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Archiv für April, 2010

Das schleichende Chaos

Erstellt von Michael Drewniok am 27. April 2010

lovecraft-chaos-coverHoward Phillips Lovecraft
Das schleichende Chaos

(sfbentry)
Originalzusammenstellung
Übersetzung: Andreas Diesel
Deutsche Erstausgabe: Oktober 2006 (Festa Verlag/H. P. Lovecrafts Bibliothek des Schreckens Nr. 2619)
288 S.
ISBN: 978-3-86552-056-2

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Das geschieht:

Diese Sammlung präsentiert zwölf Storys des Genre-Großmeisters H. P. Lovecraft (1890-1937).

- Der Baum (“The Tree”, 1921), S. 7-12: Im klassischen Griechenland muss ein neidischer Bildhauer erleben, dass der Mord an einem Konkurrenten nicht ungesühnt bleibt, weil dieser Umgang mit den Göttern pflegte …

- Hypnos (“Hypnos”, 1923), S. 13-22: Neugier kann tödlich enden, wenn jenseits von Zeit und Raum jemanden gibt, der sich nicht mehr abschütteln lässt, wird er auf dich aufmerksam …

- Iranons Suche (“The Quest of Iranon”, 1935), S. 23-32: Viele Jahre verbringt ein Sänger auf der Suche nach seiner verlorenen Heimatstadt, bis ihm der Zufall eine bittere Lebenslüge offenbart …

- Polaris (“Polaris”, 1920), S. 33-38: Das Licht eines Sterns führt den Träumer zurück in ein früheres Lebens, als die Menschen einer versunkenen Hochkultur Krieg gegen dämonische Gegner führten …

- In der Gruft (“In the Vault”, 1920), S. 39-50: Ein hartgesottener Totengräber muss lernen, dass es Zeitgenossen gibt, die sogar nach dem Tod ihnen angetanes Unrecht rächen …

- Das Bild im Haus (“The Picture in the House”, 1919), S. 51-62: Reisen bilden – oder sie führen dich in das Haus eines hungrigen Irren, der gerade nach einem neuen Opfer Ausschau hält …

- Jäger der Finsternis (“The Haunter of the Dark”, 1936), S. 63-94: In der Turmspitze einer verfluchten Kirche lauert das Böse, bis ein allzu neugieriger Forscher es aus seinem Schlupfwinkel lockt …

- Das Verderben, das über Sarnath kam (“The Doom that Came to Sarnath”, 1920), S. 95-104 : Menschen aus einer der Forschung unbekannten Vorzeit triumphieren nach ihrem grausamen Krieg gegen schneckenhafte Nachbarn zu früh …

- Die anderen Götter (“The Other Gods”, 1933), S. 105-112: Ein kluger aber allzu eingebildeter Mann spioniert den Göttern hinterher, die diesen Frevel auf gänzlich ungeahnte Weise zu strafen wissen …

Die Musik des Erich Zann (“The Music of Erich Zann”, 1922), S. 113-124: Der alte Mann weiß eine Melodie zu spielen, die nicht die Toten, sondern auch Kreaturen aus einer fremden Dimension weckt und in unsere Welt bringt …

- Träume im Hexenhaus (“The Dreams in the Witch House”, 1933), S. 125-174: Eine vor Jahrhunderten hingerichtete Hexe kann sich auf ihr physikalisches Wissen und teuflische Hilfe verlassen, als sie zurückkehrt und ihr grausiges Zauberwerk fortsetzt …

- Der Schatten aus der Zeit (“The Shadows Out of Time”, 1936), S. 175-265: Ein Wissenschaftler wird von bizarren Visionen einer Reise in die ferne Vergangenheit der Erde geplagt, die sich als sehr real herausstellen …

- Dorothy C. Walter: Drei Stunden mit H. P. Lovecraft (S. 266-279)

- R. H. Barlow: Notizen zu Lovecraft (S. 280-285)

Einige Erläuterungen zu dieser Sammlung

Elf kurze Geschichten und eine Novelle machen die literarische Entwicklung nachvollziehbar, die Howard Phillips Lovecraft (1890-1937) zu einem der wichtigsten Autoren der modernen Phantastik werden ließ. Der Weg war lang und reich an Sackgassen, denn Lovecraft betrat die Szene nicht als Großmeister, der heute gefeiert und verehrt wird.

Um diese Sammlung diverser Lovecraft-Geschichten besser einordnen zu können, bedarf es einiger Hintergrundinformationen, die dieser Buchausgabe leider fehlen. Dies stört sicherlich die meisten Leser nicht, weil die präsentierten Geschichten für sich stehen und glänzend unterhalten können. Doch selbst dem Laien wird dabei auffallen, dass der Lovecraft-Horror anders ist. Dieser Mann nahm seinen Job sehr ernst, obwohl er dies stets herunterspielte. Angst war für Lovecraft ein Phänomen, das ihn Zeit seines Lebens beschäftigte. Er arbeitete hart daran sie zu beschwören bzw. in Worte zu fassen.

Dem ordnete Lovecraft die Handlung konsequent unter. Action wird mancher Leser vermissen. Sie interessierte Lovecraft ebenso wenig wie eine sorgfältige Figurenzeichnung. Seltsam unpersönlich wirken seine Protagonisten; sie können kaum Sympathien erwecken, denn sie lassen außer Neugier und Furcht keine tieferen Emotionen erkennen. So lässt ihr meist schauerliches Ende den Leser eher kalt.

Keine Konzessionen an den Massengeschmack

Die Storys des jungen Lovecraft wirken in dieser Hinsicht besonders unzugänglich. “Der Baum”, “Iranons Suche”, “Polaris”, “Das Verderben, das über Sarnath kam” sowie “Die anderen Götter” spielen in imaginären Traumwelten, die man als literarische Interpretationen historischer Realitäten bezeichnen könnte. Lovecraft sah sich als Fremdling in einer Gegenwart, deren Alltag ihn überforderte. Er träumte sich in vergangene, angeblich bessere Zeiten zurück. “Der Baum” stammt aus einer Phase, in der er das klassische Griechenland favorisierte; später dominierte seine Liebe zur neuenglischen Geschichte des 18. und 19. Jahrhunderts.

“Iranons Suche”, “Polaris” und “Das Verderben, das über Sarnath kam” und “Die anderen Götter” zeugen von Lovecrafts Drang, wie Clark Ashton Smith, Lord Dunsany, Arthur Machen und andere zeitgenössische Autoren eigene (Traum-) Welten zu erschaffen. Diese Storys stehen der Fantasy nahe, wobei sich ihre Verfasser von den Geschichten aus 1001 Nacht, den europäischen Sagen und den Legenden der Antike inspirieren ließen. Lovecraft leistet auch hier Beachtliches, doch ist ihm die Form mindestens ebenso wichtig wie der Inhalt, was seine phantastischen Kunstmärchen recht manieriert und altmodisch wirken lässt.

“Polaris”, “Das Verderben, das über Sarnath kam” und “Die anderen Götter” zeigen allerdings einen Lovecraft, der bereits über sein grandioses Konzept eines Universums nachdenkt, das zwar auf der Basis von Naturgesetzen, doch unter Beteiligung unfassbar fremder Wesenheiten – aus Menschensicht bösartiger Götter – entstand und existiert. Bis zu seinem Tod verfeinerte er seine alternative Weltchronik, die als Cthulhu-Mythos legendär wurde.

Die Schrecken werden konkreter

In “Die Musik des Erich Zann” treten diese Geschöpfe in der Gegenwart (des 20. Jahrhunderts) auf. Erst dieser Schritt lässt sie quasi real werden, denn sie wüten nun in einer Welt, die dem Leser vertraut ist. Meisterhaft setzt Lovecraft immer wieder in Szene, wie neugierige Forscher auf die rudimentären Spuren dieser Kreaturen stoßen und mehr in Erfahrung bringen, als sie verkraften können. Kommen sie mit dem Leben davon, verlieren sie im Augenblick der Wahrheit – der Begegnung mit dem “schleichenden Chaos” – Bewusstsein und Gedächtnis; oft finden sie einen grässlichen Tod, doch auf jeden Fall bleibt das Rätsel gewahrt. “Jäger der Finsternis” ist eine Story des “reifen” Lovecraft, der hier mit sämtlichen Elemente seiner Kosmologie arbeitet.

In “Träume im Hexenhaus”, einer der besten und berühmtesten Lovecraft-Storys, scheint der Verfasser zunächst klassische Gestalten des Horrorgenres zu beleben: die böse Hexe, ihren Helfer-Dämonen, den Teufel. Doch Lovecraft geht gleich mehrere Schritte weiter. In den 1930er Jahren hat er den reinen Horror längst zu seiner ganz persönlichen Version der Science Fiction entwickelt. Der naturwissenschaftlich und astronomisch außerordentlich interessierte Schriftsteller verfolgte die zeitgenössischen Forschungen aufmerksam. Die Relativitätstheorie Einsteins – die er in “Der Schatten aus der Zeit” explizit anspricht – schien sein Bild einer Mehrdimensionalität der Welt zu stützen, in deren Falten Lovekraft das Unsagbare nistet ließ. Die Hexe Kezia Mason entfloh ihrer Zelle nicht per Zauberspruch, sondern aufgrund physikalischer Kenntnisse: Sie schuf sich ein Portal, das Lovecraft so eindeutig beschreibt, dass es der heutige Leser sofort als Wurmloch erkennt. Wer hätte das in einer simplen Gruselstory erwartet?

Erzählerische Vollendung und unerwartete Seitentriebe

Lovecraft ist jedoch selten simpel. Auch in “Der Schatten aus der Zeit” zeigt er sich auf der Höhe seines Könnens. Seinen Götter-Kosmos hat er fest im Griff, so dass er daran gehen kann, diverse Fassetten zu beleuchten. In einem seiner seltenen Kurzromane entfaltet er kein Panorama der unbekannten Erdgeschichte, sondern beschränkt sich wie üblich auf Andeutungen: Anders als viele seiner Epigonen beging Lovecraft nie den Fehler, allzu viel zu erklären, zu verraten und dadurch zu entzaubern. Freilich lüftet er den Schleier zumindest hier ein wenig höher als sonst und schwelgt in der Schilderung einer Zivilisation, die unsere Erde vor 150 Millionen Jahren bewohnte. Hier droht Lovecraft profan zu werden, denn seine Tentakelschnecken wirken trotz einer wahren Flut von Adjektiven, die ihre Fremdheit herausstellen sollen, eigentlich nicht sehr fürchterlich. Erst im zweiten Teil seiner Novelle findet Lovecraft zur alten Größe zurück, als er seinen Protagonisten nicht nur die Stadt der Urzeitwesen finden lässt, sondern ihn auch mit einem Schrecken konfrontiert, der stets schattenhaft bleibt und daher wirklich schauerlich wirkt.

Dann ist da noch “In der Gruft”, eine Geschichte, die aus dem Rahmen dessen fällt, was man von Lovecraft erwarten zu können glaubt. Hier präsentiert er einen ganz einfachen, wunderbar klar konstruierten Plot, der handfestes Grauen mit einem unerhörten Gespür für knochentrockenen, rabenschwarzen Witz verbindet. George Birch ist eine bemerkenswerte Figur, die noch heute Maßstäbe setzt in jenem Bereich der Komik, der Leichenbestatter, Pathologen oder Unfallärzte in den Mittelpunkt stellt. “In der Gruft” lässt ein wunderbares Timing erkennen. Lovecraft holt alles aus dem absurden Geschehen heraus. Es ist schade, dass er sich diesen Sinn für Humor später nicht mehr gestattet hat.

Interessantes oder überflüssiges Beiwerk?

Neben den zwölf Geschichten findet der Leser dieses Buches noch zwei biografische Skizzen zu H. P. Lovecraft. 1937 war dieser von der Literaturszene unbeachtet gestorben. Nach dem II. Weltkrieg wurde Lovecraft wiederentdeckt. Damit verbunden war die Neugier auf Fakten aus seinem Leben. Lovecraft hatte sehr zurückgezogen gelebt. Gesellschaftlichen Kontakt hielt er schriftlich; er gehört zu den fleißigsten Briefschreibern aller Zeiten. Wenige Menschen kannten ihn persönlich. Sie wurden zu begehrten Zeitzeugen, als es später darum ging Lovecrafts Leben zu rekonstruieren.

Allerdings stellt man sich die Frage, ob die hier abgedruckten Texte von Dorothy C. Walter und R. H. Barlow eine gute Wahl waren. Beide haben objektiv wenig zu sagen, liefern nur Mosaiksteine, die der Leser ohne biografisches Wissen in Sachen Lovecraft ratlos in den Händen dreht. Der Sonderling-Aspekt wird bis zur Karikatur betont, doch Lovecraft war kein Freak.

Lovecrafts literarisches Werk wurde in Deutschland schon seit den späten 1960er Jahren und recht vollständig im Suhrkamp-Verlag herausgebracht. Die eingedeutschten Texte mögen vor allem den jüngeren Lesern geschraubt und altertümlich erscheinen, was mit ein Grund für Herausgeber Frank Festa war, Lovecrafts Erzählungen und Novellen neu übersetzen zu lassen. Sie lesen sich nun flüssiger, ohne an Wirkung verloren zu haben. Ob die Neuübersetzung notwendig war, ist eine Frage, die sich jede/r Leser/in selbst beantworten muss und kann, denn die Suhrkamp-Ausgaben sind glücklicherweise weiterhin erhältlich. Unabhängig davon gehören “Das schleichende Chaos” und die übrigen Bände der Festa-Edition in den Bücherschrank jedes Phantastik-Fans!

Autor

Howard Phillips Lovecraft wurde am 20. August 1890 in Providence, Rhode Island, geboren. Mütterlicherseits konnte er seine Familiengeschichte bis ins frühe 17. Jh. zurückverfolgen. Darauf war er überaus stolz, wozu die Gegenwart wenig Anlass bot. Lovecrafts Vater, ein Handelsvertreter, starb bereits 1898 im Wahnsinn. Die ebenfalls labile Mutter und zwei Tanten zogen Howard auf, der sich bereits als Wunderkind erwiesen hatte. Er konnte mit drei Jahren lesen und begann mit sechs zu schreiben. Die arabische Vorgeschichte, dann das griechische Altertum begeisterten ihn. Am Alltagsleben nahm Howard kaum teil, litt unter (psychosomatischen) Beschwerden, besuchte nur sporadisch die Schule. Stattdessen vergrub er sich daheim und widmete sich seinen privaten Studien, die er mit enormem Enthusiasmus betrieb. Er gab mehrere Journale heraus, die von seiner Begeisterung für Naturwissenschaft und Astronomie kündeten, und unterhielt einen enormen Briefwechsel.

Nach ersten Versuchen Anfang des Jahrhunderts begann Lovecraft 1917 phantastische Kurzgeschichten zu schreiben. Bisher hatte er Poesie und Essays den Vorzug gegeben. 1924 heiratete Lovecraft und zog mit seiner Gattin nach New York. Dort kam er in Kontakt mit den zu diesem Zeitpunkt aufstrebenden “Pulp”-Magazinen, die zwar schlecht zahlten, aber stets neues Material suchten. In New York konnte sich Lovecraft nicht einleben, die Ehe scheiterte. Schon 1926 kehrte er nach Providence zurück. In den zehn Lebensjahren, die ihm noch blieben, führte er das bescheidene Leben eines Ghostwriters und Unterhaltungsschriftstellers. Als solcher machte er beachtliche Fortschritte und schuf die Cthulhu-Saga. “The Call of Cthulhu” (1926), “At the Mountains of Madness” (1931, dt. “Berge des Grauens”) oder “The Shadow out of Time” (1934/35, dt. “Der Schatten aus der Zeit”) stellen Höhepunkte der Phantastik dar.

Freilich blieb dies lange unbemerkt. Lovecraft verfügte nie über die Energie oder das Selbstbewusstsein, aktiv an seiner Karriere zu arbeiten. Seine Werke erschienen unter Wert in billigen Magazinen, wo sie die Leser oft genug irritierten, wenn sie nicht sowieso von den Herausgebern abgelehnt wurden. Zu seinen Lebzeiten erschien überhaupt nur ein Buch – “The Shadow over Innsmouth” – in einem obskuren Kleinverlag. Am 15. März 1937 erlag H. P. Lovecraft einem Krebsleiden.

Dass er nicht in Vergessenheit geriet, verdankt er den Bemühungen zweier junger Verehrer. August Derleth und Donald Wandrei gründeten 1939 den Verlag “Arkham House”, um Lovecrafts Werk zu veröffentlichen. Nach schwierigen Anfängen traten Cthulhu & Co. einen bemerkenswerten Siegeszug an. In der phantastischen Literatur nimmt H. P. Lovecraft längst den ihm gebührenden Platz ein – zeitlich hinter, aber nicht unter Edgar Allan Poe: ein kauziger, allzu sehr in Adjektive verliebter aber origineller Mann mit großen Visionen, der den Horror mit der Science Fiction mischte, ohne dem naiven Traum von einer technisierten Zukunft hinterher zu laufen. Stattdessen schuf Lovecraft etwas Eigenständiges: ein alternatives Universum mit eigenen Naturgesetzen, so konsistent in seiner Darstellung, dass es uns, die wir um seine fiktive Gestalt wissen, eben doch möglich erscheint.

Über H. P. Lovecraft und sein Werk äußern sich unzählige Websites. Eine der schönsten ihrer Art ist diese.

[md]

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Das Gebeinhaus

Erstellt von Werner Karl am 27. April 2010

das-gebeinhausP. J. Parrish
Das Gebeinhaus

A Thousand Bones, USA, 2007
Droemer Knaur, München, 09/2009
TB, Thriller
ISBN 978-3-426-50107-8
Aus dem Amerikanischen von Charlotte Breuer und Norbert Möllemann
Titelgestaltung von ZERO Werbeagentur, München

www.droemer-knaur.de/home
www.pjparrish.com/

Titel erhältlich unter Buch24.de
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Joe Frye hat als junge Polizistin einen traumatischen Fall erlebt, den sie versucht, mit ihrem Lebenspartner aufzuarbeiten: Frisch von der Polizeischule tritt die 22-jährige Polizistin in Echo Bay, Michigan, ihren Dienst an. Eines Tages, im Jahr 1975, finden einige Kinder menschliche Knochen im Wald, die einer jungen Frau, respektive einem Mädchen, zugeordnet werden können. Entgegen der Anordnung des Sheriffs und des zuständigen Ermittlers beginnt Joe, eigene Nachforschungen anzustellen. An einigen Baumstämmen an den Fundorten der Knochen entdeckt sie eigenartige Symbole und Zeichen, die in das Holz geritzt sind. Joe findet heraus, dass sie zu einer alten Indianerlegende gehören, die von einem bösen Geist, dem Windigo, erzählt, der Menschen befällt und zu Kannibalen macht. Als weitere Knochen gefunden werden und sich die Eltern vermisster Kinder melden, schaltet sich auch die Staatspolizei ein. Gemeinsam mit dem Ermittler Rafsky kommt Joe einem bestialischen Mörder auf die Spur, der noch lange nicht aufgegeben hat …

„Das Gebeinhaus“ ist die erste deutsche Übersetzung des Autorenduos Kelly Nichols und Kris Montee, die unter dem Pseudonym P. J. Parrish packende Psychothriller schreiben. Der vorliegende Titel trifft dabei den Nerv der Zeit und reiht sich nahtlos in die Riege der beliebten Serienmörder-Romane ein. Bemerkenswert ist dabei, dass die Autoren auf plakative Gewaltdarstellungen verzichten und mehr Wert auf die Ermittlungsarbeit, die Psyche des Täters, die indianischen Mythen und nicht zuletzt auf das Lokalkolorit legen. Die Liebe zu der Landschaft Michigans und seiner Bewohner kommt in dem Roman deutlich zum Tragen, und nach der Lektüre kriegt man als Leser unweigerlich Lust, selbst Urlaub dort zu machen und die dichten Wälder zu durchstreifen.

Äußerst unglücklich wurde einmal mehr der deutsche Titel gewählt, denn ein richtiges Gebeinhaus kommt in dem Buch nicht vor, es sei denn, man sieht den Titel als Metapher im weitesten Sinn. Der englische Originaltitel, „A Thousand Bones“, ist da weitaus schlüssiger, wenngleich sich einem der Sinn dahinter erst auf den letzten Seiten erschließt. Der Roman braucht ein wenig Zeit, um in Fahrt zu kommen. Zu ausgedehnt sind zunächst die Beschreibungen von Land und Leuten, und immer wieder wird betont, wie schwer es Joe Frye hatte, als junge Polizistin in der Männerdomäne standzuhalten. Die Charakterisierung der handelnden Personen ist den Autoren gut gelungen, bleibt bisweilen aber zu oberflächlich und stereotyp. So reagiert die Protagonistin auf eine Vergewaltigung recht lapidar und behauptet, dass ihr Beruf so etwas mit sich bringt. Selbst als ihr Freund sich von der jungen Frau trennt, reagiert Joe Frye cool und überlegen.

Erst im Epilog wird die Verletzlichkeit der Hauptperson glaubwürdig herausgearbeitet, und auch das vorangehende Finale wird eindrucksvoll in Szene gesetzt. Die Ermittlungen erinnern stellenweise an die TV-Serie „Cold Case“ und wirken äußerst schlüssig. Ein wenig ins Hintertreffen gerät zunächst die Legende vom Windigo, die auf dem Klappentext stark hervorgehoben wird. Nichtsdestotrotz erwartet den Leser mit „Das Gebeinhaus“ ein flott erzählter, exzellenter Unterhaltungsroman, den Genrefans mögen werden.

Das Cover sieht unheimlich beeindruckend aus und dürfte jedem potentiellen Leser sofort ins Auge fallen. Das Buch selbst wurde auf hochwertigem Papier gedruckt und überzeugt durch einen gefälligen Satzspiegel. Faszinierend, unheimlich, spannend – „Das Gebeinhaus“ ist ein düsterer Psychothriller im Stil der Fernsehserie „Cold Case“. Lediglich die Charakterisierung bleibt zuweilen recht oberflächlich. (5xPRT)

Copyright 2010 © by Florian Hilleberg (FH)

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LAUFENDES BÜCHERPREISRÄTSEL
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www.buchrezicenter.de veranstaltet in Zusammenarbeit mit dem obengenannten Verlag dieses Preisrätsel, bei dem wir drei Fragen zum Umfeld des Preistitels am Telefon stellen werden, die richtig beantwortet werden müssen.
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Die jeweiligen Gewinne werden anschliessend direkt an die angegebenen Adressen der Gewinner verschickt, die wir namentlich unter die Rezension(en) als Gewinner bekanntgeben werden.
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Wir danken dem obengenannten Verlag als Sponsor herzlich für die zur Verfügung gestellten Preisrätseltitel! Die Anzahl der Titel, die zur Verfügung stehen, findet man als Abkürzung in Klammern am Ende der jeweiligen Rezension! Also zum Beispiel: (3xPRT) = 3 Titel im Preispool!
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Wer also einen der Gewinnpreistitel ergattern möchte, meldet sich am nächsten Werktag zwischen 18:00 und 18:15 unter 069-7306122. Bitte lest vorher aufmerksam die vorliegende(n) Rezension(en) des Preistitels durch, da alle Fragen, die gestellt werden, aus diesen zu beantworten sind. Bitte keine Anrufe vor oder nach diesem genannten Zeitraum und auch bitte keine anderen Telefonnummern benutzen, da sonst das Preisrätsel nicht problemlos vonstatten gehen kann. Wer zu diesem Zeitpunkt nicht durchkommt, versucht es bei einem anderen Preisrätsel einfach nochmal, da wir ja laufend solche hier veranstalten.
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Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen!
* Telefongebühren des Anrufers gehen immer zu Lasten des Anrufers. Bitte informieren Sie sich über die ortsüblichen aktuellen Kosten bei Ihrem Telekommunikationsanbieter!

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Pandemie

Erstellt von Günther Lietz am 27. April 2010

Pandemie
(sfbentry)

Brettspiel von Pegasus Spiele
für 2-4 Spieler
ab 12 Jahren
Spieldauer: 45-60 Minuten
Spieldesign: Matt Leacock
Illustration: Regis Moulun
Inhalt: Spielplan, 116 Spielkarten, 96 Holzwürfel in vier Farben, 5 Spielerfiguren, Spielanleitung
EAN: 4250231751325

http://www.pegasus.de

In dem Brettspiel „Pandemie“ aus dem Hause Pegasus Spiele dreht sich alles um schlimme und lebensbedrohliche Seuchen. Anfangs grassieren diese Krankheiten vereinzelt auf der Welt, doch schnell breiten sie sich aus und drohen die Menschheit zu vernichten. Nur ein paar mutige Leute aus dem Seuchenzentrum Atlanta sind in der Lage das Unglück abzuwehren – hoffentlich …

Zwei bis vier Spieler übernehmen die Kontrolle über einen dieser Leute, die bestimmte Rollen innehaben. Ziel ist es vier Seuchen auszurotten. „Pandemie“ ist ein sogenanntes Kooperationsspiel und somit arbeiten alle Spieler zusammen an der Lösung.

Zu Beginn des Spiels bekommt jeder Spieler eine Rolle und eine damit verbundene farbige Spielfigur zugewiesen. Die Figuren und das erste Labor werden in Atlanta aufgebaut, dann werden weltweit zufällige Seuchenherde ermittelt. Anhand der Spielerzahl werden eine unterschiedliche Anzahl Handkarten aus den Spielerkarten vergeben, dann werden die Spielerkarten wiederum in mehrere Stapel unterteilt. In jeden Stapel wird eine Epidemiekarte gemischt. Die Anzahl dieser Karten legt wiederum den Schwierigkeitsgrad des Spiels fest. So sind leichte, mittelschwere und sehr schwere Spiele möglich. Nun kommen noch Seuchen- und Infektionsmarker auf ihre Startposition.

Jeder Spieler hat pro Zug vier Aktionen, die er beliebig verwenden kann. Er kann sich die vorgegebenen Verbindungen entlang von einer Stadt zur nächsten bewegen, Labore bauen, Karten mit Spielern tauschen, mittels Flugzeug von einem Punkt zum Nächsten fliegen, ein Heilmittel entwickeln oder die Seuchen eindämmen.

Die Seuchen werden mittels farbigen Holzwürfeln dargestellt. Jede Stadt kann bis zu drei Würfel einer Farbe vertragen. Sollte ein Vierter hinzukommen, springt stattdessen die Seuche auf benachbarte Städte über. Es kommt zu einem Ausbruch und der Seuchenmarker wird um ein Feld weiterbewegt. Solche Ausbrüche können zu einer Kettenreaktion führen, denn falls benachbarte Städte ebenfalls schon drei gleichfarbige Würfel anliegen hatten, springt die Seuche erneut weiter. Und bei jedem dieser Ausbrüche wird der Seuchenmaker verschoben. Erreicht er seinen Endpunkt, haben die Spieler verloren. Glücklicherweise kann es in jeder Stadt pro Zug nur zu einem Ausbruch kommen. Hier ist dennoch taktische Planung nötig, um die Seuche einzudämmen und es zu keinem Ausbruch der Seuche kommen zu lassen.

Nach jedem Zug zieht ein Spieler zwei neue Handkarten. Auf diesen sind Farben und Städtenamen verzeichnet. Ähnlich wie beim Quartett kommt es darauf an, gleiche Farben zu sammeln – allerdings fünf an der Zahl. Ist das geschehen, kann in einem Labor ein Gegenmittel hergestellt werden. Sobald die Farbe einer Seuche gänzlich vom Feld entfernt wurde sorgt das Gegenmittel dafür, dass es keinen weiteren Verbreitung der Seuche gibt. Denn nach jedem Zug wird eine bestimmte Anzahl von Infektionskarten gezogen. Dort stehen die Namen der Städte, auf denen Seuchenmarker positioniert werden. In Verbindung mit dem Ausbruch einer Seuche sehr gefährlich.

Anfangs werden jedoch nur wenig Infektionskarten gezogen. Allerdings wurden Epidemiekarten in die Spielerkarten gemischt. Sobald eine davon gezogen wird, verschiebt sich auch der Infektionsmarker und irgendwann sagt dieser dann, dass es zu vermehrten Infektionen durch Übertragung kommt – also mehr Infektionskarten gezogen werden. Die Sache wird immer gefährlicher und die Spannung steigt dadurch unheimlich, denn jederzeit kann die Situation kippen. Und gelangt der Marker zum Ende, dann haben die Spieler verloren. Das haben sie auch, sobald alle Seuchenmarker einer Farbe auf dem Spielfeld sind. Diese Spielmechanik setzt hervorragend um, wie unkontrollierbar der Kampf gegen eine Seuche ist. Super!

Zu allem Übel werden nach einer Epidemiekarte die bereits aufgedeckten Infektionskarten gemischt und oben auf den Stapel gelegt. Nun ist Beobachtungsgabe und ein gutes Gedächtnis von Nöten, denn in Städten in denen die Seuche bereits grassierte, wird sie wahrscheinlich erneut ausbrechen. Das bringt mehr Planung ins Spiel, denn so kann vorausschauend agiert werden.

Überhaupt ist Planung oberstes Gebot, denn die Möglichkeiten der Spieler sind arg limitiert. So müssen die Figuren bei den meisten Aktionen genau auf der passenden Stadt stehen, die sie auch als Handkarte haben. Davon sind aber nur sieben Stück erlaubt. Und diese dienen wiederum, um das benötigte Gegenmittel herzustellen. Selbst auf der leichtesten Spielstufe scheint das unmöglich. Glücklicherweise ist jede Spielfigur mit einer besonderen Rolle verbunden, die hervorragend miteinander verzahnt sind.

So braucht der Wissenschaftler nur vier gleiche Farben für ein Gegenmittel, kann der Mediziner mit einer Aktion alle Seuchenmarker entfernen – anstatt Einen nach dem Anderen – können Labore ohne passende Handkarte erbaut werden, kann einer der Spieler seine Aktionen verwenden um die Figuren seiner Mitspieler zu transportieren und ist es auch möglich Karten auszutauschen, ohne sich in einer bestimmten Stadt zu befinden. Die unterschiedlichen Rollen der Figuren verändern somit die Grundregeln des Spiels. Jede Rolle die fehlt, erschwert das Spiel zusätzlich. Mit vier Spielern ist es dementsprechend einfacher „Pandemie“ zu schaffen, aber selbst dann muss eine der Rollenkarten außen vor bleiben – und jede der fehlenden Karten schmerzt, denn die Rollen sind hervorragend ausbalanciert. Jede Rollenkarte ist wertvoll und könnte das Spiel entscheiden.

Die Spieler haben natürlich weitere Möglichkeiten, um die Seuchen einzudämmen. In den Spielerkarten befinden sich fünf Sonderkarten. Diese lassen ebenfalls besondere Aktionen zu. Ein Flug um die Welt, das Sichern einer Stadt oder das Bauen eines Labors gehören dazu. Auch hier muss gut geplant und zusammengearbeitet werden, um erfolgreich zu sein.

„Pandemie“ ist ein sehr spannendes Spiel, das mit jedem Spielzug Druck aufbaut. Auf dem Spielbrett ist sehr gut zu erkennen, wie sich die Seuche ausbreitet. Allerdings ist auch der Glücksfaktor ziemlich hoch, da vieles vom Ziehen der richtigen oder falschen Karten abhängt. Vor allem beim Aufbau ist es ziemlich nervig, falls sich die Seuchenherde weit von Atlanta befinden und es keine Handkarte gibt, die einen schnellen Transport ermöglicht. Überhaupt sind die Handkarten sehr wichtig und ihre Wirkung ebenfalls stark vom Zufall abhängig. Es kann nervig sein, falls nur die falschen Farben oder Städte gezogen werden. Übel ist vor allem, dass die Handkarten gleichzeitig auch angeben, wo Karten getauscht werden dürfen oder das sie als Zahlungsmittel für einen Flug herhalten. Die Sache wird erst dann entspannter, sobald die erste Seuche ausgerottet wurde und deren Farbe dann hemmungslos ausgegeben werden darf.

Die Kooperationsmöglichkeiten im Spiel sind ein zweischneidiges Schwert. Ohne Zusammenhalt und -arbeit ist es unmöglich das Spiel zu gewinnen. Die gemeinsame Planung macht sehr großen Spaß. Vor allem der langsam anwachsende Druck durch das Spiel schweißt ungeheuer zusammen. Problematisch wird die Sache allerdings mit launischen oder dominanten Spielern, die entweder vom Glücksfaktor genervt sind oder ihre Lösungsansätze bei den Mitspielern durchdrücken wollen. Wie bei jedem Spiel gilt es hier also, seine Mitspieler mit Bedacht auszuwählen. Bei „Pandemie“ sollte darauf besonders Wert gelegt werden, da alle Spieler in einem Boot sitzen und es keinen echten Wettbewerbsgedanken gibt. Eine Niederlage der ganzen Mannschaft wird da schnell mal einem Einzelnen zugeschrieben.

Trotz dem hohen Glücksfaktor durch die Karten ist „Pandemie“ ein Spiel der Taktik und der Planung. Sehr schön ist dabei, dass der Schwierigkeitsgrad gut ausgewählt werden kann und somit für jeden Geschmack etwas bietet. „Pandemie“ wurde zu Recht für das „Spiel der Jahres 2009“ nominiert, machte im gleichen Jahr den dritten Platz bei dem deutschen Spielepreis und wurde von der Wiener Spiele Akademie 2009 zum Spiele-Hit für Experten gekürt.

„Pandemie“ ist recht einfach zu lernen. Die Anleitung ist gut geschrieben und leicht verständlich. Trotzdem ist es besser sich die Regeln von einem erfahrenen Spieler erklären zu lassen, damit die Zusammenhänge klar werden. Diese ergeben sich aber auch nach ein oder zwei Testrunden von alleine. Ebenso schön wie die Spielanleitung, ist auch das restliche Material gestaltet. Es ist sehr stimmig illustriert und sieht auf dem Spieltisch hervorragend aus. Das Auge spielt schließlich mit. Um das Material verstauen zu können, liegen übrigen kleine Plastikbeutel bei. Das ist zweckdienlich und einfach.

Mit „Pandemie“ bekommt die Spielerschaft ein hervorragendes Kooperationsspiel, das sehr spannend ist und dessen Thematik hervorragend umgesetzt wird. Trotz eines hohen Glücksfaktors ist Planung und Taktik wichtig. Auch die Aufmachung und leichte Zugänglichkeit des Spiels sind erstklassig. Top!

Copyright © 2010 by Günther Lietz

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Brennender Hibiskus

Erstellt von Werner Karl am 27. April 2010

brennender-hibiskusSujata Massey
Brennender Hibiskus
Rei Shimura 10

Shimura Trouble, USA, 2008
Piper Verlag, München, 01/2010
TB, Krimi
ISBN 978-3-492-25767-1
Aus dem Amerikanischen von Sonja Hauser
Titelgestaltung von Cornelia Niere, München unter Verwendung
eines Fotos von Katya Evdokimova/Trevillion images
Autorenfoto von Jerry Bauer

www.www.piper.de
www.sujatamassey.com

Titel erhältlich unter Buch24.de
Titel erhältlich unter Booklooker.de

Rei Shimura, Tochter einer Amerikanerin und eines Japaners, beschäftigt sich eigentlich mit Antiquitäten. Durch ihre Arbeit kam sie einige Male Verbrechern auf die Spur und konnte sie überführen. Diese Erfolge brachten ihr schließlich ein Spezial-Training und den Status einer Agentin ein. Nachdem ihr Vater einen Schlaganfall erlitt, möchte sich Rei jedoch aus dem gefährlichen Metier zurückziehen und erst einmal nur für die Familie da sein. Unerwartet erhalten die Shimuras eine Einladung nach Hawaii. Sie stammt von einem bislang unbekannten Zweig der Familie. Rei hat wenig Lust, die weite Reise anzutreten, da sie sich um die Gesundheit des Vaters sorgt. Dieser besteht jedoch darauf, die Verwandten kennen zu lernen. Er und auch die anderen Angehörigen wissen nichts Näheres über Harue, die vor vielen Jahren verstoßen wurde und deren Nachkommen nun auf der Insel leben. Die Internet-Recherchen ergeben auch nicht viel, nur dass Cousin Edwin offenbar finanzielle Probleme hat.

Tatsächlich sieht Rei ihre Vermutung auch schon bald bestätigt, dass der Grund der Einladung die unverfrorene Bitte um Unterstützung ist. Die Shimuras wollen ihre Angehörigen nicht im Stich lassen, schon um wieder gut zumachen, was Harue von den gemeinsamen Vorfahren angetan wurde. Rei findet heraus, dass sich Edwin Hoffnungen auf das Häuschen und das Grundstück macht, das seiner Großmutter von ihrem Arbeitgeber in den Tagen des zweiten Weltkriegs überlassen wurde – inzwischen ist der Wert des Grundes immens, und es gibt auch schon Pläne für seine künftige Nutzung -, doch kann er seine Ansprüche nicht geltend machen, da die Urkunde nach Harues Tod verschwunden ist oder vernichtet wurde. Ihre Neugierde bringt schon bald nicht nur Rei in Lebensgefahr …

Wer bereits den einen oder anderen Band aus der „Rei Shimura“-Reihe gelesen hat, weiß was ihn erwartet: Jeder Roman ist eine Gesellschaftsstudie, die die Probleme schildert, denen Menschen sich stellen müssen, die zwei verschiedenen Kulturkreisen angehören und von keiner Seite völlig akzeptiert werden. Rei ist eine junge Frau, die westlich erzogen wurde und nach modernen Maßstäben denkt, die aber auch die Traditionen des Ostens schätzt und sich bis zu einem gewissen Punkt anpassen kann, wenn es erforderlich ist. Vor diesem komplexen und interessanten Hintergrund, der allein schon reichliches Konfliktpotential besitzt, löst die mutige Heldin verschlungene Kriminalfälle, in denen nichts so ist, wie es zunächst schien – und die zuletzt Dimensionen angenommen hatten, welche es notwendig machten, Rei ein Agenten-Training angedeihen zu lassen, da so viele Erfolge sonst nicht mehr glaubwürdig gewesen wären. Dadurch hat sie außerdem Zugriff auf Ressourcen, die einer Antiquarin nicht zur Verfügung stehen können. Ob das nun die Handlung noch packender macht oder schon zu viel des Guten ist, muss jeder für sich selbst entscheiden.

Nebenbei wird ein Stück Geschichte miteinbezogen. Welche Rolle die Japaner im zweiten Weltkrieg spielten, welche Gräueltaten sie begingen und welchen Repressalien sich Menschen japanischer Abstammung ausgesetzt sahen, gehören zu den Dingen, die immer noch nicht aufgearbeitet wurden. Harue und ihr Sohn haben Schlimmes durchgemacht, woran teils die eigene Familie, teils die Amerikaner und ihre Verbündeten Schuld tragen. Der Rest ist menschliche Tragödie, denn selbst in einem Melting Pot wie Hawaii ist Diskriminierung Gang und Gäbe. Natürlich dürfen auch die romantischen Verwicklungen nicht fehlen. In Reis Leben gab es bereits einige Männer – und immer war es der Falsche. Die Familie, die sie gern verheiratet sehen würde, bevor sie mit ihren rund 30 Jahren als nicht mehr vermittelbar gilt, beweist mit ihren Vorschlägen aber auch kein glückliches Händchen. Der Zufall will es, dass Reis Kollege Michael Hendricks anlässlich einer Segel-Regatta für einige Tage auf Hawaii weilt. In dieser Zeit hilft er ihr nicht nur bei den Ermittlungen weiter, die beiden kommen einander auch näher, aber Missverständnisse trüben schon bald wieder die keimende Liebe. Wird es diesmal klappen?

Sujata Massey, die Tochter einer Deutschen und eines Inders, die lange Jahre in Japan lebte und sich vor einer Weile in den USA niederließ, weiß, wovon sie erzählt. Eigene Erfahrungen und akribische Recherchen vor Ort ermöglichen es ihr, die Story atmosphärisch dicht und glaubwürdig zu vermitteln. Es stört auch nicht, dass sie vier Fliegen mit einer Klappe schlägt – Gesellschaftsstudie, Geschichte, Krimi, Romanze -, was nicht jeder Autor schafft, der so (zu) viel auf einmal in ein Buch zu packen versucht. Sujata Massey gelingt der Balanceakt, und das Resultat ist ein spannender Roman, der mit interessanten Charakteren aufwartet, die ihre Rollen erfüllen und gleichzeitig auch für so manche Überraschung gut sind. Die kleinen Exkurse in Geschichte und Kultur verleihen der Handlung ein ganz besonderes Flair.

Das alles macht „Brennender Hibiskus“ zu einem Titel, den man vor allem Leserinnen empfehlen möchte, die ungewöhnliche Krimi-Heldinnen schätzen, aber auch für Manga-Fans, die sich für mehr als nur die Comics aus Japan interessieren, dürfte die Lektüre geradezu ein Geheimtipp sein.

Copyright 2010 © by Irene Salzmann (IS)

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Reconquista

Erstellt von Werner Karl am 27. April 2010

reconquistaGunter Arentzen
Reconquista

Ein Jaqueline Berger Roman 2
vph – Verlag Peter Hopf, Petershagen, 06/2008
TB, Mystery, Horror
ISBN 978-3-937544-06-9
Titelfotos von fotocase

www.verlag-peter-hopf.de
www.Die-Schatzjaegerin.de
www.g-arentzen.de/

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Die Heldin der Romanreihe war früher einmal als „Die Schatzjägerin” bekannt. Doch Jaqueline Berger haben die letzten Abenteuer zu sehr gezeichnet, so dass sie sich zurückgezogen und diesen gefährlichen Job an den Nagel gehängt hat.

Doch bereits in „Die Türen der Unterwelt“ musste sie schmerzhaft erfahren, dass sie ihrem Schicksal nicht davon laufen kann und vermutlich bis ins hohe Alter hinein dem Ruf des Abenteuers folgen wird, ob sie will oder nicht. Und nun gilt das umso mehr, da ihr Leben und Sterben eng mit einer Macht aus der Vergangenheit verbunden ist. Eigentlich hätte sie tot sein müssen, aber der altägyptische Gott Osiris hat ihr das Leben wieder gegeben und sie dazu bestimmt, von nun an seine Abgesandte auf der Welt zu sein, und in seinem Sinne zu wirken, wenn es notwendig wird. Auch wenn Jacqueline immer noch damit hadert, wieder in der Pflicht zu stehen, so gewöhnt sie sich doch daran, denn der Gott lässt ihr Zeit und Kraft zum Leben. Daher zieht sie sich erst einmal mit ihrer jungen Geliebten Erin zurück und versucht, die ruhige Zeit zu genießen, so lange sie ihr vergönnt sein mag.

Das ist allerdings nicht so einfach, weil sie von nun an nicht mehr alleine ist, da sie die Anwesenheit des Gottes zu jeder Zeit spüren und die drei Teile einer Seele sehen kann. Und nicht zuletzt wird sie immer wieder von heftigen Deja-Vus eingeholt, die sie sich nicht erklären kann. Dann bittet man sie, bei einer Ausgrabung in Peru mit dabei zu sein, um die jungen Studentinnen zu beaufsichtigen, die zum ersten Mal ‚im Feld’ sind. Da Erin ebenfalls zu diesen gehört, nimmt sie an. Auch die Reise nach Peru wird zu einer Rückkehr in die Vergangenheit, denn dort hat sie selbst ihre ersten Erfahrungen gemacht. So ist sie strenger als sonst, um die Studentinnen vor den gleichen Fehlern zu bewahren. Das ist nicht immer ganz einfach, denn neben den Verlockungen des Geldes gibt es auch viele alte ‚Freunde’, die Jacqueline offene Rechnungen vorhalten. Nur wenige stehen so zu ihr wie Sharon, die sie noch aus Israel kennt.

Dann aber ziehen andere Dinge Jacquelines Aufmerksamkeit auf sich. Von Anfang an liegt eine unheilvolle Aura über der Ausgrabungsstätte. Und dann kommt auch noch ein Nebel auf, der einfach nicht natürlichen Ursprungs sein kann. Düstere Magie liegt in der Luft, die nur Eines zum Ziel hat: die Archäologin und ihre Schutzbefohlenen zu vernichten. Um die jungen Frauen zu retten, muss Jaqueline herausfinden, woher all das stammt, und wer sie herauf beschwört. Dabei kommt sie uralten Geheimnissen auf die Spur. Ganz offensichtlich scheint Gunter Arenzen Spaß an der Figur der Jacqueline Berger zu haben, sonst würde er ihre Abenteuer nicht in einer eigenen, wenn auch lose zusammenhängenden Buchreihe fortführen. Man muss „Die Türen der Unterwelt“ übrigens nicht kennen, um „Reconquista“ zu verstehen, da die wichtigsten Informationen in die Geschichte einfließen.

Der zweite Band beginnt wesentlich ruhiger als der erste. Gut ein Drittel des Romans konzentriert sich auf Jacqueline und ihr jetziges Leben. Es werden viele Freunde erwähnt, kurze Blicke auf ihre früheren Abenteuer geworfen, die sie zu dem gemacht haben, was sie jetzt ist: eine vom Leben gezeichnete und zynische Frau, die stellenweise selbst mit sich zu hart umspringt. Zuflucht findet sie nur in den Armen ihrer neuen Gefährtin Erin, die allerdings recht blass bleibt. Auch das Abenteuer selbst ist nicht ganz so actionreich, wie man es gewohnt ist. In Peru begibt sich Jacqueline gleich doppelt auf eine Reise in die Vergangenheit, die in ihr eigenes Leben und in das Reich der alten Götter. So erscheint die Auflösung des ganzen Dramas auch in sich stimmig und nicht ganz aus der Luft hergeholt. Alles in allem mischt der Autor wieder einmal die Romantik der Pulp-Abenteuer mit einem Schuss Realismus, der die ganzen Geschehnisse glaubwürdig und modern erscheinen lässt.

Allein die Spannung leidet ein wenig unter den vielen Reflektionen und Erinnerungen. Die Geschichte ist nicht langweilig, kommt aber nur gemächlich voran, da er sich Zeit nimmt, Motive und Entwicklungen zu beschreiben. Die phantastischen Elemente bleiben eher verhalten und werden nicht unbedingt immer ausgereizt. Wie auch schon „Die Türen der Unterwelt” kann man „Reconquista“ durchaus zur Unterhaltung auf hohem Niveau, die das Flair der Pulp-Geschichten ein wenig aufpeppt und mit Realismus versieht, zählen. Nur fehlt in diesem Band der Horror so gut wie ganz, die Handlung konzentriert sich eher auf die Mystery und das Abenteuer.

Copyright 2010 © by Christel Scheja (CS)

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Die gestohlene Vergangenheit

Erstellt von Werner Karl am 26. April 2010

die-gestohlene-vergangenheitJude Watson
Die gestohlene Vergangenheit
Star Wars: Jedi-Padawan 3

Star Wars Jedi Apprentice – The Hidden Past, USA, 1999
(c) Lucasfilm Ltd., USA, 1999
Dino/Panini Books, Stuttgart, 11/1999
TB, SF
ISBN 978-3-89748-203-6
Aus dem Amerikanischen von Dominik Kuhn
Titelgestaltung von tab Werbung GmbH, Stuttgart unter Verwendung
des US-Cover von Madalina Stefan und Cliff Nielsen

www.paninicomics.de
www.lucasarts.com
www.starwars.com
www.fantasticfiction.co.uk/w/jude-watson/

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Obi-Wan Kenobis Name zieht sich wie ein roter Faden durch das gesamte „Star Wars“-Universum. Überall findet man Legenden oder kleinere Bruchstücke seiner Vergangenheit. Doch jeder fängt einmal klein an. In der vorliegenden Serie wird den Fans die Vergangenheit dieses großen Helden näher gebracht: Der sehnlichste Wunsch des zwölfjährige Obi-Wan Kenobi ist es, ein Jedi-Ritter zu werden. Doch die Zeit drängt, da jeder Schüler an seinem dreizehnten Geburtstag den Tempel verlassen muss. Obwohl Qui-Gon Jinn sich weigert, einen neuen Schüler zu seinem Padawan zu erwählen, führt das Schicksal, bei dem auch Yoda seine Hand im Spiel hat, ihn und den jungen Obi-Wan immer wieder zusammen. Dabei begegnet Obi-Wan auch Xanatos, Qui-Gons einstigem Schüler. Nach einigen gemeinsamen Abenteuern geht Yodas Rechnung auf: Qui-Gon erwählt den jungen Obi-Wan zu seinem neuen Padawan.

Auf ihrer Reise zum Planeten Gala werden die beiden Jedi auf die Welt Phindar entführt. Dort unterjochen skrupellose Verbrecher die Bevölkerung und unterziehen jeden, der sich auflehnt, einer grausamen Prozedur. Sie löschen die Vergangenheit der betreffenden Person aus!, Dann veranstalten sie Wetten wie lange der so ‚Geläuterte’ überleben wird. Meistens werden die Betroffenen auf gefährlichen Planeten ausgesetzt und mit einer Kamera beobachtet. Die einzige Hoffnung des Volkes liegt nun in der Hand von einstigen Dieben, die gegen die schrecklichen Zustände rebellieren. Ihr ganzes Vertrauen setzten sie in die Jedi. Diese können angesichts der Grausamkeiten, die auf Phindar herrschen, ihre Augen nicht verschließen und geben alles, um den wahren Drahtzieher hinter diesem Wahnsinn zu entlarven.

Nachdem Qui-Gon Jinn und Obi-Wan Kenobi nun endlich als Lehrer und Padawan zusammengefunden haben, liegt eine Menge Arbeit vor den beiden. Qui-Gon lernt endlich, wieder jemanden zu vertrauen, hat ihn doch Xanatos Verrat einst schwer getroffen. Obi-Wan wiederum setzt alles daran, seinem Meister zu gehorchen, auch wenn seine hitzköpfige Art ihm manchmal im Weg ist. Sein Mut und seine selbstlosen Handlungen ermöglichen ihm aber auch, viele Freundschaften zu knüpfen und die Loyalität verschiedener Wesen zu gewinnen. Xanatos, einer der Gegenspieler, war einst ein Schüler von Qui-Gon. Als einziges Kind und Erbe seines reichen Vaters wendet er sich von seinem Mentor ab und genießt nun die Macht und den Reichtum, die ihn korrumpieren. Gut aussehend und charismatisch schafft er es immer wieder, Leute auf seine Seite zu ziehen. Dabei schreckt er vor keiner noch so skrupellosen Handlung zurück, um sich seine Wünsche zu erfüllen. Dieser und andere Charaktere geben der Serie immer wieder neue interessante Wendungen und bieten noch reichlichen Stoff für Fortsetzungen.

Die Freunde des „Star Wars“-Universums dürften erfreut sein, dass hier nicht nur eine seelenlose Geschichte erzählt wird, um am Hype der Saga zu verdienen. Das strikte Gegenteil ist der Fall. Wer eingefleischter Fan ist, wird dieses Buch mit Begeisterung verschlingen. Alle SF- und Fantasy-Fans ab 12 Jahre werden bei dieser Serie voll auf ihre Kosten kommen.

Copyright 2010 © by Petra Weddehage (PW)

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Vorstoß zum Uranus

Erstellt von Werner Karl am 26. April 2010

vorstos-zum-uranusNikolai von Michalewsky (Buch) & Balthasar von Weymann (Skript)
Vorstoß zum Uranus, Teil 1 & Teil 2
Mark Brandis 7 & 8

Interplanar/Folgenreich/Universal Music, Berlin, 03/2010
Sprecher: Michael Lott, Frank Glaubrecht, Anke Reitzenstein, Martin Wehrmann, Kai Jürgens, Michael Westpfahl u. a.
Je 1 CD, Hörspiel, SF
ISBN 978-3-8291-2315-0
ISBN 978-3-8921-2316-7
Laufzeit: ca. 59 + 70 Min.
Cover/Illustration: Alexander Preuss

www.markbrandis.de
http://forum.markbrandis.de
www.interplanar.de
www.karussell.de
www.folgenreich.de
www.alabakin.de

Titel erhältlich unter Buch24.de Teil 1
Titel erhältlich unter Buch24.de Teil 2
Titel erhältlich unter Booklooker.de Teil 1
Titel erhältlich unter Booklooker.de Teil 2

Weiter geht es mit der Hörspielreihe um „Mark Brandis“. Das neue Abenteuer führt fast an die Grenzen des Sonnensystems und ist nicht nur dem Kampf gewidmet, sondern mehr dem, was eine Raumschiffcrew bei der Erforschung fremder Welten erwarten kann. Auch „Vorstoß zum Uranus“ basiert auf einem Buch aus der Reihe. Wie sein Vorgänger ist das Hörspiel auf zwei CDs verteilt und bietet eine Länge von über 125 min., so dass jede Facette der Geschichte angemessen ausgereizt werden kann. Nachdem der Krieg gegen General Smith schon einige Jahre vorbei ist, scheint der Frieden auf der Erde eingekehrt zu sein, auch wenn die Machtblöcke, die eine zeitlang gegen den Ursupator zusammen gearbeitet haben, nun zu ihren üblichen Geschäften und Verhalten zurückgekehrt sind. Man belauert sich wieder gegenseitig – nicht nur auf der Erde, auch im Weltraum.

So hat Commander Ernest D. Scott auf der ‚Delta Neun’ auch immer das Gefühl, von einem Schiff verfolgt zu werden, das sich allerdings nie wirklich zeigt. Darum wendet er sich wieder anderen Dingen zu. Er ist von dem Ergeiz besessen, den Geschwindigkeitsrekord von Mark Brandis und der ‚Delta Sieben’ zu brechen. Leider schießt er über das Ziel hinaus und bringt dadurch seine vierköpfige Crew in Gefahr, die von allem nichts ahnt. Ehe die Männer sich versehen, erreichen sie nicht, wie geplant, den Uranusmond Oberon sondern müssen auf Titania notlanden, dem anderen Mond.

Nun ist guter Rat teuer, denn die lebenserhaltenden Systeme sind schwer beschädigt, und ihnen bleibt nur noch für eine begrenzte Zeit Luft. Was Scott nicht weiß, ist, dass bereits Rettung auf dem Weg ist, denn Mark Brandis ist mit seinem neuen Schiff, der ‚Hermes’ ebenfalls auf dem Weg zum Uranus. Er soll den Raumkreuzer nicht nur auf seinem Jungfernflug testen, sondern auch die Vereinigten Republiken daran hindern, sich die ‚Delta Neun’ unter den Nagel zu reißen, um die Technologie zu stehlen. Am Uranus angekommen finden sie allerdings keine Spur von dem Schiff und seiner Crew. Besorgt machen sich Brandis und seine Leute auf die Suche, nicht ahnend, das inzwischen jede Sekunde zählt. Auch diesmal zeigt Michalewski, dass SF auch ohne Kampf und Auseinandersetzung spannend sein kann. Eine Forschungsmission endet mit einem Desaster, die Menschen das Leben kostet und einen Mann bricht. Hier scheint der Name auch gleich ein übles Omen zu sein, denn der Commander der ‚Delta Neun’ trägt den gleichen Namen wie der Polarforscher, der Anfang des 20. Jahrhunderts nicht nur den Wettlauf gegen Amundsen sondern auch sein Leben verlor. Diese Forschungsreise wird sogar zitiert.

Auch hier stehen die Menschen im Vordergrund, ihr Ergeiz und ihre Besessenheit, ihre Leidenschaft, etwas erreichen zu wollen, und die Folgen, wenn sie sich dadurch schuldig machen. Der Held steht diesmal ein wenig im Hintergrund und ist selbst damit beschäftigt, sich an die neuen Mitglieder in seiner Crew zu gewöhnen. Die tragische Geschichte um Scott nimmt dafür einen viel größeren Raum ein und wird gerade zum Ende der ersten CD hin sehr intensiv. Erneut fängt das Hörspiel diesen Zauber ausgezeichnet ein, da der Roman sehr durchdacht und geschickt umgesetzt wurde und die Sprecher ihren Figuren Leben verleihen, ohne dabei in irgendeiner Form übertreiben zu müssen. Auch die Mischung aus Erzählung, Musik und Dialogen ist sehr gelungen und spornen das Kopfkino immer wieder aufs Neue an, selbst wenn es zwischendurch sehr ruhige Szenen gibt.

Die „Mark Brandis“-Reihe verliert nicht an Qualität, denn auch die beiden Teile von „Vorstoß zum Uranus“ haben nichts von ihrer Faszination eingebüßt und schlagen fest in den Bann, so dass auch diesmal eine uneingeschränkte Empfehlung für die beiden Hörspiele ausgesprochen werden kann. (2xPRT)

Copyright 2010 © by Christel Scheja (CS)

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Süd Salatonien

Erstellt von Werner Karl am 26. April 2010

sud-salatonienJan Michalsky
Süd Salatonien

Zaria Prophetia Verlag, Bremen, 03/2010
TB, SF-/Fantasy-Satire
ISBN 978-3941511057
Titelillustration von Malte Heckelen, farbliche Gestaltung von Lars Michalsky

www.zaria-prophetia.com
www.myspace.com/salatonien
www.salatonien.de

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Der Menschheit ist es endlich gelungen, sich auszulöschen. Viele Jahrtausende später erhebt sich eine neue Spezies intelligenten Lebens auf der Erde: die Salatonier.
Professor Klummsing hat es geschafft, das verschollene Buch „Süd Salatonien“ zu bekommen. Dieses Buch hat fast einen eigenen Willen und erzählt ihm die Geschichte von Schiel, dem Erzählerkauz, und dem Spiegel der Wahrheit. Der Kauz hat nur eine begrenzte Zeit zur Verfügung, dem Spiegel eine wichtige Information abzuringen. Um diesen zu überzeugen, ihm zu antworten, beginnt Schiel mit dem Erzählen und berichtet von der Sternenfrucht „Starvarius“, einem selbsternannten Helden, der sich mit Todesverachtung in jedes Abenteuer stürzt, und der griesgrämigen, depressiven Ananas, „Pein Eppel“.

Dieser begleitet den edlen Recken auf seiner Suche nach „der Höhle des Schicksals“. Da Eppels Glaube ihm suggeriert, dass nur ein spektakulärer Tod ihn in den wohlverdienten Himmel schickt, schließt er sich Starvarius an, immer in der Hoffnung auf eben einen baldigen, spektakulären Tod. Da Starvarius ihn immer wieder rettet, ist Eppel nicht gerade begeistert bei der Sache. Aber ohne die Sternfrucht will er auch nicht weiterziehen. So entwickelt sich eine bizarre Freundschaft zwischen unseren so verschiedenen Protagonisten.

„Süd Salatonien“ ist ein herrlich verrücktes Abenteuer, in dem die Menschheit ‚ihr Fett wegbekommt’. Wenn Tomaten, Gurken und Ananas wegen der Prophezeiung einer Nuss – Verzeihung: „Nostradanuss“ die Krise kriegen, wird die Fabel artige Geschichte schnell zu einem Spiegel unserer heutigen Gesellschaft. Pflanzenfressende Vögel, die stark an Immobilienhaie, Vertreter verschiedener Versicherungen oder Autoverkäufer erinnern, machen den eigenen Charme dieser absolut genialen Story aus. Immer wieder finden sich kleine Seitenhiebe auf uns Menschen. Diese Story beweist, intelligentes Leben, ob aus Fleisch und Blut oder aus Fruchtfleisch und Fruchtsaft, bedeutet nicht unbedingt, dass man mit Sorgfalt mit diesem ‚Geschenk’ des Daseins umgeht.

Dem Autor ist mit dieser satirischen ‚Obstsalat-Salat-Mix-Parodie’ ein phantastischer Treffer gelungen. Jan Michalsky, Jahrgang 1987 und seit 2010 Student des Fachs Master Germanistik, beweist mit pechschwarzem Humor und einem guten Schuss Satire, dass sich sein Debüt-Werk durchaus mit Klassikern wie „Quer durch die Galaxis und dann links …“ messen kann. Das Cover erinnert an die Figuren um „Sponge Bob Schwammkopf“, so dass dieses Buch auch in Comicform reißenden Absatz finden würde. Alle Jugendlichen und jung gebliebenen Lesern ab 16 Jahre, gleich welchen Geschlechts, die gute Satire mit schwarzem Humor lieben, werden an dieser Story ihre helle Freude haben.

Copyright 2010 © by Petra Weddehage (PW)

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Blutduett

Erstellt von Michael Drewniok am 25. April 2010

atkins-blutduett-coverCharles Atkins
Blutduett

Originaltitel: The Prodigy (Woodbury/Minnesota : Midnight Ink 2007)
Übersetzung: Marcel Bülles
Deutsche Erstausgabe: Januar 2010 (Bastei-Lübbe-Verlag/Allgemeine Reihe Nr. 16370)
413 S.
ISBN-13: 978-3-404-16370-0

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Das geschieht:

James Martin stand einst vor einer vielversprechenden Musiker-Karriere, als er in einen grausamen Doppelmord verwickelt wurde. Weil man ihm seine direkte Schuld nie nachweisen konnte und er außerdem in der Untersuchungshaft an Schizophrenie erkrankte, kam Martin nicht ins Gefängnis. Stattdessen steht er seit vielen Jahren in der feudalen Familienvilla, die er inzwischen allein bewohnt, unter Hausarrest. Er muss eine elektronische Fußfessel tragen, wird ständig von einem Psychologen untersucht und steht unter der Vormundschaft seiner Zwillingsschwester Ellen.

Ungeachtet der ihm auferlegten Beschränkungen hat sich Martin als Meister der Manipulation viele Freiheiten erobert. Ellen ist dem Bruder hörig, der Betreuer bestechlich. Gerade ist Dr. Kravitz, der ungeliebte Psychiater, (angeblich) einem Blutzuckerschock zum Opfer gefallen. Martin setzt alle Hebel in Bewegung, damit ihm Dr. Barrett Conyors als Ärztin zugewiesen wird, die er vor Jahren in Croton, einer Anstalt für kriminelle Geisteskranke, kennen und bis zur Besessenheit schätzen lernte, was er allerdings stets verbergen konnte.

Die hochbegabte und engagierte Conyors freut sich über das gute Honorar und die Ablenkung, denn just hat sie ihren Gatten beim Ehebruch erwischt. Auch beruflich ist die Ärztin angeschlagen, nachdem sich ein von ihr geheilter Patient nun doch vor Gericht verantworten musste und sich deshalb umbrachte. Nie wieder wird sie der Justiz auf diese Weise in die Hände arbeiten, schwor Conyors sich – für Martin ein idealer Ansatzpunkt für sein perfides Psycho-Spiel.

Zwar ahnt Conyors, dass ihr großzügiger Klient sie belügt, worin sie ein alter Freund, der misstrauische Detective Hobbs, bestärkt, doch sie überschätzt ihre beruflichen Fähigkeiten, wodurch sie Martin und die Intensität seines Wahns falsch einschätzt – ein Versäumnis, das Conyors Leben zur Auflösung bringt und im Rahmen eines dramatischen Finales sogar zu beenden droht …

Thriller von der Stange

Das Böse ist reich, (trügerisch) schön, hochtalentiert und skrupellos, das Gute (zunächst) schwach, weil gesetzestreu und moralisch, aber immerhin ebenfalls schön und klug: Willkommen in der Terminator-Zone, die in der Astronomie die Licht-Schatten-Grenze eines Planeten bezeichnet. Der Begriff taugt auch für die (Unterhaltungs-) Literatur. Hier ist der Terminator freilich breiter, denn er ist die Heimat jener (viel zu) vielen Romane, die weder richtig schlecht noch wirklich gut sind.

Im Dämmerschatten verschwimmen etwaige Charakterzüge. Handwerklich solide Arbeit ist in diesem Umfeld gefragt, und genau sie bietet „Blutduett“ als Schema-F-Thriller, der gerade an der Kante jenes Abgrundes balanciert, in dem einschlägige Klischees ihn endgültig verschlingen würden. Es gibt keine einzige originelle Idee in diesem Buch, was durch die künstlich aufgeregte aber eigentlich farblose Umsetzung noch betont wird. Charles Atkins folgt treu (oder stumpf) den Fußspuren anderer Autoren, die das Feld vom irren aber cleveren Super-Schurken bereits kreuz und quer beackert haben.

Zwar ist er bemüht, dies vergessen zu lassen, indem er aktuelles und durch persönliche Berufserfahrung gewonnenes Fachwissen in seine Geschichte einfließen lässt. Wie viele andere ehrgeizige Autoren ignoriert er jedoch die Frage, was seine Leser höher schätzen: eine spannende oder eine solide im fachlichen Kontext verankerte Geschichte? Er kennt die Antwort nicht, dass sich die Fiktion der Realität nur bedient, ohne ihr verpflichtet zu sein. Anders ausgedrückt: Eine Geschichte muss vor allem spannend sein und höchstens überzeugend klingen. Faktenwissen ist eine Zugabe, die der Leser von einem guten Autor erwartet und erwarten kann.

Auch Klischees wollen beherrscht sein

Charles Atkins hätte besser mehr Schwung in seine Geschichte gebracht, statt uns einmal mehr mit dem nur scheinbar und behauptet aufregenden Garn von der Schönen und dem Biest zu konfrontieren, ohne das Thema wenigstens zu variieren. Schon die Ausgangssituation erzeugt Stirnrunzeln. Atkins setzt auf die „Reiche-dürfen-alles“-Karte und konstruiert eine Mausefalle, die über unzählige heimliche Ausgänge verfügt und damit und ein „Looked-Room“-Geheimnis einerseits schaffen will und andererseits mit Füßen tritt. Wie konnte ein psychisch nachhaltig gestörter, viele Jahre unter Medikamenteneinfluss in einem Sanatorium vegetierender Martin sein Elternhaus unbemerkt in eine High-Tech-Burg verwandeln, um deren Effizienz ihn jeder staatliche Geheimdienst beneiden würde? Gibt’s dafür Internet-Volkshochschulkurse? Atkins bemüht sich um ‚Erklärungen‘, die jedoch fadenscheinig bleiben.

Zumindest der tatsächlich gefangene Hannibal Lecter war in „Das Schweigen der Lämmer“ faszinierend, weil er sein Gegenüber nur durch Worte manipulieren konnte. Will James Martin einen Widersacher aus dem Weg räumen, setzt er seine Fußfessel außer Betrieb, setzt sich in ein getarntes Taxi und fährt den Lästling über den Haufen. Notfalls manipuliert er Komplizen, die Atkins bei Bedarf aus dem Hut zieht. So vermag er seine Handlung wohl aus einer ihrer vielen Sackgasse manövrieren, aber ernst nehmen kann man dieses ‚Lösung‘ beim besten Willen nicht. Muss angemerkt werden, dass Martins Todesfallen ähnlich plump geraten? Eine Ausnahme bildet das große, durch aufgesetzte Gruseldramatik und Zufälle geprägte Finale: Es ist peinlich und sabotiert die ohnehin schwache Auflösung.

Kluges Reh im Scheinwerferlicht

Atkins hegt die allzu zuversichtliche Überzeugung, ein wortgewandter Autor zu sein. Gern bemüht er beispielsweise theatralische Symbolismen als Stilmittel. Schon der Titel verweist auf einen Kampf der Geistesriesen: „prodigy“ bedeutet „Wunderkind“, und der Verfasser findet den Einfall originell, dass nicht nur James Martin, sondern auch Barrett Conyors ein solches Wunderkind war. Weitere Parallelen werden konstruiert: unglückliche Kindheit, schwierige Eltern, Beziehungsprobleme; sie sollen ebenso wie das Cello-Spiel – nur Genies spielen klassische Musik, und das Böse ist noch hässlicher, wenn es die schönen Künste missbraucht – bedeutungsschwangere Tiefe suggerieren. Faktisch wird das Instrumentarium der Seifenoper aufgefahren, deren Getöse die Schlichtheit des Plots übertönen soll.

Zwischen Martin und Conyors findet ein Katz-und-Maus-Spiel statt. Es spiegelt sich im Verhältnis zwischen Martin und seiner (echten) Katze Fred und soll unheilvoll die Zukunft der ahnungslosen Psychologin Conyors andeuten. Die wird privat und im Job durch zahlreiche Widrigkeiten so arg gebeutelt, dass immerhin nachvollziehbar wird, dass ein lupenreiner Irrer wie James Martin sie über den Tisch ziehen kann. Conyors ist eine Fachidiotin, sie steckt voller Skrupel, was Sympathie für die Figur wecken soll. Stattdessen nervt Conyors in ihrem Gutmenschentum, das sie außerdem in jede noch so ungeschickt gestellte Falle stolpern lässt.

Ausgelaugte Geschmacklosigkeiten erzeugen unfreiwillig Heiterkeit: In Martin juniors Matschhirn röhrt der tote, böse Vater, der unbedingt einen Erben produziert sehen will; mit Fruchtbarkeitspillen gefüttert und heimlich künstlich geschwängert, droht Barrett, sich mit einem Plastikmesser die Gebärmutter zu entfernen, wenn man sie nicht ziehen lässt – eine Situation, die spannende Krisenstimmung nachhaltiger killt als jeder Serienkiller.

Gelegenheit zur Publikumsbelehrung

Zwischen den raren Spannungsmomenten bremst Atkins die Handlung gern ab, um seine Figuren lange Vorträge über die Rolle der Psychologie im modernen Justizwesen zu halten. In diesem Punkt kennt sich der Verfasser hauptberuflich aus, und es ist ihm wichtig, sein Wissen einem möglichst breiten Publikum näherzubringen. Ihm unterläuft in diesem Zusammenhang deshalb nicht nur der weiter oben angesprochene Fehler, darüber seine Geschichte zu vernachlässigen. Atkins beginnt darüber hinaus zu dozieren. Fakten sind jedoch nur Teile des Rezeptes für eine gute Geschichte. Sie müssen ihr in geeigneten Dosen untergehoben werden. Ein Kreuzzug ist in erster Linie demjenigen wichtig, der ihn ausruft.

Als Leser möchte man „Blutduett“ schütteln, bis Klischees und allzu Bekanntes wie faule Früchte und trockene Blätter aus dem Geäst eines Obstbaums gefallen sind, um zu sehen, was übrig bleibt. Von diesem Roman blieben wohl nur kahle Zweige, was letztlich das passende Bild für eine routinierte, allzu kalkulierte und vor allem: hölzerne Geschichte wäre.

Autor

Der 1961 geborene Psychiater ist Mitglied der Medizinischen Fakultät der Universität Yale in New Haven (US-Staat Connecticut). Sein Spezialgebiet ist die Behandlung manisch-depressiver Verhaltensstörungen. Über seine Erfahrungen und Forschungen schreibt Atkins regelmäßig Artikel in Fachzeitschriften; er ist außerdem Autor viel gelesener Ratgeber über den Umgang mit psychisch erkrankten Personen.

Als Krimi-Autor debütierte Atkins 1998 mit „The Portrait“. Weitere Romane sowie zahlreiche Kurzgeschichten für Magazine und Anthologien folgten. 2007 begann der Autor eine Serie um die Psychiaterin Barrett Conyors. Hier kann Atkins sein Fachwissen in eine Krimi-Handlung einfließen lassen.

Charles Atkins lebt in Woodbury, Connecticut. Über seine medizinischen und schriftstellerischen Aktivitäten informiert er hier.

[md]

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Das Reich der Elben

Erstellt von Werner Karl am 25. April 2010

RZ_Bekker_Reich_Elben.inddAlfred Bekker
Das Reich der Elben
Erster Band der Elbentriologie

(sfbentry)
Das Reich der Elben (2007) bei LYX
Verlegt durch EGMONT-Verlagsgesellschaft mbH
ISBN: 9783802581274
Genre: Fantasy
Paperback
Umfang 413 Seiten

Titel erhältlich bei Buch24.de
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Dies ist der erste Band der Elben-Triologie von Alfred Bekker

Zum Buch:

Der Roman wurde als Paperback aufgelegt. Sehr hilfreich ist die innen liegende doppelseitige Landkarte. Hieraus kann der Leser die teilweise doch großen Entfernungen zwischen den einzelnen Elbenansiedlungen  entnehmen. Weiterhin ist dieses Buch in zwei Kapiteln gegliedert: Die Insel des augenlosen Sehers und Das Zwischenland. Beschrieben wird die Suche nach einer neuen Heimat der Elben, welche die Welt der Sterblichen verlassen haben. Mit ihren Schiffen bereisen sie das Große Meer bis sie nach einer fast endlos langen Reise einen neuen Kontinent entdecken, welcher aber große Gefahren und auch spätere Verbündete beheimatet.

Im ersten Teil des Buches  gelangen die Elben an eine Insel, welche durch geflügelte und mit Dreizack bewaffnete Affen bevölkert ist. Weiterhin lebt hier noch eine unsympathische Person in den Bergen, der augenloser Seher. Dieser ?entführt? den König und erklärt ihm: Kampf und Sieg gegen eine gefährliche Kreatur oder Tod. Der König gewinnt den Kampf und befreit hierdurch die Insel und den Seher von einem Fluch. Dieser muss allerdings auch noch sein Leben lassen und gibt der königlichen Seele noch etwas Ungewolltes, was allerdings in den nachfolgenden Buchsequenzen eine eher untergeordnete Rolle spielt, mit auf die Reise. Seine schwarze Magie. Eine Weiterreise auf das hinter der Insel liegende Festland steht nun nichts mehr im Wege. Der zweite Teil des Buches berichtet über die Errichtung des Elbenreiches mit den üblichen elbisch-politischen Rangeleien, seinen verschiedenen Ansiedlungen, der Erforschung des neuen Landes mit Bekanntmachungen von Freund und Feind und der unterschiedlichen Entwicklung der königlichen Zwillingssöhne.

Fazit:

Irgendwie war das Buch nicht so der Renner. Der erste Teil war von Spannung durchzogen, wenn auch so manches ziemlich schnell abgehandelt wurde, wie z. B. der Kampf mit dem Ungeheuer oder der Tod des Sehers. Der zweite Teil lahmte irgendwie vor sich hin. Teilweise wurden Zeitsprünge gemacht, die den Leser sicherlich etwas verwirren werden. Auch wurden die besonderen elbischen Fähigkeiten zu häufig wiederholt. Es fehlte teilweise etwas an Spannung und an Atmosphäre, sodass ich mich manchmal zum Weiterlesen selbst überreden musste. Zum Ende des Buches hin kam dann aber doch wieder Spannung auf. Hier wurde der Leser dann doch noch in den Bann des Buches gezogen, denn die Ereignisse lassen den Leser noch auf ein interessantes Ende hoffen, wobei er auch nicht enttäuscht wird. Nach diesem Ende bin ich auf die Fortsetzung gespannt. Was wird sich nach diesen Ereignissen nun im Zwischenland ändern?

Ein Vergleich mit den Tolkienschen Werken ?Der Herr der Ringe? sollte und darf man nicht machen, auch wenn diese Elben hier aus Mittelerde stammen. Dieses Buch muss und soll man als eigenständiges Werk und als eigenständige Romanreihe betrachten, dann wird man auch nicht enttäuscht.

Copyright by Walter Gasper 2010

Titel erhältlich bei Buch24.de
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