Month – März 2018

Down

Als das Flugzeug einer Rockgruppe abstürzt, landet es nicht nur in einem menschenleeren Einöd-Wald, sondern auch im Territorium eines Bigfoot-Monsters, das umgehend mit der Jagd auf die Eindringlinge beginnt … – Handwerklich solider, über weite Strecken geradezu altmodischer Horrorroman, der das oben skizzierte Szenario leichenreich durchdekliniert, sich abschweifungsarm auf das Wesentliche konzentriert einen unerwarteten Verlauf nimmt, jedoch unter einem schwachen Finale leidet: Futter für blutrünstige Monster und Leser, die solches Wüten lieben.

Der Duft von Rosmarin und Schokolade

Maylis arbeitet im alteingesessenen Feinkostladen Radke in Hamburg. Sie liebt ihre Arbeit über alles. Ihre Leidenschaft für gutes Essen und hochwertige Lebensmittel spornt sie immer wieder an. Auch etwas nervige und ausgefallene Kunden und/oder Lieferanten können Maylis da nicht die Laune verderben. Allerdings hat sie selbst tief in ihrem Inneren noch immer einen großen Verlust nicht wirklich verarbeitet.

Seminar für Mord

Der „Golden-Guillotine-Club“ hat Inspektor Maybridge als Krimi-Experten eingeladen. Als Höhepunkt des Wochenendes wird der Vorsitzende umgebracht und der Gast vom Mörder als Ermittler herausgefordert … – Der zweite Maybridge-Krimi bietet zeitloses britisches Krimi-Handwerk vom Feinsten. Obwohl 1985 entstanden, ist dies ein „Whodunit“ reinsten Wassers, der überraschend modern, spannend und witzig den Vergleich mit den Klassikern dieses Genres keineswegs scheuen muss.

Samy

Olga wächst vor der Wende in Bratislava auf. Der Kommunismus ist ihr bis dahin in Fleisch und Blut übergegangen. Nach Beendigung ihres Studiums lernt sie bei einer Reise nach Westberlin einen indischen Psychiater aus Wien kennen und lieben. Die Leidenschaft der Liebenden bleibt nicht ohne Folgen und so bringt Olga einige Zeit später in ihre Heimat den Jungen Samy zur Welt. Ihre Eltern sind über die dunkle Hautfarbe des Jungen entsetzt. Der Kontakt zu ihnen bricht ab.

Im Bann des Ozeans – Expeditionen in die Wunderwelt der Tiefe

„Ein Buch, so aufregend wie ein Tauchgang in die Tiefsee!“ Das wird zumindest auf dem Backcover von Robert Hofrichters Buch Im Bann des Ozeans – Expeditionen in die Wunderwelt der Tiefe versprochen. Einen Tauchgang in die Tiefsee habe ich noch nie erlebt, noch nicht einmal Schnorcheln gehört zu meinen Freizeitbeschäftigungen. Aber bestätigen kann ich, dass das Buch tatsächlich sehr interessant und spannend ist, sowohl in wissenschaftlicher Hinsicht, aber auch als Lese-Abenteuer mit vielen Geschichten, Anekdoten, Berichten und Wissenswertem über das Meer.

Der dunkle Wald

Als Aliens der Heimatplanet unter den Füßen zerbröckelt, richten sie ihre Blicke begehrlich auf die idyllische Erde, die sie vor dem Bezug menschenfrei zu kehren gedenken, was erwartungsgemäß nicht ohne Gegenwehr abgeht … – Die Fortsetzung zum Roman Die drei Sonnen = Mittelteil einer Trilogie – leidet unter ihrem drögen Auftakt und einer bräsigen erste Hälfte, bevor Tempo und Ideenreichtum rasant zunehmen und sich die Qualitätslücke zum Auftaktband schließt; ein besonderes Lob für die gute Übersetzung und die vielen erklärenden Anmerkungen am Ende des Buchs!

Der talentierte Mörder

Ein handwerklich begabter Serienkiller manipuliert simple Alltagsgeräte, die sich in Mordinstrumente verwandeln. Das Ermittler-Duo Lincoln Rhyme und Amelia Sachs jagt einen Täter, der aus der Ferne morden kann, aber auch gern ganz altmodisch zu Hammer und Säge greift … – Der zwölfte Band der Rhyme/Sachs-Serie bietet autorentypisch einen verwickelten bzw. mehrzügigen Plot, der unrealistisch aber spannend zu einem Fall zusammenfließt: Ungeachtet der eingeschliffenen Serienmechanik ist Deaver als Erzähler handwerklich ebenso erfolgreich wie sein Mörder.

Lautloses Duell

Als ein genialer Hacker zum Serienkiller mutiert, aktiviert die Polizei dessen ehemaligen Kampfgefährten, der nun im Gefängnis sitzt und reuevoll die Chance auf vorzeitige Entlassung nutzt, was wiederum den erwähnten Ex in Rachewut versetzt … – Computer-Thriller aus der (relativen) Frühzeit des Subgenres, der aufgrund klassischer Spannungselemente die Altertümlichkeit der beschriebenen Digital-Wunder verzeihen lässt und trotz ausgeprägter Figurenklischees gute Unterhaltung bietet.

Messer, Gabel, Schere, Mord

Der Umbau eines Landhauses zum Nobel-Restaurant sorgt für Aufruhr unter den wenig begeisterten Nachbarn. Am Tage der Neueröffnung wird eine Frau im Weinkeller erstochen. Inspektor Markby steht vor vielen Mordverdächtigen, die mehrheitlich zwar keine Mörder aber keineswegs unschuldig sind … – Zwar bietet Band 4 der „Markby-&-Mitchell“-Serie kaum Krimi-Spannung, will dies aber mit englischer Landhaus-Romantik nach Genre-Vorschrift wettmachen und trifft routiniert ins Herz eines entsprechend gepolten Publikums: Lesen oder Schlafen – der Unterschied ist marginal.

Bones – Die Knochenjägerin: Tief begraben

Ein publicitysüchtiger Serienmörder und ein brutaler Mafia-Clan bieten dem ungleichen Ermittler-Paar Booth & Bones (FBI-Agent und Anthropologin) viele Gelegenheiten zu scharfsinnigen Schlüssen und scheinwitzigen Kabbeleien; dass dieser Roman zur TV-Serie unterhält, verdankt er der Autorenschaft eines guten Schriftstellers, der einmal mehr sich und sein Talent für (hoffentlich) gutes Geld prostituiert, statt eigenständige Werke zu verfassen.