Nana & Kaoru 16

Ryuta Amazume
Nana & Kaoru 16

Nana to Kaoru – Vol. 15, Japan, 2015
Panini Comics, Stuttgart, 03/2016
TB, Manga, Erotik, Comedy, Drama, 9783957986832, 186/799
Aus dem Japanischen von Burkhard Höfler

Leseempfehlung: Ab 18 Jahre!

www.paninicomics.de

http://www33.ocn.ne.jp/~nichieto/

nana-kaoru-15

Kaoru fliegt voller Sorge nach Okinawa, nachdem sein Onkel ihm mitteilte, dass seine Mutter im Sterben liegt. Tatsächlich entpuppt sich die Nachricht als Fake, denn die Familie wollte Kaoru schnellstens zu sich holen, um ihn zu einer wichtigen Entscheidung zu drängen:

Die Mutter hatte Kaoru nach dem Tod seines Vaters allein aufgezogen und dafür auf vieles verzichtet. Nun bietet sich ihr die Gelegenheit, einen kleinen Laden zu eröffnen und aus ihrem Hobby, hübsche Spielzeuge zu basteln, einen Beruf zu machen. Kaoru wiederum könnte dann nach dem letzten Schuljahr das kleine Gasthaus der Familie übernehmen.

Dass Kaoru sich regelrecht überfahren fühlt, liegt auf der Hand. Er macht sich die Entscheidung dennoch nicht leicht: Soll er seiner Mutter, die sich nicht von ihm trennen will und bereit ist, seine Zukunft an erste Stelle zu setzen, diesen einzigen, lang gehegten Wunsch erfüllen – oder an sich selbst denken und nach Tokio zurückkehren zu seinen Schulfreunden und vor allem zu Nana?

Obwohl sich Kaoru gegenüber seiner Mutter immer gemein benommen hat, bedeutet sie ihm sehr viel, und so fällt seine Entscheidung erwartungsgemäß aus. Man merkt deutlicher als in den anderen Mangas der Serie, dass der Jugendliche sehr gehemmt ist, sich selbst für einen Loser hält, den niemand mag, und der darum nicht fähig ist, seine Gefühle zu zeigen. In Konsequenz hält er die schöne und beliebte Nana für unerreichbar und glaubt, dass ihre gemeinsamen BDSM-Sessions ohnehin irgendwann vorbei sein werden, spätestens dann, wenn sich ihre Wege nach der Schule trennen, sie ein Studium beginnt und er einen Beruf ergreift. Auch das trägt zu seiner Entscheidung bei.

Kaoru mag moralisch richtig gehandelt haben, doch das gute Gewissen hilft ihm nicht, über Nana hinwegzukommen, die er schmerzlich vermisst. Er ahnt nicht, dass es ihr genauso geht. Um sich schneller von seinem alten Leben zu verabschieden, ignoriert Kaoru alle Anrufe und Nachrichten von ihr und seinen Freunden. Darum weiß er auch nicht, dass Nana ihm nach Okinawa gefolgt ist, weil sie ein pikantes Problem hat, bei dem nur er ihr helfen kann.

Sie findet ihn zwar, spricht ihn aber nicht an, weil sie vermutet, dass er eine neue BDSM-Gefährtin hat – ein tragisches Missverständnis, denn Kaoru tat lediglich einer Bekannten einen Gefallen und sprang für einen erkrankten Bondage-Meister auf einer Convention ein. Durch ihr Verhalten zeigt Nana, dass auch sie voller Hemmungen ist und sich ihre Gefühle nicht eingestehen, geschweige denn sie äußern kann. BDSM ist das Band zwischen ihr und Kaoru über das allein sie sich einander mitteilen können …, und das scheint nun zerrissen. Fortsetzung folgt.

Nach 16 Bänden (und einigen Spin Offs), die deutlich machten, dass Nana und Kaoru ineinander verliebt sind, wäre es allmählich an der Zeit, dass Ruta Amazume – ‚eifersüchtige‘ Leser hin oder her – Kaoru vom schüchternen Gartenzwerg zum jungen Mann reifen lässt, der seine kindischen Allüren überwindet. Immer wieder zeigt er, was wirklich in ihm steckt, sowohl gegenüber seiner Mutter als auch Nana und allen anderen, wenn sie seine Hilfe brauchen. Dass er regelmäßig lächerlich gemacht wird, ist immer weniger lustig und zunehmend nervig. Genauso wie sich die Charaktere im Bezug auf die BDSM-Praktiken weiterentwickeln, sollten auch ihre Persönlichkeiten und ihre Beziehung Fortschritte verzeichnen, damit die Geschichte nicht langweilig wird.

Die Illustrationen sind von gewohnter Qualität, d. h., puppenhaft hübsche Mädchen ziehen die Augen der Betrachter auf sich, während die bewusst weniger attraktiv gestalteten Jungen/Männer im Hintergrund bleiben. Kaoru ist zwar die Identifikationsfigur für den männlichen Leser, aber aufgrund seines Aussehens kein ‚Konkurrent‘ für diesen.

Der Titel wendet sich an ein reiferes, in erster Linie männliches Publikum, das sich für erotische Mangas und BDSM interessiert. Band 16 fällt weniger happig aus als so mancher Vorgänger und gefällt vor allem wegen der psychologischen Ansätze, die gerade Kaoru sehr sympathisch und die Story zu mehr als einer reinen Sex-Comedy machen.

Copyright © 2016 by Irene Salzmann (IS)

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Nana & Kaoru 15

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