Werwolf-Vendetta – John Sinclair 1928

Ian Rolf Hill
Werwolf-Vendetta
John Sinclair 1928

Bastei Lübbe AG, Köln, 07/2015
Romanheft, Action, Horror, keine ISBN, 68/170 (Amazon-ASIN: B00Y2JD8X6)
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Werwolf-Vendetta John Sinclair 1928

„Franziska sah ihn mit flackerndem Blick an, unfähig zu antworten. Dann weiteten sich ihre Augen, als sie an ihm vorbei sah und etwas Grauenvolles zu Gesicht bekam. Im selben Moment splittete die Seitenscheibe. Eine schwarze Pranke mit langen, sichelförmigen Krallen packte den Kopf des Mannes und zerrte ihn aus dem Wagen.“

Ein alarmierender Brief von George Frambon, dem Geistlichen aus Gravelines, der John Sinclair und Jane Collins einst gegen Lupina, der Königin der Werwölfe, zur Seite stand, ruft den Inspektor und die Privatdetektivin erneut in die französische Kleinstadt. Offenbar steht Frambons Nachfolger im Amt des Pfarrers, Clément Bellier, mit Francis Leech in Verbindung, einem vermeintlichen Kirchendiener, der sich im Fall „Werwolf-Arena“ („John Sinclair 1914“) als ‚Kreatur der Finsternis‘ entpuppt hat. Doch nicht nur Verbündete von Leech erwarten John und Jane schon in Frankreich, auch Mitglieder der Werwolf-Familie Petrova befinden sich unter den Einwohnern von Gravelines.

„Die Zunge ringelte sich aus dem grotesk geöffneten Maul heraus und ergriff das dampfende Herz, das die Kreatur der Finsternis vor den Augen von Jane Collins und George Frambon verschlang. Der pensionierte Pfarrer erbrach sich auf den Teller, der vor ihm stand und begann zu wimmern.“

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Mit „Werwolf-Vendetta“ liegt die Fortsetzung von Ian Rolf Hills „Arena der Werwölfe“ und damit Teil 2 von Hills loser „Werwolf“-Trilogie vor, die mit Band 1932 „Lykaons Erwachen“ ihr vorläufiges Ende findet.

Es ist also angeraten, „Arena der Werwölfe“ vorher zu lesen, denn „Werwolf-Vendetta“ bietet nicht nur ein Wiedersehen mit den Petrovas, wenngleich anderen Mitglieder der Familie, sondern auch mit den ‚Kreaturen der Finsternis‘, jene Urdämonen, die mit diesen ‚neuen‘ Werwölfen gemeinsame Sache machen. Zudem ist der grundsätzliche Handlungsverlauf dem aus „Arena der Werwölfe“ sehr ähnlich.

Der Sohn des Lichts, hier mit Jane Collins statt Suko, wird in ein abgelegenes Örtchen gelockt, um ihm dort den Garaus zu machen. Doch hier wie da hat Hill einige Überraschungsmomente eingebaut, die man als Leser so nicht kommen sieht und die die Geschichten nicht vollständig vorhersehbar machen. Zusätzlich bringt der Autor fast ganz nebenbei wieder die silberne Axt ins Spiel, eine wirkungsvolle Waffe gegen die Werwölfe, die einst in der Kirche von Gravelines gefunden wurde.

Dazu kommt natürlich das Wiedersehen mit George Frambon, das die treuen „Sinclair“-Fans der ersten Stunden freuen wird. Überhaupt weisen die Romane von „Sinclair“-Neuautor Hill starke Bezüge in die Serienvergangenheit auf, auch wenn diese eher als netter Insider-Bonus für die Alt-Fans zu verstehen und nicht weiter zum Verständnis notwendig sind.

Insgesamt schaltet „Werwolf-Vendetta“ im Gegensatz zu dem actionlastigen Vorgänger einen Gang zurück und wirkt damit kompakter, überschaubarer und in Gänze runder.

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Beim Covermotiv handelt es sich um ein Katalogbild, das keinen Bezug zur Romanhandlung aufweist.

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Die Fortsetzung von „Arena der Werwölfe“ bietet einen funktionellen und simpel gestrickten Plot, garniert mit gelungener Atmosphäre und einigen schönen Überraschungsmomenten.

Copyright © 2016 by Elmar Huber (EH)

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