Rifters 03 – Wellen

wellen1Wellen
Rifters-Trilogie Band 3
Peter Watts

Heyne (2009)
ISBN: 978345352565
Umfang: 688 Seiten
Originaltitel: ßehemoth: Book One: ß-Max (2004) und ßehemoth: Book Two: Seppuko (2005)
Übersetzer: Sara Riffel
Genre: Science Fiction
www.heyne.de

PUZZLE-STORY-PREISAUSCHREIBEN: Gewinnpreise 3 x 1 TB Heyne Peter Watts: Wellen.

Der vorliegende Band “Wellen” stellt den dritten Teil der Rifters-Trilogie von Peter Watts dar. Die ersten beiden Bände lauten „Abgrund“ (Heyne-Band 52446) und Mahlstrom“ (Heyne-Band 52508).

Vorbemerkung:

Leider ist auf keinem der drei Covers ein Hinweis darauf zu finden, dass es sich dabei um eine Trilogie handelt. Erst während des Lesens und bei der Recherche zur Rezension wurde mir dies klar. Und darin liegt eigentlich auch schon mein Dilemma begründet. Zum einen mag ich es nicht, unversehens mitten in eine Geschichte einzusteigen, weil sich damit automatisch notwendiges Vorwissen verschließt. Zum anderen ergibt sich daraus fast zwingend eine Rezension, welche dem Gesamtwerk höchstwahrscheinlich nicht gerecht wird.

Sollte dies eine neue verkaufsstrategische Idee des Heyne-Verlages darstellen, mehrbändige Werke, Kleinserien oder Zyklen nicht mehr als solche kenntlich zu machen, dann geht dieser Schuss meiner Meinung nach klar nach hinten los. Es sind doch gerade die Fortsetzungen, welche gekauft werden. Oder glaubt irgendein Marketingstratege „Hauptsache, erst mal EIN Buch gekauft. Der Kunde wird sich die fehlenden Teile dann schon noch nachkaufen.“ Und dann die gesamte Reihe noch mal von vorne lesen? Ich glaube eher nicht! Allein an der Optik des Covers soll sicher ein Widererkennungseffekt beim Käufer geweckt werden („Ach ja, DER Autor war gut.“). Aber der Frust – mein Frust – mitten in der Lektüre festzustellen – „Hoppla, da fehlt doch was.“ – würde ich als kaufmännisch gefährlicher einstufen. Nun, sei´s drum.

Zur Handlung:

In relativer naher Zukunft hat sich ein kleiner Teil der Menschheit auf den Meeresboden geflüchtet. Mit einiger Ironie und Hoffnungslosigkeit hat man den Fluchtort Atlantis getauft (keine Angst, es handelt sich bei der Geschichte nicht um die zigste Atlantis-Theorie). Auslöser für diese Flucht war eine bakteriologische Lebensform, die sich zwar vor Urzeiten in den Tiefen der Urmeere entwickelt hatte, aber erst in moderner Zeit an die Oberfläche gebracht wurde und dort die Menschen zu Millionen hinraffte.

Die Überlebenden teilen sich in wenige Gruppen. Die Einen sind die Rifters, die einst von mächtigen Industriekonzernen und deren Firmenbossen speziell für ihre Aufgaben in den Tiefen des Meeres verändert wurden. Die Anderen sind eben diese Firmenbosse und ihre Familien. Die Rifters erhielten spezielle Körperimplantate, welche ihnen das Leben und Arbeiten im Meer ohne Sauerstoffzufuhr und Taucheranzüge ermöglicht. Aber die Bosse veränderten nicht nur die Körper der Rifters, sondern manipulierten auch ihren Geist, ihre Erinnerungen und sogar ihre Biochemie.

Beim Versuch die Seuche einzudämmen schreckten die Firmenbosse, welche die wahre Macht auf der Erde innehatten, auch vor dem Einsatz von Atombomben nicht zurück. Dabei wurden fast alle Rifters getötet. Logisch, dass sich in Atlantis die Rifters und Firmenbosse mit Argwohn und Misstrauen belauern. Gegenseitiger Hass und Rachegefühle bestimmen das notgedrungene „Zusammenleben“.

Immer mehr Rifters sondern sich von der Zwangsgemeinschaft ab und suchen die Freiheit in der Dunkelheit der Tiefe. Sie essen nicht regelmäßig und auch ihr Geist scheint sich zunehmend zu verwirren. Einige sind längst verschwunden, höchstwahrscheinlich verhungert oder in den Weiten der Meere verloren, andere kommen ab und zu noch zurück, abgemagert und fast nicht mehr ansprechbar.

In den Reihen der Firmenbosse häufen sich die Vorzeichen eines erneuten Aufstandes gegen die Rifters, welche ihre eigene Angst und Rachebedürfnisse ohnehin nur schwer im Zaum halten können. Und beide Seiten fürchten sich vor der Entdeckung durch die Oberflächenbewohner, denen Rifters und Bosse als Urheber der Behemoth-Seuche gelten. Zu allem Übel scheint Behemoth mutiert zu sein, und für die neue Variante stellen das salzige Meerwasser und der ungeheure Druck nun kein Hindernis mehr dar…

Fazit:

Manche Szenen und die gesamte Grundstimmung in „Wellen“ lassen an das Computerspiel BioShock erinnern. In beiden führt das klaustrophobische Leben unter Wasser, eine nicht mehr mögliche Rückkehr zum natürlichen Lebensraum des Menschen und die permanente Lebensgefahr zu beklemmenden Gefühlen, die Peter Watts sehr gut mitteilt. Was den Roman wirklich auszeichnet, ist die relativ nahe Zeit, in der er spielt. 2056 ist für viele der Leser durchaus ein Jahr, das sie erleben werden. Dabei schafft es Watts hervorragend, eine Unmenge an Fakten und enormes Hintergrundwissen über heutige – katastrophale – Entwicklungen in seine Geschichte einzubauen. Einzig die Erzählweise in Gegenwartsform hat mir den Lesespaß etwas gemindert, aber das ist Geschmackssache.

Copyright © 2009 by Werner Karl

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