Genres

Söldnerehre

Deviana Morris hat ihr Gedächtnis verloren und erinnert sich nicht mehr an die Ereignisse der letzten Monate. Dies ist das große Manko dieser Fortsetzung, denn leider kommt die Handlung knapp 150 Seiten lang nicht von der Stelle. Erst nachdem Deviana ihre Erinnerungen zurückerhält, nimmt die Geschichte Fahrt auf, dann schaltet die Autorin irgendwann auch noch den Turbolader zu und die Action fliegt durch die Decke.

Wer hat denn den gedreht?

Bevor sie starben und ihr einmaliges Insiderwissen mit ins Grab nahmen, befragte der junge Journalist und spätere Regisseur Peter Bogdanovich Filmschaffende, die in der „Goldenen Ära“ Hollywoods gearbeitet und Meisterwerke auf die Leinwand gebracht hatten. Viele Jahre später stellte Bogdanovich diese Interviews in einem grandiosen Sammelband vor, der eine große Zeit des klassischen Kinos kundig und ebenso informativ wie anekdotenreich aufleben lässt: ein Meisterwerk!

Das Gesetz des Sterbens

Im schottischen Edinburgh versucht die Polizei eine Reihe mysteriöser Rache-Morde zu klären sowie einem Gangsterboss aus Glasgow das Handwerk zu legen, bevor ein leichenreicher Unterweltkrieg ausbricht … – Obwohl inzwischen pensioniert, mischt sich John Rebus in seinem 20. Fall mit der üblichen Freude am autoritätsfeindlichen Intrigenspiel in einen spannend-verzwickten Fall ein: erneut ein unterhaltungsstarker, dem Krimi stets den Vorrang vor dem ‚Zwischenmenschlichen‘ gebender Thriller.

Methodisch korrektes Biertrinken – Radioaktiver Bierschaum, leuchtende Gurken und eine Rakete mit Schnapsantrieb

Der erste Gedanke, den ich beim Betrachten des Covers von Methodisch korrektes Biertrinken hatte, war, dass genau das in den Vordergrund gestellt wurde, was einen typischen Physiker ausmacht: der Spaß am Experimentieren (auch wenn der angekokelte Daumen vielleicht nicht geplant war), die Formel (selbst die gewieftesten kommen nicht darum herum) und das Bier. Neben den abgebildeten Atomen ist insbesondere das Bier allgegenwärtig, einerseits als offensichtlich wichtiger Bestandteil des Nahrungsspektrums (das kenne ich aus eigener Erfahrung), andererseits als Möglichkeit, die oft staubige Formelwüste erträglicher zu gestalten (siehe Formel auf dem Cover). Zumindest auf den ersten Blick scheint sich also ein fröhliches und recht feuchtes Lesevergnügen anzubahnen – wenn da nicht die Physik mit ihrer Exaktheit und ihren Ruf, Spaß abweisend zu sein, wie ein Damoklesschwert über jeder Art Lektüre dieser Art hängen würde.

Abschied ohne Küsse

Ein kleiner Gangster will den Selbstmord seiner Tochter aufklären, wird in eine Falle gelockt und steht plötzlich als Mörder dar. Von der Polizei bedrängt, tritt er die Flucht nach vorn an und gerät in ein Komplott, das sein Leben endgültig zu zerstören droht … – Spannender und schneller Thriller im Gangster-Milieu für hartgesottene Leser: Sympathieträger gibt es nicht, Intrigen und Gewalt bestimmen die Szene – eine angenehme Abwechslung zu den Schmuse-und-Schwätzer-Krimis der Bestsellerlisten.

Showdown

Außerirdische rüsten die New York State Library mit allerlei Hightech-Schnickschnack zur Arena um, in der sie sieben Gladiatoren zum Kampf auf Leben und Tod antreten lassen. Der Sieger erobert für sein Volk die Herrschaft über die Galaxis, die dann die auch im Kosmos offenbar üblichen 1000 Jahre währen wird. Unfreiwillig für die Menschheit am Start sieht sich der Unfallchirurg Stephen Swain, der anders als seine Gegner völlig ungerüstet in die Schlacht ziehen muss … Nullkommafünfdimensionale, actionlastige und absolut anspruchsfreie, aber durchaus spannend erzählte, auf Tempo getrimmte Science Fiction-Plotte, die durch endlose Verfolgungsjagden und mainstreamzensierte Metzeleien auf Überlänge gebracht wird.

Horror Cinema. Die besten Gruselfilme aller Zeiten

In zehn Kapiteln, die sich an prominenten Sujets orientieren, werden das Genre Horrorfilm und in einem zweiten Teil 50 historisch relevante Horrorfilme vorgestellt. Während das Bildmaterial auch in seiner Wiedergabequalität über die gesamte Distanz überzeugen kann, bleiben zumindest die Autoren des ersten Teils an der Oberfläche, referieren oft kaum mehr als Filmtitel und verbreiten Allgemeinplätze. Die deutsche Fassung fasst frühere Verlagstitel zwischen zwei Deckeln neu zusammen. Inhaltliche Fehler der Erstausgabe wurden korrigiert, ältere Texte aktualisiert, und der sensationell günstige Kaufpreis versöhnt zusätzlich mit den genannten Mängeln.

Alfred Hitchcock bringt: Verrammelt die Türen

Zwar gab Alfred Hitchcock nur seinen werbewirksamen Namen für diese Sammlung her, die nichtsdestotrotz acht klassische Storys bündelt, in denen es manchmal tatsächlich aber meist nur scheinbar übernatürlich umgeht; in der Regel ist es der Mensch selbst, dem das gestörte Hirn Schreckensbilder vorgaukelt, denen fürchterliche Taten folgen: auch ohne Hitchcock-Faktor angenehm gruselige Lektüre.

Mirabellensommer

Babette Babajou und ihr Mann Aristide leben nun seit vielen Jahren in Nizza. Von der Côte d’Ivoire / Elfenbeinküste kommend, haben sie in Frankreich ihren Lebensmittelpunkt gefunden und dort ihre Kinder zur Welt gebracht und großgezogen. Aristide führt einen kleinen Obst- und Gemüseladen und die Familie ist in der Nachbarschaft sehr beliebt. Im Hinterland von Nizza lebt die Familie Lafleur, die dort Jasmin und Rosen anbaut. Mit Marita und Lucien Lafleur sind die Babajous ebenso befreundet wie mit der dort lebenden Familie Verbier…

Freak

Die Suche nach einem untergetauchten Ehepaar führt den einarmigen Privatdetektiv Dan Fortune mehrfach in die Irre, wird von diversen Morden begleitet und endet in einem Bordell wie aus dem Wilden Westen, das einem psychopatischen Gangsterboss als Hauptquartier dient … – Trotz des absurd anmutenden Plots ist dies ein klassischer, sehr atmosphärischer „private-eye“-Krimi mit Spannung, nie gefühlsduseliger Melancholie und deutlicher Gesellschaftskritik.