Men who cannot get married

Sakuya Fujii
Men who cannot get married

Kekkon dekinai otoko tachi, Japan, 2006
EMA, Köln, 11/2008
TB, Boys Love, Drama, 978-3-7704-6942-0, 174/650
Aus dem Japanischen von Claudia Peter

www.manganet.de
http://utsunomiya.cool.ne.jp/dawnfactory/top.html

Das Restaurant ‚Felino Felice’ wird von Frauen besonders geschätzt, da dort sehr attraktive Kellner bedienen. Auch Ryusei Kido, dem das Grundstück gehört und der sich um das Management des Lokals kümmert, ist ein häufiger Gast, wenn er gerade in Japan weilt. Seit Ryuseis letztem Besuch wurde ein neuer Kellner eingestellt. Kazuki Ichinose zieht sofort Ryuseis Interesse auf sich, lehnt aber strikt alle Annäherungsversuche ab.

Schließlich bringt ein Missgeschick Kazuki in Ryuseis Wohnung, und die beiden führen zum ersten Mal eine längere Unterhaltung. Kazuki erfährt, dass Ryusei Geige spielt, und das scheint das Eis ein wenig zum Schmelzen zu bringen, denn auch Kazuki liebte einst dieses Instrument. Tragische Ereignisse zwangen ihn jedoch, die Geige weg zu geben und den Job im „Felino Felice’ anzunehmen.

Zufällig findet Kazuki heraus, dass Ryusei einen Freund hatte, dem ähnliches widerfuhr und den er damals nicht retten konnte. Ist Kazuki lediglich Ersatz? Sind alle Beteuerungen, dass Ryusei ihn gern hat, leeres Gerede? Kann man niemandem mehr vertrauen? Erneut geht Kazuki auf Distanz – und dann passiert ein Unfall…

„Men who cannot get married“ zählt zu den Boys Love-Mangas, die dankenswerterweise nicht im Schüler-Milieu angesiedelt sind und belegen, dass romantische Beziehungen zwischen jungen Männern auch in anderen Genres funktionieren.

Ähnlich wie in Makoto Tatenos „Martini for Two“ oder Fumi Yoshinagas „Antique Bakery“ ist auch hier ein Lokal bzw. Café der Ort, an dem sich Protagonisten begegnen, die nicht notwendigerweise homosexuell sind, und Freundschaften knüpfen, aus denen sich früher oder später mehr entwickelt.

Ryuseis Beziehung zu seiner letzten Freundin ist gerade gescheitert. Er lernt Kazuki kennen, der, nachdem was seiner Familie widerfahren ist, das Vertrauen in andere verloren hat. Zunächst erinnert der schroffe Einzelgänger Ryusei tatsächlich an einen verstorbenen Mitschüler, doch je mehr sich Kazuki öffnet, umso stärker werden Ryuseis Gefühle für den neuen Bekannten.

Als Kazuki schließlich erfährt, was sich vor Jahren zugetragen hat, kann er nicht mehr glauben, dass Ryusei ihn um seiner selbst Willen mag. Konsequent geht Kazuki Ryusei aus dem Weg, obwohl er unter der Trennung leidet.

Es sind eine tragische Vergangenheit und die Liebe zur Musik, die die beiden Hauptfiguren zusammen führt.

Während der eine sich schnell auf die neue Situation einstellt, seine wahren Absichten trotz aller Eloquenz jedoch nicht richtig ausdrücken kann, ist der andere zögerlich und sieht sich getäuscht, kaum dass er wieder Vertrauen zu jemandem fassen wollte. Ryusei scheint nach dieser Zurückweisung aufzugeben, doch Kazuki beginnt, darüber nachzudenken, ob er ein Leben mit oder ohne den Freund führen möchte. Schließlich geschieht etwas – ist es nun zu spät für eine Aussprache?

Die Vergangenheitsbewältigung, Missverständnisse und sich entwickelnden Gefühle stehen ganz im Mittelpunkt der Handlung. Hin und wieder geben die Nebenfiguren Impulse, um die Story in die gewünschte Richtung zu lenken.

Erotische Szenen spielen eine untergeordnete Rolle und sind gewissermaßen das I-Tüpfelchen am Schluss. Man weiß, was zwischen den erwachsenen Männern passiert, auch wenn nur angedeutet und nichts explizit gezeigt wird.

Die Illustrationen sind ansprechend, obgleich die Figuren etwas steif wirken und die spitzen Gesichter mit den breiten Mündern eher wenig Mienenspiel zeigen. Der Stil lässt sich vielleicht am ehesten mit dem von Mieko Koide („Süßes Gift“), Lee So-Young („Model“) oder Yuki Shimizu („Love Mode“) vergleichen.

Wer gern Boys Love-Mangas liest und nicht unbedingt nackte Tatsachen braucht, sollte ein wenig in „Men who cannot get married“ blättern, um zu überprüfen, ob Thema und Stil gefallen.

Setting und Problematik sind etwas anders als bei den meisten Titeln des Genres, und das sorgt für einige Abwechslung und Lesespaß. (IS)

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