Krimi & Thriller

München

Im Herbst 1938 sucht der nazideutsche Diktator Hitler nach einem Vorwand für ‚seinen‘ Eroberungskrieg. Die Briten wollen dies unbedingt vereiteln und schicken eine Diplomatenkommission nach München, um den „Führer“ zum Einlenken zu bewegen, wobei auf beiden Seiten Gesetze und Moral mit Füßen getreten werden … – „literarisch wertvoller“ (Werbedröhnen) Historienthriller; die (moderate) Spannung entsteht aus dem Hintergrundwissen über ein ‚schmutziges‘ Abkommen, das zustande kommt, obwohl alle Beteiligten wissen, dass es wertlos ist: Roman für ein Publikum, das John le Carré den typischen Action-Routinen vorzieht.

Die Stunde des Wolfs

Lauri Kivi ist Reporter. Er arbeitet für eine sehr renommierte finnische Zeitung. Als bekannt wird, dass ein bislang unbescholtener Polizist seine Familie getötet haben soll, teilt Lauri Kivi diese Meinung nicht. Vielmehr fällt ihm auf, dass es in Finnland in letzter Zeit eine große Anzahl ähnlicher Fälle gegeben hat. Lauri vermutet hinter diesen angeblichen Familiendramen Morde und macht sich daran den möglichen Mörder mit Provokationen aus seiner Deckung zu locken.

Die Gräber der Vergessenen

Ein grotesker Ritualmord und ein Familien-Massaker rufen die Kriminalpolizei der Stadt Edinburgh auf den Plan. Die politisch delikaten Ermittlungen werden einem fähigen aber querköpfigen Fahnder übertragen, den man notfalls als Sündenbock opfern kann; ein Risiko, das angesichts der allmählich aufgedeckten Ungeheuerlichkeiten zur realen Lebensgefahr mutiert … – Der vierte Kriminalroman um Inspektor Tony McLean beginnt als „police procedural“ mit modern sozialkritischem Unterton, um final ganz ernsthaft eine ‚übernatürliche‘ Auflösung zu bieten: ein nicht ganz stimmiger, aber sehr unterhaltsamer Genre-Mix.

Das Geheimnis der Goldmine

Erst stirbt – die Jackentasche voller Roggenkörner – der Hausherr, dann folgen ihm ebenfalls mordbedingt die Gattin und ein Hausmädchen, das wohl zu viel wusste. Jedes überlebende Familienmitglied ist verdächtig, weshalb Inspector Neele heilfroh ist, als ihm eine kluge Frau namens Jane Marple ihre Hilfe anbietet … – Der sechste Miss-Marple-Roman ist ein gelungener, in jeder Hinsicht „klassischer“ englischer Kriminalroman, der routiniert bis kunstvoll Spannung mit sanfter Ironie mischt, wobei die Autorin bis ins Finale die Nase vorn behält und gekonnt überraschen kann.

Der gute Mörder

In einem Städtchen an der Küste des Ärmelkanals wird ein Pensionär grausam ermordet. Sein Freund und Nachbar, ein Polizist, wird von seiner neuen Vorgesetzten in die Ermittlungen verwickelt, was gefährlich ist, da der Beamte ein düsteres Geheimnis hütet … – Auf zwei Zeitebenen spielt dieser moderne englische Krimi, der gut gezeichneten Figuren etwas zu dramatische Privatleben aufbürdet, während der Kriminalfall vergleichsweise simpel aufgelöst wird: kein „Anwärter für den Thriller des Jahres“, wie es auf dem Cover dröhnt, sondern solides Lesefutter.

Insel des Todes

Detektiv Danny Boyle sucht auf einer abgelegenen Insel den Mörder einer Frau und gerät in die Gruppe der Verdächtigen, die sich rasch recht handfest des lästigen Schnüfflers zu entledigen suchen … – Dieses rasante Krimigarn aus der Feder eines Hochleistungs-Zeilenschinders bietet Sex & Crime pur ohne den Hauch von Anspruch, ist eingebettet in einen simplen, routiniert entwickelten Plot und unterhaltsam vor allem als nostalgisch-entlarvende Rückschau in eine Zeit, als die Männer noch hart und die Frauen willig waren …

Quazi

Die Menschen müssen sich den Globus mit den Untoten teilen, von denen einige – die „Quazis“ sogar intelligent sind. Polizist Denis Simonow muss mit einem Quazi-Kollegen den Mord an einem Wissenschaftler aufklären. Das ungleiche Team stößt dabei auf geheime und für sie gefährliche Informationen über den Ursprung der ‚Wiederauferstehung‘ … – Bekannte Zombie-Endzeit-Module werden vor relativ neuer Kulisse zusammengesteckt; insgesamt ist das Ergebnis routiniert, durchaus lesenswert, recht kurzweilig und unterhaltsam und hat den ein oder anderen cleveren Plot zu bieten: Gebrauchsliteratur zur Ablenkung, nicht mehr und nicht weniger!

Weißes Leuchten

In einem US-Südstaaten-Nest gerät eine zwielichtige Geschwisterschar ins Visier der Mafia. Ein Polizist gerät in ein altes, gut abgehangenes Geheimnis um Mord, Wahnsinn, Rache und Schuld, das ihn mit in den Strudel des Verderbens zu ziehen droht … – Der fünfte Fall von Dave Robicheaux ist erneut ein Meisterwerk des modernen Thrillers. So wichtig wie der gut konstruierte Plot ist die Louisiana-Hitze, die Leidenschaften kochen und altes Unrecht reifen lässt, bis die Eiterblase platzt: uneingeschränkte Leseempfehlung.

Höllenjagd

In den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts jagt ein Detektiv einen Räuber und Serienkiller. Unter Nutzung zeitgenössischer Hightech liefern sich die Gegner ein unbarmherziges Duell, das sie kreuz und quer durch die USA führt … – Sicher der beste Abenteuerroman, den Cussler seit Jahren geschrieben hat; von den Zwängen seiner Dirk-Pitt-Serie befreit, entwirft der Veteran des technikorientierten Abenteuer-Thrillers ein altmodisches, rasantes, mit historischen Fakten geschickt aufgepolstertes Spektakel, das einfach Spaß macht!

Die Gotteswelle

Einem Forscherteam gelingt es, Hirnwellen zur ‚drahtlosen‘ Steuerung von Maschinen einzusetzen. Was vor allem die Medizin revolutionieren sollte, fällt in die Hände einer geheimen Militärgruppe, deren Anführer von der Weltmacht träumt. Spät erkennen die Wissenschaftler die Wahrheit und beginnen sich zu wehren … – Mit Science-Fiction-Elementen angereicherter „Science Thriller“. Die Story ist simpel und wird nicht gerade wortgewandt präsentiert, die Figurenzeichnungen sind schlicht. Als dennoch spannendes Lesefutter genießbar sowie bereits fortgesetzt.