Lebensgeister

Banana Yoshimoto
Lebensgeister

Diogenes Verlag
ISBN 9783257300420
Roman
Erschienen: 28.09.2016
Aus dem Japanischen von Thomas Eggenberg
Umschlagmotiv: Illustration von Yoshinori Mizutani
Umfang: 160 Seiten, Paperback


www.diogenes.ch

www.yoshimotobanana.com

lebensgeister

Zur Autorin:

Banana Yoshimoto, geboren 1964, hieß ursprünglich Mahoko Yoshimoto. Ihr erstes Buch ›Kitchen‹ schrieb sie während ihres Studiums, jobbte nebenbei als Kellnerin in einem Café und verliebte sich dort in die Blüten der ›red banana flower‹, daher ihr Pseudonym. Ihr Vater Ryumei Yoshimoto war ein bekannter Essayist und Literaturkritiker. Sie schrieb zahlreiche Bücher, die auch außerhalb Japans ungewöhnlich hohe Auflagen erreichten. Ihr Debütroman verkaufte sich auf Anhieb millionenfach – ein Phänomen, für das dann die Bezeichnung ›Bananamania‹ gefunden wurde.

 

Zum Buch:

Sayoko und ihr Freund Yoichi sind auf dem Rückweg von einem Ausflug und verunfallen mit dem Fahrzeug, als ein fremdes Auto auf ihre Fahrbahn gerät. Yoichi stirbt dabei und Sayoko wacht verletzt in einem Krankenhaus aus. Eine Stange hat ihren Körper durchspießt.

Ab diesem Zeitpunkt ist Sayoko eine Andere. Sie hat Begegnungen mit schon Verstorbenen – vorweg ihr geliebter Großvater und durchlebt in ihrer Bewusstlosigkeit einige Nahtoderlebnisse.

Nachdem sie mit den äußerlich geheilten Wunden wieder am Leben teilnimmt, sind jedoch ihre innerlichen Wunden noch nicht geheilt. Yoichi fehlt ihr sehr. Sie versucht ihre Trauer mit dem Kontakt zu Yoichis Familie, seinen verbleibenden Kunstwerken und den abendlichen Besuchen in einer Bar zu lindern. Dabei ist ihr der Barkeeper Shingaki ein guter Zuhörer und Ratgeber. Als sie den jungen Ataru mit seiner Mutter kennenlernt, stellt sie fest, dass sie in der Lage ist die Geister von Verstorbenen zu sehen – Atarus Mutter ist schon länger tot. Und auch die Frau, die alleine am Tresen der Bar sitzt scheint aus der anderen Welt zu sein…

 

Mein Fazit:

Ein sehr schöner und auch kurzweiliger Roman über den Verlust eines Menschen und der neuen Zeitwahrnehmung danach. Die Gedanken, die Rätsel um Leben und Tod, der Sinn des Lebens und vieles mehr werden bewusster, wenn man ungewollt auf einen geliebten Menschen verzichten muss und alles Sonstige im Leben unwichtig wird.

Banana Yoshimoto beschreibt Sayokos Weg sehr aufmerksam und teifgründig, fast poetisch. Man kann ihre Gefühle sehr gut nachvollziehen und empfindet selbst die Leere, die Yoichi  hinterlässt, aber auch den Mut, das Leben neu zu gestalten. Mit der Hilfe von einigen wichtigen Begegnungen und Freunden lässt sich diese Aufgabe meistern und gibt Ausblick auf eine neues, zwar anderes aber vielleicht auch bewussteres Leben.

Für mich ist es das erste Buch dieser Autorin, aber ihr gefühlvoller und treffender Schreibstil inspiriert mich, auch nach den schon erschienenen Büchern  zu schauen.

Copyright © 2016 by Sandra Stockem

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Die Farben der Hoffnung

 


 

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