Das brandneue Marvel-Universum: Gratis-Leseprobe

Panini Comics (Hrsg.)
Das brandneue Marvel-Universum: Gratis-Leseprobe

Panini Comics, Stuttgart, 07/2016
Comic-Heft, Superhelden, SF, Urban Fantasy, Mystery, Action, keine ISBN, 48/000
Titelillustration von David Marques
Verschiedene Autoren und Zeichner

www.paninicomics.de

www.davidmarquez.com

http://markwaid.com

http://mahmudasrar.com

http://adamkubert.com

www.jinxworld.com

http://gerryduggan.com

www.mikehawthorneart.com

Das bekannte Marvel-Universum existiert nicht mehr. Die wenigen Überlebenden, die sich auf Battleworld zusammenfanden, schafften das, womit kaum jemand gerechnet hat: Sie haben das Universum gerettet, und alles ist – fast – wieder so wie vorher.

Doch einige Veränderungen gibt es. An die Stelle von toten oder verschwundenen Helden traten andere, z. B. Freunde, die in das verwaiste Kostüm schlüpften, oder Alter Egos/Nachfolger, welche aus dem 2099- und Ultimate-Universum bzw. von einer Parallelwelt stammten. Darüber hinaus führte die Explosion der Terrigen-Bombe dazu, dass Menschen mit dem Inhuman-Gen mutierten und Mutanten an dem Gas erkrankten und starben.

Somit gibt es tatsächlich ein neues Marvel-Universum mit bekannten und weniger bekannten, ähnlich gestalteten Helden und neuen Konflikten.

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Mark Waid

Avengers 1: Das neue Team!

Zeichnungen von Mahmud Asrar & Adam Kubert

10 Seiten

Iron Man/Tony Stark, Gründungsmitglied der Avengers, hat ein neues Team zusammengestellt. Dazu gehören der ehemalige Falcon/Sam Wilson, der nun das Kostüm von Captain America trägt, der Androide Vision, die neue Thor/Jane Foster und die Nachwuchs-Helden Ms. Marvel/Kamala Khan, Spider-Man/Miles Morales und Nova/Sam Alexander.

Der erste Tag der Kids bei den Avengers hat es schon in sich: Die Federal Reserve Bank wird von einem grünen Drachen angegriffen. Im Innern stoßen sie auf Leichen und den Radioactive Man. Um nicht weitere Todesopfer beklagen zu müssen, lassen sie ihn entkommen. Danach setzt es eine Standpauke, doch insgesamt sind die Erwachsenen mit den Leistungen ihrer jungen Schützlinge zufrieden.marvel-iron

Brian Michael Bendis

Iron Man 1: Der beste Iron Man aller Zeiten

Zeichnungen von David Marquez

9 Seiten

Nicht nur steht Iron Man/Tony Stark eine neue, hochmoderne Rüstung zur Verfügung, es tritt auch wieder mit der Biophysikerin Dr. Amara Perera eine schöne Frau in sein Leben. Ob das erste Date der beiden ohne Komplikationen verlaufen wird? Tonys Ex Madame Masque/Whitney Frost heckt offenbar etwas aus.

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Dan Slott

Spider-Man 1: Willkommen in der neuen Welt von Spidey!

Zeichnungen von Giuseppe Camuncoli

9 Seiten

Auch wenn Peter Parker gegenwärtig nicht der einzige ist, der ein Spider-Man-Kostüm trägt, gibt es für ihn immer etwas zu tun, insbesondere wenn er Mockingbird und SHIELD unterstützt, um in Shanghai Verbrecher zu bekämpfen.

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Gerry Duggan

Deadpool 1: Wade Wilson Superstar

Zeichnungen von Mike Hawthorne

8 Seiten

Ein Auftrag führt Deadpool/Wade Wilson nach Seoul. Er bricht in eine Wohnung ein, wo ihn die koreanische Regierungsagentin White Fox bereits erwartet. Doch ist sie wirklich der Gegner?

Zählt man die Seiten der vier Leseproben zusammen, kommt man auf gerade mal 36 von 48 Seiten; auf den Rest entfallen die Erläuterungen von Christian Endes und die Werbung für weitere Serien, die in diesen Wochen neu gestartet wurden und werden. Na gut, das Heft hat ja nichts gekostet …

Dennoch sind die Häppchen, mit denen man abgespeist wird, zu kurz, als dass man wirklich einen Eindruck hätte gewinnen können, was einen in den jeweiligen Heften erwartet, ob die Handlung interessant ist und die teils neuen Haupt- und Nebenfiguren überzeugen können.

Zumindest die Zeichnungen sind erstklassig, so wie das fast immer der Fall ist, wenn eine Reihe neu gestartet wird und auch mit der Optik um Leser wirbt. Leider folgt fast immer nach einigen Episoden die Enttäuschung, wenn der Illustrator durch einen Kollegen mit einem gänzlich anderen, weniger gefälligen Stil oder einen Newcomer ersetzt wird.

Das Gratis-Heft stellt vier der neuen Marvel-Serien vor: „Avengers“, „Iron-Man“, „Spider-Man“ und „Deadpool“ – gewiss nicht zufällig Titel, die gerade erst erfolgreich mit neuen Filmen in den Kinos liefen und daher auch einem Publikum bekannt sind, die nicht zwangsläufig zu den eingefleischten Comic-Lesern zählen, durch die Filme jedoch auf die Hefte aufmerksam gemacht wurden und jetzt die Gelegenheit haben, bei mehreren Titeln ab Nr. 1 dabei zu sein, die mehr oder weniger vom Ballast vieler Jahrzehnte befreit wurden.

Die Einführung einiger Junior-Helden liefert außerdem Identifikationsfiguren für die Jüngeren. Das erinnert durchaus an andere Versuche, die Alt-Helden-Riege durch frische Charaktere zu ergänzen oder zu ersetzen. Beispielsweise kennt man das von den „X-Men“, zu denen die Teenager Shadowcat/Kitty Pryde und später Jubilee/Jubilation Lee stießen, die man dann jedoch ‚auslagerte‘ in Teams mit Altersgenossen wie „New Mutants“/„X-Force“ und „Generation X“, aber auch von den „Young Avengers“, die einsprangen, nachdem sich die „Avengers“ nach einer Katastrophe aufgelöst hatten, und später teilweise in ein neues „Avengers“-Team integriert wurden. Nicht zu vergessen die ‚Frischzellenkuren‘ in Form neuer Autoren und Zeichner, die junge Erwachsene optisch in Kinder verwandelten („X-Force“), oder sie aus dem Berufs- und Familienleben an die Uni und ins Single-Dasein zurück schickten („Spider-Man“).

Ob die Kids bei der Leserschaft gut ankommen werden, bleibt abzuwarten. Offenbar konnten sie bei ihren ersten Auftritten genug Fans sammeln, dass man ihnen eine Chance in einem Team mit vier erwachsenen Mentoren einräumt. Durch den Altersunterschied wirken Ms. Marvel, Spider-Man und Nova noch jünger, voreilig und unreif, und mit dem üblichen Generationenkonflikt darf gerechnet werden.

In „Iron Man“ scheint alles in gewohnten Bahnen zu verlaufen: Der geniale Erfinder und Industrielle Tony Stark kämpft gegen hochtechnisierte Gegner mit Allmachtfantasien, und nebenbei flirtet er mit schönen und intelligenten, mitunter sehr gefährlichen Frauen. Auch für „Spider-Man“ dürfte sich wenig verändert haben. Fortschrittliche Technologie nutzt auch er schon seit Längerem, und dass er mit verschiedenen Teams und Organisationen kooperiert, wenn es notwendig ist, war zuletzt ebenfalls gang und gäbe. „Deadpool“ als irrer Söldner wirkt gemäßigter und nicht mehr wie eine morbide Parodie auf eine Art ‚Wolver-Man‘ oder ‚Spiderin‘, sodass er sich besser in das neue Marvel-Universum einfügt und sinnvoll(er) mit anderen zusammenarbeiten kann.

Nun, man muss abwarten, wie sich die Serien entwickeln werden, aber gewiss dürften viele Leser einige lieb gewonnene Figuren vermissen. Ob z. B. X-23 und Old Man Logan wirklich den ‚echten‘ Wolverine ersetzen können?

Copyright © 2016 by Irene Salzmann  (IS)

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