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Tödliche Täuschung

Ein prominenter Architekt bricht sein Heiratsversprechen. Im London des Jahres 1860 ist das ein Verbrechen. Kurz darauf wird der Angeklagte umgebracht – und entpuppt sich als Frau! Der Privatermittler Monk versucht das Verbrechen und seine Vorgeschichte zu klären … – Dabei gerät Monk – in seinem 9. Fall – wie üblich in das Mahlwerk einer bigotten aber skrupellosen Oberschicht, die zwecks Sicherung ihrer Pfründen und Privilegien buchstäblich über Leichen geht: Die durchaus unterhaltsame Story leidet unter der gefühlsduseligen Darstellung und Klischees, was sie für das anvisierte Zielpublikum erst richtig lesenswert macht.

Level 9

Ein irrer Computerspiel-Entwickler zwingt sechs Menschen zur Teilnahme an einem echten Überlebenskampf auf Leben und Tod. Das ‚Spiel‘ nimmt nach und nach einen unerwarteten Verlauf, der nach verlustreichen Auseinandersetzungen in einem gewaltreichen Finale gipfelt … – Das Buch zu einem Game, das es (noch) nicht gibt: eindimensional geplottet, mit schablonenhaften Figuren besetzt und bar jeder Originalität, dabei hochprofessionell geschrieben, rasant und spannend – Thriller-Trash der für denkende Menschen geradezu unanständig unterhaltsamen Art.

Eiswelt

Obwohl sie von einem Planeten kommen, auf dem Schwefel als atembares Gas gilt, treibt es handelstüchtige Aliens auf die aus ihrer Sicht tödlich kalte Erde, wo sie ungeachtet aller Schwierigkeiten Kontakt mit einer Menschenfamilie aufnehmen … – Science-Fiction-Roman „für die Jugend“, geschrieben von einem Lehrer, der allerdings auch Schriftsteller war und den erhobenen Zeigefinger vermeidet. Die Aliens sind keine Feinde, primär die Physik sorgt für spannende Probleme, was heutige Leser abschrecken mag, aber nicht sollte, denn dies ist nostalgische SF-Unterhaltung der weiterhin lesenswürdigen Art.

Doctor Sleep

Beinahe unsterbliche Nicht-mehr-Menschen jagen übernatürlich begabte Männer, Frauen und Kinder, um ihnen ihre Sonderkräfte abzusaugen; nun geraten sie an ein Opfer, das mit einigen Mitstreitern zum Gegenangriff übergeht … – Die von King oft erzählte Geschichte vom Kampf zwischen David und Goliath ist vor allem routiniert; beworben wird sie als Fortsetzung zum King-Klassiker „Shining“, dem sie nicht annähernd das Wasser reichen kann: Lesefutter bis zum nächsten, hoffentlich besser geratenden Werk des Altmeisters.

Tödliches Netz

Ein allzu neugieriger Hacker wird vom Auftraggeber umgebracht. Die Schwester lässt wird von der dummen Polizei abgewiesen und wendet sich hilfesuchend an einen guten Freund des Verstorbenen. Dieser – ebenfalls ein Datendieb – geht der Sache nach und kommt einem Komplott auf die Spur, das ihn und seine Begleiterin in höchste Gefahr bringt … – Stromlinienförmiger und anspruchsloser, dabei flotter, spannender und politisch angenehm unkorrekter Thriller, dessen Unterhaltungswert durch allzu intensives Schwelgen in (zudem längst veraltetem) Hard- und Software-Wissen leidet.

Der Zeitsprung

Eine Atombomben-Explosion reißt den Bunker der US-Familie Farnham mitsamt seiner sechs Insassen in die Zukunft. Die neue Welt zeigt sich gleichermaßen paradiesisch wie gefährlich; der Neuanfang wird zusätzlich durch interne Streitigkeiten erschwert … – Während die Handlung als klassische Post-Doomsday-Story routiniert und spannend erzählt wird, kann die Figurenzeichnung nur als ärgerlich bezeichnet werden, da Autor Heinlein seine chauvinistischen Ansichten nicht unterdrückt und sich durch schauerliche Sexkapaden blamiert: ein zwiespältiges Vergnügen.

Alles für Carla

Ein verbitterter Tierhändler verliebt sich auf den ersten Blick in eine junge Frau, die ihn um Hilfe bittet und kurz darauf verschwindet. Die Suche bringt ihn immer wieder in Lebensgefahr, doch der Mann gibt nicht auf, selbst als die erhoffte Rettungsaktion ihn auf die Spur und in die Fänge der Mafia führt … – Lesenswerter Krimi eines hierzulande vergessenen Autors. Ein solider Plot, gut gezeichnete Figuren und angenehm schräge aber beinahe durchweg handlungsintegrierte Einfälle sorgen für zeitlose Unterhaltung.

Omen – Das Horror-Journal, Nr. 1

Ein (weiterer) Versuch, in Deutschland ein professionelles Magazin zu etablieren, das Kurzgeschichten und Hintergrund-Informationen zum aktuellen Horror-Genre, zu seiner Geschichte und seinen Autoren präsentiert. Der Info-Part besticht durch sein solides sekundärliterarisches Fundament. Die Stories belegen primär die weitgehende Abwesenheit einschlägiger deutscher Talente; es siegen nach Punkten oder sogar durch K. O. die angelsächsischen Profis. Insgesamt ein Projekt, das trotz diverser Schwächen Interesse und finanzielle Unterstützung seitens möglichst vieler Käufer verdient. (Eine Hoffnung, die sich rasch zerschlug).

Horror 5

Zwischen 1929 und 1953 und damit in der Ära der „Pulp“-Magazine erschienen die hier präsentierten sechs Kurzgeschichten. Feinsinniger Grusel mit Unter- und Zwischentönen ist das nicht; hier wird ausschließlich auf des Lesers Bauch (und Unterleib) gezielt. Die grobe aber trivial-‚reine‘ Form, die zügelfreie Erzählfreude und die weitgehende Abwesenheit politisch korrekter ‚Werte‘ sorgen nichtsdestotrotz – oder gerade – für (altmodische) Unterhaltung.

Operation Zagreb

Als er für Nazi-Minister Goebbels eine schöne Schauspielerin „heim ins Reich“ locken soll, gerät Ex-Polizist Gunther in die Balkan-Wirren des Zweiten Weltkriegs und in die nur scheinbar neutrale Schweiz, was ihn jeweils in Gewissensnot und Lebensgefahr bringt … – Nach serientypisch gewordenem Muster verschlägt es Bernie Gunther in seinem 10. Abenteuer ‚zufällig‘ stets dorthin, wo gerade Geschichte geschrieben wird; weltschmerzschwere Sprüche suggerieren Tiefgründigkeit, doch bleibt die Historie weitgehend Kulisse für ein immerhin spannendes Krimi-Abenteuer.