Alina Fox – Thief Extraordinaire 1: Feuertaufe/Biien der Schatten 1: Weiße Dame

extraordinaire-1Daniel Gramsch & Joseph Rother & Jörg Pitschmann & Caro Döring/Guido Neukamm & Nele F. Kühl & Jürgen Burschkau
Alina Fox – Thief Extraordinaire 1: Feuertaufe/Biien der Schatten 1: Weiße Dame

Comicwerk, Berlin/Freibeuter, Weimar, 2002
Comic-Heft/Flipbook, Mystery, Adventure/Dark Fantasy, Action, 24/300
Titelillustration von Daniel Gramsch/Guido Neukamm

www.comicwerk.de
www.alinafox.de
www.comicdesign.de
www.heinelt-comic.de

Das vorliegende Comicheft ist als Flipbook konzipiert, d. h., es gibt zwei Frontcover, und man muss die Koproduktion von Daniel Gramsch und Guido Neukamm einfach nur umdrehen, um von der einen zur anderen Geschichte zu gelangen.

Der Titel beinhaltet die erste „Alina Fox“-Story „Feuertaufe“, in der die Titelheldin erzählt, wie sie sich nach Abschluss ihrer Ausbildung zur Diebin auf ihre erste Mission begibt. Freund wird zu Feind – und vielleicht wird der hier begonnene Faden in einem späteren Band erneut aufgegriffen.

Die andere Erzählung schildert ein Abenteuer von „Biien der Schatten“, einem Meisterdieb, der den Auftrag erhält, der „Weißen Dame“ zwölf Kristallschädel abzujagen, mit denen sie diese Welt zerstören könnte. Biien lässt sich auf ein gefährliches Spiel ein und gleicht die einseitigen Regeln mit Hilfe eines Tricks aus. Dabei erweist sich die Kontrahentin nicht als einziger Feind.

Beide Comics kann man als Bindeglied zu „Tödlicher Kristall“ verstehen, einer „Alina-Fox“-Trilogie, in der nicht nur Figuren aus dieser und der „Biien“-Serie auftauchen, sondern auch die Kristallschädel eine Rolle spielen. Wer genau hinschaut, wird feststellen, dass Alinas Begleiter hier die Verletzung hat, die er sich in „Tödlicher Kristall“ zuzog und er außerdem dasselbe Shirt wie am Ende jener Stoyline trägt. Dadurch lässt sich das Flipbook chronologisch nach „Tödlicher Kristall“ einordnen, auch wenn es vor dem Start des Dreiteilers erschienen ist.

Während man einige weitere Details aus Alinas Leben erfährt, bleibt Biien ein mysteriöser Charakter, über den wenig verraten wird. Die actionreiche Geschichte liest sich wie ein Appetizer, und man muss wohl ein, zwei weitere Bände abwarten, um einige Antworten zu erhalten – es sei denn, man zählt zu den Lesern der ersten Stunde und kennt Biien aus „Gespenstercomics“ und „Zack“.

Sowohl „Alina Fox“ wie auch „Biien der Schatten“ gehören dem phantastischen Genre an, wobei der eine Titel mehr zu Mystery und Adventure, der andere zu Dark Fantasy und Action tendiert. Die Stile der Illustrationen harmonieren miteinander; es gibt keine krassen Unterschiede. Guido Neukamms Figuren wirken kantiger, die von Daniel Gramsch weicher. In beiden Fällen weiß die Kolorierung zu gefallen.

Ergänzt wird mit einigen Hintergrundinformationen und einer kleinen Galerie, deren Highlight Uwe Heinelts „Mystic Girls“ ist, das in die Kategorie ‚Manga’ fällt, fehlerfrei gezeichnet und sehr schön koloriert ist.

Von Guido Neukamm erscheinen schon seit einigen Jahren regelmäßig Beiträge in z. B. „Gespenstercomics“ und „MAD“, ferner entstanden in Zusammenarbeit mit Marie Sann die Mangas „Two Worlds Across“ in „Manga-Fieber 1“ und „Sketchbook Berlin“, beides Tokyopop.
Daniel Gramsch publiziert gleichfalls u. a. in „MAD“ und „Gespenstergeschichten“. Bei Comicwerk ist 2004 mit „Slackers Unlimited“ eine neue Serie gestartet worden, von der momentan zwei Hefte erhältlich sind.

Das Flipbook ist ideal, um in die Serien „Alina Fox“ und „Biien der Schatten“ hineinzuschnuppern. Man kann sich einen ersten Eindruck vom Schaffen zweier Künstler machen und einen kleinen Blick in die abenteuerlichen Welten zweier Diebe werfen. Vor allem Leser, die sich für die einheimische Comic-Szene interessieren, sollten dem Band eine Chance geben. (IS)

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