Mörderischer Hass – Batgirl 4

Gail Simone, Ray Fawkes
Mörderischer Hass
Batgirl 4

Batgirl 17 – 22: Endure the Flame/The Mask of Ashes/A Blade from the Shadows/A Splinter Where My Heart Should Be/Enclosure/A Day in a Life of Endless Velocity (Flammenmeer/Die Aschemaske/Die Klinge aus der Dunkelheit/Zersplittertes Herz/Familienbande/Zu schnell, zu viel, zu gut), DC, USA, 2013
Panini Comics, Stuttgart, 03/2014
PB, Comic, Superhelden, Action, Thriller, SF, 9783862018581, 132/1499
Aus dem Amerikanischen von Carolin Hidalgo
Titelillustration von Alex Garner
Zeichnungen von Daniel Sampere, Carlos Rodriguez, Fernando Passarin

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Batgirl 04 Mörderischer Hass

Der Joker ist fürs Erste besiegt, doch die Auswirkungen seines wahnsinnigen Plans, die Bat-Familie zu vernichten, sind noch überall zu spüren (siehe „Der Tod der Familie“). Auch James Gordon Jr., der eine entscheidende Rolle in Jokers Plan für Batgirl gespielt hat, ist noch auf freiem Fuß und benutzt seine und Barbaras Mutter, um seine Schwester in eine tödliche Falle zu locken. Als Batgirl kann sie ihren Bruder überwältigen und ins Hafenbecken werfen, von wo er nicht wieder auftaucht. Zu allem Überfluss treibt auch Firebug sein Unwesen in Gotham und legt wahllos Brände (# 17 – 19).

Beim Talentwettbewerb ‚Gotham sucht den Star‘ werden Shauna Belzer und ihrer Bauchrednerpuppe Ferdie keine Chancen eingeräumt. Aus Wut tötet sie einen der Juroren und nimmt die prominente Sängerin Xavia als Geisel. Offenbar verfügt die labile Frau nicht nur über eine mörderische Puppe, sondern auch über telekinetische Kräfte, die ihr die Flucht aus dem Fernsehstudio ermöglichen. Batgirl gelingt es, Shaunas Elternhaus ausfindig zu machen, wohin sie sich mit ihrer Geisel zurückgezogen hat. Dort angekommen erwarten Barbara gleich mehrere tödliche Überraschungen (# 20 + 21).

Endlich hat Barbara ihr langerwartetes Date mit Ricky (siehe „Batgirl 2“). Auf der Straße werden sie von Rivalen von Rickys Bruder Rolo überfallen, können jedoch die Angreifer durch Barbaras unerwartet heftige Gegenwehr in die Flucht schlagen. Nach diesem Erlebnis lädt Ricky Babs zu seiner Familie nach Hause zum Essen ein und anschließend in seinen Lieblingsclub. Während Babs glücklich ist, wie schon lange nicht mehr, leidet James Gordon unter dem Tod seines Sohnes. Er macht die Jagd nach Batgirl zu seiner persönlichen Angelegenheit und bittet Batman, sich aus der Angelegenheit herauszuhalten. Außerdem gibt er dem dunklen Ritter die Schuld daran, Batgirl durch seine Duldung überhaupt erst möglich gemacht zu haben (# 23).

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Im Gegensatz zum Vorgängerband ist „Mörderischer Hass“ wieder eine runde Sache geworden und wartet auch gleich mit einer überraschenden Erzählvariante auf. Denn die Nummern 17 und 18 werden nicht nur einfach von Gastautor Ray Fawkes („Constantine“) übernommen, darüber hinaus erzählt dieser die Handlung aus James Jrs. Sicht, bevor Gail Simone mit Band 19 die Handlung wieder einfängt, ein hochemotionales Ende dieser Episode konstruiert und damit das Kapitel James Gordon Jr. bis auf Weiteres abschließt.

Gleichzeitig öffnet sie die Tür für einen Privatkrieg, den James Gordon bereit ist, gegen Batgirl zu führen, unwissend, dass sich seine eigene Tochter hinter der Fledermausmaske verbirgt. Auch mit James Gordon Jr. ist wohl weiterhin zu rechnen, denn jeder weiß doch, was ein (vermeintlicher) Tod ohne Leiche im Comic bedeutet. Barbara selbst indes ist über ihre Tat so schockiert, dass sie das Fledermauszeichen von ihrem Dress entfernt. Was allerdings Firebugs unmotiviertes und unnötiges Auf- und Abtauchen innerhalb dieser Geschichte hier soll, bleibt ein Rätsel.

Nach diesem sehr persönlichen Erlebnis bekommt es Batgirl mit der neuen Bachrednerin Shauna Belzer zu tun, die trotz erklärender Rückblenden noch viel zu eindimensional dargestellt wird. Sicher wollte man keinen Abklatsch von Originalbauchredner Arnold Wesker liefern, der seine verbrecherische Persönlichkeit durch seine Puppe Scarface ausgelebt hat. So hat man Shauna Belzer mit telekinetischen Kräften ausgestattet, doch eine wirklich packende „Bat“-Gegenspielerin ist sie hier noch nicht. Jedoch haben wir die Dame bestimmt nicht zum letzten Mal gesehen.

Abgeschlossen wird „Mörderischer Hass“ von einer kleinen, aber feinen und sehr emotionalen Nummer, die man als Epilog zu den Nummern 17 – 19 sehen kann und die den Boden für weitere Entwicklungen in Barbaras Leben bereitet.

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Wieder einmal beweist sich Gail Simone als eine der fähigsten Comicautorinnen, die es schafft, ihre Figuren zu echten Persönlichkeiten zu machen, welche den Leser auch emotional packen. Sehr filigran arbeitet sie auch die emotionale Komponente der Geschichten aus. Kontrastiert wird dies hier durch Gastautor Ray Fawkes, der eine andere Erzählperspektive einnimmt. Ein Experiment, das an dieser Stelle Sinn macht und die Serie interessant hält.

Innerhalb des Bandes findet auch ein Zeichnerwechsel statt. Daniel Sampere übergibt an Fernando Passarin, was einiges an Dynamik kostet. Auch die Figuren erschienen nun eindeutig schmaler.

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Die Einführung der neuen Bauchrednerin gerät recht schwach. Die Nachwirkungen von James Jrs. Rückkehr für Barbara und die gesamt Familie Gordon sind dagegen an Dramatik kaum zu überbieten. Insgesamt wieder ein gelungenes Zusammenspiel von Action- und Charaktermomenten.

Copyright © 2016 by Elmar Huber (EH)

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