Das Buch der Schatten

Maja Sonderbergh
Das Buch der Schatten

Egmont vgs Verlag, Köln, 9/2001
PB, Sachbuch, Esoterik, Wicca, 978-3-8025-2850-7,110/1050
Titelillustration und Zeichnungen von N. N.

www.vgs.de

In den letzten Jahren haben die Fernsehserie „Charmed“ und „Sabrina“ gerade unter jungen weiblichen Zuschauern ein neues Hexenbild geschaffen: Junge attraktive Frauen haben magische Kräfte verliehen bekommen, die ihnen nicht nur im Kampf gegen das Böse sondern manchmal auch zum eigenen Nutzen zur Verfügung stehen. Die magischen Sprüche und Rituale versprechen immer wieder auch allerlei Vorteile für das eigene Leben, denn natürlich sind diese Hexen auch ganz normale Menschen, die das Schicksal nach ihrem Wunsch lenken wollen.

Das Merchandise tut ein Übriges, um in Mädchen und jungen Frauen den Wunsch zu erwecken, selbst Hexen zu werden. Das bietet den Verlagen die Möglichkeit, weiteres Geld mit den entsprechenden Ratgebern zu machen, die fröhlich in allen möglichen Traditionen wildern und sich dabei eines schenken: Sie erklären nicht den magisch-religiösen Hintergrund.

Das ist auch bei „Das Buch der Schatten“ von Maja Soderbergh so. Die Autorin sichert sich aber damit ab, indem sie immer wieder betont, dass man mit den magischen Kräften auch große Verantwortung übernimmt und sich bewusst sein sollte, dass alles, was man tut, irgendwann dreifach auf einen zurückfällt.

Trotzdem erklärt sie, was eigentlich eine Hexe im modernen Sinne ist und welche Regeln man befolgen sollte, wenn man wirklich eine werden will. Nur wenn man diese verinnerlichen kann, steht dem nichts mehr im Wege. Dennoch sollte man sich für alles Zeit nehmen: für die Initiation, die Weihe der magischen Werkzeuge, zu denen neben einem Messer, Salzen und Kräutern, Räucherwerk, Glocken, Schalen und Kelchen auch ein Stab und Kerzen gehören. Aber es ist auch wichtig, den richtigen Zeitpunkt für ein Ritual oder einen Zauber zu wählen und den richtigen Ort. Von einer wahren Hexe wird sehr viel Geduld gefordert. Man soll alles in seinem eigenen ‚Buch der Schatten’ aufschreiben, und nach und nach auch eigene Zauber entwickeln.

So stellt sie wichtige Rituale und Zauber vor, die sie selbst schon ausprobiert hat. Im Speziellen sind dies oft auch nur von Räucherwerk unterstützte Meditationen, die zum Beispiel dabei helfen, vor einer Prüfung ruhiger zu werden.

Eine kleine Kräuterkunde rundet das Büchlein ab.

Bei einer Dicke von knapp über hundert Seiten kann die Autorin das Thema nur oberflächlich zusammenfassen und nicht besonders vertiefen. Aber mehr verlangen ihre Leserinnen wahrscheinlich auch nicht, die wahrscheinlich glauben, schnell und unkompliziert selbst zu Hexen werden zu können.

Immerhin ist Maja Sonderbergh so verantwortungsvoll, immer wieder auf die Gefahren und Probleme hinzuweisen, die ein leichtfertiger Missbrauch hervorrufen kann. Sie nennt die wichtigsten Grundregeln, die man beherrschen sollte und die teilweise durchaus auch helfen können, einfach so ein wenig zufriedener und glücklicher mit seinem Leben zu werden, ohne gleich eine Hexe sein zu müssen.

Gerade die Zauber und Rituale sind Meditationen, die diese Intention unterstützten und eine positive Wirkung auf das Seelenleben haben können – wenn man ihre Warnungen beachtet.

Das macht das „Das Buch der Schatten“ zu einem ordentlichen Ratgeber für Einsteiger, der einfach, klar und übersichtlich das zusammenfasst, was das moderne Hexentum eigentlich ausmacht, ohne zu viele Geheimnisse zu verraten und den neugierigen Leserinnen zu viel zu versprechen. (CS)

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