Villa Obstkiste – Ein Recyclingbastelbuch für kleine Architekten und Möbeldesignerinnen

Alexia Henrion (Konzept, Texte, Fotos, Gestaltung)
Villa Obstkiste – Ein Recyclingbastelbuch für kleine Architekten und Möbeldesignerinnen

Haupt Verlag, Bern (CH), 09/2015
PB mit Klappenbroschur, vollfarbiges Sachbuch, Kinderbuch, Basteln & Spielen, 9783258601267, 176/2490
Titelgestaltung von Daniela Vacas, Bern (CH)
Fotos und Zeichnungen im Innenteil von Alexia Henrion, Hamburg

www.haupt.ch

www.alexiahenrion.de

 Villa Obstkiste

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Der Hauptverlag hat bereit eine ganze Reihe von außergewöhnlichen Büchern herausgegeben, die sich auf das Werkeln und Basteln mit oder für Kinder konzentrieren. „Villa Obstkiste“ fügt sich perfekt in dieses Konzept eines modernen, ansprechenden Anregungsbuches ein, zumal es nicht nur darauf abzielt, die Kreativität von Kindern zu wecken, sondern dies fast ausschließlich mit Recyclingmaterialien zu tun. Aus alten Materialien neue Ideen machen, scheint ein Kredo des Verlages und auch der Autorin Alexia Henrion zu sein.

Natürlich ist ein Puppenhaus, für sich genommen, keine neue Erfindung. Von jeher existieren von dieser Art der Miniaturgebäude die unterschiedlichsten Formen, von luxuriösen Kopien herrschaftlicher Häuser mit echtem Holz und Gold bis hin zu den Schuhschachtelversionen, die man sich selber baute, wenn es nichts anderes gab. Dass heutzutage vermutlich die Plastikversionen vorherrschen – einheitliche und kostspielige Klone, zu denen die Spielzeugindustrie neben den Möbeln und Püppchen gleich noch alle Ideen liefert -, ist Grund genug, der „Villa Obstkiste“ einen Besuch abzustatten.

Perfektion ist bei diesem Großprojekt nicht wichtig, auch wenn ein stimmiges Gesamtbild entsteht. Kinder werden angeregt, eigene Designs für Möbel und Räume zu entwerfen und mit Materialien, Farben und Kompositionen zu arbeiten – die pastellige Küche und das bunte Kinderzimmer sind dabei unaufdringliche Vorschläge. Alles wird aus Recyclingmaterialien hergestellt, sodass es keinen Mangel an Nachschub gibt und geringe Kosten; dafür jedoch auf der anderen Seite viel zusätzliche Arbeit, beispielsweise durch das notwendige mehrfache Überpinseln von Aufdrucken, das die Geduld kleinerer Bastler auf die Probe stellen wird. Generell geht es darum, das Potential im Material zu entdecken, das Mögliche im noch Ungestalteten.

Natürlich ist die Villa aus Obstkisten und mit ihren Möbeln aus Pappe und Plastikschachteln auch bespielbar und zeigt sich modern in der Ästhetik und nützlich in der Ausstattung. Durch das modulare System gibt es viele Erweiterungsmöglichkeiten – wenn nötig, kann einfach ein zusätzliches Zimmer in einer neuen Obstkiste angesetzt werden.

Die Bastelanleitungen in dem umfangreichen Buch sind nachvollziehbar und hilfreich, mit vielen Skizzen und einem freundlich geschriebenen Text, der jedoch schon einige (Vor-) Lesefertigkeiten erfordert. Generell werden kleinere Bastler öfter die Hilfe von älteren Geschwistern oder Eltern benötigen. Durchgehend gibt es die Einladung, sich nicht nur an den Anleitungen zu orientieren, sondern eigene Bauideen zu entwickeln. Zudem kann es immer mehr Details in den Räumen und dem Dachgarten geben, sodass das Haus eine eigene ‚Evolution‘ von grundlegender zu komplexer Ausstattung durchlebt. Wie ‚schön‘ die Villa Obstkiste dabei wird, sollte dabei nicht mit Erwachsenenaugen gemessen werden.

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Kinder und Eltern, die sich auf dieses große Projekt einlassen, können damit viele und abwechslungsreiche kreative Stunden erleben, im Planen und Erschaffen ebenso wie im Bespielen. Eine alte Tradition im neuen Gewand, schön aufgemacht in einem anregenden Buch mit sehr vielen Fotos und Illustrationen.

Copyright © 2016 by Britta van den Boom (BvdB)

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