Iron Kingdoms – Spielleiterset

Iron Kingdoms – Spielleiterset
(sfbentry)

Ulisses Spiele (2014)
ISBN 978-3-86889-316-8
Inhalt:
8 Charakterbögen
8 Begegnungsbögen für Spielleiter
8 Initiativekarten
8 Zustandskarten des Charakters

http://www.ulisses-spiele.de/

Titel erhältlich bei Amazon.de
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“Iron Kingdoms” ist ein eher klassisches Rollenspielsystem. Das spiegelt sich in der Produktlinie wieder. So gibt es auch für das militärisch angehauchte Steamfantasyrollenspiel den üblichen Spielleiterschirm – inklusive weiteren Hilfsmitteln – zu erwerben. Das ganze Material ergibt dann ein regelrechtes Spielleiterset.

Das Herzstück ist natürlich der Spielleiterschirm. Dabei handelt es sich um ein ziemlich großes, langes und dickes Gerät, das zudem auch noch bei der Technik punktet und eine wahre Augenfreude ist. Der vierseitige Schirm besteht nämlich aus sehr stabiler Pappe. Jede Seite ist grob DIN A4 groß und quergelegt. Dadurch wächst das Ding nicht in die Höhe, sondern eher in die Breite. Vorausgesetzt es ist genug Platz vorhanden. Das hat den Vorteil, bei seinem Gebrauch alles gut im Blick zu behalten. Das ist sehr löblich, denn die Action findet nicht nur bei der Spielleitung statt.

Auf der Vorderseite des vierfarbigen Schirms sind vier Illustrationen zu finden, die typische Szenen aus dem Iron-Kingdoms-Spiel zeigen. Bei drei der Illustrationen sind Steamsjacks zu sehen, die einfach zur Atmosphäre dieses Spiels dazugehören. Der Anblick raubt einem bereits die Luft zum Atmen und steigert die Vorfreude auf das, was bald kommen wird.

Die Rückseite des Schirms bietet wiederum der Spielleitung einen guten Blick auf eine Kurzübersicht wichtiger Regeln. Dazu gehören die Kampfregeln, der Einsatz von Fertigkeiten und Spieleraktionen. Was ist wann und wo angeraten, wie schwierig wird die Nummer und mit was für Reaktionen ist zu rechnen. So kann die Spielleitung recht zügig und treffsicher vorgehen, um ein gutes Spielerlebnis zu bieten. Das sorgt für Laune, was unter anderem auch an den vorhanden Seitenverweisen liegt, um im Regelbuch schnell etwas nachschlagen zu können. Genau das braucht es, um für ein befriedigendes Spiel zu sorgen.

Ein kleines Problem ist eher, dass “Iron Kingdoms” ein miniatur- und kampflastiges System ist. ein Großteil des Spaßes findet also auch Jenseits des Spielleiterschirms statt. Dort ist von der Spielleitung mehr als einmal ordinäre Handarbeit gefragt, um Pläne auszulegen, Gelände aufzubauen und Figuren zu bewegen. In solchen Augenblicken über den Schirm zu greifen, ist dann schon etwas umständlich. Den Schirm erst einmal wegzulegen dagegen hinderlich. Das kann aber keineswegs dem Spielleiterschirm zu Lasten gelegt werden, sondern ist eine winzige Problematik die Miniaturenspiele mit sich bringen.

Ein weiterer Minuspunkt ist die Verklebung des Schirms. Die ist an sich zwar sehr gut, aber zur Vorderkante des Schirm hin, befindet sich eine auf Stoß befindliche Klebekante. Je nach Transport und Lagerung bleiben da schon mal Finger, Kleidung, Bücher et cetera leicht hängen, was auf die Dauer diese Stelle belastet und die Verklebung lösen kann.

Trotz den kleinen Kritikpunkten überwiegt eindeutig das Positive und ist der Spielleiterschirm ein tolles Teil. Er wird sicherlich für viel Spaß auf dem Tisch sorgen und braucht jedenfalls keinen Vergleich mit anderen Spielleiterschirmen zu scheuen.

Bei den weiteren Spielhilfen handelt es sich um jeweils acht Charakterbögen, Begegnungsbögen für Spielleiter, Initiativekarten und Zustandskarten des Charakters. Bevor auf die einzelnen Sachen eingegangen wird, hier erst einmal eine Generalkritik: Acht (8!) von jeder Spielhilfe ist eindeutig zu wenig. Vor allem bei den Charakter- und Begegnungsbögen.

Diese liegen im Format DIN A4 vor und sind beidseitig vierfarbig bedruckt. Das sieht recht hübsch aus. Beides entspricht den bekannten Vorlagen und kann bei Ulisses zudem auch heruntergeladen werden. Sehr schön ist, dass es sich tatsächlich um stabile Bögen handelt, als kein reines Papier, sondern eher dünne Pappe. Das macht die Teile schön fest. Statt dieser Stabilität wäre schiere Masse aber besser gewesen.

Weitaus kleiner fallen die Initiative- und Zustandskarten aus. Das Format der Karten ist übrigens keines der üblichen. Von der Breite her erinnern sie an normale Spielkarten, sind aber etwas länger als diese. Die Initiative- und Zustandskarten sind ebenfalls vierfabig, aber nur einseitig bedruckt. Das ist sinnig, denn schließlich soll die Spielleitung ja die Übersicht bewahren und nicht andauernd die Merkkarten umdrehen müssen. Dafür sind die Karten allerdings beschichtet und können mit passenden, abwischbaren Folienstiften beschrieben werden. Hier scheiden aber Stifte aus, die sich mit Flüssigkeiten lösen lassen. Im Spiel sorgen nämlich manchmal Spucke, Limonade und Schweiß dafür, das sich wichtige Informationen in Farbschmiere auflösen. Weitaus besser sind Folienstifte, die am Ende einen kleinen Wischer (Radierer) besitzen, mit denen die Farbe weggerubbelt werden kann. Die Folierung ist jedenfalls eine gute Idee und sorgt dafür, dass die Karten mehrfach benutzt werden können, im Gegensatz zu den Bögen.

Unter dem Strich ist das “Iron Kingdoms – Spielleiterset” eine nette Sache. Toll ist der Spielleiterschirm, schlecht dagegen die wenigen Bögen. Hilfreich und schick ist der Inhalt aber allemal.

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