Verdammnis 1 – Stieg Larsson – Millennium 2

Denise Mina
Verdammnis 1
Stieg Larsson – Millennium 2

The Girl Who Played with Fire, TPB 1, Vertigo/DC, USA, 2014
N
ach dem Roman „Verdammnis“ von Stieg Larsson
Panini Comics, Stuttgart,
10/2014
SB mit Klappenbroschur, Comic, Krimi/Thriller, Drama, 9783862019564, 140/1699
Aus dem Amerikanischen von Joachim Körber
Titelmotiv von Lee Bermejo
Zeichnungen von Leonardo Manco, Andrea Mutti, Antonio Fuso

www.paninishop.de

www.stieglarsson.com/

www.denisemina.com

http://leebermejo.blogspot.de/

http://antoniofuso.deviantart.com/

https://twitter.com/antonio_fuso

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Nach den Ereignissen um die Familie Vanger (sehe „Verblendung“) hat die hochintelligente Hackerin Lisbeth Salander Schweden verlassen und ist untergetaucht. Ihr Vormund Nils Bjurmann (dem sie in „Verblendung“ das „Ich bin ein Vergewaltiger”-Tatoo verpasst hat und ihn damit erpresst) plant, sich an seinem Mündel zu rächen. Er aktiviert alte Kontakte, um einen Killer auf sie anzusetzen.

Gleichzeitig plant die Redaktion der Zeitschrift ‚Millennium‘ einen brisanten Artikel über die sexuelle Ausbeutung von Ausländerinnen, basierend auf den Nachforschungen des jungen Journalisten Dag Svensson, der Interviews mit einigen der Frauen geführt und auch ihre Kunden ausfindig gemacht hat. In dem Artikel sollen die Namen einiger hochrangiger und prominenter Sexkunden genannt werden, doch gleichzeitig wird den Männern die Chance auf ein Interview eingeräumt. Daraufhin wird eine der Zwangsprostituierten erschlagen aufgefunden. Auch Dag Svensson und seine Frau Mia werden erschossen. Die Tatwaffe gehört Nils Bjurmann, die Fingerabdrücke darauf Lisbeth Salander.

Die Handlung setzt kurz nach dem Ende von „Verblendung“ wieder ein. Originalautor Stieg Larsson führt die Auswirkungen und Charakterentwicklungen aus „Verblendung“ elegant fort und baut gleichzeitig einen neuen Fall um die bekannten Figuren auf. Alles fließt nahezu brillant ineinander, und ein neues Netz von Ereignissen und Verbindungen wird gewoben, das noch nicht vollständig überschaubar ist, sich jedoch schon merklich gefährlich um Lisbeth Salander und die Millenniums-Redaktion zusammen zieht..

Die Comicadaption, für die die irischen Krimiautorin Denise Mina verantwortlich zeichnet, ist recht holprig ausgefallen. Einige Szenen hängen ohne weitere Erklärungen haltlos und verwirrend in der Luft und tragen grundsätzlich nichts zur Handlung bei, auch wenn die Kenner der Vorlage die Szenen wiedererkennen werden. Umgekehrt werden nicht unerhebliche Handlungsschritte in wenigen textlosen Panels erzählt. Es herrscht also insgesamt ein massives Ungleichgewicht im Erzähltempo, was den Comic unnötig sperrig und herausfordernd macht. Verwirrend ist zudem, dass sich Mikael Blomkvist und der Killer, den Bjurmann auf Lisbeth angesetzt hat, zum Verwechseln ähnlich sehen.

Wie schon in „Verblendung“ teilen sich der Italiener Andrea Muti (die Blomkvist-Szenen) und der Argentinier Leonardo Manco (die Salander-Szenen) die Illustrationen. Eine originelle Art, unterschiedliche Stimmungen zu erzielen, die hier noch weiter ausgebaut wird, denn sobald die Polizeiermittlungen in der Mordsache Svenson ins Rollen kommen, übernimmt zusätzlich Antonio Fuso diesen Part, dessen kantiger Stil an Mike Mignola („Hellboy“) erinnert.

Brillante und außergewöhnliche Fortführung der „Verblendung“-Story in holpriger Comic-Umsetzung.


Copyright © 2016 by Elmar Huber (EH)

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Verblendung

 

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