Tödliche Begegnungen – Black Widow 2

Nathan Edmondson
Tödliche Begegnungen
Black Widow 2

Black Widow 7 – 12: Fog of War/Bitter Cold/Friend from Foe/Total Recall/Femmes Fatales/Somalia (Black Widow 7 – 12: Nebel des Krieges/Bitterkalt/Freund oder Feind?/Totale Erinnerung/Femme Fatales/Somalia), Marvel, USA, 2014/15
Panini Comics, Stuttgart, 10/2015
PB mit Klappenbroschur, Comic, Superhelden, Action, Thriller, SF, 978-3-95798-400-5, 140/1699
Aus dem Amerikanischen von Carolin Hidalgo
Titelmotiv und Zeichnungen von Phil Noto

www.paninicomics.de

http://nathan-e.com

www.notoart.com

www.notoart.com/Titlepage.html

9783957984005

Neben ihrer Tätigkeit bei den Avengers arbeitet Natasha „Black Widow“ Romanova auf Auftragsbasis weltweit als eine ArtMietagentin. Mit dem Geld aus diesen Aufträgen versucht die ehemalige Killerin, anonym Wiedergutmachung bei den Familien zu leisten, denen sie einst geschadet hat.

Ihre aktuellen Aufträge führen nach San Francisco, Prag, Costa Rica, Macau und Somalia. Und beinahe jeder der Aufträge konfrontiert ‚die Spinne‘ mit ihrer Vergangenheit. Sei es in Gestalt ehemaliger Liebhaber oder vergangener Taten, die sie nun, in der Gegenwart, wieder einholen.

Der Titel des Bandes ist Programm. Zwar steht auch nach wie vor Nataschas Clinch mit der undurchsichtigen Organisation Chaos auf der Agenda, doch konzentriert sich Autor Nathan Edmondson („Punisher“) hier sehr viel stärker auf das Zusammentreffen mit anderen Marvel-Kolleginnen und -Kollegen, sodass die Story um Chaos merklich auf der Stelle tritt. Damit wirkt „Tödliche Begegnung“ eher wie eine Sammlung teils sehr persönlicher Team-Up One-Shots denn wie eine durchgehende Geschichte.

Während ihrer Einsätze in San Francisco, Prag und Pakistan trifft Natasha Romanova mit Matt „Daredevil“ Murdock, James „Winter Soldier“ Buchanan Barnes und Clint „Hawkeye“ Barton gleich auf drei ehemalige Liebhaber. Diese Begegnungen gehören zu den eindringlichsten Momenten des Bandes.

Für weniger Gefühlschaos, wenn auch nicht minder bleihaltige Luft sorgen die Begegnungen mit Frank „Punisher“ Castle (dieses Treffen findet übrigens aus anderer Perspektive auch in „Punisher 2: Dschungelkrieg“ statt und erklärt auch das Covermotiv), der aus Wolverines DNA geklonten Laura „X-23“ Kinney und ihre Zusammenarbeit mit den Howling Commandos.

Der One-Shot-Charakter der einzelnen Hefte bringt es mit sich, dass mit jeder Story der Status quo wieder zurückgesetzt wird und sich die Charakterisierung Nataschas als innerlich zerrissene und auch zerbrechliche Einzelgängerin mit harter Schale mehrmals wiederholt. Daredevil („Heisst das, du hast das Lügen mittlerweile perfektioniert oder dass du den Unterschied nicht mehr kennst?“) und Isaiah („Du tust nur so, als könntest du’s allein.“) bringen das auf den Punkt.

Mit den zusammenhängenden Kapitel 4 und 5 wird die Geschichte wieder größer, ein weitreichender Hintergrund wird angedeutet, man ist als Leser wieder mit deutlich größerem Interesse bei der Sache.

Für mehr erzählerischen Drive sorgt die Backstory um Natashas Vertrauten, den undurchsichtig und unberechenbar gezeichneten Anwalt Isaiah Ross, die wirklich an den Fingernägeln kauen lässt.

Die Erzähltechnik von Nathan Edmondson ist gewohnt clever. Der Autor nutzt Rückblenden und schnelle Schnitte, und vieles passiert nur in der Bildebene. Einlassen muss man sich auch auf die – selbst in den Actionszenen – außergewöhnlich ruhige und wortkarge Erzählweise, die der Autor in „Black Widow“ pflegt.

Da Phil Notos Zeichnungen und die blasse Farbgebung nicht gerade durch ihren Detailreichtum auffallen, muss man aufpassen, nichts zu verpassen. Auch wenn die sehr einfachen Bilder in ihrem gedämpften Wasserfarbenlook und überwiegend überhaupt nicht getuscht grundsätzlich eine kunstvolle optische Abwechslung zu anderen Heldencomics darstellen.

Der Seitenaufbau ist überwiegend klassisch strukturiert. Einige Male durchbricht Noto den starren Rahmen, um die Dramatik und Bedeutung einzelner Szenen zu erhöhen. Dann lässt er einzelne Bildteile über den Rand hinaus ragen oder verzichtet komplett auf einen Panelrahmen.

Trotz eindringlicher Charakterzeichnungen hinterlässt der Band erzählerisch einen insgesamt eher blassen und ideenlosen Eindruck, da sich weder die Story noch Natashas Emotionen merklich bewegen. Dagegen gefallen die ambivalenten Figuren auf beiden Seiten.

Copyright © 2016 by Elmar Huber (EH)

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