macht die Geschichte einen gewaltigen Satz nach vorne. Nicht nur, dass Garlan nun mehr über die vergangenen fünfhundert Jahre und sein Ziel erfährt, auch wenn er seine Schwierigkeiten hat, das Wissen mit sich zu nehmen – nun machen sich seine Gegenspieler dazu bereit, ihm zu folgen, so dass ein Showdown unvermeidlich sein wird. Und damit es nicht all zu langweilig und der Weg nicht zu einfach für die Helden wird, betreten neue Figuren die Bühne, um für massive Probleme zu sorgen, was vor allem Leandra zu spüren bekommt.

Wieder beweist „Der Schattenkrieger“, dass sich eine sorgfältige Produktion auszahlt. Erneut ist die Auswahl und Arbeit der Sprecher hervorragend, gerade diejenigen, die die ‚bösen’ Rollen übernommen haben, lassen in Punkto Hinterhältigkeit, Boshaftigkeit und Wahnsinn dem Zuhörer kalte Schauer über den Rücken rinnen. So stimmt auch in „Das verbotene Wissen“ die Atmosphäre aufgrund der abwechslungsreichen Abstimmung von Musik, Dialogen und Soundeffekten – und erneut endet das Hörspiel mit einem sehr gemeinen Cliffhanger. Wer abenteuerliche Fantasy auf höchstem Hörspiel-Niveau mag, wird jedenfalls nicht enttäuscht, denn „Der Schattenkrieger“ bietet beim Zuhören Kino im Kopf. (CS)

Titel bei Amazon.de:
Sacred – Der Schattenkrieger 04 – Das verbotene Wissen

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