Gottes letzte Kinder

D. J. Frenzen
Gottes letzte Kinder
Armageddon – Die Suche nach Eden 1

Begedia Verlag, Mülheim an der Ruhr, 10/2012
Taschenheft, Horror
ISBN 978-3-943795-21-9
Titelillustration von Lothar Bauer

www.verlag.begedia.de/
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„Als offiziell bekannte gegeben wurde, dass die Grippetoten in speziellen Säcken in ihre Särge gelegt und auf gesonderten Friedhöfen beigesetzt werden sollten, befiel Frank eine diffuse Unruhe.“ Während sich die Meldungen über eine tödliche Grippepandemie häufen und die Opfer der Krankheit sich schließlich wieder erheben und über die Lebenden herfallen, hat sich Frank in prophetischer Voraussicht in seinem Elternhaus in Köln mit Solardach, U-Boot-Batterien und einem stolzen Vorrat an Lebensmitteln verbarrikadiert. Bei einer Versorgungsfahrt in die Kölner Innenstadt trifft er Sandra, eine weitere Überlebende. Da empfangen sie plötzlich einen Hilferuf. Eine Gruppe überlebender Kinder hat sich im Keller einer Kirche vor den Zombies versteckt. „Es war ein einziges Chaos aus Blut und Schreien und Angst. So schnell, wie die meisten in ihren Blutlachen starben, so schnell standen sie auch wieder auf. Ich habe nur noch die Beine in die Hand genommen und bin gelaufen. Einfach nur gelaufen, ohne auch nur einen einzigen Blick zurückzuwerfen.“

Angesichts der schon wieder abebbenden Zombie-Welle ist es ein denkbar schlechter Zeitpunkt, eine weitere Zombie-Reihe eines unbekannten Autors auf den Markt zu werfen, die noch dazu bereits als e-book veröffentlicht wurde. Das könnte vielleicht bei einem wirklich originellen Sujet funktionieren, doch in „Armageddon“ – zumindest in Band 1 – wird leider nichts wirklich Neues geboten. Da kann die Story noch so kurzweilig und souverän geschrieben sein, die Geschichte versinkt fast vollständig in der Vorhersehbarkeit des Zombie-/Endzeitszenarios.

Dabei ist „Gottes letzte Kinder“ objektiv als gelungene Serieneröffnung zu bewerten, die alles hat, was man von einem Auftakt dieser Art erwartet: die Etablierung eines Ausnahmeszenarios, eine hinreichende Einführung der Hauptpersonen und die grundsätzliche Festlegung des Tenors – nicht bierernst und stellenweise sogar angenehm trashig. Zusätzlich lanciert D. J. Franzen einige Anknüpfpunkte, die auf einen großen Handlungsbogen hindeuten und „Armageddon“ irgendwie in Richtung Stephen Kings „The Stand“ rücken.

Im Rahmen einer Heftroman-(Mini-)Serie am Kiosk wäre „Armageddon“ sicher gut aufgehoben; in vorliegender Form darf am langfristigen Erfolg gezweifelt werden. Das Titelbild von Lothar Bauer wirkt auf den ersten Blick etwas halbgar; auf den zweiten Blick jedoch durchaus berechnend im Spiel mit Licht und Schatten. Auch die Cover der Folgebände sind grundsätzlich gleich gestaltet: Die Schattenrisse der Überlebenden im Vordergrund vor einem wichtigen Element der jeweiligen Folge.

Vorhersehbare und bekannte Handlungselemente, zusammengegossen zu einer kurzweiligen Geschichte, die jedoch einige Zeit zu spät kommt.

Copyright © 2012 by Elmar Huber (EH)

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