Arena der Werwölfe – John Sinclair 1914

Ian Rolf Hill
Arena der Werwölfe
John Sinclair 1914

Bastei Lübbe AG, Köln, 03/2015
Romanheft, Horror, Action, 68/170
EAN: 9783732509911
Titelmotiv von Timo Würz

www.bastei.de/

www.florian-hilleberg.net/

www.timowuerz.com/

 

john-sinclair-folge-1914

 

„Francis Leech sah auf seine bewusstlosen Feinde hinab. Endlich. John Sinclair und Suko lagen vollkommen wehrlos zu seinen Füßen. Er konnte es jetzt zu Ende bringen. Ein für alle Mal. Zwei der größten Feinde von Luzifer beseitigen. Damit würde er in der Gunst des Höllenkaisers schlagartig nach oben steigen.“

Seit Monaten terrorisiert die bulgarische Familie Petrova die Bewohner des kleinen Ortes Todenham mit brutaler Gewalt. Als sie die Freundinnen Helen und Martha brutal entführen, beschließen die Ehemänner der beiden, endlich etwas zu unternehmen und sich an die Polizei zu wenden.

Die Frauen sollen zur Fortpflanzung dienen, denn die Petrovas sind zwar Werwölfen, noch dazu mit besonderen Fähigkeiten, können ihre Macht jedoch nicht über einen Biss weitergeben. Und ihr nächstes Ziel ist die Vernichtung von John Sinclair, Spezialist von Scotland Yard für übernatürliche Fälle, der selbst Fenris, den Götterwolf, in seine Schranken verwiesen hatte. Der einzige Mann, der ihren Plänen von einem neuen, mächtigen Werwolfimperium gefährlich werden kann.

„Wieder nickte der Pfarrer. Dann sagte er: „Ja, aber es sind keine gewöhnlichen Werwölfe. Sie sind böse, absolut böse, nicht nur in ihrer Tiergestalt. Und sie verwandeln sich auch nicht nur bei Vollmond, sondern können sich auch tagsüber und in jeder anderen Nacht des Jahres verwandeln, so wie es ihnen beliebt.“

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Schon längst verfasst nicht mehr Jason Dark allein die Abenteuer des unermüdlichen Geisterjägers aus dem Bastei Verlag, und mit Ian Rolf Hill bereichert diesmal ein ganz frischer Autor das „John Sinclair“-Schreiberteam. Der Neuautor kennt sich in der Historie des Geisterjägers merklich gut aus, was die zahlreichen Verweise auf frühere Fälle belegen.

Doch zum Roman: Alles beginnt ganz klassisch mit einem verschlafenen Dorf, das sich eine Familie von Werwölfen nicht nur als Nahrungsquelle sondern vor allem als Leihmutteragentur ausgesucht hat. Die wenig wehrhaften Dörfler haben den Kreaturen der Finsternis kaum etwas entgegenzusetzen, und zwei Männer beschließen mit dem Mut der Verzweiflung, sich an Scotland Yard zu wenden, von wo aus der Ruf von Sir James Powells Abteilung für übernatürliche Verbrechen auch nach Todenham gedrungen ist.

Die beiden Flüchtigen kommen zwar nicht in London an, doch wird eine der Leichen mit eindeutigen Verletzungen gefunden, was letztendlich doch John Sinclair und Suko auf den Plan, sprich, nach Todenham ruft. So müssen die Werwölfe, die es ohnehin auf den Geisterjäger abgesehen haben, nichts weiter tun, als die Ankunft der beiden Freunde abzuwarten. Und um tatsächlich ganz sicher zu gehen, dass Sinclair den Weg findet, meldet sich auch noch Morgana Layton bei Sinclairs Chef, um einen entsprechenden Hinweis auf dieses gemeine Rudel zu geben.

Man merkt schon, dass Subtilität nicht gerade die Stärke dieses Romans ist. Statt dessen punktet „Arena der Werwölfe“ anfänglich mit guter Atmosphäre – das einsam gelegene Dorf im Wald und die nächtliche Flucht der beiden Dorfbewohner –, die in der zweiten Hälfte ausschweifenden Action-Einlagen Platz machen muss, welche sich mit dem obligatorischen Kettengerassel des Oberwolfs abwechseln, der von einer uneingeschränkten Herrschaft seines Clans träumt.

Sobald John und Suko im Krisengebiet eingetroffen sind, geschieht alles sehr fieberhaft und actionlastig. Zwar gibt es einen wirkungsvollen Twist, doch überwiegt der Eindruck etlicher gezwungen wirkender Szenen, die die Handlung künstlich verlängern – z. B. dass Suko recht ungeschickt seine Dämonenpeitsche verliert –, doch irgendwie will die Romanheft-Normlänge ja erfüllt werden. Wie aus dem Nichts naht am Ende wenig elegant die Kavallerie, um den Wölfen den Garaus zu machen und den Status Quo weitestgehend wieder herzustellen.

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Das Covermotiv wurde von Timo Würz gestaltet und ist durchaus als Highlight zu bezeichnen. Tolle Farbgebung und Dynamik, wenn auch ein generelles Werwolfmotiv und nicht auf die Romanhandlung bezogen.

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Alles in allem präsentiert sich „Arena der Werwölfe“ trotz einiger Redundanzen und Füllszenen sehr kurzweilig und punktet durch die gründliche Kenntnis der Figuren und der „Sinclair“-Historie.

Copyright © 2016 by Elmar Huber (EH)

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