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Archiv für Januar, 2010

Star Trek – Next Generation: Widerstand

Erstellt von Michael Drewniok am 31. Januar 2010

dillard-star-trek-ng-widerstand-coverJ. M. Dillard
Star Trek – The Next Generation: Widerstand

Originaltitel: Resistance (New York : Pocket Books 2007)
Dt. Erstausgabe: November 2009 (Cross-Cult Verlag/Star Trek – The Next Generation 2)
Übersetzung: Bernd Perplies
Cover: Tom Hallman
277 S.
ISBN-13: 978-3-941248-62-5

Das geschieht:

Endlich ist die „Enterprise“, das Flaggschiff der Föderation, nach langwieriger Reparatur der Schäden, die es im Kampf gegen den Usurpatoren Shinzon davongetragen hat, wieder startbereit. Auch die neue Besatzung ist vollständig. Die erste Reise ist eine Friedensmission und gilt als Routine-Unternehmen.

Captain Jean-Luc Picard kämpft mit dem Fortgang der meisten Senior-Offiziere, die gleichzeitig seine Freunde waren. Data ist tot, und gerade hat sich ein offenkundig seelisch angeschlagener Worf geweigert, die Position des 1. Offiziers zu übernehmen, die Picard ihm angetragen hatte. Gern würde der enttäuschte Captain den verschlossenen Klingonen vom Counselor aushorchen lassen, doch auch Deanna Troy hat die „Enterprise“ verlassen. Die Vulkanierin T’Lana soll sie ersetzen – und sie lehnt Worf mit unvulkanischer Deutlichkeit ab.

Sein größtes Problem hält Picard sorgfältig geheim: Seit einiger Zeit plagen ihn Albträume oder Visionen, in denen die Borg ihn, der einst als „Locutus“ in ihr Kollektiv assimiliert war, zu kontaktieren versuchen. Spätestens seit ihnen Captain (jetzt Admiral) Janeway im Delta-Quadranten eine vernichtende Niederlage bereiten und ihre Königin töten konnte, gelten die Borg als zerstreut und gefahrlos. Offensichtlich konnten sie sich neu konsolidieren, und nun richtet sich ihre Aufmerksamkeit wieder auf den Alpha-Quadranten.

Mit seinem Verdacht steht Picard allein. Trotzdem bricht er die Friedensmission eigenmächtig ab und fliegt dorthin, wo tatsächlich die Borg nicht nur an einem gewaltigen Kubus arbeiten, sondern auch eine neue Königin heranzüchten, um anschließend rachedurstig über die Erde herzufallen …

„Next Generation“ 3.0

Schon wieder die Borg und ihre auf Captain Picard zwangsfixierte S/M-Queen? Was nach dem Willen des „Star-Trek“-Franchises für Freude, Spannung und gesteigerte Kauflust bei den Trekkies sorgen soll, lässt den nicht am Nasenring vom „ST“-Marketing geführten Leser die Stirn runzeln. Leider nicht zu Unrecht. Aus dem großen „Nemesis“-Knall, der es 2002 implodieren und beinahe enden ließ, hat das Franchise offenbar nicht wirklich seine Lehren gezogen. Im Film gelang inzwischen der Neustart, aber dort wurde ein radikaler Schnitt gewagt, der auf dem Buchmarkt ausblieb. Hier sollen diejenigen Trekkies aufgefangen werden, denen J. J. Abrams mit dem „Star Trek“-Spielfilm von 2009 zu weit ging.

Dabei wurde der Relaunch der „Next Generation“ generalstabsmäßig geplant. Dem gescheiterten „Nemesis“-Film folgte keine eigenständigen und separaten Abenteuer. Stattdessen erhielt die „NG“ eine achte Serienstaffel. Das hatte mit „Deep Space Nine“ gut funktioniert und wurde deshalb wiederholt. Ab 2005 entstand eine Folge von „NG“-Romanen, die sich zwar unabhängig voneinander lesen lassen, aber inhaltlich einem roten Faden folgen.

Gemächlich statt abenteuerlich

Das Konzept wirkt narrensicher: Anders als in Kino oder Fernsehen können Romanautoren problemlos auf Figuren zurückgreifen, deren Auftritte als Schauspieler viel zu teuer kämen. Da die Trekkies ihre bekannten Figuren lieben, wimmelt die neue „NG“-‚Serie‘ förmlich von ihnen. Die Autoren mussten sich nicht auf das „NG“-Universum beschränken. Crossover mit den anderen „ST“-Serien sind deshalb an der Tagesordnung. In „Widerstand“ bleibt es noch beim Namedropping – Data-Surrogat B-4 hat einen Gastauftritt, Admiral Janeway meldet sich über Funk und kündigt Seven of Nine an, selbst Katze Spot schleicht durch die Gänge –, aber das wird sich mit dem Fortschreiten der übergreifenden Handlung ändern.

Kühl kalkuliert strich das Franchise diverse „NG“-Hauptfiguren, um mit ihnen weitere Buchserien zu bevölkern; das Verfahren ähnelt der Anlage einer Pflanzung durch Ableger. So durchstreifen William Riker und Deanna Troy das All nunmehr an Bord der „Titan“; entsprechende Romane lassen sich käuflich erwerben.

Die Lücken werden mit neuen Figuren gefüllt. Sie sind jünger und müssen das aufwendige Procedere des Einlebens an Bord hinter sich bringen. Wieder einmal soll eine vulkanische Schönheit in allerlei emotionalen Verwicklungen keimfreie „ST“-Erotik generieren – geschenkt! Für weitere Seifenoper-Elemente sorgen private Traumata, die der Handlung in möglichst hohen Dosen beigemischt werden. Das drosselt das Tempo und zieht das Geschehen in die Länge. Außerdem liebt es ein nicht geringer Teil des „ST“-Publikums, wenn ihre Lieblinge im Netz zwischenmenschlicher Probleme zappeln; das gibt der Zukunft angeblich ein ‚menschliches‘ Gesicht und schafft Freiräume, in die emotional eher auf den Traum als auf die Tat setzende Leser/innen eigene Sehnsüchte & Sorgen projizieren können.

Die Furcht vor dem Neuen

Sind schon diese schaumigen Einlagen viel zu bekannt, kann auch der eigentliche Plot nicht begeistern. Richtig gute Bösewichte glänzen im „ST“-Universum schon lange durch Abwesenheit. Deshalb werden die alten Schurken wieder und wieder hervorgekramt. Die Borg waren einst ein guter Einfall. In einem Nachwort erzählt Julian Wangler ihre „ST“-Geschichte. Schon dabei wird freilich deutlich, wie das Franchise seit jeher von der Angst vor der eigenen Courage gebremst wird: Ursprünglich war das Borg-Konzept deutlich radikaler. Es wurde durch die Schöpfung der Borg-Queen verwässert. Aus gleichgeschalteten, geschlechtsneutralen, emotionsfreien und erschreckend fremdartigen Geschöpfen wurden die Drohnen einer diktatorischen, macht- und menschenmännergeilen Königin.

Auf diese Weise sollten die Borg dem Massengeschmack angeglichen werden. Tatsächlich verloren sie ihre eiskalte Bedrohlichkeit. Mit „Widerstand“ geht J. M. Dillard im Auftrag des Franchises einen Schritt weiter: Die von Picard und Janeway zweifach gekillte Borg-Queen reinkarniert und wirft sämtliche Assimilierungs-Gewohnheiten über den Haufen. Stattdessen steht Rache auf dem Programm: Die Borg tanzen nach der Pfeife einer Königin, die nur noch Menschen morden und vernichten will. Was der Bedrohung auf eine neue Ebene hieven soll, gibt den Borg den Rest: Sie degenerieren zu Allerwelts-Finsterlingen.

Dazu passt eine ebenfalls wiedergekäute „Enterprise“-Handlung. Picard wird wieder Locutus, seine Gefährten ringen geschockt die Hände, die Queen benimmt sich wie eine betrogene Geliebte. Das kennen wir, und der Aufguss ist keineswegs stärker. Klischee reiht sich an Klischee. Nur Dillards intime Kenntnis der „NG“-Historie rettet die lahme Geschichte über die volle Distanz: Nein, auch im zweiten Band ihrer neuen Abenteuer nimmt die „NG“-„Enterprise“ nicht wirklich Fahrt auf! Darüber trösten auch die gute Übersetzung der deutschen Ausgabe und die ungewöhnliche Cover-Gestaltung nicht hinweg.

Autorin

J. M. Dillard ist das Pseudonym der Schriftstellerin Jeanne Kalogridis, die am 17. Dezember 1954 im US-Staat Florida geboren wurde. An der University of South Florida studierte sie Mikrobiologie und Russische Literatur. Ab 1976 arbeitete sie zwei Jahre als Sekretärin, bevor sie für ein Studium der Sprachwissenschaft an die Universität zurückkehrte. Anschließend ging Kalegridis nach Washington und lehrte acht Jahre Englisch an der American University.

Sie gabe ihre Stellung auf, nachdem ihre parallel verfolgte Laufbahn als Schriftstellerin so gut Fahrt aufgenommen hatte, dass Kalegridis freie Autorin werden konnte. Zunächst verdingte sie sich als „J. M. Dillard“ in den Minen der „tie-in“-Industrie und produzierte Romane zu Filmen und Fernseh-Serien. Dabei spezialisierte sie sich auf das „Star-Trek“-Universum. Für das Franchise schrieb sie nicht nur für sämtliche Serien, sondern verfasste auch die Romane zu den Kinofilmen „Star Trek“ V bis X. Ihre Beiträge beschränken sich nicht auf die genaue Kenntnis der „Star-Trek“-‚Fakten‘ und schriftstellerische Routine. Deshalb gehören Dillard-Romane zu den lesenswerteren Franchise-Buchprodukten.

Unter ihrem Geburtsnamen veröffentlichte Kalogridis zwischen 1994 und 1996 eine Chronik der Familie Dracul, die lose auf Bram Stokers Horror-Klassiker „Dracula“ basiert. Ebenfalls unter ihrem richtigen Namen schrieb Kalegridis ab 2001 Historienromane. Sie verbinden Fakten mit Schmalz und sind sehr umfangreich, sodass sie eine große, vorwiegend weibliche Leserschaft finden. (3xPRT)

[md]

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Dawn Song

Erstellt von Werner Karl am 31. Januar 2010

dawn-songMichael Marano
Dawn Song

Originaltitel: Dawn Song (1998)
Aus dem amerikanischen Englisch von Eva Bauche-Eppers
Berlin: Suhrkamp Verlag 2010
Suhrkamp Taschenbuch 4139
Umfang: 570 Seiten
ISBN 9783518461396

www.suhrkamp.de

Dawn Song ist der erste Roman einer neuen Reihe im Suhrkamp Verlag, die sich “Newgothic” nennt und von Dietmar Dath herausgegeben wird, der auch ein kenntnisreiches Vorwort geschrieben hat über Michael Maranos bisher einzigen Roman, für den der us-amerikanische Autor immerhin den Bram Stoker Award und den International Horror Guild Award verliehen bekommen hat. Dabei hinterlässt Dawn Song einen durchaus ambivalenten Eindruck beim Leser. Während Vorwortschreiber Dath berechtigterweise auf die herausragenden stilistischen Fertigkeiten des Autors hinweist, packt einen bei längerer Lektüre des Werks doch etwas Befremden darüber, dass es dem Buch nicht gelingt, eine Geschichte kontinuierlich zu erzählen und den Leser damit zu fesseln.

Was daran liegt, dass der Autor ständig hin und her springt zwischen verschiedenen Protagonisten, deren großes Manko es ist, dass sie flach und wenig überzeugend geraten sind, da sie vom Autor ohne Gefühlswelt oder nachvollziehbare Motivationen erschaffen werden. Einzige Ausnahme ist der junge homosexuelle Buchverkäufer Lawrence, dem man gerne länger und öfter folgen würde. Statt dessen sieht sich der Leser aber immer wieder mit anderen Handlungsschauplätzen konfrontiert, bei denen es Marano zwar auf Grund seiner formidablen stilistischen Fertigkeiten gelingt für Atmosphäre zu sorgen, die aber bald nicht mehr darüber hinweg täuschen, dass die Handlung kaum noch voran schreitet, die hier erzählte Geschichte nicht wirklich ansprechen, packend oder gar interessant und frappierend ist. Statt dessen geistern verschiedene Menschen und auch übernatürliche Wesen durch eine unterkühlte us-amerikanische Großstadt (in diesem Fall Boston) des Jahres 1990, beseelt von dämonischen Aufträgen und/oder der Suche nach dem finalen Lebensglück oder -unglück.

Dass Michael Marano dies mit Meisterhand dem Leser so verkauft, dass dieser geblendet wird von der Wortgewalt des Autors, spricht zweifellos für den brillanten Stilisten, was aber gegen ihn spricht, ist die Auswalzung der nicht besonders innovativen Geschichte auf über 500 Seiten. Hätte der Autor die gleiche Handlung kurz und knackig auf ca. 250 Seiten eingedampft und seine wunderbaren stilistischen Kunstgriffe hier zielgerichtet eingesetzt, so hätte ein absolutes Meisterwerk entstehen können. So bleibt der Eindruck verschenkter Möglichkeiten, wie bei einem toll hergerichteten und superb verpackten Geschenk, welches sich beim Entblättern als profanes Stück Durchschnittsseife entpuppt. Schade eigentlich, denn dass der Autor schreiben kann wie nur wenige seiner Kollegen, wird ihm niemand absprechen können. Dass dies aber wirklich alleine ausreicht, um den Leser durch die 570 Seiten zu tragen, darf bezweifelt werden.

Aus literarischer Sicht erscheint Dawn Song unbedingt lesenswert, was aber seinen Unterhaltungswert betrifft, da scheiden sich sicherlich die Geister. Trotzdem ist zu hoffen, dass sich die neue Reihe mit niveauvoller Phantastik am Markt etablieren kann, denn seitdem Suhrkamp seine Phantastische Bibliothek eingestellt hat, fehlt ein solches Format leider völlig in Deutschland und wird schwerlich vermisst.

Copyright © 2009 by Gunther Barnewald  
 
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Conni und die verflixte 13

Erstellt von Werner Karl am 30. Januar 2010

conni-und-die-verflixte-13Conni und die verflixte 13

Hörspiel
Universal Music Group
Karussell
für die CD: ASIN B002ZCWA72

Gesamt-Spieldauer ca. 69 Minuten
(erhältlich ab 12.02.2010)

www.karussell.de

Mit Conni und die verflixte 13 präsentiert Universal Music /  Karussell das bereits 26. Hörspiel um das fröhliche Mädchen Conni. Auch dieses Hörspiel basiert, wie seine Vorgänger, auf den erfolgreichen Kinderbüchern der Autorin Julia Boehme.

In Conni und die verflixte 13 muss sich Conni immer wieder mit der magischen Zahl 13 auseinandersetzen. Am Freitag den 13. findet im Rahmen der Theater AG in der Schule ein Vorsprechen für ein geplantes Theaterstück statt. Conni hat bereits im Vorfeld ihre Wunschrolle als Aschenputtel geübt. Nachdem ihre Freundin Anna sie bei einem gemeinsamen Treffen immer wieder darauf hingewiesen hat, dass Freitag der 13. ein Unglückstag ist, scheint es, als ob das Unglück auch Conni heimsucht. Eigentlich ist Conni absolut nicht abergläubisch, aber an diesem Tag will ihr einfach nichts gelingen. Zu Hause zerbricht sie einen alten Spiegel ihrer Mutter. So kommt es, dass sie zum Vorsprechen zu spät kommt und ihre Lieblingsrolle bereits vergeben ist. Und das ausgerechnet an Stella, ein Mädchen, mit dem Conni nicht gerade freundschaftlich verbunden ist.

Conni bleibt nur eine Nebenrolle als Wahrsagerin im Stück übrig. Zu allem Überfluss prophezeit Connis Freundin Anna ihr nun sieben Jahre Unglück wegen des zerbrochenen Spiegels. Auch das noch. Die nächsten Tage hat Conni wirklich das Gefühl, dass das Unglück sie immer wieder aufs Neue heimsucht. Dennoch bereitet sie sich auf ihre Rolle vor und mit Hilfe einer freundlichen älteren Nachbarin gelingt ihr dann ein herausragender Auftritt bei der Theatervorführung, die ebenfalls an einem Freitag den 13. stattfindet.

Das Hörspiel rund um Conni und die verflixte 13 ist in schöne einzelne Abschnitte, kindgerecht aufgeteilt. So kann die Geschichte während des Hörens auch unterbrochen werden. Die Unterteilung ist hier mit Kapiteln eines Buches vergleichbar. Hierdurch ist das Hörbuch auch für kleinere Kinder geeignet, die vielleicht nicht die nötige Ausdauer besitzen, das Hörspiel komplett auf einmal zu hören. Die einzelnen Abschnitte werden durch kurze Musikausschnitte voneinander getrennt. Zu Beginn des Hörspiels ertönt das Titellied „Meine Freundin Conni“. Ein richtiger Ohrwurm für Groß und Klein, der zum Mitsingen animiert. Der Erzähler versteht es wunderbar die Aufmerksamkeit der Zuhörer voll und ganz auf die Geschichte zu lenken. Insgesamt sind die Sprecherstimmen für das Hörspiel sehr gut gewählt.

Die Geschichte ist für Kinder ab 5 Jahren geeignet und lehrt die jungen Zuhörer auf sich selbst zu vertrauen und selbstbewusst durchs Leben zu gehen, eben so, wie Conni es hier auch schafft. Besonders gut gefallen hat mir die Unterstützung, die Conni durch die alte Dame aus der Nachbarschaft erfahren hat. Freundschaft, Hilfsbereitschaft und die Erfahrung, dass man sich im Leben mit dem, was man tut, identifizieren sollte, werden  Conni durch diese Dame, Frau Sandulescu, vermittelt. Diese Erfahrung springt auch auf alle begeisterten Zuhörer dieses wundervollen Hörspiels über.

Ein lehrreicher Hörspielgenuss für die Kleineren unter uns.

Copyright © 2010 by Iris Gasper

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Conni und die verflixte 13

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Flucht ins Chaos

Erstellt von Werner Karl am 30. Januar 2010

flucht-ins-chaosAlan Dean Foster
Flucht ins Chaos

Originaltitel: Sliding Scales (2004)
Aus dem Amerikanischen von Michael Kubiak und Kerstin Fricke
Bergisch Gladbach: Verlagsgruppe Lübbe 2009
Bastei Lübbe Taschenbuch 24384
Umfang: 316 Seiten
ISBN 9783404243846

www.luebbe.de

Flinx ist nach seinem letzten Abenteuer (siehe: Die Echsenwelt) extrem niedergeschlagen, da er seine Freundin Clarity verletzt zurück lassen musste. Zwar ist sie in besten Händen, jedoch Flinx macht sich Vorwürfe und fühlt sich von der mächtigen Aufgabe belastet, die in der Zukunft seiner harren wird, gegen jene mächtige dunkle Entität anzukämpfen, welche die galaktische Zivilisation dereinst bedrohen wird. Um nicht depressiv zu werden, lässt sich der junge Mann auf Ratschlag seines Schiffscomputers ein, auf dem interessanten Planeten Jast Urlaub zu machen.

Die intelligenten Bewohner von Jast sind mit den AAnn assoziiert, werden möglicherweise deren Imperium beitreten, gelten jedoch als eher phlegmatisch und wenig überzeugt von den AAnn. Da sie jedoch den technisch führenden Rassen wie den AAnn, den Menschen oder den Thranx leicht unterlegen sind und sich bisher niemand außer den AAnn für sie und ihren Planeten interessiert hat, haben sie sich mehr schlecht als recht letzteren angeschlossen. Als sich Flinx in Begleitung eines AAnn die interessante Fauna des Planeten in einer einsamen Schlucht anschauen will, verleitet ein Impuls des Ekels den Begleiter abrupt dazu, den jungen Mann über die Klippe zu stürzen.

Weder Flinx noch sein Minidrache Pip können schnell genug reagieren, und so bleibt der junge Mann bewußtlos und mit Schädelverletzung auf einem Felsvorsprung zurück, während sein vermeintlicher Mörder, der glaubt ihn getötet zu haben, seine Tat geschickt vertuscht. Als Flinx erwacht, hat er aufgrund des Sturzes sein Gedächtnis verloren und weis nicht mehr, wer er ist. Bald muss er sich der fremdartigen Fauna erwehren, wird ausgerechnet von AAnn gerettet und wird erneut bedroht, denn sein Wiederauftauchen macht seinem vermeintlichen Mörder klar, dass er enttarnt werden könnte, sollte das Gedächtnis des jungen Mannes zurück kehren, weshalb er seine Mordtat unbedingt möglichst schnell doch noch erfolgreich beenden muss. Davon ahnt Flinx dank seiner Amnesie jedoch genau so wenig, wie von den perfiden Anschlägen, die auf die AAnn auf Jast verübt werden und diese langsam immer nervöser werden lässt…

Flucht ins Chaos ist ein zwar unterhaltsamer, aber eher mäßig spannender Roman aus dem Homanx-Commonwealth. Außer der exotischen Fauna von Jast, die sich per körpereigenem Gasballon vorwärts bewegt, ist Foster diesmal leider gar nichts Interessantes eingefallen. Auch die Handlung fesselt den Leser nur mäßig, eigentlich ist alles an dem Buch eher mäßig. So mäßig sogar, dass der Rezensent nicht weis, was er dazu noch sagen soll. Kein schlechtes Buch, aber leider auch kein wirklich gutes. Lesbar eben, sozusagen nahrhaft wie wässerige, zerkochte Salzkartoffeln, und leider ebenso “wohlschmeckend”.

Copyright © 2009 by Gunther Barnewald
 
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Post Mortem

Erstellt von Michael Drewniok am 29. Januar 2010

guthrie-post-mortem-cover-tb-2010Allan Guthrie
Post Mortem

Originaltitel: Two-Way Split (Rockville/Maryland : Point Blank Press 2004/Edinburgh : Polygon, an imprint of Birlinn Limited 2005)
Übersetzung: Gerold Hens
Dt. Erstausgabe (geb.): September 2008 (Rotbuch Verlag)
285 S.
ISBN-13: 978-3-8678-9043-4
Als Taschenbuch: Januar 2010 (Wilhelm Heyne Verlag/TB Nr. 40727)
285 S.
ISBN-13: 978-3-453-40727-5

Das geschieht:

Robin Greaves, wenig erfolgreicher Kleinkrimineller im schottischen Edinburgh, ist beim aktuellen Coup, dem Überfall auf ein Postamt, stark abgelenkt: Sein Partner und bester Freund Eddie Soutar hat ihm Hörner aufgesetzt. Greaves will sich rächen, Eddie und die untreue Carol umbringen und die Beute für sich allein behalten.

Allerdings könnte es sein, dass Eddie und Carol umgekehrt ähnliche Pläne hegen. Man belauert einander, aber die Lage eskaliert an anderer Stelle, als der nervöse Greaves während des Postraubs eine Angestellte tötet: Aus dem (übrigens erfolgreichen Überfall) wurde Mord, der die Polizei sehr viel eifriger fahnden lässt.

Sein eigentliches Problem kennt das verkrachte Trio indes noch gar nicht: Die so unglücklich geendete Angestellte wurde abgöttisch von ihrem Sohn geliebt. Gordon Pearce ist ein schweigsamer Mensch, der seine Gefühle vor allem gewalttätig zeigt. Er hat wegen Mordes zehn Jahre gesessen und ist derzeit als Schuldeneintreiber und Knochenbrecher für den Kredithai Cooper tätig. Kurz: Pearce ist niemand, den man sich zum Feind machen sollte.

Greaves ahnt nicht, dass Pearce eifrig nach ihm sucht. Er hat außerdem keine Ahnung, dass die beiden erfolglosen Privatdetektive Gray und Kennedy zufällig Wind vom Raub bekommen haben und planen, den Räuber das Geld abzulisten. Zu schlechter Letzt erscheint ein mordgieriger Psychopath auf der Szene. Es kommt, wie es kommen musste: Irgendwann kreuzen sich die Wege der Beteiligten mit ungemein ungesunden Folgen für Leib und Leben …

guthrie-post-mortem-coverEin Trip nach Edinburgh … oder in die Hölle

„Post Mortem“ – das ist ein spannender, rasanter, schwarzhumoriger Gangsterkrimi sowie eine perfekte Lektion für Pessimisten: Das Leben kann gar nicht so schlecht sein, dass es nicht noch schlimmer werden könnte. In dieser Hinsicht ist Autor Guthrie ungemein einfallsreich. Ihm fällt immer ein unerwarteter Haken ein, den die Handlung schlagen kann. Wer glaubt, dass die obige Inhaltsangabe zu viel verrät, sei beruhigt: Die richtig absurden Querschläge blieben unerwähnt.

Gangster bleiben unter sich; die ‚normale‘ Welt haben sie nie kennengelernt, oft wurden sie bereits in ihr Milieu hineingeboren. Kriminell zu sein ist kein moralisches Problem, sondern die typische Lebensform. Haftstrafen sind natürlich unbeliebt, werden aber einkalkuliert. Die Furcht vor dem Gesetz trifft sich mit dessen Gleichgültigkeit in einer breiten Grauzone. Längst hat die Polizei kapituliert. Wer es mit seinen Missetaten nicht übertreibt, bleibt in der Regel ungeschoren. Die Abspaltung einer ‚Unterschicht‘, die mit dem Rest der Gesellschaft nur mehr denselben Planeten teilt, ist für Guthrie offensichtlich eine feste Größe. Cooper, Pearce, Greaves und die anderen Figuren im „Post Mortem“-Trauer- und Schauerspiel existieren in ihrer Parallelwelt, in der die Rechte des Stärkeren und die ‚Regeln‘ des organisierten Verbrechens gelten.

Pech ist eine feste Größe

Verlierer sind Verlierer, und lehnen sie sich gegen ihr Schicksal auf, geraten sie erst recht in Bedrängnis: Die Welt des Allan Guthrie ist kein erfreulicher Ort. Verbrechen lohnt sich hier nur für den schlauen, rücksichtslosen Cooper, der seine ebenso kriminellen aber weniger gut aufgestellten Zeitgenossen über den Tisch zieht und ausbeutet.

Sie erwarten freilich gar nichts anderes und fügen sich in ein System, das sie entweder ignoriert oder als nutzlosen Menschenballast aussortiert, was Guthrie zu interessanten aber erschreckenden Figurenzeichnungen inspiriert. Pearce sehnt sich verzweifelt nach Zuneigung. In der Trübsal, die seine Alltagswelt darstellt, hat er sich einen bizarren persönlichen Ehrenkodex erhalten, der die Unterstützung der Schwachen ebenso vorsieht wie blutige Rache für Muttermord. Pearce hat nie gelernt zu differenzieren; auf Herausforderungen reagiert er stets heftig. Die Folgen sind entsprechend spektakulär: „Hinter den Scheiben im Café im Erdgeschoss saßen kleine Gruppen um Tisch. Sie aßen, tranken, plauderten und lachten. Sorglos, unbekümmert, zufrieden … Am liebsten wäre Pearce vom Bus gesprungen und hätte durch das Glas Backsteine auf die grinsenden Wichser geschmissen, ihr behagliches Leben mit etwas Schrecken versetzt, die hauchdünne Membran zwischen Freude und Schmerz zerfetzt.“ (S. 183)

Greaves ist, obwohl intellektuell ein wenig besser gestellt als Pearce, das bösartige Gegenstück zu diesem. Seine ganze Liebe galt einst der klassischen Musik, denn Greaves stand am Beginn einer großen Karriere als Pianist, bis eine Krankheit ihm buchstäblich die Hände lähmte. Ohne Stütze durch die Familie ist er immer tiefer gerutscht – wie tief, das enthüllt uns Guthrie in einem brillanten Schlusstwist, der zwar ziemlich abgehoben ist aber zur angenehmen Abwechslung endlich einmal wirklich überraschen kann.

Unglück kann unterhaltsam sein

Das könnte alles sehr trübsinnig stimmen und auch im entsprechenden Mollton geschrieben sein, ist es erfreulicherweise aber nicht. „Post Mortem“ ist reich an einem derart staubtrockenen Humor, dass man sich oft fragt, ob die entsprechende Passage komisch sein sollte: „Während Roy [ein Gastwirt] auf Antwort wartete, sagte er: ‚Nur so interessehalber, ihr seid nicht zufällig daran interessiert, einen lebenden Hummer zu kaufen? … ’n Kumpel von mir hat’n Dutzend Hummer, die er verticken will … Ich hab gesagt, ich hör mich mal um.‘“ (S. 221)

Pearce balanciert auf einem schmalen Grat zwischen Irrwitz und Irrsinn, wenn er sich blind und taub für gesellschaftliche Regeln oder Gesetze seinen Weg bahnt. Als Greaves zum Mörder wird, geschieht dies unter so bizarren Umständen, dass man sich das Lachen kaum verbeißen kann. Eddie Soutar, der scheinbar schamlose Ehebrecher, muss zu seinem Verdruss die schöne Carol als durchtriebenes Psycho-Wrack mit panischer Sexfurcht entdecken. Im ohnehin zunehmend von der Tücke des Objekts bestimmten Spiel mischen auch noch zwei Privatdetektive mit, die in jeder Beziehung keine Zierden ihres im Krimi-Genre meist hoch gelobten Berufsstands sind.

Klingt das nicht recht vertraut?

„Post Mortem“ – was soll eigentlich dieser nichtssagend ‚übersetzte‘ Titel, der mit dem Inhalt nur über viele Ecken gedacht halbwegs in Einklang bringen lässt? – liest sich ausgesprochen unterhaltsam. Dennoch stellt sich im Laufe der Lektüre eine gewisse Irritation ein: Dieser Roman liest sich über weite Strecken wie eine Variation von Guthries „Abschied ohne Küsse“ („Kiss Her Goodbye“), der indes erst ein Jahr später als „Post Mortem“ und nur in Deutschland vor dem Vorgänger erschien.

Es liegt nicht nur daran, dass beide Krimis in der gleichen Welt spielen. Pearce wirkt wie ein etwas ‚zivilisierterer‘ Bruder von Joe Hope („Abschied“); Ailsa Lillie spiegelt sich in Tina, der Nutte mit dem gusseisernen Herzen (bzw. umgekehrt); Wucherer Cooper tritt sowohl in „Post Mortem“ als auch in „Abschied“ auf.

Man könnte argumentieren, dass sich in der privaten, isolierten Edinburgher Unterwelt, die sowohl Pearce als auch Joe Hope ‚beheimatet‘, die Ereignisse quasi wiederholen müssen. Möchte man das trotzdem zweimal lesen? Ja, möchte man, denn im letzten Drittel gewinnt „Post Mortem“ ein eigenes Profil.

Letztlich ist Guthries Erstling der ‚bessere‘ Roman. Obwohl ihre diversen Stränge lange nebeneinander herlaufen, ist die Handlung dichter, und sie fügt sich zu einer perfekten Geschichte. Der Autor ignoriert den auch im modernen Krimi leider üblich gewordenen Hang zum Wortschwall und ist – der Kalauer sei gestattet – im Ausdruck geizig wie ein Schotte, trifft aber immer präzise auf den Punkt. Obwohl sich die Ereignisse bald förmlich überschlagen, kommt Guthrie denn auch nach nicht einmal 300 großzügig bedruckten Seiten zum Ende. Hut ab!

Autor

Allan Guthrie wurde 1965 als Allan Buchan auf den schottischen Orkney-Inseln geboren. Die meisten Lebensjahre verbrachte er indes in der Großstadt Edinburgh, wo er noch heute wohnt und arbeitet.

Einen ersten Roman stellte Guthrie bereits 2001 fertig. Er arbeitete zu diesem Zeitpunkt in der Filiale einer britischen Buchhandelskette. Einen Verlag fand er lange nicht, erst 2004 wurde Guthries Debüt unter dem Titel „Two Way Split“ veröffentlicht; dies freilich nicht in England, sondern in den USA. Auch „Kiss Her Goodbye“ erschien 2005 jenseits des Atlantiks in der Reihe der „Hard Case Crimes“. Da diese sich auch in England einiger Beliebtheit erfreute, wurde Guthrie endlich auch im eigenen Land zur Kenntnis genommen; dass „Kiss Her Goodbye“ sowohl für einen „Edgar Allan Poe Award“ als auch für einen „Anthony“ und einen „Gumshoe Award“ nominiert wurde, dürfte mit eine Rolle gespielt haben.

Allan Guthrie ist dem ‚schwarzen‘ Krimi treu geblieben. Seine Romane spielen in einem gemeinsamen Kosmos. Die Hauptpersonen des einen Buches können jederzeit als Nebenfiguren in einem anderen Werk auftreten. Inzwischen gilt Guthrie als neue aber etablierte Stimme des englischen bzw. schottischen Kriminalromans, was er mit einer wachsenden Zahl von Literaturpreisen belegen kann. (3xPRT)

[md]

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Bluthunger

Erstellt von Werner Karl am 29. Januar 2010

bluthungerJim Butcher
Bluthunger

Originaltitel: Blood Rites (2004).
Aus dem Amerikanischen von Jürgen Langowski.
München: Droemersche Verlagsanstalt 2009.
Knaur Taschenbuch 50360.
Umfang: 432 Seiten
ISBN 9783426503607

www.droemer-knaur.de

Auch im sechsten Abenteuer des urbanen Magiers Harry Dresden lässt es der Autor wieder ordentlich krachen. Diesmal verwebt er sogar auf äußerst geniale Weise zwei scheinbar verschiedene Handlungsstränge zu einem. Denn während Harry die mächtige Vampirin Mavra vom Roten Hof, die ihm im Auftrag ihrer Sippe nach dem Leben trachtet, jagt, um endlich wieder Ruhe zu haben und seine Mitmenschen zu schützen, erhält er von einem Vampir des Weißen Hofs einen kniffligen Auftrag.

Da der Vampir des Weißen Hofs ihm bei seinem letzten Auftrag geholfen hat, bisher immer aufrichtig zu ihm war und Harry ihm noch etwas schuldig ist, nimmt er den Auftrag an. Er soll einen Filmregisseur beschützen, dessen Umgebung immer wieder von einem bizarren Fluch heimgesucht wird, welcher Menschenleben fordert. Was zunächst harmlos aussieht, erweist sich bald als von langer Hand eingefädelte Intrige, und Harrys Eingreifen scheint genau das zu sein, was den Verschwörern in den Kram passt. Währenddessen bereitet auch Mavra einen tödlichen Schlag vor und Harry bleibt nichts anderes übrig, als ihr um jeden Preis zuvor zu kommen, auch wenn er dazu einen teueren und überaus gefährlichen Söldner engagieren muss, um sich in die Höhle des Löwen zu begeben…

Die vehementen Abenteuer des Harry Dresden werden von Roman zu Roman immer besser. Wie bei seinem Vorgänger Silberlinge erscheinen auch hier die Action und ruhigere Sequenzen, bei denen der Leser etwas durchatmen kann, perfekt austariert. Das Buch knistert 432 Seiten lang ununterbrochen vor Spannung, ohne den Leser zu ermüden, bevor die Geschichte beendet ist. Die Konstruktion der beiden Handlungsebenen und ihre nahezu perfekte Verschränkung machen Bluthunger zu einem hochgradigen Lesegenuss. Mit dem Killer Kincaid erschafft der Autor zudem einen weiteren äußerst interessanten Protagonisten, der die Phantasie des Lesers beflügelt. Absoluter Hit sind jedoch wieder Harrys flapsige Sprüche, die in den unmöglichsten Situationen (und meist ganz besonders hier) aus ihm heraus purzeln, und sowohl Mitstreiter als auch Gegner nur zur absoluten Verzweiflung bzw. Weißglut treiben können. Bluthunger ist wieder Lesevergnügen pur; und wer sich dies entgehen lässt, dem ist eben nicht zu helfen! (5 x PRT)

Copyright © 2009 by Gunther Barnewald

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Bluthunger

BEENDETES BÜCHERPREISRÄTSEL:
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www.buchrezicenter.de veranstaltete in Zusammenarbeit mit dem obengenannten Verlag dieses Preisrätsel, bei dem wir drei Fragen zum Umfeld des Preistitels am Telefon* gestellt haben, die richtig beantwortet werden mussten.
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Die jeweiligen Gewinne wurden anschliessend direkt an die angegebenen Adressen der Gewinner verschickt!
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Wir danken dem obengenannten Verlag als Sponsor herzlich für die zur Verfügung gestellten Preisrätseltitel! Und bedanken uns auch bei unseren Mitspielern für Ihr reges Interesse!
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Die Gewinner der Preisrätseltitel:
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1.Susanne Brecht-Hoffmann
2.Inge Wegmüller
3.Thomas Erbe
4.Reinhard Russek
5.Ramona Zwahr
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Der Rechtsweg war wie immer ausgeschlossen!
* Telefongebühren des Anrufers gehen immer zu Lasten des Anrufers. Bitte informieren Sie sich über die ortsüblichen aktuellen Kosten bei Ihrem Telekommunikationsanbieter!

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Caine 08 – Torrkan

Erstellt von Günther Lietz am 29. Januar 2010

Bei Amazon.deCaine 08 – Torrkan
(sfbentry)

Lausch; CD
Dauer: ca. 57 Minuten
Hörspiel von Günter Merlau
Nach einem Exposee von Günter Merlau
Drehbuch, Regie und Produktion: Günter Merlau
Musik von Mnemic, Günter Merlau, Devil’s Gift
Empfohlen ab 16 Jahren

Sprecher: Sprecher: Torsten Michaelis (Caine), Lutz Riedel (Kartaan), Klaus Sonnenschein (Torkaan), Karl Schulz (Kilkenny), Claudia Urbschat-Mingues (Linda Watkins), Reinhilt Schneider (Dhala’rin), Wolfgang Berger (Wachowski), Rainer Schmitt (Nicolas Kilkenny), Martine Sabel (Joel Grady), Art Jeffries (Günter Merlau)

Der angeschlagenen Linda Watkins gelingt die Flucht vor Joel Grady und die smarte Agentin begibt sich auf den Weg zum Outpost 31. Die Basis wurde zerstört und Art Jeffries macht sich, zusammen mit Wachowski, auf die Suche nach ihrem Arbeitgeber Drake. Denn sollte Drake tot sein, dann steht eine große Katastrophe bevor.

Auch bei Caine zeichnet sich eine Katastrophe ab, denn der Einfluss von Kartaan wird immer stärker. Kartaan ist zwar in das Penumbra gebannt, Caines magisches Amulett, doch scheinbar hat der massenmordende Außerirdische noch ein Ass im Ärmel. Dafür spricht jedenfalls seine Verbindung zu Dhala’rin, die aufmerksam den Worten Kartaans lauscht …

Erneut schaltet Lausch einen Gang hoch und gibt ordentlich Gas. Immerhin ist die Serie auf zehn Folgen ausgelegt und da muss die Spannung zunehmen. Das gelingt hervorragend. Zum Einen sind da Linda und Jeffries, deren Handlungsstränge nun zusammenlaufen. Sie müssen in der zerstörten und von außerirdischen Invasoren überlaufenen Basis nach Collin Drake suchen. „Müssen“ ist dabei richtig gewählt, denn Drake ist an ein Computersystem gekoppelt, dass im Falle seines Todes eine Bombe zündet. Also muss der Mann gefunden werden. Die Zeichen für sein Überleben stehen auch ganz gut, doch sind die Monster schon auf den Fersen der Menschen. Das erzeugt große Spannung, vor allem weil auch von einer Figur aus dem Rettungstrupp Abschied genommen wird. Wo gehobelt wird, da fallen halt Späne. So bleibt die Neugierde jedenfalls groß, denn stets kann wieder etwas unvorhergesehenes passieren.

Auch die Handlungsfäden von Caine und Kilkenny laufen zusammen und werden miteinander verwoben. Regisseur Günter Merlau fügt die losen Enden zusammen und bereitet die Serie offensichtlich auf ihr Ende vor. Das sorgt für einen straffen Handlungsaufbau. Besonders gelungen ist dabei Steven Caines Rückblick auf die letzten Episoden. Dadurch werden dem Fan die zurückliegenden Ereignisse nochmals in Erinnerung gerufen und finden Neulinge leichter den Einstieg in die Serie. Ein guter Schachzug. Aber auch die Handlung um Caine und Kilkenny ist verdammt gut. Und Caine liefert sich auch weiterhin ein Willensduell mit Kartaan. Das wird durch erfrischende Dialoge präsentiert, die oft eine derbe Wortwahl beinhalten. Aber genau das macht „Caine“ ja aus. Also unbedingt die Altersempfehlung beachten!

Die Spannung zwischen Caine und Kartaan ist deutlich spürbar und liegt förmlich in der Luft. Aber auch zwischen Kilkenny und Dhala’rin existiert eine Verbindung, die immer spürbarer wird. Die Seherin kocht zudem offensichtlich zusammen mit Kartaan ihr eigenes Süppchen. Die beiden haben einen Plan und der steht kurz vor seinem gelingen. Da schaudert es einem richtig und überschlägt sich die Spannung zum Ende der Folge hin.

Das liegt natürlich an den Schauspielern, die hier Höchstleistungen zeigen und mit hörbarer Spielfreude bei der Sache sind. Diese Freude überträgt sich auf den Zuhörer und reißt ihn förmlich mit. Eine gelungene Sache. Vor allem Torsten Michaelis (Caine) und Lutz Riedel (Kartaan) sind ein Genuss für die Ohren. Wie bereits in der vorangegangenen Episode, verschwimmen ihre Dialoge öfter miteinander oder spielen sich blitzschnell ab. Vor allem die boshafte Stimme von Herrn Riedel jagt einem einen eiskalten Schauer über den Rücken. Michaelis’ kontert dagegen mit Caines steigender Hilflosigkeit und Verwirrung. Es ist nur eine Frage der Zeit bis Profikiller Caine nachgibt und Kartaan vollends die Kontrolle übernimmt. Das wird mit jedem Satz, mit jedem Wort immer deutlich. Und gleichzeitig ist auch der unbeugsame Wille Caines hörbar und auch spürbar. Ganz großes Kino für die Ohren, ganz großes Kompliment an die Sprecher!

Auch das Sounddesign von Günter Merlau überzeugt, der die unterschiedlichen Schauplätze gelungen mit passenden Geräuschen und Musikstücken unterlegt. Dadurch ist die Hörerschaft stets im Bilde, wo sich die Figuren gerade befinden. Dabei kommt die Klangkulisse auch richtig griffig zum Tragen. Sie unterstützt die Sprecher regelrecht und sorgt für eine gute Tiefe der einzelnen Szenen. Die harte Musik ist dabei ebenfalls sehr behilflich. Diesmal zeigt sich Devil’s Gift dafür verantwortlich und steuert einen Bonustrack bei. Einfach klasse. Dahinter folgt übrigens auch ein Hidden Track, in dem Art Jeffries (Günter Merlau selbst) eine tragende Rolle spielt. Unbedingt anhören!

Mit „Caine 08 – Torrkan“ (der auch vorkommt, aber eigentlich vernachlässigbar ist) präsentiert Lausch eine weitere Folge dieser Ausnahmeserie, die einfach nur begeistert. Heftige und ausgeklügelte Dialoge, ein derber Humor, eine griffige Fäkalsprache und dazu eine übergreifende Rahmenhandlung, die auf ihren Höhepunkt zusteuert – einfach gelungen. Auch die Präsentation der CD ist mal wieder ein Knaller und kommt im gewohnten Caine-Design daher. Unbedingt anschauen, einlegen und anhören!

Copyright © 2009 by Günther Lietz

“Caine 08 – Torrkan” bei Amazon.de

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Skelett mit Folgen

Erstellt von Michael Drewniok am 28. Januar 2010

aird-skelett-coverCatharine Aird
Skelett mit Folgen

Originaltitel: A Late Phoenix (London : Collins Crime Club 1970)
Übersetzung: Mechtild Sandberg
Deutsche Erstausgabe: 1975 (Wilhelm Goldmann Verlag/Goldmann rote Krimi Nr. 4512)
156 S.
ISBN 978-3-442-04512-9
(sfbentry)

Das geschieht:

Im Juni des Jahres 1941 erreichte der II. Weltkrieg auch das kleine Städtchen Berebury in der englischen Grafschaft Callashire. Deutsche Bomber hatten schon mehrfach versucht, die hier produzierenden Rüstungsbetriebe zu zerstören, aber dieses Mal warfen sie ihre tödliche Fracht auch über der Stadt selbst ab. Unter den zahlreichen Häusern, die dabei in die Luft gesprengt wurden, war das Heim der Familie Waite, die daraufhin Berebury verließ.

Fach drei Jahrzehnte später liegt das Grundstück noch immer brach. Nie konnte sich die Stadtverwaltung auf einen Bebauungsplan einigen. Nun hat sich ein privater Bewerber durchgesetzt; eine Ladenzeile soll errichtet werden. Die Bauarbeiten beginnen zügig – und kommen jäh zum Erliegen, als in den Ruinen des Kellers das Skelett einer jungen Frau entdeckt wird.

Was zunächst wie ein vermisstes Opfer der Bombenattacke aussah, wird zu einem Mordopfer, als der Polizeipathologe eine Gewehrkugel aus dem Brustkorb birgt. Außerdem war die Frau schwanger aber – sie trug keinen Ehering – nicht verheiratet: 1941 im ländlichen England eine ernste Sache, aus der sich der unwillige Kindsvater möglicherweise mit Hilfe besagter Kugel herauswinden wollte.

Nach so langer Zeit gestalten sich die Ermittlungen schwierig, zumal Superintendent Leyes, der aufbrausende Chef der Kriminalpolizei, dem auf den Fall angesetzten Inspektor C. D. Sloan nur den phlegmatischen Sergeanten Crosby zur Seite stellt. Deshalb dauert es, bis der Kriminalist erkennt, dass jemand bemüht ist, ihn auf eine falsche Spur zu locken. Der Täter lebt noch – und zwar in Berebury, und er oder sie gerät zunehmend in Panik, noch zur Verantwortung gezogen zu werden. Bald ist alle subtile Manipulation vergessen, es kommt zu einem neuen Mord, und Sloan weiß, es könnte nicht der letzte sein …

Ein kleiner aber feiner Klassiker

Obwohl Catharine Aird qualitativ mit großen Kolleginnen wie Ruth Rendell, Patricia Moyes oder P. D. James mithält, ist sie in Deutschland praktisch vergessen. Dabei gehören ihre Romane zu den besten jener britischen Schule, die den klassischen „Whodunit?“ mit dem modernen „police procedural“ verbinden. Der Suche nach dem Motiv und letztlich dem Täter wird die psychische Befindlichkeit der ermittelnden Polizeibeamten gegenübergestellt. Das eine hat seine Auswirkungen auf die andere, denn auch Polizisten sind Menschen, haben Gefühle und ein Privatleben. Sie stehen unter besonderem Druck, weil sie sich beruflich mit oft scheußlichen Verbrechen beschäftigen müssen.

„Skelett mit Folgen“ gehört zu den frühen Vertretern dieser Schule. Man erkennt es daran, dass die Verfasserin ihre Geschichte auf knappen 160 Seiten erzählt, während heutzutage mindestens die dreifache Buchstärke üblich ist. Siehe da, es geht und liest sich fabelhaft, weil Aird sich auf nur einen Fall konzentriert und die Seife im privaten Sektor sehr sparsam dosiert. Also langweilt oder ärgert „Skelett mit Folgen“ nicht mit endlos ausgewalzten Eheproblemen, Verantwortungsqualen oder ähnlicher Seelenpein.

Darüber hinaus bedient sich Aird eines Mittels, das – geschickt und gekonnt eingesetzt – eine wahre Wunderwaffe ist: Es nennt sich Humor, den zu besitzen sich viel zu viele Schriftsteller fälschlich rühmen. Aird hat ihn, er ist trocken und schwarz, und er hat sogar die Übersetzung glänzend überstanden, was erst recht keine Selbstverständlichkeit ist.

Alt aber niemals altmodisch

Airds Schreibkunst lässt einen inhaltlich eigentlich verstaubten Kriminalroman erstaunlich frisch wirken. Die Welt des Jahres 1970 wirkt heute fremd. Immer wieder spricht Sloan mit höchstens mittelalten Männern und Frauen, die sich problemlos an den II. Weltkrieg erinnern. Zum Zeitpunkt des Geschehens liegt er in Berebury nur ein Vierteljahrhundert in der Vergangenheit und ist auch optisch weiterhin präsent, während Trümmergrundstücke mit Bombentrichtern im 21. Jahrhundert nicht mehr zum Stadtbild gehören.

Auch der Alltag von 1970 wirkt heute anachronistisch. Superintendent Leyes, ein Repräsentant der ‚alten Ordnung‘, sitzt selten an seinem Schreibtisch, sondern steht ebenso entsetzt wie fasziniert am Fenster seines Büros: Gegenüber hat eine Diskothek eröffnet, was ihn mit den Vertretern der ‚neuen Jugend‘ konfrontiert: „Sehen Sie doch, Sloan. Drüber bei ‚Dick’s Dive‘. Da! Das Haar. Es hängt dem Burschen ja fast bis zur Taille. Und Locken dazu!“ (S. 156) Allerdings lässt Aird elegant durchblicken, dass für diese Jugend eine ungeplante Schwangerschaft kein Grund mehr ist, zum Gewehr zu greifen …

Humor als Kontrast zur harten Realität

Die Welt ist ein Irrenhaus, und die Kriminalpolizei von Berebury spiegelt dies wider. Während C. D. Sloan, ‚normal‘ und fast ein wenig langweilig, ein klassischer Kriminologe ist, umgibt ihn ein Reigen mehr oder weniger verschrobener Kollegen, um einer allzu melancholischen (= ‚skandinavischen‘) Grundstimmung entgegen zu wirken.

Da steht neben dem bereits erwähnten Superintendent Leyes vor allem William Crosby, der stets für einen Lacher gut ist. Seine beinahe vorsätzliche Begriffsstutzigkeit, sein Mangel an Einfühlsamkeit oder sein Hang zu verhängnisvollen Rennfahrten mit dem Streifenwagen sind längst zu „running gags“ der Serie geworden, die Aird immer wieder geschickt variiert. Die Kollektion der seltsamen Polizei-Gestalten wird bei Bedarf erweitert: „Er [= Sloan] sprach mit einem ältlichen, missgelaunten und sehr, sehr langsamen Sergeant aus der Kartei, der allgemein als Blitz Brown bekannt war.“ (S. 72)

Insgesamt geht es in Berebury deutlich gemächlicher zu als in der hektischen Gegenwart eines Reginald Hill oder Stuart MacBride, denen der Humor ebenfalls als wichtiges Stilmittel gilt. Die Kunst besteht darin, den tragischen Kern der Geschichte nicht ins Lächerliche zu ziehen. Aird lässt keinen Zweifel daran, dass der Fall an sich Ernst ist: Eine Frau wurde ermordet, und das zieht eine breite Spur physischer und psychischer Schäden nach sich. Der Krimi-Aspekt bleibt ohne Einschränkung gewahrt; ein wunderbarer Effekt, der nunmehr in den Aufruf zu einer Neuauflage und Fortsetzung der Sloan/Crosby-Serie münden könnte, wäre dieser nicht schon einleitend erfolgt …

Autorin

Catherine Aird wurde 1930 als Kinn Hamilton McIntosh im englischen Huddersfield, Yorkshire, geboren. Über die Verfasserin ist kaum etwas in Erfahrung zu bringen. Dabei ist sie eine durchaus erfolgreiche und produktive Schriftstellerin, der offenbar die Prominenz einer Elizabeth George oder Ruth Rendell versagt blieb. Die mögliche Erklärung: Aird wird von der Kritik gewogen und literarisch als ‚zu leicht‘ befunden.

In Deutschland ist sie heute unbekannt. Dabei führte Aird die Serie um C. D. Sloan vom CID Department in West Callashire, England (diese Grafschaft gibt es übrigens in der Realität nicht), bis 2007 kontinuierlich fort.

Über Leben und Werk informiert (knapp) diese Website.

[md]

Titel bei Amazon.de

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Aztec Code

Erstellt von Werner Karl am 28. Januar 2010

6442_TB_AztecCode_gerade.inddStephen Cole
Aztec Code

Originaltitel: The Aztec Code (2007)
Aus dem Englischen von Ursula Höfker
Bindlach: Loewe Verlag 2009
Loewe Taschenbuch 6442
Umfang: 365 Seiten
ISBN 9783785564424

www.loewe-verlag.de

Ein neuer Auftrag für das junge Codeknackergenie Jonah und seine jugendlichen Kollegen. Ihr Auftraggeber Coldhardt schickt die fünf Jugendlichen zum Einbruch in ein aufgegebenes AKW nach Guatemala, welches noch immer scharf bewacht wird. Denn hier versteckt ein reicher und überaus skrupelloser Waffenhändler seine Sammlung alter Relikte, unter anderem das legendäre Schwert des Hernando Cortés, des Eroberers des Reichs der Azteken. Es soll Zutritt zu einem versunkenen Tempel gewähren und zudem dafür sorgen, dass eine Göttin der Azteken wieder zum Leben erwacht und ihren Untertanen Unsterblichkeit gewährt. Von diesem Thema ist der Auftraggeber der fünf Helden der Geschichte noch immer besessen.

Leider hat der Waffenhändler das Schwert längst an ein mächtige Sekte verkauft, deren Mitglieder ebenfalls danach trachten, dass die verschollene Göttin wieder aufersteht. Dazu ist ihnen jedes Mittel recht, auch Menschenopfer. Als Opfer ausersehen ist Tyes alter Freund und Liebhaber Ramez, der sich als letzten Bitte vor seiner Opferung die Anwesenheit Tyes wünscht, weshalb die militante Gruppe, die sich “Die sechste Sonne” nennt, Jonahs Kameradin einfach entführen lässt. Doch Tye gelingt die Flucht, sie möchte aber auf jeden Fall Ramez retten, während Coldhardt sich nur und ausschließlich für den Tempel und seine Geheimnisse interessiert. Schließlich erreichen, nach der Lösung einiger kniffliger Rätsel, beide Gruppen nahezu zeitgleich das verschollene und versunkene Bauwerk und es gelingt ihnen, den Tempel wieder aus dem Boden aufsteigen zu lassen. In einem packenden Showdown müssen Jonah, seine Kameraden und Coldhardt schließlich erst um ihr Leben und dann auch noch um ihre Flucht ringen, da der Tempel wieder zu versinken droht…

Auch mit der Fortsetzung von Snakeroot gelingt Stephen Cole ein spannendes, unterhaltsames und überaus fesselndes Jugendbuch mit einem Hauch Mystery. Da der Leser die Figuren bereits kennt, stehen diese nicht mehr so im Mittelpunkt, dafür gibt es mehr Handlung, die Suche nach dem verschollenen Tempel packt den Leser, die Actionszenen halten ihn bei Laune. Auch wenn der Autor nicht alle Klischees vermeidet, so trägt er doch immerhin nicht so dick auf, dass man die Lektüre wegen Hirnerweichung abbrechen müsste. Als Unterhaltungsroman für alle, die sich für die Spielfilme um Die Mumie und die Serie um Indiana Jones begeistern, ist Aztec Code genau das richtige Lesefutter. Einfach anschnallen, aufblättern und sich durch ein vergnügliches Abenteuer tragen lassen, welches ein gewisses Niveau wahrt und sich durch interessante Figuren abhebt vom sonstigen Müll in diesem Genre. Zu hoffen bleibt, dass auch der abschließende Teil der hier als Trilogie angekündigten Serie so viel Lesevergnügen bereiten wird wie seine Vorgänger.

Copyright © 2009 by Gunther Barnewald
 
Titel bei Amazon.de:
Aztec Code

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Der Griff aus dem Dunkel

Erstellt von Michael Drewniok am 27. Januar 2010

blackwood-griff-aus-dem-dunkelAlgernon Blackwood
Der Griff aus dem Dunkel

Originalausgabe
Übersetzung: Friedrich Polakovics
Dt. Erstausgabe (geb.): 1973 (Insel Verlag/Bibliothek des Hauses Usher)
255 S.
ISBN-13: 978-3-458-05817-5
Als Taschenbuch: 1979 (Suhrkamp Verlag/TB Nr. 518 = Phantastische Bibliothek Nr. 28)
258 Seiten
ISBN-13: 978-3-518-37018-6
(sfbentry)

Das geschieht:

In einer Novelle und fünf Kurzgeschichten gewinnt Algernon Blackwood (1869-1951), der Meister der angelsächsischen Gruselliteratur, ihm wichtigen Themen (Naturmystik, Mehrdimensionalität, Tod als Übergang) neue, spannende Seite ab: eine Reise in die Vergangenheit der Phantastik, die mit erstaunlich frisch gebliebenen Schrecken überrascht.

- Das Haus der Verdammten („The Damned“, 1914), S. 7-110: William und seine Schwester Frances werden von der reichen Witwe Mabel auf deren Landsitz in der Grafschaft Sussex eingeladen. Aus dem erhofften Urlaub auf dem Lande wird nichts, denn in „The Towers“ spukt es mächtig. Mabels verstorbener Gatte, der Bankier Samuel Franklyn, war ein Laienprediger übelster Sorte: ein bigotter, fanatischer Eiferer, der mit Inbrunst die ewige Verdammnis auf alle Sünder herab beschwor. Selbst der Tod konnte Samuel und seinen Missionseifer nicht stoppen; sein niederträchtiger Geist beherrscht „Two Towers“, die willenlose Mabel und tausend körperlose Seelen, Samuels Opfer, die ihr Gehorsam nicht ins Paradies, sondern in eine düstere Zwischenwelt fehlgeleitet hat, der sie nun verzweifelt und zornig endlich entkommen wollen. In einem letzten Aufflackern ihres Widerstandes hat Mabel Frances und William zu sich gerufen, doch die Geschwister können dem Ansturm der Verdammten ebenso wenig standhalten wie sie …

- Die Übergabe („The Transfer“, 1911), S. 111-125: Der großspurige Mr. Frene ist eine Art Vampir, der sich von der Lebenskraft seiner Mitmenschen nährt und fett, reich und berühmt darüber geworden ist. Nun sucht er die Familie seines Bruders heim, wird aber von seinem hellsichtigen kleinen Neffen in die Falle einer blinden Naturkraft gelockt, die ihm die geraubte Energie wieder aussaugt – und mehr …

- Am ersten Abend im Mai („May Day Eve“, 1907), S. 126-153: Der Skeptiker möchte seinen alten Freund, den geistergläubigen Volkskundler, auf dessen einsam gelegenen Landsitz besuchen. Ahnungslos reist er in der Nacht zum 1. Mai, an dem die Trennung zwischen der Welt der Lebenden und dem Geisterreich aufgehoben ist …

- Jones‘ Wahnidee („The Insanity of Jones“, 1907), S. 154-183: Der Angestellte Jones ist eine graue Maus, die sich klaglos in ihr einsames, freudloses Dasein fügt, bis eines Tages Erinnerungen an ein früheres Leben aufsteigen, das ein abruptes Ende nahm. In seinem Vorgesetzten meint Jones den Mörder wiederzuerkennen und ergreift die Gelegenheit verschafft, endlich Vergeltung zu üben …

- Im Banne des Schnees („The Glamour of the Snow“, 1912), S. 184-209: Hibbert macht Winterurlaub in den Alpen. Die aufdringliche Fröhlichkeit der übrigen Gäste geht ihm auf die Nerven, so dass er dem Locken einer unbekannten Schönen gern nachgibt, die ihn zu einem mitternächtlichen Schnee-Spaziergang mit eisigem Ende einlädt …

- Der Fall Pikestaffe („The Pikestaffe Case“, 1924), S. 210-248: Der geniale Gelehrte Thorley entdeckt einige physikalische Gesetze, die dem Kollegen Einstein verborgen blieben; sie ermöglichen ihm den Vorstoß in ganz neue Dimensionen – doch leider nicht den Weg zurück, woran eine brave, aber geistig etwas schlichte Pensionswirtin mitschuldig ist …

Spannende Variationen bekannter Themen

Mit dem verwünschten oder heimgesuchten Haus hat sich der Verfasser immer wieder beschäftigt. Er war davon überzeugt, dass ein willensstarker (oder auch wahnsinniger) Menschengeist den Tod überstehen kann; vielleicht nicht als denkende, gezielt handelnde Wesenheit, aber als blinde Kraft, die den Lebenden gefährlich werden kann, wenn sie zufällig oder mutwillig herausgefordert wird.

Häuser oder ganz allgemein Stätten, an denen über lange Jahre Unrecht und Gewalt geschah, können sich nach Blackwood sogar zu regelrechten Batterien entwickeln, die solche Kräfte speichern, verstärken und gebündelt abstrahlen. Dabei muss nicht unbedingt eine Bluttat am Anfang eines Spukhauses stehen. Samuel Franklyn hat körperlich nie einer Fliege etwas zu Leide getan; er war sogar als Menschenfreund bekannt. Aber er war auch ein religiöser Fanatiker, der in „The Towers“ den Leichtgläubigen die Furcht vor der Hölle einbläute, bis sich diese im Mahlstrom der kollektiven Furcht tatsächlich auftat.

Ein Literat als Rebell

Algernon Blackwood wird zu den prominenten Vertretern der viktorianischen Horrorliteratur gezählt, aber er selbst war sicherlich kein typischer Viktorianer. Tatsächlich war er schon in jungen Jahren dem Ungeist dieser Epoche entflohen, obwohl ihm der Weg in eine glänzende Zukunft offenstand, hätte er sich nur konform verhalten: Blackwoods Mutter war eine Herzogin von Manchester, sein Vater ein geadelter höherer Beamter der britischen Postverwaltung. Doch als Eltern waren diese beiden gefühlskalt und engstirnig; Blaupausen womöglich für das Ehepaar Franklyn.

Blackwood, der Rebell, ordnete sich weder ihnen noch dem System unter. Daher war ihm auch das Christentum suspekt; an einen Gott, der lieber strafte als verzieh, wollte und konnte er nicht glauben. Die schrecklichen Folgen einer Amok laufenden Religion führt er uns in „Das Haus der Verdammten“ exemplarisch vor Augen. Freilich meint er auch das Gegenmittel zu kennen: Hass begegnet man mit Verständnis und Liebe, dann löst er sich auf. Das ist sympathisch, aber auch ein Punkt, der Blackwood recht naiv erscheinen lässt. In der Tat funktioniert „Das Haus der Verdammten“ als Geschichte genau dann nicht mehr, als der Verfasser eine Gruppe früh blühender Blumenkinder auftreten lässt, die „The Towers“ einem sanften Exorzismus unterziehen, bis die vergiftete Atmosphäre sich gereinigt hat.

Die Macht der Natur

Trotzdem muss man hier genau lesen: Blackwood ersetzt keineswegs das ‚böse‘ Christentum durch eine andere und ‚bessere‘ Religion. Eigentlich gehören die Retter von „Two Towers“ gar keiner Glaubensgemeinschaft an. Stattdessen akzeptieren sie die Welt, wie sie nach Blackwood ist: als Ort zwar mystischer, aber natürlicher Kräfte, die sich mehr oder weniger im Gleichgewicht befinden, ganz sicher keines gestrengen göttlichen Lenkers bedürfen und bei Bedarf behutsam kanalisiert und zur Ruhe gebracht werden können.

Wer diese Differenzierung berücksichtigt, wundert sich nicht darüber, dass Blackwood zwar sehr interessiert an den okkulten oder mystischen Lehren seiner Zeit und seit 1900 sogar Mitglied im berühmt-berüchtigten Geheimbund „Hermetic Order of the Golden Dawn“ war, doch bald wieder auf Abstand ging: Nicht einmal die erklärten Feinde der etablierten Religionen konnten ihn halten, da alle diese Zirkel selbst wieder strengen Regeln unterworfen waren, die Blackwood generell verwarf.

… wird dem Leser manchmal zu viel

Blackwoods Naturmystik ist die Quelle jener faszinierenden Mischung aus selbst Erlebtem und verschlüsselt Erdachtem, die er besonders in sein späteres Werk einfließen lässt – leider nicht unbedingt zu dessen Nutzen. Wer ihm nicht folgen mag auf diesem Weg, langweilt sich trotz der unerhörten literarischen Qualitäten, die Blackwood über die meisten zeitgenössischen und modernen Autoren des phantastischen Genres erheben.

Schon „Das Haus der Verdammten“ wird unleserlich dort, wo sich die unglaublich dichte Geschichte einer bösen oder blindwütigen Besessenheit im Esoterischen verliert. Wesentlich eindrucksvoller gelingt Blackwood die Beschwörung der Elementarkräfte in „Der Transfer“, wo ein quasi dilettierender Naturgeist seinen Meister trifft, und natürlich in „An ersten Abend im Mai“, eine Geschichte, die zunächst einmal nichts als die moderne Interpretation des alten Märchen vom unglücklichen Sterblichen ist, der zufällig in den Kreis der Feen stolpert und dabei sein blaues Wunder erlebt. Blackwood entwickelt daraus eine gleichermaßen gruselige wie eindrucksvolle Geschichte, in der die Natur wirklich lebendig wird.

Das eigentlich Interessante daran ist, dass nicht diese Tatsache Verderben über den unfreiwilligen Zeugen bringt. Die Natur schlägt eher blind zu, weil der nun Eingeweihte die Regeln nicht kennt. Deshalb ist sie bzw. sind ihre gespenstischen Emanationen auch nicht unbedingt bösartig oder gar böse zu nennen; sie sind nur fremd und können deshalb Verderben über den Sterblichen bringen. Freilich war Blackwood Profi genug, sich von diesem Credo zu lösen, wenn eine gute Geschichte dabei heraussprang: „Im Banne des Schnees“ zeigt Elementargeister, die eindeutig Ungutes im Sinn haben und folgerichtig sehr allergisch auf fromme Gebete und Glockenklang reagieren.

„Jones Wahnidee“ atmet dagegen wieder ganz den Geist des Blackwoodschen Multiversums: Der Geist ist stärker als die Materie, und es braucht keinen Christengott, der das ewige Kommen und Gehen steuert. Allerdings könnte es auch sein, dass Mr. Jones nur ein armer Irrer ist – Blackwood war nie ein fanatischer Guru, sondern der Selbstironie fähig. Er konnte sich über seine eigenen Ansichten und deren unbestreitbaren Schwachpunkte durchaus lustig machen. Angenehm humorvoll legt er deshalb auch den „Fall Pikestaff“ an, der deutlich in Richtung Science Fiction geht, bevor dieses Genre offiziell ‚erfunden‘ wurde.

Diese Herausforderung sollte angenommen werden

Man kann sagen, dass „Der Griff aus dem Dunkel“ Geschichten sammelt, die wesentlich ‚schwieriger‘, d. h. komplexer sind als die Stories früherer Blackwood-Sammlungen. Erschreckend spannend und eindringlich sind sie aber allemal, so dass den Freunden der Unheimlichen einmal mehr uneingeschränkt zur Anschaffung dieser antiquarisch recht problemlos zu findenden Sammlung geraten werden kann.

Es gibt sogar eine erfreuliche Zugabe: ein knappes, aber kluges Nachwort („Algernon Blackwood: Geisterseher und Weltenbummler“, S. 249-258) von Kalju Kirde (1923-2008), sicherlich eine DER Autoritäten auf dem Gebiet der unheimlichen Literatur im deutschen Sprachraum und Herausgeber der von den Freundes dieses Genres heiß & innig geliebten „Bibliothek des Hauses Usher“ (1969-1975) im Insel Verlag, zu der auch diese Sammlung ursprünglich gehörte.

Autor

1869 wurde Algernon Blackwood in Shooter’s Hill (heute ein Teil von London, damals zur Grafschaft Kent gehörend) geboren. Seine Eltern gehörten einer strengen calvinistischen Splittergruppe an, doch Algernon betrachtete die ‚etablierten‘ Religion skeptisch. Er verließ sein behütetes aber gefühlskaltes Elternhaus, sobald er volljährig war, und emigrierte nach Kanada. Später ging er in die Vereinigten Staaten und versuchte er sich u. a. als Farmer, Hotelier, Journalist und Schauspieler. Die in dieser Lehr- und Wanderzeit gewonnenen Erfahrungen, die er später auf ausgedehnten Europareisen vertiefte, flossen in Blackwoods schriftstellerische Arbeit ein, mit der er 1899, im Jahr seiner Rückkehr nach England, begann.

In rascher Folge veröffentlichte Blackwood mehrere Sammlungen mit Kurzgeschichten, die sich mit dem Okkulten und Übersinnlichen beschäftigten. Auch hier konnte er auf persönliche Kenntnisse zurückgreifen. Schon als 17-jähriger hatte Blackwood in Kent die Sagen und Mythen seiner Heimat studiert und sich mit den Lehren der klassischen Okkultisten und Kabbalisten vertraut gemacht. Im Jahre 1900 trat Blackwood dem berühmten „Hermetic Order of the Golden Dawn“ bei.

Natur- und Elementargeister, verschüttete Erinnerungen, Wiedergeburt: Dies sollten die Themen sein, auf die Blackwood in seinen Geschichten immer wieder zurückkam. Sie belegen außerdem die zweite Leidenschaft der gesellschaftlichen Oberschicht um die Jahrhundertwende – das Interesse an der neuen, noch höchst umstrittenen und daher umso faszinierenderen Wissenschaft der Psychoanalyse.

Die Hypothese, dass Geister – sollte es sie denn geben – nicht einfach nur ‚sind‘, sondern Ausgeburten der menschlichen Psyche sein könnten, hatte in den Augen der Zeitgenossen etwas Bestechendes. Recht schnell spiegelte sich dies in den Arbeiten zeitgenössischer Schriftsteller wider. Blackwood gehört zu den Pionieren, die eine psychologische Sicht auf die Welt des Okkulten warfen. Besonders deutlich manifestierte sich dies in der Figur des „physican extraordinary“ Dr. John Silence, (1908) einer am Vorbild Freuds orientierte, aber mit dem okkulten Wissen seines Schöpfers ausgestattete Figur.

Algernon Blackwood starb hoch betagt und als Schriftsteller halb vergessen 1951. Im letzten Jahrzehnt seines Lebens war (der 1949 geadelte) er jedoch als Radiosprecher und Hörspielautor noch einmal ungemein populär geworden. Blackwood hinterließ etwa 200 Kurzgeschichten und 14 Romane, dazu Schau- und Hörspiele, Gedichte und Liedtexte.

[md]

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