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Archiv für März 31st, 2010

Ein glücklicher Zufall

Erstellt von Michael Drewniok am 31. März 2010

upfield-bony02-zufall-cover-2004Arthur W. Upfield
Ein glücklicher Zufall

(sfbentry)
Originaltitel: The Sands of Windee (London : Hutchinson 1931)
Übersetzung: Heinz Otto
Deutsche Erstausgabe: 1958 (Wilhelm Goldmann Verlag/Goldmanns Krimi K 215)
181 S.
[keine ISBN]
Aktuelle Ausgabe: 2004 (Wilhelm Goldmann Verlag/TB Nr. Nr. 1044)
211 S.
ISBN-13: 978-3-442-01044-8

Das geschieht:

Windee Station, eine Farm im Südwesten des australischen Bundesstaates Neusüdwales; mehr als eine halbe Million Hektar von der Sonne verbranntes, ausgedörrtes Land, das nichtsdestotrotz 70.000 Schafe ernährt und den Besitzer Jeffrey Stanton zu einem reichen Mann gemacht haben. Jeff, wie ihn sogar seine Arbeiter zu nennen pflegen, ist ein harter, aber gerechter Selfmade-Mann, ein Witwer, mit einer tüchtigen Tochter gesegnet und mit einem trinkfesten Sohn geschlagen.

Vor etwa zwei Monaten hat sich auf Windee Station Seltsame zugetragen. Ein Mann, der sich Luke Marks nannte, hatte Stanton, angeblich ein alter Freund, besucht. Einige Tage später fand man seinen Wagen in einem öden Landstrich – leer, vom Fahrer keine Spur. Eine ausgedehnte Suche blieb erfolglos, Marks verschwunden.

Dem aufmerksamen Inspektor Napoleon Bonaparte von der Polizei in Queensland ist dieser Fall zu Ohren gekommen. Der Sohn eines weißen Vaters und einer Aborigines-Mutter ist ein ausgezeichneter Kriminalist und Spurenleser, der auch dort seinen Fall zu lösen pflegt, wo seine Kollegen – in diesem Fall der eifrige aber überlastete Sergeant Morris – aufgeben müssen. „Bony“, wie der eigenwillige Bonaparte genannt wird, reist nach Windee Station. Er entdeckt, dass Marks ein korrupter Beamte der Gewerbepolizei von Neusüdwales mit Namen Green war, der sich davongemacht hatte, weil der Boden zu heiß für ihn wurde.

Dass Green nicht mehr lebt, ist Bony rasch klar. Dort, wo sein Wagen gefunden wurde, haben Eingeborene ein Zeichen hinterlassen: „Hütet Euch vor bösen Geistern; hier wurde ein weißer Mann getötet.“ Bony lässt sich vom ahnunglosen Stanton als Farmarbeiter anstellen. So lernt er Windee Station und seine Bewohner kennen. Die Spur wird heiß, als ihm am Tatort eine Ameise einen Diamanten vor die Füße wirft. Dann bekommt Bony es plötzlich mit drei Mördern, einer verzweifelten Braut und einer heißblütigen Erpresserin zu tun und ist fast dankbar, mit einem Buschfeuer auf den Fersen in die Wüste fliehen zu können …

Die von allen Ablenkungen befreite Kulisse

Eine sehr einfache Kriminalgeschichte, eingebettet in ein fremdes Land mit einer exotischen Kultur, das Ganze kenntnisreich und gekonnt erzählt: Dies ist das Geheimnis des Erfolgs, der die „Bony“-Romane des Arthur W. Upfield unsterblich werden ließ. „Ein glücklicher Zufall“ bildet keine Ausnahme. Lakonisch und unsentimental, dabei genau beobachtend, schreibt jemand über eine Welt, die er versteht. Genretypische Effekte wie Verfolgungsjagden und Schießereien fehlen gänzlich, die Bluttat ist längst geschehen, als die Handlung einsetzt. Den Hintergrund des Finales bildet stattdessen ein gewaltiges Buschfeuer, das einen wahrlich eindrucksvollen Rahmen für die sehr versöhnliche Auflösung dieses Falles liefert.

Dass Windee Station und die winzige Ortschaft Mount Lion auch im Wilden Westen der Vereinigten Staaten stehen könnten, ist natürlich auch dem Verfasser aufgefallen. Er treibt seine Späße damit, dass hier Schafe statt Rinder getrieben und nicht Bisons, sondern Kängurus gejagt werden. Die Stantonschen Arbeiter geben sich wie Cowboys, nur dass sie auf ihrer nachmittäglichen Teestunde bestehen. Sogar Indianer gibt es in dieser Geschichte: Sie werden von den Aborigines vertreten, die mit den weißen Herren ihres Heimatlandes immerhin in friedlicher Koexistenz leben.

Die ruhige, aber niemals betuliche Handlung lässt Raum für schnurrige Episoden mit handfesten Gottesleuten oder unkonventionellen Gastwirten, erzählt vom geheimen oder geheimnisvollen Leben der Aborigines und lässt bei so viel Staub und Hitze die Kehle schon beim Lesen trocken werden.

Polizist zwischen zwei Welten

„Von seiner Mutter hatte er das Nomadenblut, die scharfen Augen und die Jagdleidenschaft geerbt, seinem Vater verdankte er die Beherrschtheit seines Wesens und die Fähigkeit, logisch zu denken.“

So wird uns Napoleon Bonaparte, kurz „Bony“ genannt, vom Verfasser vorgestellt. Ein wenig verunglückt ist ihm dies aus heutiger Sicht, da inzwischen nur mehr Rassisten und Dummköpfe in Frage stellen, dass auch ‚reinblütige‘ Aborigines über die Gabe des logischen Denkens verfügen. Dabei war Upfield sicherlich kein verkappter Kolonialherr, der die „Nigger“ Australiens – als solche bezeichnet sie der honorige Stanton, ohne sich groß etwas dabei zu denken – als Menschen zweiter Klasse betrachtete, sondern kann nach den Maßstäben seines Zeitalters durchaus als aufgeklärt gelten.

Bony ist ein selbstbewusster Mann, der sich nicht in die „Ja, Massa!“-Ecke abdrängen lässt. Er hat sich trotz seiner unkonventionellen Vorgehensweisen als Kriminalist einen Namen bei Weiß und Schwarz gemacht, beauftragt sich notfalls selbst mit einer Ermittlung und ist mit sich und seiner Herkunft im Reinen; Sergeant Morris springt jedenfalls rasch vom Pferd als er merkt, wer da vor ihm steht, und auch Bony lässt keine Zweifel aufkommen, wer hier das Sagen hat. So war es ein kluger Schachzug Upfields, Bony in beiden australischen Welten zu verankern. Es erweitert den Spielraum möglicher Handlungen beträchtlich und fügt dem Krimi eine buchstäblich menschliche Komponente bei.

Cover der dt. Erstauflage von 1958

Cover der dt. Erstauflage von 1958

Die Zeiten ändern sich – hoffentlich

Wenn die Schilderung der Aborigines trotzdem hier und da unangenehm aufstößt, so liegt das primär an der Übersetzung. Sie liest sich nicht nur unter politisch korrekten Aspekten anachronistisch, sondern klingt auch dem nicht moralisch zwangserregten Zeitgenossen heute beleidigend im Ohr. Pidgin-Englisch lässt Aborigines nicht so radebrechen: „Nein, nein Boß. Schwarzer all right. Guter Kerl. Du Mehl geben, ja?“ (S. 46) Aber so klang es halt, wenn im deutschen Unterhaltungsroman der 1950er Jahre „Neger“ und andere „Wilde“ zu Wort kamen.

Ob oder in welchem Maße die übrigen Bewohner von Windee Station oder Mount Lion überzeichnet sind, ist heute schwer zu entscheiden, nachdem sich im Gefolge von Crocodile Dundee eine Flut grausiger Aussie-Klamotten über die Bewohner der nördlichen Erdhemisphäre ergossen hat. Es müssen jedenfalls außergewöhnliche bzw. außergewöhnlich verschrobene Zeitgenossen sein, die sich – nicht immer freiwillig, wie Upfield deutlich zu machen versteht – in ein solches Leben voll Hitze, Einsamkeit und Öde fügen.

Autor

Arthur William Upfield wurde 1888 im südenglischen Gosport geboren. Das schwarze Schaf seiner Familie wurde von dieser 1902 Jahren nach Australien geschickt. Dort streifte Upfield als Gelegenheitsarbeiter durch das Outback. Pelztierjäger war er, Schafzüchter, Goldsucher und Opalschürfer – ohne besonderen Erfolg dies alles, aber reich an Erfahrungen geworden, die Upfield ab 1929 in 28 Kriminalromanen um Inspektor Napoleon „Bony“ Bonaparte nutzen konnte.

Zu seinen Lebzeiten war Upfield erfolgreich, aber bei der Kritik nicht gut angesehen. Das hat sich grundlegend und zu Recht geändert. Heute zählen Upfields Bony-Romane mit ihren grandiosen Landschaftsschilderungen und dem sichtlichen Hintergrundwissen über die Kultur der australischen Ureinwohner zu den Klassikern des ‚ethnologischen‘ Kriminalromans. Das mag zu der in Deutschland ansonsten seltenen, für den Leser aber erfreulichen Tatsache beitragen, dass die „Bony“-Romane immer wieder aufgelegt werden.

An seinen zweiten Bony-Roman sollte Upfield übrigens noch lange denken. Er hatte Ende der 1920er Jahre auf einer Farm gearbeitet und dabei mit den Arbeitern des Feierabends ausgiebig über den perfekten Mord diskutiert. Die Lösung entsprach dem späteren Ende des Luke Marks. Als einer der Farmarbeiter 1932 in die Tat umsetzte, was er gelernt hatte (ohne freilich gründlich genug zu sein), wurde Upfield vor Gericht gestellt. Man versuchte ihn wegen Beihilfe dranzukriegen, was jedoch nicht misslang. (Der eigentliche Schurke musste trotzdem hängen.)

Arthur W. Upfield starb 1964. Im Internet ist der Verfasser u. a. hier vertreten.

[md]

Titel bei Booklooker.de
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Wolfsinsel

Erstellt von Werner Karl am 31. März 2010

wolfsinselTomasz Konatkowski
Wolfsinsel
2. Band der Reihe „Ein Warschau-Krimi“

Originaltitel Wilcza wyspa (2008)
List Taschenbuch
ISBN 9783548608600
Kriminalroman
1.Auflage März 2010
Aus dem Polnischen von Antje Ritter-Jasinska
Titelabbildung: Ian Cumming (Fotograf)
Umfang 475 Seiten

www.list-taschenbuch.de

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Zum Autor:

Tomasz Konatkowski, geboren 1968, arbeitet als Programmierer und Analyst. Er ist Fußballfan, liebt dunkles Starkbier, gutes Essen und reist gerne. Konatkowski wohnt in der Nähe von Warschau. Wolfinsel ist der zweite Band rund um Kommissar Adam Nowak. In dieser Reihe der Warschau Krimis ist bereits der Debütroman des Autors „So sollt ihr sterben“ erschienen.

Zum Buch:

Das Buch beginnt spannungsgeladen. Ein junger Mensch wird hingerichtet. Hier ist die Neugier des Lesers geweckt.

Dann schwenkt die Handlung. Wir lernen den Kommissar Adam Nowak und einige seiner Kollegen kennen. Sie sind auf der Suche nach einem vermissten Inder, Herrn V. S. Srinivasan, der vor zwei Wochen spurlos verschwunden ist. Hinter dem Verschwinden vermutet man mehr als nur eine bloße Entführung, vor allem, da sich bislang niemand bei der Familie des Mannes gemeldet hat. Gibt es hier vielleicht Parallelen zu einem Fall aus dem Jahr 2004? In diesem Jahr hatte eine Bande, genannt die Abschneider, mehrere Personen u. a. auch einen Inder entführt und den jeweiligen Opfern drei Finger abgeschnitten, die in Flaschen aufgefunden wurden.

Dann findet die Polizei eine Leiche, eine Wasserleiche in der Weichsel. Dem Toten fehlen zwei Finger. Sie wurden amputiert. Todesursache: Hinrichtung durch Kopfschuss in den Hinterkopf. Es stellt sich heraus, dass es sich bei dem Toten um einen Schweden handelt, Gustav Rytterberg. Der Vater des jungen Mannes betreibt in Warschau seit einiger Zeit Geschäfte. Er wirkt sehr kühl und distanziert. Für ihn scheint das ganze Leben ein einziger Vertrag zu sein und so stellt sich auch die Beziehung zu seinem Sohn und zu weiteren Menschen aus seiner näheren Umgebung dar. Die Ermittlungen in beiden Fällen gestalten sich etwas schwierig. Kommissar Nowak und seine Kollegen stoßen auf Verbindungen ins Drogenmilieu, auf Anhaltspunkte des Menschenhandels, auf merkwürdige Geschäfte im Immobilienbereich und auf viele weitere dunkle Machenschaften, die alle mit den beiden Fällen in Zusammenhang stehen könnten. Aber tun sie das wirklich?

Neben den Ermittlungen ist Kommissar Adam Nowak aber auch in erheblichem Maße mit seinen eigenen Problemen beschäftigt. Sein Vater ist krank und muss sich einigen Untersuchungen unterziehen. Seine Beziehung zu Kasia, seiner Lebensgefährtin, ist problematisch. Es geht um das Thema Kinder und Zukunft. Als Kasia dann noch unfreiwillig in den Fall verwickelt wird, spitzt sich die Situation weiter zu. Die Beziehung der Beiden untereinander ist zwar interessant, nimmt aber einen zu großen Teil des Buches ein

Als besonders störend habe ich die vielen Orts- und Straßenbeschreibungen empfunden. Warschau selbst habe ich nie besucht und so ist es mir sehr schwer gefallen den Ausführungen des Autors in Bezug auf die Stadt hier zu folgen. Diese sind teilweise sehr detailliert und genau. Manchmal mutet das Buch daher mehr wie ein Reiseführer an. Die Krimihandlung an sich tritt mir zu sehr in den Hintergrund und wirkliche Spannung wollte daher auch beim Lesen des Buches nicht aufkommen. Einzig der Beginn und das letzte Drittel des Buches, konnten hier etwas überzeugen. Die Grundidee des Romans ist durchaus überzeugend, aber leider durch das viele Drumherum etwas zu langatmig geraten.

Copyright © 2010 by Iris Gasper

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

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Vorstoss zum Uranus 2

Erstellt von Günther Lietz am 31. März 2010

Bei Buch24.deVorstoss zum Uranus 2
Mark Brandis Episode 8

(sfbentry)

Mark Brandis 8
Universal Music / Folgenreich
Nach dem gleichnamigen Roman von Nikolai von Michalewsky
Manuskript: Balthasar von Weymarn
Musik & Sounddesign: Jochim-C. Redeker
Aufnahme: Thomas Weichler, Tommi Schneefuß und Sven-Michael Bluhm
Produktion, Regie und Schnitt: Jochim-C. Redeker & Balthasar von Weymarn
Artwork: Alexander Preuss
Layout/ Satz: Jürgen Straub
Gesamtspielzeit: ca. 70 Minuten
Altersempfehlung: ab 12 Jahren
ISBN: 978-3-8291-2316-7
http://www.folgenreich.de

Sprecher: Prolog (Wolf Frass), Bordsystem (Anke Reitzenstein), Cmdr. Mark Brandis (Michael Lott), Col. Barclay (Kai Jürgens), Lt. Iwan Stroganow (Martin Wehrmann), Cpt. Martin van Kerk (Michael Westphal), Major Frederic Young (Erich Räuker), Cpt. Roger D’Arcy (Udo Schenk), Ludmilla Wolska (Tomasina Ulbricht), Lt. William Xuma (Michael Pan), Lt. Usko Koskinen (Julien Haggége), CORA (Christine Mühlenhof), Oberst Xiahou Shang (Cho See-Young), Cmdr. Ernest D. Scott (Frank Glaubrecht)

Mit „Vorstoss zum Uranus 2“ kommt der Abschluss der außergewöhnlichen Doppelfolge daher. Drehte sich auf der ersten CD alles noch um den Absturz der Delta IX und Cmdr. Ernest D. Scott (Frank Glaubrecht), so hat diesmal Cmdr. Mark Brandis (Michael Lott) die Bühne zurück.

Mark Brandis soll im Auftrag der VEGA das Raumschiff Hermes testen. Zu seiner Verwunderung eilt die Zeit und schon bald ist er mit einer kleinen Mannschaft an Bord des Schiffs und unterwegs zum Uranus, um der vorausgeflogenen Delta IX Rückendeckung zu geben. Spione haben davon berichtet, dass die Republik ebenfalls ein Schiff im Raum hat. Und die Union will auf Nummer sicher gehen. Schlussendlich kommt alles anders, als gedacht.

Die Delta IX ist verunglückt und die Schutzmission wird zur Rettungsmission. Da wird die Hermes plötzlich und überraschend beschleunigt, Lt. William Xuma (Michael Pan) wird mit seinem Dingi vermisst und schlussendlich meldet sich tatsächlich das Schiff der Republik – und von der Delta IX noch keine Spur …

In „Vorstoss zum Uranus“ wurde das Unglück der Delta IX aus Sicht von Cmdr. Ernest D. Scott und seiner Mannschaft erzählt und endete mit einem Funkspruch von Mark Brandis. Nun werden die ereignisreichen Tage aus der Sicht von Brandis wiedergegeben und Scott ist erst zum Abschluss zu hören. Eine nette Drehung der Erzählperspektive, die für Spannung sorgt. Zwar glaubt der Hörer halbwegs zu wissen, wie die Rettungsmission ausgeht, aber schlussendlich gestaltet es sich doch anders als vermutet.

Die Eindringlichkeit einer Expedition und ihr scheinbar unabwendbar tödlicher Ausgang weicht nun dem eher klassischen Weltraumabenteuer. In diesem agiert, wie immer souverän, Michael Lott in der Hauptrolle. Er gibt der Serie eine Stimme und unverwechselbaren Charakter. Dabei gelingt es ihm, der Figur weitere Facetten zuzufügen und so mehr Dimensionen in der Charakterzeichnung zu erzeugen. Brandis wirkt lebendig – mit all seinen Ecken und Kanten. Dazu gehören auch die moralischen Fragen, die aufgeworfen werden. In Anbetracht der Zeit, die Brandis mit der Suche nach Xuma verbringt, eine knifflige Sache. Vielleicht wäre die Suche nach der Delta IX und ihrer Mannschaft dann anders ausgegangen. Brandis fällt stets schwere Entscheidungen, die ihm sicherlich niemand abnehmen möchte. Doch er stellt sich seiner Verantwortung, wie auch Scott. Frank Glaubrecht ist zwar nur wenige Minuten zu hören, aber dafür ist sein Auftritt um so dramatischer. Packend!

Die anderen Sprecher agieren ebenfalls auf hohem Niveau. Einzig Tomasina Ulbricht als Ludmilla Wolska wirkt in ihrer eintönigen Art wie eine Schlaftablette. Da die Geschichte keinen plausiblen Grund dafür bietet, muss es an Frau Ulbricht selbst liegen. Ein wenig mehr Elan in der Betonung hätte der Rolle gutgetan. So wirkt Wolska verbal recht langweilig. Schade!

Wie im ersten Teil, haben Jochim-C. Redeker und Balthasar von Weymarn gute Arbeit geleistet. Die Inszenierung der Geschichte ist gelungen. Sie bietet kurzweilige und spannende Unterhaltung, mit allerlei technischem Schnickschnack in den Dialogen – allerdings ohne überladen zu wirken. Solide Science Fiction eben. Auch die Musik und Klänge sind sehr solide. Sie unterstützen passend das Geschehen, sind einerseits futuristisch, andererseits erkennbar. Das macht Laune!

Die CD kommt passend zum ersten Teil im Partnerlook daher. Das Cover weist die gleichen Grundtöne auf, aber ein anderes Motiv. So sind die beiden Uranus-Folgen leicht auseinanderzuhalten. Auch bei „Vorstoss zum Uranus 2“ findet sich das Frontmotiv unter der CD wieder, jedoch mit Abweichungen. Und wie in den anderen Booklets ebenfalls, gibt es wieder einige schicke Informationstexte. Das passt, hier ist alles aus einem Guss. Das gilt auch für die Kompatibilität zu Standardabspielgeräten und die Möglichkeit, die Tracks in MP3s umzuwandeln. Alles kein Problem und somit sehr vorbildlich. Da kann die schicke CD sicher im Regal liegen, während unterwegs Mark Brandis aus dem MP3-Player klingt.

„Vorstoss zum Uranus 2“ ist sehr gute Unterhaltung und macht Spaß. Ein gelungener Abschluss des Zweiteilers, der insgesamt mit einigen frischen Ideen aufwartet. Erstklassig! (2xPRT)

Copyright © 2010 by Günther Lietz

Bei Buch24.de

LAUFENDES BÜCHERPREISRÄTSEL
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www.buchrezicenter.de veranstaltet in Zusammenarbeit mit dem obengenannten Verlag dieses Preisrätsel, bei dem wir drei Fragen zum Umfeld des Preistitels am Telefon stellen werden, die richtig beantwortet werden müssen.
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Die jeweiligen Gewinne werden anschliessend direkt an die angegebenen Adressen der Gewinner verschickt, die wir namentlich unter die Rezension(en) als Gewinner bekanntgeben werden.
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Wir danken dem obengenannten Verlag als Sponsor herzlich für die zur Verfügung gestellten Preisrätseltitel! Die Anzahl der Titel, die zur Verfügung stehen, findet man als Abkürzung in Klammern am Ende der jeweiligen Rezension! Also zum Beispiel: (3xPRT) = 3 Titel im Preispool!
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Wer also einen der Gewinnpreistitel ergattern möchte, meldet sich am nächsten Werktag zwischen 18:00 und 18:15 unter 069-7306122. Bitte lest vorher aufmerksam die vorliegende(n) Rezension(en) des Preistitels durch, da alle Fragen, die gestellt werden, aus diesen zu beantworten sind. Bitte keine Anrufe vor oder nach diesem genannten Zeitraum und auch bitte keine anderen Telefonnummern benutzen, da sonst das Preisrätsel nicht problemlos vonstatten gehen kann. Wer zu diesem Zeitpunkt nicht durchkommt, versucht es bei einem anderen Preisrätsel einfach nochmal, da wir ja laufend solche hier veranstalten.
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Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen!
* Telefongebühren des Anrufers gehen immer zu Lasten des Anrufers. Bitte informieren Sie sich über die ortsüblichen aktuellen Kosten bei Ihrem Telekommunikationsanbieter!

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Vorstoss zum Uranus 1

Erstellt von Günther Lietz am 31. März 2010

Bei Buch24.deVorstoss zum Uranus 1
Mark Brandis Episode 7

(sfbentry)

Universal Music / Folgenreich
Nach dem gleichnamigen Roman von Nikolai von Michalewsky
Manuskript: Balthasar von Weymarn
Musik & Sounddesign: Jochim-C. Redeker
Aufnahme: Thomas Weichler, Tommi Schneefuß und Sven-Michael Bluhm
Produktion, Regie und Schnitt: Jochim-C. Redeker & Balthasar von Weymarn
Artwork: Alexander Preuss
Layout/Satz: Jürgen Straub
ISBN: 978-3-8291-2315-0
Gesamtspielzeit: ca. 59 Minuten
Altersempfehlung: ab 12 Jahren

Sprecher: Cmdr. Ernest D. Scott (Frank Glaubrecht), Cpt. Peter Gottwald (Mark Bremer), Bordcomputer (Anke Reitzenstein), Major Frederic Young (Erich Räuker), Lt. Winston McIntosh (Sven Hasper), Lt. Bill Maddox (Tobias Kluckert), Adjutantin (Anja Henkelmann), Tschou Lin (Oliver Siebeck), Oberst Lao Wu (Stefan Gossler), Sgt. Domenico Sini (Simon Jäger), Cmdr. Mark Brandis (Michael Lott)

http://www.folgenreich.de

Im Jahre 2125 schickt die strategische Raumflotte die erste bemannte Mission zum Uranusmond Oberon. Das Kommando führt Ernest D. Scott, ein ehrgeiziger Mann. Sein Ehrgeiz ist es auch, durch den die Mission scheitert. Es kommt zur Bruchlandung auf dem Mond Titania. Zwar überlebt die kleine Besatzung, doch kann von der Absturzstelle kein Notsignal gesendet werden. Lt. Winston McIntosh und Lt. Bill Maddox machen sich zu Fuß auf den Weg, um zur Oberfläche des Monds hinaufzuklettern. Dort sollen sie einen Sender aufstellen. Die Kletterpartie wird zu einem Wettlauf gegen die Zeit, denn die Energiereserven neigen sich rasch dem Ende zu …

„Vorstoss zum Uranus 1“ ist eine weitere packende Geschichte aus dem Mark-Brandis-Universum. Das „ss“ im Titel ist etwas irritierend, aber scheinbar gab die Schriftart kein „ß“ her. Dafür hebt sich das Cover dieser Episode vom zweiten Teil ab, was bei „Testakte Kolibri“ noch anders war. Diesmal hat jede CD dieser Doppelfolge ein andere, zum Kernthema passende Illustration. Das sieht schick aus und macht Laune.

Auch in einem anderen Bereich gibt es einen Unterschied zu den vorangegangenen Folgen: Diesmal spielt kein Mark Brandis mit – beinahe. Brandis hat im letzten Track einige Worte, aber ansonsten überlassen Jochim-C. Redeker und Balthasar von Weymarn anderen Rollen das Feld. Sie haben auch eine wunderbare Vorlage, stammt die Serie „Mark Brandis“ aus der Feder von Nikolai von Michalewsky. Allerdings ist die Reihenfolge der Romane eine andere und käme „Vorstoss zum Uranus“ eigentlich vor „Testakte Kolibri“, aber das macht keinen wesentlichen Unterschied. Somit sind die Uranus-Folgen die Episode Sieben und Acht der Hörspielreihe, die unter dem Folgenreich-Label erscheinen.

Die Handlung der Geschichte ist schnell erzählt. Sie wirkt auf den ersten Blick knapp und es gibt tatsächlich keine großen Handlungssprünge. Doch im Zentrum stehen die Charaktere, insbesondere Lt. Winston McIntosh und Lt. Bill Maddox. Die beiden Männer werden schließlich alleine losgeschickt, um einen Sender aufzustellen. Sie tragen eine große Verantwortung, die Umstände sind denkbar ungünstig und jederzeit befürchtet der Hörer, etwas könnte schiefgehen.

Sven Hasper und Tobias Kluckert brillieren in ihren Rollen und machen den Druck, der auf ihren Figuren lastet, hörbar. Die Szenerie wird durch Cmdr. Ernest D. Scott (Frank Glaubrecht) unterstrichen, der parallel zur Kletterpartie seiner Männer das Expeditionstagebuch von Robert Falcon Scott liest – oder vielmehr, es sich vom Bordcomputer (Anke Reitzenstein) vorlesen lässt. Dazu der Raumkoller an Bord des havarierten Schiffs, der vor allem das Besatzungsmitglied Sgt. Domenico Sini (Simon Jäger) befällt. Jäger ist aus anderen Hörspielproduktionen her gut bekannt und bekleidet normalerweise größere Rollen, hier wirkt er mehr am Rande, aber dennoch gewohnt eindringlich.

Das Ensemble ist jedenfalls erstklassig und leistet hervorragende Arbeit. Die bedrückende Stimmung an Bord und die stete Gefahr werden hervorragend transportiert. Das der Feind eine geheime Mission vorbereitet, verkommt dabei zur Nebensache, sind aber nette Nebeninformationen. Diese fließen in die Tracks ein und werden durch einen asiatisch angehauchten Jingle eingeleitet. Eine nette Idee, um den Kulissenwechsel zu verdeutlichen.

Beim Arrangement der Musik und Klänge hat Jochim-C. Redeker mal wieder ein gutes Händchen bewiesen. Die Musik ist stets passend und der Sound vermittelt eindrucksvoll die jeweilige Szenerie. Besonders die Funksequenzen machen Spaß und wirken sehr authentisch. Das verdichtet die Atmosphäre ungemein.

Technisch ist die CD fehlerfrei. Sie lässt sich problemlos in jedem Standardplayer abspielen. Eine Umwandlung in MP3 und überspielen auf den eigenen MP3-Player geht ebenfalls problemlos. Die CD selbst ist etwas lieblos gestaltet und kommt in schlichtem Silber daher, dafür ist das Cover passend schick illustriert. Das Booklet bietet zudem einige Zusatzinformationen. Sehr gelungen ist dabei das Motiv der Coverillustration, das sich im Inneren der CD wiederfindet – allerdings mit einigen großen Unterschieden. Schick!

„Vorstoss zum Uranus 1“ ist eine gelungene Produktion und wunderbare Fortsetzung der Mark-Brandis-Reihe. Die Folge ist mit ihren fast sechzig Minuten sehr kurzweilig und macht Lust auf mehr – vor allem auf den zweiten Teil der Doppelfolge.

Copyright © 2010 by Günther Lietz

Bei Buch24.de

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