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Archiv für Mai, 2010

Fashionistas – Vier auf dem Laufsteg

Erstellt von Werner Karl am 31. Mai 2010

vier-auf-dem-laufstegSara Manning
Fashionistas – Vier auf dem Laufsteg
Fashionistas 1

(sfbentry)
Fashionistas – Laura, GB, 2007
cbj-Verlag, München, 1. Auflage: 9/2008
PB, Jugendbuch, Drama
ISBN 978-3-570-16004-6
Aus dem Englischen von Nina Schindler
Titelgestaltung von N. N.
Autorenfoto von Hachette Children’s Book

www.cbj-verlag.de
http://sarramanning.blogspot.com/
www.myspace.com/sarramanning
www.hodderkidsauthors.com/manning/

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Die 17-jährige Laura glaubt, dass sie es geschafft hat: Aus einem Model-Wettbewerb geht sie als Siegerin hervor und zieht in eine Londoner Wohnung, die sie sich mit drei weiteren Sternchen teilt. Es dauert eine Weile, bis sie mit der lauten Candy, der flatterhaften Holly und der raffinierten Irina warm wird. Und noch länger dauert es, bis Laura von ihrem hohen Ross herunter steigt und begreift, dass sie noch ganz, ganz unten auf der Erfolgsleiter steht und das Modeln ein harter Job ist. Sie lernt andere Mädchen kennen, die weit mehr Erfahrung haben und über ihre zu üppigen Rundungen spotten, Fotografen, die ihr eindeutige Angebote machen, Agenten, von denen sie schmerzhafte Kritik einstecken muss, und all die anderen Mitarbeiter hinter den Kulissen, die mal mehr, mal weniger nett sind. Obendrein entfremdet sich Laura von ihren alten Freundinnen, und Tom lässt sich mit einer anderen ein. Erst als sich Laura der Wahrheit nicht länger verschließt, die Ratschläfe ernst nimmt und an sich zu arbeiten beginnt, bekommt sie eine wirkliche Chance. Dadurch zieht sie sich jedoch Irinas Feindschaft zu…

Schon immer träumten junge Mädchen davon, ein Filmstar, ein Pop-Idol oder ein Model zu werden. Die derzeit populären Casting-Shows gaukeln den Zwölf- bis Zwanzigjährigen vor, dass das Märchen mit ihnen als Cinderella wahr werden könnte. Auch die Jugendbuch-Autoren greifen zunehmend dieses Thema auf. Sara Manning kennt als Mitherausgeberin der britischen Zeitschrift „ELLEgirl“ und als Autorin, die in verschiedenen weiteren Magazinen publiziert, die Szene bestens und möchte mit ihrem Buch „Fashionistas“ zwar nicht gerade die naiven Träume zerstören, doch aber die Träumerinnen auf den Boden der Realität zurück holen. In Folge ist Laura, der Hauptcharakter des ersten Bandes der Serie „Fashionistas“ (Bd. 2 über Holly ist ebenfalls für September 2009 angekündigt), die typische Identifikationsfigur für alle Leserinnen, denn als Teilnehmerin an einer Casting-Show hat sie etwas erreicht, was realisierbar scheint. Da sie sich jedoch zu viel von ihrem kleinen Erfolg verspricht und sich schon als halber Profi sieht, kann das Karrierestreben zunächst nur schief gehen. Sie ignoriert alle wohl meinenden Hinweise und macht sich durch ihr divenhaftes Verhalten unbeliebt. Prompt bleiben die Buchungen aus, die alten Freunde ziehen sich zurück, und der bigotte Tom gibt den Avancen einer anderen nach.

Der Sturz ist tief, und Laura muss sich der bitteren Wahrheit stellen: Sie ist kein Star, sie hat fast alle Menschen ihres Umfelds durch Egoismus und Angeberei verärgert, und Toms Liebe war doch nicht so groß, wie sie geglaubt hatte. Überraschenderweise sind es ausgerechnet jene, von denen sie es am wenigsten erwartet hat, die zu ihr halten: ihre drei Mitbewohnerinnen, die zwei Agenten des Magazins ‚Fierce’ und zwei Schulfreundinnen. Auch die Eltern haben stets ein offenes Ohr für Lauras Nöte. Das gibt ihr die Kraft weiterzumachen. Zurück kann und will sie nicht mehr, denn sie hat den Anschluss in der Schule durch die Pause verloren, Tom ist mit einer anderen zusammen, und sie möchte nicht als Loser dastehen. Laura akzeptiert, dass ihr gutes Aussehen eine Ware ist, die optimiert werden muss, damit sie verkauft werden kann. Sie ist gezwungen, eine strenge Diät zu halten und Sport zu treiben, um die überflüssigen Pfunde loszuwerden. Von den Stars lernt sie, ihre Schokoladenseite zu entdecken, zu posieren und sich durch Spontaneität in Szene zu setzen. Die Foto-Termine sind harte, ermüdende Arbeit und verlangen ihr alles ab.

Laura zahlt den Preis – Verzicht auf ein ruhiges, gesundes Leben und das persönliche Glück (relativ gesehen, denn von dem Chauvinist Tom hätte sie sich früher oder später garantiert getrennt) -, und schließlich kommt sie ihrem Ziel näher und näher. Sie ist davon überzeugt, dass es das alles wert ist; ohne diesen Glauben hätte sie es niemals schaffen können. Allein Irina könnte ihr den großen Erfolg noch vor der Nase weg schnappen, und die Rivalin kämpft mit allen fiesen Tricks. Erfahrene Leser wird es nicht wundern, dass das Märchen gut endet. Die Autorin erlaubt zwar Blicke hinter die Fassade des Model-Biz, aber letztlich will sie mit ihrem Buch doch unterhalten und das Publikum nicht durch zu viel Realismus enttäuschen. Die Models sind sympathisch und/oder zickig, die Fotografen schräg, die Agenten knallhart – ganz Klischee. Ob die Protagonisten reale Vorbilder haben, sei dahin gestellt. Wer sich für das Thema interessiert und die diversen Magazine liest, mag wohl die eine oder andere Parallele entdecken, z. B. könnten für den Hintergrund von Candy und ihrer Familie Ozzy Ozzborns Clan Pate gestanden haben, für Holly Paris Hilton, für Irina Naomi Campbell.

Die ernsten Fakten werden in eine gefällige Geschichte eingebunden und nicht zu sehr ausgewalzt (Bulemie, überehrgeizige Eltern, Mobbing, Alkohol-/Drogenprobleme, Stress, Entfremdung von Familie und Freunden, kein Schulabschluss usw.). Die Stichworte sollen auf die Schattenseiten aufmerksam machen, ohne zu erschrecken. Wer immer noch eine solche Karriere für sich wünscht, wird aufgefordert, darüber nachzudenken, ob er wirklich bereit ist, all die Qualen und Enttäuschungen auf sich zu nehmen für – vielleicht – zwei, drei Jahre, die den meisten bloß bescheidene Erfolge bescheren, wenn überhaupt, bis man zu alt oder als Typ nicht mehr angesagt ist.

„Fashionistas“ ist ein spannender Roman für Mädchen im Teenager-Alter, die gern in Lauras Fußstapfen treten würden und hier ein wenig mehr über die Abläufe hinter den Kulissen erfahren können – und vor allem, dass Modeln kein Zuckerschlecken ist und jeder einen hohen Preis für den vergänglichen Erfolg genauso wie für den Misserfolg zahlen muss.

Copyright © 2008 by Irene Salzmann (IS)
 
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Run! Es geht um dein Leben

Erstellt von Michael Drewniok am 30. Mai 2010

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Jeff Abbott
Run! Es geht um dein Leben

Originaltitel: Collision (New York : Dutton/The Pinguin Group USA 2008)/Run (London : Sphere Books 2008)
Übersetzung: Bea Reiter
Deutsche Erstausgabe: September 2009 (Wilhelm Heyne Verlag/TB Nr. 43440)
478 S.
EUR 8,95
ISBN-13: 978-3-453-43440-0
eBook: Oktober 2009 (Wilhelm Heyne Verlag)
EUR 8,95
ISBN-13: 978-3-641-02792-6

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Das geschieht:

Seit seine Gattin vor zwei Jahren einem Mordanschlag zum Opfer fiel, vergräbt sich Ben Forsberg in Arbeit. Er berät private Sicherheitsfirmen, die von der US-Regierung angeheuert werden, um in Krisengebieten das Militär zu entlasten – ein einträgliches Geschäft, bis Forsbergs Visitenkarte in der Tasche eines berüchtigten Auftragskillers gefunden wird. Dieser hatte gerade einen US-Agenten erschossen, bevor ihn selbst die tödliche Kugel des Pilgrims, eines Attentäters im Dienst des „Kellers“ – einer streng geheimen und illegalen, weil außerhalb jedes Gesetzes agierenden Gruppe innerhalb der CIA –, traf.

Nach dem 11. September 2001 wurden die Menschenrechte in den USA stark eingeschränkt. Wer im Verdacht steht, einer terroristischen Organisation anzugehören, darf vom Heimatschutz festgenommen und verhört werden, wobei die Grenzen zur Folter fließend sind. Forsberg gilt als schuldig, seinen Unschuldsbeteuerungen schenkt man weder Gehör noch Glauben. Ausgerechnet vom Pilgrim wird Forsberg gewaltsam befreit. Der Killer musste feststellen, dass man ihn ausschalten will. Die Annahme eines Komplotts liegt nahe. Pilgrims Nachforschungen ließen ihn auf Ben Forsberg stoßen, der ebenfalls als Sündenbock missbraucht wird.

Gemeinsam sollte es einfacher sein, die Intrige aufzudecken, denkt sich Pilgrim. Freilich hat er die Rechnung ohne den entsetzten Forsberg gemacht, der trotz seiner Abneigung gegen den übereifrigen Heimatschutz nicht gedenkt, mit einem Killer gemeinsame Sache zu machen. Die Realität belehrt ihn rasch eines Besseren: Sowohl die US-Behörden als auch gedungene Killer sind hinter ihm und Pilgrim her. So tun die beiden Männer sich zusammen. Während sie vor den allgegenwärtigen Verfolgern flüchten, suchen sie den Drahtzieher, der sie unbedingt tot sehen will …

Das Leben schlägt (Leber-) Haken

Ein einfacher Durchschnittsmensch lebt sein gewöhnliches Leben, bis ihn der Zufall in eine Krisensituation wirft, der er eigentlich nicht gewachsen ist. In der Not entdeckt unser profilarmer Zeitgenosse plötzlich den Tiger in sich; er flüchtet nicht mehr, sondern stellt sich den Gegnern, die nun ihr blaues Wunder erleben bzw. tief ins Gras beißen müssen: Diese Konstellation taugt für alle Unterhaltungs-Genres. Besonders gern wird sie im Thriller aufgegriffen, der aufgrund seiner Struktur, die in der Regel weniger auf komplexe Plots als auf Geschwindigkeit und Sachbeschädigung setzt, den Wechsel vom Alltag zum Chaos schnell und reibungslos bewerkstelligen kann.

Jeff Abbott geht auf Nummer Sicher und  vergesellschaftet besagten Durchschnittsmann mit einem Berufsmörder. Damit dies die Mehrheit der Leser nicht abschreckt, sondern fesselt, mutiert der Pilgrim zum ‚guten Mörder‘, der nur Strolche austilgt, die ihr Ende weidlich verdient haben. Auf diese Weise entlastet, kann er während regelmäßig in die Handlung eingebauter Verfolgungsjagden beinhart durchgreifen, die Funktionsweise immer neuer Waffen und Kampftechniken demonstrieren sowie bizarre Schlupfwinkel aufsuchen, die Geheimagenten anscheinend ebenso eifrig anlegen wie Eichhörnchen Verstecke für ihre Wintervorräte.

Was den Plot angeht, bildet „Run!“ eine Ausnahme vom reinen Highspeed-Thriller. Die Story ist so verwirrend wie die Realität des 21. Jahrhunderts. Das klingt wie eine Phrase und passt daher gut, da die Auflösung von Fronten typisch für das Genre ist. Nach dem Untergang des Ostblocks sind die politischen Verhältnisse ständig undurchsichtiger geworden. Thriller-Autoren bietet sich die Welt als Schlaraffenland potenzieller Schurken dar. Sie können sogar die ursprünglich ordnenden Kräfte einbeziehen, wie Jeff Abbott es im Vertrauen auf multimedial misstrauisch gestimmte Leser praktiziert: Politik, Geheimdienste und Militär sorgen zuverlässig für Skandale, die in erster Linie zu belegen scheinen, dass sich „Gut“ und „Böse“ in ihren Methoden so stark angenähert haben, bis eine Unterscheidung unmöglich wird.

Im Gewirr moderner Gewalttäter

Die genannten Gruppen wurden nicht durch Abbott erstmals in die Rollen von Bösewichten gesteckt. Ihm gelingt eine kleine aber immerhin neue Ergänzung: Das Outsourcing hat längst auch die US-Behörden, die Geheimdienste und das Militär erreicht. In den „Krieg gegen den Terror“ ziehen verstärkt private ‚Berater‘ und ‚Sicherheitskräfte‘. Sie werden von Firmen angestellt und betreut, die sich ihre Dienste fürstlich bezahlen lassen. Dies schont zwar weder das Staats- noch das Militärbudget, aber es schönt die Bilanzen: Kosten und Verluste tauchen nicht in jenen Statistiken auf, die von der lästigen Opposition und den Medien scharf beobachtet und kritisiert werden.

Privatwirtschaft und Krieg fanden erst in den letzten Jahrzehnten so harmonisch zusammen, wie sie heute und (hoffentlich) bei Abbott überspitzt auftreten. Der Pilgrim legt dar, was daran falsch ist: Kriege und der Kampf gegen den Terror sollten idealistisch unterfütterte Maßnahmen sein und ausschließlich geführt werden, um Gewalt zu beenden. Stattdessen hat sich ein Geschäft daraus und darum entwickelt, wobei es im Interesse der privaten Nutznießer liegt, dass die Welt nie wirklich friedlich wird. Der Pilgrim, ein desillusionierter Veteran, bekennt sich hier zu einer altmodisch wirkenden Ethik.

Abbott geht einen Schritt weiter: Die Geister, die sich die Regierung rief, wird sie nicht mehr los. Die böse Sicherheitsfirma infiltriert den US-Geheimdienst, um auf diese Weise sicherzustellen, dass sie zukünftig bei der Vergabe von Aufträgen berücksichtigt wird. Hier ist des Lesers Aufmerksamkeit gefragt, denn Abbott beginnt einen Hexenkessel getarnter, doppelt oder dreifach umgedrehter Agenten zu konstruieren, in dem die Übersicht nicht nur den Romanfiguren schnell verlorengeht.

Ohne Burnusträger geht es nicht

Geheime Gruppen innerhalb des Geheimdienstes, die von ‚außen‘ ferngesteuert werden: Abbott treibt das Verwirrspiel auf die Spitze. Gleichzeitig mag er auf bewährte Schurken nicht verzichten. Die kommen in bzw. für die USA bevorzugt aus dem Nahen Osten. Sie werden von fundamentalistischen Mordbrennern, die dort an jeder Straßenecke konspirative Treffen abhalten, zu Attentätern ausgebildet, die anschließend rudelweise in die USA einsickern, um dort im Idealfall weitere Hochhaustürme zum Kippen zu bringen.

Abbott scheint den Drang zu verspüren, dieses Bild zu relativieren. Dabei begeht er eine verständliche aber dennoch unerfreuliche Sünde: Als Autor, der einen Unterhaltungsroman schreibt, beginnt er zu predigen. Jene eingeschobenen Kapitel, in denen der libanesische Ich-Erzähler Khaled seine Geschichte erzählt, sind für die Handlung absolut überflüssig. Khaled wurde vom jugendlichen Lebemann zum Agenten, nachdem seine Brüder bei einem Bombenanschlag umkamen. Dafür waren allerdings fanatische Landsleute verantwortlich, weshalb sich Khaled von der CIA (!) anwerben lässt: ‚Gute‘ Araber kämpfen nicht gegen die USA, sondern treten in deren Dienste, um die wahren Strolche zu züchtigen. Hier kann Abbott offenbar nicht aus seiner US-amerikanischen Autoren-Haut.

Tempo & Spannung mit einigen Tupfen

Dabei ist dieses plumpe Bemühen um Völkerverständigung unnötig. „Run!“ ist vor allem und nichts anderes als eine spannende Geschichte. Abbott hat ein Gespür für Tempo und Timing, das er effektvoll für einen zwar überkomplizierten Plot aber eine rasante Handlung einsetzt. Geschickt orientiert er sich für seine Pilgrim-Figur am derzeit aktuellen Jason-Bourne-Vorbild, während er Ben Forsberg auf der Suche nach Gerechtigkeit nicht zum Amateur-Hulk ausarten lässt. Wenn die ungleichen Partner von Erinnerungen an vergangene Tragödien gebeutelt werden, übertreibt es der Verfasser nicht mit entsprechenden Klagegesängen, sondern schafft es in der Regel tatsächlich, ein paar tragische Zwischentöne ins Geschehen zu mischen.

Pläne gehen den Guten wie den Bösen schief, Fehler können korrigiert oder wenigstens überlebt werden. Zwar ahnt der Leser nicht nur, wie die Geschichte ausgehen wird, aber Abbott sorgt dafür, dass ihr Verlauf spannend ungewiss bleibt. Das Finale ist dramatisch sowie tragisch; beidem angemessen findet es in den Ruinen der 2005 durch den Hurrikan „Katrina“ verheerten Stadt New Orleans statt. Abbott hat hier ein Sinnbild für eine in Aufruhr und außer Kontrolle geratene Ordnung gefunden.

Ohne Zuckerstückchen für allzu aus dem seelischen Gleichgewicht gebrachte Leser kommt Abbott freilich nicht aus. Am Ende wird alles gut. Die Bösen sind tot oder werden zur Rechenschaft gezogen, die faulen Stellen innerhalb des Geheimdienstes sind ausgebrannt, die Agenten spitzeln nur mehr offiziell und unter Einhaltung gewisser Regeln den Feinden der Demokratie hinterher. Dafür, dass damit ein nicht gerade realistischer Zustand erreicht ist, versöhnen mehr als 350 Zuvor-Seiten mit spannender Unterhaltung.

Autor

Jeff Abbott wurde 1963 im US-Staat Texas geboren. An der „Rice University“ in Houston studierte er Geschichte und Englisch. Nach seinem Abschluss ging er in die Werbung und arbeitete in einer Agentur.

1994 erschien „Do Unto Others“, Abbotts Romandebüt. Dieser erste Band einer vierbändigen Serie um den Privatdetektiv Jordan Poteet war ein klassischer Krimi. Dies traf ebenso auf die zwischen 2001 und 2003 veröffentlichte Whit-Mosley-Trilogie zu.

Mit „Total Panic“ wechselte 2005 Abbott ins Thriller-Genre. Er spezialisierte sich hier und in den folgenden Romanen auf Durchschnittsmenschen, die unter Druck geraten und in der Krise unerwartete Widerstandskräfte entwickeln.

Mit seiner Familie lebt und arbeitet Jeff Abbott in Austin, Texas. Über sein Werk informiert er auf dieser Website.

[md]

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Wachen! Wachen!

Erstellt von Werner Karl am 30. Mai 2010

wachen-wachenTerry Pratchett
Wachen! Wachen!
Ein Scheibenwelt-Roman

(sfbentry)
Piper
Fantasy
ISBN: 978-3-492-28507-0
Umfang: 423 Seiten
Originaltitel: Guards! Guards! (1989)
Erschienen: 6. Auflage (2009)
Übersetzer: Andreas Brandhorst

www.piper.de

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Wieder ein “Roman von der bizarren Scheibenwelt” – der sechste bei Heyne erschienene, der siebente insgesamt. Und von Langeweile oder Verflachung keine Spur. Also Pratchett again! Diesmal sind die Helden vier völlig verrückte Stadtwachen von Ankh-Morpork, der berühmten Scheibenweltstadt. Sie müssen sich mit einem, von bösartigen Intriganten herbei gezauberten Drachen auseinandersetzen und auch sonst etliche Probleme meistern. Im Laufe der Handlung bringt sie das neue Mitglied der Truppe, Karotte, dazu, aus einer total verkommenen Gruppe überflüssiger Nachtwächter wieder zu dem zu werden, was seinem Gerechtigkeitsempfinden zufolge Stadtwachen ausmacht. Dieser Karotte ist ein von Zwergen aufgezogener Mensch, der erst jetzt erfahren hat, dass er kein Zwerg ist. Bei einem Körperbau, der olle Arnold Ehre gemacht hätte, durchaus bemerkenswert. Bewaffnet mit einem uralten Gesetzbuch und einem mysteriös unmagischen Schwert war er aufgebrochen, um in der Stadt in die Wache einzutreten.

Aber Karotte ist nicht der alleinige Held. Sowohl die anderen Mitglieder der Wache, vor allem ihr Hauptmann Mumm, als auch der Orang-Utan – Bibliothekar spielen wichtige Rollen. Sie alle versuchen die Folgen der Drachenbeschwörung zu bekämpfen. Ursprünglich wollte der Sekretär des Stadtoberhauptes nur mit seiner Hilfe einen (ihm gehorsamen) König einsetzen, doch dann entschloss sich der Drache, die Macht selbst zu übernehmen. Mit Hilfe eines kleinen Moordrachens, der sein feuriges Verdauungssystem so umwandelt, dass er eine Art Überschalldrachen wird, gelingt es schließlich, den großen Drachen aus der Stadt zu vertreiben. Die Wachen verhalten sich dabei wie echte Helden.

Soweit so gut. Bis das nach über 400 Seiten geschafft war, habe ich mich durch diverse Lachanfälle gekämpft, die Pratchetts einzigartiger Humor immer wieder hervorzurufen weiß. Was macht nun eigentlich seinen Humor aus, fragte ich mich irgendwann. Ich glaube, es ist die Komik des absolut Absurden, die das Ganze im wesentlichen trägt. Dazu kommen einfallsreiche und witzige Wortspiele, mit denen er in englisch-trockener Weise den Leser verblüfft. Aber andererseits sind Pratchetts Geschichten nie so blödsinnig, dass man über sie den Kopf schüttelt und das Buch achselzuckend beiseite legt. Manchmal merkt man es nicht gleich, aber dann kommt es wie ein Hammer gegen die Stirn des Lesers, der sich eben noch vor Lachen ausschüttete. Hinter dem Humor steckt oft – und gerade in diesem Buch – ein gehöriges Maß an böser Satire. Die Szene, wo der Drache einen Familienvater verdampft, der als einziger gegen die Opferung von Jungfrauen auftrat, war für mich nicht gerade zum Lachen. Und wenn der Patrizier am Schluss Mumm sein Weltbild erklärt: “Es gab und gibt immer nur die Bösen, aber einige von ihnen gehören zu unterschiedlichen Lagern” und “Dort unten … gibt es Menschen, die jedem Drachen folgen, jeden Gott verehren und jede Greueltat bejubeln. Und das alles nur aus stumpfsinniger, alltäglicher Verderbtheit.” dann ist das keineswegs eine aufgesetzte moralisierende Geste. Man erkennt, dass Pratchetts Gedanken tiefer gehen als nur bis zu oberflächlichem Spaß.

Natürlich nimmt er auch in diesem Werk wieder eine Reihe von Dingen auf die Schippe, die manchem lieb und teuer sein dürften. Die Stadtwache zum Beispiel, mit dem einen, gesetzestreuen Polizisten, der die verkommenen Typen dann doch umkrempelt, ist eine sehr deutliche Anspielung auf gewisse, im Polizeimilieu spielende Werke aus Buch und Film. Zum Schluss noch eine Bemerkung, die mir angebracht erscheint, weil diesem Umstand oft von Rezensenten wenig Beachtung geschenkt wird, oder wenn, dann in negativer Form. Das Buch ist nämlich ausgezeichnet übersetzt worden. Andreas Brandhorst leistete sicher enormes, denn es ist sehr schwer, englische Wortspielereien wie bei Pratchett adäquat ins Deutsche zu übertragen. Außerdem benutzt der Autor manchmal Verzerrungen der Schreibweise (wie bei “Ämpfindlichkeit” oder in meiner Überschrift), die passend zu übersetzen, bestimmt nicht einfach war. Aber diese Aufgabe wurde wie immer mit Bravour gelöst.

Das Ende des Buches könnte verschlüsselt andeuten, dass der Scheibenweltzyklus nun auch endet. “Vielleicht hielt der Zauber an. Vielleicht auch nicht. Aber was währt schon ewig?” Bei Heyne wird noch “MacBest” erscheinen, doch das ist – soviel ich weiß – eigentlich “Weird Sisters”, ein älterer Band des Zyklus, den der Verlag aus unbekanntem Grund erst jetzt bringt. Ich zumindest könnte durchaus noch weitere Abenteuer auf der Scheibenwelt ertragen.

Copyright © 2009 by Wilko Müller jr
 
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Labyrinth der Sterne

Erstellt von Werner Karl am 29. Mai 2010

labyrinth-der-sterneJohn Brunner
Labyrinth der Sterne

(sfbentry)
Heyne
Science Fiction & Fantasy
Buch-Nr.: 4909
ISBN 9783453058323
Umfang: 555 Seiten
Originaltitel: A maze of stars (1991)
Erschienen: 1992
Übersetzer: Horst Pukallus
Titelbild: Michael Hasted

www.heyne.de
www.randomhouse.de

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John Brunner ist zurück. Er ist zurück von einem kleinen, verschmutzten, in einem unbedeutenden Sonnensystem gelegenen Planeten namens Erde, dessen “vernunftbegabte” Bewohner keinen größeren Fez kennen, als sich gegenseitig das Leben schwer zu machen und zu diesem Behufe Vernichtungswerkzeuge jeder nur denkbaren Art ersinnen   kurz, er ist zurück von einem Planten, dessen Existenz und dessen Bewohner vielerlei kritikwürdige Probleme aufwerfen. Wenn Brunners neuer Roman nicht mehr auf der Erde, sondern in den Weiten unserer Galaxis handelt, heißt das, dass er auf unserem Heimatplaneten nichts mehr findet, vor dessen Folgen die Menschheit gewarnt werden muss?

Mitnichten, bloß werden die Probleme der Menschheit sozusagen in den Weltraum verlagert. Auf höchstem technischen Niveau stehend, haben die Menschen einer geeinten Erde, obwohl sie untereinander immer noch zerstritten sind, ihre Ressourcen zusammen geschmissen und ein gigantisches “Saatschiff” gebaut, alle jene an Bord gesteckt, die mit den Zuständen auf der Erde immer noch nicht zufrieden sind, (es müssen wirklich viele gewesen sein) und sie mit dem Auftrag ins All geschickt, dieses abzuklappern und passende Planeten nach Lust und Laune zu kolonisieren. Das allerdings passierte schon vor langer Zeit, und nun schickt sich das vernunftbegabte High Tech Saatschiff an, den Spiralarm erneut zu durchqueren um zu sehen, was aus seinen “Setzlingen” geworden ist. Nicht überraschend für mich   denn ich kenne schon mehrere Werke Brunners   muss das Saatschiff jede Mengen Pleiten konstatieren, anstatt aufblühende Kolonien ausmachen zu können.

Die Gründe für das jeweilige Scheitern kann man hier nicht alle aufzählen, einen Großteil machen jedoch alle die Fehler aus, die die Menschen schon auf der Erde beginnen. Und, reden wir nicht drum herum, das mit Bewusstsein ausgestattete Gehirn des Saatschiffes hat einen Sprung in der Schüssel, was sich so äußert, dass das Schiff sich partout nicht daran erinnern kann, zu welcher Zeit es im jeweils zu erforschenden Planetensystem ankommt. War es eventuell schon mal hier? Hat es vielleicht Überlebende gerettet? Manchmal, denn es fühlt sich so allein doch ziemlich einsam, sammelt es einen oder mehrere Passagiere ein, die auf den Planeten, von denen sie stammen, von der jeweiligen Administratur in den Tod getrieben worden wären, die es also gefahrlos retten kann, ohne sich in die Weiterentwicklung des örtlichen Zweiges der Menschheit einzumischen. Mit diesen Leuten kann dann das Schiff vor allen Dingen seine Macken diskutieren. Obwohl viele der angelegten Kolonien auf die eine oder andere Weise früher oder später scheitern, betont Brunner im vorliegenden Werk deutlich wie in keinem anderen, was für eine zähe Rasse die Menschheit ist, wie beharrlich, trotz aller Rückschläge, sie um ihr Überleben und für eine vermeintlich bessere Zukunft kämpft.

Irgendwann merkt der Leser auch, dass dem Saatschiff die Fähigkeit abhanden gekommen ist, zwischen einzelnen Ereignissen eine zeitliche Reihenfolge zu erkennen, was zunächst sehr verwirrend ist, aber sich schließlich für das Verständnis der letzten Pointe des Romans als notwendig erweist. Den Anfang von Brunners Werk fand ich ziemlich schleppend und irritierend, aber mit fortschreitender Lesedauer stellten sich Spannung und Verständnis ein, so dass “Labyrinth der Sterne” doch ein fesselndes und unterhaltsames Lesevergnügen für viele SF Fans sein dürfte. Und vielleicht gibt’s ja auch nicht so viele Leser, die sich etwas gründlicher mit Frank Herbert beschäftigt haben.

Aber denen, die das doch getan haben, wird ganz sicher, wie auch mir, sauer aufstoßen, dass Brunner von seiner Superrakete nicht als vom Schiff redet, sondern von “Schiff” (Schiff überlegte, Schiff musste handeln, Schiff…)!

Copyright © 2009 by Norbert Danziger

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Erebos

Erstellt von Werner Karl am 29. Mai 2010

erebosUrsula Poznanski
Erebos

Loewe Verlag
ISBN 978-3-7855-6957-3
Jugendbuch
Erschienen 2010
Umschlaggestaltung: Christian Keller
Klappenbroschur, 488 Seiten

www.loewe-verlag.de
www.ursula-poznanski.at

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Zur Autorin:

Ursula Poznanski wurde 1968 in Wien geboren, studierte sich einmal quer durch das Angebot der dortigen Universität und landete schließlich als Redakteurin bei einem medizinischen Fachverlag, für den sie immer noch tätig ist. 2005 wurde sie mit dem Kinder- und Jugendbuchpreis der Stadt Wien ausgezeichnet.

Zum Buch:

Erebos ist ein Spiel.
Es beobachtet dich,
es spricht mit dir,
es belohnt dich,
es prüft dich,
es droht dir.

Erebos hat ein Ziel:
Es will töten.

Dies ist der Klappentext des Buches, der in ganz knappen Worten den Inhalt der Geschichte eindeutig wiedergibt.

Nick Dunmore ist Schüler an einer Schule mitten in London. Er hat Freunde, geht aus und spielt in seiner Freizeit Basketball. Plötzlich jedoch scheint seine Umgebung sich zu verändern. Sein bester Freund Colin taucht nicht beim Training auf und geht auch zu Hause nicht ans Telefon. In der Schule scheint er müde und spricht mit Leuten, die ihn vorher absolut nicht interessiert haben. Überhaupt ist an der Schule irgendetwas anders. Alle tuscheln und tauschen heimlich DVDs. Nick fragt sich was wohl dahinter stecken mag. Er hat einerseits das Gefühl das es etwas Sonderbares sein muss, andererseits möchte er gerne mitreden können und so probiert er die DVD mit dem Spiel Erebos direkt zu Hause aus, als er sie von Brynne in der Schule angeboten bekommt. Er fragt sich zwar weshalb er mit niemandem über die DVD und das Spiel sprechen soll und weshalb er es nur alleine spielen darf, aber dies alles tritt in den Hintergrund nachdem das Spiel einmal begonnen ist.

Nick Dunmore ist fasziniert von Erebos. Tag und Nacht sitzt er zu Hause vor dem Rechner und vernachlässigt seine sozialen Kontakte bis auf die Momente in denen er Aufträge in der Wirklichkeit zu erfüllen hat und das Spiel in zu einer Zwangspause zwingt. Ja: Der Bote erteilt nicht nur Aufträge im Spiel selbst, sondern auch in der Realität. So muss Nick beispielsweise eine Kiste irgendwo abholen und anderswo deponieren, sich mit einem Mädchen verabreden, Fotos machen und schließlich soll er sogar einem Lehrer Tabletten in seinen Tee geben. Dies ist der Moment bei dem Nick zum ersten Mal wirkliche Zweifel an Erebos kommen. Was mag dahinter stecken? Wieso lebt das Spiel?

Man kann förmlich sagen: Das Spiel spielt mit seinen Spielern und nicht die Spieler spielen das Spiel.

Zwischen Barbaren, Vampiren, Zwergen, Werwölfen, Katzenmenschen, Echsenmenschen und Dunkelelfen tobt ein Kampf. Der Kampf um Ruhm und Ehre und einen Platz im Inneren Kreis. Aber was bedeutet das? Nick und seine neuen Freunde, zu denen auch seine heimliche Liebe Emily gehört, finden das Stück für Stück heraus. Ob sie es schaffen bevor der Innere Kreis auch in der wirklichen Welt Schaden anrichten kann?

Erebos greift ein Thema auf, das sehr aktuell ist. Viele Jugendliche sind heutzutage stark durch PC-Spiele beeinflusst und so könnte es ein leichtes sein sie oder sogar Erwachsene zu manipulieren. Ob es allerdings jemals möglich sein wird ein solches Spiel wie Erebos, eine künstliche Intelligenz, zu erschaffen? Die Gefahren, die hiervon ausgehen könnten, mag ich mir gar nicht ausdenken.

Dennoch ist das Spiel gut. Es ist wahnsinnig gut. Es macht süchtig. Genau wie das Buch.
Erebos sollte man gelesen haben.

Copyright © 2010 by Iris Gasper

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

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Jagdzeit

Erstellt von Werner Karl am 29. Mai 2010

jagdzeitClaudia Toman
Jagdzeit

Diana Verlag
Verlagsgruppe Random House
ISBN 978-3-453-35399-2
Fantasyroman
Originalausgabe 05/2010
Umschlaggestaltung | Hauptmann & Kompanie Werbeagentur,
Zürich, Teresa Mutzenbach
Taschenbuch, 336 Seiten

www.diana-verlag.de
www.claudiatoman.blogspot.com

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Zur Autorin:

Claudia Toman wurde 1978 in Wien geboren. Ihre Kindheit und Jugend verbrachte sie zu etwa gleichen Teilen in Mittelerde, Phantasien, Märchenmond und Derry, Maine. Nach dem Schulabschluss packte sie die Theatersucht, und so arbeitete sie als Regisseurin und Regieassistentin in Wien, Tokio und Tel Aviv. Seit 2001 betreut sie die Vorstellungen der Kinderoper an der Wiener Staatsoper. Ihr Leben teilt sie mit einer eigenwilligen Katzendame. „Jagdzeit“ ist nach „Hexendreimaldrei“ ihr zweiter Roman.

Zum Buch:

Oliva treibt es für einige Tage aus der Stadt hinaus, in das kleine Bergdorf W., in dem sie hofft bei einem Blind Date den Mann fürs Leben zu finden. Gleichzeitig sollen das Wochenende und die Abwechslung ihr aus der derzeitigen Schreibblockade heraushelfen.

Bereits zu Beginn ihres Aufenthaltes macht Olivia die Feststellung, dass sämtliche Bewohner des Dorfes sich merkwürdig verhalten. Olivia fühlt sich unwohl. Auch dem anderen Besucher des Ortes, einem Privatdetektiv namens Adrian Alt gegenüber, der die Angewohnheit hat, seine Getränke nur aus geschlossenen Behältern, wie Dosen und Tetra Packs, zu sich zu nehmen, steht Olivia skeptisch gegenüber. Die Dorfbewohner selbst scheinen allen Fremden gegenüber argwöhnisch und wollen keine Eindringlinge in ihrem Dorfleben dulden.

Nachdem Olivia herausgefunden hat, dass die Bewohner des Ortes entweder sehr alt werden oder schon im frühen Kindesalter sterben, überschlagen sich die Ereignisse. Und so findet Olivia sich alsbald im nahe gelegenen Wald wieder. Eine Stadtpflanze mit Stöckelschuhen inmitten der Natur und das ohne erforderliche Hilfsmittel. Nicht nur ihren eigenen Ängsten ausgesetzt, begegnet Olivia dort auch noch sprechenden Waldkäuzen und Wölfen und schließlich sogar einer Hexe. Jedenfalls mangelt es Olivia hier nicht an Inspirationen.

Mit ihrem zweiten Roman Jagdzeit entführt uns die Autorin Claudia Toman in die unterschiedlichsten Genre der Literatur und lässt sicherlich jeden Leser mit der Frage zurück: Was genau habe ich denn da jetzt gelesen? Ein wenig von allem würde ich sagen: Krimi, Fantasy, Frauenroman. Die Geschichte rund um die Protagonistin Olivia ist abenteuerlustig, humorvoll, spannend und vieles mehr. Bereits die Person Olivia selbst ist eine gelungene Mischung.

Sehr schön werden im Buch die Zeitsprünge gelöst. Im Präsens schildert die Autorin den Aufenthalt von Olivia im Wald aus deren Sicht, also in der Ich-Form. Alles was vorher geschah wird auch aus Olivias Sicht, aber in der Vergangenheit geschildert. Schließlich begleitet den Leser auch noch ein dritter Handlungsstrang, der die Dinge aus Sicht des Privatdetektivs Adrian Alt beleuchtet.

Wenngleich Olivias Erlebnisse im Dorf W. und im Wald etwas kurios erscheinen, so bringt doch das Ende eine logische Erklärung mit sich. Eine Erklärung die, wie das ganze Buch, einem Märchen entnommen zu sein scheint. Eine wunderschöne Idee eines Genre Mix, geschickt umgesetzt. Eine Geschichte, an der nicht nur das weibliche Geschlecht Gefallen finden dürfte.

Das Buch kann unbedenklich auch ohne Kenntnis des Vorgängerbuches Hexendreimaldrei gelesen werden. Auf den dritten Teil darf man sicher jetzt schon gespannt sein….

Copyright © 2010 by Iris Gasper

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Und für alle, die die Bücher in der richtigen Reihenfolge lesen möchten, hier der Hinweis auf das Vorgängerbuch:
Hexendreimaldrei
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Die Romulaner

Erstellt von Werner Karl am 28. Mai 2010

die-romulanerDiane Duane & Peter Morwood
Die Romulaner
Star Trek Classic 38

(sfbentry)
Heyne
Science Fiction & Fantasy
Buch-Nr.: 4907
ISBN 9783453058313
Umfang: 297 Seiten
Originaltitel: The Romulan Way (1987)
Erschienen: 1992
Übersetzer: Andreas Brandhorst

www.heyne.de
www.randomhouse.de

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Der Roman der Star-Trek-Serie ergänzt den an dieser Stelle schon früher rezensierten Roman “Spocks Welt” und gibt Aufschluss darüber, woher die Romulaner kommen, wer sie sind, sowie über ihr Leben und ihre Kultur. Dabei lassen sich Ähnlichkeiten im Aufbau beider Romane nicht verleugnen. In beiden Werken wird die Entwicklungsgeschichte der behandelten Völker eingebettet in eine abenteuerliche Handlung. Bei “Die Romulaner” dient eine relativ spannende Spionagegeschichte als Rahmen, und bei “Spocks Welt” die Bestrebungen der Vulkanier, sich von der Föderation zu lösen und freiwillig in die Isolation zu gehen. Besonders deutlich wird die Verwandtschaft beider Romane dadurch, dass hier fast zwei Seiten Text aus “Spocks Welt” übernommen wurden. (Vgl. S. 324-325 in “Spocks Welt” mit S. 48-49 in “Die Romulaner”).

Sicherlich spielt dabei eine Rolle, dass Diane Duane, die Verfasserin von “Spocks Welt”, an diesem Roman mitbeteiligt ist. Wie in “Spocks Welt”, wo man die Entwicklung der Vulkanier anhand der besonders gekennzeichneten Kapitel unabhängig von der Story verfolgen konnte, lässt sich auch hier die Geschichte des Romulanischen Reiches losgelöst von der Handlung verfolgen, und zwar, wenn man sich nur auf die Kapitel konzentriert, die eine entsprechende Überschrift tragen. Diese geben einen guten Überblick über die Geschichte der Romulaner, die eigentlich Rihannsu heißen. Die Entwicklung wird klar, leicht und flüssig geschildert, sowie in sich logisch. Sie beginnt bei der Auseinandersetzung der Vulkanier mit den orionischen Piraten von Etosha, den so genannten Duthulhiv-Piraten, und endet bei der Entstehung des Romulanischen Reiches und dem Vertrag über die Schaffung der Neutralen Zone. Für jeden Interessierten also ein Muss.

Nun zur Rahmenhandlung des Buches. Darin wird berichtet, dass es der Föderation vor acht Jahren gelungen war, die Xenosoziologin Terise Haleakala von Starfleet ins Romulanische Reich einzuschleusen. Diese arbeitete dort zuverlässig und gab regelmäßig Berichte an die Föderation weiter, die dadurch die Möglichkeit hatte, ihr Bild von den Romulanern zu vervollkommnen. Doch seit zwei Jahren fehlt von ihr jede Information. Die Föderation gedenkt nun dieses Schweigen aufzuklären und beauftragt McCoy, die Ursachen dafür zu finden; und falls Terise noch lebt, diese zurückzuholen. Obwohl er weiß, dass die Romulaner mit Leuten der Enterprise verschiedene Rechnungen zu begleichen haben, angefangen vom Diebstahl der Tarnvorrichtung bis zu Verlusten, welche die Romulaner durch die Enterprise erlitten hatten, begibt er sich als harmloser Reisender getarnt in die Gefangenschaft der Romulaner, um Kontakt mit Terise aufnehmen zu können. Zufälligerweise gerät er tatsächlich in das Haus, in welchem Terise unter dem Namen Arrhae ir-Mnaeha als Hru’hfe, d.h. als Oberste der Bediensteten tätig ist.

Hier beginnt die eigentliche Geschichte. Arrhae erkennt ihn, und durch seine Anwesenheit nimmt die Gefahr zu, dass ihre Tarnung entdeckt werden könnte. Außerdem wird sie durch ihn in Gewissenskonflikte gestürzt, in deren Folge sie sich entscheiden muss, ob sie zu Starfleet zurückkehren will oder im Romulanischen Reich verbleiben möchte. Gleichzeitig rücken die Agententätigkeit und McCoy in den Hintergrund, um die nötige Präsenz für die Gedanken, Gefühle, Träume und Ängste von Terise/Arrhae zu schaffen. Sie wird jetzt zur zentralen Figur, die einen fesselt, und man kann sich gut in ihre Lage versetzen und mit ihr fühlen. Im Laufe der Handlung weiß man zwar, wie die Geschichte ausgehen wird und welche Entscheidung Terise/Arrhae am Schluss fällen wird, doch trotz allem liest man sie bis zum Schluss, da die innere Spannung, die mit Terise steigt und fällt, nicht abreißt.

Nebenbei erfährt man noch etwas über den Haushalt eines Romulaners, sowie im anhängenden Glossar bestimmte Begriffe und Worte, die mit den Romulanern fest verbunden sind, und so ist für jeden etwas dabei.

Copyright © 2010 by Manfred Orlowski
 
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Peking – Zehn Gesichter einer Stadt

Erstellt von Werner Karl am 28. Mai 2010

pekingJi’an, Liang Yi, Liu Wei, Nie Jun, Cheng Cheng, Jian Yi, Zou Jian, Lu Ming, Song Yng, Wang Huan
Peking – Zehn Gesichter einer Stadt

(sfbentry)
Peking, China/Frankreich, 2008
Tokyopop, Hamburg, 11/2009
PB mit Klappbroschur, vollfarbiger Manhua, Drama
ISBN 978-3-86719-738-0
Aus dem Französischen von Thomas Schöner, ursprüngliche
Übersetzung aus dem Chinesischen von N. N.
Titelbild und einige Illustrationen von Benjamin, Zeichnungen und
weitere Illustrationen von den oben genannten Künstlern
Mit einem Vorwort der China-Expertin Francoise Hauser und einem Nachwort von Benjamin

www.tokyopop.de

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Im Jahr 2008 fanden die Olympischen Sommerspiele in Peking statt. Das gab China die Möglichkeit, seinen schlechten Ruf in der Weltöffentlichkeit ein wenig zu verbessern und dem Westen zu beweisen, dass man in der Moderne angekommen und nicht länger ein Entwicklungsland war. Aus diesem Grund sorgte man an den Sportstätten, vor allem aber in Peking, dafür, dass sich diese Orte in ihrem besten Licht präsentierten. Dass dafür über Jahrhunderte und Jahrzehnte gewachsene Strukturen zerstört wurden und viele arme Einwohner darunter leiden mussten, nahm man in Kauf. Zwar gelang es China, sich wunschgemäß zu präsentieren, aber nicht nur die Journalisten aus aller Herren Ländern stellten fest, das vieles davon nur Fassade war, und äußerten sich kritisch; auch junge Künstler zeigten in anrührenden und dramatischen Geschichten, dass hinter den Kulissen ganz andere Dinge geschehen sind

Eine solche Sammlung ist „Peking – Zehn Gesichter einer Stadt“, die das in Bildern festhalten, was in den Jahren zwischen der Ernennung von Peking zum nächsten Austragungsort der Olympischen Spiele und der Ausführung geschehen ist, welche Veränderungen vor allem die Millionenstadt und ihre Bewohner in Kauf nehmen mussten. „Nicht sehr zivilisierte Pekinger“ leben traditionsgemäß in den Hutongs, den bereits seit Hunderten von Jahren bestehenden Vierteln mit den Wohnhöfen, die zwar eine Anbindung an die Straßen besitzen, aber den Menschen auch ein wenig Privatsphäre gönnen. Vor allem die Alten möchten die Freiheiten nicht aufgeben, die sie dadurch besitzen – wie etwa nur mit einer Hose bekleidet durch die Gegend zu laufen, gerade wenn die Sommer wieder besonders heiß sind, während die Jungen nichts dagegen haben, in ein Appartement in einem modernen Wohnsilo umgesiedelt zu werden, wo sie fließend Wasser, warm und kalt, und endlich auch Strom haben werden. Doch was ist wirklich erstrebenswerter? Die Geschichte wirft einen Blick in die kleinen beschaulichen Welten, die fast alle Wolkenkratzern und Einkaufzentren weichen mussten.

„Der Wunschkasten“ erinnert einen dicklichen Jungen daran, dass er vor zehn Jahren selbst an den olympischen Spielen teilnehmen wollte. Doch leider hat er diesen Vorsatz vergessen. Aber ist es wirklich zu spät, damit noch anzufangen, wenigstens um sich selbst etwas zu beweisen? „Ha, ha, ha”, erinnert an einen Zeitvertreib, dem die Pekinger jetzt wieder nachgehen, nachdem ihnen dieser unter Mao verboten worden waren: sich frühmorgens im Park zu treffen und das zu tun, was ihnen Spaß macht, angefangen von dem Chor, der eine Weise zum besten gibt, bis hin zu denen, die ungerührt ihre Tai Chi-Übungen durchführen oder einfach nur miteinander plaudern – eine lebendige Geselligkeit, die den Tag noch ein wenig lebenswerter macht. Weil ihm das Wasser nicht gefällt und die Teilnahmegebühren zu teuer sind, findet ein Großvater einen anderen Weg, um seiner Enkelin das Schwimmen beizubringen. Und schon bald bekommt die Phantasie beider Flügel.

Auch wenn man es nicht vermutet, sind Tischtennis, Kampfsport und ganz normale Leibesübungen die Sportarten, die von den meisten Chinesen ausgeführt werden. Aus diesem Grund schildert die Geschichte auch den Weg eines jungen Talents, das hofft, in nicht all zu ferner Zukunft auch an internationalen Wettkämpfen und vielleicht sogar den Olympischen Spielen teilnehmen zu können. Dann zerstört ein Unfall all seine Hoffnungen. Der junge Mann verzweifelt immer mehr und glaubt, er sei nutzlos, bis ihm ein alter Mann, der sein Haus und seinen Laden verliert, erinnert, dass es immer eine Möglichkeit gibt, um weiter zu machen. Denn hat er je daran gedacht, auch einmal seinen anderen Arm auszuprobieren? Die „Beijing Pistols“ stehen für eine Musikszene, die man in der Öffentlichkeit nicht gerne sieht, die sich aber gerade deswegen nicht unterkriegen lässt. So verliert die junge Band zwar alles, was sie hat – Anstellung und am Ende die Instrumente –, aber nicht ihren Mut und ihre Entschlossenheit.

„Die Liebe unter dem Mond des Herbstfestes“ erzählt von den vielen Millionen von Wanderarbeitern, die für einen geringen Lohn die Hochhäuser, Stadien und Einkaufszentren erbauten, die China später der Welt präsentierten. Welches Leid aber hinter den prachtvollen Bauten steckt, welchen Repressalien und noch viel Schlimmeres sich die Arbeiter aussetzen mussten und wie wenig sie selbst von dem Aufschwung haben, das verrät die Geschichte in melancholischen Bildern. Andere Beiträge thematisieren die Umweltverschmutzung durch die wachsende Anzahl von Autos in der Stadt, die Vermischung der traditionellen mit der westlichen Kultur und den Verlusten von Heimat und Identität, die viele Menschen hinnehmen mussten. Auch die beigefügten Illustrationen besitzen eine stille klagende Melancholie, die zeigen will, was alles verloren ging und so nicht wiederkehren kann.

Die Sammlung klagt nicht an, sie macht nur darauf aufmerksam, dass nicht alle Entwicklungen gut sind, auch wenn sich die Menschen den Gegebenheiten angepasst haben und einfach weiterleben. Wenn, dann stecken Kritik und Protest zwischen den Zeilen und in den Zeichnungen. Die Künstler überlassen es aber auch jedem Leser selbst, was er davon annehmen will. All diese Einblicke findet man wohl nicht in offiziellen Quellen, sie vermitteln aber auch dem westlichen Betrachter einen Eindruck von den tiefen Einschnitten, die gerade Peking und seine ‚kleinen Leute’ erlebten. Und das ist im Anbetracht der wachsenden Bedeutung von China umso interessanter, denn sie vertiefen den differenzierten Blick auf die Veränderungen und Entwicklungen, da sie aus dem Land selbst kommen.

„Peking – Gesichter einer Stadt“ ist eine gelungene und sehr anrührende Sammlung von Geschichten im Schatten eines von langer Hand vorbereiteten Ereignisses, die zeigen, wie das die kleinen Leute in der großen Hauptstadt miterlebt haben, bevor und während die Weltöffentlichkeit auf sie blickte.

Copyright © 2010 by Christel Scheja (CS)
 
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Vagabond 20

Erstellt von Werner Karl am 27. Mai 2010

vagabond-20Inoue Takehiko
Vagabond 20

(sfbentry)
Bagabondo 20, Japan, 2005
EMA, Köln, 01/2006
TB, Manga, History/Samurai, Action, Philosophie, Drama, Fantasy
ISBN 978-3-7704-6096-0
Aus dem Japanischen von Holger Hermann Haupt

www.manganet.de
www.itplanning.co.jp

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Kojiro hat Sandokore besiegen können, auch wenn es ihn selbst beinahe umgebracht hätte. Der alte Schwertmeister stirbt zufrieden in dem Wissen, als Krieger gefallen zu sein, von der Hand eines Gegners gefällt, der mehr als würdig, aber eben auch sehr seltsam ist. Ohne zu sprechen haben die beiden auf vielfältigere und tiefer gehende Art miteinander kommuniziert, als er es je zuvor erleben durfte.

Sandokores Gefährten sind nun allerdings zurückgekehrt und greifen ihrerseits Kojiro an, um sich an ihm zu rächen. Koun will diesen Kampf für sich, doch Ichigo drängt sich vor. Der Junge weiß, dass er nicht gewinnen kann, dass er nicht überleben kann – es auch nicht darf, denn trotz seiner Jugend ist ihm klar, dass es ihm nicht gegeben ist, diesen Pfad bis zum Ende zu gehen. Dann aber stehen sich Kojiro und Koun gegenüber. Sie wachsen mit jedem Hieb, den sie gegeneinander führen: Kojiro findet mitten im Kampf zu einer neuen Technik, Koun hingegen erkennt, was den jungen Mann vorantreibt. Wie in jedem Kampf jedoch muss irgendwann eine Entscheidung fallen …

All der Gewalt und dem Blutvergießen einen Sinn zu geben, ist eine schwere Aufgabe. Genau dies ist aber Inoue Takehikos Absicht, und es gelingt ihm bravourös. Die Brutalität zeigt nur das äußere Bild dessen, was geschieht. Viel bedeutsamer sind die Gedanken und Erinnerungen, die alle Kämpfer bewegen, und die Entwicklungen, die oft innerhalb weniger Augenblicke ablaufen. Kojiro erlebt rasante Fortschritte und bleibt damit ein einzigartiger Charakter, der dieser Serie viel zu geben hat. Man darf gespannt sein, wie es noch weitergehen wird!

Copyright © 2010 by Alexandra Balzer (alea)
 
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Soul Eater 3

Erstellt von Werner Karl am 27. Mai 2010

soul-eater-band-3Atsushi Ohkubo
Soul Eater 3

(sfbentry)
Japan, 2005
Carlsen Manga, Hamburg, 03/2010
TB, Manga, Fantasy, Comedy
ISBN 978-3-551-79213-6
Aus dem Japanischen von Claudia Peter

www.carlsenmanga.de
http://gangan.square-enix.co.jp/souleater/
www.souleater.tv/
www.tv-tokyo.co.jp/anime/souleater/
www.funimation.com/souleater/
www.square-enix.co.jp/souleater/
http://b.bngi-channel.jp/souleater/ds/index.html
http://b.bngi-channel.jp/souleater/ps/index.html

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In der Welt von „Soul Eater“ gibt es eine Organisation, die von Shinigami, dem Anführer aller Waffenmeister, gegründet wurde. Waffen und Waffenmeister gehen in eine Schule, um gemeinsam zu lernen, ihre Fähigkeiten einzusetzen und zu erweitern. Die Waffen sind nicht anders als andere Lebewesen, außer das sie die Gestalt von Menschen haben, die sich nach Belieben in ihre Waffenform verwandeln können. Sie haben sogar Familienmitglieder und ein Geschlecht. Die Waffen haben die Aufgabe, böse Seelen aufzuspüren und zu essen, wodurch sie stärker werden. Jede Partei für sich ist leider zu schwach, um diese Aufgabe zu erfüllen. Erst eine Verbindung zwischen Waffe und Waffenmeister lässt das volle Potential der Partner in Erscheinung treten.

Black Star ist dazu verdonnert worden, eine Strafe abzuarbeiten, weil er während eines Sondertrainings der Einzige war, der keine Seele fing. Er soll die gesamte Schulbibliothek aufräumen, eine Aufgabe, der er nur zu ungern nachkommt. Natürlich macht er es nicht und liest stattdessen die Comics. Death the Kid erstattet ihm nach einer Weile einen Besuch, da er auf der Suche nach dem Buch über Excalibur ist, der heiligen Waffe. Er schwärmt von dieser, weil sie total symmetrisch sein soll und nur ein Held sie führen kann. Dies lässt auch Black Star hellhörig werden, da er schließlich ein Held ist. Zusammen machen sie sich auf den Weg, um die heilige Waffe zu finden, wobei sie mit einigen Überraschungen rechnen müssen.

„Soul Eater“ ist ein lustiger und verrückter Manga. Die Charaktere erinnern an den Anime „One Piece“, der ebenfalls für seine Vielzahl an durchgedrehten Charakteren bekannt ist. Schön ist, dass Waffen und Waffenmeister gleichberechtigte Personen sind, die Freundschaften schließen und sich manchmal sogar ineinander verlieben. Bis jetzt weiß man noch nicht, wie die Waffen eigentlich entstehen. Man kann im Moment nur davon ausgehen, dass sie geboren und nicht erschaffen werden. Da Makas Vater jedoch Waffe und die Mutter Waffenmeisterin ist, so wie selbst auch, ist unbekannt, ob die Gene der Mutter sich einfach durchgesetzt haben oder es anderen Gründe dafür gibt. Man erfährt in den Geschichten nach und nach mehr über die Vergangenheit der Personen. Es macht super viel Spaß, diesem irren Treiben zuzugucken und sich über die Eigenheiten der Charaktere zu amüsieren.

„Soul Eater“ ähnelt Mangas wie „One Piece“ oder „Shaman King“. Wer abgedrehte Storys mit verrückten Figuren klasse findet, dem kann man diesen Manga wärmstens empfehlen.

Copyright © 2010 by Rowena Weddehage (RW)
 
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