Im Schatten des Bösen

Im Schatten des BösenG. F. Unger
Seine größten Western-Erfolge Band 1545
Im Schatten des Bösen

(sfbentry)

Bastei Romanheft
64 Seiten
Titelbild: Manuel Prieto / Norma

http://www.bastei.de

Ben Breahitt kehrt nach dem Krieg nach Spanish Springs zurück. Alle hielten ihn für tot und Bens Mädchen ist gerade dabei John Stockbridge zu heiraten, den einflussreichen Rancher der Spanish Bit. Beide stehen gerade vor dem Altar, als Ben in die Stadt einreitet. Die Hochzeit platzt und Stockbridge sinnt auf Rache …

Wie bei Gert Fritz Unger üblich, dreht es sich auch „Im Schatten des Bösen“ um den Kampf eines Mannes gegen sein Schicksal. Dabei steht Ben Breahitt erst einmal alleine gegen Stockbridge, der in der Gegend die Zügel in der Hand hält. Zum Leidwesen von Ben sorgt der mächtige Rancher auch für einen Burgfrieden mit einer Bande Gesetzloser. So ist es für Ben beinahe unmöglich irgendwelche Verbündeten um sich zu scharen. Diese Konstellation erzeugt große Spannung, denn selbst die Menschen die sich auf Bens Seite schlagen, sind unfähig Stockbridge etwas entgegenzusetzen. Zudem ist der Held der Geschichte kein erfahrener Gunslinger, dafür hat er einen Haufen Ehre im Leib. Und die wird ihm ebenfalls zum Verhängnis.

Ben steht auf verlorenem Posten und das wird dem Leser sehr eindringlich bewusst. Die Atmosphäre steckt spürbar voller Spannung und Dramatik. Breahitt ist dabei der typische, wortkarge Held. Doch er braucht nur wenige Worte, um die Leserschaft hinter sich zu wissen. Unger nutzt die ersten Seiten des Romans, um die Hauptfigur zu platzieren, sie durch ihren Edelmut sympathisch aufzubauen und dann auch noch dermaßen in den Dreck zu treten, dass einem der Atem fehlt. Es stellt sich unweigerlich die Frage: Wie soll Ben das bloß schaffen? Und natürlich präsentiert Unger die Antwort.

Sein Held hat Nehmerqualitäten, einen starken Willen und steuert unbeirrt auf sein Ziel zu. Doch neben diesem Aufbau, buhlen gleichzeitig zwei Frauen um seine Gunst. Das Übel an der Sache: Beide Ladys haben ihre Reize, ziehen die Sympathien auf sich und wissen den Leser für sich zu gewinnen. Ein kleines Dilemma, denn beiden Frauen sei der Held gegönnt. Schlussendlich fällt Unger die Entscheidung und nimmt eine der Ladys aus dem Rennen, was zu einer dramatischen Entwicklung führt. Dabei muss zum Ende hin zwischen den Zeilen gelesen werden, um das ganze Leid in seiner Tragweite zu begreifen.

G. F. Unger beschreibt mit wenigen Zeilen eine passende Westernkulisse und nutzt gekonnt die Kürze des Heftromans aus, um seine Figuren zu skizzieren. Markant und im Präsens treibt er die Geschichte voran, schickt kantige Helden und bullige Schurken ins Rennen. Klischees und bekannte Bilder müssen dabei die Detailarbeit übernehmen, denn für ausschweifende Beschreibungen fehlt der Platz. Mit wenigen Worten das Richtige sagen, die richtige Stimmung erzeugen – das ist, beziehungsweise war, Ungers Stärke. Und die kommt hier erneut zum Tragen.

„Im Schatten des Bösen“ ist ein packender Roman nach typischer Westernmanier, der trotzdem einige überraschende Augenblicke bietet und hervorragend unterhält.

Copyright © 2010 by Günther Lietz

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