Wasserscheu – Sommer-Horror-Storys

Markus K. Korb
Wasserscheu – Sommer-Horror-Storys

Atlantis Verlag, Stolberg, 05/2007
Taschenheft, Horror, Mystery, Urban Fantasy, 9783936742848, 156/1190
Titelgestaltung und Illustrationen im Innenteil von Mark Freier
Mit einem Vorwort von Andreas Gruber

https://atlantisverlag.wordpress.com/

www.freierstein.de

Wasserscheu

Den Namen Markus K. Korb verbindet man schon seit Jahren mit subtilem Horror, der meist ganz ohne Splatterei auskommt. In „Wasserscheu“ werden dem Leser zwölf „Sommer-Horror-Storys“ offeriert, die fast alle irgendetwas mit Wasser zu tun haben, wie der Titel vorwegnimmt. Klar, man verbindet ja auch automatisch den Sommer mit Sonne, Schwimmen und anderen Aktivitäten im Freien, und nicht erst seit „Der weiße Hai“ weiß man, dass im Wasser und an anderen scheinbar idyllischen Orten etwas lauern kann …

Als Opener fungiert die Titelstory „Wasserscheu“, in der sich ein Vater, nachdem sein Sohn fragte, weshalb man im See nicht weiter als bis zur Markierung schwimmen darf, erinnert, was ihm und zwei Freunden vor vielen Jahren zugestoßen ist, als sie das Verbot missachtet haben.

Die Geschichte als stimmungsvoller Einstieg ist geschickt gewählt, da sie nicht nur nachvollziehbar und spannend ist, sondern auch atmosphärisch auf das Kommende einstimmt.

Der Pool“ und „Frau Truegers letzter Tag“ kann man als Teil 1 und 2 verstehen, wobei die erste Erzählung von Markus K. Korb und die zweite von der einzigen Gastautorin Christine Guthann (http://tanuriell.beepworld.de) stammt. Beides passt so gut zusammen und in diesen Kurzgeschichten-Band, dass es dem Leser gar nichts ausmacht, dass nicht ausschließlich Korb drin ist, wo Korb draufsteht. Die österreichische Autorin kann mit ihrem Kollegen problemlos mithalten.

Franz B. Trueger liebt seinen Pool und hat seiner Frau verboten, für Menschen womöglich schädliche Anti-Algen-Mittel einzusetzen. Offenbar hält sie sich an seine Anweisung, und so genießt er den Sommertag im Wasser. Allerdings wächst der Algenteppich sehr schnell und mit ungeahnten Folgen.

Susanne Trueger macht sich seither Vorwürfe und will sichergehen, dass sie nichts mit dem zu tun hat, was ihrem Mann zustieß. Im Baumarkt, wo sie den Algenvernichter gekauft hatte, kann man ihr nicht weiterhelfen; man meint jedoch, dass mit dem Mittel alles in Ordnung sein sollte. Als sich der Angestellte erinnert, dass das Produkt aus bestimmten Gründen aus dem Sortiment genommen worden war, will er Susanne informieren und erlebt eine unheimliche Überraschung.

Der Schnitter hinter dem Weiher“ führt zur Abwechslung einmal fort vom Wasser und hinein ins Maisfeld – eine kleine Hommage an Stephen Kings Kurzgeschichte „Kinder des Mais“, verfilmt unter dem Titel „Kinder des Zorns“ (inklusive diverser Fortsetzungen). Dies ist eine der Erzählungen, in der man von Anfang an genau weiß, dass sich die Protagonisten ahnungslos in Gefahr begeben. Ob auch nur einer von ihnen dem Unheil entrinnen kann?

Daniel, Jens und Kurt entdecken im Maisfeld eine Vogelscheuche, die irgendwie merkwürdig aussieht. Prompt wollen die jungen Männer der Sache auf den Grund gehen – eine tödliche Idee.

Mehr möchte man gar nicht verraten, damit dem Leser noch einige gruselige Überraschungen bleiben.

Die Auswahl ist wirklich gelungen, das Buch hält, was im Vorwort versprochen wird. Alle Storys sind kurzweilig, unheimlich und packend. Man mag die Themen zwar schon kennen, aber sie werden überzeugend und zeitgenössisch präsentiert.

Als kleines Extra gibt es außerdem im Innenteil einige SW-Illustrationen von Mark Freier, der ebenso das Titelbild entworfen hat.

Wasserscheu“ wird die Fans des gepflegten Horrors und insbesondere jene von Markus K Korb nicht enttäuschen. Mit diesem Titel beweist Guido Latz vom Atlantis Verlag wieder mal sein gutes Gespür.

Copyright © 2016 by Irene Salzmann (IS)

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