Departure

A.G. Riddle: Departure
Originaltitel: Departure (2015).
Deutsche Übersetzung von Marcel Häußler.
München: Verlagsgruppe Random House 2016.
Heyne Taschenbuch 43851.
430 Seiten. 9,99 Euro.
Umschlaggestaltung: Johannes Wiebel / punchdesign, München.
Umschlagabbildung: Johannes Wiebel unter Verwendung von Motiven von shutterstock.com (Steve Shoup, Peter Goudella, andreiuc88, Zwiebackesser, Andrey Kucheruk, Quintanilla).
ISBN 9783453438514

Departure

Departure BC

Zuerst ein Kompliment an den Verlag und vor allem an den Umschlaggestalter (auch für das Design der Abbildung) Johannes Wiebel. Das “altmodische” kleine Taschenbuchformat in Verbindung mit der Hochglanzfolie und dem spektakulären Titelbild macht einen recht ansprechenden Eindruck, da viele Taschenbücher heutzutage in diesem Bereich unter Ideenlosigkeit leiden.

Leider hat sich Heyne entschlossen, den Roman eher als Thriller zu bewerben, was an des Autors bisherigen Leseerfolgen in den USA liegen dürfte.

In Wirklichkeit liegt hier ein astreiner SF-Zeitreiseroman vor mit einer spektakulären Hintergrundgeschichte und einem cleveren Plot.

Die beiden Protagonisten, die abwechselnd aus ihrer Perspektive die Geschichte erzählen, sind beide Passagiere eines zivilen Fluges von den USA nach England.

Während Nick als Chef einer Firma, die Gelder und Kredite für Internet-Startups rekrutiert, das Gefühl hat, sein Leben sei in der Sackgasse gelandet, ist die junge Harper eine angehende Autorin, die die Qual der Wahl hat, entweder eigene Abenteuerromane zu schreiben mit dem Risiko, zu scheitern und ohne Geld dazusitzen, oder sich als Ghostwriterin berühmter Leute zu verdingen, was ihr Ruhm und vor allem dicke Honorare einbringen würde. Leider sind wichtige Entscheidungen für sich selbst nicht ihre Stärke.

Alles ändert sich, als der Flug auf rätselhafte und recht spektakuläre Art und Weise abstürzt. Während die Protagonisten sich selbst und einige andere Passagiere retten können, müssen sie bald erkennen, dass sie in eine rätselhafte Zukunft entführt worden sind, in der zwei verfeindete Parteien um die Havarierten kämpfen, denn diese halten den Schlüssel über das Schicksal der Menschheit in ihren Händen…

Auch wenn man sich fragt, ob es nicht eine Nummer kleiner geht, so muss man dem Autor zugestehen, dass er sich eine aufsehenerregende Geschichte ausgedacht hat.

Die ganze Story erinnert manchmal frappant an Stephen Kings wunderbares Werk Langoliers, hat jedoch einen völlig anderen Plot.

Die Protagonisten und ihre wichtigsten Helfer erscheinen glaubwürdig in ihren Konflikten, der Hintergrund ist smart erdacht, nur beim Spannungsbogen ist zu bemängeln, dass die Erzählung in der Mitte etwas an Fahrt verliert, was aber daran liegen dürfte, dass Departure auf recht hohem Niveau startet, dieses leider etwas zu lange hält, so dass der Leser zu spät Atem holen kann und dann irgendwann ermüdet.

Insgesamt stellt das vorliegende Buch aber eine packende und actionreiche Abenteuergeschichte dar, die auf allzu grobe und dümmliche Klischees verzichtet, extrem unterhaltsam ist, ohne jedoch einen Meilenstein des Genres darzustellen oder dem Leser allzuviel abzuverlangen.

Betrachtet man den Roman einzig und allein als flotte Unterhaltungslektüre mit leicht erhöhtem intellektuellen Niveau (denn die Zeitreisegeschichte ist schon etwas verwinkelt, hinterlässt aber erfreulicherweise keine Logiklöcher, wie dies ansonsten bei vielen ähnlichen Genreprodukten der Fall ist), dann wird man von dieser Geschichte perfekt bedient.

Copyright © 2016 by Gunther Barnewald

Titel erhältlich bei Amazon.de
Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de
Titel erhältlich bei ebook.de

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.