Die Welt ohne uns – Reise über eine unbevölkerte Erde

Die Welt ohne uns
Reise über eine unbevölkerte Erde
Alan Weisman

Piper Verlag (2007)
ISBN: 3492253059
Umfang: 432 Seiten
Originaltitel: The world without us (2007)
Übersetzer: Hainer Kober
Genre. Sachbuch

Es gibt seit langem eine Frage, die mich beschäftigt. Und ich nehme stark an, noch zigtausende andere Menschen. Sicher die gesamte Gemeinde der Umweltschützer, von den pragmatischen bis hin zu den radikaleren. Oder auch nur all jene, welche eine intakte Natur schätzen, bewahren wollen und bei jedem Verlust, den wir Menschen diesem Planeten antun, ins Grübeln kommen. Und – last but not least – natürlich Science-Fiction-Fans. Aber auch ganz andere Personen und Vertreter betroffener Berufsgruppen.

Wir – wie gesagt, ich schließe mich hier ein – fragen uns: Wie würde der Planet Erde ohne uns, ohne die Menschheit aussehen? Was würde geschehen, wenn durch irgendein Ereignis die Menschheit schlagartig oder in sehr kurzer Zeit nicht mehr auf diesem Planeten präsent und als in der Regel schädigender Faktor existent wäre? Als SF-Fan fällt einem eine Unzahl von Möglichkeiten ein. Aber für die Realisten: Was wäre denn bei einer weltweiten Seuche, ob Sie nun den Ebola, Schweinegrippe oder sonst wie heißt? Wie sieht es mit Kriegen aus, in denen ja nicht unbedingt Atomwaffen zu Einsatz kommen müssen, sondern chemische und biologische Kampfstoffe, welche die Menschheit ausrotten, ect. ect. Also: Die Menschheit ist weg, und dann?

Wie lange dauert es, bis sich die Natur Stück für Stück zurückholt? Wie lange werden unsere Häuser, Bauwerke und massiven, die Landschaft verändernden Eingriffe bestehen können? Wie lange können die Baumaterialien, Werkstoffe und Zerfallsprodukte noch Zeugnis ablegen, von einer einstigen Zivilisation auf der verlassenen Erde? Was würden fremde, außerirdische Forscher und Archäologen denn noch an Spuren finden, in sagen wir 100, 500, 1.000 Jahren oder noch weiter in der Zukunft. Welche Tier- und Pflanzenarten würden verschwinden, andere verdrängen, welche würde sich durchsetzen und sich vermehren.

Das Faszinierende und Erschreckende bei der Lektüre war für mich, wie lächerlich kurz manche unserer so genannten Errungenschaften Bestand haben. Die Römer bauten aus bestem Holz Brücken, von denen heute noch einige stehen und sogar hunderte von Lkws pro Tag mühelos tragen können. Manch neu gebaute Brücke aus Stahl, Beton und anderen modernsten Baumaterialien hält noch nicht mal 20 Jahre aus, ohne permanent gewartet zu werden. Andere fallen, kaum dass sie in Betrieb genommen wurden, in sich zusammen, weil sie falsch berechnet wurden.

Der Autor Alan Weisman schildert die Vorgänge anschaulich und in einer sehr angenehm zu lesenden Art und Weise. Seine Schlussfolgerungen sind nüchtern, basieren auf bekannten Prozessen der Physik, Chemie und jahrzehntelangen Forschungsergebnissen vieler Wissenschaftler, Bauingenieure und Naturforschern. Er zeichnet ein klares Bild an Beispielen „Vom Untergang unserer Häuser“ über „Unvergänglichkeit der Polymere“ bis hin zu „Unsere geologischen Spuren“. Ein Sachbuch, ja. Aber ich habe es mit spannender Erwartung gelesen und wurde auf keiner Seite enttäuscht.
Einen sehr guten Einstieg gibt ein Zeitstrahl auf den Cover-Innenseiten, beginnend vom Tag 2 unseres Verschwindens von der Erde.

Copyright by Werner Karl

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Comments

  1. Eines Tages ist es soweit: der Wasserstoffvorrat unserer Sonne wird sich grösstenteils in Helium verwandelt haben, der Innengasdruck wird innherhalb kurzer Zeit dem Druck der Schwerkraft nicht mehr standhalten können und grosse Teile unseres Sterns werden zu seinem Mittelpunkt hin fallen. Dadurch wird ein enormer Gasdruck entstehen und das Material wird extrem nach aussen gedrückt. Unsere Sonne wird sich aufblähen und zu einem roten Riesen werden, sie wird sich bis über zur Marsbahn hin aufblähen und alle inneren Planeten samt Erde verkochen, wovon nicht ausser schwarzer Schlacke übrigbleiben wird. Die Menschheit uns mit ihr das gesamte Leben auf der Erden wird schlagartig zu existieren aufhören. Was, liebe Lese, wird das für unsere Galaxis, die Milchstrasse, was für das gesamte Universum bedeuten? Ich kann es Euch verraten: nichts! Es wird nichts bedeuten für den Rest des Universums! Also warum nehmen wir Menschen uns und unseren Planeten so ungemein wichtig? Wir werden nicht weiter existieren und nichts, was auf der Erde entstanden ist wird weiter existieren. Und auf extrem weit entfernten Welten werden andere neue Lebenwesen, womöglich intelligentere entstehen. Und vielleicht wissen die ja dann, wie man das Darsein zu würdigen weiss, im anonsten absolut kalten lebensfeindlichen universum, und vielleicht wissen Sie es einzuschätzen, was Materie ist und wie man mit ihr umgehen soll und wie man mit Leben und Intelligenz umgehen sollte. Wir, die Menschen werden zu diesem Zeitpunkt längst nicht mehr existieren, sicherlich nichts mehr von uns wird existieren. Es wird nicht mal jemand oder etwas jemals davon erfahren, dass wir existiert haben. Und ich glaube, wir haben das auch verdient. Wir werden jedefalls nicht diejenigen sein, die das Universum und den Kältetod des Alls in irgendeiner Weise überstehen werden, weil wir absolute Ignoranten sind… (Vielleicht findet ja jemand eine seltsame Sonne namens Voyager und wundert sich über die grenzenlose Dummheit dieser Lebensform?)

  2. Ich gebe dir recht, wenn… Ja, wenn die Menschheit so dumm ist, wie du befürchtest. Da ich aber ein unerschütterlicher Optimist bin, hoffe ich, dass wir weit, weit vorher die Intelligenz und die technischen Mittel errungen haben, um uns von unserem Heimatplaneten zu lösen und auch andere Welten besiedeln werden (wahrscheinlich mit exakt den gleichen Fehlern, mit denen wir die Erde seit unserem Erscheinen darauf traktieren, aber das ist ein anderes Thema). Für mich ist dieser Punkt eigentlich unvermeidbar, natürlich auch wünschenswert. Wir werden die Bevölkerungsexplosion nicht wirksam eindämmen können, die Ressourcen und Lebensmittel, die wir auf Terra haben, sind absehbar (!) begrenzt. Natürlich haben das die Politiker (meine Bezeichnung: Krampfdeppenkasper) noch nicht erkannt, und es wird kommen, wie es immer kommt: Erst wenn es gar nicht mehr anders geht, dann wird man sich der Aufgaben widmen, die eigentlich schon heute völlig klar auf dem Tisch liegen. Und wenn wir dann als Spezies auf mehreren, vielleicht sogar vielen Planeten verteilt sind, dann wird es nicht mehr so leicht sein von der Bühne des Universums zu verschwinden. Es haben schon ganz andere versucht, bestimmte Rassen völlig auszulöschen und das hat – gottseidank – auch nicht funktioniert (aber auch das ist eine ganz andere Geschichte). Für mich stellt sich nur die Frage: Verlassen wir uns blauäugig auf die Aussage „In der Zukunft werden wir das schon können/schaffen“ oder TUN wir JETZT aktiv was dafür? Vielleicht ist es genau der Punkt unserer „Qualifikation“ für andere im All lebende Spezies, OB wir fähig sind, unseren eigenen Saustall in Ordnung zu bringen und den Schritt nachhaltig ins All zu schaffen. Erst dann sind wir für diese Wesen interessant und der Kontaktaufnahme wert.

  3. Ich hoffe nicht, dass sich die Menschen im all verbreiten, wir sind doch ne Seuche übelster art, schau was wir mit den tieren machen!!!!!

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