Month – Januar 2018

Ich bin nicht tot

Nach drei Jahren konnte Polizistin Jude Fontaine ihrem Dasein als Sexsklavin entkommen. Psychisch labil kehrt sie in den Dienst zurück und deckt dort eine Kette ähnlicher Verbrechen auf, wobei die Täter womöglich Fontaines eigener Familie angehören … – Zunächst gefällt die gelungene Figurenzeichnung, während der eigentliche Fall Nebensache bleibt. Im letzten Drittel wirft die Autorin die Story um und fesselt durch eine rasante, unerwartete Auflösung: Ungeachtet der Werbung, die einen soften Lady-Thriller androht, bietet dieser Roman gute Krimi-Unterhaltung.

Unsere Tage am Ende des Sees

Hanna hat ihren Mann bei einem tragischen Unfall verloren. Die fast erwachsene Tochter zieht es außer Landes und nun steht Hanna vor den Trümmern ihres bisherigen Lebens. Das kleine Reihenhaus in Hamburg möchte sie verkaufen. Und dann erhält sie nach 25 Jahren einen Anruf ihrer Mutter, die nach wie vor in einem kleinen Ort in Süddeutschland lebt und mit der Hanna seit damals überhaupt keinen Kontakt mehr hatte. Hanna entschließt sich ihre Mutter zu besuchen und in die alte Heimat zurückzukehren. Doch dort trifft sie die Vergangenheit mit voller Wucht.

Die Heimsuchung von Grayson Manor

In der geerbten Villa geht es um, weshalb die ohnehin hellsichtige Addison versucht, das Rätsel eines offensichtlich ungesühnten Mordes zu lüften. Da sowohl die Geister als auch einige noch lebendige Zeugen des alten Dramas finstere Pläne verfolgen, gerät Addison erwartungsgemäß unter zweiseitigen Druck … – Eher leichtfüßiges Geistergarn, das ideenschwach in den Fußstapfen ähnlicher Mystery-Storys wandelt; obwohl die Hauptfigur ein wandelndes Klischee ist, erspart die Autorin ihr (und den Lesern) allzu ranzige Gaslicht-Romantik und „Mr.-Right“-Gesülze: Lesefutter.

Organismische Rekorde – Zwerge und Riesen von den Bakterien bis zu den Wirbeltieren

Er war schon von weitem zu erkennen: der nicht enden wollende Strom neugieriger Besucher, der sich langsam durchs Maurische Landhaus schob. Alle wollten einem ganz besonderes Schauspiel beiwohnen, einem Ereignis, das es nur alle Jubeljahre zu bestaunen gibt. Und hier, in der Wilhelma, Stuttgarts Zoologisch-Botanischen Garten, sollte es gar noch einen Rekord geben. Grund für den ganzen Rummel war eine Blüte, genauer gesagt der Blütenstand der Amorphophallus titanum, der so genannten Titanenwurz. […]

Alif der Unsichtbare

Hacker Alif gerät mit der restriktiven Staatsmacht aneinander, muss fliehen und kommt in Kontakt mit einem Untergrund, der an die Welt von 1001 Nacht erinnert, jedoch jederzeit in der gewaltreichen Gegenwart präsent ist … – Die farbenprächtige Atmosphäre und glaubhafte Protagonisten fesseln ebenso wie die Verquickung orientalischer Mythen mit der modernen westlichen Welt, zumal der Story eine wichtige politisch-ethische Dimension (Stichwort „Arabischer Frühling“) innewohnt, die der Verfasser facettenreich reflektiert.

Nur zusammen ist man nicht allein

Tom verliert bei einem Autounfall seine geliebte Ehefrau. Seine beiden Töchter Evie und Lola verlieren die Mutter und Linda verliert ihre Tochter. Das Leben geht weiter, aber es hat sich verändert. Tom vergräbt sich in seinem Job. Er flüchtet förmlich aus der Familie und kümmert sich zu Hause um kaum noch etwas. Diese Rolle übernimmt Linda, Toms Schwiegermutter. Das Verhältnis zwischen Linda und Tom war und ist eigentlich perfekt.

Dinosaurier und andere Tiere der Urzeit

Ein „Bestimmungsbuch“, nach dem man Dinosaurier und anderes urzeitliches Getier im freien Gelände sicherlich rasch identifiziert hätte, wäre es nicht ausgestorben. Mehr als 200 Wirbeltiere werden knapp aber schlüssig in Wort & Bild sowie in chronologischer Reihenfolge vorgestellt. Hinzu kommen Kurzinfos mit weiteren wichtigen Fakten zum jeweiligen Ungetüm – Unternehmen geglückt, lässt sich nur sagen; selten werden einschlägige Informationen so gebündelt und lassen sich trotzdem leicht erfassen: für den Saurierfan sowieso ein Muss, für Laien ein idealer Einstieg ins Thema.

Die Oleanderfrauen

Die Autorin Teresa Simon entführt uns in ihrem Buch „Die Oleanderfrauen“ nach Hamburg. Dort taucht der Leser in unterschiedlichen Zeitebenen in die Welt des Kaffees ein.
Jule führt in Hamburg ein kleines Café mit dem Namen Strandperlchen. Damit hat sie sich einen Lebenstraum erfüllt. Leider steht eine Mieterhöhung ins Haus und Jule weiß nicht, wie sie diese dauerhaft finanzieren soll. Da wird ihr wohl auch ihre zweite Einnahmequelle nicht weiterhelfen.

Die Vergessenen

Manolis Lefteris ist heute Inhaber eines Autohauses. Ihm geht es gut, obwohl das in seinem Leben zunächst anders aussah. Erst die Begegnung mit Bernd Köster hat ihm sein heutiges Leben ermöglicht. Doch immer noch lasten die Vergangenheit und besonders die einstige Beichte seines Vaters auf ihm. Er ist auf der Suche nach Gerechtigkeit, nach wahrer Gerechtigkeit und genau deshalb erledigt er ganz spezielle Aufträge für Bernd Köster nebenher. Sein neuester Auftrag besteht darin Unterlagen aus den Händen eines gewissen Christian Wiesinger zu entwenden.

Dahmer ist nicht tot

Obwohl der Serienkiller und Kannibale Jeffrey Dahmer im Gefängnis umgebracht wurde, werden ‚draußen‘ weiterhin Männer nach bekanntem Muster niedergemetzelt. Treibt ein Trittbrett-Mörder sein Unwesen, oder konnte Dahmer seinen Tod vortäuschen, um auszubrechen und dort weiterzumachen, wo das Gesetz ihm Einhalt gebieten konnte … – Geschickt spinnt Autor Lee, der durch die ‚echte‘ Profiler-Expertin Elizabeth Steffen unterstützt wird, sein Garn um den Tod eines authentischen Serienmörders; dabei verzichtet er weitgehend auf sein (keineswegs vermisstes) ‚Markenzeichen‘ – die detaillierte Darstellung sexueller Extrem-Aktivitäten – und präsentiert stattdessen einen spannenden Thriller.