Horror

Omen – Das Horror-Journal, Nr. 1

Ein (weiterer) Versuch, in Deutschland ein professionelles Magazin zu etablieren, das Kurzgeschichten und Hintergrund-Informationen zum aktuellen Horror-Genre, zu seiner Geschichte und seinen Autoren präsentiert. Der Info-Part besticht durch sein solides sekundärliterarisches Fundament. Die Stories belegen primär die weitgehende Abwesenheit einschlägiger deutscher Talente; es siegen nach Punkten oder sogar durch K. O. die angelsächsischen Profis. Insgesamt ein Projekt, das trotz diverser Schwächen Interesse und finanzielle Unterstützung seitens möglichst vieler Käufer verdient. (Eine Hoffnung, die sich rasch zerschlug).

Horror 5

Zwischen 1929 und 1953 und damit in der Ära der „Pulp“-Magazine erschienen die hier präsentierten sechs Kurzgeschichten. Feinsinniger Grusel mit Unter- und Zwischentönen ist das nicht; hier wird ausschließlich auf des Lesers Bauch (und Unterleib) gezielt. Die grobe aber trivial-‚reine‘ Form, die zügelfreie Erzählfreude und die weitgehende Abwesenheit politisch korrekter ‚Werte‘ sorgen nichtsdestotrotz – oder gerade – für (altmodische) Unterhaltung.

Eiskalt ist die Totenhand

Zwar sammelt diese zudem willkürlich zusammengestoppelte Sammlung Horrorgeschichten der Qualitätsstufen 2 und 3, die jedoch zügig zur unheimlichen Sache kommen und von ihrem Alter bzw. ihrer nostalgischen Verbrämung profitieren: Hier wird noch stimmungsvoll statt metzelstark gespukt, weshalb die autorenseitig gewünschte Gruselwirkung weitgehend erhalten blieb.

Showdown

Außerirdische rüsten die New York State Library mit allerlei Hightech-Schnickschnack zur Arena um, in der sie sieben Gladiatoren zum Kampf auf Leben und Tod antreten lassen. Der Sieger erobert für sein Volk die Herrschaft über die Galaxis, die dann die auch im Kosmos offenbar üblichen 1000 Jahre währen wird. Unfreiwillig für die Menschheit am Start sieht sich der Unfallchirurg Stephen Swain, der anders als seine Gegner völlig ungerüstet in die Schlacht ziehen muss … Nullkommafünfdimensionale, actionlastige und absolut anspruchsfreie, aber durchaus spannend erzählte, auf Tempo getrimmte Science Fiction-Plotte, die durch endlose Verfolgungsjagden und mainstreamzensierte Metzeleien auf Überlänge gebracht wird.

Horror Cinema. Die besten Gruselfilme aller Zeiten

In zehn Kapiteln, die sich an prominenten Sujets orientieren, werden das Genre Horrorfilm und in einem zweiten Teil 50 historisch relevante Horrorfilme vorgestellt. Während das Bildmaterial auch in seiner Wiedergabequalität über die gesamte Distanz überzeugen kann, bleiben zumindest die Autoren des ersten Teils an der Oberfläche, referieren oft kaum mehr als Filmtitel und verbreiten Allgemeinplätze. Die deutsche Fassung fasst frühere Verlagstitel zwischen zwei Deckeln neu zusammen. Inhaltliche Fehler der Erstausgabe wurden korrigiert, ältere Texte aktualisiert, und der sensationell günstige Kaufpreis versöhnt zusätzlich mit den genannten Mängeln.

Alfred Hitchcock bringt: Verrammelt die Türen

Zwar gab Alfred Hitchcock nur seinen werbewirksamen Namen für diese Sammlung her, die nichtsdestotrotz acht klassische Storys bündelt, in denen es manchmal tatsächlich aber meist nur scheinbar übernatürlich umgeht; in der Regel ist es der Mensch selbst, dem das gestörte Hirn Schreckensbilder vorgaukelt, denen fürchterliche Taten folgen: auch ohne Hitchcock-Faktor angenehm gruselige Lektüre.

Jack the Ripper – Anatomie einer Legende

‚Nur‘ fünf Opfer forderte Jack the Ripper im London des Jahres 1888, doch aufgrund der unerhörten Brutalität seiner Morde, des Ausmaßes der öffentlichen Panik sowie der Tatsache, dass er nie gefasst wurde, wurde er rasch zur modernen Legende. Die Nachforschungen der „Ripperologen“ füllen Bibliotheken, aber die Autoren Püstow & Schachner stellt nüchtern bzw. sachlich fest, dass eine Auflösung nicht in Sicht ist. Sie legen die bekannten Fakten dar; prägnant, objektiv und ohne Sensationseffekte, was dieses Buch in der Tat zu einem Standardwerk macht.

Die weiße Straße

Im Süden der USA wecken Rassisten die Geister der Vergangenheit, die Sühne für einen vor langer Zeit begangenen Lynchmord fordern. Zwischen allen Fronten versucht Privatdetektiv Charlie Parker, den aktuellen Tod eines Mädchens zu klären – und dabei am Leben zu bleiben … – Ungemein spannender, mit drastischen Gewaltszenen nicht sparender, atmosphärisch intensiver Thriller, in den sich Elemente des Phantastischen mischen. Wo es funktioniert, entsteht eine ebenso unheimliche wie poetische Zwischenwelt, in der die Lebenden und die Toten Seite an Seite existieren.

Declare – Auf dem Berg der Engel

Der Kalte Krieg zwischen den Geheimdiensten der irdischen Großmächte wird unter ‚Rekrutierung‘ der von Gott abgefallenen und aus dem Himmel gestürzten Engel geführt. Ein sorgfältig geschulter Agent soll ihnen auf dem Gipfel des Berges Ararat den Garaus machen, aber selbst gefallene Engel sind mächtige Kreaturen … – Ungemein dichte, vielleicht überambitionierte, weil die Spannung manchmal in einer Flut unnötiger Details ertränkende aber spannende, eindrucksvolle und sogar geniale Mischung aus Historien- und Spionage-Thriller, Phantastik und Love-Story.

Basar der bösen Träume

Die vorliegende Taschenbuchausgabe enthält 19 Prosatexte des us-amerikanischen Autors und zwei Lyriktexte. Waren die Vorgängerbände mit Storys und Novellen Kings immer gespickt mit absoluten Highlights des Autors, so muss man bei der vorliegenden Ausgabe länger suchen, um wirklich überragende Texte zu finden. Positiv zu erwähnen bleibt aber auch, dass kaum wirklich mäßige oder schlechte Geschichten hier versammelt sind, denn immer wahrt der Autor ein gewisses Niveau und schreibt, wenn schon nicht originell, so doch zumindest packend und sehr unterhaltsam.