Film & Fernsehen

Jack the Ripper – Anatomie einer Legende

‚Nur‘ fünf Opfer forderte Jack the Ripper im London des Jahres 1888, doch aufgrund der unerhörten Brutalität seiner Morde, des Ausmaßes der öffentlichen Panik sowie der Tatsache, dass er nie gefasst wurde, wurde er rasch zur modernen Legende. Die Nachforschungen der „Ripperologen“ füllen Bibliotheken, aber die Autoren Püstow & Schachner stellt nüchtern bzw. sachlich fest, dass eine Auflösung nicht in Sicht ist. Sie legen die bekannten Fakten dar; prägnant, objektiv und ohne Sensationseffekte, was dieses Buch in der Tat zu einem Standardwerk macht.

Joe Goulds Geheimnis

Ein Journalist aus New York verfolgt über viele Jahre die Spuren eines unbehausten Stadtstreichers, der von sich behauptet, die Geschichte der Menschheit von ganz unten zu schreiben, und damit im intellektuellen Milieu Beachtung findet. Nach dem Tod dieses Mannes erzählt der Journalist dessen wahre Geschichte … und die ahnt man zwar, kann sie aber dennoch kaum glauben. Die Geschichte des Joe Gould wird von Joseph Mitchell mit harten Fakten, aber mitfühlend, fast poetisch erzählt und verdichtet sich zu einem Lebensbild, das tragisch und eindrucksvoll gleichzeitig ist.

Alien 3

Auf der Flucht vor mordlüsternen Aliens stürzt das Rettungsschiff der Raumfahrerin Ripley auf einem Gefangenenplaneten ab. Der Empfang ist kühl, und das bessert sich nicht, als Ripleys blinder Passagier – ein Alien – die Kolonie zu dezimieren beginnt … – Auf der Basis einer frühen Fassung des dritten „Alien“-Films entstand dieser Roman, der trotz der Wirrnisse einer ins Trudeln geratenen Produktion anspruchslose aber spannende SF-Grusel-Unterhaltung liefert.

K-19 und die Geschichte der russischen Atom-U-Boote

Ausgehend vom Atom-Unfall an Bord der K-19 im Jahre 1961 rekonstruiert der Verfasser die desasterreiche Geschichte der sowjetischen U-Boot-Marine, die überhastet konstruierte und schlecht gebaute Unterseeboote in den Kalten Krieg mit den USA warf und dabei skrupellos Menschenleben aufs Spiel setzte. Das lesenswerte, gut recherchierte und spannend geschriebene Sachbuch beschränkt sich nicht auf die Nacherzählung diverser Katastrophen, sondern bettet einzelne Ereignisse in den historischen Kontext ein und beschreibt auch das ‚Erbe‘, das die UdSSR der Welt in Gestalt radioaktiv verseuchter Meere und Häfen hinterließ.

Wildes Amerika

Vor 13000 Jahren wurde Nordamerika von Gletschereis geprägt und von Elefanten mit und ohne Fell, walrosszahnigen Raubkatzen, turmhohen Faultiere und bärengroßen Bibern bewohnt. „Wildes Amerika“ stellt die eiszeitliche Landschaft, die Pflanzen und vor allem die Tiere vor. Letztere präsentieren sich uns nicht nur als bleiche Knochen, sondern werden digital ins ‚Leben‘” zurückgerufen … – Begleitbuch zur BBC-Serie gleichen Namens; wissenschaftlich präzise aber inhaltlich simpel gestrickt. Das Interesse gilt eindeutig den à la „Jurassic Park“ nachgebauten Kreaturen, die qualitativ nicht mit den BBC-Sauriern der Serie „Im Reich der Giganten“ mithalten können: informativ aber nicht mitreißend.

CSI Las Vegas: Killing Game

Zwei neue Fälle für das aus dem US-Fernsehen bekannte CSI-Team von Las Vegas beanspruchen nicht nur die ermittlerischen Fähigkeiten der Beteiligten, sondern stehen außerdem unter dem Unstern büropolitischer Intrigen … – Diese nicht verfilmte Story bietet einen Routine-Plot, der vom CSI-erfahrenen Verfasser immerhin mit der üblichen Nähe zur Vorlage im positiven Sinn routiniert erzählt wird, sodass vor dem geistigen Auge sogleich die entsprechenden Bilder ablaufen: für Fans ohnehin ein Muss, für den ‚normalen‘ Krimifan ein Kann.

Scarface

Mit der Geschichte des Gangsters Tony Camonte zeichnet Verfasser Trail den Aufstieg des modernen organisierten Verbrechens in den USA nach. Die recht akkurate Rekonstruktion der dem zugrundeliegenden Mechanismen gefällt, doch der in der Übersetzung gewahrte Trivialstil und unzählige zeitgenössische Moralismen verderben den Lektürespaß an diesem unvorteilhaft gealterten Klassiker der Kriminalliteratur.

Der Krieg der Welten

Vom Mars kommen intelligente aber skrupellose Wesen auf die Erde, um sich hier eine neue Heimat zu schaffen. Die menschliche Zivilisation wird ausgelöscht, die hilflose Bevölkerung wie Nutzvieh gehalten. Der Untergang steht bevor, als sich die Natur einmischt … – Klassischer SF-Roman aus dem Jahre 1898, spannend verfasst von einem Vollblutschriftsteller, der die Handlung mit vielen philosophischen Fragen anreichert, was indes den Erzählablauf nie stört: ein zeitloses Meisterwerk, das mehr als ein Jahrhundert nach der Entstehung sein Publikum mit Leichtigkeit findet und auch zukünftig finden wird.

Die Zeitmaschine

Ein Zeitreisender gerät in eine ferne Zukunft, in der die Menschen das Paradies auf Erden geschaffen zu haben scheinen. Doch buchstäblich unter der Oberfläche lauert die hässliche Wahrheit … – Einer DER Klassiker der Science-Fiction-Literatur und bereits als solcher über Kritik eigentlich erhaben; allerdings ist dieser Kurzroman tatsächlich zeitlos spannend und immer noch eine Lektüre wert!

Ich, Q

An einem ungemütlichen Ort des Universums finden sich Jean-Luc Picard, Captain des Raumschiffs „Enterprise“, der Androide Data und Q, das (scheinbar) allmächtige Geistwesen mit ausgeprägtem Ego, wieder. Das Ende der Welt steht neuerlich bevor, und nur dieses ungleiche Trio kann es (vielleicht) aufhalten … – Aus dem Plot werden wenige Funken geschlagen; Q-Witzchen sollen die Handlung in Schwung halten bzw. ersetzen, doch seine Allgegenwart entlarvt den zynischen Witzbold als dauerschwätzenden Klamottenkomiker.