Das Haus (1)

Wilko Müller jr.
Das Haus
Das Haus 1

Projekte-Verlag in der Cornelius GmbH, Halle, 06/2009
TB, SF, Mystery, Urban Fantasy, 978-3-86634-695-6, 200/1250
itelmotiv von Mario Franke
Autorenfoto von N. N.

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das-haus

Robert Frankenheim führt ein eintöniges Leben. Er arbeitet als Systemanalytiker, ist Single, und es scheint nichts zu geben, was den alltäglichen Trott durchbrechen könnte. Bis er in einer Kneipe hört, wie jemand über „das Haus“ spricht. Es sind nur vage, bruchstückhafte Worte, die er selbst kaum zu erfassen und zusammenzusetzen vermag. Doch plötzlich verspürt er das Bedürfnis, nach diesem Haus zu suchen, denn etwas sagt ihm, dass sich alles für ihn verändern könnte, falls er es findet.

Und tatsächlich steht Robert schon bald vor der Tür des Hauses. Er tritt ein und trifft auf den skurrilen Pförtner, den jeder nur „den Unhold“ nennt. Dieser schickt ihn weiter, und die nächste Tür, die sich für Robert öffnet, führt in das Zimmer der Hexe Jasmin. Von ihr und Graf Vladimir erfährt er Näheres über das Haus, aber nicht genug, um die für ihn wesentlichen Fragen zu beantworten: Was ist das Haus? Was bedeutet es für ihn? Ist es gefährlich? Warum wurde ausgerechnet er auserwählt, das Haus zu finden? Braucht es ihn?

Als Robert wieder einmal das Haus aufsucht, beobachtet Inspektor Xavier zufällig sein Verschwinden. Prompt glaubt er, endlich eine Spur im Fall der vielen vermissten Personen zu haben, der ihn seit einer geraumen Weile beschäftigt. Es gelingt ihm, Roberts Wohnung ausfindig zu machen und ihn in einer Besprechung mit Jasmin und dem Graf zu überraschen. Aber erst nachdem auch Xavier das Haus entdeckt und betreten hat, können sie miteinander über alles reden.

Das Haus scheint nicht richtig zu funktionieren, und jemand – vermutlich von einer anderen Welt – benutzt es, um Menschen an einen anderen Ort zu einem unbekannten Zweck zu verschleppen. Offenbar erwartet das Haus von Robert und seinen Kameraden, dass sie alles wieder in Ordnung bringen …

Der Roman, ein Mix aus SF und Mystery, beginnt zunächst recht beschaulich und lässt den Leser glauben, wieder mal eine haunted house-Story in den Händen zu halten. Aber nicht lang, denn trotz des Erscheinens einer Hexe, eines Vampirs und anderer Fabelwesen und Figuren aus der Literatur, macht Wilko Müller jr. schnell deutlich, dass er sich nicht mit Poltergeist & Co. befassen will, sondern mit einer Art Portal zu anderen Welten. Darum verstehen sich die Protagonisten, die der irdische Durchschnitts-‚Held‘ Robert Frankenheim und Inspektor Xavier im Haus kennenlernen, als Aliens, sie stoßen auf eine hochentwickelte Technologie, und in den Gesprächen werden ‚SF-Termini‘ verwendet.

Wann immer Robert das Haus betritt, erkundet er neue Räume, trifft auf ungewöhnliche Bewohner oder Nutzer, gelangt auf andere Welten, die selten das sind, was man zunächst vermutet, und findet Stück für Stück mehr heraus. Natürlich dauert es eine ganze Weile, bis Robert und seine neuen Freunde begreifen, was eigentlich los ist und von ihnen erwartet wird. Der Leser ist genauso neugierig wie die sympathischen Figuren und folgt ihnen bei jedem weiteren Schritt voller Spannung. Darüber fliegen die Seiten nur so dahin, und als die Lösung schon ganz nah scheint …,

… „Ende des 1. Teils“. Schade, dass das Abenteuer nicht wenigstens einen sauberen Abschluss erhielt – es sei denn, man betrachtet den Rückzug der Kameraden ins Haus, um sich aus der brenzligen Situation zu retten, als solchen -, denn die Geschichte endet offen, viel zu abrupt und mitten drin. Man fühlt sich regelrecht ‚verarscht‘, wie vor einigen Jahrzehnten von den Verlagen, als diese häufig die Unsitte pflegten, einen 500-Seiten-Roman in drei Teilen zu veröffentlichen, ohne Rücksicht auf die Handlung, gerade dass die willkürliche Unterbrechung nicht mitten in einem Satz erfolgte.

Das Haus“ ist ein unterhaltsamer SF mit vereinzelten Mystery-Elementen und Anspielungen auf Literatur und Film, der mit sympathischen Charakteren aufwartet und sehr unaufgeregt erzählt wird, dabei jedoch einen steten Spannungsbogen aufbaut, welcher den Leser in den Bann zieht und bei der Stange hält. Das abrupte Ende ist der einzige Wermutstropfen – das wäre nicht nötig gewesen. Wer wissen will, wie die Story endet, muss auch „Mission Nirvana“ lesen.

Copyright © 2016 by Irene Salzmann (IS)

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