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neuauflage

Archiv für Februar, 2012

Die Herrschaft der Drachen

Erstellt von Werner Karl am 29. Februar 2012

J. Robert King
Die Herrschaft der Drachen
GuildWars 2

(sfbentry)
Guild Wars: Edge of Destiny, USA, 01/2011
Panini, Stuttgart, 04/2011
PB mit Klappbroschur, Fantasy, Adventure
ISBN 978-3-8332-2237-5
Aus dem Amerikanischen von Tobias Toneguzzo und Andreas Kasprzak
Titelgestaltung von tab indivisuell, Stuttgart unter Verwendung einer Illustration von Kekai Kotkai

www.paninicomics.de/
www.guildwars2news.de/
www.jrobertking.com/  
www.kekaiart.com/

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Fast 200 Jahre  ist es her, dass Primordus, der erste der großen Drachen, erwachte und anfing, Angst und Schrecken in Tyria zu verbreiten. Ihm folgten Jormag, der alte Eisdrache, der das Volk der Nornen aus seiner Heimat vertrieb, und Zhaitan, der Untotendrache. Eine dunkle Zeit begann, in der sich alle Völker der Wut und Grausamkeit dieser Wesen beugen mussten, denn keiner konnte sie bezwingen. Viele Helden versuchten es, doch ein jeder von ihnen fand den Tod und stärkte damit die Macht der Monster. Und so kam es, dass nach und nach alle resignierten und nur noch Betrunkene oder Narren den Kampf wagten.

Bis zu jenem schicksalhaften Tag, als die junge Norn-Bildhauerin Eir Stegalkin beschließt,  die Schreckensherrschaft der Drachen nicht weiter zu akzeptieren. Sie macht sich auf den Weg, eine Heldengruppe zusammenzustellen, wie die Welt sie zuvor noch nie gesehen hat. Zusammen mit den Asura-Wissenschaftlern Snaff und Zojia, dem Charr-Krieger Rytlock, dem Menschensöldner Logan und Caithe, der Sylvari, beginnt sie einen erbitterten Kampf gegen die Truppen der Drachen. Tatsächlich gelingt es den Abenteurern, sich als Heldentruppe Klinge des Schicksals einen Namen zu machen und einige Siege zu erzielen, denn noch nie wurden die Fähigkeiten so vieler unterschiedlicher Völker in einer Gruppe vereint. Doch werden ihre Kräfte auch ausreichen, wenigstens einen der großen Drachen zu bezwingen?

Die „Herrschaft der Drachen“ des amerikanischen Autors und Spiele-Designers J. Robert King ist das zweite Buch einer sich derzeit in Arbeit befindlichen Romanserie, die auf den beliebten „GuildWars“-Onlinerollenspielen basiert. Allerdings handelt es sich hierbei um ein eigenständiges Werk, das nicht den ersten Band fortsetzt, sondern eine unabhängige Geschichte erzählt. Eine Karte und eine Zeittafel am Anfang des Buches geben einen schnellen Überblick über die Welt Tyria und ermöglichen so auch dem „GuildWars“ unkundigen Menschen, sich schnell und unkompliziert in das ihm fremde Spiel-Universum einzufinden. Mit dem Prolog wird man als Leser dann auch schon mitten in die Geschichte um die ungewöhnliche Heldentruppe geworfen, in der es natürlich für Fans der Spiele eine Menge zu entdecken und wiederzuerkennen gibt.

Die detailreichen Charakter- und Völkerbeschreibungen orientieren sich sehr eng an den Rassen und der Heldenklassen der Spielwelt. Durch ihre treffenden, oft amüsanten Dialoge gelingt es dem Autoren aber, ihnen die nötige Individualität einhauchen, so dass sie schnell mehr werden als bloße Abbilder standardisierter Spielfiguren. Doch nicht nur die Beschreibungen, auch der Erzählfluss orientiert sich eng am Computerspiel. Levelartig durchlaufen die Helden ihre Kämpfe, nutzen Sprungtore, um sich schnell von einem Ziel zum nächsten zu bewegen, und erhalten immer wieder neue ‚Questen‘ von Nebenfiguren. Ein Umstand, der den Fans der Spiele sehr gefallen dürfte, der Nichtkennern von „GuildWars“ jedoch wenig zusagen wird. Denn gerade die vielen aneinandergereihten Kampfszenen im Zwischenteil erscheinen irgendwann zu wenig abwechslungsreich und zu vorhersehbar, als dass sich echte Spannung aufbauen könnte.

Erst im letzten Viertel schafft der Autor es, das Ruder wieder herumzureißen und seine Geschichte noch einmal richtig interessant zu machen. Das Ende überrascht dann mit einer so absolut unerwarteten Wendung, dass man sich sogar wünscht, die Geschichte würde noch weiter gehen. Alles in allem ist „Die Herrschaft der Drachen“ also eher ein Buch für alle die, die die „GuildWars“-Computerspiele kennen und mögen, da es für Nichtspieler, die die vielen Anspielungen und Referenzen nicht verstehen können, höchstens ein durchschnittlicher Fantasy-Roman mit ein paar Längen im Mittelteil  ist.

Copyright © 2012 by Birgit Scherpe (BS)

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

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Asiya – Legenden Taboreas

Erstellt von Werner Karl am 29. Februar 2012

Michael T. Bhatty
Asiya – Legenden Taboreas
Runes of Magic 2

(sfbentry)
Panini Books, Stuttgart, 04/2011
TB, Game, Fantasy
ISBN 978-3-8332-2239-9
Titelgestaltung von tab indivisuell, Stuttgart

www.paninicomics.de/videogame
www.runesofmagic.com/
www.michael-bhatty.de/

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Asiya, die Hohepriesterin, hat es nicht leicht. Gestorben und wiederbelebt, ist sie nicht mehr die Alte. Und es kommt noch schlimmer, denn Fanatiker entführen die junge Frau – ohne dass diese begreift, worum es eigentlich geht. Natürlich machen sich ihre Freunde, darunter Shareena, sofort auf, um Asiya aus den Fängen der Entführer zu befreien. Sie begreifen: Es geht um Rache, Dämonen und einen Krieg, den es um jeden Preis zu verhindern gilt. Und so begeben sie sich ins Abenteuer, nicht wissend, welche Gefahren lauern …

„Runes of Magic“ dürfte eines der erfolgreichsten Free2Play-MMOs in Deutschland sein. Eigentlich aus Asien kommend, wurde es doch sehr gut für den europäischen Spieler angepasst und lockt so unzählige Gamer in die geheimnisvolle Welt Taborea. Es ist wohl kein Wunder, dass nun auch Bücher erscheinen, die Geschichten aus jener Welt voll Magie, Fantasy und beeindruckenden Szenen entstehen. Zugegeben – auch der Schreiber dieser Rezension ist hin und wieder in den Weiten Taboreas unterwegs …

Nun ist es bei Romanen zu Videospielen immer so eine Sache. Die Spieler erleben ihre eigenen Abenteuer, die sich nicht immer in den Geschichten wiederfinden. Leser, die mit dem Spiel an sich nichts am Hut haben, fühlen sich abgeschreckt, fürchten sie doch, die Handlung und die Plätze nicht zu verstehen. Eine Furcht, die nicht immer unbegründet ist. Der Autor des vorliegenden Romans hat in diesem Bezug alles richtig gemacht – Spieler finden sich sofort in der Welt zurecht, Leser ohne Spieleerfahrung erleben eine für sie neue, aber gut beschriebene Fantasy-Welt. Eine Karte zu Beginn des Romans hilft zudem, sich zurechtzufinden. Gleichzeitig aber eine Warnung – dies ist der zweite Band der Reihe. Die Protagonisten werden bereits im ersten Band – „Shareena – Helden aus Taborea“ – vorgestellt. Bhatty setzt sie daher nun als bekannt voraus. Wer den ersten Band nicht kennt, sollte diesen zuerst lesen!

Wie bereits der Vorgänger ist auch „Asiya – Legenden Taboreas“ ein gelungenes Stück Fantasy. Spannend, teilweise humorvoll und trotz der erklecklichen Seitenzahl niemals langweilig. Der Autor versteht es, die Leser tief in die Abenteuer eintauchen zu lassen. Mit seinem angenehmen Schreibstil scheut er sich auch nicht, auf Emotionen einzugehen, gleichzeitig aber auch Schlachten recht hart und deutlich zu beschreiben. Die Vorgabe des Verlages – ab 12 Jahre – halte ich persönlich daher für ein wenig zu niedrig gegriffen; auch wenn der Band nie zu einer Splatter-Orgie verkommt.

Das Cover ist stimmig, die Verarbeitung gewohnt gut. Leser, die Fantasy mögen, können mit dieser Reihe nichts falsch machen; auch dann, wenn sie noch keinen Fuß auf den Grund und Boden Taboreas gesetzt haben. Wobei ich dies jedem Leser dieser Rezension ans Herz legen möchte – das Spiel ist kostenlos, man geht also bei vorhandener DSL-Flat kein Risiko ein. Zudem das Buch ein Goody enthält: Zwischen den Seiten findet man eine Karte mit einem Code für ein permanentes Reittier; einen geflügelten Löwen. Dieses Mount (Fachsprache für persönliche Reittiere) steht einem dauerhaft zur Verfügung. Somit bietet dieses Buch für Spieler einen tollen Mehrwert.

„Runes of Magic“ bietet spannende Fantasy für alle, mit dem besonderen Kick und Mehrwert für Spieler und solche, die es werden wollen. Was will man mehr?

Copyright © 2012 by Gunter Arentzen (GA)

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

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Die verräterische Flasche

Erstellt von Michael Drewniok am 28. Februar 2012

Ellery Queen
Die verräterische Flasche


(sfbentry)
Originaltitel: Calendar of Crime (Boston : Little, Brown & Co. 1952/London : Victor Gollancz 1952)
Übersetzung: Heinz F. Kliem
Deutsche Erstveröffentlichung: 1959 (Humanitas Verlag/Blau-Gelb Kriminalromane 32)
160 S.
[keine ISBN]

Titel bei Amazon.de

Das geschieht:

Der Alltag des Privatdetektivs Ellery Queen wird in Kurzgeschichten nachgezeichnet. Beileibe nicht immer steht Mord im Mittelpunkt; stattdessen gilt es, ausgeklügelte Schurkentaten aufzuklären:

- Die verräterische Flasche (The Telltale Bottle, 1946): Statt seiner Begleiterin stolz den Hergang eines Verbrechens zu erläutern, hätte Ellery Queen darauf achten sollen, wer ihm außerdem zuhört.

- Der Sturz des Engels (The Fallen Angel, 1951): Nicht immer geschieht ein Mord, wenn der tödliche Schuss fällt, wie Ellery Queen durch intensive Indizien-Deutung nachweist und einen gar zu geschickten Täter entlarvt.

- Das Nadelöhr (The Needle’s Eye, 1951): Die Schatzsuche auf einer ehemaligen Pirateninsel wird für Ellery Queen zur Fahndung nach einem sehr gegenwärtigen Mörder.

- Die drei Buchstaben (The Three R‘s, 1946): Die Klärung der Frage, warum der exzentrische Professor verschwand, als er an seinem ersten Kriminalroman schrieb, wird für Ellery Queen auf mehreren Ebenen zur Herausforderung.

- Der tote Kater (The Dead Cat, 1946): Nur Ellery Queen findet heraus, wie es dem Mörder gelang, im Dunkeln unbemerkt durch ein Zimmer voller Menschen zum Tatort zu schleichen.

- Die Puppe des Dauphin (The Dauphin’s Doll, 1948): Ausgerechnet zu Weihnachten misst sich Ellery Queen mit einem Juwelendieb, der ihn öffentlich herausgefordert hat.

Ein Detektiv geht auf Sendung

Die Vettern Frederic Dannay und Manfred Bennington Lee, verbargen sich höchstens in ihren ersten Schriftstellerjahre hinter dem Pseudonym „Ellery Queen“, das später eher als Markenzeichen diente. Dem entsprach die Geschäftstüchtigkeit des Autorenduos, das von Anfang an interessiert war, die Beliebtheit des Detektivs und die Einkünfte zu steigern. Deshalb waren Dannay & Lee gern bereit, Ellery Queen für die beiden Massenmedien Radio und Kino zu rekrutieren.

Berühmte Detektive tauchten dort seit den 1930er Jahren verstärkt auf. Während ihre Verfasser jedoch höchstens den lukrativen Namen verkauften, behielten die Vettern ihre Figur fest in der Hand. Sie beschäftigten sich intensiv mit den Formaten Hörspiel und Drehbuch und wurden schließlich selbst aktiv. Auf diese Weise konnten sie Qualität und Integrität der Romane bewahren.

Die Hörspiele der Serie „The Adventures of Ellery Queen“, die zwischen 1939 und 1948 ausgestrahlt wurden, schrieben ebenfalls Dannay & Lee. Der Titel kam nicht von ungefähr. Das Radio war kein Ort für allzu kunstvoll verrätselte Fälle. Ellery Queen musste stärker in den Mittelpunkt gestellt und als Figur deutlicher herausgearbeitet werden. Behutsam betonten Dannay & Lee eine durchaus bereits in den Romanen durchschimmernde Abenteuerlust. Dieser Ellery Queen war dynamisch und legte bei seinen Ermittlungen ein höheres Tempo vor, ohne dabei gegen die Regeln des Kriminalromans zu verstoßen.

Dem Radio verdanken wir auch eine Frau an Ellerys Seite. Nikki Porter ist seine Sekretärin, sein Watson und womöglich seine Bettgenossin; der moralisierende Zeitgeist gestattete dem Detektiv, der unverheiratet und dadurch ‚begehrenswerter‘ bleiben musste, jedoch keine Lebensgefährtin. So wurde auch weibliches Publikum durch eine Identifikationsfigur an das Programm gebunden.

Aus dem Ohr zurück auf das Papier

Dannay & Lee waren ökonomisch arbeitende Autoren. Nachdem ihre Hörspiele gesendet waren, griffen sie gern auf die Vorlagen zurück und schrieben sie zu Kurzgeschichten um. Diese erschienen zunächst in dem 1941 gegründeten „Ellery Queen Mystery Magazine“, dem Dannay vier Jahrzehnte als Herausgeber vorstand (und das noch heute erscheint). In einer weiteren Inkarnation wurden die Storys gesammelt und in Buchform herausgegeben.

Zwölf dieser Geschichten bildeten 1952 den „Calendar of Crime“: Ein typisches Jahr im Leben des Privatdetektivs Ellery Queen wurde episodisch nachgezeichnet – ein geschickter Trick, der den Recycling-Faktor dieser Neuveröffentlichung abschwächte. (Womöglich ließen sich Dannay & Lee dabei von ihrer Kollegin Agatha Christie inspirieren, die 1947 zwölf Storys mit ihrem Detektiv Hercule Poirot unter dem Titel „Die zwölf Arbeiten des Herkules“ neu herausgegeben hatte.)

Die Storys nahmen die Verkürzung des Hörspiels auf – und sie bekam ihnen gut: Während die Ellery-Queen-Romanen nach 1940 oft unter einem Zuviel an emotionalem Seifenschaum litten, mussten entsprechende Love-Story-Herz/Schmerz-Exzesse in den Kurzgeschichten unterbleiben. Zwar überlebte Nikki Porter auch in den gedruckten Storys, aber sie blieb nur Beiwerk. Im Mittelpunkt stand der jeweilige Kriminalfall.

Geniale Fälle im Schnelldurchgang

Die Kalender-Storys zeigen Dannay & Lee auf dem Höhepunkt ihrer Schaffenskraft. Höchstens „Die verräterische Flasche“ fällt aus dem Rahmen, weil es hier nicht um die Lösung eines Falls geht, sondern ein Fall von Künstlerpech aufgedeckt wird, gegen das auch ein Ellery Queen nicht gefeit ist. Diese Geschichte ist auf ein zwar spannendes aber vor allem überraschendes bzw. humorvolles Finale getrimmt – und beweist dabei, dass Dannay & Lee auf diesem Gebiet keine Meister waren. Das bestätigt auch „Die drei Buchstaben“. Diese Geschichte funktioniert dort, wo sie Queen dabei folgt, wie er Indizien sucht, findet und zu einer so vom Leser nicht erwarteten Wahrheit zusammensetzt. Leider soll auch hier die Auflösung witzig sein, was Anno 1946 möglicherweise tatsächlich so empfunden wurde.

In seinem Element ist Ellery Queen, sobald er ‚richtige‘ Ganoven jagt. „Der Sturz des Engels“ fasziniert nicht nur durch eine fundierte Spurensuche, sondern wird noch interessanter durch die Tatsache, dass die von Queen entdeckten Indizien einfallsreich manipuliert wurden. Erst weitere, vom Täter übersehene Spuren lassen Queen den Braten riechen.

Einem ähnlichen Konzept folgt „Das Nadelöhr“. Hier steigern Dannay & Lee den Unterhaltungswert, indem sie die Handlung auf eine Insel verlegen. Zu allem Überfluss trieb hier einst der legendäre Piratenkapitän Kidd sein Unwesen und vergrub womöglich einen Schatz. Diese von den Autoren kurz aber präzise geschilderte Vorgeschichte bereitet den Boden für eine erste Überraschung: Sehr gegenwärtige Strolche gehen auf der Insel um, die Ellery Queen zwecks Vertuschung ihrer Taten instrumentalisieren wollen.

Faszination der Vergangenheit

Auch in „Die Puppe des Dauphin“ greifen Dannay & Lee ein historisches Rätsel auf. Genannte Puppe ist das tragische Relikt einer gruseligen Vergangenheit. Da sie zudem einen hohen Wert besitzt, erregt sie das Interesse eines Meisterdiebes, der Ellery Queen, der die Puppe bewachen soll, herausfordert. Schon dieser ironische Verweis auf die 1948 eigentlich längst vergangene Ära genialer, an Planung und Tatumsetzung mehr als an der Beute interessierter „Gentleman-Verbrecher“ deutet an, dass diese Geschichte nicht gar zu ernst genommen werden sollte. In der Tat ist „Die Puppe des Dauphin“ eine Weihnachtsgeschichte mit allen entsprechenden Elementen bzw. Klischees, die von den Autoren genüsslich und gelungen beschworen werden und in der niemand zu Schaden kommt.

Dagegen ist „Der tote Kater“ ein ‚ernstes‘ Miniatur-Psycho-Drama. Der Kriminalfall als solcher ist reizvoll – ein „locked-door-mystery“, bei dem sich nicht nur das Opfer, sondern auch die potenziellen Täter und der Detektiv in ein und demselben Raum befinden. Leider bedienen Dannay & Lee zur Begründung der Tat ein Frauenbild, das zeitgenössisch sein mag, aus heutiger Sicht jedoch zu stark auf Hysterie und weibliche Gefühlsduseligkeit setzt.

Nichtsdestotrotz zeigen diese sechs Storys, dass und wieso Ellery Queen auch in der kurzen Geschichte seine Leser fesseln kann. In Deutschland wurde der „Calendar“ nur einmal und in zwei Teilen (s. u.) veröffentlicht. Dies ist schon sehr lang her, was zumindest die gröbsten Kuriositäten einer in die Jahre gekommenen Übersetzung erklärt und entschuldigt, die des Lesers Geduld auf manche harte Probe stellt.

Krimineller Kalender in zwei Teilen

Wie viel zu üblich in Deutschland, wurde die Originalausgabe gekürzt, um sie in ein Verlagsschema zu pressen, das höchstens 160 Seiten pro Blau-Gelb-Kriminalroman gestattete. Wenigstens ging diese Praxis dieses Mal nicht an die Substanz der Texte. Stattdessen wurden sechs der ursprünglich zwölf Storys unterschlagen. Es fehlen:

- The Inner Circle (1947)
- The President’s Half Disme (1947)
- The Ides of Michael Magoon (1947)
- The Emperor’s Dice (1951)
- The Gettysburg Bugle (1951)
- The Medical Finger (1951)

Der zweite Teil des „Calendar of Crime“ wurde vier Jahre später übersetzt und veröffentlicht. Diese Sammlung erschien 1963 unter dem Titel „Der verhängnisvolle Ring“ im Sigbert-Mohn-Verlag als Signum-Kriminalroman Nr. 189.

Autoren

Mehr als vier Jahrzehnte umspannt die Karriere der Vettern Frederic Dannay (alias Daniel Nathan, 1905-1982) und Manfred Bennington Lee (alias Manford Lepofsky, 1905-1971), die 1928 im Rahmen eines Wettbewerbs mit „The Roman Hat Mystery“ als Kriminalroman-Autoren debütierten. Dieses war auch das erste Abenteuer des Gentleman-Ermittlers Ellery Queen, dem noch 25 weitere folgen sollten.

Dabei half natürlich die Fähigkeit, die Leserschaft mit den damals so beliebten, möglichst vertrackten Kriminalplots angenehm zu verwirren. Ein Schlüssel zum Erfolg war aber auch das Pseudonym. Ursprünglich hatten es Dannay und Lee erfunden, weil dies eine Bedingung des besagten Wettbewerbs war. Ohne Absicht hatten sie damit den Stein der Weisen gefunden: Das Publikum verinnerlichte sogleich die scheinbare Identität des ‚realen‘ Schriftstellers Ellery Queen mit dem Amateur-Detektiv Ellery Queen, der sich wiederum seinen Lebensunterhalt als Autor von Kriminalromanen verdient!

In den späteren Jahren verbarg das Markenzeichen Queen zudem, dass hinter den Kulissen zunehmend andere Verfasser tätig wurden. Lee wurde Anfang der 60er Jahre schwer krank und litt an einer Schreibblockade, Dannay gingen allmählich die Ideen aus, während die Leser nach neuen Abenteuern verlangten. Daher wurden viele der neuen Romane unter der mehr oder weniger straffen Anleitung der Cousins von Ghostwritern geschrieben.

Wer sich über Ellery Queen – den (fiktiven) Detektiv wie das (reale) Autoren-Duo – informieren möchte, stößt im Internet auf eine wahre Flut einschlägiger Websites, die ihrerseits eindrucksvoll vom Status dieses Krimihelden künden. Vielleicht die schönste findet sich hier: eine Fundgrube für alle möglichen und unmöglichen Queenarien.

[md]

Titel bei Amazon.de

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Liebespaare des Mittelalters

Erstellt von Werner Karl am 28. Februar 2012

Volker Mertens
Liebespaare des Mittelalters

Jan Thorbecke Verlag der Schwabenverlag AG, Ostfildern, 09/2011
HC, Belletristik/Sachbuch, Literatur- & Kulturgeschichte
ISBN 978-3-7995-0896-4
Titelgestaltung von Finken & Bumiller; Druck und Einband von Gorenjski Tisk, Kranj
Zahlreiche Abbildungen in Farbe und Vignetten aus verschiedenen Quellen

www.thorbecke.de

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Viele oft tragische Liebesgeschichten aus dem Mittelalter, die teils auf wahren Begebenheiten beruhen, teils Fiktionen sind, haben bis in die heutige Zeit überdauert. Noch immer dienen sie zeitgenössischen Autoren als Quell der Inspiration für eigene Werke oder für modernisierte Nacherzählungen. Der Germanist Volker Mertens, Jahrgang 1937, der zuletzt an der FU Berlin als Professor für Ältere deutsche Literatur und Sprache tätig war, wählte einige der bekanntesten und auch einige weniger bekannte „Liebespaare des Mittelalters“ aus und erzählt ihre Geschichte kurz und unterhaltsam, versehen mit interessanten Anmerkungen und Erklärungen. Aufgelockert werden die Texte von zahlreichen Farbtafeln mit Buchillustrationen und Malereien, die sich auf die jeweilige Geschichte beziehen.

Sicher jedem bekannt sind „Tristan und Isolde“, „Lancelot und Ginevra“, „Heloise und Abaelard“, „Siegfried und Kriemhild“ sowie „Agnes Bernauer und Herzog Albrecht“, während man von „Wis und Ramin“, „Leila und Madschnun“, Jaufré Rudel und Melisande von Tripolis“, „Oswald und Margarete“ und „Amelia und Lasarus“ eher noch nie gehört hat. In Folge bietet der Band eine Mischung aus vertrauten Erzählungen, die sich von den Texten, die man anderswo gelesen hat, unterscheiden können, und sehr vielen neu anmutenden Geschichten. Selbst wenn sich manche Inhalte ähneln, sind sie doch nicht gleich, denn was bei denen einen zum Untergang führt, rettet die anderen, mal werden die göttlichen und ständischen Gesetze zum Maß aller Dinge erhoben, dann wieder die Liebe als die stärkste Macht bezeichnet. Man muss die Erzählungen im Kontext der Zeit sehen, in der sie entstanden – und hier liefert der Autor viele interessante Informationen und Erklärungen.

„Liebespaare des Mittelalters“ ist in erster Linie ein unterhaltsames Lesebuch mit überwiegend tragischen Liebesgeschichten aus vergangenen Jahrhunderten, die noch heute faszinieren. Der Band bietet viele Hintergrundinformationen, die das Verständnis der Texte erleichtern. Die Gestaltung ist sehr edel: Hardcover, hochwertiges Papier, rosa unterlegte Titelseiten mit Vignetten, rosa Zierleisten an der Seite und viele farbige Abbildungen. Am Ende findet sich ein Verzeichnis, welche Bücher dem Autor bei der Auswahl als Quellen dienten.

Leser, die sich für anspruchsvolle Literatur interessieren, werden viel Freude an diesem Titel haben, der sie in die romantische Prosa und Poesie des Mittelalters einführt.

Copyright © 2012 by Irene Salzmann (IS)

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

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Gottes Fahrrad und der himmlische Schal

Erstellt von Werner Karl am 28. Februar 2012

Sabine Hübner
Gottes Fahrrad und der himmlische Schal
Die schönsten Verhörer aus Weihnachtsliedern

Jan Thorbecke Verlag der Schwabenverlag AG, Ostfildern, 10/2011
HC im Kleinformat
Belletristik, Anekdote, Lyrik & Gesang, Humor
ISBN 978-3-7995-0714-1
Titelgestaltung und Illustrationen im Innenteil von Saskia Bannasch/Finken & Bumiller, Stuttgart

www.thorbecke.de
www.sabinehuebner.de
www.saskiabannasch.de

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Wer in Bayern lebt bzw. BR3 im Radio empfängt, kennt natürlich den „Verhörhammer“, Liedstellen, in denen man etwas völlig anderes zu hören glaubt, als tatsächlich gesungen wird, und vieles davon lässt einen schmunzeln wie die ‚goldene Spinne‘ in AC/DCs „Highway to Hell“ oder Lady Gagas Bedürfnis in „Paparazzi“, denn sie ‚will Plastik‘. Aber nicht nur englische Songs sind gut fürs Verhören oder eine Fehlinterpretation, sondern auch die deutschen Weihnachtslieder und Lyriken, die oft aus früheren Jahrhunderten stammen, dazu Satzkonstruktionen und Worte oder Formulierungen verwenden, die in der modernen Sprache kaum noch gebräuchlich, ja, gar nicht mehr üblich sind.

Vor allem Kinder nehmen die Texte häufig so hin, wie sie sie hören oder lernen – mit und ohne Fehler -, und wenn sie über die Bedeutung nachdenken, dann hilft ihnen die Phantasie meist zu einer annehmbaren Erklärung. Sabine Hübner sammelte für „Gottes Fahrrad und der himmlische Schal“ im Bekanntenkreis „Die schönsten Verhörer aus Weihnachtsliedern“ und Gedichten, die von Saskia Bannisch liebevoll mit passenden Illustrationen verziert wurden.

Wer einen Beitrag einreichte, erzählt kurz seine Anekdote, was er an einer bestimmten Stelle zu hören meinte oder wie er unverständliche Passagen zu deuten versuchte. Das entsprechende Lied oder Gedicht ist daneben (manchmal nur als Auszug) abgedruckt, so dass man vergleichen kann. Über so manchen Verhörer kann man lächeln. Aber das ist nicht der alleinige Zwecke des Büchleins, denn es soll auch Erinnerungen an früher und an Traditionen wecken, die immer mehr verloren gehen. Wer singt denn noch im Familienkreis unter dem Weihnachtsbaum, sagt ein Gedicht auf oder liest eine kurze Erzählung vor der Bescherung? Stattdessen wirft man bequem eine CD mit weihnachtlicher Musik ein, und die Geschenkschlacht beginnt.

Nach der Lektüre des Buches, die durchaus nostalgisch stimmt, hat man vielleicht doch Lust, es dieses Jahr anders zu machen – hat man doch die Texte in der Hand, beispielsweise von „Es ist ein Ros entsprungen“, „Kommet, ihr Hirten“, „O Heiland, reiß die Himmel auf u. a. m.

Copyright © 2012 by Irene Salzmann (IS)

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

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Die Tage der Bluegrass Liebe

Erstellt von Werner Karl am 27. Februar 2012

Edward Van de Vendel
Die Tage der Bluegrass Liebe
Bluegrass 1

(sfbentry)
De dagen van de bluegrassliefde, NL, 1999
Carlsen Verlag, Hamburg, 01/2008
PB mit Klappbroschur
Jugendbuch, Drama, Romance, Gay Romance
ISBN 978-3-551-58185-3
Aus dem Niederländischen von Rolf Erdorf
Titelgestaltung von Kerstin Schürmann, formlabor unter Verwendung eines Fotos von iStockphoto/Joe Augustine
Autorenfoto von José Chabel

www.carlsen.de

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Tycho sammelt bei einem Ferienjob beim Obstbauern außer dem nötigen Kleingeld für ein Flugticket auch seine erste Erfahrung mit dem anderen Geschlecht. Nina weiß, was sie will – und zeigt dies auch. Tycho wird von ihr vereinnahmt, ja, eingesaugt. Sie erobert sein Leben, und weil er sich eingeengt fühlt, trennt er sich von ihr. Nun ist er frei und kann endlich wieder aufatmen. In einem Feriencamp in den USA lernt Tycho Oliver kennen. Die jungen Männer fühlen sich sofort zueinander hingezogen und werden Freunde. Tycho empfindet bald mehr für Oliver, und dieser erwidert seine Gefühle. Das Leben ist wunderbar, doch es gibt immer noch das Schicksal, das einen anderen Weg für die Freunde vorgesehen hat.

Die Geschichte einer ganz großen Liebe zwischen zwei jungen Männern wird warmherzig und mit leichter Hand beschrieben. So können Leser jedweder Couleur ab 16 Jahre miterleben, wie sich aus der Freundschaft zwischen Oliver und Tycho eine Liebe entwickelt, die zwei Seelen zueinander finden lässt. Die charmanten Protagonisten wirken echt und sehr lebendig. Die Entscheidungen, die die beiden jungen Männer treffen, werden interessant erzählt und können sehr gut nachvollzogen werden. Wie ihre Liebe von Freunden und der Umgebung wahrgenommen und geprägt wird, wird ebenfalls geschildert.

„Die Tage der Bluegrass Liebe“ ist die Erzählung einer ganz großen Love-Story, wie sie nicht alltäglich zu finden ist. Der Autor Edward Van de Vendel, Jahrgang 1964, arbeitete zunächst als Lehrer und Schulleiter an einer Grundschule. „Die Tage der Bluegrass Liebe“ ist sein erstes Jugendbuch, das in den Niederlanden mit der Goldenen Feder ausgezeichnet wurde. Mit der Fortsetzung „Die langen Nächte der Stille“ wird die Geschichte um Tycho und Oliver weitererzählt. Diese Bücher und einige andere aus der Feder des Autors sind ebenfalls beim Carlsen Verlag erschienen.

Copyright © 2012 by Petra Weddehage (PW)

Titel erhältlich bei Buch24.de
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Himmlische Zeiten – Mit Kindern durch das Jahr

Erstellt von Werner Karl am 27. Februar 2012

Martina Steinkühler
Himmlische Zeiten – Mit Kindern durch das Jahr

Patmos Verlag der Schwabenverlag AG, Ostfildern, 10/2011
HC, Kinderbuch, Vorlesegeschichten, Spielen & Basteln, Religion
ISBN 978-3-8436-0095-8
Titel- und Illustrationen im Innenteil von Christof Tisch
Extra: 1 CD-ROM mit Zusatzmaterial und Vorlagen

www.patmos.de
www.martina-steinkuehler.de

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Viele Eltern möchten ihren Kindern frühzeitig die richtigen Werte vermitteln und sie vielleicht sogar aktiv im christlichen Glauben erziehen. Ganz in diesem Sinn ist das Kinderbuch „Himmlische Zeiten“ von Monika Steinkühler gehalten. Vor allem kleine Kinder im Kindergartenalter und Grundschüler werden durch einfache Geschichten, die Themen aus der „Bibel“ altersgerecht und zeitgenössisch erzählen, an Gott und den Glaube herangeführt. Die Eltern können täglich einen kleinen Text vorlesen bzw. Schüler selbst lesen lassen, Fragen beantworten und vielleicht auch bei den Spiel- und Bastelvorschlägen mitwirken. Jeden Abend eine Geschichte – dann reicht das Buch für rund 200 Tage. Idealerweise sollte man es schon jetzt kaufen und die gemeinsame Lektüre im Advent beginnen, denn mit diesem beginnt das Kirchenjahr. Bis Pfingsten und noch darüber hinaus finden sich lehrreiche und unterhaltsame Beiträge. Die Autorin gibt überdies den Eltern einige Tipps, wie sich das Buch nutzen lässt.

Die Geschichte Jesus‘ und anderer bekannter Personen aus der „Bibel“ wird nicht von einem neutralen Erzähler wiedergegeben, sondern aus der Sichtweise einiger Engel, die männlich und weiblich und etwa im selben Alter wie die Zielgruppe sind, so dass beide Geschlechter angesprochen werden und sich vor allem Mädchen nicht durch die patriarchalisch strukturierten „Bibel“-Bücher und die (katholische) Kirche ausgegrenzt fühlen. Außerdem erlaubte sich die Autorin den Kunstgriff, einige Passagen zu glätten oder ganz auszulassen, mit denen so junge Leser und Zuhörer wenig anfangen können und auf die auch Erwachsene keine zufriedenstellenden Antworten wissen. Die Frage, wie Gott als liebender Vater seinen eigenen Sohn opfern konnte, lässt sich genauso schwer erklären wie der Sinn der nachträglichen Ausschmückung historisch belegter Daten durch den Volksmund.

Auf die gelegentliche Vereinfachungen und ihre Gründe wird ebenso hingewiesen wie auf interessante „Bibel“-Stellen, an der man das, was man gerade gehört hat, genauer nachlesen kann. Es wird empfohlen, die Themen zu diskutieren und es den Kindern zu ermöglichen, sich eine eigene Meinung zu bilden. Sicher besonders viel Freude bereiten die Kreativ-Tipps: Malen, Basteln, Spielen, Kochen und Backen etc. – die Autorin hat sich eine Menge einfallen lassen, immer abgestimmt auf das Thema. Mit der beiliegenden CD-ROM kann man die Vorlagen und Anleitungen ausdrucken und muss nicht ins Buch schreiben. Der Band wurde liebevoll von Christof Tisch illustriert. Es gibt keine Doppelseite, auf der sich nicht mindestens eine bunte Zeichnung oder eine Vignette/Symbol befindet. Auch das verdeutlicht, dass sich das Buch an Kinder im Alter von 4 – 10 Jahre wendet, die hören, sehen und aktiv sein wollen.

„Himmlische Zeiten“ ist ein schönes, an christlichen Werten orientiertes und pädagogisch wertvolles (Vor-) Lesebuch für Kinder im Vor- und Grundschulalter, das auf nachvollziehbare Weise vom Leben und Leiden Jesus‘ erzählt, einige der wichtigsten „Bibel“-Stellen erklärt und darüber hinaus viele weitere Informationen und unterhaltsame Kreativ-Ideen bietet. Der großformatige Band ist ansprechend gestaltet und illustriert und wird durch die beiliegende CD-ROM abgerundet. Eltern, Großeltern, Paten …, wer ein geeignetes Mitbringsel – und nicht die xte Puppe, das xte PS-Game o. ä. – sucht, sollte sich dieses Buch einmal anschauen.

Copyright © 2012 by Irene Salzmann (IS)

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

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Solo für einen Kannibalen

Erstellt von Michael Drewniok am 26. Februar 2012

David A. Sutton (Hg.)
Solo für einen Kannibalen

(sfbentry)
Originaltitel: New Writings in Horror and the Supernatural: No. 1 (London : Sphere Books 1971)
Übersetzung: Helmut Pesch
Deutsche Erstausgabe: Oktober 1976 (Erich Pabel Verlag/Vampir-Taschenbuch 40)
145 Seiten
2,80 DM
[keine ISBN]

Titel bei Booklooker.de
Titel bei Amazon.de

Das geschieht:

1971 schrieben neun Autoren exklusiv für diese Anthologie Horrorgeschichten, die ausdrücklich in der Gegenwart angesiedelt sind:

- Robin Smyth: Der unrühmliche Aufstieg des Katzenfleischhändlers (The Inglorious Rise of the Catsmeat Man): Das Geschäft läuft gut, bis Mama sich in die Hauptzutat verliebt.

- David Compton: Satansbrut (Goat): Mit gutem Grund hasst jeder den alten Goat, doch leider steht er mit dem Teufel im Bund, was Rache gefährlich werden lässt.

- E. C. Tubb: Der letzte Hexensabbat (The Winner): Die Rekonstruktion eines klassischen Sabbats gelingt, wie der Auftritt eines höllischen Überraschungsgastes demonstriert.

- Kenneth Bulmer: Grabschmaus (Under the Tombstone): Auf der Suche nach einem Nervenkitzel gerät eine Gruppe gelangweilten Jungvolks nicht zufällig auf einen Friedhof.

- David A. Riley: Der Eroberer (The Farmhouse): Was der grausig geendete Künstler in dem alten Haus fand, wartet dort immer noch auf unvorsichtige Besucher.

- W. T. Webb: Hirngespinste (Phantasmagoria): Seiner Warnung vor dem Beginn einer Invasion aus der 7. Dimension will niemand Glauben schenken.

- Bryan Fortey: Tivoli-Terror (Prison): Auf dem Gelände eines verlassenen Vergnügungsparks hat eine bizarre, mörderische Parallel-Gesellschaft eingenistet.

- Julia Birley: Die Lauernden (The People Down Below): Beunruhigende Ereignisse werfen die Frage auf, ob die Etage unter der Wohnung tatsächlich leer steht.

- Michael G. Coney: Das Tal des Schicksals (The Hollow Where): Als er sein verpfuschtes Leben gegen seine Wunschexistenz austauschen kann, kommt Farmer Ed zu einer unerfreulichen Erkenntnis.

Die Vergangenheit der gruseligen Gegenwart

Seit jeher kämpft die Phantastik mit vielen Vorurteilen. Zu den weniger dramatischen gehört der Vorwurf, sie beschränke sich auf die Beschwörung längst altertümlich gewordener Schrecken. Vampire im schwarzen Umhang, Monster mit Elektroden im Hals, Trolle unter der Brücke: Was hatten diese Schreckgestalten einer abergläubischen Vergangenheit hoch im 20. Jahrhundert, das u. a. durch zwei Weltkriege nie gekannte Schrecken real werden ließ, für eine Existenzberechtigung?

Die Befürworter der Phantastik antworteten diesen Kritikern nicht nur mit Worten, sondern auch mit Taten. Sie standen richtig auf dem Standpunkt, dass der Horror – sei es in seiner rein unterhaltenden Form oder als spielerische Beschäftigung mit dem Grauen der Gegenwart – sehr wohl mit der Zeit gegangen war. Die alten Schreckgespenster hatten ihre Nischen gefunden, und neue, auf sehr moderne Weisen für Grusel sorgende Phantome hatten sich an ihre Seiten gestellt.

„New Writings in Horror and the Supernatural” lautete recht trocken aber dadurch beinahe akademisch der Titel einer Anthologie, die der noch junge und engagierte David A. Sutton 1971 herausgab. Er hatte eine Reihe aktuell aktiver Autoren angeschrieben und um exklusive Beiträge für eine Sammlung von Gruselgeschichten gebeten, die in der Gegenwart angesiedelt waren.

Hehres Ziel, harte Realität

Man sollte allerdings dieses Projekt literarisch nicht gar zu hoch aufhängen. „New Writings …“ erschien als kaum 160-seitiges Taschenbuch und wurde von einem nur mäßig engagierten Verlag im Gesamtprogramm versteckt. Ernüchtern musste auch die Qualität der eingegangenen Storys, die sich in der Regel reiner Horror-Routinen bedienten. Erstaunen konnte dies eigentlich nicht, da auf Suttons Liste einige zeitgenössische Fließband-Autoren standen.

Zu ihnen gehörte Edwin Charles Tubb (1919-2010), der sich im Laufe eines mehr als ein halbes Jahrhundert währenden Vielschreiber-Laufbahn ca. 50 Pseudonyme bediente. Allein seine 1967 begonnene Serie um den raumfahrenden Abenteurer Earl Dumarest umfasst 37 Bände. „Der letzte Hexensabbat“ ist eine unfertig wirkende, wohl aus dem Ärmel des Schreibarms geschüttelte Story, die unerhört aufwändig von den Vorbereitung besagten Sabbats durch junge, bilderstürmerische Filmleute erzählt; mit einem simplen Schlussgag bricht die Story plötzlich ab und lässt den Leser irritiert zurück.

Von der Erzählstruktur gelungener aber inhaltlich hart zwischen Schreibökonomie und Flachsinn manövrierend ist „Grabschmaus“ von Henry Kenneth Bulmer (1921-2005), der sogar noch produktiver als Tubb war und diesen u. a. (als „Alan Burt Akers“) mit einer 53-bändigen Serie um den Seemann Dray Prescott, der auf fremden Planeten aufregende Abenteuer erlebte, in den Schatten stellt. Auch seine Story ist auf ihren Finaleffekt getrimmt, der sich freilich allzu früh ankündigt und höchstens durch den Verzicht auf die üblichen Verdächtigen – Vampire und Ghule – überrascht.

Neue Zeiten mit losen Sitten

Schon in diesen beiden Storys fällt ein deutlicher Anstieg der Spannungsfaktoren Gewalt bzw. Ekel und Sex auf. 1971 war (scheinbar) Schluss mit dem schattenhaften Spuk. Das Jenseits manifestierte sich nun handfest und äußerte einst nur verschämt angedeutete Begierden mit nie gekannter Deutlichkeit. Schnell entstanden neue Klischees: Junge Frauen – immer noch „Mädchen“ genannt – kleiden sich aufreizend und sind willig, junge Männer rücksichtslos und ungehobelt, und alle zusammen sind sie geil und potenziell gefährlich: Aus den „Rebellen“ der 1950er Jahre wurden für eine konservative, vorurteilsreiche, erschrockene Gesellschaft die „Chaoten“ der (nicht nur) „Swinging Sixties“. Bryan Forteys „Tivoli-Terror“ erschien 1971. In diesem Jahr kam Stanley Kubricks „Uhrwerk Orange“ in die Kinos, der grandios auf die Spitze trieb, was Fortey höchstens andeutete bzw. als simplen Schauereffekt für seine Story ausbeutete.

Wie eine moderne und sich dabei nicht an angebliche Moralverstöße anbiedernde Geschichte aussehen konnte, zeigte Robin Smyth alias Robbie Smith, der 1971 ein überaus aktiver Autor war und hauptsächlich Hörspiele für das Radio und Drehbücher für das Fernsehen schrieb. „Der unrühmliche Aufstieg des Katzenfleischhändlers“ ist geschmacklos aber witzig; die nicht nur kannibalischen, sondern auch inzestösen Elemente der vollständig gespensterfreien Handlung werden ebenso drastisch wie elegant in ihren Dienst gestellt; ein wenig fühlt man sich sogar an Lord Dunsany und – sicher nicht unbeabsichtigt – seinen kleinen, fiesen Klassiker „Zwei Flaschen Würze“ (1932) erinnert.

Mit dieser Reminiszenz fährt Smith deutlich besser als David A. Riley (*1951), der ein wenig inspiriertes H.-P.-Lovecraft-Pastiche vorlegt. David Guy Compton (*1930) bleibt sehr klassisch; seine „Satansbrut“ könnte auch im Jahre 1871 problemlos funktionieren, da sich der Verfasser klug auf das Wesentliche beschränkt und den menschlichen Faktor des Phänomens Horror betont: Bosheit ist ein besserer Zünder für Gräueltaten als übernatürliches Wirken, das deshalb oft nur begleitend oder die Untat ausführend geschildert wird.

Ebenso gern gesellt sich zum Grauen der Wahnsinn; er sollte jedoch – siehe Robin Smyth – effektvoller ausgereizt werden als in der müden, einmal mehr auf einen finalen Knalleffekt ausgerichteten Story von W. T. Webb. Julia Birley (*1928) macht es besser: Der Absturz in den Wahn ist bei ihr ein langsamer Prozess, der logisch in einen blutigen Höhepunkt mündet.

Aus dem Rahmen dieser Sammlung bzw. diese dadurch ergänzend fällt die Erzählung von Michael G. Coney (1932-2005). Horror wird bei ihm zur Phantastik, Gewalt und plakatives Grauen fallen aus und werden durch Stimmung ersetzt. Das Ergebnis überzeugt und straft den (deutschen) Titel Lügen: Diese Sammlung bietet mehr als das Splatter-Solo eines Kannibalen.

Deutscher Horror-Fan – dummer Horror-Fan

„New Writings in Horror and the Supernatural” erschien 1976 in Deutschland. Ein mögliches Wiedererkennen wurde erschwert, indem der Sammlung u. a. ein denkbar schwachsinniger Titel aufgeprägt wurde: Sicherlich konnte keiner der intellektuell auf Kurzrasenniveau vegetierenden deutschen Grusel-Leser einem Locktitel wie „Solo für einen Kannibalen“ widerstehen! Ein entsprechendes, also mit dem Inhalt überhaupt nicht in Beziehung zu bringendes (aber schön buntes) Titelbild rundete den gewünschten Trash-Eindruck ab.

Da der Pabel-Verlag seine Taschenbücher 1976 auf 146 Seiten normierte, wurden zu schlechter Letzt einige Geschichten der englischen Vorlage, die diese Vorgabe gesprengt hätten, einfach weggelassen. Es fehlen:

- Richard Davis: The Time of Waiting
- R. W. Mackelworth: Mr. Nobody
- David Rome: Charley’s Chair
- Ramsey Campbell: Broadcast

Gestrichen wurde selbstverständlich auch David Suttons Einleitung. Profitdenken, Ignoranz und Hochmut haben viele Gesichter. Dank des genannten Verlags lernen wir wieder einige kennen.

Herausgeber

In der englischen Horrorliteratur besitzt sein Name einen guten Klang: David A. Sutton, 1944 geboren, aufgewachsen und noch heute lebend in Birmingham, hat ihn weniger als Schriftsteller erworben; sein Werk ist schmal und beschränkt sich auf allerdings vorzügliche Kurzgeschichten, die seit den 1960er Jahren in vielen Anthologien veröffentlicht wurden.

Wesentlich prominenter ist Sutton als energischer Herausgeber des Magazins „Fantasy Tales“ (1977-1991, mit Stephen Jones) und Anthologien geworden, wofür er 1994 mit einem „British Fantasy Society Special Award“ und einem „World Fantasy Award“ (für „Fantasy Tales“) sowie mit inzwischen zwölf „British Fantasy Awards“ ausgezeichnet wurde.

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Der dunkle Fürst

Erstellt von Werner Karl am 26. Februar 2012

Ralph Llewellyn
Der dunkle Fürst
Synthia 1

Projekte Verlag Cornelius GmbH, Halle
1. Auflage: 03/2011
PB, Jugendbuch, mystische Fantasy
ISBN 978-3-86237-436-6
Titelbild von Andreas Müller, Didi01

www.projekte-verlag.de
www.buchfabrik-halle.de
www.pixelio.de

Titel erhältlich bei Buch24.de
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Synthias Vater ist schwer erkrankt. Sie bangt um sein Leben. Da hört sie auf einmal die Stimme ihres Vaters, die sie nach Hause ruft. So gelangt Synthia in einen Raum, den sie vorher noch nie betreten hat. Ein Symbol auf dem Boden lockt sie mit aller Macht zu sich. Als Synthia dieses betritt, fällt sie in eine tiefe Bewusstlosigkeit. Das Mädchen erwacht später mit furchtbaren Kopfschmerzen und findet sich mitten in einem Wald wieder. Zu ihrem Glück trifft sie auf Torfmuff, ein Wesen, dessen Äußeres ihr sofort klar macht: Sie kann sich nur in einer anderen Dimension befinden.

Schnell begreift Synthia, dass ihr Vater seine Finger im Spiel hat. Die Heilerin Tamara, ihr Sohn Mark und Torfmuff versuchen, Synthia dabei zu helfen, wieder in ihre Welt zu gelangen. Bevor dies bewerkstelligt werden kann, muss das Mädchen dafür sorgen, dass ein Fluch des dunklen Fürsten, der diese Welt mit Angst und Schrecken überzieht, gebrochen wird. Das klingt nicht gerade nach einer leichten Aufgabe für eine Dreizehnjährige, die ohne Handy und Internet lernen muss, sich in einer rauen Umgebung zu behaupten. Wie gut, dass die neuen Freunde Synthia beistehen wollen!

Ein dreizehnjähriges Mädchen wird vor eine für sie fast nicht zu bewältigende Aufgabe gestellt. Der Plot an sich ist nicht neu. Viele Autoren nutzen Storys, in denen Jugendliche gegen finstere Mächte bestehen müssen und Aufgaben lösen sollen, an denen Erwachsene verzweifeln dürften. Das erfolgreichste Beispiel lieferte Joanne K. Rowling mit ihrer „Harry Potter“-Saga. Der jugendliche Enthusiasmus und treue Freunde helfen der Protagonistin, mutig voranzuschreiten und Prüfungen zu bestehen, die unlösbar scheinen. Das Buch wurde mit sehr viel Feingefühl geschrieben. Selbst jüngere Kinder dürften sich trotz der gruseligen Begebenheiten gerne auf diese Geschichte einlassen. Die Sprache und auch der Umgang der Gefährten miteinander wirken nett und kameradschaftlich. Mit ihrer unverwechselbaren, verständnisvollen Art gelingt es Synthia, selbst scheinbare Feinde besser zu verstehen und in Freunde zu verwandeln. Ihre Kameraden sind Mark, der Sohn der Heilerin Tamara, und Torfmuff, ein Wesen, das von Tamara im Wald gefunden und an Kindesstatt angenommen wurde.

Die schlimmsten Feinde die das Land dank des dunklen Fürsten beherrschen, sind die Spaltanos. Sie scheinen von Natur aus brutal, wütend und hinterhältig zu sein. Dann wäre da noch der dunkle Fürst selbst. Synthia begegnet ihm in ihren Träumen, und eine sonderbare Vertrautheit scheint ihn zu umgeben. Allerdings begegnet er dem Mädchen mit großer Grausamkeit, bedroht sie und ihre Freunde und stellt ihr ein Ultimatum. Dazu kommt eine phantastische Welt voller Fabelwesen, die noch nicht so abgegriffen sind wie die für das Genre typischen Kreaturen. Elfen z. B. werden nur am Rand erwähnt. Der Autor lässt Lichtkugeln erscheinen und verzaubert seine Leserschaft mit interessanten, phantasievollen Details, die zeigen, dass noch einiges von ihm zu erwarten ist. Wem „Der dunkle Fürst“ gefällt, darf sich auf die Fortsetzung „Synthia – Der Kult“ freuen.

Der Autor Ralph Llewellyn Jahrgang 1960 in den USA geboren und wuchs in Heidelberg auf. Während seines Informatikstudiums in Karlsruhe kam er der mystischen und phantastischen Literatur nahe, und so machte er sich selber, von der Muse geküsst, ans Werk. Nach mehreren Fachbüchern ist dies sein erster Fantasy-Roman.

Copyright © 2012 by Petra Weddehage (PW)

Titel erhältlich bei Buch24.de
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Doktorspiele

Erstellt von Werner Karl am 26. Februar 2012

Jaromir Konecny
Doktorspiele

cbt-Verlag, München, 1. Auflage: 03/2009
HC, Jugendbuch, Drama, Romance, Comedy
ISBN 978-3-570-16022-0
Titelgestaltung von schwecke.mueller Werbeagentur, München
Autorenfoto von Eva Kubinska

www.cbt-jugendbuch.de
www.jaromir-konecny.de

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Wo Charlotte Roche durch deftige Beschreibungen schockiert, um Leser durch wohligen Ekel zum Kauf zu animieren, geht Jaromir Konecny, geboren in Prag, seit 1982 in München lebend, subtil und humorig vor, ohne seinerseits ein Blatt vor den Mund zu nehmen. Auch er befasst sich in „Doktorspiele“ mit heiklen Themen, ‚über die man nicht spricht‘ oder ‚über die nur Kumpels miteinander reden‘ – über den eigenen Körper, sexuelle Bedürfnisse und Probleme, Schwärmereien und die erste große Liebe.

Die Inhaltsangabe auf dem Backcover wirkt wie ein Appetizer, der schmunzeln lässt, da die Szene so richtig aus dem Leben gegriffen ist. Obwohl Andi damals erst sieben Jahre alt war, hat ihn die Bemerkung seiner Cousine Lilli doch ein wenig …traumatisiert. Nun ist er sechzehn, voll in der Pubertät, und jeder zweite Gedanke kreist um Sex. Er steht auf die hübsche Katja aus der Parallelklasse, aber die scheint ihn nicht einmal wahrzunehmen. Dann kommt ausgerechnet Lilli zu Besuch, inzwischen mit großer Oberweite ausgestattet, und lässt Andis Hormone noch verrückter spielen. Und prompt erwischt sie ihn zusammen mit einem Freund in einer höchst peinlichen Situation.

Selbst wenn man den ‚derben Jungen-‘ oder ‚Teenager-Jargon‘ alles andere als ‚cool‘ findet und auch den leidenschaftlichen Liebesromanen, die sich der Vulgär-Sprache bedienen, wenig abgewinnen kann, so muss man doch zugeben, dass die Schilderungen aus der Sicht von Andi und die Dialoge der Jugendlichen realistisch sind und man wohl genau das zu hören bekommt, wenn man nahe dem Bolzplatz, der Schul-Toilette oder wo auch immer die Ohren spitzen würde. Jungen ab 14 Jahre können sich zweifellos in die Situation der Hauptfigur hineinversetzen. Auch wenn sie sich lieber an die Playstation klammern, statt ein Buch zur Hand zu nehmen, dürften sie nach wenigen Seiten „Doktorspiele“ gefesselt sein und den Band bis zum Ende lesen – denn er ist wahrlich ein ‚Brüller‘.

Aus dem Grund möchte man die Lektüre auch Mädchen ab 13 Jahre empfehlen, damit sie eine vage Vorstellung davon erhalten, ‚wie Jungs ticken‘. „Doktorspiele“ ist zeitnah, überzeugend und witzig – ein tolles Buch, das auch jenen gefällt, die gar nicht gern lesen.

Copyright © 2012 by Irene Salzmann (IS)

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

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