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Archiv für Februar, 2010

Im Haus des Bösen

Erstellt von Michael Drewniok am 28. Februar 2010

cottam-haus-coverF. C. Cottam
Im Haus des Bösen

Originaltitel: The House of Lost Souls (London : Hodder & Stoughton 2007)
Übersetzung: Rabanus Stern
Deutsche Erstausgabe: November 2009 (Deutscher Taschenbuch Verlag/Dtv 21178)
349 S.
ISBN-13: 978-3-426-21178-9

Das geschieht

Vor zwölf Jahren war Paul Seaton aus London ein junger Journalist auf dem Weg nach oben. Auch privat hatte er sein Glück in Gestalt der Studentin Lucinda gefunden. Der Untergang kam, als Seaton sich entschloss, seiner Freundin bei einer schwierigen biografischen Recherche zu unterstützen. Lucinda schrieb an ihrer Abschlussarbeit über die hochtalentierte aber in Vergessenheit geratene Fotografin Pandora Gibson-Hoare, die ihrem kurzen Leben 1937 in der Themse ein Ende setzte. Wider Erwarten fand Seaton bisher unbekannte Aufzeichnungen, in denen Pandora von nie entdeckten und sorgfältig versteckten Fotografien schrieb, deren Auffinden eine Sensation bedeutet hätte.

Unklugerweise schenkte Seaton jenen Kapiteln von Pandoras Tagebuch, in denen sie schilderte, wie sie in einen Zirkel hochrangiger Satanisten geriet, nicht die gebührende Aufmerksamkeit. Seaton glaubte nicht an Schwarze Magie und wagte sich deshalb in das berüchtigte Fischer House, das einst dem Anführer dieser Gruppe gehörte und seit vielen Jahren leerstand. Dort entkam er nur knapp einer mörderischen Kreatur und erregte die Aufmerksamkeit von Klaus Fischer und seinen bösen Genossen, die zwar tot aber keineswegs im Jenseits verschwunden waren. Lange saßen die Geister Seaton im Genick. Sie zerstörten sein berufliches und privates Leben, bis sie endlich das Interesse an ihm verloren. Seitdem lässt Seaton sich treiben.

Nun sucht ihn der Therapeut Malcolm Covey mit einer dringenden Bitte auf: Fünf Forscher haben das Fischer House aufgesucht und dessen Geister geweckt. Ein junges Mädchen ist bereits tot, die anderen ‚Gäste‘ kämpfen mit dem Wahnsinn. Seaton, der dem Schrecken einst entrann, soll sich ihm neuerlich stellen, um die neuen Opfer zu retten. Dies abzulehnen ist unmöglich, denn Fischer hat von Seatons Mission erfahren und nimmt freudig die Herausforderung an …

Klassischer Spuk – endlich wieder einmal!

In einem Meer – vielleicht sollte man besser von einem bösen, saugenden Sumpf sprechen – nur unfreiwillig schrecklicher Vampir-Schmonzetten darf ein ‚richtiger‘ Grusel-Roman heutzutage mit Vorschusslorbeeren rechnen. Zwar wird auch „Im Haus des Bösen“ geliebt, aber immerhin nicht geschmachtet. Noch wichtiger: Das Übernatürliche gerinnt nicht zur Wunschprojektion unerfüllter Träume, sondern ist ein rundum unerfreulicher Ort mit ebensolchen Bewohnern.

Diese dürfen sogar düstere Prominenz für sich beanspruchen: Zwar gab es in der historischen Realität keinen Klaus Fischer, doch zu seinen Gästen (und Jüngern) gehörten laut F. G. Cottam ebenso illustre wie berüchtigte Gestalten: der Okkultist und „Magicker“ Aleister Crowley (1875-1947), der Schriftsteller Dennis Wheatley (1897-1977), der britische Faschistenführer Oswald Mosley (1896-1980) und der Nazi-Bonze Hermann Göring (1893-1946). Ihnen dichtet Cottam einen geheimen und unentdeckt gebliebenen Pakt mit dem Teufel an, der ihnen im Tausch für ihre Seelen Macht und Reichtum garantierte.

Akkurat wie die Vergangenheit und ihre Protagonisten lässt Cottam die klassische Geistergeschichte der 1920er Jahre aufleben. Deshalb verzichtet er auf plakative Gräuel. Seltsames und Erschreckendes ereignet sich gern (aber nicht nur; keine Sorge!) an den Rändern des Blickfelds oder zwischen den Zeilen. Der Erzählton ist ernst und dem Geschehen angemessen, das ohne die heute so beliebte Ironie eine bitterernste und oft traurige Geschichte darstellt, die mehr als ein Dreivierteljahrhundert abdeckt.

Ebenfalls klassisch: das Figurenpersonal

Autor Cottam plant nicht, dem Genre einen Schrittmacher zu schaffen, um es in ‚die Gegenwart‘ zu hieven, was Literaturkritiker immer wieder fordern, ohne dass ihnen selbst klar zu sein scheint, wie das realiter funktionieren könnte. „Im Haus des Bösen“ ist Retro-Horror der gediegenen Art. Die bekannten Elemente funktionieren heute so gut wie gestern, also bedient sich Cottam ihrer. Abgestaubt werden sie nicht, zumal die Handlung sich meist ohnehin in der Vergangenheit abspielt. (Wenn die Handlung in die 1980er Jahre springt, liest sich Cottams Wiederbelebung dieser Ära ebenfalls authentisch. Der Verfasser greift hier auf die eigene Biografie zurück; wie Paul Seaton startete Cottam nach 1980 in eine Journalistenlaufbahn.)

Also haben wir das große, dunkle, alte Haus, in dem sich Schreckliches ereignete, das sich in den Wänden buchstäblich eingenistet hat und auf jene wartet, die sich neugierig oder einfach nur dumm hineinwagen. Dazu passt ein überlebensgroßer Schurke, der zwar tot aber deshalb umso schauderhafter ist. Ihm zur Seite stehen diverse Untergeister, die sich mit eigenen Bosheiten der ‚menschlichen‘ Hauptfigur in den Weg stellen, damit das finale Duell zwischen diesem und besagtem Bösewicht nicht gar zu früh stattfinden muss.

Besagter Held ist zwar in der Minderzahl, steht jedoch nicht allein. Das macht ihn umso verwundbarer und sorgt für dramatische Momente, wenn die Teufelsbrut einen der ‚guten‘ Spieler vom Feld nimmt. Cottam wandelt dieses Klischee – nennen wir es ruhig so, denn nicht immer trägt dieser Ausdruck negative Züge – insofern ab, als er Lucinda nur als Katalysator für das eigentliche Grauen einsetzt und Seaton schon recht früh der mondänen Pandora verfallen lässt, die in der Tat die interessantere Person (und Persönlichkeit) ist. Der Autor beherzigt eine Grundtugend der klassischen Geistergeschichte: Die Leser müssen die Figuren kennen und sie mögen (oder fürchten), damit sie an ihren Schicksalen Anteil nehmen.

Irgendwas ging dennoch schief

Trotz allen vielversprechenden Inputs ist „Im Haus des Bösen“ kein Roman, der sich seinen Lesern einprägt. Stattdessen kommt schon früh ein Gefühl der Enttäuschung auf. Cottam holt weit aus, um seinem Fischer House eine eindrucksvolle Geschichte zu verschaffen. Er erfindet ihr Figuren mit klingenden Namen (s. o.) und bettet sie (trotz einer eher laxen Charakterisierung, die auf dem Niveau reinen „name droppings“ verharrt) geschickt in die historische Realität ein. Der Glaube an das Okkulte war in Jahren nach dem I. Weltkrieg in England auch und vor allem in den höheren Gesellschaftsschichten verbreitet (auch wenn der Teufel dort natürlich nur vereinzelt aktive Satanisten und Hexenmeister offiziell rekrutieren konnte, weil dies schlecht für den Ruf war).

Die Atmosphäre ‚stimmt‘: Cottam weiß, was „unheimlich“ bedeutet, und er vermag es in entsprechende Worte zu fassen, kreiert eindrucksvolle Szenen, streut gut erfundene Anekdoten ein, deutet unaussprechliche Geheimnisse an, verliert sich in interessanten Details – und ehe man es sich versieht, sind zwei Drittel des Buches vorüber, ohne dass wirklich etwas geschehen ist!

Erst dann kommt Schwung in die Handlung, die jedoch den Versprechungen der gewichtigen Einleitung niemals gerecht werden kann. Vorher aufwendig eingeführte Figuren gehen sang- und klanglos über Bord. Die subtile Gemeinheit der Gespenster verwandelt sich in plumpes Kraft-Spuken. Jede Tür des Fischer-Hauses wird zum Portal in eine neue Visionen-Welt, in der aufwändig chiffriert wird, was sich nachträglich als ganz einfache Geschichte herausstellt.

Am Ende steht ein Sieg, der ebenso trivial erfochten wie unwahrscheinlich ist, wenn man sich noch einmal vor Augen führt, mit welchen Geschützen Fischer & Co. aufwarten konnten. Fast ein Jahrhundert haben sie Millionen an ihren Marionettenschnüren tanzen lassen, aber ausgerechnet Paul Seaton (im Bund mit einem geläuterten, schwer bewaffneten IRA-Terroristen) kann ihnen den Garaus machen? Das gibt die Figur einfach nicht her!

So ist „Im Haus des Bösen“ wieder einmal ein Buch, das in der Summe weniger gefällt als in seinen Einzelteilen. Cottam kennt das Genre, und er hat ein Gespür für bedrohliche und ambivalente Stimmungen. Was (noch) fehlt, ist die Komposition einer packenden Handlung. Weil sie fehlt, wollen die Elemente sich nicht zu einer stringenten Geschichte fügen.

Autor

F. G. Cottam – 1957 als Francis Cottam in der englischen Grafschaft Lancashire geboren – studierte Geschichte an der University of Kent. Nach seinem Abschluss ging er nach London und wurde Journalist. Im Verlauf einer zwei Jahrzehnte währenden Karriere gab er u. a. das Herrenmagazin „FHM“, schuf das „Total Sport Magazine“ und betreute die britische Ausgabe des Magazins „Men’s Health“.

Ab 2001 wurde Cottam als Schriftsteller aktiv. In rascher Folge erschienen vier Historien-Thriller, in denen Ereignisse des II. Weltkriegs als Kulisse für abenteuerliche Unterhaltung dienten. Seit 2007 schreibt Cottam – nun als F. G. Cottam – Romane, die um übernatürliche Phänomene kreisen.

Mit seiner Familie lebt und arbeitet F. G. Cottam in Kingston upon Thames. (5xPRT)

[md]

Titel bei Buch24.de

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www.buchrezicenter.de veranstaltete in Zusammenarbeit mit dem obengenannten Verlag dieses Preisrätsel, bei dem wir drei Fragen zum Umfeld des Preistitels am Telefon* gestellt haben, die richtig beantwortet werden mussten.
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Die jeweiligen Gewinne wurden anschliessend direkt an die angegebenen Adressen der Gewinner verschickt!
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Wir danken dem obengenannten Verlag als Sponsor herzlich für die zur Verfügung gestellten Preisrätseltitel! Und bedanken uns auch bei unseren Mitspielern für Ihr reges Interesse!
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Gewinner der Preisrätseltitel:
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1.Roland Beer
2.Bernd Pollack
3.Reinhard Michalak
4.Lothar Bremer
5.Joerg Wölk
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Der Rechtsweg war wie immer ausgeschlossen!
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Sayuri

Erstellt von Werner Karl am 28. Februar 2010

sayuriCarina Bargmann
Sayuri

Jugendbuch / Fantasy
Arena Verlag 2010
Umfang: 515 Seiten
ISBN 9783401064468

www.arena-verlag.de

Zur Autorin:

Carina Bargmann, Jahrgang 1991, hat schon als Zehnjährige mit dem Schreiben angefangen. Mit fünfzehn Jahren hatte sie bereits zwei große Fantasyromane verfasst und wurde wenig später von einer der renommiertesten deutschen Literaturagenten als Nachwuchstalent entdeckt. Neben dem Schreiben hat sie noch zahlreiche andere Hobbys, unter anderem ist sie fasziniert von der asiatischen Kultur und lernte Japanisch. Carina Bargmann lebt mit ihren Eltern und ihren Geschwistern in Braunschweig und bereitet sich gerade auf das Abitur vor.

Zum Buch:

Sayuri ist der Debütroman der Autorin Carina Bargmann. Ein fesselnder Fantasyroman, der sich an ein jugendliches Lesepublikum ab 12 Jahren richtet. Bereits das Cover ist so verlockend, dass ich mit dem Lesen sofort beginnen wollte, als ich das Buch in meinen Händen hielt. Es ist in blau und lila gehalten. Es zeigt einen Mond, der einen Baum mit Blättern und Blüten in einem bläulichen Lichtschimmer erscheinen lässt. Regentropfen sind als blaue Glitzertropfen abgebildet, die aus dem Cover hervorstechen und es noch magischer machen. Im Vordergrund stehen drei Gestalten in schwarze Gewänder gehüllt. Bereits der Prolog entführt den Leser in eine neue Welt. Jemand ist auf der Suche. Auf der Suche nach einer Quelle, aber er kann sie nicht finden. Er unterhält sich mit einem Wiljar, einem katzenähnliches Wesen und beschließt etwas….

Dann beginnt der erste Teil des Buches, das insgesamt in drei Teile aufgeteilt ist. Der Leser lernt hier die Kaiserstadt kennen. Es gibt den Palast, einen inneren und einen äußeren Kreis. Die Kaiserstadt lebt vom Fluss Shanu aus dem alle Bürger ihr Wasser schöpfen. Nun sinkt seit einiger Zeit angeblich der Wasserspiegel des Shanu und so erhalten die Bewohner des äußeren Kreises kaum noch Wasser. Das nehmen Milan und Marje zum Anlass in einen Wasserspeicher einzudringen und Wasser in den äußeren Ring, in das Viertel der Taller, zu leiten. Dies gelingt den Beiden, aber schon droht neue Gefahr. Der Kaiser, dessen Regierungsgeschäfte von seinem Bruder Miro geregelt werden, verlangt dass alle 16-jährigen Kinder die Kaiserstadt verlassen. Sie werden verbannt, da es  eine angebliche Prophezeiung gibt, die besagt, dass alle Kinder, die vor 16 Jahren geboren wurden mit dem Wasser des Shanu verbunden sind. Dies soll der Grund für den sinkenden Wasserstand des Shanu sein. Doch die Bürger und die Jugendlichen glauben nicht an die Worte Miros, des Kaiserbruders. So bilden sich Gruppen von Rebellen.

Eine Gruppe trifft sich im Haus der jungen Sayuri, einer Freundin von Marje, die sich sehr gut mit Kräutern auskennt. Sayuri ist ein junges Mädchen, aber sie ist stumm. Kein Wort kommt über ihre Lippen. Außerdem hat Sayuri eine auffallend weiße Haut und helle Haare. Schon bald stellt sich heraus, dass Miro nicht hinter allen 16-Jährigen her ist, sondern ausschließlich hinter Sayuri. Aber was ist der Grund dafür? Marje will ihre Freundin helfen und versucht mit ihr gemeinsam die Flucht aus der Stadt. Ihnen schließt sich der Erbe des Kaisers, Kiyoshi, an, der langsam starke Zweifel an den Entscheidungen des Kaisers und Miros hegt. Gemeinsam wollen Sie auf die Suche gehen. Auf die Suche nach der Wahrheit. Dafür lässt Kiyoshi auch seine Mutter, Aulis, zurück, die bereits seit Jahren in sich selbst zurückgezogen lebt. Aber was wollte Aulis sagen, als sie von Silla und deren Geheimnis sprach? Leider wird Sayuri von Kiyoshi und Marje getrennt und so begeben sie sich zunächst getrennt auf die weitere Reise, die Ihnen einige Abenteuer beschert.

Im nun folgenden zweiten Teil des Buches kann der Leser eintauchen in eine fantastische Welt. Es tauchen Wesen auf, die wir alle schon kennen, aber sie werden auf eine ganz besondere Art und Weise geschildert. Hier gibt es Greife, Zentauren, Wiljare, Echsen und weitere Gestalten. Schön zu verfolgen, dass fast alle Wesen auf der Seite des Guten zu stehen scheinen und bereit sind sich in Notlagen zu helfen. So halten dann auch alle zusammen, als es darum geht Kiyoshi, der von den Söldnern gefangen genommen wird, aus den Minen, in denen er arbeiten soll, zu befreien.

Im dritten Teil erst wird das Geheimnis um Sayuri und ihre magischen Fähigkeiten aufgelöst. Aber bis dahin ist es ein weiter Weg. Das Buch lebt von seinen bildlichen Beschreibungen und der zauberhaften Idee das Lebenselixier Wasser unmittelbar mit Magie zu verbinden. Es entsteht so eine Einheit, die den Shanu und die an seinen Ufern lebenden Menschen, ganz besonders aber Sayuri,  zu etwas Besonderem macht.

Etwas gefehlt hat mir eine Karte der Kaiserstadt und eventuell auch der Wüste mit Lage der Minen, des Waldes etc. Für eine bessere Übersicht wäre das sicher sinnvoll gewesen. Das Ende des Buches ist mir im Vergleich zu den vorangegangenen Abschnitten etwas überhastet und auch nicht alle meine Fragen werden abschließend beantwortet. Der Klappentext bringt mir ein Stück weit zu sehr eine Prophezeiung in den Vordergrund, die im Buch nur eine untergeordnete Rolle spielt, ist sie doch nur erfunden und nicht zwingend Grundlage für den weiteren Handlungsverlauf.

Dennoch hat das Buch mich von der ersten bis zur letzten Seite fasziniert. Die Autorin hat für ihr jugendliches Alter ein großes Sprachgefühl bewiesen. Außerdem muss der Leser bedenken, dass sich das Buch ja in erster Linie an Jugendliche und nicht an Erwachsene richtet. Dennoch sollten auch fantasybegeisterte Erwachsene den Mut haben in dieses Buch einzutauchen.

Copyright © 2010 by Iris Gasper

Titel bei Buch24.de:
Sayuri

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Leopard

Erstellt von Werner Karl am 28. Februar 2010

leopardJo Nesbø
Leopard

Kriminalroman
Originaltitel Panserhjerte 2009 H. Aschehoug & Co., Oslo
Aus dem Norwegischen von Günther Frauenlob und Maike Dörries
Ullstein Buchverlage (2010)
Umfang: 699 Seiten
ISBN 9783550087745

www.ullstein.de

Zum Autor:

Jo Nesbø, 1960 geboren, ist Ökonom, Schriftsteller und Musiker. Bereits sein Debüt, Der Fledermausmann, wurde als „Bester Kriminalroman des Jahres“ ausgezeichnet. Inzwischen gilt Jo Nesbø als Norwegens erfolgreichster Autor und gelangt mit jedem neuen Kriminalroman auf Platz 1 der Bestsellerliste. Die Harry-Hole-Serie wurde in über dreißig Sprachen übersetzt, allein in Deutschland sind über eine Million Exemplare verkauft. Leopard ist der achte Roman um Kriminalkommissar Harry Hole. Jo Nesbø lebt in Oslo.

Zum Buch:

In seinem neuen Kriminalroman Leopard entführt Jo Nesbø den Leser gleich zu Beginn in die grausame Welt eines Mörders. Eine junge Frau ist in Gefangenschaft. Sie wird von ihrem Peiniger gezwungen eine Metallkugel in der Größe einer Billardkugel in den Mund zu schieben. Dann wird sie alleingelassen. Die Noppen der Kugel drücken auf  ihre Luftröhre, gegen den gesamten Kiefer. Doch da ist ein Metalldraht von dem „der Leopard“ gesagt hat sie solle nicht daran ziehen. Vielleicht ist das die Rettung. So zieht die Frau an dem Draht und…stirbt. Sie ertrinkt, ein grausamer Tod.

Dies ist der Beginn des Suchens.

Zunächst einmal wird Kaja Solness von ihrem Chef Gunnar Hagen beauftragt, Harry Hole zu suchen. Harry hat nach seinem letzten Fall den Dienst quittiert und sich nach Hongkong zurückgezogen. Dort lebt er in einem verkommenen Zimmer und „genießt“ sein Leben im Rausch mit Alkohol, Opium und Pferdewetten. Gesucht wird er in Hongkong von den Triaden, da er  Schulden gemacht hat. Dennoch will er Kaja nicht nach Oslo folgen um bei der Aufklärung mehrere mysteriöser Morde zu helfen. Nur die Tatsache, dass sein Vater im Krankenhaus liegt und nicht mehr lange zu leben hat, bewegt ihn dazu, Kaja nach Oslo zu folgen.

Dort angekommen gerät Harry nicht nur in ein Spiel des Killers hinein, sondern muss sich auch mit vielen anderen Dingen auseinandersetzen. Zunächst einmal ist da Mikael Bellmann, Leiter des Kriminalamtes, der die alleinige Kriminalmacht in Oslo anstrebt und das Morddezernat rund um Gunnar Hagen ausbooten will. Da aber will Harry nicht mitspielen und so kommt es unter den Ermittlern zu erbitterten Machtkämpfen. In Harrys neuem Team jedoch scheint es einen Maulwurf zu geben, aber wer ist es?

In Harrys Liebesleben gibt es ebenfalls Neuigkeiten, aber kann er Rakel wirklich vergessen?

Die Suche nach der Tatwaffe führt Harry nach Goma, Kongo.
Die Suche nach der Gemeinsamkeit der Opfer führt ihn in eine einsame Berghütte.
Die Suche nach der Denkweise des Täters führt ihn zu einem anderen Täter, „dem Schneemann“ und damit zu seiner Vergangenheit.

Mehr als einmal gerät Harry in Situationen, die mehr als brenzlig sind, aber er überlebt, jedes Mal. Das scheint mir als Leserin zwar manches Mal etwas überzogen, tut dem Gesamtbild eines spannenden Kriminalromans aber keinen Abbruch. Nicht nur die Ermittlungen im Mordfall, sondern auch Harrys Gemütszustand und seine Sorge um den kranken Vater nehmen viel Raum in diesem Buch ein. An keiner Stelle aber wird dies langweilig, denn alles hängt irgendwie zusammen. Schließlich möchte der Täter ja auch gefunden werden und wie stellt er das an? Er sucht die Nähe des Ermittlers. Dies fädelt der Autor hier so geschickt ein, dass die Hinweise von einem potentiellen Täter zum nächsten deuten und man als Leser das Gefühl nicht los wird immer noch mehr im Dunkeln zu tappen.

Der Titel ist abgeleitet aus dem Anfang des Buches. Hier wird der Täter vom Opfer als „Leopard“ beschrieben. Ich persönlich finde diesen Titel in Bezug auf den Täter nicht wirklich passend. Der Originaltitel „Panserhjerte“ ist da durchaus treffender. Das Cover ist passend zum Titel gewählt. Auch wenn die Fähigkeiten des Harry Hole mir oft etwas zu dick aufgetragen werden, ist dieser Kriminalroman durchweg sehr spannend und absolut lesenswert.

Copyright © 2010 by Iris Gasper

Titel erhältlich bei:
Buch24.de

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Die Flotte der Puppenspieler

Erstellt von Werner Karl am 28. Februar 2010

die-flotte-der-puppenspielerLarry Niven und Edward M. Lerner
Die Flotte der Puppenspieler
Ringwelt-Roman

(sfbentry)
Bastei Lübbe (2008)
ISBN 9783404243730
Originaltitel: „Fleet of Worlds” (2007)
Umfang: 428 Seiten
Taschenbuch, Science Fiction
Übersetzer: Ulf Ritgen
Titelbild: Les Edwards

www.luebbe.de

Vorwort

Wenn man Science Fiction nicht nur ab und zu, sondern regelmäßig liest, kennt man zumindest die ersten beiden Romane aus dem Ringwelt-Universum: „Ringwelt“ und „Die Ringwelt-Ingenieure“. Beide zählen zum Besten, was das Genre zu bieten hat und sind auch im Schaffen Larry Nivens absolute Highlights. Das – Jahre danach – etliche Fortsetzungen und Prequels diesen Erfolgen nachgeschoben wurden, ist buisiness-as-usual.

Zum Buch

„Die Flotte der Puppenspieler“ handelt weit vor den Ereignissen der beiden o.g. Romane und hat – naturgemäß – noch nichts direkt mit dem Artefakt Ringwelt zu tun.

Man schreibt das Jahr 2650 und die Menschheit besiedelt einen winzigen Teil der Milchstraße. Sie hat Kontakt zu einigen außerirdischen Völkern, darunter den weit fortgeschrittenen Puppenspielern, die von Menschen ihren Namen aufgrund ihres Körpers verliehen bekamen. Die Puppenspieler sind Herdenwesen mit zwei unabhängigen Köpfen auf langen Hälsen, einem kugeligen Korpus und drei gleichmäßig verteilten Beinen mit Hufen. Arme oder Hände haben sie nicht. Manuelle Tätigkeiten führen sie mit Hilfe ihrer Münder und Zungen aus. Und Puppenspieler sind Sicherheitsfanatiker und pflegen einen ihrer Urinstinkte – den Fluchttrieb – bis zu extremen Auswirkungen.

Innerhalb weniger Jahre verschwinden plötzlich die Puppenspieler von allen Welten der Menschen  spurlos. Damit hat die Menschheit auch keinen Zugang mehr zur fantastischen Raumschiffstechnologie der Puppenspieler. Suchkommandos der Vereinten Nationen nehmen die Suche nach dem unbekannten Heimatplaneten der Puppenspieler erneut auf. Schon immer hatten die Puppenspieler ein Geheimnis aus der Position ihrer Heimatwelt gemacht.

Was die Menschheit nicht ahnt, wird dem Leser offenbart: Das galaktische Zentrum der Milchstraße ist explodiert. Warum oder auf welche Weise erfährt man nicht. Man kann vermuten, dass aufgrund einer Supernova die sehr dicht stehenden Sterne in einer Kettenreaktion vernichtet wurden. Ob die Explosionswelle noch anhält oder sich in weniger dicht stehenden Bereichen des Alls leer gelaufen hat, wird ebenfalls nicht verraten. Doch was der Leser erfährt, ist dies: Die dabei erzeugte Strahlungswelle ist absolut tödlich und jegliches Leben in der Galaxie ist von der vollständigen Auslöschung bedroht. Und dies ist der Grund für das Verschwinden der Puppenspieler.

Mit ihrer Hochtechnologie bildeten die Puppenspieler ihre Heimatplaneten zu einer Weltenflotte um und fliehen aus der Galaxis. Dass sie dafür Jahrhunderte benötigen ist für sie nur zweitrangig. Wichtig ist nur, dass sie sich schneller bewegen als die Strahlungswelle aus dem Zentrum. Und mindestens genauso wichtig ist, dass kein anderes Volk von der Katastrophe und der Flucht der Weltenflotte informiert wird. Zu sehr fürchten die Puppenspieler um ihre Ressourcen und rechnen mit in Panik angreifenden anderen raumfahrenden Völkern. Allen voran fürchten sie sich vor den Menschen. Besonders aus dem Grund, das, wenn diese erfahren, dass die Puppenspieler seit über 450 Jahren die Nachkommen irdischer Expeditionen als Diener und Sklaven auf ihren Naturschutzwelten halten…

Fazit

Dieses Prequel kann leider nicht an die Qualität der beiden „Urromane“ anknüpfen. Ob dies nun an Larry Niven selbst oder seinem Co-Autor Edward M. Lerner liegt, wage ich nicht zu beurteilen. Trotzdem ist es faszinierend, die Weitsicht der Puppenspieler zu erleben, mit aller schrecklichen Konsequenz, mit der sie andere Völker, insbesondere die Menschen, manipulieren. Selbst von Zuchtexperimenten, Gefangenschaft, Sklaverei und Massenmord schrecken sie nicht zurück. Für Ringwelt-Fans sicher eine Facette, die zu lesen sich lohnt.

Copyright © 2010 by Werner Karl
 
Titel erhältlich bei:
Buch24.de

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Offenbarung 1

Erstellt von Werner Karl am 28. Februar 2010

offenbarung-1S. D. Perry
Offenbarung 1
Star Trek – Deep Space Nine 1

Star Trek – Deep Space Nine: Avatar, Book One, USA, 2007
Cross Cult, Asperg, 10/2009
Taschenbuch, Science Fiction
ISBN 9783941248519
Aus dem Amerikanischen von Christian Humberg
Titelbild von Paramount Pictures Corporation

www.cross-cult.de
www.startrekromane.de
www.fantasticfiction.co.uk/p/s-d-perry/

Die zweite der neuen „Star Trek“-Serien war „Deep Space Nine“. Etwa drei bis vier Jahre nach „The Next Generation“ wurde sie geschaffen, um eine ganz andere Sicht auf das Universum von Genre Roddenberry zu werfen. Diesmal reisten die Menschen nicht in erster Linie durch unbekannten Raum, stattdessen kam er durch ein Wurmloch zu ihnen und mit ihm Völker und Spezies, die bisher noch niemandem bekannt waren. Zum anderen standen Wissenschaft und Glauben immer im Widerstreit zueinander, wenn die Bajoraner – in deren Nähe sich die Station befand – wieder einmal ihren Weg gingen und nicht den von der Föderation gewohnten, vor allem in Bezug auf die cardassianischen Erbfeinde, unter deren Besatzung sie über Jahrzehnte gelitten hatten.

Als erste der „Star Trek“-Serien wurde sie düster und mit einem durchlaufenden Handlungsbogen ausgestattet, was nicht zuletzt an der erfolgreichen Konkurrenz lag, die neue Maßstäbe setzte: „Babylon 5“. „Deep Space Nine“ musste wohl oder übel nachziehen und wurde so sehr untypisch für das Universum. Dem tragen auch die Romane Rechnung, die drei Monate nach dem Ende der Fernsehserie spielen. Der Krieg gegen das Dominion mag zu Ende sein, und die Feinde aus dem Gamma-Quadranten können nicht mehr zurückkehren, aber noch gibt es Verbände und Flotten, die die Region durchstreifen und Rache wollen.

Benjamin Sisko, der ehemalige Kommandant der Station, ist zum Volk seiner Mutter zurückgekehrt, was ihn in den Augen der Bajoraner, die die Wurmlochwesen als göttliche Entitäten ansehen, noch mehr zu einem Auserwählten macht und seinen Sohn Jake Sisko gleich mit ihm. Der junge Mann sucht auf einer alten Ausgrabungsstätte auf Bajor Antworten und findet schließlich einige, die ihm nicht ganz so behagen und auch sein noch ungeborenes Halbgeschwisterchen betreffen.

Derweil versucht Kira Nerys, auf „Deep Space Nine“ die Ordnung wieder herzustellen, was gar nicht so einfach ist. Den Posten des Sicherheitschefs hat ausgerechnet Ro Laren übernommen, die bis vor kurzen für den Maquis gegen die Cardassianer gekämpft hat. Zwar weiß sie, wie sie mit den meisten umgehen muss, aber sie hat kaum Rückhalt bei den Angehörigen der Sternenflotte, die sie als Deserteurin sehen. So stehen die beiden Frauen vielen Problemen gegenüber und erhalten nur wenig Unterstützung. Sie ahnen nicht, dass sich die Lage schon bald verschlimmern könnte, denn die „Enterprise“, das Flaggschiff der Föderation, hat eine Entdeckung gemacht, die ihr Leben bald völlig auf den Kopf stellen könnte.

Vor allem Fans der Serie dürften die neure Romanreihe lieben. Es gibt ein Wiedersehen mit den alten Helden aus „Deep Space Nine“ und „The Next Generation“, auch beliebte Nebenfiguren wie Ro Laren wurden zurückgeholt. Die ganzen Auftritte von Captain Picard und seiner Crew oder den Figuren auf der Station und die Entwicklungen auf dieser nehmen allerdings so viel Raum ein, dass die eigentliche Handlung noch nicht in Gang kommt und der Roman selbst offen endet. Bisher gibt es nur Andeutungen, die mit dem Fund der „Enterprise“ und einer alten Prophezeiung zusammen hängen, die Jake auf Bajor entschlüsselt. Dementsprechend flach ist die Spannungskurve und zieht erst zum Ende hin an, so dass man gar nicht anders kann, als sich auch noch den zweiten Band zuzulegen.

Alles in allem machen die Autoren ihre Arbeit sehr gut. Die Figuren sind klug und glaubwürdig weiter entwickelt, man erkennt sie problemlos wieder und ist gespannt, wie sie mit den neuen Gegebenheiten zurechtkommen. Da man schon wissen sollte, wie die Serie endete, wenden sich die Romane in erster Linie an die Fans und nicht an Gelegenheitsleser. Und die werden durch das erste Buch von „Offenbarungen“ neugierig gemacht, wie es denn auf „Deep Space Nine“ weiter geht.

Copyright © 2010 Christel Scheja (CS)
 
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Offenbarung 1

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In den Klauen des Todes

Erstellt von Werner Karl am 28. Februar 2010

in-den-klauen-des-todesWalter Simonson
In den Klauen des Todes
World of Warcraft Comic-Sonderband 2

World of Warcraft 8 – 14, USA, 2007/08
Panini Comics, Stuttgart, 12/2009
PB mit Klappbroschur, vollfarbige Graphic Novel im Comicformat
Fantasy, Action
ISBN 9783866078390
Aus dem Amerikanischen von Mick Schnelle
Titelillustration von Ludo Lullabi & Sandra Hope
Zeichnungen von John Buran, Mike Bowder, Ludo Lullabi, Sandra Hope, Jerome Moore u. a., Farben von Randy Mayor

www.paninicomics.de
http://lambiek.net/artists/s/simonson_walt.htm
www.ludolullabi.com/
http://ludolullabi.deviantart.com/

Zu „World of Warcraft“ muss man wohl nicht mehr viel sagen, denn es ist derzeit das wohl weltweit erfolgreichste Massive-Multiplayer-Online-Roleplaying-Game (kurz „MMORG“), das mittels besonderer Software über das Internet gespielt wird. Dementsprechend ist wohl auch das Interesse an Material zu der Welt und den Rassen außerhalb der virtuellen Plattform gewachsen. So erscheinen schon seit einiger Zeit neben den Romanen auch verschiedene Comicreihen. Mit „Fremder in einem Fremden Land“ begann die Geschichte um dem Gladiator Lo’Gosh, der ohne Erinnerung am Strand gefunden und an die Arena verkauft wurde. Sehr schnell wird deutlich, dass er mehr als nur ein einfacher Krieger ist, denn er besitzt die Qualitäten eines Anführers. So organisiert er zusammen mit dem Nachtelfendruiden Broll Bärenpelz und der eigenwilligen Blutelfe Vareena die Flucht aus der Arena und versucht herauszufinden, wer er eigentlich ist.

Nun, da er weiß, dass er eigentlich Varian von Sturmwind ist, der König eines kleinen Landes, ist Eile geboten. Denn Gerüchte gehen um, dass ein Mann dieses Namens in seine Heimat zurückgekehrt sei und den Thron wieder bestiegen habe. Varian alias Lo’Gosh weiß, dass nur eine Intrige seiner Feinde oder ein Betrüger dahinter stecken kann, und bittet seine Freunde um einen letzten großen Gefallen. Sie müssen ihm helfen, den falschen Varian vor Aller Augen zu enttarnen und seinen kleinen Sohn zu retten, der in immer größere Gefahr gerät. Und die anderen sagen nicht nein. Doch bereits der Weg in das kleine Reich ist mit allerlei Gefahren gepflastert, denn die Feinde ruhen nicht. Sie versuchen alles, um zu verhindern, dass der wahre Herrscher seinen Thron zurück gewinnt.

Wie das Spiel selbst, so setzt auch der Comic ganz auf Kampf und Auseinandersetzung, gepaart mit ein wenig Magie. Klar ist nur die Situation, aber wie und warum Varian seinen Thron verloren hat und wer eigentlich seine Feinde sind, das ist eher nebensächlich. Viel wichtiger sind die Duelle und Gefahren, die die Helden überwinden müssen, während der kleine Sohn des Königs sehr bald weiß, dass sein Vater nicht echt ist und so immer mehr selbst in Gefahr gerät. Die Handlung wird nicht gerade überraschend umgesetzt, passt aber zu der rasanten Erzählweise, die Kämpfe regelrecht über Seiten zelebriert, während ruhigere Szenen eher selten sind und die Charaktere wie auch die Handlung sehr oberflächlich bleiben.

Die Darstellung der Figuren selbst ist eng an die Illustrationen und Animation des Spiels angelehnt. Dazu gehören überdimensionierte Muskeln, ungewöhnliche Hautfarben oder Gliedmaßen und Ohren. Die Hintergründe sind schlicht gehalten. Vor allem eingefleischte „World of Warcraft“-Fans dürften an dem Band Gefallen finden, während der normale Fantasy-Leser nicht mehr als Action mit einem Hauch von Ambiente erwarten sollte. Immerhin findet die Geschichte mit diesem Band auch ihr Ende und wird nicht noch weiter fortgesetzt. (2xPRT)

Copyright © 2010 by Christel Scheja

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Die Insel

Erstellt von Michael Drewniok am 27. Februar 2010

connolly-insel-cover-2008John Connolly
Die Insel

(sfbentry)
Originaltitel: Bad Men (London : Hodder & Stoughton 2003)
Übersetzung: Charlotte Breuer/Norbert Möllemann
Deutsche Erstausgabe: August 2005 (Ullstein Verlag/Ullstein Paperback Nr. 26300)
480 S.
ISBN-13: 978-3-548-16300-7
Als Taschenbuch: Juni 2008 (Ullstein Verlag/Ullstein TB Nr. 26940)
480 S.
ISBN-13: 978-3-548-26940-5

Das geschieht:

Dutch Island ist eine Insel vor der Pazifikküste des US-Staats Maine. Knapp tausend Menschen leben hier und bilden eine geschlossene Gemeinschaft; Fremde vom Festland fassen schwer Fuß. Marianne Elliot kämpft als alleinerziehende Mutter mit vielen Vorurteilen. Dennoch arrangiert sie sich, denn sie ist auf der Flucht vor ihrem Ex-Mann: Edward Moloch ist ein Psychopath, der sie sucht, seit sie sich mit Sohn Danny und viel Geld abgesetzt hat. Nach drei Jahren Haft ist Moloch gerade ausgebrochen. Mit sechs vertierten Killern zieht er auf der Suche nach seiner Familie und dem Geld eine blutige Spur durchs Land, während er sich Dutch Island bedrohlich nähert.

Dort beginnt Marianne gerade eine Beziehung mit dem depressiven Inselpolizisten Joe Dupree, genannt „Melancholie-Joe“. Der 2,15 m große Mann gehört einer der ältesten Familien von Dutch Island an. Er kennt und hütet die Geheimnisse der Insel, die einst „Sanctuary“ – „Zuflucht“ – hieß; der wahre Hohn, denn im Jahre 1693 hatten sich Siedler vom Festland auf die Insel zurückgezogen. Ein Verbannter aus den eigenen Reihen war zum Verräter geworden, hatte mit feindseligen Indianern paktiert und diese heimlich zu den Siedlern geführt, die mit Mann & Maus ausgelöscht wurde.

Seither geht es auf Dutch Island um. Die Einheimischen wissen nichts Genaues und hegen ihre Unkenntnis sorgfältig. Belegt ist allerdings, dass die Geister der Insel von Gewalt magisch angezogen werden. Wer auf Dutch Island in dieser Hinsicht über die Stränge schlägt, schwebt in Lebensgefahr. Immer wieder verschwinden Säufer, Schläger und andere unerfreuliche Zeitgenossen spurlos im dichten Inselwald. Leider unterscheiden besagte Geister nicht zwischen Tätern und Opfern. Deshalb führt die Ankunft Molochs und seiner Spießgesellen zum Umkippen des sorgfältig austarierten Gleichgewichts und schließlich zur Katastrophe. Die Killer terrorisieren das Inselvolk, und die Geister werden stärker und dreister, während ein Unwetter Dutch Island vom Festland und von jeder Hilfe isoliert …

Psychopathen-Terror & Gespensterspuk

Die gar nicht Glorreichen Sieben in der Nacht der lebenden Toten: Auf sehr ungewöhnlichen Pfaden wandelt Autor John Connolly, bekannt geworden durch seine hochklassigen Thriller um den Ermittler Charlie „Bird“ Parker. Dass er dieses Genre mit der Phantastik mischt, ist so ungewöhnlich freilich nicht. Der Blick auf Connollys Website verrät, dass der Autor seit jeher auch Geistergeschichten verfasst.

Nach eigener Aussage sind Genregrenzen für ihn ohnehin Nebensache. Eine spannende Geschichte möchte Connolly erzählen. Dafür ist ihm jedes Mittel recht. Hierin kann man ihm prinzipiell zustimmen, doch das Ergebnis wirkt leicht unausgegoren. „Die Insel“ ist einerseits ein echter Pageturner, der andererseits einen ähnlichen Eindruck wie der Filmklassiker „From Dusk Till Dawn“ hinterlässt: Zu einer Einheit wollen sich Diesseitiges und Jenseitiges nicht wirklich verbinden.

Die Story ist actionorientiert. Hintergründigkeit wird vor allem in der Figurenzeichnung suggeriert, bleibt aber Behauptung. Der Plot ist denkbar schlicht. Dass dies in der Regel nicht unangenehm auffällt, verdanken wir Connollys schriftstellerischem Geschick. Er kennt die Tricks, mit denen er sein Publikum bei der Stange halten kann. Erschreckende aber nie direkt geschilderte Gewaltszenen wechseln mit quasi dokumentarischen Einblicken in das Alltagsleben auf einer abgeschotteten Insel. Selbst der Humor kommt nicht zu kurz; Connolly gelingen vor allem kurze, trockene Einzeiler („In der Küche entdeckte er einen Stapel mit Fast-Food-Verpackungen, voll mit abgenagten Knochen jener winzigen Hühnchen, die Imbissketten auf irgendeinem verstrahlten Pazifikatoll züchteten …“; S. 96)

Die Insel als Ort und Sinnbild

Während man sich an den Auftritt von Gespenstern erst allmählich gewöhnt, ist Connollys detailliert gestaltete Rekonstruktion der fiktiven Inselhistorie durchweg reizvoll. Nordamerika ist ein Land mit einer Geschichte, die mehr als genug gruselige Episoden für ebensolche Storys bietet. In Neuengland konnten die Ureinwohner den europäischen Einwanderern zumindest im 17. Jahrhundert durchaus Paroli bieten. Wilde, oft vergessene Dramen spielten sich in dem weiten Land ab, wobei beide Parteien sich in Sachen Grausamkeit nichts schuldig blieben. Diese Vergangenheit weiß Connolly als Kulisse zu nutzen.

Echte Spukstimmung kommt auf, wenn die Verdammten von Dutch Island des Nachts ihr Unwesen treiben. Zusätzlich baut Connolly eine weitere Handlungsebene auf, wenn er die Ereignisse der Vergangenheit in der Gegenwart spiegelt: Ohne es zu wissen sind sowohl die toten als auch die lebenden Bewohner die Insel in einer Schleife gefangen, die zu einer Neuauflage des Massakers von 1693 auszuarten droht. Einige Beteiligte von damals mischen wieder mit, denn ihre Seelen kehrten nicht als Geister wieder, sondern reinkarniert in den Körpern verschiedener Figuren.

Wobei die Figurenzeichnung ohnehin dem hybriden Charakter des Werkes ausgiebig Rechnung trägt. Da haben wir u. a. einen melancholischen Riesen, sieben wahrlich böse Männer (obwohl eine Frau zu ihnen zählt, die allerdings eher Mannweib ist), eine einsame Mutter mit Kuckuckskind und viele böse Geister. Diese Aufzählung unterstreicht, dass sich der Leser gewissen Herausforderungen stellen muss. Schon der Amoklauf von Moloch – welcher Name! – und seiner Natural Born Killers ist pure Übertreibung. Sie morden, vergewaltigen und verstümmeln voll angestrengter Bosheit, ohne dass sich das Gesetz blicken lässt. Als es dann endlich in Erscheinung tritt, manifestiert es sich in grotesker Gestalt.

Drama mit Klischee-Besetzung

Joe Dupree ist als zwiespältiger Charakter angelegt. Solche Tiefe verträgt „Die Insel“ anders als Connollys Parker-Romane indes nicht. Duprees Riesengestalt und die ihm daraus erwachsenen Probleme wirken aufgesetzt. Der Riesenkörper verbirgt den üblichen Klischee-Cop mit goldenem Herzen und schwieriger Vergangenheit. Folgerichtig treffen wir auf Dutch Island auch sonst die üblichen kauzigen Verdächtigen, die gut aus einem der üblichen Stephen-King-TV-Filme – der Gruselkönig residiert bekanntlich in Maine – rekrutiert worden sein könnten.

Dazu gibt es nicht nur eine, sondern gleich zwei starke Frauengestalten. Auch hier ist zu relativieren. Sharon Macy gibt den weiblichen „Rookie“ im Polizeigeschäft und muss sich im Kampf gegen zudringliche Männer und Kriminelle gleichermaßen behaupten. Marianne Elliot ist eine vom Leben gebeutelte aber ungebrochene Supermutter, die sich den Schrecken einer sorgsam verdrängten Vergangenheit stellen und gleichzeitig ihr Kind verteidigen muss, ohne die Opferrolle wirklich zu verlassen.

Das gilt erfreulicherweise nicht für die Dutch-Island-Wiedergänger. Connolly geht von der Theorie aus, dass Geister verlorene Seelen sind, die ein gewaltsames Ende in ein Zwischenreich versetzte, wo sie ohne Gefühl für die verstrichene Zeit oder die Veränderung ihrer Umgebung dazu verdammt sind, automatengleich und sinnlos die Lebenden zu piesacken; ein seltsames, ungerechtes Schicksal, denn sie sind an ihrem Tod schließlich unschuldig. Akzeptieren wir dieses Konzept, wirkt es überzeugend: Die Seelen der Siedler sind als unausgesprochene Bedrohung ständig präsent. Sie nähren sich von negativen Emotionen und treten ausgesprochen mitleidlos auf den Plan, wo diese freigesetzt werden: Connolly-Geister lassen sich nicht durch eine gute Tat erlösen. Sie sind und bleiben böse, wobei sie – ein gelungener Kunstgriff – aufgrund ihrer sonderbaren Natur für ihr Tun nicht verantwortlich gemacht werden können.

Fakt bleibt, dass „Die Insel“ ein zwiespältiges Lektürevergnügen darstellt. Da Connolly – es sei nachdrücklich wiederholt – sein Handwerk versteht, sichert indes den Unterhaltungsfaktor dieses seltsamen aber lesenswerten Romans, der zudem bereits andeutet, welche Richtung der Autor inzwischen auch mit der Parker-Serie eingeschlagen hat.

Autor

Obwohl er die Odyssee eines US-amerikanischen Privatermittlers beschreibt, wurde John Connolly 1968 im irischen Dublin geboren, wuchs dort auf, studierte und arbeitete (nach einer langen Kette von Aushilfsjobs) als Journalist (für „The Irish Times“), was er fortsetzt, obwohl sich der Erfolg als freier Schriftsteller inzwischen eingestellt hat. Die amerikanischen Schauplätze seiner Charlie-„Bird“-Parker-Thriller kennt Connolly aber durchaus aus eigener Erfahrung; schon seit Jahren verbringt er jeweils etwa die Hälfte eines Jahres in Irland und den Vereinigten Staaten.

Verwiesen sei auf die in Form und Inhalt wirklich gute Connolly-Website, die nicht nur über Leben und Werk informiert, sondern quasi als Bonus mehrere Gruselgeschichten und Artikel präsentiert.

[md]

Titel bei Buch24.de

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Die Magier von Montparnasse

Erstellt von Thomas Hofmann am 27. Februar 2010

Oliver Plaschka:magier
Die Magier von Montparnasse
Klett Cotta, 2010, 430 Seiten
978-3608938746

Klett-Cotta Verlag

Homepage des Autors

Die Idee ist nicht übel: Angesiedelt im Paris in der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts existiert eine Gesellschaft von echten Magiern, die eifersüchtig über ihr Zauberei-Monopol wacht. Magisch Begabte, die außerhalb ihrer Gesellschaft Magie praktizieren, werden überwacht und verfolgt.

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Die Helden der Geschichte sind ein charmantes Varietee-Zauber-Pärchen, die mit der ihrem Bühnenprogramm die Aufmerksamkeit der Agenten der Société Silenciense (Stille Gesellschaft) auf sich ziehen, erleben nun mehrmals immer wieder denselben Tag mit leichten Veränderungen.

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Wo der Autor mit seinem Erstlingswerk, „Fairwater“, erschienen im Verlag Feder & Schwert, ausgezeichnet mit dem Deutschen Phantastik Preis 2008, hindeutet, kann er hier weiter ausbauen. Der erste Roman spielte ja vornehmlich in den 80er Jahren des 20. Jahrhundert, zugegebener Maßen vor einer phantastischen Kulisse, doch dem Stil des Textes merkte man an, dass der Autor sich eher älteren Epochen verpflichtet fühlt und hier den Leser vergessen lässt, in welcher (gegenwärtigen) Zeit der Roman eigentlich spielt.

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Nun hat er also konsequent seinen Plot in die 20er Jahre des letzten Jahrhunderts verlegt, wo er gerne auch seiner Vorliebe für ausgefeilte Wortwahl und antiquierter Erdzählweise frönen kann. Da muss man als Leser zunächst schon einmal mögen.

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Leider verdeckt dieser Stil – bereits auch schon in „Fairwater“ – den Plot gänzlich. Mir ist es so ergangen, dass ich beim Lesen von einer, zwei Seiten mich fragte, was ich denn da gelesen habe. Vor lauter Formulierungswut wurde für meine Begriffe der zu vermittelnde Inhalt nicht transportiert. Im genannten Erstlingswerk wechselten sich Passagen langer Innerlichkeit mit wirklichen Handlungs-Teilen ab, so dass man immer wieder zum Weiterlesen animiert wurde. Leider fiel mir hier die Lektüre tatsächlich noch schwerer, zumal das Erzählte sich aufgrund des Plots (also der sich immer wiederholende Ablauf desselben Tages mit leichten Nuancen) dem noch Vorschub leistete. Das fordert die Geduld des Lesers heraus. Anfänglich verwirrend, dann aber eigentlich nicht mehr so schlimm ist, dass jedes Kapitel aus der Sicht einer von 7 Hauptpersonen geschildert wird, alles Kapitel in der Ich-Form verfasst.

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Diese allerdings sehr feine und wohl gesetzte Sprache kann auch faszinieren. Es gibt Sätze, die ins Poesiealbum gehören. Das macht dann auch Sapß, keine Frage. Doch sollte man als potentieller Leser dafür eine Ader haben und keine „knallharte“ Action erwarten. Dagegen bietet der Roman absynthgeschwängerte Bohème-Atmosphäre

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Das Setting, die Figuren sind durchaus sehr phantastisch und befördern einen Eskapismus, der in den letzten Jahren nach dem Erfolg von „Harry Potter“ durch die Neuerfindung den phantastischen Genres große Leserschaften (und sicher noch mehr Kinogänger) begeistert. Wo „Harry Potter“ doch eher auf ein jüngeres Publikum zielt, hat diese spezielle Phantastik auch das erwachsene Publikum erreicht; exemplarisch möchte ich da „Jonathon Strange und Mr. Morrell“ von Susannah Clarke und den tollen Film “Das Kabinett des Dr. Parnassus” nennen. In diese Linie findet sich auch der vorliegende Roman wieder. Ach ja, sehr erinnerte er mich auch an “Prestige. Die Meister der Magie“ von Christopher Priest (ebenfalls brillant verfilmt).

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Ja, der Autor gehört zu den deutschen Neuendeckungen der Phantasik-Szene. Es ist einfach toll, was hier möglich ist – neben Endlos-Sagas um Trolle und Zwerge oder „romantische“ Vampire! So kann Phantastik auch sein, auch wenn sie wahrscheinlich am Ende nicht so eine große Verbreitung finden wird. Ich kann dem Autor nur die Daumen drücken (und mir wünschen, dass er das nächste Mal mehr am Plot bleibt).
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Bei Amazon zu finden
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Tatooine

Erstellt von Werner Karl am 27. Februar 2010

tatooineJan Duursema & John Ostrander
Legacy 7: Tatooine
Star Wars Sonderband 53

Star Wars Legacy 32 – 36, Dark Horse, USA, 2009
Panini Comics, Stuttgart, 12/2009
PB, vollfarbige Graphic Novel im Comicformat, SF
ISBN 9783866078673

Aus dem Amerikanischen von Michael Nagula
Titelillustration von Jan Duursema, Brad Anderson
Zeichnungen von Jan Duursema, Kajo Baldisimo & Dan Parsons, Farbe von Brad Anderson

www.paninicomics.de
www.starwars.com
www.janduursema.com/
www.comicscommunity.com/boards/ostrander/
http://kajobaldisimo.blogspot.com/
www.danparsonsart.com/

In der „Legacy”-Storyline geht es in erster Linie um einen der letzten Nachkommen der Skywalker-Familie, der ganz anders als seine Vorfahren ist, auch wenn er sein Erbe kennt. In seiner Zeit, gut 140 Jahre nach der Schlacht um Yavin, ist die Galaxis nicht wieder zu erkennen, denn mehrere Invasionen fremder Völker und nicht zuletzt das Wiedererstarken der Sith haben ihr Gesicht verändert. Sie haben die Macht über das Imperium an sich gerissen und verteidigen diese Position mit aller Gewalt. Nur wenige leisten ihnen noch Widerstand, wie der im Exil lebende Imperator und seine imperialen Ritter, aber sie haben nicht die Ressourcen, um sich dem Kampf zu stellen.

Die Jedi gelten als nach der Zerstörung ihrer wichtigsten Bastionen als zerschlagener Orden. Cade war selbst einst ein Padawan, aber nach der Zerstörung der Akademie auf Ossus hat er einen ganz anderen Weg eingeschlagen und sein Erbe lange Zeit verleugnet, obwohl er einer der mächtigsten Nutzer der Macht seiner Zeit ist und wie kein anderer auf dem schmalen Grat zwischen Gut und Böse wandelt. Cade hat sich zwar den Sith gestellt und Darth Krayt ganz offensichtlich besiegen können, aber ein Held ist er dadurch trotzdem nicht geworden. Gerade in der Folgezeit beweist er immer wieder, wie unberechenbar er ist. Gegen den Willen der jungen Frau selbst heilt er Azlyn, verdammt sie aber zu einem Leben in einem mit Bacta gefüllten Anzug. Und weil er sich so ruppig und jähzornig verhalten und wichtige Regeln gebrochen hat, wenden sich fast alle von ihm ab.

Verbittert und ernüchtert beschließt Cade, in sein Leben als Kopfgeldjäger und Gauner zurückzukehren. Zusammen mit Jaryah Syn und Delilah Blue steuert er den Äußeren Rand an, um dort die Verbrecherorganisation der ‚Schwarzen Sonne’ um ein paar Güter zu erleichtern. Auf Tatooine will er mit dem Coup beginnen, nicht ahnend, dass inzwischen andere Bluthunde seine Spur aufgenommen haben. Und auf einer alten verlassenen Feuchtfarm hat er eine Begegnung mit der Vergangenheit. Wieder ist es der Geist seines Vorfahren Luke, der ihn daran erinnert, dass er seiner Bestimmung so oder so nicht davon laufen kann, egal, was er versucht.

Der siebte Band der „Legacy“-Reihe setzt die Geschichte konsequent fort. Cade möchte eigentlich in sein altes Leben zurückkehren, aber so recht will ihm das nicht gelingen, denn immer wieder wird er damit konfrontiert, dass er wie die anderen Jedi in einer Verantwortung steht. Vor allem der Geist von Luke Skywalker, der das Schicksal seines Vaters nur all zu gut vor Augen hat, will ihm helfen, sich nicht ganz in der dunklen Seite der Macht zu verlieren. Aber das ist nicht die einzige Storyline, die weiter verfolgt wird: Auch seine Mutter kommt wieder ins Spiel, denn sie sieht nicht nur ihr Doppelleben sondern diesmal auch ihre beiden Kinder in Gefahr. Denn etwas, was die Leser schon eine ganze Weile lang wissen, wird nun auch einem ihrer Nachkommen enthüllt.

Das alles ist in eine spannende Actionhandlung auf Tatooine eingebettet. Natürlich klappt der Coup nicht so, wie erwartet, da die ‚Schwarze Sonne’ vorgewarnt ist, und am Ende geraten verschiedene Interessen in einen Gewissenskonflikt. Es bleibt abzusehen, welche Auswirkungen die Geschehnisse auf Tatooíne haben werden – sie sind auf jeden Fall wieder spannend und dramatisch und geben der Vergangenheit von Cade & Co. ein wenig mehr Tiefe. Wie immer wissen die Zeichnungen von Jan Duursema zu überzeugen. Auch die Handlung ist wieder gut durchdacht und macht wegen der hintergründigen Figuren Lust auf mehr. „Tatooine“, der siebte Band der Serie „Legacy“, beweist, dass SF-Unterhaltung auch etwas vielschichtiger sein darf und damit nicht nur über dem qualitativen Durchschnitt ähnlicher Werke steht, sondern durchaus Leser mit etwas mehr Anspruch gefallen könnte.

Copyright © 2010 by Christel Scheja

Titel bei Amazon.de:
Legacy 7: Tatooine

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Arrivederci amore, ciao

Erstellt von Werner Karl am 27. Februar 2010

arrivederci-amore-ciaoMassimo Carlotto
Arrivederci amore, ciao

Italien 2001
Heyne Verlag, München, 8/2008
TB, Heyne Hardcore, Thriller
ISBN 9783453675384
Aus dem Italienischen von Hinrich Schmidt-Henkel
Titelillustration von Stephen Smith/Getty Images

http://www.randomhouse.de/heyne/
www.massimocarlotto.it/

Giorgio Pellegrini wird in Italien wegen mehrerer politischer Verbrechen gesucht und ist nach Mittelamerika geflüchtet. Jetzt will er in seine Heimat und in ein bürgerliches Leben zurückkehren. Er verrät seine ehemaligen Komplizen und arbeitet als Polizeispitzel. Nach einigen Jahren Haft kommt er frei und beginnt ein neues Leben. Doch die Gewalttätigkeit und Skrupellosigkeit, die ihn Zeit seines Lebens begleitet haben, haben ihre Spuren hinterlassen. Pellegrini ist ein kaltherziger Sadist geworden, der die Menschen in seiner Umgebung unbarmherzig ausnutzt, dabei schreckt er auch vor Mord nicht zurück. Nach einem gewagten Überfall auf einen Geldtransport, bei dem ihn der korrupte Polizeikommissar Ferruccio unterstützt, hat er genug Geld auf die Seite gelegt, um sich einen Traum zu erfüllen: ein eigenes Restaurant. Doch die Schatten der Vergangenheit holen ihn ein, und plötzlich fordert Ferruccio erneut Pellegrinis Dienste als Killer ein…

Der italienische Kultroman des Schriftstellers Massimo Carlotto, einst selbst eines Verbrechens angeklagt, das er nicht begangen hat und zu einer Haftstrafe verurteilt, erscheint nicht grundlos unter dem Label „Heyne Hardcore“. Dabei werden die Morde nicht einmal sonderlich brutal ausgeführt. Doch die Skrupellosigkeit und Kaltblütigkeit, mit der Pellegrini seine ungeliebten Zeitgenossen beseitigt sind von erschreckender Intensität.

Die Hauptfigur des Romans ist ein durch und durch unbarmherziger Egozentriker, dem alle Mittel recht sind, um seine Triebe zu befriedigen und seine Ziele zu verwirklichen. Pellegrini kennt Begriffe wie Freundschaft und Solidarität nur, wenn er sie zu seinem Vorteil nutzen kann. Dabei ist er nicht von Grund auf böse, sondern wurde von einer Gesellschaft geprägt, in der nur die Gerissensten und Stärksten überleben können. Im Fadenkreuz korrupter, unter Erfolgsdruck stehender Polizisten und rachsüchtiger Gangster steht Pellegrini mit dem Rücken an der Wand. Angst wird zu Wut und Hass, das Böse zu seiner wichtigsten Antriebsfeder.

Massimo Carlotto beschreibt in einem minimalistischen, schonungslosen Stil die Geschichte eines verzweifelten Einzelgängers, der sich mit Brutalität einen Platz in der bürgerlichen Gesellschaft erkämpft. Gnadenlos und ohne Reue. Ein meisterhaft erzähltes Stück Thriller-Literatur. Wie alle Bücher des Labels „Heyne Hardcore“ ist auch das Cover von Carlottos Roman ein Blickfang, der die Neugier des Lesers weckt. Unbarmherzig und brutal. Massimo Carlottos Geschichte vom kompromisslosen Einzelgänger ist ein Höhepunkt der Spannungsliteratur. Unbedingt lesen!

Copyright © 2010 Florian Hilleberg (FH)
 
Titel bei Amazon.de:
Arrivederci amore, ciao

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