Ball der Masken – Monika 1

Guillem March, Thilde Barboni
Ball der Masken
Monika 1

Monika 1: Les Bals Masqés, Dupuis, Frankreich, 2015
Panini Comics, Stuttgart, 09/2015
HC-Album, Comic, Erotik, Thriller, Mystery, 9783957984531, 64/1499
Aus dem Französischen von Horst Berner
Titelillustration und Zeichnungen von Guillem March

www.paninishop.de

http://guillemmarch.blogspot.de/

http://thildebarboni.com

 

Monika 01 - Ball der Masken

Die Video- und Performancekünstlerin Monika ist auf der Suche nach ihrer plötzlich verschwundenen Schwester Erika. Theo, ein befreundeter Hacker, findet heraus, dass Erikas Online-Konten auch nach ihrem Verschwinden noch weiter benutzt wurden. Die digitale Spur führt zu dem charismatischen Politiker Christian Epson. Seine Verfolgung lenkt Monika auf einen erotischen Ball, auf dem sie den Politiker persönlich kennenlernt und wider Erwarten sehr anziehend findet. Doch auf eben jenem Ball erhält Monika auch eine Todesdrohung, sollte sie die Suche nach Erika fortsetzen.

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Wie nicht wenige Thriller benutzen auch Guillem March und Thilde Barboni hier das Stilmittel, ohne lange Vorrede gleich direkt in die Handlung einzusteigen. Das sorgt für ein gewisses Anfangstempo aber auch für Verwirrung beim Leser. Nicht weiter schlimm, wenn dies durch stimmig platzierte Rückblenden oder ähnliches nachgeholt wird. In „Monika“ wird leider komplett versäumt, die vorherrschende Situation näher zu erklären oder die Figuren und ihre Motivationen ausreichend herauszustellen. So bleibt man als Leser über die komplette Handlung außen vor und kann keine emotionale Beziehung zu den Figuren aufbauen.

Zwar entsteht der Eindruck, dass einige Elemente der Geschichte noch an Bedeutung gewinnen, wie etwa Theos Konstruktion eines menschenähnlichen Roboters, doch wirkt alles noch sehr zusammenhanglos. Es bleibt zu hoffen, dass Guillem March und Thilde Barboni in Band 2 die Kurve bekommen, das noch wackelige Gerüst zu einem stimmigen und belastbaren Ganzen zu fügen.

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Optisch besticht „Monika“ mit einer erotischen Inszenierung – man fühlt sich förmlich in einen „Schwermetall“-Band versetzt -, doch drängt sich der Eindruck auf, dass Zeichner Guillem March dabei die treibende Kraft ist, steht doch die Form merklich über dem Inhalt. Dabei beschränkt sich der Zeichner nicht nur auf die stets geschmackvolle Darstellung weiblicher Körper, er nutzt auch außergewöhnliche Perspektiven. Eine Fähigkeit, die bereits seinen „Catwoman“-Run geprägt hat.

In „Monika“ sind Marchs Zeichnungen sehr sanft, mit einer sehr sparsamen und dünnen Tuschung versehen und insgesamt sehr hell gestaltet. Hier machen sich auch das große Format des Bandes und das feste, hochwertige Papier positiv bemerkbar. So kommen die Bilder fantastisch zu Geltung.

Als Zugabe enthält der Band noch einige Einblicke auf Guillem Marchs Zeichentisch, Skizzen, Entwürfe und – besonders schön und interessant – die einzelnen Stadien des Covermotivs.

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Form über Inhalt. Die exzellente Optik überdeckt das noch schwache Handlungsgerüst, der Leser bleibt emotional außen vor.

Copyright © 2016 by Elmar Huber (EH)

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