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neuauflage

Archiv für Juni 30th, 2010

Der Abgrund

Erstellt von Werner Karl am 30. Juni 2010

der-abgrundJeffrey Lang & David Weddle
Der Abgrund
Star Trek – Deep Space Nine 3

Star Trek – Deep Space Nine: Section 31 – Abyss, USA, 2010
Cross Cult, Asperg, 04/2010
TB, Science Fiction
ISBN 978-3-941248-53-3
Aus dem Amerikanischen von Christian Humberg
Titelfoto von Paramount Pictures Corporation

www.cross-cult.de
www.startrekromane.de

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

„Am Abgrund“ setzt die Reihe, die in Romanform die Serie „Star Trek: Deep Space Nine“ weitererzählt, fort. Nachdem vor allem Kira Nerys und Ro Laren im Mittelpunkt von „Offenbarung“ standen, schwenkt der Focus nun zu anderen wichtigen Personen der Raumstation: Julian Bashir und Ezri Dax, die als Paar zueinander gefunden haben. Unversehens wird der Stationsarzt mit Dingen aus seiner Vergangenheit konfrontiert, mit denen er sich lieber nicht beschäftigen möchte, weil sie zu unangenehme Erinnerungen wecken. Wegen der Eugenischen Kriege und der Erinnerung an Tyrannen wie Khan Noonian Singh sind genetisch aufgewertete Menschen in der Föderation nicht gerne gesehen. Man befürchtet, dass sie sich aufgrund ihrer überlegenen körperlichen und geistigen Kräfte zu Herren über alle anderen aufschwingen könnten, wie es schon einmal geschah.

Und Julian besitzt diesen Makel, weil seine Eltern nicht mehr länger mit ansehen konnten, dass er so schlecht gegenüber den anderen abschnitt. Sein Geheimnis ist erst vor einigen Jahren auf Deep Space Nine ans Licht gekommen. Prompt hält ihn der Geheimdienst der Sternenflotte, speziell die geheimnisumwitterte ‚Sektion 31„, für den geeigneten Mann, um den Wissenschaftler Dr. Ethan Locken aufzuspüren, der sich in die Badlands zurückgezogen hat. Dort nutzt er Hinterlassenschaften des Dominions, um eine Invasion vorzubereiten. Julian soll ihn aufhalten, ist er vermutlich der Einzige, der als Ebenbürtiger mit ihm reden kann. Da er keine andere Wahl hat, als dem Befehl zu gehorchen, macht er sich zusammen mit Ro Laren, Ezri und dem Jem-Hadar, den ihnen erst kurz zuvor Odo geschickt hat, auf den Weg zu der Welt, auf der sich Locken aufhält. Was sie dort vorfinden, übersteigt all ihre Befürchtungen und lässt vor allem Julian Bashir Eines ahnen: dass man ihn wieder einmal benutzen will.

Interessant ist, dass die Hintergrundgeschichte um die Siskos, eine alte bajoranische Prophezeiung und die Raumstation fortgeschrieben wird und zu verstehen ist, ohne dass man die Vorgängerromane kennen muss. Das Hauptaugenmerk liegt ohnehin mehr auf Julian Bashir, der längst nicht mehr der unbeschwerte junge Arzt ist, der er am Anfang war. Dennoch hat er viel von seinem Ehrgefühl bewahrt, wie sich auch jetzt wieder herausstellt. Der Humanist und Mediziner ist entsetzt von dem Wahnsinn und den Machenschaften seines Kollegen, lässt ihn aber auch durchschauen, was wirklich dahinter steckt, und am Ende findet er eine Lösung, Locken aufzuhalten, die seiner Auffassung als Arzt nicht widerspricht.

Allerdings setzen die Autoren die Kenntnis gewisser Folgen aus den „Star Trek“-Serien voraus, so dass man ohne die Kenntnis derselben nicht ganz nachvollziehen kann, warum Julian Bashir eigentlich so heftig auf ‚Sektion 31„ (die ihn schon einmal anzuwerben versuchte) und seine genetische Aufwertung reagiert. Der Fan wird allerdings zufrieden sein, findet er doch viele Andeutungen und Querverweise, Verknüpfungspunkte zu anderen Facetten des Universums und nicht zuletzt eine zur Serie passende Geschichte. Das ist zwar nicht ganz so überraschend, und einiges ahnt man sehr schnell voraus, aber es wird spannend und kurzweilig erzählt. So dürfte „Am Abgrund“, der dritte Band der Reihe „Star Trek: Deep Space Nine“, wie auch schon die Vorgängerromane vor allem für die Fans des Universums und dieser speziellen Serie interessant sein.

Copyright © 2010 by Christel Scheja (CS)

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Die Paktiererin

Erstellt von Werner Karl am 30. Juni 2010

die-paktiererinDietmar Preuß
Die Paktiererin
Das schwarze Auge 113

Fantasy Productions, Erkrath, 11/2009
TB, Fantasy
ISBN 978-3-89064-158-4
Titelillustration von Arndt Drechsler
Karte von Ralf Hlawatsch

www.fanpro.com
www.dietmarpreuss.de/
http://arndtdrechsler.com/

Titel erhältlich bei Buch24.de
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Gerade die kleinen Geschichten, fernab der Orte, an denen die Geschichte Aventuriens, der Welt des „Schwarzen Auges“, fortgeschrieben wird, entwickeln oft eine eigene Dynamik. Vor allem erlauben sie den Autoren mehr Freiheiten, den Hintergrund mit den vorgegebenen Elementen nach ihrem Gutdünken zu gestalten. Zu dieser Art von Romanen gehören auch die von Dietmar Preuß, der nun zum dritten Mal zu seinen Helden Beolf und Sidra zurückkehrt. Beide müssen diesmal ihren Wehrhof Hohenhag verlassen und dem Ruf ihres Lehnsherrn folgen. Ganz offensichtlich braucht er ihre Hilfe wegen einer Krankheit, die sich immer weiter ausbreitet. Vor allem Sidra hat ein mulmiges Gefühl, und das wird besonders stark, als die beiden kurz vor der Burg an einem Galgen einen aufgehängten Wolf entdecken. Sie ahnen, dass hier etwas nicht mit rechten Dingen zugeht und vermutlich sogar übernatürliche Mächte ihre Hände im Spiel haben.

Und richtig: Freiherr Nymmir von Waldsteyn verhält sich sehr dubios. Normal ist ja noch, dass er die als ausgezeichnete Heilerin bekannte Sidra bittet, etwas gegen die Krankheit zu unternehmen, aber es wird seltsam, als er Beolf mit zwölf Kriegern ausschickt, um die nahegelegene Baronie Aare zu erobern, die zwar zum Mittelreich und dem Herzogtum Weiden gehört, aber nur über sein Land betreten werden kann. Dort soll schon seit einigen Jahren eine wahnsinnige Hexe hausen, die das Land verflucht und möglicherweise einen Bund mit einem Dämon eingegangen ist.

Während sich der Wersasse auf den Weg macht, um seine Aufgabe zu erfüllen, muss sich Sidra nicht nur mit Symptomen herumschlagen, die sie so noch nicht gesehen hat, sondern auch mit einem lüsternen Praiosgeweihten, der sich zwar wie ein Inquisitor aufspielt, aber weit davon entfernt ist, im Namen seines Herrn zu handeln. Glücklicherweise erhält sie bald Hilfe und Rat von einer anderen Hexe, erfährt aber auch, dass alles schlimmer ist, als es auf den ersten Blick ausgesehen hat. Schön ist, dass Dietmar Preuß seine Romane um Beolf und Sidra so hält, dass sie unabhängig voneinander zu lesen sind. Man begegnet zwar immer wieder einigen Figuren aus „Hohenhag“ oder aus „Die rote Bache“, aber sie haben nicht mehr als Cameo-Auftritte und beweisen, dass der Autor sie nicht vergessen hat. Ansonsten spinnt er eine solide, wenn auch nicht herausragende Abenteuergeschichte, die diesmal zwar sehr spannend anfängt, leider jedoch immer mehr nachlässt, je mehr sie sich dem Ende nähert.

Das liegt einerseits an der blassen Feindin, die zwar einen interessanten Ansatz hat – eine junge ehrgeizige Hexe, die sich aus Angst dem Bösen ergibt -, er diese Dramatik aber nicht sonderlich ausschöpft, da seine Protagonistin sich viel zu schnell mit allem abfindet und am Ende immer nur noch mehr von Hass zerfressen wird. Andererseits ist die Auflösung dann doch enttäuschend einfach. Allein die Hauptfiguren bleiben überzeugend und das, was sie schon immer waren: bodenständige Charaktere, die sehr pragmatisch handeln und ihre Kräfte und Fähigkeiten klug genug einzusetzen wissen, ohne sich zu übernehmen. Alles in allem lässt sich „Die Paktiererin“ zwar gut lesen, aber am Ende bleibt man gerade als erfahrener Leser ein wenig enttäuscht zurück, da der Autor aus einigen Elementen der Geschichte – wie der tragischen Story der Gegenspielerin – doch ein wenig mehr hätte machen können.

Copyright © 2010 by Christel Scheja (CS)

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