Politik

K-19 und die Geschichte der russischen Atom-U-Boote

Ausgehend vom Atom-Unfall an Bord der K-19 im Jahre 1961 rekonstruiert der Verfasser die desasterreiche Geschichte der sowjetischen U-Boot-Marine, die überhastet konstruierte und schlecht gebaute Unterseeboote in den Kalten Krieg mit den USA warf und dabei skrupellos Menschenleben aufs Spiel setzte. Das lesenswerte, gut recherchierte und spannend geschriebene Sachbuch beschränkt sich nicht auf die Nacherzählung diverser Katastrophen, sondern bettet einzelne Ereignisse in den historischen Kontext ein und beschreibt auch das ‚Erbe‘, das die UdSSR der Welt in Gestalt radioaktiv verseuchter Meere und Häfen hinterließ.

Mythos Reichsautobahn

Zwischen 1933 und 1941 realisierten die nationalsozialistischen Machthaber die „Reichsautobahn“. Nach 1945 wurde sie zum Mythos verklärt und galt als ‚gutes‘ Erbe der Nazi-Zeit. Die Autoren rücken dieses Bild nachdrücklich gerade, indem sie die Autobahn als Propaganda-Schöpfung und nur bedingt gelungenes Bauwerk entzaubern: ein faktenreiches, logisch gegliedertes, mit zahlreichen Fotos illustriertes Werk, das auch dem historischen Laien ein wichtiges Kapitel der zeitgenössischen Geschichte vor Augen führt.

Das Monster von Florenz

Der leitende Untersuchungsbeamte rekapituliert die 30 Jahre währenden Ermittlungen im Fall des „Monsters von Florenz“, das 16 Menschen ermordete, und schildert die zahlreichen Fehler und Manipulationen, die eine Bestrafung des oder der Schuldigen behinderten … – Überaus (und manchmal allzu) detailliert zeichnet der Verfasser die von ihm geleiteten Ermittlungen nach. „Das Monster von Florenz“ ist nicht nur Giuttaris Bericht, sondern auch sein Versuch, bittere berufliche und persönliche Erfahrungen aufzuarbeiten.

An den Grenzen des Reiches – Grabungen im Xantener Legionslager am Vorabend des Ersten Weltkrieges

An den Grenzen des Reiches Grabungen im Xantener Legionslager am Vorabend des Ersten Weltkrieges Dirk Schmitz und Charlotte Schreiter . (sfbentry) Nünnerich-Asmus Verlag & Media GmbH, 2015 288 Seiten, 230 Abbildungen 24 x 28 cm Klappenbroschur ISBN: 978-3-943904-68-0 . http://www.na-verlag.de Titel erhältlich bei Amazon.de Titel erhältlich bei Buch24.de Titel erhältlich bei Booklooker.de Titel erhältlich bei […]

Das andere Hollywood der dreißiger Jahre

Lange konnten die Nationalsozialisten auf die Gleichgültigkeit der USA setzen. Nur wenige klarsichtige Menschen stellten sich gegen den Strom. Zu ihnen gehörten die Filmproduzenten Warner, die den Terror kannten und ihm den Kampf ansagten. Autor Birdwell schildert ebenso spannend wie deprimierend eine Kampagne, die nicht nur die Nazis, sondern auch Teile der eigenen US-Bevölkerung mit entschiedener und organisierter Ablehnung quittierten.

Stalin. Am Hof des roten Zaren

Der Verfasser versucht sich an einem Psychogramm des Diktators Josef Stalin. Er nutzt Episoden, Anekdoten und Klatschgeschichten, die nach der Öffnung der russischen Archive oft erstmals gesichtet und ausgewertet werden konnten. Ergänzt durch Interviews mit Überlebenden der Stalinzeit entstand ein monumentales und faktenakkurates, dabei über die gesamte Länge lesenswertes Werk, das sich aufgrund seiner bewussten Auslassungen weniger an den Zeithistoriker wendet, sondern über die Facetten des Menschen Stalin informiert, um aus dieser Richtung Zugang zum historischen Phänomen „Stalinismus“ zu finden.

Verteufelter Heavy Metal

Eine Geschichte der Musikrezeption unter dem Gesichtspunkt der nie endenden Schlacht zwischen den Vertretern der Kunstfreiheit und ihren Gegnern, die genau diese als Quelle aller Übel werten, welche die Gesellschaft plagen. Die Darstellung stellt den Hard- und Heavy-Metal-Rock in den Mittelpunkt der Betrachtung, beleuchtet aber auch andere Spielarten der Musik, die seit dem II. Weltkrieg ins Blickfeld offizieller und selbst ernannter Zensoren gerieten. Mit vielen gut ausgesuchten versehen, stellt „Verteufelter Heavy Metal“ ein Standardwerk zum Thema dar, dessen Autor die Dinge und jene, die sie in Bewegung setzen, beim Namen nennt, Stellung bezieht und dies immer mit Fakten und Quellen untermauern kann. Ein umfangreiches, ein spannendes, ein unentbehrliches Buch.

Lenin und andere Leichen

Publizistisch wirksam aufgehängt an der Geschichte von Lenins Mumie erzählt Verfasser Zbarski in erster Linie von seinem Leben in einem Land des absurden Grauens, genannt „Sowjetunion“ (1917-1991). Diese Erinnerungen sind interessanter als das nekrophile Stochern im marinierten Leichnam, geben sie doch trotz ständiger Themensprünge sowie zu vieler Informationen aus zweiter Hand vor allem im letzten Drittel unmittelbar Zeugnis von einem Alltag, den sich kein Science Fiction-Autor schlimmer hätte ausdenken können.

Dunkle Welten

Unter der Oberfläche Berlins existiert ein Schattenreich aus Leitungsschächten, Kanälen, Tunneln, Kavernen, Lagern, Bunkern, Bahnhöfen und anderen Bauwerken. Sie wurden angelegt aber selten wieder abgerissen, sondern zugeschüttet und vergessen. Diese Relikte stellen Zeitkapseln dar, die Einblicke in die Berliner Historie ermöglichen … – Das Autorenteam liefert einen faktenreichen, flüssig geschriebenen, fabelhaft bebilderten Überblick, der das ‚andere‘ Berlin buchstäblich aus dem Dunkel holt und neugierig auf diese versunkene Welt macht.

Feuer wird vom Himmel fallen

Ein technischer Defekt setzt die atomare Vergeltungsmaschine der USA in Gang. Zunehmend verzweifelt und schließlich sogar in Kooperation mit dem sowjetischen Erzfeind versuchen Regierung und Militär, die Bombenflugzeuge zu stoppen … – Betont nüchtern und quasi journalistisch beschäftigt sich dieser 1962 erschienene Roman mit der zum Zeitpunkt seines Erscheinens aktuellen Frage, wie stabil das „Gleichgewicht des Schreckens“ tatsächlich ist: spannend, eindringlich und grundsätzlich weiterhin aktuell.