Bei Vollmond bist du tot/Im Bann der Mörderpuppe – Morbus 3 & 4 (Doppelband)

Zoë Angel & Charly Blood

Bei Vollmond bist du tot/Im Bann der Mörderpuppe
Morbus 3 & 4 (Doppelband)
Evolver Books, Wien (A), 06/2014
TB, Horror, Thriller, Urban Fantasy, Pulp, 9783902910233, 218/1200
Titelmotiv von Jörg Vogeltanz

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Bei Vollmond bist du tot

„Walter deutete auf die aufgeschlagenen Bücher. „Bei der Löwenbraut geht es um ein junges Mädchen, das sich mit einem Löwen anfreundet. Als sie jedoch erwachsen ist und heiraten will, wird sie aus Eifersucht von dem Tier getötet. Nette Geschichte, doch es gibt auch eine Fassung, in der dieser Löwe menschliche Gestalt annimmt und die Freundschaft durchaus intensiver gewesen sein dürfte. Ich vermute einmal, dass schon damals die Verwandlung eines Tieres in einen Menschen gelungen ist. Und irgendjemand hat nun das Experiment in Schönbrunn wiederholt.““ („Bei Vollmond bist du tot“)

„Bei Vollmond bist du tot“:

Bei einem Bierchen erzählt Revierinspektor Gustav Horak seinen ehemaligen Kollegen Bernd Waidmann von einigen seltsamen Todesfällen, die stets bei Vollmond in seinem Revier begangen wurden. In  einem der  Fälle wurde das Opfer, eine ältere Dame, sogar mit ihrem eigenen Regenschirm erstochen. Keins der Opfer wurde beraubt, stattdessen wurden die jeweils getragenen Pelze geschändet und zerstört. Nach kurzem Zögen entschließt sich Waidmann, den Fall Harry Teufel, seinem Kontaktmann von Basilisk, zu unterbreiten.

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„Aus dem Augenwinkel sah er, wie sich eine Gestalt näherte. Der Schatten wirkte gekrümmt. Die Person rieb sich die Handflächen. Das konnte nur Heinrich sein. Ab und zu hatte er ihn schon hysterisch kichern gesehen. Und einmal war er von einem Bein auf das andere gehüpft und hatte dabei Kinderlieder gesungen.“ („Im Bann der Mörderpuppe“)

„Im Bann der Mörderpuppe“:

Ein neuer Spieler mischt mit brutaler Hand die Wiener Unterwelt auf. Dass es sich dabei um eine Puppe namens Amanda handelt, haben die verbliebenen Bosse, die an ihrem Leben hängen, wohl oder übel akzeptiert. Doch nun ist ein Unbekannter dabei, Amandas Konkurrenz auszuschalten, und bringt Wien damit an den Rand eines Bandenkriegs.

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Nachdem die „Morbus“-Hefte 1 und 2 tatsächlich im klassischen Heftromanformat erschienen sind, wurden die Fälle 3 und 4 nun zu einem Taschenbuch zusammengefasst und zur Veröffentlichung an den Evolver Verlag übergeben (als ebooks erscheinen beide Fälle getrennt).

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Inhaltlich geht es nahtlos weiter, indem Ex-Polizist Bernd Waidmann und das Grufti-Mädchen Petra Jesselmaier mehr über die Geheimorganisation Basilisk erfahren, die „dafür sorgen, dass alle gut miteinander leben können“. Gemeint sind hier die Gestalten aus den Sagen und Legenden aus der österreichischen Hauptstadt, die realer sind, als die meisten Wiener denken.

Der Fall der seltsamen Pelzschändungen ähnelt dabei in Aufbau und Stimmung dem ersten Band „Blutschwur der Donauleichen“. Erneut ist es ein lokales Märchen, das der Auslöser der Ereignisse ist und letztendlich auch zur Aufklärung des Falls und zur Überführung des Täters führt. Wie schon der Donaufürst nur seine Tochter beschützt hat, ist auch der Bösewicht hier kein tumber Mörder, sondern eine mit Tragik behaftete Figur, die bloß ihrer Natur folgt. Dabei spielt „Morbus“ allgemein sehr schön mit den Erwartungen an einen Heftroman, erfüllt diese einerseits in Stil und Stimmung und präsentiert andererseits ‚Täter‘, die mehr Sympathiepunkte beim Leser sammeln als die vermeintlichen Opfer.

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Der Fall „Im Bann der Mörderpuppe“ kommt mit erheblichem Handlungsanteil in der Wiener Unterwelt weniger melancholisch, sondern eher wie ein „Jerry Cotton“-Roman daher. Auch hier ist das fantastische Element, die Erklärung, wie es eine lebende bösartige Puppe geben kann, nachvollziehbar ins Geschehen eingebracht (im Rahmen des Serienkonstrukts gesehen). Man erwischt sich sogar dabei, Mitgefühl mit Amandas Bruder Maxi zu empfinden, der zweiten belebten Puppe, die man schon aus „Im Prater tanz der Sensenmann“ kennt. Die anderen Prater-Ereignisse werden hier ebenfalls wieder aufgegriffen und weiter entwickelt, sodass sich ein nachhaltiges Seriengefühl inklusive unvorhergesehener Charakterentwicklungen ergibt.

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Wie in den vorherigen Folgen darf man auch hier den etwas derben Humor der Wiener genießen und einige Passagen im schönsten wienerischen Dialekt goutieren; ein Glossar ist ebenfalls enthalten.

Die Titelbilder der beiden Gruselkrimis wurden erneut von Jörg Vogeltanz gestaltet und zeigen erneut überarbeitete klassische Gemälde – diesmal handelt es sich um „Ein Leopard” (1572) von Paul de Vos und „Young Girl with Doll” (1884) von Berthe Morisot.

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Alles in Allem halten „Morbus 3 und 4“ was die Teile 1 und 2 versprochen haben. Da die Grundstimmung beider Fälle doch deutlich unterschiedlich ist, kommt bei der Lektüre des Doppelbands keine Langeweile auf.

Copyright © 2016 by Elmar Huber (EH)

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