Krimi & Thriller

So dunkel der Wald

Der Titel “So dunkel der Wald” trifft es perfekt. In diesem Thriller geht es um einen Wald, einen dunklen Wald. Es geht um die Ereignisse in diesem Wald, dunkle Ereignisse. Und es geht um Seelen von Menschen, die in diesem Wald leben, dunkle Seelen oder Seelen, die dunkel geworden sind, dunkel und hoffnungslos. Ronja und Jannik sind junge Erwachsene. Gemeinsam mit dem Mann, den sie Paps nennen, leben sie in einem Haus im Wald.

Seminar für Mord

Der „Golden-Guillotine-Club“ hat Inspektor Maybridge als Krimi-Experten eingeladen. Als Höhepunkt des Wochenendes wird der Vorsitzende umgebracht und der Gast vom Mörder als Ermittler herausgefordert … – Der zweite Maybridge-Krimi bietet zeitloses britisches Krimi-Handwerk vom Feinsten. Obwohl 1985 entstanden, ist dies ein „Whodunit“ reinsten Wassers, der überraschend modern, spannend und witzig den Vergleich mit den Klassikern dieses Genres keineswegs scheuen muss.

Der talentierte Mörder

Ein handwerklich begabter Serienkiller manipuliert simple Alltagsgeräte, die sich in Mordinstrumente verwandeln. Das Ermittler-Duo Lincoln Rhyme und Amelia Sachs jagt einen Täter, der aus der Ferne morden kann, aber auch gern ganz altmodisch zu Hammer und Säge greift … – Der zwölfte Band der Rhyme/Sachs-Serie bietet autorentypisch einen verwickelten bzw. mehrzügigen Plot, der unrealistisch aber spannend zu einem Fall zusammenfließt: Ungeachtet der eingeschliffenen Serienmechanik ist Deaver als Erzähler handwerklich ebenso erfolgreich wie sein Mörder.

Lautloses Duell

Als ein genialer Hacker zum Serienkiller mutiert, aktiviert die Polizei dessen ehemaligen Kampfgefährten, der nun im Gefängnis sitzt und reuevoll die Chance auf vorzeitige Entlassung nutzt, was wiederum den erwähnten Ex in Rachewut versetzt … – Computer-Thriller aus der (relativen) Frühzeit des Subgenres, der aufgrund klassischer Spannungselemente die Altertümlichkeit der beschriebenen Digital-Wunder verzeihen lässt und trotz ausgeprägter Figurenklischees gute Unterhaltung bietet.

Messer, Gabel, Schere, Mord

Der Umbau eines Landhauses zum Nobel-Restaurant sorgt für Aufruhr unter den wenig begeisterten Nachbarn. Am Tage der Neueröffnung wird eine Frau im Weinkeller erstochen. Inspektor Markby steht vor vielen Mordverdächtigen, die mehrheitlich zwar keine Mörder aber keineswegs unschuldig sind … – Zwar bietet Band 4 der „Markby-&-Mitchell“-Serie kaum Krimi-Spannung, will dies aber mit englischer Landhaus-Romantik nach Genre-Vorschrift wettmachen und trifft routiniert ins Herz eines entsprechend gepolten Publikums: Lesen oder Schlafen – der Unterschied ist marginal.

Bones – Die Knochenjägerin: Tief begraben

Ein publicitysüchtiger Serienmörder und ein brutaler Mafia-Clan bieten dem ungleichen Ermittler-Paar Booth & Bones (FBI-Agent und Anthropologin) viele Gelegenheiten zu scharfsinnigen Schlüssen und scheinwitzigen Kabbeleien; dass dieser Roman zur TV-Serie unterhält, verdankt er der Autorenschaft eines guten Schriftstellers, der einmal mehr sich und sein Talent für (hoffentlich) gutes Geld prostituiert, statt eigenständige Werke zu verfassen.

Letzter Tanz

Ein genialer Killer räumt Zeugen aus dem Weg, die einen kriminellen Geschäftsmann belasten könnten. Die ratlose Polizei heuert den fast vollständig gelähmten aber detektivisch weiterhin erfolgreichen Lincoln Rhyme an, der sich mit dem Killer ein erbittertes Duell liefert … – Der zweite Lincoln-Rhyme-Thriller kann auf den Überraschungseffekt des ersten – dieser Detektiv ist wahrlich gehandicapt! – nicht mehr zählen, unterhält aber durch einen soliden Plot, überraschende Wendungen und interessante Figuren: Thriller-Unterhaltung auf hohem handwerklichen Niveau!

Vampirdetektiv Jack Fleming

Nachdem er einem Gangsterboss in Chicago ein wenig zu sehr auf die Schliche kam, wurde Journalist Jack Fleming grausam umgebracht – und erwacht als Vampir! Nachdem er sich an seinen neuen Zustand gewöhnt und auch Verbündete gefunden hat, nimmt er die Jagd nach den eigenen Mördern mit übernatürlichen Methoden wieder auf … – Ein Toter klärt den Mord an sich selbst auf: eine vorzügliche Basis für einen unterhaltsamen Roman, der mit sachtem Zeitkolorit – die Handlung spielt 1936 – die Genres Krimi und Phantastik mischt. Start einer mehrbändigen Reihe, die indes hierzulande nie erfolgreich wurde.

Aisha

Axel Steen ermittelt wieder. Nachdem er selbst in einem Sumpf aus Alkohol und Drogen versackt war, ist der Ermittler Axel Steen nun wieder so weit hergestellt, dass er in einem neuen Fall ermitteln kann.
Im Kopenhagener Stadtteil Amager wird die Leiche eines ehemaligen PET (dänischer Inlandsnachrichten- und Sicherheitsdienst) Mitarbeiters aufgefunden. Der Tote, Sten Høeck, wurde auf brutale Weise ermordet…

Der Tote gibt Indizien

Sir Owen Kent wird anonym bedroht. Hobby-Detektiv Horatio Green will helfen und checkt in das Sanatorium des Auftraggebers ein. Dort kann er Sir Owens Ermordung nicht verhindern, was seinen Ermittlungs-Ehrgeiz anstachelt … – Der fünfte (und letzte) Green-Krimi bietet noch einmal auf, was der Verfasser zum klassischen Whodunit beizutragen hat. Die Handlung schreitet gemächlich voran, die Ermittlungen werden der Leserschaft fair präsentiert, und stets bleibt Raum für schräge Typen, sanfte Ironie und bizarre Indizien, die in einem großen Finale ins nie tragische aber spannende Mord-Mysterium eingepasst werden.