Flora & Fauna – Manifest Destiny 1

Chris Dingess
Flora & Fauna

Manifest Destiny 1
Manifest Destiny, Vol. 1, Flora & Fauna: Manifest Destiny 1 – 6
Image Comics/Skybound, USA, 2013(14
Cross Cult, Ludwigsburg, 01/2016
HC, Comic, Mystery, Horror, Adventure, Western, 9783864258268, 118/2000
Aus dem Amerikanischen von Christian Langhagen
Titelillustration von Matthew Roberts & Owen Gieni
Zeichnungen von Matthew Roberts
www.cross-cult.de

https://imagecomics.com

www.skybound.com/

https://twitter.com/realdingess

https://twitter.com/shinolahead

http://owengieni.deviantart.com

Manifest Destiny 01


Im Frühjahr 1804 – nach dem Kauf von Louisiana durch die USA – machen sich die beiden Entdecker Meriwether Lewis und William Clark im Auftrag des Präsidenten Thomas Jefferson auf den Weg, eine schiffbare Passage bis zum Pazifik zu finden und das zu durchquerende Gebiet zu studieren und zu kartographieren. Unerschlossenes Land, unbekannte Indianerstämme und fremdartige und bisweilen tödliche Flora und Fauna erwarten die Forschungsreisenden und ihre kleine Mannschaft aus Freiwilligen, Söldnern und Sträflingen.

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„Manifest Destiny“ beschreibt eine amerikanische Doktrin, die besagt, dass die USA die göttliche Pflicht zur Expansion habe. So erteilt Präsident Thomas Jefferson persönlich die Anweisung, die damals noch bestehende westliche Grenze der USA in Richtung Pazifik auszudehnen, verbunden mit einem naheliegenden Forschungsauftrag zur Gebietserkundung. Autor Chris Dingess hat nun aus der historischen Lewis & Clark-Expedition keinen drögen Reisebericht gemacht, sondern den Weg der Forschungsgesellschaft mit einer gehörigen Portion fantastischer Elemente gepflastert und so einen abgefahrenen Mystery-Horror-Western-Mix mit einen guten Schuss sense of wonder fabriziert.

Schon die anfängliche Entdeckung eines riesenhaften Pflanzenbogens (der wohl Pate stand für das Jefferson National Expansion Memorial in St. Louis) lässt nicht nur den Forschern, sondern auch dem Leser vor Staunen den Mund offen stehen. Nicht der einzige Moment, in dem man sich eine Umsetzung der Geschichte im größeren Albenformat wünscht. In der Folge bekommt es der Trupp mit einer Horde Büffel-Minotauren, sowie einem Lager ansteckender Pflanzen-Zombies zu tun, also die Dinge, über die sich die offiziellen Geschichtsbücher lieber ausschweigen. Doch nicht nur außerhalb der Gemeinschaft lauert Gefahr; auch die Sträflinge, die der Expedition mehr oder weniger als Kanonenfutter zugeteilt wurden, warten nur auf eine Chance zu desertieren und würden dafür über Leichen gehen.

Insgesamt ist die Erzählung geschickt und ausgewogen aufgebaut, verbindet gleichwertig charakter- und handlungsgetriebene Teile und lässt einige Fragen für Band 2 offen.

Nach dem, was man sich allgemein über die echte Lewis & Clarke-Expedition anlesen kann, geht Autor Chris Dingess sehr sorgsam mit den verbürgten Fakten und vor allem den Charaktereigenschaften der beiden Hauptfiguren um. Auf Wikipedia ist zu lesen: „Der „Praktiker“ Clark und der „melancholische Denker“ Lewis ergänzten und verstanden einander gut.“ – und genauso ist es hier.

Auch optisch sind die Entdecker sehr gut getroffen. Insgesamt wirken die Zeichnungen von Matthew Roberts frisch, unverbraucht und fangen die Weite des unentdeckten Landes sehr schön ein; ab und an gibt es einige Manga-Einflüsse zu entdecken. Erwarten würde man „Manifest Destiny“ eher bei Panini, wo heuer auch Skybound-Kollege „Ghosted“ erscheint. Cross Cult dagegen lässt sich nicht lumpen und publiziert die Serie als schickes und edles Hardcover, jedoch ist das Format etwas kleiner als das der bekannten Panini-Paperbacks.


Toll ausgewogener Historien-Fantastik-Western-Abenteuer-Mash-Up, der neugierig macht auf den weiteren Weg von Lewis & Clarke, der nicht in den offiziellen Geschichtsbüchern zu finden ist.

Copyright © 2016 by Elmar Huber (EH)

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