Damaged

Piper Marou
Damaged

Amrûn Verlag, Traunstein, 03/2015
TB, Kurzgeschichten, Horror, Dark Fantasy, 9783944729817, 106/599
Covermotiv:
Titelgestaltung von Jürgen Eglseer unter Verwendung eines Motivs von Shutterstock/Lisa A

www.amrun-verlag.de

www.facebook.com/amrunverlag

www.pm-writes.com/

www.facebook.com/PiperMarouAuthor/

https://twitter.com/thoughtsofmoon

 damaged

„a:“:

Der Wechsel an eine neue High School bedeutet für Tommy ganz von vorne anzufangen. Natürlich ist er der Neue, der Fremde, der Außenseiter. Ganz normal, dass er Spott und Häme erntet, bis ihn seine Mitschüler erst richtig kennen werden. Doch als er sich für den unsportlichen Mitschüler Mitch einsetzt, macht er sich den Quarterback zum Feind, der ihn fortan immer mehr demütigt. Bis zum bitteren Ende.

„Love after death“:

Noch Tage, nach ihrem Unfalltod meint Daniel, den Duft seiner Frau im gemeinsamen Haus wahrzunehmen, ihre Anwesenheit zu spüren, ja, sogar ihre Stimme zu hören. Und nach und nach wird die Anwesenheit seiner Geliebten zur Gewissheit. Sie kann nicht ohne ihn sein und er nicht ohne sie. Und es gibt einen Weg, wie sie beide wieder vereint sein können.

„Help“:

Christian wird Zeuge, wie ein Mädchen in der U-Bahn-Station von zwei Kerlen belästigt wird. Alle anderen Passanten schauen weg, tun so, als bekämen sie nichts mit, nur um keine Schwierigkeiten zu bekommen. Bloß Christian kommt ihr nach kurzem Zögern zu Hilfe, geht auf die beiden Männer los. Doch hat er der jungen Frau tatsächlich geholfen?

„Leonie“:

Ein außer Kontrolle geratenes Experiment hat den größten Teil der Bevölkerung  Amerikas in Zombies verwandelt, die Jagd auf die noch lebenden Menschen machen. Inmitten dieses Chaos‘ hat Sarah gelernt zu überleben. Sie wurde zur gnadenlosen Kämpferin, selbst nachdem ihr Ehemann Thomas und ihre frisch geborene Tochter Leonie zum Opfer der Untoten wurden.

„Animal“:

Noch zu Hause dauert das Hochgefühl an, das Jason und Mike nach dem Tod der Katze verspüren. Aufgeputscht vom Adrenalin, das nur so gesprudelt hat bei dem langen und qualvollen Todeskampf des Tieres. Das Bier danach und das Abklingen des highs macht beide schläfrig. Doch kurz darauf erwacht Michael schon wieder. Im Körper einer Katze.

„Welcome to Hell“:

Angel erwacht und weiß zunächst nicht, wo sie ist. Unförmige Gestalten bewegen sich um das Gebäude, in dem sie sich befindet, schleppen einige der anderen Menschen mit Gewalt fort. Der Gestank nach Schwefel beherrscht die Luft. Je mehr sie von der Umgebung sieht, desto mehr gelangt Angel zu der Überzeugung, dass sie in der Hölle gelandet ist.

„Damaged“:

Immer öfter verpasst sie den Schulbus nach Hause, kommt später von der Schule, isst außerhalb, zieht sich zurück. Sie kann mit niemandem darüber reden, was ihr passiert. Nicht mit Freunden und schon gar nicht mit ihrer Familie. Niemand würde ihr glauben, und es gibt kein Entkommen. Wirklich?

„Survival“:

Wenige Wochen nachdem Russland der Welt den Krieg erklärt hat, sind 90 % der Menschheit ausgerottet. Von den Überlebenden ist sich jeder selbst der Nächste. Man muss abwägen und vorsichtig sein, mit wem man Allianzen schmiedet angesichts der neuen Weltordnung. Oder man wird gefressen.

#

„Ich schaute vorsichtig aus dem Fenster, blickte die vertraute Straße entlang, doch nichts hatte sich geändert. Sie war einsam und verlassen, wie seit Wochen. Keine Personen, kaum Tiere. Ab und an zog ein Vogel seine Bahnen am violetten Himmel, aber auch das wurde immer seltener. Es war schon lange her, dass ich zum letzten Mal einen Schwarm dieser schönen, freien Lebewesen gesehen hatte, irgendwie vermisse ich sie. Vor allem ihr Gezwitscher, das mir stets ein Gefühl des Friedens gegeben hatte. Frieden …“ („Survival“)

#

Piper Marou hat sich bislang als treffsichere Autorin von Horrorgeschichten einen merkenswerten Namen gemacht. Die kleine Kurzgeschichtensammlung „Damaged“ bestätigt die Autorin als pointierte Handwerkerin, die es versteht, in nur wenigen Sätzen die Gedankenwelten und die Untiefen ihrer Figuren auszuloten und in die Köpfe ihrer Leser zu beamen, ohne dass auf der Handlungsebene viel geschehen muss. In den Köpfen der Leser angekommen, kann sie dann das Skalpell ansetzen.

Tatsächlich erweisen sind die Texte, die rein über Atmosphäre und Äußerlichkeiten wirken sollen, als die schwächeren. „Welcome to Hell“ beispielsweise lässt total kalt, und auch die zombiegebeutelte Sarah aus „Leonie“ bleibt trotz ihrer erlittenen Schicksalsschläge eher auf Abstand zum Leser. „Love after Death“, „Help“ oder „Damaged“ dagegen bieten intensive und bittere Leseerlebnisse. Bitter weil Piper Marou einen zum Greifen nahe an ihre Figuren ran holt, nur um dann eine trostlose Pointe zu präsentieren und dem Leser teils auch einen unbequemen Spiegel vorzuhalten.

Wer davon Erholung benötigt, sollte anschließend vielleicht zu einem romantischen Liebesroman greifen, den dieselbe Autorin unter dem Namen Phoebe Ann Miller geschrieben hat.

#

Die Highlights des Bändchens bieten sehr intensive Texte, die sich nicht auf ihren Blutgehalt verlassen müssen. Auf eine Novelle oder einen Roman der Autorin wäre man gespannt.

Copyright © 2016 by Elmar Huber (EH)

Titel bei Amazon.de
Titel bei Buch24.de
Titel bei eBook.de
Titel bei Booklooker.de

Grauer Teufel

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.